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Rezensionen verfasst von
morpheus_laughing "michael" (Bielefeld)

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Rocky Mountains: Colorado -Utah - Wyoming - Montana - Idaho - South Dakota
Rocky Mountains: Colorado -Utah - Wyoming - Montana - Idaho - South Dakota
von Bernd Wagner
  Broschiert

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen perfekte Begleitung für die Reise, 4. Juli 2010
Vor einigen Tagen sind wir von unserem diesjährigen 3wöchigen Trip durch die USA zurückgekehrt, der uns in eben jene Region führte. Den Urteilen meiner Vorrezensenten kann ich mich hier vorbehaltlos anschließen, ein Reiseführer der m.E. von intimen Kennern dieser Region geschrieben wurde, der eine perfekte Vorbereitung der Reise, aber auch jederzeitige Ergänzung während der Autofahrt darstellte.

Wie eigentlich jeder Reiseführer enthält er ein ausführliches Vorwort, welches auf die individuellen Eigenheiten jedes der Bundesstaaten eingeht, sowie eine Chronik über wichtige Ereignisse in der Region.

Im weiteren sind drei alternative Reiserouten vorgestellt, die Highlights vorstellen und dieses wirklich weite Urlaubsgebiet stückchenweise erlebbar machen sollen.

Bevor wir auf diesen Reiseführer stießen, hatten wir uns schon Gedanken über unsere Route gemacht, die ab Denver starten sollte, nach Entdeckung dieses Reiseführers stellten wir fest, dass sie fast deckungsgleich mit der hier vorgestellten "roten" Route war, für uns ergänzt noch durch die hier nicht vorgestellten Arches und Canyonlands NP südwestlich von Salt Lake City.

Die Stichpunkte zu den einzelnen Tagen und Zeitangaben waren sehr präsize und waren für uns stets gute Anhaltspunkte was man machen kann und welche Zeitrahmen z.B. zum fahren notwendig sind.

Zum Schluß noch einige persönliche und subjektive Erfahrungen dieser Reise: Denver und Salt Lake City sind eher unspektakuläre Städte in den USA, nicht weiter erlebenswert. Yellowstone und Mount Rushmore stellten die absoluten Highlights dieser Region dar, während Crazy Horst(so haben wir ihn dann ironischerweise getauft(Insider) u.E. absolut nicht empfehlenswert ist, pure Abzocke, Auto mit 2 Personen: 20 USD und dann gibt es noch die Unverschämtheit das man sich für 4 USD p.P. Bustransport noch den halbfertigen Horst angucken darf, alles definitv überflüssig. Mit der entsprechenden Fotoausrüstung reicht es aus, wenn man auf dem Freeway vorbeikommt und ihn gerade durchs Objektiv anvisiert. Zum Vergleich, mit 10 USD Parkgebühr stellt die ungleich größere Sehenswürdigkeit Mount Rushmore ein wesentlich faireres Preisleistungsverhältnis dar. Wenn man wie wir insgesamt 6 Parks besucht, ist der Jahrespass für die Nationalparks empfehlenswert. Der Rocky Mountains NP stellte sich insgesamt auch eher unspektakulär dar, einige nette Aussichtspunkte und nett zum wandern, aber im Vergleich zu anderen NP in den Staaten eher recht belanglos. Klimatechnisch gab es große Unterschiede und gerade für den Weg in den Yellowstone NP empfielt sich auch Mitte Juni noch etwas dickere Kleidung. Zum Abschluß, wer noch nie in den Staaten war, dem würde ich für den ersten Eindruck diese Region nicht empfehlen, sondern wohl eher DIE Route in den USA wählen: San Francisco, Highway 1, Las Vegas und die Nationalparks dort in der Ecke: Zion, Bryce, Grand Canyon, gegen die Eindrücke dort konnte diese Reise und Sehenswürdigkeiten nicht mithalten.


v
v
Preis: EUR 17,39

5.0 von 5 Sternen Bahnbrechend, 16. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: v (Audio CD)
2005 erschien PTYLs Debüt "Hell Sounds" und sorgte damals für ein großes und äußerst positives Echo. Fünf Jahre später liegt nun mit dem rund 2 1/2 stündigen und 38 Tracks enthaltenen Doppelalbum "V/Loki" das neue Werk von PTYL vor.

Passend bemerkt kann ich im Infomaterial lesen, dass dieses Konzeptalbum nichts für schnelle Skipper ist und soviel schon vorab: Wer sich auf dieses positiv anstrengende Album einlässt, wird mit einer Vielschichtigkeit belohnt, die auch nach dem x-ten Durchlauf neue Aspekte eröffnet.

Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass, auch wenn ganz klar herauszuhören ist, dass NINE INCH NAILS die Hauptinspirationsquelle darstellt, diese "Kopie" innovativer und wahnsinniger ist, als das hochgelobte Vorbild.

Meine Entdeckungsreise dieses Albums startete ich mit "Loki" und gleich der Opener "War" scheint für das Leben in Israel mit seiner ständiger Angst und Hass auf die arabischen Nachbarn zu stehen. Es wirkt so, als ob dieser Track der "Soundtrack" für die Minuten nach einem Selbstmordattentat ist, es herrscht Chaos, wilde Schreie, undefinierbare Geräusche sind zu vernehmen, der vertonte Wahnsinn.

Der dann nachfolgende Track "Drag dorks in vampire suits" stellt eine wahre Sampleorgie dar und enthält dass "Who is "Who" der Szene, mit "Smothered Hope" von SKINNY PUPPY und "Rhythm of Time" von FRONT 242 startend, geht es weiter über DEPECHE MODE, RAMMSTEIN, natürlich NINE INCH NAILS und endet mit Sequenzen aus "Soylent Green" von WUMPSCUT.

Was mich an "V/Loki" zutiefst beeindruckt hat, es gibt keinerlei Füllmaterial oder Hänger auf den beiden Alben und der Facettenreichtum ist der pure Wahnsinn. Ob es nun wüste aggressive Soundattacken wie auf "Hellstream" sind. Songs die einen erst auf die falsche Fährte führen wollen und harmlos poppig starten: "3 Ticks", fragile von Klavierklängen getragene Titel wie "Faith", es gibt eine Menge zu entdecken.

Verschiedenste Ideen und Stimmungen vermittelt dieses Doppelalbum, beinahe belanglos schleicht sich durch die Verwendung alltäglicher und wohlvertrauter Geräusche z.B. "Masochism" ein. Ein klopfen an der Tür, ein klingeln des Telefons, dass tippen einer Schreibmaschine. Unterlegt von schweren Klavierklängen wirkt das Szenario etwas antiquiert und wie aus einer bekannten, aber längst vergangenen Zeit und daurch zugleich bedrohlich.

Schwermut, aber auch eine gehörige Portion Wut umtreibt "The Method" und immer wieder Gitarren. Ob nun ordentlich durch den Wolf gedreht, wie auf "Rise", dass sich sehr stark am Werk von THE YOUNG GODS orientiert, oder akustisches Elemente wie auf "Cunts", Gitarren gehören zu den tragenden Elementen auf "V/Loki". "Motherfucker#" besticht durch ausgefeilte Startsequenzen und tiefe Bässe, "Another Dragon" setzt auf Elektro mit Rapelementen. "Hand of our kin" und "Land of Disgust" kommen verspielt daher, "Minion" in seiner Gesamtausstattung wiederum opulent und so geht es weiter und weiter.

Desweiteren gibt es ein limitiertes Set mit einer 300 Seiten starken philosophischen Abhandlung, die "Delta Theory", die dem Hörer die Albumgeschichte näher bringen soll.

"V/Loki" stellt sich verstörend, brachial, klaustrophobisch, verschachtelt dar und hätte in der Musikgeschichte einen Platz direkt neben "The downward Spiral" und "Pretty hate Machine" verdient.


Strangers
Strangers
Preis: EUR 13,80

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein stimmungsvolles und tiefgründiges Album, 15. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Strangers (Audio CD)
Meine erste und bislang einzige Begegnung mit SYSTEM SYN war vor einigen Jahren auf einem der Out of Line - Festivals. Das ganze war recht nichtssagend und belanglos, deswegen hab ich mich mit dem Schaffen von Mastermind Clint Carney bisher auch nicht weiter beschäftigt.

Nun ist er bei Dependent gelanden und hat mit "Strangers" sein neues Werk veröffentlicht. Bisher in Europa nicht über einen "Insiderstatus" hinausgekommen, soll dieses Werk nun unseren alterwürdigen und krisengeschüttelten Kontinent erobern.

Anfangs fiel es mir etwas schwer Zugang zu "Stragers" zu finden, aber je öfter ich mir die einzelnen Tracks angehört habe, desto mehr gewinnt dieses Album an Charme für mich. Als musikalische Referenzen wurden u.a. DEPECHE MODE , FADERHEAD und DE/VISION angeführt, DEPECHE MODE habe ich nicht wirklich in sein Schaffen reininterpretieren können und ich würde noch eine Prise PSYCHE und VNV NATION hinzufügen. Fertig ist "Strangers".

Clint Carney gelingt es ohne weiteres elf stimmungsvolle Songs mit Seele und Tiefgang zu produzieren. Geschickt fügt er Waveelemente der achtziger Jahre mit poppigen Elementen zusammen.

Ob es nun eher balladeske Tracks wie "God and Country" oder "Hospitals" sind, Songs die aufgrund ihrer Ausrichtung eher etwas retro wirken wie z.B. "Drone" und "Chemical", es fügt sich ein perfektes Gesamtbild zusammen. "Red Mortuus Est" und der Titeltrack "Strangers" sind von der schnelleren Sorte, ebenso wie mein persönlicher Favorit "HereŽs to you", dessen Melodieläufe sofort ins Ohr gehen.

Da Clint Carney ebenfalls als Maler kreativ tätig ist, zeichnete er auch für das Artwork des Albums verantwortlich.

"Strangers" hat mich positiv überrascht und bekommt somit eine absolut überzeugte Empfehlung von mir.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 10, 2010 8:38 PM MEST


Process of Elimination
Process of Elimination
Wird angeboten von echolot-records
Preis: EUR 6,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großes musikalisches Kopfkino, 9. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Process of Elimination (Audio CD)
"Process of Elimination" ist bereits das vierte Release des New Yorker Projektes CERVELLO ELETTRONICO. Dasselbe Album existiert nochmal in einer limitierten Box namens "Bipolar", dass auf einer Extra-CD u.a. Remixe von XOTOX oder PAL enthält.

Zum beschnuppern liegt mir die einfache Version mit insgesamt 14 Tracks vor.

Inspiriert von 80er Jahre Industrial und 90er Jahre Elektronica präsentiert sich "Process of Elimination" als beinahe schon beängstigend ausgereiftes Album.

Die zwölf Tracks und zwei Remixe schleichen sich geschickt in die Hörgänge. Ob nun vertrackte Soundcapes wie auf "Crystal Lines", die an AUTECHRE oder Spätwerke von GRIDLOCK erinnern, pure feine Industrialsongs Marke "Demonize", Songs die satte und fette EBM-Sequenzen mit geschickt eingewobenen orientalischen Klängen präsentieren: "Violent Skin" oder "Reanimate", dass warme Beats mit kalter Ästhetik paart. CERVELLO ELETTRNICO spielt mit den Möglichkeiten der elekronischen Spielarten, ohne sich zu verzetteln.

"Process of Elimination" setzt trotz gewisser Industrialaspekte eher auf die dezenten Töne, dass Tempo schwimmt gemütlich dahin und entwickelt so eine fesselnde Eigendynamik, der man sich schwer entziehen kann. Die hohe Qualität halten auch die beiden Remixe von ZELLER und AESTHETIC PERFECTION bei, beide präsentieren sich aber etwas verspielter als die Originalversionen.

Vom ersten bis zum letzten Track eine fesselnde Produktion.


This Is Why We Can't Have Nice Things
This Is Why We Can't Have Nice Things
Preis: EUR 8,23

4.0 von 5 Sternen Solide und wesentlich besser als vieles aus diesen Genre, 5. Mai 2010
Den Status den sich ALTER DER RUINE durch jeweils drei Alben und EPs, zahlreiche Remixe und über 100 Live-Shows in den Staaten erarbeitet haben, sollen sie sich nun auch in hiesigen Gefilden erarbeiten. Dazu wurden ihre besten Songs auf "This is why we canŽt have nice things" gebannt und veröffentlicht.

Wie stehen nun ihre Chancen in einer Szene, wo Projekte aus der Genrerichtung Industrial-Techno quasi im Sekundentakt die konsumierende Zielgruppe erreicht?

Ich denke gar nicht mal so schlecht. Sicher, richtig viel neues haben wir auch von ALTER DER RUINE nicht zu erwarten. Aber die Entwicklung der Sounds und Ideen wirkt längst nicht so eindimensional wie vieles was man derzeit aus dieser Ecke hören kann/muß. Die erste Hälfte dieser Compilation setzt eher auf den Industrialaspekt, schnell sind Grundmuster ihrer Arbeitsweise zu erkennen, ein sägender Grundbeat, Sequenzen werden eingewoben, Breaks und Tempowechsel folgen. Nicht innovativ, aber nett anzuhören. Mit Track 7, sprich "State of the ruin", gewinnen dann eher EBM-Einflüsse die Oberhand auf "This is why we canŽt have nice things". Er ist der einzige Track mit Gesang, auch hier ist die Stimmlage nicht ins extrem verzerrt, sondern gut und angenehm in die Songstruktur eingefügt.

Die letzten drei Tracks entwickelt die EBM-Idee dann noch recht progressiv weiter und gehen in die Richtung Elektro-Punk, ob nun furztrockene Beats wie bei "Loserstreet" oder minimalistische Sequenzen beim Abschlußtrack "Batsmasher", es wird ordentlich an den Knöpfen der diversen Gerätschaften gedreht.

Eine gelungene Compilation, die Lust erweckt, das Schaffen dieser Band weiterzuverfolgen.


the easter island phenomenon
the easter island phenomenon

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soundtrack für den Umgang mit unserer Umwelt, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: the easter island phenomenon (MP3-Download)
Wer sich je durch JARED DIAMONDSs 700 Seiten starke Buch "Kollaps" gekämpft hat, wird in einem der Kapitel über die Osterinseln gestolpert sein und hat sicherlich mehr als nur ein paar Parallelen in Bezug auf den Umgang der heutigen Gesellschaft mit den ihr zur Verfügung gestellten Resourcen der Natur ziehen können.

Was hat dies mit der neuen ASCHE Cd zu tun? Eben diese lehren, die wir aus dem Schicksal der Bevölkerung der Osterinseln ziehen könnten, besser gesagt sollten, dies aber wohl nicht tun werden, wird auf dem mir vorliegenden Silberling "The easter island phenomenon" vertont.

Elf Tracks und sechs weitere mp3 Remixe enthält dieses Konzeptalbum und wie wir an der Thematik schon ableiten können, herrschen keine fröhlichen, hoffnungsvollen Töne auf "The easter island phenomenon" vor.

Stattdessen briliert Andreas Schramm auf diesem Werk mit düsteren und monotonen Stimmungen. Teils sind die Tracks eher sphärisch wie der Opener "doing bad things". Dann prasseln brutale industrialtypische Beatstakkakos auf den Hörer nieder und dennoch, trotz aller oberflächlich vorherrschender Konfusion, sind die einzelnen Tracks miteinander verwoben. Es wird auf Samples gesetzt, die teils nur kurz auftauchen und Untermalung sind, dann aber wieder, wie z.B. bei "Something Evil" oder dem Doppeltrack "count suckers" und "dig it" tragendes Element der Songs ist. Gerade "count suckers" arbeitet sehr geschickt mit übereinander liegenden Soundstrukturen, die sich allesamt unterschwellig im Gehörgang festsetzen, leichte Naturklänge einer lauen Sommernacht stehen düsteren undefinierbaren, und dadurch Beklemmung auslösenden, Maschinenklängen und Samples gegenüber.

Während die ersten vier Tracks allesamt instrumental sind, setzt ab "knee chopper" für einige Tracks verzerrter und beschwörender Gesang ein. "neither...nor" präsentiert sich etwas eingängiger, während die Soundkollagen von "destroying home" sich im Verlauf der etwas mehr als fünf Minuten immer mehr auftürmen und bedrohlicher werden.

"The easter island phenomenon" präsentiert sich als tiefgründiges und böses Kopfkino, dass geschickt mit den menschlichen Stimmungen spielt und eine gute Interpretation bietet wie es mit unsere Gesellschaft weitergehen wird.


Front 242 - Moments in Budapest (Limited Edition) (+ Audio-CD)
Front 242 - Moments in Budapest (Limited Edition) (+ Audio-CD)
DVD ~ Front 242
Preis: EUR 22,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geil, aber leider wieder nix neues!, 27. April 2010
Genau wie keine zwei Jahre zuvor bei "Moments" hinterlässt auch "Moments in Budapest" trotz aller Begeisterung einen mehr als faden Beigeschmack bei mir. Im ersten Moment löste die Nachricht einer neuen Live-DVD der von mir verehrten FRONT 242 ein entnervtes: "Nicht schon wieder" hervor. Nachdem ihr "Vintage" Konzept schon bis zum erbrechen auf CD dokumentiert wurde, nun das ganze auf DVD. Während sie auf "Catch the Man"(das letzte Release vor "Moments") einen Open Air Gig filmten, sehen wir nun ihren ersten Auftritt in Budapest vom 06.12.2008. Da ich 242 live schon immer "Indoor" bevorzugt habe, gibt das schon mal ordentlich Pluspunkte, ein weiterer Pluspunkt ist, dass sie nicht wie SKINNY PUPPY auf der DVD "The greater wrong of the right-Live" den Fehler begehen, die Tonspur hinterher drauf zu ziehen und somit Bild und Ton nicht zusammenpassen.

Ausstattung:

Um ordentlich Kohle "abzuzocken" hat "Alfa Matrix" dieses Release wieder in einer schier unübersichtlichen Vielzahl von Möglichkeiten veröffentlicht. Diesem Konsumterror habe ich mich diesmal entzogen, habe auf Shirt und Box verzichtet und nur die DVD gekauft, die als überflüssige Gimmecks eine Postkarte, Metallpin und einen Aufnäher enthält.

Ton:

Zwei Audiooptionen sind enthalten: Linear PCM 2.0. und Dolby Digital 5.1. Da die heutigen AV Reciever auch eine große Auswahl an Soundoptionen haben, gibt es eine Menge zu entdecken. Ich besitze einen Onkyo Reciever, habe standesgemäß mir das ganze in Dolby Digital, sowie dem von Onkyo entwickelten "Studio-Mix" komplett angehört. Der Sound ist gut und fett, wenn ich aber bedenke, welchen Sound 242 live entwickeln und das die vor einigen Jahren von Daniel und Patrick veröffentlichte MORF DVD bei selber Lautstärke fast das Haus zum einstürzen bringt, scheint es fast so, als ob noch mehr möglich gewesen wäre.

Bild:

Das 242 wiederum nicht nur eine Band sind, die viel Wert auf den Sound, sondern auch auf das visuelle legen, sieht man "Moments in Budapest" dann aber absolut an. Da sie in Budapest in einer etwas größeren Halle spielten, haben sie in Form von rund einem Dutzend Flachbildfernsehern zu der obligatorischen Leinwand im Hintergrund ordentlich aufgefahren. Das Ergebnis ist ein visueller Overkill. Licht, Effekte und Kunstnebel geben ein perfekt abgestimmten Gesamtbild ab. Ob es nun glühendes rot mit Stroboskoplicht bei "Happiness", wabender Kunstnebel bei "Funkahdafi" oder "Commando", kalte Farben bei "Take one" oder "No Shuffle" ist, alles paßt.

Songauswahl/Show:

Jeder der schon mal auf einem 242 Konzert war, wird zwar wissen, dass es keine großen Überraschungen bei der Songauswahl gibt, aber das einen voller Einsatz auf der Bühne erwartet und das bei einem Alter zwischen 45 - 55 Jahren, absolter Respekt. Der Großteil der Songs stammt aus den Achtzigern, aber auch Songs wie "Triple X Girlfriend", "Load" oder "Together" von der "Pulse" passen mittlerweile perfekt in das Livekonzept. Einziges kleines Manko ist hier, dass der Index mit den 18 performten Songs nicht mit dem Index von 22 Kapiteln übereinstimmt, dass hätte sicherlich besser gelöst werden können.

Extras:

Als Extras ist einmal eine Slideshow mit Fotos vor und während des Konzertes enthalten. Desweiteren noch ein knapp 20minütiges Interview mit Richard, der einige interessante Aspekte der Anfangsjahre, ihrer Auftritte auf verschiedensten Festivals, ihrer Stellung in der Szene und der technischen Entwicklung der elektronischen Musik im allgemeinen erläutert.

Fazit:

Ganz klar, Pflichtkauf für jeden Fan, hohe Qualität, geile Show, der Ton hätte zwar noch etwas besser sein können und über ihre Veröffentlichungspolitik verliere ich jetzt mal kein Wort.


Dependence Vol. 3 - 2010
Dependence Vol. 3 - 2010
Preis: EUR 15,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide, nicht mehr, aber auch nicht weniger, 25. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Dependence Vol. 3 - 2010 (Audio CD)
Wie jeder Sampler hat auch der neuste "Dependence"-Sampler seine starken und schwachen Seiten. Insgesamt 16 Bands vom Dependent-Label präsentieren hier teils unveröffentlichte, teils bisher nur digital erhältliche Tracks.

Alte Haudegen wie VELVET ACID CHRIST oder MESH finden wir hier neben aufstrebenden Bands, die bisher noch auf ihren Durchbruch warten: FRACTURED , MINDLESS FAITH und Newcomern wie EGO LIKENESS.

Die 16 Tracks bieten ein breites Spektrum der derzeitigen elektronischen Musik. Für die ruhigeren Klänge auf dem "Dependence" Sampler zeichnen u.a MESH und EDGE OF DAWN zustängig, beide Songs präsentieren sich als hochwertige Synthpop-Perlen. Auf "Nemesis" setzen INTERLACE ihr Konzept der komplexen Arrangements fort, überraschend fragil präsentieren sich INFORMATIK mit ihrem Song "DonŽt be afraid". Gleich mit zwei Liedern sind MINDLESS FAITH vertreten, auf ihrem Remix des VELVET ACID CHRIST Song "Caustic Disco" behalten sie die Charakteristik dieses Songs bei. Ihr eigener "Retribution Mix" des Songs "Bullet" präsentiert sich als moderne Weiterentwicklung des EBM. Bonuspunkte ob der sehr gewagten Stilvermischung bekommen KILOWATTS & VANEK, wobei ich die Befürchtung habe, dass man sich ihren Stil schnell überhört.
Lange nicht mehr gehört habe ich PSYCLON NINE und habe sie auf ihrem Song "As one with the files" nicht wiedererkannt. Nichts mehr vom früheren "AggroTech", sondern ein düsterer, schleppender, förmlich wohltuend unelektronischer Song. Das Highlight dieser Compilation.

Da mir insgesamt genau die Hälfte der Songs gut bis sehr gut gefallen haben, ist für mich die Gesamtwertung dieses Samplers leicht überdurchschnittlich.


Silent World
Silent World

5.0 von 5 Sternen Electro-Pop vom feinsten!, 11. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Silent World (Audio CD)
Kurz bevor das erste COVENANT-Album unter der Mitwirkung von Daniel Myer erscheint, schiebt er noch "schnell" eine DESTROID-EP ein, bevor der Promotion- und Tourstress losgeht. "Silent World" heißt das Werk und eigentlich könnte ich es mir, wie bei fest jeder Produktion aus dem Hause Myer, leicht machen. Elektronische Klangkunst auf höchstem Niveau, aber dies würde der EP nun doch nicht gerecht.

Der Name ist Programm, auf den neun Tracks herrschen eher die ruhigeren Töne vor. Mit dem Opener "I Walk slow" startet die EP mit einem Song, der in seiner Ausrichtung die Musik eher im Hintergrund hält und den Hauptfokus auf den Gesang legt. Mit "Silent World" und "Leaving Ground" folgen zwei Tracks, bei denen Daniels HAUJOBB-Spezi Dejan seine Finger mit im Spiel hatte. Hier wurden die typischen, etwas schwermütigen DESTROID-Grooves mit den futuristischen Elementen von HAUJOBB angereichert und vermischt. Feiner Electro-Pop im Mid-Tempo Bereich. Dazu wurden Remixe von ASSEMBLAGE 23 ("Leaving Ground") und [:SITD:] (Titeltrack) angefertigt, beide behalten die hohe Qualität der Originale bei, setzen allerdings ihre Akzente eher im etwas trancigeren bzw. clubbigeren Bereich. Mit "Lucretia my Reflection" findet sich desweiteren eine Coverversion des SISTERS-Klassikers, dem Sven Friedrich seine unverwechselbare Stimme geliehen hat, und das gleich in 2 Versionen. Beide orientieren sich deutlich am Original, setzen aber jeweils sehr individuelle Interpretationsschwerpunkte. Die "Alternative Version" wirkt etwas reduzierter, moderner, stellt die Drums in den Vordergrund und dezimiert die Gitarren. Track 4, die "Originalversion", klingt wie ein 2010er Update, starker Retro-Electrostyle, monotoner Grundbeat, 80er reloaded. Mit "Bird of Prey" und der Liveversion von "Let me Leave" sind noch mal zwei Versionen der "Loadspeaker" Opener enthalten, beide fügen sich nahtlos in das perfekte Klangbild ein.

Eine EP voller Klasse und Tiefgang und irgendwie möge man den Künsten, die Daniel Myer mit seinen diversen Projekten bietet, endlich dieselbe Aufmerksamkeit wünschen, die eine Band wie UNHEILIG im Moment ereilt.


Industrial Complex
Industrial Complex
Preis: EUR 32,19

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gibt es auch 10 Sterne????, 1. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Industrial Complex (Audio CD)
Als letzte der vier großen EBM-Bands(FRONT 242, SKINNY PUPPY, FRONT LINE ASSEMBLY und eben NITZER EBB), die allesamt vor rund einem viertel Jahrhundert ihre Karriere starteten, legen nun letztgenannte ihr Comeback-Album vor.

Ich war gespannt und zugegebenermaßen recht skeptisch, ob es ihnen überhaupt gelingen würde ein akzeptables Album hinzubekommen. Seit Mitte November hatte ich Zugriff auf die Online-Version. Hier waren die Stücke allerdings nicht komplett drauf und die Ausschnitte wirkten doch recht belanglos. Wäre dies die Grundlage für meine Rezension gewesen, wäre sie wohl eher schlecht ausgefallen. Aber manchmal hat die Schluderei auch ein gutes, der Zugang war weg und die DCD günstig in einem großen Elektromarkt zu haben.

Seitdem läuft "Industrial Complex" ohne Unterbrechung und ich bin begeistert, ob der Vielschichtigkeit, Ideen und das dieses Album jedes Mal neue Assoziationen weckt. Der erste Gedanke war: "Oh, hier ist alles gelungen, was auf "Big Hit" völlig daneben ging." Mittlerweile hab ich den Eindruck gewonnen, dass "Industrial Complex" "Belief 2010" sein könnte.

Douglas und Bon gelingt es die Einflüsse fast aller alten Werke einflissen zu lassen, ohne dabei abzukupfern. "Industrial Complex" orientiert sich an ihren Wurzeln, bleibt dennoch frisch und innovativ. Es ist ein Album, welches der Großteil der Fans wohl so erwartet/erhofft hat. Es ist eine Reminiszenz an ihren Back Catalogue, dennoch klingt es wie noch nie dagewesen. Während die beiden Comebackalben von FRONT 242("Pulse") und SKINNY PUPPY("The greater wrong of the right") eher den Status von Außenseitern in der jeweiligen Historie haben, fügt sich dieses Album perfekt in die NITZER EBB Bandhistorie ein.

Größtenteils sind die Melodieläufe auf das wesentliche reduziert und bewegen sich im gemäßigtem Tempo. Ein hoher Wiedererkennungswert erklärt sich durch das oben beschriebene von selbst. In einem phantastischen Album stechen u.a. mit "Going Away" und "I am Undone" zwei Songs mit sehr schwermütigen Klängen heraus, "Hit you back" fesselt mit einem schleppenden Groove, während "Down on your Knees" ordentlich aufs Gas drückt. Ein weiterer Pluspunkt dieser Veröffentlichung stellt der Gesang von Douglas dar, niemals hätte ich ihm so ein weites Spektrum an Stimme, bzw. Stimmungen zugetraut. Einfach phänomenal.

Einen, allerdings rein subjektiv empfundenen "Schwachpunkt" stellt die Remix-CD dar, ich war und werde nämlich nie ein Fan von Remixen sein. Deswegen fehlt mir etwas die Objektivität. Insgesamt neun enthält der zweite Silberling. An den Reglern waren u.a. Alan Wilder und DouglasŽSpezi Terence Fixmer. Hier finden wir insgesamt gesehen eine technoidere Ausrichtung, am besten gefiel mir noch der "Alan Wilder Remix" von "I am undone".

In meinen Augen definitiv eines der besten Alben der letzten Jahre.


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