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schreibe was sie hören wollen - oder nicht ...

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Tristan Und Isolde
Tristan Und Isolde

18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stemme- und Domingo-Dokument, 8. Februar 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tristan Und Isolde (Audio CD)
Eine Aufnahme mit einem stimmlich zueinander passenden Protagonistenpaar. Die meisten anderen Aufnahmen zeigen hier starke Differenzen (Birgit Nilsson übertönt Windgassen, Vickers „dominiert" Helga Dernesch, Margaret Price kontrastiert mit ihrer unvergleichlichen Stimmkultur René Kollos Defizite). Nina Stemmes Sopranstimme ist eine sehr positive Entdeckung (Es liegt noch eine englischsprachige Holländeraufnahme mit ihr als Senta vor), inzwischen auch endlich ihre Brünnhilde unter Gergiev (leider auch kein perfekter "Rahmen"). Leider kam keine Studioaufnahme mit ben Heppner zustande (der die Rolle wohl zu seiner kurzen Glanzzeit vollständiger dargeboten hätte, vgl Levine-Dvd). An Stemmes Vibrato und Stimmvolumen muss man sich nach Margaret Price (unter C. Kleiber) erst wieder gewöhnen. Freilich darf man dabei nicht vergessen, dass Margaret Prices lyrische Stimme vom Mozart- und Liedgesang geprägt war, während Nina Stemme die Isolde regelmäßig auf der Bühne verkörpert, was grundsätzlich andere Stimmanforderungen stellt.
Domingo verfügt über eine technisch sichere, obendrein auch noch wohlklingende Stimme, um deren Erhalt man sich nicht pausenlos ängstigen muss. Leider gilt bei Tristan-Darstellern häufig das „Ausschlussverfahren": Man muss nicht ständig fürchten, der Sänger habe gar keine Höhe (Siegfried Jerusalem unter Barenboim) oder zuhören, wie jeder Ton in die unterschiedlichsten Richtungen abdriftet (René Kollo unter C. Kleiber, wesentlich besser unter Barenboim in de Bayreuther Aufnahme).
Freilich ist immer noch hörbar, dass Domingo die deutsche Sprache nicht perfekt beherrscht . Ja, er singt wirklich „Seligstes Frau!" im ersten Aufzug. Wie soll man auch verstehen, dass die Frau im Deutschen zwar niemals neben- aber doch vereinzelt „sächlich" ist (Parallelstelle im dritten Aufzug: „O seligstes Weib!")? - Origineller wird es da schon im zweiten Aufzug: „... Isolde mir zerdrückt" statt „Isolde mir entrückt". Wen solche „Versinger" stören, sollte die Aufnahme meiden! Andererseits: Wer den „Tristan" nicht gesungen möchte, sondern lieber deklamiert, kann ihn sich auch vorlesen ...
Domingos idiomatisches Hindernis beeinträchtigt meiner Ansicht nach nur an wenigen Stellen seine Leistung. Dazu gehört für mich erstaunlicherweise nicht der dritte Akt, wo er durchaus überzeugend (singend, nicht brüllend!) gestaltet, sondern der Beginn des Liebesduetts im zweiten Aufzug, wo die rasche Folge der Repliken eine beherrschtere Diktion erfordert. Wie das klingen kann, muss man sich bei Margaret Price (nicht allerdings bei ihrem Gesangspartner!) unter C. Kleiber anhören.
Olaf Bär charakterisiert einen überzeugenden, in der tiefe leicht angestrengt wirkenden Kurwenal, Marke (René Pape) und Brangäne (erstaunlich klangschön und pointiert rhetorisch: Mihoko Fujimura) sind treffend besetzt. Rolando Villazon verdeutlicht den Hohn des jungen Seemanns auf eher belkantilistische Weise mit stark kontrastierenden Dynamikunterschieden. Möglicherweise wäre der im deutschen Liedgesang erfahrene Ian Bostridge geeigneter für diese Rolle. Hier ist er als Hirt zu hören.
Mit Jaret Holt hört man einen der wenigen wirklich charakterisierten Melots der Aufnahmegeschichte, was zeigt, mit welcher Sorgfalt selbst die kleinsten Nebenrollen besetzt wurden.
Es handelt sich also um eine „geglückte" Aufnahme (was beim „Tristan" schon viel bedeutet!), aber um keine, die neue Maßstäbe setzte. Dafür bietet auch Pappano am Pult keine Anreize. Er überdehnt das Tempo im Vorspiel zum ersten Akt, hetzt dann im zweiten Akt... Vielleicht ist die Aufnahmetechnik auch nicht immer auf seiner Seite.
Fairerweise könnte man Domingo mit Fritz Uhl unter Solti (Studioaufnahme) vergleichen, der die rolle live auch nicht gesungen hat. Dabei müsste man feststellen, dass Fritz Uhl sicher nicht die stimmliche Qualität, Vielseitigkeit und Sängerpersönlichkeit Domingos mitbringt (den ich sehr schätze), sich aber andererseits wesentlich besser auf die Rolle vorbereitet hat. >Die großen Tristan-Darsteller bleiben für mich (persönliche Auswahl, subjektiverweise manchen älteren helden ausschließend): Ludwig Suthaus (Furtwängler), Wolfgang Windgassen (Sawallisch / Böhm), Jon Vickers (z.B. Karajan), Ramon Vinay (Karajan Bayreuth), Alberto Remedios (Goodall), René kollo (Barenboim), Ben Heppner (Levine).


Great Recordings Of The Century - Wagner (Der fliegende Holländer)
Great Recordings Of The Century - Wagner (Der fliegende Holländer)
Wird angeboten von colibris-usa
Preis: EUR 128,00

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Visionär, 19. November 2005
Mit Abstand die beste Holländereinspielung (wer den „Erlösungsschluss“ hören möchte, soll nicht weiterlesen). Klemperer entscheidet sich für die „Urfassung“ Wagners, jedoch nicht mit Ballade in Originalhöhe (wie sie Anja Silja unter Sawallisch, 1962, sang). Klemperer wählt die Fassung mit jeweiligem Aktschluss (durchkomponiert mit Zwischenspielen ist sie unter Woldemar Nelsson zu hören. Sawallisch hingegen lässt selbst das Vorspiel zum dritten Akt weg). Das euphorische, fast hysterische Finale des zweiten Akts („bis in den Tod gelob ich Treu“) ist ungekürzt wohl nur hier und bei Nelsson (dessen Aufnahme besonders in der Besetzung der Senta problematisch ist) zu hören und stellt eine der mitreißendsten Passagen des „Holländers“ dar, besonders unter Klemperers Dirigat – die langsamen Tempi stören erstaunlicherweise nicht, sie „vergrößern“ eher.
Den einzigen Schwachpunkt der Aufnahme dürfte eine leichte Überforderung Theo Adams mit der Titelpartie darstellen. Da er die Rolle trotzdem besser singt als die meisten Konkurrenten und Hervorragendes in der Textgestaltung leistet, ist dies zu verschmerzen. Alle übrigen Rollen sind mit Anja Silja, Ernst Kozub, Martti Talvela und Gerhard Unger bestmöglich besetzt. Selbstverständlich sollte man Franz Crass oder George London unter Sawallisch) als Holländer gehört haben.


Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip
Die furchtbar hartnäckigen Gapper von Frip
von Lane Smith
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erzählung und Illustrationen!!, 6. November 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich hatte das Buch wegen der Illustrationen (Lane Smith) ausgeliehen. Die Erzählung (George Saunders) ist parabelartig und wird für Kinder um 12 Jahre empfohlen, was hauptsächlich auf die teilweise komplexe, ironisierende Sprache zurückzuführen sein dürfte. Als Geschichte über Sozialverhalten und über das Teilen könnte man sie auch schon früher (stark vereinfacht) erzählen (Meine dreijährige Tochter mag die Gapper).
Die Kinder des Dorfs müssen nächtelang schuften, um alle Gapper von den familieneigenen Ziegen zu entfernen. Sobald aber die Ziegen der kleinen Serena als einzige vom Gapperbefall betroffen sind, gehen alle anderen Familien auf Distanz und flüchten sich in pseudomoralische Ausreden („Es wird schon einen Grund haben, dass die Gapper allein zu dir kommen“). Sobald Serena ihre Ziegen verkauft (was gegen alle Sitten und Bräuche des Dorfs verstößt!) ändert sich die Situation natürlich…
Dabei sind sich die Gapper (kleine ballförmige orangefarbene Lebewesen) des Unglücks, das sie anrichten, keineswegs bewusst. Sie gehorchen eben ihrer Gesetzmäßigkeit, Ziegen „unsterblich zu lieben“, auch wenn diese bei Gapperbefall ermüden, keine Milch mehr geben und aufgrund des Gewichts zusammenbrechen.
Was aber tun Gapper, wenn sie überhaupt keine Ziegen mehr auffinden können??? Die orangefarbenen Zäune von Frip können ein Lied davon singen…


Wagner, Richard - Das Rheingold
Wagner, Richard - Das Rheingold
DVD ~ Siegfried Jerusalem
Preis: EUR 19,69

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zappeliger, aber genialer Auftakt, 9. September 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner, Richard - Das Rheingold (DVD)
Chéreau macht das Phantastische in Wagners Ring häufig als Theatermaschine sichtbar: So wird der Rhein von einem Stauwehr produziert und gebändigt, Donner und Froh lassen Dämpfe aus einer Kiste aufsteigen und ziehen an der Leine zur Enthüllung Walhalls. Die Riesen werden durch fahrbare Untersätze und Armprothesen vergrößert. Auch der Drache Fafner wird im „Siegfried" als Bühnenmaschine hereingefahren. Dies mag den häufig filmischen Intentionen Wagners widersprechen, erzeugt in unserer von Spezialeffekten gesättigten Zeit jedoch eine wohltuende Transparenz.
Als Hauptaspekte der Inszenierung sind im „Rheingold" wohl die gewaltsame Bändigung von Naturhaftem (Naturelemente) und Liebe zu nennen. Dabei kritisiert Chéreau die Göttergesellschaft ebenso wie den proletenhaft aufbegehrenden Alberich (Hermann Becht) und die Freia befummelnden Riesen. Froh streckt sich als Goethe-Verschnitt auf den gelieferten Goldbarren aus; Wotan, wohlhabender Unternehmer, drängt gewaltsam die Hilfe suchenden Nibelungen (ausgebeutete Kinder und Behinderte!) zurück. Loge (Heinz Zednik) wuselt als Mischung aus buckligem Hofnarr und Riff-Raff (Rocky Horror Picture Show) über die Bühne. Die anderen Figuren bedrohen ihn oder folgen ihm gebannt. Hier zeigt sich ein Hang zum Aktionismus: Sogar zur Einleitung seiner sehr lyrischen Erzählung („Soweit Leben und Weben ...") muss Loge in Freias Schleier „tanzen". Dieses Gehetzte wird durch die vielen Schnitte und Nahaufnahmen verstärkt. Im Gesamtbild der Bühne könnte dies durchaus reizvoller wirken.
Aus dem homogenen Ensemble mit seinen brillanten darstellerischen Leistungen ragen stimmlich Matti Salminens Fasolt und Donald Mc Intyres Wotan heraus, außerdem Siegfried Jerusalem als noch erfreulich „unheldischer" Froh. Heinz Zednik verkörpert einen souveränen Loge, wobei er die Partie stärker vom Deklamatorischen her angeht (wie Stolze oder Schreier), weniger von der Gesangslinie (wie beispielsweise Svanholm).
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 21, 2009 10:07 PM CET


Wagner, Richard - Die Walküre [2 DVDs]
Wagner, Richard - Die Walküre [2 DVDs]
DVD ~ Gwyneth Jones
Wird angeboten von Empor
Preis: EUR 16,61

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergreifend!!, 9. September 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wagner, Richard - Die Walküre [2 DVDs] (DVD)
In der unübertrefflichen „Walküre" erreicht Chéreaus Ring-Inszenierung ihren Höhepunkt, weil Musik, Personenführung und Bühnenbild einander immer perfekt ergänzen. Auch die stimmliche Leistung ist homogen und ohne Fehlbesetzung. Herausragen Jeannine Altmeyers Sieglinde (später wechselte sie unglücklicherweise ins hochdramatische Fach) und Matti Salminens Hunding. Peter Hofmann überzeugt als Siegmund trotz seiner sehr unkontrolliert geführten und etwas angestrengten Tenorstimme, auch weil er ein höchst überzeugender Darsteller ist. Chéreau wollte diese einzige Heldenfigur des gesamten Rings, die sich nicht korrumpieren lässt (schon Ernst Bloch war von dieser Figur beeindruckt), von einem Spieler mit der Ausstrahlung eines Helden verkörpert sehen. Daher sind auch die Erzählungen seines Leidens „öffentlich" vor Hundings versammeltem Gefolge. Donald Mc Intyres Darstellung des Wotan, der vor seinem Spiegelbild zurückschreckt („zum Ekel find ich ewig nur mich ..."), kann nicht genug gelobt werden. In Nahaufnahmen demonstriert er die Verwandtschaft dieser Figur mit Shakespeares König Lear. Gwyneth Jones überzeugt als verstoßene Tochter Brünnhilde. Insgesamt erbringen alle Sänger Leistungen, die sonst nur von Filmschauspielern erwartet werden und Chéreau enthüllt das anrührend Menschliche dieses Musikdramas.
Warnung! Nach Ansehen dieser Aufzeichnung wird Ihnen manche Operninszenierung (Met u.a.) nur noch oberflächlich erscheinen.
Zur DVD: Alles ist sehr schlicht. Informationen über die Inszenierung wird man vergebens suchen. Untertitel auf Englisch und Französisch sind vorhanden; für „Einsteiger" wären deutsche Untertitel zum Mitlesen sicherlich hilfreich gewesen. Das Bild ist - wie schon in den Fernsehübertragungen - häufig sehr dunkel.


Parsifal (Ga)
Parsifal (Ga)
Preis: EUR 35,99

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welche Titelrolle?, 10. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Parsifal (Ga) (Audio CD)
Solti präsentiert die bestmögliche Besetzung der Kundry (Christa Ludwig). Es ist nicht untertrieben, sie als zentrale Figur des Parsifal zu bezeichnen, da alle Männer des Stücks in gewisser Weise an ihr leiden (Amfortas, Klingsor, Parsifal), auch wenn sie gesanglich nur im zweiten Akt wesentlich präsent ist. Die Titelpartie ist mit dem jungen René Kollo akzeptabel besetzt, zumal kaum überzeugende Darsteller dieser rätselhaften Rolle vorhanden sind. In der umfangreichen Partie des Gurnemanz überzeugt Gottlob Frick, dessen volles Können offenbar erst in diesen Mammutpartien (auch: Hagen) deutlich wird.
Fischer-Dieskau als Amfortas und Zoltan Kelemen als Klingsor kann man sicherlich nicht als Idealbesetzung loben, doch zeigen beide durchaus Positives: Fischer Dieskau durch überlegte Deklamation und Verinnerlichung der Rolle (dafür weniger Dezibel und Sekunden bei den Erbarmen" - Rufen) und Kelemen durch Stimmschönheit und Interpretationsansätze (bei immer noch vorhandenem ungarischem Akzent).
Allerdings erscheint die Besetzung des Titurel mit dem betagten Hans Hotter mehr als fragwürdig, zumal hier ein tiefer Bass gefordert wäre. Solti sorgt für eine zügige, transparente Lesart der Partitur und achtet akribisch auf Klangeffekte (Auswahl echter Kirchenglocken). Die RHYTHMISCHE UND DABEI STETS EMOTIONALE Ausarbeitung der Partitur wird man so in anderen Aufnahmen kaum finden - beispielhaft wäre hier für mich die Motivik der Amfortas-Klage aus dem ersten Akt.


Wagner: Der Fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Berlin 1991)
Wagner: Der Fliegende Holländer (Gesamtaufnahme) (Aufnahme Berlin 1991)
Preis: EUR 34,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Maestro, seine Diva und ihr Pech mit den Männern �, 6. Juli 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es gibt wohl kaum bessere Interpretationen der Senta als die von Cheryl Studer. Da die Holländerdiskographie nicht viele solcher Leistungen aufzuweisen hat (auch Anja Silja und Leonie Rysanek überzeugen nicht durchweg) ist dies immerhin ein Grund für diese Aufnahme. Sinopoli überzeugt mit einer packenden, transparenten und auch aufnahmetechnisch hochwertigen Interpretation - großartig auch die Chöre. Weikl und Domingo nehmen ihm jedoch den „Wind aus den Segeln". Weikl zerstört die Gesangslinie durch eine fast parodistisch anmutende Deklamation (besonders auffällig in den Duetten mit Studer, da er ganz anders phrasiert), obendrein noch mit unkontrolliertem Vibrato (offenbar ist ein guter Sachs nicht zwingend auch ein geeigneter Holländer). Domingo wirkt in den zahlreichen dramatischen Passagen des Erik vollkommen unbeteiligt - wusste er, was er sang - Hier zeigt sich erst, wie sehr diese Rolle von der sprachlichen Gestaltung lebt. Hans Sotins Stimme (Daland) wirkt leider bereits (? 1991 ?) etwas glanzlos in der Höhe. Peter Seiffert hingegen überzeugt sehr als Steuermann.
Wer eine großartig dirigierte Aufnahme ohne sängerische „Ausfälle" hören möchte, sei an Klemperers Studioaufnahme verwiesen, wo Theo Adam den Holländer trotz Anstrengung textlich differenziert (und singend !!) gestaltet.


Wagner: Götterdämmerung (Gesamtaufnahme)
Wagner: Götterdämmerung (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 40,36

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen - unübertrefflich !!!! -, 6. Juli 2005
Man wird kaum ein besseres Sängerensemble finden. Windgassens spontaner, ausdrucksvoller (und höhensicherer!) Gestaltung des Siegfrieds steht Fricks Hagen gegenüber. Stimmlich souverän in Höhe und extremer Tiefe wirkt er gerade durch seine „Normalität" so bedrohlich: Während andere Interpreten die Rechtfertigung „Meineid rächt ich!" herausbrüllen, singt Frick diese Passage fast beiläufig, gerade deshalb überzeugend. Fischer-Dieskau als Gunther und Christa Ludwig als Waltraute liefern weitere maßstabsetzende Interpretationen für diese Rollen und Birgit Nilsson verleitet zu dem Gedanken, dass die Rolle der Brünnhilde (in der „Götterdämmerung"!) speziell für ihre Stimme konzipiert wurde. Kaum eine andere Stimme kann mit einer so strahlenden und durchdringenden Höhe aufwarten. Alle späteren Interpretinnen (Dernesch, Jones, Behrens u.a.) wirken dagegen überfordert. Soltis Interpretation ist wie immer spannungsreich - der „Hörspielversion" seiner Klangtechniker mit zahlreichen Nebengeräuschen (zerberstende Trinkhörner, einstürzende Neu- und Altbauten) kann man skeptisch gegenüberstehen, weil gerade eine Studioaufnahme die Phantasie des Hörers nicht dermaßen einschränken sollte.


Wagner: Siegfried (Gesamtaufnahme)
Wagner: Siegfried (Gesamtaufnahme)
Wird angeboten von AZALEE-KLASSIK-DE
Preis: EUR 40,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Siegfried, 28. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Wagner: Siegfried (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Wolfgang Windgassen ist die Idealbesetzung der Titelfigur, da er Natürlichkeit und Spontaneität in der Textgestaltung mit einem eher lyrischen Timbre verbindet. „Schwere Heldentenöre" passen kaum zur Rollenkonzeption (jedenfalls nach heutiger Auffassung). So geraten die Szenen mit Mime (überragend: Gerhard Stolze) vollständig glaubhaft, ohne Gefahr, zur „Blonden Bestie" zu mutieren. Alle weiteren Rollen sind perfekt besetzt (Birgit Nilsson als Brünnhilde, Gustav Neidlinger als Alberich, Marga Höffgen als Erda, Joan Sutherland als Waldvogel). Hans Hotters Vibrato dürfte Geschmackssache sein, Stimmgewalt und Textgestaltung setzen jedoch Maßstäbe. Soltis Interpretation ist - wie im gesamten Ring - hochemotional und hochdramatisch. Rhythmische Akzente werden hörbar, die bei Karajan im Schönklang der Akkorde verschwimmen.


The Originals - Wagner: Tristan und Isolde
The Originals - Wagner: Tristan und Isolde
Preis: EUR 23,39

24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der spannendsten Aufnahmen, 7. April 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine der spannendsten AufnahmenFür diese Aufnahme spricht besonders C. Kleibers fesselnde Interpretation der Partitur, die er auch durch seine Sänger verwirklichen lässt, so gut es denn geht. Am besten vermitteln dies Margaret Price (Isolde), Brigitte Fassbänder (Brangäne) und Kurt Moll (Marke). René Kollo als Tristan ist sehr bemüht um Dynamikwechsel und um die sinnvolle Gestaltung von Phrasen, allerdings fehlen inzwischen die stimmlichen Mittel. Ob es zur Zeit der Aufnahme einen besseren Tristandarsteller gab, ist schwer zu sagen (um Spas Wenkoff beispielsweise machte die Plattenindustrie einen Bogen). Anzumerken ist noch die widersprüchliche Tatsache, dass Margaret Price ihre lyrische Isolde gerade deshalb gelingt, weil sie auf der Bühne keine Wagnerpartien interpretierte, während Kollo wohl gerade durch seine Festlegung auf Wagnerrollen seine Stimme stark beeinträchtigt hat.
Fanatikern sei die von Margaret Price gesungene Variante in Isoldes Klage im III. Akt ("Ganz ohne Huld meiner Leidens-Schuld?") ans Herz gelegt, die ich so in keiner andere Aufnahme gehört habe.
Fischer-Dieskau (Kurwenal) klingt (auch altersbedingt) recht überfordert - Vermutlich hätte er sich mit einer kleineren Rolle bescheiden sollen wie Anton Dermota, der als Hirt noch zu überzeugen weiß. Da die Gesamtkonzeption zählt, gerät die Aufnahme durchaus eindringlicher als beispielsweise Karajans (trotz Jon Vickers` überzeugenderem Tristan). Die gelungenste Aufnahme ist meines Erachtens die unter Karl Böhm (Bayreuth, 1966, Nilsson, Windgassen).


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