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Rezensionen verfasst von
Hitchhiker (Meppen)

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Seite: 1
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Der Junge, der Glück brachte
Der Junge, der Glück brachte
Preis: EUR 3,99

5.0 von 5 Sternen Nur ein Wort: Einzigartig!, 14. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Inhalt wurde bisher schon vieles geschrieben, deshalb beschränke ich mich in diesem Kommentar auf meinen Leseeindruck.

Ich kann ohne Umschweife sagen, dass mich diese Geschichte absolut überwältigt hat! Bereits nach den ersten zwei Seiten hat mich Lynettes Erzählstimme gepackt und ließ mich nicht mehr los. In diesem Roman fiel es mir so leicht wie selten zuvor, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen, mit ihr mitzufiebern, mitzuleiden und mich mit ihr zu freuen. Die Gefühle, die Nicholas Vega mit seinen Worten zaubert, wurden beim Lesen lebendig und hallen noch immer in mir nach.

Sehr feinfühlig beschreibt der Autor Momente, Probleme und Konflikte, die Lynette nach dem Tod ihrer Mutter stark belasten. Erst die Reisen nach Immerheim stellen für sie die ersten glücklichen Momente nach dem Schicksalsschlag dar. Die Magie, die Immerheim ausstrahlt, wurde vom Autor perfekt eingefangen und ist einfach nur zum Träumen! Immer stärker verschmilzt dieses zauberhafte Land mit der Realität und Lynette beginnt eine Erkenntnis zu reifen, die ihr dabei hilft, ihren Verlust zu verarbeiten.

Besonders gut gefallen hat mir die sehr liebevolle Charakterzeichnung, an der man merkt, wie viel Herz der Autor in dieses Werk gesteckt hat. Lynette muss man trotz manchem pupertärem Gehabe einfach lieb haben und auch die anderen Figuren sind so authentisch, urig oder vielschichtig, dass mir jede im Gedächtnis geblieben ist.

Fazit: 'Der Junge der Glück brachte' ist ein ganz besonderes Buch, das man nicht oft liest. Hier wird ein sensibles Thema wunderbar einfühlsam aufbereitet. Die Erinnerung an diese Geschichte wird mich noch lange begleiten!


Märchenmond. Eine phantastische Geschichte. ( Ab 12 J.)
Märchenmond. Eine phantastische Geschichte. ( Ab 12 J.)
von Wolfgang Hohlbein
  Gebundene Ausgabe

2.0 von 5 Sternen Klischeebeladenes Ereignisstakkato, 13. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich liebe phantastische Literatur. Deshalb wundert es mich umso mehr, dass ich Wolfgang und Heike Hohlbein bisher nicht in die Quere gekommen bin. Dieses Versäumnis wollte ich nun nachholen und habe mir den ersten Roman des Autorenpaars zu Gemüte geführt.

Die Handlung ist schnell erklärt: Nach einer Operation fällt Kims kleine Schwester Rebecca in ein Koma, ihr baldiges Erwachen ist nicht in Sicht. Kurz darauf erscheint der Zauberer Themistokles und eröffnet Kim, dass dieser der einzige ist, der Rebecca retten könnte. Doch dafür muss er in das magische Land Märchenmond reisen und seine kleine Schwester aus den Klauen des bösen Zauberers Boraas befreien. Doch die Reise ist extrem gefährlich und Boraas scheint Kim immer einen Schritt voraus zu sein ...

Die Idee klang fesselnd und hat mich dazu gebracht, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Und auch der Anfang las sich vielversprechend, obwohl ich persönlich den Schreibstil von Hohlbein zwar als sehr anschaulich, für ein Kinder-/Jugendbuch allerdings als zu umständlich empfand.
Befindet sich Kim dann in Märchenmond, folgt das reinste Ereignisstakkato, das gefühlt kein Klischee auslässt. Handlung reiht sich lieblos an die nächste Handlung, sodass trotz eines tollen Settings bei mir so gut wie keine Spannung ankam. Diese Vorgehensweise ist für mich das Paradebeispiel dafür, wie essenziell wichtig vielschichtige und liebevoll gestaltete Figuren sind. Die Rahmenhandlung eines Romans kann noch so toll gestaltet sein, doch es sind die Figuren, die einer Geschichte eine Seele geben. Märchenmond kann keinen interessanten Charakter präsentieren, hier gibt es nur Weiß und Schwarz, nur strahlende Helden und schreckliche Bösewichte. Das mag bei Nebenfiguren okay sein, doch wenn der Protagonist mich mit seiner lupenreinen Weste, seiner übermenschlichen Stärke und seinen ritterlichen Tugenden langweilt, ist das für mich ein riesiger Minuspunkt. Kim wirkt in seiner Rolle wie eine leere Hülle, ein gesichtsloser Retter, der keine interessanten Facetten aufweist.
Dabei finde ich es unglaublich wichtig, dass gerade Jugendliteratur starke Charaktere aufweist, die menschlich sind und so die jungen Leser/innen dazu bringen, sich ihrer eigenen Urteilsfähigkeit zu bedienen und sich selbstständig Gedanken über bestimmte Entscheidungen zu machen.

Wie schon angedeutet, fand ich den Schreibstil nicht schlecht, viele Bilder sogar sehr gut, doch wirkte er auf mich häufig unnötig umständlich und hölzern. Die meisten Dialoge wirkten gestellt und konnten mich emotional nicht überzeugen.

Fazit: Diese Rezension stellt natürlich nur meine subjektive Meinung dar, aber mich konnte Märchenmond leider nicht überzeugen. Das ist vor allem den eindimensionalen Figuren geschuldet. Schade, hier wurde viel Potential verschenkt!


LANDSBY
LANDSBY
Preis: EUR 2,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochspannende Dystopie mit Herz und Seele!, 13. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: LANDSBY (Kindle Edition)
In einer nicht allzu fernen Zukunft hat ein Virus die Menschheit stark dezimiert, die wenigen Überlebenden haben sich zu Kolonien zusammengeschlossen. Diese versprechen zwar Sicherheit und Schutz vor der lebensfeindlichen Außenwelt, doch dieser Komfort hat einen hohen Preis: Die Freiheit der Bewohner. Die Tore der Stadt bleiben geschlossen, es sei denn, man lehnt sich gegen das System auf. In diesem Fall droht die Verbannung in das wüstenähnliche Umland.
Die 18-jährige Jule ist in einer Kolonie aufgewachsen und eine der wenigen fruchtbaren Frauen. Als Tochter des Kommandanten hat sie eine Vorbildfunktion und wird genötigt, am Reproduktionsprogramm teilzunehmen, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern. Jule fügt sich dem Programm, kommt aber bald hinter ein schreckliches Geheimnis. Daraufhin flieht sie in die Außenwelt, welche von Mutanten bevölkert wird. Missgebildete Kreaturen, die wie Tiere leben und keine Gesetze kennen. So propagiert es zumindest die Regierung der Kolonie. Doch außerhalb der Mauern erwartet Jule etwas, mit dem sie niemals gerechnet hätte ...

Ich muss zugeben, dass ich bei Geschichten, die mit der Ich-Perspektive arbeiten, immer eine gewisse Grundskepsis mitbringe. Die Gefahr ist groß, dass der Protagonist / die Protagonistin in nervtötendes Geschwafel verfällt. Durch die Gebundenheit der Perspektive habe ich als Leserin dann nicht die Chance, in andere Charaktere einzutauchen.
Diese Sorge war bei Landsby jedoch völlig unbegründet! Jule ist eine zutiefst sympathsiche Protagonistin, in dessen Gedankenwelt man bereitwillig eintaucht. Sie ist eine Figur mit Profil, erfrischend unperfekt und ein Charakter mit Überzeugungen, der zwar Entwicklungen durchmacht, sich aber trotzdem immer treu bleibt.
Getragen wird Jules Wesen durch den authentischen und direkten Schreibstil der Autorin, mit welchem sie den Ton der Geschichte perfekt trifft. Manchmal düster und immer ungeschönt wird durch Jules Augen eine Welt beschrieben, in der die Menschen ums Überleben kämpfen und in der die Hoffnung trotz der harten Bedingungen noch nicht verloren ist.

Die Handlung an sich ist hochspannend. Und zwar ohne Ausnahme. Ich habe keine Längen bemerkt, was zum einen daran liegt, dass mich die Thematik an sich sehr fesseln konnte und zum anderen, dass die Spannung in diesem Buch sehr viele Gesichter hat. Nur ein geringer Teil davon besteht aus Action und trotzdem konnte mich jedes Kapitel in seinen Bann ziehen. Das Kunststück, das die Autorin hier vollbracht hat, besteht aus dem Aufbau einer subtilen, hintergründigen Spannung, die in den Geheimnissen rund um die Kolonie schlummert, in Jules Zerrissenheit, der Macht der Vorurteile und in den fein ausgearbeiteten Dialogen. Diese Vielschichtigkeit vermisse ich in vielen Romanen, doch genau daran ist festzumachen, ob das Herz eines Autoren / einer Autorin in seiner / ihrer Geschichte schlägt.

Fazit: Christine Millman hat es definitiv geschafft, Landsby eine Seele zu geben. Die Dynamik und die Lebendigkeit der Geschichte habe ich auf jeder Seite gespürt und spreche eine klare Kaufempfehlung aus - und zwar nicht nur für Fans von Dystopien, sondern für Fans von guten Geschichten.


Ellin
Ellin
von Christine Millman
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Fantasy mit einem Hauch Romantik, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ellin (Broschiert)
Das Mädchen Ellin wird schmerzhaft aus ihrem gewohnten Leben gerissen, als ihre Eltern bei einem Überfall getötet werden und sie fortan dem grausamen Lord Wolfhard dienen muss. Als dieser Ellin in sein Bett holen will, flieht sie in die Wildnis, obwohl sie sich ihrer geringen Überlebenschancen bewusst ist.
Dem Tode nahe wird sie von einer Söldnergruppe aufgenommen und gesund gepflegt. Ihre Retter scheinen aber ein Geheimnis zu hüten und Ellin wird mit ständigem Argwohn betrachtet.
Ausgerechnet Kylian, der Anführer der Gruppe, hegt eine Abneigung gegen Ellin und sie muss sich entscheiden, ob sie weiterhin mit der Gruppe reisen oder ein neues, ruhigeres Leben in einer fremden Stadt beginnen möchte. Doch Wolfhard ist ihr noch immer auf den Versen …

Besonders gut hat mir bei diesem Buch gefallen, dass die Autorin nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern auch eine ganz neue Welt erschafft, die durch unzählige liebevolle Details lebendig wird. Man spürt die beißende Kälte auf dem Hammerfelsen, riecht den modrigen Dunst der Sümpfe und kann sich in den wunderbar beschriebenen Städten verlieren. Das mittelalterliche Setting unterstützt die Autorin durch ihren Schreibstil, der bewusst moderne Begrifflichkeiten vermeidet und ihrer Welt noch mehr Authentizität verleiht. Die Handlung ist durchweg spannend und die Seiten vergehen wie im Flug.

Die Charaktere sind allesamt sehr liebevoll gestaltet und man merkt deutlich, dass es der Autorin sehr wichtig war, keine austauschbaren Hüllen zu erschaffen, sondern Figuren mit Herz und Seele. Bei weiblichen Protagonisten bin ich sehr kritisch, allzu leicht rutschten sie ins Klischee ab und werden mir unsympathisch, doch Ellin agiert mutig und herzlich, sodass dem Leser das Mitfiebern nicht schwer fällt.
Auch der romantische Teil ist nicht zu aufdringlich gestaltet, (es wird also nicht seitenlang geschmachtet) sondern angenehm in die Hauptgeschichte eingebettet und mit einer echten, glaubwürdigen Entwicklung versehen. Das ist für mich persönlich ein riesiges Plus!

Erzählt wird generell aus Ellins Sicht in Form der dritten Person, wobei diese Sicht nicht konsequent durchgehalten wird, was auch mein einziger kleiner Kritikpunkt ist. Der Leser bekommt durch die anderen Perspektiven zwar (wichtiges) Hintergrundwissen und kann manch einen Beweggrund so vielleicht schneller erfassen, doch für mich wirkten die anderen Perspektiven (die auch alle recht kurz und unregelmäßig benutzt wurden) so, als seien sie eben nur das: Ein Mittel zum Zweck. Ein Mittel, um Handlungen und Entscheidungen anderer Figuren verständlicher zu machen, doch meiner Meinung nach hätte es diese an den meisten Stellen nicht gebraucht und für mich ganz persönlich wäre die Geschichte ‚runder‘, wenn sie ausschließlich aus Ellins Sicht erzählt worden wäre.

Fazit: Mit diesem Buch hat der Leser eine Fantasygeschichte mit einem zum Träumen schönen Schreibstil vor sich. Sofort versinkt man in die neu erschaffene Welt und lässt sich von der tempo- und abwechslungsreichen Handlung tragen, fiebert bis zum Schluss mit den Figuren mit. Absolut empfehlenswert!


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