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Rezensionen verfasst von
P. Eisinger "Phil Eisbein"
(REAL NAME)   

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Mediator Between Head and Hands Must Be the Heart
Mediator Between Head and Hands Must Be the Heart
Preis: EUR 8,99

1 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Im Treibhaus, 4. November 2013
Hm. Was soll ich zu diesem Album sagen? Es ist nicht leicht objektiv über Müsik zu urteilen, die sich so sehr weigert zu gefallen, zu deren HÖren man sich zwingen muss. Das mag zunächst einmal an der grausigen Produktion liegen, wie hier schon vielfach bemerkt wurde. Gesang und Gitagrren sind alles andere als wohlklingend, dafür klackert das Schlagzeug prominent.
Von den Songs an sich gefielen mir auf Anhieb,... hmmm...etwa zwei - namentlich "the ager of the atheist" und "Tsunami", nach mehrmaligen Hören auch noch "Manipulation of Tragedy" und "Grief" (wenn auch beide nicht herausragend). Tja, so eine Bilanz für ein Sepultura-Album ist irgendwie schon verheerend.
Ich will hier anmerken, dass ich kein großer Thrash-Anhänger bin. Die Frühwerke der Band kenne ich nicht, ich bin bei "Chaos A.D." und "Roots" eingestiegen. die experimentelle phase seit dem einstieg von Green finde ich wesentlich interessanter.
"the mediator" kann ich leider so gut wie nichts abgewinnen. "Tsunami" und "the age.." sind songs, die durchscheinen lassen, dass sich die band auch für diese Platte einige innovative Gedanken gemacht hat. Gleichzeitig ist aber auch so viel stumpfes Gehacke vorhanden - beispielsweise "impending doom" oder "the vatican" (zwar mit geilem einstieg, aber ätzendem Chorus), wobei ich mir an den Kopf lange und mich frage: Wie kann man bloß so anstrengende lieder komponieren, die einfach nur nach der Stopptaste schreien. Zumal Mr. Green auf der gesamten Scheibe so undifferenziert rumbrüllt, das man ihm am liebsten eine knallen will.
Das Album ist düster und Düsternis ist nicht die schlechteste Eigenschaft für Metalmucke, doch hier verkommt Düsternis zur überhitzten Treibhausdunstglocke - man möchte nur raus, und nach frischer Luft schnappen.
Unter guter Musik verstehe ich was anderes


Satyricon
Satyricon
Preis: EUR 18,91

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Revolution hat begonnen, 22. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Satyricon (Audio CD)
Eine strahlende Morgensonne kämpft sich durch die Finsternis des Waldes. Ganz scheint es ihr nicht zu gelingen, ein chimärenhafter Hellene versteckt sich noch im Halbschatten und scheint verunsichert ob der strahlenden Wärme, die sein düsteres Reich herausfordert. Das Cover der neuen Satyricon-Platte stellt für mich das gelungenste und spannendste seit Rebel Extravaganza dar. Es stellt einen Kontrast dar und fordert sogar ein bisschen die Imaginationskraft des Betrachters heraus. Anders als die plump plakativen Cover der letzten drei Werke, die mit ihren grießgrämig dreinblickenden Protagonisten wenig mehr ausdrückten als: Reiz mich nicht, ich bin genauso böse, wie ich aussehe!

Zur Musik:
Satyr hatte vor längerem angekündigt ein neues Kapitel in der Bandgeschichte aufzuschlagen. Ich war über die Ankündigung sehr erfreut, zumal mich "TAoN" nur mäßig überzeugt hatte. Das Album war irendwie schnell entdeckt und offenbarte nach mehrmaligem Hören wenig neue Details. der Tiefpunkt der Platte war "Last man standing", den ich seither konsequent skippe. Einen dermaßen lustlosen Song hätte ich der Band bis dato nicht zugetraut.
Ist es der Band mit „Satyricon“ gelungen den Blackmetal zu revolutionieren (Aussage von Satyr)?
Auf "Satyricon" sind großartige Songs vertreten. "Trog og Kraft", "Our world,..." , "Wakler upon the Wind", Ageless northerin spirit", "the infinity of..." sind verdammt gute Stücke, wie ich sie von dieser Band hören will. Und im Grunde ist die Atmosphäre auch typisch "satyresk" geblieben – ein Mix aus Epik, Düsternis und räudigem Groove.
Der Eindruck, der sich bei mir nach mehrmaligem Hören dann aber einschleicht ist der einer vorsichtigen Öffnung hin zu mehr Dur-Harmonien, bzw. zu einer positiveren Grundstimmung (ich spreche jetzt nicht von den Lyrics). Das ist nicht bei jedem Song so, doch das Gesamtbild hinterlässt diesen Eindruck bei mir. Die leidige Misanthropie-Attitüde, die fest in die Szene einzementiert ist, die auch auf den vergangenen Alben noch zu spüren war, ist auf "Satyricon" m. E. etwas Neuem gewichen (oder zumindest hat sich etwas dazugesellt). Das ist für mich die bemerkenswerteste Neuerung der Platte. NAtürlich ist das eher ein Bauchgefühl und wird nicht von jedem so empfunden. Mir gefällt dieser Impuls auf jeden Fall. Das Image der bösen Jungs, das im Black Metal weiterhin bis zum Erbrechen kopiert wird, nehme ich ohnehin kaum noch einer Band ab - mit Ausnahme vielleicht von Mayhem.
Aber zurück zum Thema: Ich teile das Album mittlerweile unwillkürlich in zwei Hälften - Teil I bis einschließlich "Nocturnal Flare". Teil II ab "Walker upon the wind" bis "Natt". Der Grund ist, wie ihr euch denken könnt, Song Nummer fünf: "Phoenix". Dieser Song will sich bei mir einfach nicht in den Flow der Platte einfügen. Das Lied ist geil, es hat unglaublich eingängige Hooks, dafür muss man die Band loben. Gleichzeitig setzt es sich total vom restlichen Liedgut ab, weshalb es, besser an den Schluss der Platte gepasst hätte - quasi als alternativer Rausschmeiser. Trotz seiner verträumten, melancholischen Grundstimmung beginnt das Lied ironischerweise mit der düstersten Melodie der gesamten Platte.
Insgesamt finde ich das Album seltsam heterogen, wie noch kein anderes Satyricon-Album zuvor. Ein Rezensent auf metalnews.de beschrieb seinen Eindruck treffend als den einer "Compilation". Dem kann ich nur zustimmen. Mir kommt es vor, als wollte Satyr zu viel auf einmal und hat sich leider etwas verfranzt bei der Songauswahl.

Zu den einzelnen Songs:
"Trog og Kraft" hat angehm warme Harmonien, wie man sie von den Jungs noch nicht gehört hat.
„Our World…“ zeichnet sich durch einen traumhaften Chorus aus.
„Nocturnal Flare“ besticht durch seine treibenden Strophenparts.
„Walker upon the wind“ ist ein Blastgewitter mit dissonanten Harmonien im Chorus.
„Necrohaven“ bedient die bekannte Rockattitüde im Stil von „K.I.N.G.“ oder „Wolfpack“. Nicht schlecht, aber nicht hervorstechend.
„Ageless northern spirit“ ist aggressiv mit progressiv anmutenden Gitarren während der Strophe und düster-epischem Chorus.
„The infinity of…“ ist zu Beginn betörend episch, sowie in den Strophenparts (das synkopische Schlagzeugspiel ist hervorragend), die Spokenwords-Passagen fügen sich dynamisch in den Song ein – ganz anders der Break, welcher zum Chorus führt „Hunter, Warrior…“ – die Strophe verliert dadurch jedes Mal ihren Drive. Ein anderer rezensent schrieb: Die Epik von „Black Lava“ oder „To the mountains“ wird nicht erreicht. Dem schließe ich mich an. Trotzdem ein mächtiger Song.

Letztlich hat Satyr eine Platte mit acht bravourösen Songs kreiert, lediglich die Zusammenstellung ist nicht optimal. Mir gefällt die Grundstimmung, aber es klingt trotzdem nicht wie aus einem Guss.
Bleibt die Hoffnung, dass der Mann für das nächste Album seine Ideen etwas fokussierter und dynamischer zusammenfügt. Wenn er sich nicht wieder fünf Jahre Zeit nimmt braucht er auch nicht 10000 Ideen auf einmal verarbeiten.
Die Revolution ist angestoßen, nun gilt es sie in eine geeignete Richtung zu lenken.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2013 3:42 PM MEST


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