Profil für schreibe was sie hören wollen - oder nicht ... > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von schreibe was s...
Top-Rezensenten Rang: 93.243
Hilfreiche Bewertungen: 228

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
schreibe was sie hören wollen - oder nicht ...

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Wagner, Richard - Siegfried [2 DVDs]
Wagner, Richard - Siegfried [2 DVDs]
DVD ~ Lothar Zagrosek
Preis: EUR 36,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen konsequent und durchdacht - nichts für Traditionalisten?, 18. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Wagner, Richard - Siegfried [2 DVDs] (DVD)
Siegfried werkgemäß als "kühnes dummes Kind" (Mime), dazu erzogen, Fafner zu töten - Wotan als unmenschlicher Drahtzieher, der mit dem Opfer (und Täter) Mime in jeder Beziehung "spielt" und Erda in ihrer Zuflucht aufsucht, wo die Wiegen der Töchter der Urmutter (Brünnhilde, "mit acht Schwestern", allerdings sollte nur Brünnhilde erdas und Wotans Kind sein ...) noch stehen; außerdem lehnt dort Wotans Speer - dies wird sehr konsequent und dem Werk entsprechend dargestellt. Fafner - als gewöhnlicher Sänger - wartet in seiner Todeszone auf seinen vorbestimmten Bezwínger: den Namen trägt er bereits auf seinem T-Shirt; allein Siegfrieds T-Shirt-Aufschrift ("Sieg Fried" - also Superheld, denn das sollte er ja für die Welt sein ...) wäre die Inszenierung wert.
Die Sänger (Jon fredric West als siegfried und Lisa Gasteen als Brünnhilde)werden glücklicherweise nach Stimme und nicht nach Statur ausgesucht - und doch passen sie perfekt zu ihren Rollen und in die suggestiven Bühnenbilder; der Wechsel in den blendend weißen Raum Brünnhildes über ein weißes Fenster ist beeindruckend.
Neben West und besonders Gasteen überzeugt auch Wolfgang Schöne als Wanderer (sichtlich gealtert seit seinen glänzenden Bachkantaten unter Helmut Rilling);
Fazit: Nach Chéreau eine eigenständige Inszenierung, überzeugender als Kupfer (der eher versucht Chéreau zu variieren und dessen Personenführung häufig schematisch, als "Beschäftigungstherapie") erscheint - Hier ist wirklich alles durchdacht. Auch die Sängerbesetzung übertrifft eher die anderen Einspielungen auf DVD (J.F. West braucht sich vor Jerusalem nicht zu verstecken); freilich handelt es sich um eine wirkliche Liveaufführung: Einzelne Patzer oder Textausfälle lassen sich nicht vermeiden.


Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme)
Tristan und Isolde (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 35,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Knappertsbusch-Dokument, 18. Februar 2013
Es geht um eine interessante (ungekürzte) Liveaufnahme: Knappertsbusch ist für mich die eigentliche Überraschung: Temperamentvoll, hochemotional bereits im Vorspiel zum ersten Akt. Nichts von der teilweise improvisierten Schlepperei seiner späteren Aufnahmen. Man sieht, dass man nicht immer zu C.Kleiber zu greifen braucht. Die Sänger der Titelpartien sind hingegen heute nicht mehr hörenswert (jedenfalls für mich subjektiv betrachtet). Das ist Wagnersgesang von vorgestern. Helena Brauns Pathos wirkt übertrieben „theatralisch“ (obwohl stimmlich eigentlich achtbar). Günther Treptow hat passable Momente, wirkt allerdings wie ein „Lückenbüßer“ als Tristan: Teilweise muss er stemmen oder der Ton bleibt weg. Leider sind davon auch sehr wichtige Passagen betroffen wie das Duett („So starben wir, um ungetrennt“) oder die lyrischen Passagen des dritten Akts („Wie sie selig...“). Deshalb hat die Aufnahme für mich eher inforamtiven Charakter und zeigt auf, dass gute Tristan-Darsteller von jeher eine Ausnahme waren, auch um 1950. Wesentlich bessere Live-Aufnahmen finden sich in den 50ern unter Karajan und Jochum in Bayreuth (mit Vinay und Mödl bzw. Varnay) oder unter Sawallisch (mit Windgassen und Nilsson). Verglichen mit dem 74er Kleiber-Tristan aus Bayreuth würde ich Kleiber vorziehen, obwohl auch Brilioth starke stimmliche Probleme zeigt. Er zieht sich allerdings stilvoller aus der Affäre als Treptow. Auch ist für mich C. Ligendza die akzeptablere Isolde (das mag subjektiv sein).
Ansonsten gibt es die üblichen Referenzaufnahmen (Karl Böhm) teilweise aus dem Studio (Kleiber, Furtwägler, evtl. Karajan). Auch Ben Heppner singt an der Met unter Levine einen achtbaren Tristan (stimmlich allerdings sehr „zerbrechlich“).


Der einzig wahre Opernführer: mit Operette und Musical - völlig neu inszeniert
Der einzig wahre Opernführer: mit Operette und Musical - völlig neu inszeniert
von Wolfgang Körner
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht Satire! - ein Klassiker, 11. August 2012
Ich hatte mir Ende der 1980er Jahre Wolfgang Körners "Opernführer" gekauft. Dass es sich hier um Satire handelt, ist schon an den genialen Zeichnungen erkennbar. Ich möchte also noch einmal alle warnen, die sich einen "informativen" Opernführer erwarten. Man wird die Anspielungen Körners ohnehin nur verstehn, wenn man die Originale kennt (wie das bei Satire eben so ist ...). Tannhäuser geht also nicht in den "Venusberg", sondern in den Club (das Publikum der Pariser Erstaufführung machte darüber bereits Witze).
Das heißt aber nicht, dass es keine Inszenierungen gäbe, die die Ideen des Autors umsetzen. Mein Anlass für diese Rezension ist die Empfehlung des Körners, die Oper "Undine" von Lortzing könne angemessen nur im Schwimmbad aufgeführt werden, man solle sie doch den Bademeistern anvertrauen. Gestern hörte ich von der ersten Aufführung einer Unterwasseroper in der Elbe (Realität, keine Satire!!!) und auch im Hallenbad soll schon eine Oper aufgeführt worden sein. W. Körner war ein Visionär!


Richard Strauss Capriccio
Richard Strauss Capriccio
Preis: EUR 5,94

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen technisch mangelhaft, 13. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss Capriccio (MP3-Download)
Es ist eine Frechheit, Downloads in dieser Qualität anzubieten. Die großartige Aufnahme (die ich kenne) ist trotz ihres Alters wesentlich besser als die amateurhafte Aufbereitung. Also: die Cd kaufen und die Finger von diesem Anbieter lassen. Leider lässt Amazon als einzige Möglichkeit die bewertung des Produkts.


Wagner: Die Meistersinger Von Nürnberg - Bayreuth 1960
Wagner: Die Meistersinger Von Nürnberg - Bayreuth 1960
Wird angeboten von multimedia4sale
Preis: EUR 16,35

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sängerdarsteller unter Wieland Wagner, 12. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Aufnahme ist keinesfalls die "Idealaufnahme" und sollte auch nicht zum Kennenlernen des Werks verwendet werden. Der Grund dafür liegt in den Übertrieben langsamen und häufig "improvisierten" Tempi Hans Knappertsbuschs - Otto Klemperer hätte wohl das Wort "Schlamperei" benutzt. Auch die Sänger nehmen es mit der "Koloratur" nicht sehr genau. - Womit wir bei den positiven Aspekten wären: Die Sänger verkörpern ihre Rollen darstellerisch sehr glaubhaft, sodass hinter jedem Wort Wieland Wagners Regiearbeit hörbar wird. Knappertsbuschs Tempi führen zu einer Art überdeutlichen "Vergrößerung" des Textes, sodass man fast von einer Art "Verfremdungseffekt" sprechen kann. Bei kaum einer anderen Aufnahme kann man das Spiel der Sänger derart "hören". Zur den Sängern: W. Windgassen als Stolzing verfügt über eine strahlende, ausdrucksvolle Stimme, die er heldisch, lyrisch und teilweise scharf charakterisierend einsetzen kann, wenn er die "Meister" schimpft und schmäht. Er nimmt sich teilweise Freiheiten, die ihm heutzutage wohl kein Dirigent mehr durchgehen lassen würde. Vielleich gerade deshalb übersteht er die Partie glänzend und ohne Ermüdungserscheinungen bis zum letzetn Preislied. Josef Greindl als tiefer Bass in der Rolle des Sachs ist darstellerisch fesselnd und unbedingt hörenswert. Erwartungsgemäß sind die hören Lagen "gefährdet". Dies ist jedoch fast allen Sachs-Darstellern auf der Bühne (in Live-Aufführungen!) anzumerken;. Elisabeth Grümmer ist ideal eingesetzt als Eva, während Gerhard Stolze (David) und Schmitt-Walter als Beckmesser eher als Schauspieler überzeugen. Vom "Meistergesang' sind sie denkbar weit entfernt, zumal diese Rollen in jüngeren Aufnahmen besser besetzt werden konnten (David mit Peter Schreier oder Deon van der Walt, Beckmesser durch Hermann Prey oder Josef Herrmann unter E. Jochum).
Diese Aufnahme ist also ein wertvolles Dokument um die Abgründe dieser Figuren kennzulernen, auf der Suche nach einer musikalisch gelungeneren Aufnahme würde ich zu Karajans Dresdner Studioaufnahme oder zu Rafael Kubeliks Einspielung greifen.
Ein Vergleich zu E. Leinsdorf Bayreuther Liveaufnahme (mit Rudolf Schock und E. Grümmer) ist auch reizvoll: Jener wählt die wohl schnellsten Tempi in einer Liveaufnahme, während Knappertsbusch die wohl langsamste Prügelfuge aller Zeiten dirigiert (was aber trotzdem nicht zur "Perfektion" führt, wie man sich denken kann...)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 13, 2012 4:49 PM CET


Siegfried
Siegfried
Preis: EUR 6,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen leider unvollständig, 12. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Siegfried (MP3-Download)
Dies ist eine informative, hörenswerte Aufnahme des Kempe-"Rings" in Bayreuth mit Hans Hopf als Siegfried, Hermann Uhde als Wanderer und Birgit Nilsson als Brünnhilde. H.Hopf ist zwar für mich keine Idealbesetzung (seine Glanzrolle ist meiner Ansicht nach der Kaiser in R. Strauss' "Frau ohne Schatten"), da aber in Bayreuth sonst ausschließlich W. Windgassen (den ich für eine Idealbesetzung halte) diese Rolle verkörpert, ist es fair, auch andere Dokumente zu veröffentlichen. Schmerzhaft ist das Fehlen des Beginns des 3. Aktes (Wanderer / Erda), zumal Uhdes Wanderer für mich zu den Hauptgründen für diese Aufnahme zählt. Die Tonqualität ist ansonsten wechselhaft, wie sie beim Überspielen einer LP bei mir zu Hause wohl auch klingen würde, also etwas amateurhaft. Vermutlich ist darauf auch das Fehlen von Passagen zurückzuführen ... Also lieber die CD kaufen?
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 8, 2014 12:49 AM MEST


Die Meistersinger Von Nurnberg
Die Meistersinger Von Nurnberg
Preis: EUR 6,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen leider unvollständig - wie so oft, 12. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Meistersinger Von Nurnberg (MP3-Download)
Dies ist eine Veröffentlichung der grandiosen Kempe-Studioaufnahme mit Elisabeth Grümmer als Eva und Rudolf Schock als Walther. Allerdings fehlt der Schluss (dies kann man unschwer auch an der Länge der Spielzeiten ablesen). Von diesem Übel sind zahlreiche Amazon-Downloads betroffen (auch: der Bayreuther Kempe -"Siegfried" mit Hans Hopf, Hermann Uhde und Birgit Nilsson).


Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Zauberflöte [2 DVDs]
Mozart, Wolfgang Amadeus - Die Zauberflöte [2 DVDs]
DVD ~ Sabrina Strehl
Wird angeboten von Tolle Unterhaltung
Preis: EUR 26,35

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Überzeugendes Regietheater, Zürich: tenorfreie Zone???, 24. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zunächst eine Warnung an alle, welche die Aufnahme aus musikalischem Interesse kaufen: Beide Tenöre (Tamino und Monostatos) sind stimmlich vollkommen unakzeptabel (schauspielerisch dagegen sehr glaubhaft!), obwohl es inzwischen einige lyrische Tenöre gäbe, welche diese Rollen angemessen singen könnten. Wie konnte sich Harnoncourt darauf einlassen. Bei Monostatos ist dies schwer feststellbar, da er die Rolle eher spricht als singt, Tamino (Christoph Strehl) gelangt sehr hörbar an seine Grenzen ' ob dies ein schlechter Tag für ihn war, kann ich nicht sagen.
Ansonsten gibt es sehr viel Positives über die DVD zu berichten. Kameraführung und Zusatzmaterial (Interviews mit fast allen Mitwirkenden!) sind gelungen. Harnoncourt arbeitet mit der Regie hörbar zusammen, indem er bewusst verlangsamt, unterbricht oder die Sänger deutlicher deklamieren lässt. Der Chor nach den Prüfungen ('Triumph!', eigentlich außerhalb der Bühne) singt beispielsweise absichtlich gedämpft. Diese vortreffliche Zusammenarbeit kommt selten vor im Regietheater, das häufig an der Musik 'vorbeiinszeniert'. Als Sängerpersönlichkeiten, die szenisch UND stimmlich überzeugen, wären Matti Salminen (Sarastro), Eleona Mosuc (Königin der nacht) und Pamina (Julia Kleitner) besonders hervorzuheben, auch natürlich Ruben Drole als Papageno.
Das 'Singspiel' wird von Martin Kusej (Regie) häufig sehr ernst genommen: Die Eingeweihten haben bereits etliche 'Leichen im Keller', welche die Prüfungen nicht bestanden haben, Tamino und Pamina überleben nur knapp und werden auf bahren hereingefahren. Auch die sexuelle Verführung der Männer durch die Königin und ihre Damen wird sehr deutlich hervorgehoben!
Ob dies Mozarts Singspiel entspricht, kann man sich von N. Harnoncourt im Interview erläutern lassen. Wo finden wir einen qualifizierteren Experten???
Eine der stärksten Szenen für mich war der Schlangenangriff zu beginn. Man kann zum Vergleich Laokoon-Darstellungen (z.B. El Grecos) heranziehen.
Eine Empfehlung noch für den Salzburger Don Giovanni des selben Regisseurs (mit Daniel Harding als Dirigent, Thomas Hampson, Ildebrando d'Arcangelo und Christiane Schäfer in den Hauptrollen).


Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Gesamtaufnahme)
Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 105,48

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meistergesang für Domingo, 4. Oktober 2009
An den Sängerleistungen dieser Aufnahme kann man sich nicht satthören: Fischer-Dieskau gestaltet den Sachs passend als humanistischen Intellektuellen (Ende der 50er wäre er sicherlich besser bei Stimme gewesen, doch als Persönlichkeit überzeugt er vollkommen. Roland Hermann als Beckmesser ist stimmlich und gestalterisch maßstabgebend (allenfalls mit Hermann Prey vergleichbar)- sowohl Koloraturen als auch baritonale Höhe ("schusterlich blüh' und wachs") überzeugen - Horst Laubenthal überzeugt durch kultivierten Gesang (ohne die technische Perfektion Peter Schreiers oder den tenoralen SchönklangDeon van der Walts. Peter Lagger als Pogner ist rollendeckend eingesetzt, auch wenn die Höhe des Basses etwas "gefährdet" klingt. Catharina Ligendza schließlich ist für mich der eigentliche "Star" der Aufnahme, besonders, da sie sonst kaum in Aufnahmen
dokumentiert ist (ein Bayreuther Mitschnitt unter Carlos Kleiber 1974 zeigt sie als Isolde, im Karajan-"Ring" singt sie eine der Nornen). Natürlich lässt sich diskutieren, ob ein dramatischer Sopran die Rolle der Eva singen sollte, dies mag auch ein subjektiver Faktor sein (es handelt sich weder um Birgit Nilsson noch um Marta Mödl). Domingo schließlich síngt die Preislieder besser als jeder Konkurrent), wobei die Aussprache etwas "leidet", aber allen Ernstes: Wollen wir wirklich jedes Wort verstehen? Wenn der Tristan den poetisch konzentriertesten Text Wagners singt, so verhält es sich beim Stolzing eher umgekehrt (auch wenn "Wort und Weise" eigentlich gleichberechtigt sein sollten ...). Und Fischer-Dieskau, der Stolzing Unterricht in deutschem Meistersang gibt: Das entbehrt nicht eines tiefern Sinns (und "passt einfach").
Dass die Aufnahme nur vier Sterne erhalten hat, ist auf Jochums Dirigat zurückzuführen, dass (auch dank der Aufnahmetechnik) Detail wunderbar hervorhebt, die große Linie (Karajans, Kubeliks, auch Furtwänglers und Toscaninis) jedoch vermissen lässt. Das bombastische Ritardando am Ende des Quintetts hätte er auch ín dieser Form nicht nötig ... Schließlich bleibt der Chor, der in der Prügelfuge seine Sache zwar recht ordentlich macht, im "Wacht auf" - Chor jedoch eher zum vorspulen verleitet. Die stark divergierenden Vibrati in den Frauenstimmen ("Die Nacht neigt sich zum okzident") lassen nur hoffen, dass der Monteverdi-Choir sich dieser Oper einmals annehmen möge. Ähnliche Erlebnisse gibt es übrigens in anderen Aufnahmen.
Schließlich vermeidet die Studioaufnahme Ermüdungserscheinungen, die in Live-Aufnahmen unvermeidlich erscheinen, da die Partie des Sachs und des Stolzing im Schlussakt erst mit Monologen und Preisliedern in exponierter Höhe aufwarten ( auch die besten Sänger zeigen in Liveaufführungen Ermüdungserscheinungen).
Fazit: Wen die Sängerleistungen (besonders Domingos, C. Ligendzas und Roland hermanns) interssieren, der möge die Aufnahme kaufen. Die nahezu perfekte Aufnahme liefern Karajan 1970 (Kollo, Adam, Donath), sawallisch (Weikl, Heppner, Studer) und Kubelik (Stewart, Konya, Janowitz).
Christa Ludwig als Magdalena wurde bisher nicht erwähnt, da diese Rolle zwar interessant, aber nicht ausschlaggebend für die Auswahl ist (oder?).


In unnütz toller Wut
In unnütz toller Wut
von Maarten 't Hart
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen kein "reißerischer" Titel, 11. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In unnütz toller Wut (Taschenbuch)
Vielleicht sollten wir mit den Urteilen über den Buchtitel (in der deutschen Fassung) "aufräumen": "In unnütz toller Wut" ist ein Zitat aus dem Wahn-Monolog des Hans Sachs (deutscher Renaissancehumanist, Literat und Schuster) in Richard Wagners Musikdrama "Die Meistersinger von Nürnberg". Thema des Monologs ist kurzgesagt: Wie kann der Mensch seinem Wahn (Irrationalität, Zerstörungskraft, Illusion etc.) konstruktiv begegnen. Wenn ein solcher Titel (für die Übersetzung)gewählt wurde,
heißt das also, dass dieses Thema im Buch von Bedeutung ist!


Seite: 1 | 2 | 3 | 4