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bigbug21 (Dresden)

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Stuttgart 21 Pro und Contra: Fakten zu einem besonders umstrittenen Bauprojekt unserer Zeit
Stuttgart 21 Pro und Contra: Fakten zu einem besonders umstrittenen Bauprojekt unserer Zeit
von Melanie Liebnitzky
  Broschiert
Preis: EUR 15,90

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Nicht mehr als Sammlung von Wikipedia-Inhalten, 21. Februar 2011
Beim Lesen des Werks wurde mir schnell klar, dass der Text in weiten Teilen, geringfügig editiert, im Herbst 2010 der deutschsprachigen Wikipedia entnommen wurden. Im Gegensatz zu den dortigen Originaltexten sind die Inhalte nicht nur veraltet, sondern auch um der zahlreichen im Original angegebenen Quellen beraubt. Es ist mir unverständlich, wie ein solches Buch seinen Weg in den Buchhandel finden konnte.


Bildatlas der schnellsten Züge: ICE, Shinkansen, TGV - alle Hochgeschwindigkeits-Züge weltweit
Bildatlas der schnellsten Züge: ICE, Shinkansen, TGV - alle Hochgeschwindigkeits-Züge weltweit
von Tomas Meyer-Eppler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein toller Bildband mit kleinen Schönheitsfehlern, 18. Januar 2011
Thomas Meyer-Eppler legt mit dem "Bildatlas der schnellsten Züge" einen bemerkenswerten Bildband über die schnellen Züge der Welt vor.

In prägnanter Form (zumeist eine Seite je Zug, teils zwei) stellt der Autor beinahe 100 schnelle Züge aus aller Welt vor. Auch wesentliche Hintergründe und ein Abriss der Geschichte werden kurz zusammengefasst und mit Bildern unterlegt. Die verwendeten Bilder haben mich dabei beeindruckt. Ich habe noch keinen besseren Bildband zu schnellen Zügen gesehen.

Auch der Textteil überzeugt: Inhaltliche Schwächen waren nur mit der Lupe zu finden. So gab es durchaus, wie auf Seite 19 anderweitig behauptet, zwischen der Internationalen Verkehrsausstellung von 1965 und 1977 planmäßigen Schienenschnellverkehr in Deutschland (ab 1968 zwischen München und Augsburg zum Beispiel). Streng genommen sind auch die neuen ICE-Züge (Baureihe 407) nicht der ICE-3M-Familie zuzuordnen, wie auch Seite 32 geschrieben. Sieht man von diesen eher kleineren Blessuren ab, liefert das Buch gerade für einen Bildband eine überzeugende Leistung.

Leider hält der Band das in der Einleitung gegebene Versprechen, "alle Züge" vorzustellen, die planmäßig, zu besonderen Anlässen und perspektivisch eine Geschwindigkeit von wenigstens 210 km/h erreicht haben. So fehlt beispielsweise der Diesel-ICE (ICE TD), der mit 222 km/h einen neuen Rekord für deutsche Dieseltriebfahrzeuge aufstellte oder auch der russische Prototypzug Sokol (RŽD-Baureihe ''250). Auch Exoten wie den französischen TGV IRIS 320 oder die spanische ADIF-Baureihe 330 suchte ich beim Durchblättern vergebens. Ein Abgleich mit der Liste der Hochgeschwindigkeitszüge auf Wikipedia wäre für eine Neuauflage ein Ansatz, um auch diese kleine Lücke zu schließen.

Sieht man von diesen Kleinigkeiten ab ist das Buch eine wahre Bereicherung für das Bücherregal jedes Hochgeschwindigkeitsfreundes.


Stuttgart steht auf - Porträt einer neuen Demokratiebewegung
Stuttgart steht auf - Porträt einer neuen Demokratiebewegung
DVD ~ Hermann G. Abmayr
Preis: EUR 16,99

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein guter, aber leider sehr einseitiger Streifen, 12. Dezember 2010
Der vorliegende Film beleuchtet die Hochphase des Widerstands gegen das umstrittene Projekt Stuttgart 21, im Sommer und Herbst 2010. Sie konzentriert sich dabei auf die Phase zwischen dem unsäglichen Polizeieinsatz vom 30. September 2010 und der Frühphase der Schlichtung, Anfang November 2010. Der Film endet mit der Abfahrt eines Sonderzuges nach Berlin.

Der professionell produzierte Streifen beleuchtet dabei den Kampf gegen das umstrittene Großprojekt von verschiedenen Seiten. Sie zeigt insbesondere eine Reihe von Aktionen, insbesondere Demonstrationen gegen das Projekt. Während manche Bilder bereits hinlänglich bekannt waren, zeigt der Film auch neue Perspektiven auf. Zahlreiche Menschen -- vor allen Dingen solche, die sonst nicht im Rampenlicht stehen -- kommen dabei zu Wort.

Der 33-minütige Hauptfilm wird um 16 Interviews ergänzt, zumeist mit maßgeblichen Akteuren des Widerstands. Fünf insgesamt rund 15-minütige Ausschnitte von Rohmaterial (Montagsdemo vom 29. Januar, offizieller Baubeginn am 2. Februar, Besetzung des Nordflügels am 26. Juli, 30. Juli 2010 sowie der "Schwarze Donnerstag" am 30. September 2010) runden den Inhalt des Scheibe ab.

Leider mangelt es dem im Grunde eindrucksvollen Streifen an einer sachlichen-kritischen Distanz. Sie hinterfragt die Handlungen der Akteure nicht und stellt durchweg nur deren Sichtweise dar. Als (ausgeglichene) Dokumentation würde ich den Film unter dem Strich nicht bezeichnen, wohl aber als interessanten Einblick in die Hochphase des Widerstands.

Auch beschränkt sich der Streifen auf die Entwicklung von einigen Wochen Mitte 2010. Dass die Bewegung gegen Stuttgart 21 auf eine wesentlich längere Geschichte zurückblickt, wird offenbar nur an einer Stelle kurz erwähnt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2011 3:19 PM CET


DVD Die ICE-Story
DVD Die ICE-Story
DVD ~ NN

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Keine überzeugende Leistung, 3. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: DVD Die ICE-Story (DVD)
In 52 Minuten liefert der offenbar 2004 entstandene Hauptfilm einen guten Überblick über den ICE. Nach einem imposanten Auftakt -- beeindruckenden Aufnahmen verschiedener ICEs, unterlegt mit ansprechender Musik -- folgt der Film zunächst den Strecken von Kiel nach Hamburg und Hannover, von dort weiter ins Ruhrgebiet und Richtung Kassel. Später wird die Neubaustrecke zwischen Köln und Frankfurt mit dem neuen Flughafen-Fernbahnhof porträtiert. Neben den Strecken und Bahnhöfen stehen dabei die verschiedenen Varianten der ICE vorgestellt werden.

Nicht vorgestellt werden die Dieselvariante ICE-TD sowie die Neubaustrecken Mannheim--Stuttgart und (Hannover--)Oebesfelde--Berlin werden nicht vorgestellt. Auch die Vorgeschichte (Entwicklung des ICE, InterCityExperimental und andere Stationen) bleibt leider komplett außen vor. Diese maßgeblichen Teile der "ICE-Story" dürfen bei einer derartigen Scheibe nicht fehlen.

Leider werden die verschiedenen historischen Momente, beispielsweise die ICE-Einführung am 2. Juni 1991 oder das ICE-Unglück von Eschede vom 3. Juni 1998, nur im Kommentar erwähnt und dazu neuere Bilder der entsprechende Orte gezeigt. Hier hätte ich mir zum Preis von knapp 25 Euro durchaus die ein oder andere Archivaufnahme erwartet.

Obwohl der Streifen im Vergleich zu anderen Geramond-Produktionen relativ wenige inhaltliche Fehler enthält, finden sich doch manche Faux-Pas. So ist der zu Minute 51 erwähnte "Antrieb eines Triebkopfes" eines ICE 3 grober Unfug. Auch stimmt es beispielsweise nicht, dass die Datenübertragung zwischen zwei ICE-3-Halbzügen per Glasfaserkabel erfolge. Auch wurde, um ein weiteres Beispiel zu nennen, die Neubaustrecke zwischen Köln und Frankfurt nicht durchgehend mit einer Festen Fahrbahn der Bauart Rheda ausgerüstet.

Ergänzt wird die Scheibe um den gut 27-minütigen Film 'ICE -- Der Paradezug der DB' aus dem Jahr 1991. Er zeigt Impressionen aus der Bauphase sowie die Betriebsaufnahme des ICE-Systems. Zu sehen sind neben den beiden ersten Neubaustrecken auch Eindrücke aus dem Fahrgastbetrieb mit dem ICE 1 sowie Impressionen aus dem Betriebswerk Hamburg-Eidelstedt. Trotz einer einwandfreien inhaltlichen Qualität wird dieser "Bonusfilm" durch einen in wesentlichen Teilen fehlenden Ton entwertet. So sind bei Minute 14 Redner ohne Ton zu sehen. Menschen klatschen ohne Ton und ICE-Züge fahren ohne die typischen Geräusche an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Originalfilm tatsächlich in diesen Passagen nicht vertont wurde.

Wie der Verlag indes mit 52+27 Minuten auf "ca. 90 Minuten Spielzeit", wie auf der Verpackung angegeben kommt, ist mir ein Rätsel. Unter dem Strich keine überzeugende Leistung.


DVD Im Führerstand: München - Nürnberg
DVD Im Führerstand: München - Nürnberg
DVD ~ NN

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ganz nett, aber kaum überzeugend, 28. November 2010
Die Scheibe hat mich nicht überzeugt. Die Bildqualität der rund 60-minütigen Mitfahrt auf einem ICE 3 auf dem Weg von München nach Nürnberg ist im Grundsatz gut. In der nördlichen Hälfte der Neubaustrecke Nürnberg--Ingolstadt störten mich eine Reihe größerer Fliegenabdrücke insbesondere in der Bildmitte erheblich.

Das gut zehnminütige Streckenportrait zeigt eine Auswahl von Aufnahmen entlang der Strecke und ihrer beiden Endbahnhöfe. Die Texte des Sprechers sind dabei in weiten Teilen wortwörtlich aus der Wikipedia entnommen. Teilweise passen auch die Bilder nicht zum Text.

Insgesamt keine besondere Leistung.


Der ICE: Chronik des schnellsten deutschen Zuges
Der ICE: Chronik des schnellsten deutschen Zuges
von Martin Weltner
  Gebundene Ausgabe

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine große Enttäuschung, 14. Juli 2010
Angeregt durch das modern-dynamisch wirkende Cover habe ich mir dieses Buch gekauft. Nach dem ersten Durchblättern wurde ich skeptisch, beim Lesen einiger Kapitel habe ich den Erwerb dieses schließlich Buches bereut.

Das nicht einmal 100-seitige Werk erweckte auf mich den Eindruck eines ebenso lieblos wie schlampig zusammengewürfelten Flickwerks. In 18 Kapiteln werden verschiedene Aspekte des ICE beleuchtet. Der Text wird dabei durch zahlreiche Bilder und einzelne Tabellen aufgelockert. Text und Bild habe ich als in Ordnung wahrgenommen, ohne besondere Höhen und Tiefen.

Genervt haben mich dagegen zahlreiche inhaltliche Fehler. Schon auf der ersten vollen Seite (S. 9) stapeln sich die inhaltlichen Ungereimtheiten: So ist die Relation Stuttgart Hbf--Mannheim Hbf nicht "97 km", sondern 107 km lang und die Aussage, nur der ICE-Sprinter würde auf der Strecke 280 km/h fahren ist falsch (Tempo 280 gilt im Nordabschnitt für alle ICE 1 und ICE 2). Der Eindruck größerer und kleinerer Fehler zieht sich dabei durch das gesamte Buch. Auch ohne intensive Betrachtung und Recherche waren schnell dutzende von Fehlern erkennbar. Mitunter widerspricht sich das Buch auch selbst: beispielsweise wird mal (korrekt) die ICE-Weltrekordfahrt auf den 1. Mai 1988 datiert (S. 25 und 28), an anderer Stelle wird (falsch) von "1990" gesprochen (S. 14). Die Behauptung, der Autor habe "sorgfältig recherchiert", der Verlag ferner diese Informationen "geprüft" (S. 6), kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wikipedia weiß es in aller Regel besser -- und liefert dazu zumeist noch die entsprechenden Quellenangaben mit. Von Wikipedia indes wurde zumindest ein Bild (S. 90) ohne Genehmigung geklaut und wider der Lizenz verwendet.

Dem Anspruch einer Chronik, wie der Untertitel verspricht, wird das Werk indes auch nicht gerecht. Lediglich ein 13-seitiges Kapitel (S. 26 bis 38) handelt die ICE-Geschichte -- nicht ohne Fehler -- in chronologischer Form ab. Die übrigen Kapitel gelten verschiedenen der ICE-Geschichte, so beispielsweise dem ICE-Vorläuferzug InterCityExperimental (im Buch fälschlicherweise durchgehend mit "ICE-V" bezeichnet), dem Wartungskonzept oder den Neubaustrecken. Kurzkapitel wie das zum ICE-Design auf anderen Fahrzeugen (vier Fotos von Zügen und einer Kindereisenbahn mit rotem streiten auf weißem Grund) wirken dagegen wie deplatziertes unnötiges Füllwerk. Der (auch hier auf Amazon wiedergegebene) Klappentext macht den Eindruck, das Buch sei umfassend und detailliert, erwies sich bei näheren Hinsehen als klar unbegründet.

Ein Angebot, für eine kleine Buchspende an die örtliche Bibliothek ein umfassendes Feedback mit dutzenden Fehlern zusammenstellen, blieb seitens des Verlags unbeantwortet. Qualität sieht fürwahr anders aus.

Unter dem Strich frage ich mich, für den das vorliegende Werk wirklich geeignet ist. Wer einen inhaltlich einwandfreien und höchst interessanten Einblick in das ICE-System sucht und etwas Geld (45 Euro) auszugeben bereit ist, wird Kurz' Werk von 2010 bestens bedient, für wenig Geld gibt es gebraucht auch noch Daniel Reichers etwas in die Jahre gekommenes Standardwerk von 2000 zu kaufen. Wer ein eher oberflächliches Buch für den Einstieg sucht, findet zu gleichem Preis mit Alles über den ICE ein ebenso solides wie übersichtliches Werk. Und für Freunde guter Bilder bietet sich Georg Wagners Bildband von 2006 (ISBN 978-3-88255-361-8) an.

Unter den fast zwei dutzend Büchern, die neben dem vorliegenden Werk in meinem Bücherregal zum ICE stehen, steht dieses Buch in Qualität und Informationswert auf den letzten Rängen.


Eisenbahnatlas Deutschland: Ausgabe 2009/2010
Eisenbahnatlas Deutschland: Ausgabe 2009/2010
von Stefan Garber
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Standardwerk, das seine beste Zeit wohl schon gesehen hat, 5. Juli 2010
Der gedruckte Eisenbahnatlas ist mir seit mehr als einem halben Jahrzehnt auf meinen zahlreichen Bahnreisen ein treuer Begleiter. Eine insgesamt präzise, grafisch ansprechende Darstellung machen das Werk zu einem echten Genuss und helfen sehr, in einem komplexen Bahnnetz den Überblick zu behalten. Dank Hardcover-Bindung und hochwertigem Papier führten selbst Fahrradtouren entlang von Strecken nicht zu nennenswerten Blessuren des solide verarbeiteten Werkes.

Als ich nun kürzlich in der örtlichen Bibliothek auf die aktuelle Auflage aufmerksam geworden war, blätterte ich das Werk durch und wurde zunehmend skeptisch. Als Student und angehender Fachmann im Eisenbahnbereich fielen mir an etlichen Stellen Fehler und fehlende Informationen auf. Mag man Planungen für die ein oder andere neue Trasse ohne Schmerz vermissen, würde ich von einem Qualitätsprodukt schon erwarten, dass beispielsweise die Planung für das ebenso große wie umstrittene Projekt "Stuttgart 21" in bewährter Qualität vollständig dargestellt würde.

Die Haare zu Berge gestanden sind mir indes bei der Durchsicht der Ergänzungen. In den Übersichtskarten zum ICE-Netz, aber auch in den Übersichten zur Ausrüstung deutscher Strecken mit Sicherungstechnik (hier: LZB) fielen mir schnell dutzende von Fehler und missverständliche Darstellungen auf.

Auf eine längere Liste von konkreten Hinweisen per E-Mail, für die ich mir gut anderthalb Stunden Lebenszeit genommen hatte, erhielt ich als Antwort Zeilen, die ich größtenteils als wüste Beschimpfungen und höchst subjektive Ansichten wahrgenommen habe. Der (in meiner Wahrnehmung) einst kleine und sympathische Verlag scheint in letzter Zeit ein wenig die Bodenhaftung verloren zu haben und an wahrer Qualität nicht mehr wirklich interessiert. Wie schon der zuvor vorgelegte DVD-Atlas wirkt die Neuauflage der gedruckten Fassung wie eine gute und sinnvolle Idee, die an etlichen Stellen aber nicht sauber ausgeführt wurde.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2010 5:22 PM MEST


Kein Titel verfügbar

87 von 91 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewegender, meisterhafter Dokumentarfilm, 7. Juni 2010
Anita Natmeßnig legt mit "Zeit zu gehen" einen nachdenklich machenden Dokumentarfilm zu einem Thema vor, das sensibler kaum sein könnte: Sie porträtierte über Monate das Leben und Sterben von sechs Menschen am Ende ihres Lebens. Sie zeigt das Leben und das Sterben sechs todkranker Krebspatienten im CZ Hospiz Wien. Kurze Einblicke in den zugehörigen mobilen Hospizdienst runden die Bandbreite des rund 100-minütigen Streifens ab.

Es ist ein Film, der einen berühren muss. Er vermittelt in bemerkenswerter Weise und überaus eindringlich, wie das Leben an dessen Ende dennoch lebenswert gehalten werden kann. Er zeigt den Alltag der Menschen, das Sterben, die Totenwache und auch die Toten, wie sie in Frieden ruhen.

Es ist ein Zeugnis für die herausragende Arbeit des Regisseurin, die Menschen in einer ebenso intensiven wie intimen Weise eingefangen zu haben. Der Zuschauer gewinnt in vielen Stellen den Eindruck, dass die beobachteten Menschen das Gefühl haben mussten, gar nicht beobachtet zu werden. Es ist ein Film, der den Zuschauer mitnimmt in eine Welt, die viele von uns so lange wie möglich zu verdrängen zu suchen. Ein Film, der mit ganz wenig Worten und kaum Musik sich darauf konzentriert, die Menschen zu beleuchten und vielleicht gerade deshalb tief berührt.

Die DVD enthält neben dem Hauptfilm noch sechs Hintergrundfilme mit einer Gesamtlänge von insgesamt mehr als einer Stunde. Während im Hauptfilm die Sterbenden im absoluten Zentrum der Betrachtung stehen, beleuchten fünf dieser Streifen in Interviews die Mitarbeiter (samt ihrer Erfahrungen, Erlebnisse und Einstellungen) näher, der sechste ist ein (erhellendes!) Interview mit der Autorin.

Sehenswert!


Bekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden
Bekenntnisse eines Redners: Oder die Kunst, gehört zu werden
von Scott Berkun
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,90

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, aber nicht durchweg überzeugend, 3. Juni 2010
Scott Berkun legt in seinen "Bekenntnissen eines Redners" seine Erfahrungen aus 15 Jahren als Redner vor Publikum dar. Der ehemalige langjährige Microsoft-Manager und Bestseller-Autor beschreibt, wie es ist, für etwa 5.000 Dollar je Rede durch die Welt zu reisen und Vorträge zu halten und berichtet von positiven und negativen Erfahrungen eines professionellen Redners.

Den Hauptteil des Buches bilden zehn Kapitel von insgesamt rund 150 Seiten. Ausgehend von Umgang mit Lampenfieber referiert er kurz über den (monetären) "Wert" von Rednern, geht anschließend auf schwierige Räume und den Kontakt zum Publikum ein, bevor er verschiedenen Bildern auch visuelle Einblicke in sein täglich Brot gewährt. Er zeigt anschließend, wie man unterhaltsam vorträgt, berichtet von seinen Erfahrungen aus Fernsehaufnahmen bei CNBC, gibt Tipps, wie man sich Feedback einholt, bevor ein paar allgemeine Tipps den Hauptteil zum Abschluss bringen. Es folgen 40 Seiten nach Themenbereichen strukturierte Tipps, beispielsweise wie man mit verschiedenen Varianten von schwierigem Publikum umgeht, was man tun kann, wenn die eigenen Folien verloren gegangen sind und dergleichen Dingen mehr. Den Ausklang des Buches bilden ein dutzend Seiten von zitierten Worst-Case-Beispielen professioneller Redner, die übrigen gut 35 Seiten des 250-Seiten-Werkes sind Literaturempfehlungen, Danksagungen und andere Kleinkram gewidmet.

Wirklich überzeugt hat mich das Werk nicht. Über das elementare Rhetorik-Handwerkszeug, das sich beispielsweise in einschlägigen Rhetorikkursen an Volkshochschulen erwerben lässt, konnte mir Berkun kaum etwas Neues vermitteln. Weitere Erfahrungen mit Reden von sehr großem Publikum (über 1.000 Menschen) oder Fernsehauftritten durfte für den Großteil der Leserschaft nie von Interesse sein. Es war mal nett, von solchen Erfahrungen zu lesen. Fachlich wirklich weitergebracht hat es mich ebenso wenig wie wirklich gut unterhalten. Das Werk scheint dabei durch die Übersetzung ins Deutsche viel von seiner Eloquenz und von seinem Unterhaltungswert verloren zu haben. Dem deutschen Text gelingt es zumeist nicht, sich hinreichend vom US-amerikanischen Original zu lösen, um die Pointen und den Wortwitz des Originals wirken zu lassen. An einigen Stellen trüben auch klare Übersetzungsfehler den Eindruck, vereinzelt auch Tippfehler.

Insgesamt macht das Buch auf mich den Eindruck, als ob Berkun mit einigen recht schnell dahin geschriebenen Kapiteln seinen Status als Bestseller-Autor nutzen wollte, um mit einem weiteren Werk weitere Einnahmen zu generieren. Durch die Übersetzung hat ein kurzweiliges Werk weiter an Qualität verloren. Schade.


Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
Wie wollen wir sterben?: Ein ärztliches Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin
von Michael de Ridder
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein herausragendes, bewegendes und fundiertes Werk, das für den Laien nicht immer verständlich ist, 21. Mai 2010
Michael de Ridder stößt mit dem vorliegenden Werk ein Tabuthema der Gesellschaft vor: Die Frage, wie wir mit Menschen umgehen, die am Ende ihres Lebens stehen und solchen, die aufgrund schwerster Krankheiten (praktisch) keine Teilnahme mehr haben. Er richtet sich dabei auch gegen weite Teile der Ärzteschaft: Viele seiner Kollegen, so ein Grundtenor des Buches, könnten nicht loslassen, den Tod von Patienten akzeptieren und stattdessen das Sterben als Niederlage der Hochleistungsmedizin sehen. Dabei sei gerade die würdevolle Begleitung des Sterbens im ureigensten ärztlichen Auftrag. Viele Ärzte würden vergessen, dass nicht Lebenserhaltung um jeden Preis, sondern das Selbstbestimmungsrecht des Menschen im Mittelpunkt jedweder ärztlichen Behandlung zu stehen hat.

Anhand von zahlreichen Beispielen (oft aus seiner eigenen Berufspraxis) zeigt er auf, wie sinnlos der Einsatz eine Batterie modern(st)er medizinischer Methoden oft ist, wie um jede Lebensstunde und jeden -tag gekämpft wird, ohne die Frage nach Sinn und Lebensqualität im Sinne des Patienten zu stellen. Oft würden Patienten in Lagen gebracht, die dem klar geäußerten oder zumindest mutmaßlichen Patientenwillen widersprechen. Ist es, so de Ridder, nicht ein Armutszeugnis für eine hoch entwickelte Gesellschaft, wenn allzuoft bis an den Rand des medizintechnisch Möglichen gegangen wird, auf der anderen Seite knappe Pflegeschlüssel und sterile, straff organisierte Krankenhäuser gleichzeitig aber einem würdevollen Sterben im Wege stehen?

In einem dutzend Kapiteln, die knapp 300 Seiten füllen, versteht es de Ridder, dem Leser überdeutlich auf diese Widersprüche und Defizite hinzuweisen. Ausgehend vom Auftrag der Medizin am Lebensende geht der Frage nach, wann das Leben eigentlich endet, erläutert, warum von einem "Verhungern und Verdursten" Sterbender in der modernen Medizin eigentlich keine Rede sein kann und hinterfragt kritisch, wie viel Sinn eine bis zum Ende starr durchgeführte Maximalpflege von alten und kranken Menschen wohl bringen mag. Er zeigt, wie nicht selten der klare Patientenwille (würdevolles Sterben in aussichtslosen Situationen) all zu oft mit Füßen getreten wird und beleuchtet Extremfälle des mechanisierten Am-Leben-Haltens am Beispiel des so genannten "Wachkomas" und dem bewegenden Fall einer vom Hals abwärts gelähmten Patientin, die sich nach einem Unfall selbst als "beatmeten Kopf" bezeichnet. Am Ausklang der Buches hinterfragt er kritisch das aus seiner Sicht stigmatisierte Thema der Sterbehilfe und liefert ein überdeutliches Plädoyer für eine sterbebegleitende Medizin, die bis zur letzten Stunde das tatsächlich Wohl des ganzen Menschen und seinen Willen in den Mittelpunkt stellt.

Selten hat mich ein Buch derart aufgerüttelt, selten hat es mich so oft Tränen in die Augen getrieben, wie dieser Text. Dabei gelingt es dem Autor mit Bravour, eine Brücke zwischen nüchtern-emotionalen Tatsachenbericht und sachlich-wissenschaftlicher Fundierung zu schlagen. Mehr als 50 Belege untermauern den Text, wenn er stichhaltige Studien und Best-Practice- sowie Worst-Case-Beispiele zeigt. Das Buch ist in weiten Teilen sehr kurzweilig zu lesen und zumeist auch für den Laien verständlich.

Leider gelingt es de Ridder nicht immer, den medizinischen Laien mitzunehmen. Zwar gibt er zumeist für Fachbegriffe auch eine für den Laien verständliche Erklärung an, doch allzuoft lässt er den Leser im Dunkeln. Dass die mehrfach genannte "Onkologie" die Disziplin ist, die sich mit Krebs befasst, lässt sich beispielsweise weder aus dem Text noch aus dem Glossar erschließen. An einigen Stellen fällt es damit schwer, den an sich anschaulichen Beispielen de Ridders von Anfang an zu folgen. Das ein oder andere Stichwort in Klammern oder auch eine Fußnote könnte hier zum Verständnis beitragen. Auch hätte ich mir einen konkreten Leitfaden für meine eine Patientenverfügung gewünscht. Worauf sollte man hier aus seiner Sicht achten? Welche Kriterien bieten sich an, welche sind eher schwammig? Wie wünscht er sich als erfahrener Arzt und Intensivmediziner eine Patientenverfügung? An beiden Stellen würde ich mir für kommende Auflagen eine Nachbesserung wünschen.

Insgesamt können diese kleinen Blessuren nicht den Eindruck eines herausragenden Gesamtwerkes kaum trüben. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Werk auch unter Fachleuten seine wachrüttelnde Wirkung nicht verfehlt.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2010 7:26 AM MEST


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