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Rezensionen verfasst von
Hermia

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Esszimmerstuhl 6er Set TOSKANA Buche Massivholz (natur lackiert) gepolstert Kunstleder Schwarz
Esszimmerstuhl 6er Set TOSKANA Buche Massivholz (natur lackiert) gepolstert Kunstleder Schwarz
Wird angeboten von Cleveroo

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekte Stühle!, 23. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe insgesamt vier Stühle bestellt. Nach nicht mal 24 Stunden klingelte DHL an der Tür und brachte die ersten zwei Stühle. Da ich mir unsicher war, ob die anderen zwei Stühle später noch kommen würden, habe ich dem Verkäufer eine Mail geschrieben. Wurde kurze Zeit später angerufen: ja, die restlichen Stühle seien auch unterwegs. Am nächsten Tag war die Bestellung vollständig. :-)
Die Stühle sind gut verpackt, aber auch nicht so, das man stundenlang irgendwelche Folien entfernen muss. Das passende Mittelmaß zwischen viel zu viel und zu wenig.

Neben dem perfekten Service sind auch die Stühle selber einfach super! Toll verarbeitet, extrem stabil (haben schon die ersten Schwergewichte tragen müssen). Die Sitzfläche ist aus Kunstleder - praktisch. Design ist natürlich Geschmackssache, ich bin mir aber sicher, das die anderen Modelle ähnlich gut verarbeitet sind.


Finnisches Feuer: Roman
Finnisches Feuer: Roman
von Johanna Sinisalo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chili als illegale Droge..., 5. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Finnisches Feuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nur einige Jahre in der Zukunft spielt dieses surreale Buch und doch ist es eine ganz andere Welt. In Finnland reagiert das Gesundheitsamt und Verbote bestimmen den Alltag. Keine Drogen, Alkohol, Nikotin oder Koffein. Natürlich gibt es auch keine Handys oder Internet. Stattdessen haben sich die Geschlechter durch gezielte Züchtungen weiter aufgeteilt. So gibt es zwei männliche Formen – die Maskos und die Minusmänner – und zwei weibliche Formen – die Eloi und die Morlocks.

Erwünscht sind nur die Maskos und die Eloi, wobei die Macht ganz klar bei den Maskos liegt. Die Eloi sind den Maskos untergeordnet, sie dienen dem Sexualtrieb, den die Maskos so freien lauf lassen können. Rechte haben die Eloi so gut wie keine, aber sie hinterfragen diese auch gar nicht, weil sie als unterwürfige Frauen gezüchtet wurden. Die Morlocks gelten dagegen als fortpflanzungsunfähige Neutrifrauen. Sie sind zwar intelligent, hinterfragen Dinge – doch Macht haben auch sie nicht, Bildung bleibt ihnen ebenfalls versperrt.

In dieser Gesellschaft leben die Schwestern Manna und Vanna. Ihre frühste Kindheit verbrachten sie in einer der Verfallsdemokratien (Spanien) und zu der Zeit hatten sie auch noch andere Namen, nämlich Mira und Vera. Doch ein R in der Mitte des Namens ist den Maskos vorbehalten.
Manna ist vom ersten Moment an eine echte Eloi. Folgsam, anschmiegsam, begriffsstutzig. Vanna sieht zwar wie eine Eloi aus, doch im Inneren ist eine Morlock. Doch diese haben noch weniger Rechte als Eloi und so wird sie von ihrer Großmutter als Eloi aufgezogen, immer in Gefahr, entdeckt zu werden…

Der Aufbau des Buches ist recht ungewöhnlich. Die Geschichte setzt nach dem Verschwinden von Manna ein. Vanna hat keine Chance, ihre Schwester zu finden, die offiziell als tot erklärt wurde, obwohl ihre Leiche nie gefunden wurde. Von diesem Punkt an wird die Geschichte rückwärts erzählt: Vanna schreibt Briefe an ihre verschwundene Schwester, erzählt Manna, wie sie ihre gemeinsame Kindheit und Jugend empfunden hat. Gleichzeitig schreitet aber auch die Gegenwart weiter – Vanna ist immer noch in ihrer Rolle als Eloi gefangen, muss sich diesen Beschränkungen unterwerfen. Ein Freund hilft ihr, durch ihn kommt sie auf den Geschmack des in Finnland verbotenen Chilli. Dieses hilft ihr, ihre Situation besser zu ertragen.

Teilweise ist das Buch recht surreal, gerade am Ende wirkt es ein bisschen wie im Rausch geschrieben. Unterbrochen wird dies dann durch Gesetzestexte, Lehrbücher, Polizeiberichte u.ä. aus der finnischen Diktatur.

Sehr lesenswert!


Miss Phryne Fisher Investigates (Phryne Fisher's Murder Mysteries)
Miss Phryne Fisher Investigates (Phryne Fisher's Murder Mysteries)
Preis: EUR 5,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Pure Zeitverschwendung..., 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Phryne Fisher Serie ist ein voller Erfolg in Australien. Inzwischen gibt es 20 Bücher und eine Fernsehserie um die reiche Hobbydetektivin, die im Melbourne der 1920 ermittelt. Den ersten Teil der Serie gab es vor einigen Monaten für 0,99€ und zum testen, ob die Serie etwas für mich sein könnte, war das natürlich ideal. ;)

Phryne Fisher wuchs als ein armes Mädchen in Melbourne auf – bis ihr Vater überraschend Titel und Geld erbte und die Familie nach England zog. Doch die nun ehrenwerte Phryne Fisher ist mehr als angeödet vom Leben der Upperclass in England. Sie hat einfach keine richtige Aufgabe und sich einen Ehemann zu angeln ist auch schrecklich langweilig. Da bekommt sie ein Angebot, das ihre Langeweile vertreibt: Sie soll in Melbourne herausfinden, ob Lydia Andrews von ihren Ehemann vergiftet wird. In Melbourne angekommen widmet sie sich erstmal der besseren Gesellschaft, stellt ein Dienstmädchen ein, beginnt eine Affäre (nein, nicht mit dem Dienstmädchen…), kauft Klamotten, erfährt, das in Melbourne ein Schlächter sein Unwesen treibt, der illegale Abtreibungen durchführt, bei denen die Frauen reihenweise sterben… und irgendwann lernt sie Lydia kennen. Und Drogen kommen auch noch ins Spiel.

Die Kriminalfälle – die Suche nach dem Schlächter, die fragliche Vergiftung und der Drogenhandel – nehmen verflucht wenig Raum in Anspruch. Die Suche nach dem Schlächter ist so lachhaft einfach, das ich mich frage, ob die Polizei wirklich sooo dämlich ist. Und auch die anderen Fälle werden immer nur am Rande gestreift. Stattdessen beschäftigt sich das Buch ausführlich mit der täglichen Kleiderauswahl von Phryne (muss wohl so sein bei einem waschechten Flapper Girl), ihrem Make up, ihrer Frisur…gähn. Phryne scheint nur das zu tun, was ihr Spaß macht und neben Klamotten und Männern vertreibt sie sich halt die Zeit mit der Verbrecherjagd. Ernst scheint sie ihre Aufgabe aber nicht zu nehmen und mehr als einmal kommt ihr der Zufall zu Hilfe. Dabei ist sie auch noch viel schlauer als die Polizei – was bei deren Unfähigkeit aber auch keine hohe Kunst ist.

Neben der schlauen Fisher werden noch eine Reihe weiterer Nebenfiguren eingeführt: das Dienstmädchen, zwei Fahrer, die von der Revolution träumen, einige unfähige Polizisten, die engagierte Ärztin der Frauenklinik, die natürlich nur Hosen trägt…vermutlich werden diese in den nächsten Bänden auch wieder mit von der Partie sein. Leider sind die Charaktere genauso klischeehaft wie die Hauptfigur.

Ich habe nun wirklich keine große Kunst erwartet, sondern einfach nur leichte Unterhaltung. Stattdessen bekam ich gepflegte Langeweile. Vom Schreibstil her würde ich es ganz ordentlich nennen – nichts weltbewegendes, aber auch nicht grottig. Nervig fand ich die vielen speziellen Ausdrücke, mit denen die Autorin das Buch spickte. Gut, in den 1920er Jahren war das so. Vielleicht ist manches davon auch australischer Slang – “Murphies” sind z.b. Kartoffeln, “Jacks” Polizisten und “Giggle-Juice” bedeutet Alkohol. Aber warum man dann kein Glossar mit den häufigsten Wörtern in das Buch packen kann, keine Ahnung. Zumindest hatte meine Ausgabe nichts derartiges. Zum Glück gibt es auf der Homepage der Autorin ein Glossar, das ich mir auf den Kindle geschickt habe.

Positives (neben dem schon erwähnten Schreibstil) an dem Buch: das Cover ist hübsch, es ist dünn und weil ich es so blöde fand, spare ich mir eine Menge Geld, das ich sonst in die Fortsetzungen investiert hätte!
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Zerrissene Fäden: Die Zerstörung der jüdischen Modeindustrie in Deutschland und Österreich
Zerrissene Fäden: Die Zerstörung der jüdischen Modeindustrie in Deutschland und Österreich
von Roberta S. Kremer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die jüdische Modeindustrie, 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn ich an den Nationalsozialismus denkt, dann fallen mir hunderte Dinge ein – Mode gehörte bisher nicht dazu. Andererseits erinnere ich mich noch ganz deutlich an das kleine Textilgeschäft, in dem meine Mutter früher Stoffe, Reißverschlüsse, Knöpfe u.ä. einkaufte. Geführt wurde dieses kleine Geschäft von einem sehr netten, älteren, Ehepaar. Die beiden hatten keine Kinder, weil ihnen früher ganz schlimme Dinge angetan worden sind, erklärte meine Mutter mir. Später in der Schule lernte ich schließlich, was genau damit gemeint war – sie waren Juden und hatten die Lager überlebt.

Am Anfang des Buches stand eine Ausstellung im Vancouver Holocaust Centre Society, in der historische Mode aus Deutschland und Österreich präsentiert wurde. Daraus ausgehend hat die Herausgeberin mehrere Essays unterschiedlicher Autoren zusammengestellt.

Berlin war in den 1920er Jahren neben Paris das Modezentrum in Europa. Mehrere Modeschöpfer lebten in Berlin, die Mode der Jahre war neu und aufregend anders als vor der dem ersten Weltkrieg. Es gab große Kaufhäuser, in denen man praktisch alles bekommen konnte.

Innerhalb weniger Jahre nach der Machtergreifung durch die NSDAP änderte sich das Bild radikal. Die Kaufhäuser wurden teilweise zerstört, die Besitzer mussten den Besitz für sehr wenig Geld an arische Menschen übertragen. Die neuen Besitzer benötigten dafür keine besonderen Qualifikationen – die Mitgliedschaft in der Partei reichte aus. Ein Gespür für Mode war nicht erforderlich. Dafür konnte nun garantiert werden, das die deutsche Frau nur noch deutsche Mode trug, bei deren Herstellung Juden nicht mehr beteiligt waren. Eine Tatsache, die mit der Gründung von Schneiderwerkstätten in den Konzentrationslagern ad absurdum geführt wurde.

Die einzelnen Essays umfassen ca. 15, 20 Seiten. Von daher kann es nur einen kleinen Einblick geben und manchmal hätte ich gerne mehr gelesen. Verblüffend fand ich z.b. die Tatsache, das viele Menschen zunächst weiterhin in jüdischen Geschäften einkauften. Und sowohl Magda Goebbels als auch Emmy Göring bestanden bis 1939 auf ihren jüdischen Modeschöpfer.
Neben den Essays gibt es auch eine ausführliche Zeittafel und eine große Anzahl an Zeichnungen: Modezeichnungen, Cover von Modezeitschriften, aber natürlich auch Bilder von Geschäften und Kleidungsstücken.

Wirklich neues habe ich nicht erfahren – allerdings bin ich davon auch gar nicht ausgegangen. Der Schwerpunkt des Büchleins liegt auf der (Mode)Kultur, nicht auf Menschenleben. Wer mehr über die Schrecken der Nazizeit lesen will, da gibt es genügend andere Bücher. Aber wer sich gerne mal mit diesem Bereich der Geschichte beschäftigen möchte, für den ist das kleine Buch hochinteressant. Auch für Modemuffel. ;)


Verlieben Sie sich nie in ein wildes Geschöpf: Audrey Hepburn und "Frühstück bei Tiffany"
Verlieben Sie sich nie in ein wildes Geschöpf: Audrey Hepburn und "Frühstück bei Tiffany"
von Sam Wasson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte hinter dem Frühstück..., 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Frühstück bei Tiffany – ein Filmklassiker, der fast nicht gedreht worden wäre, da der Stoff als viel zu anrüchig galt. Und in der Tat wurde die Geschichte über Holly Golightly Verfilmung ganz anders umgesetzt als das Buch. Audrey Hepburn hatte vorher große Zweifel. Sollte sie wirklich eine Prostituierte spielen? Truman Capote war auch nicht glücklich über das Ergebnis, zumal er Marylin Monroe als Holly haben wollte.

Gleich vorweg – ich bin kein großer Fan des Filmes. Ich mag ihn, aber mehr nicht. Trotzdem fand ich das Buch sehr faszinierend, denn mit vielen Dingen hatte ich mich vorher nie beschäftigt. Ich wusste nicht, das die amerikanische Zensurbehörde zu der Zeit noch sehr streng war und außerehelicher Sex tabu war. Frauen im Film wurden erst geheiratet, dann durfte es ins Bett gehen. Vorher gab es höchstens einen Kuss. Wenn nicht, dann gab es auch kein Happy End, sowas verdiente ein unmoralische Frau nicht. Da ist es kein Wunder, das ein Film wie dieser, über eine junge Frau, die alleine (!) lebte, mit Männern schlief (!!) und auch noch Spaß (!!!) daran hatte kaum möglich war. Und genau aus diesem Grunde wurde das Buch für den Film auch so geändert und eine zwar frivole, aber romantische Komödie gedreht.

In vielerlei Hinsicht war das Buch recht aufschlussreich, nicht nur, was die amerikanische Zensurbehörde angeht. So hielt sich der männliche Hauptdarsteller George Peppard für den eigentlichen Star des Films und war entsprechend unausstehlich. Der Regisseur Blake Edwards musste die Produzenten erst überzeugen, bevor Henry Mancini mit der Komposition der Filmmusik beauftragt wurde. “Moon River” wurde dann der erste Song aus einem Film, der zum Hit wurde. Neben dem Film ist aber auch das Leben der Hauptdarstellerin Thema, vor allem ihre Ehe mit Mel Ferrer, der sie sehr beeinflusste und sich nicht scheute, seine Frau öffentlich zu kritisieren, wenn sie z.b. seiner Meiung nach nicht das passende Kleid trug oder sich beim Essen mit den Ellenbogen am Tisch abstützte.

Sehr schön und passend fand ich auch die Gestaltung des Buches. Nicht nur, das es ein schönes Hardcover aus Leinen ist, auch im Inneren setzt sich das fort. Das erste Kapitel heißt z.b. Vorspann und das Personenregister wird mit Die Besetzung betitelt – unterteilt in Haupt- und Nebendarstellern. Außerdem enthält es auch einige Fotos über die Dreharbeiten.

Der Film wurde zum Ausdruck eines neuen Lebensgefühl. Vorehelicher Sex war nicht ok, aber es wurde zumindest darüber geredet. Die pastellfarbenen Kleider, die Doris Day in ihren Filmen immer trug, machten dem kleinen Schwarzen Platz, das Audrey Hepburn populär gemacht hatte. Und alleine um diese ganzen kleinen Geschichten über den Film und seine Auswirkungen zu kennen, lohnt sich das Buch unbedingt!


Eine Nacht, Markowitz
Eine Nacht, Markowitz
von Ayelet Gundar-Goshen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Wir lassen uns nicht scheiden!", 7. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine Nacht, Markowitz (Gebundene Ausgabe)
Palästina, kurz vor der Gründung des heutigen Staates Israel. Hier lebt u.a. der unscheinbare Bauer Jakob Markowitz. Markowitz hat ein Gesicht, das so nichtssagend ist, das Blicke an ihm einfach abperlen, er wird einfach nicht wahrgenommen. Sein bester Freund Seev Feinberg ist da anders, laut und polternd, mit einem unverwechselbaren Schnauzer und einen unbändigen Appetit auf Frauen, obwohl sein Herz eigentlich nur Sonia gehört. Durch seine Weibergeschichten kommt Seev diesmal richtig in Bedrängnis und so landen die beiden Männer auf einem Schiff nach Europa. 20 Männer, die sich dort mit 20 Frauen vermählen. Reine Scheinehen sind es, denn die Grenzen in Palästina sind von den Briten dicht gemacht worden und durch diese Scheinehen können zumindest 20 Frauen aus Europa heraus.

Der Zufall vermählt ausgerechnet den unscheinbaren Jakob mit der wunderschönen Bella, deren Haut direkt leuchtet. Bella träumt von einer Beziehung mit einem Dichter. Das Jakob sich in sie verliebt, das nimmt sie so hin, schließlich verlieben sich alle Männer in sie. Doch Jakob erweist sich als stur und so verweigert er ihr die Scheidung.

Der politische Hintergrund bleibt genau da – im Hintergrund. Die politischen Ereignisse sind da, spielen aber im Alltagsleben der Menschen keine so große Rolle. Stattdessen konzentriert sich das Buch auf die Menschen selber. Neben Jakob und Bella sind das Seev und Sonia und der Irgun-Vizechef. Der hat zwar auch einen Namen, aber der wird nur sehr selten benutzt. Denn auch dieser Mann liebt Sonia.
Bei aller Liebe, die die Personen empfinden – treu sind sie nicht. Seev sowieso nicht, Bella natürlich auch nicht, und auch ihre Partner haben irgendwann andere Beziehungen. Trotzdem ist es bei dem ganzen Wirrwarr leicht, den Überblick zu behalten. Doch nicht nur die Liebe ist wichtig. Der Roman zeigt ganz deutlich, das auch eigentlich sehr glückliche Beziehungen in Hass umschlagen können. Oder noch schlimmer, das eine Liebe irgendwann erlöschen kann und in Gleichgültigkeit endet.

Was mir an dem Buch besonders gut gefiel, das ist der Sprachstil. Gleichzeitig poetisch und derb und unglaublich bildhaft. Ich bin sehr anfällig für den magischen Realismus und der kommt hier auch immer wieder zum Vorschein: Sonias Haut, die nach Orangen duftet, Bella, die strahlt, wenn Männerblicke auf sie fallen, Häuser, die ihre Temperatur ändern, je nach Gefühlslage ihrer Bewohner.

Manches Mal habe ich den Kopf geschüttelt, noch mehr gelacht und ja, ich habe auch geweint. Weil bei aller Tragik und Trauer ist das Buch gleichzeitig auch unheimlich komisch geschrieben. Wunderbar.


Das Haus am Bosporus: Die Geschichte meiner Familie
Das Haus am Bosporus: Die Geschichte meiner Familie
von Irfan Orga
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Spannende Familiengeschichte, 7. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als Irfan Orga geboren wurde, schien es, das sein Leben nur perfekt verlaufen könnte. Seine Eltern waren jung und verliebt, seine Großeltern liebevoll und die ganze Familie gehörte zur wohlhabenden Oberschicht in Istanbul.

Doch der Autor wurde 1908 geboren und er erlebte nicht nur den ersten Weltkrieg, sondern auch den Wandel des Osmanischen Reiches zur modernen Türkei.das haus am bosporusFür den kleinen Irfa ist alles einfach. Er wird liebevoll von seinem Kindermädchen betreut, seine Mutter ist wunderschön, wenn auch etwa unnahbar und sein Vater spielt jeden Tag mit ihm. Seine Großmutter ist eine begnadete und exzentrische Gastgeberin und seinen Großvater darf er auf Spaziergängen begleiten. Er schildert das Leben in einer türkischen Großfamilie, in der Religion durchaus eine Rolle spielt, aber auf gar keinen Fall die Hauptrolle. Sie gehört einfach dazu.

Als der 1.Weltkrieg beginnt, stellt sich das osmanische Reich auf die Seite von Deutschland. Der Großvater ist bereits verstorben und auch der Vater verschwindet aus dem Leben von Irfa. Er wird als Soldat eingezogen und stirbt später. Irfa und seine jüngeren Geschwister bleiben bei Mutter und Großmutter. Die Frauen, die nie den Umgang mit Geld lernen mussten, leben genauso verschwenderisch wie vorher. Als das Haus abbrennt, verbrennt auch das (Papier)Geld und sie stehen vor dem Nichts.

Der Schwerpunkt der Biografie liegt auf die Kindheit und Jugendzeit von Irfan Orga. Seine Jahre als Erwachsener werden nur noch flüchtig geschildert, mit großen Abständen zwischen den Jahren. Auch Freunde spielen keine Rolle, das Buch beschränkt sich auf die Familie. Dafür werden die unterschiedlichen Personen, vor allem Mutter und Großmutter, sehr ausführlich dargestellt.
Was das Buch so besondern macht, das ist die außerordentliche Lebendigkeit, mit der das Buch geschrieben wurde. Der Streit der Hausangestellten, das Treiben in der Istanbuler Altstadt wird hörbar, man sieht förmlich den Bosporus vor sich, kann die Gewürze riechen, die Freude und später die Verzweiflung der Menschen schmecken. Dazu kommt eine gewisse Melancholie in der Stimmung des Buches, denn auch wenn es den Orgas gerade gut geht, gibt es Hinweise auf kommende Katastrophen. Auch der Wandel des Sultanats in die moderne Türkei ist ein Thema. Allein schon das Verbot des Fes stürzte Männer und auch den Autor in Verzweiflung, waren doch die westlichen Alternativen in ihren Augen kein Vergleich.

Manches bleibt offen – ich habe mich z.B. des öfteren gefragt, wie es kam, das der Autor das Buch auf englisch schrieb, während es im ganzen Buch keinen einzigen Hinweis auf Englischunterricht gab. Und auch, warum er, der sein Heimatland und vor allem Istanbul so sehr liebte, trotzdem nach London zog. Dieses und ein paar andere Rätsel werden aber im Nachwort, das von seinem Sohn Ateş Orga verfasst wurde, aufgeklärt.


Mädchenhimmel!: Gedichte und Geschichten
Mädchenhimmel!: Gedichte und Geschichten
von Anke Heimberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlos!, 7. November 2014
Ich war zuerst recht skeptisch - Gedichte sind eigentlich nicht so Fall. Aber nachdem ich eine Leseprobe gelesen hatte, war ich sofort angefixt.

Zeitlich entstanden die Texte alle Ende der 1920, Anfang der 1930er Jahre. Schnoddrig, ironisch, sarkastisch, melancholisch, manchmal auch humorvoll, so wirken die Texte. Vom Stil erinnerten sie mich ein bisschen an Kurt Tucholsky, wobei Lili Grün nicht so politisch wird. Stattdessen erzählt sie vom Alltagsleben der Frauen – jungen Frauen, auf der Suche nach dem Mann fürs Leben. Das klingt sehr banal, wenn man das so liest, ist es aber nicht. Denn auch wenn die Sehnsucht nach einer perfekten Partnerschaft da ist, so wird auch die Realität angesprochen, in der das Leben eben nicht perfekt ist. Eine Welt, in der Arbeitslosigkeit und Mangel eine Rolle spielen und wenn Arbeit da ist, dann gibt es dort immer einen unbequemen Vorgesetzten oder die Arbeit ist eintönig. Dadurch wirken die Texte erstaunlich zeitlos.

Das schmale Buch ist sogar noch dünner als die Seitenzahl es vermuten lässt. Im Inneren gibt es zahlreiche Schwarz-Weiß Fotos, dazu kommt am Ende noch ein ausführlicher Kommentar der Herausgeberin Anke Heimberg. Trotzdem hat mich das Buch über einen längeren Zeitraum begleitet und ich bin mir sicher, das ich auch später immer wieder mal in das Buch reinlesen werde.


Stand Up
Stand Up
von Julia Korbik
  Broschiert
Preis: EUR 22,95

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ♥ Feminism, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Stand Up (Broschiert)
Ausgesprochen cool kommt dieses neue Buch über den Feminismus daher. Pink auf dem Titel, neonorange innen, mit einem “♥ Feminism” auf dem Buchschnitt und wendet sich explizit an junge Frauen um die 20, die gerade von der Schule kommen.
Tja, ich gehe auf die 40 zu, passe vom Alter her schon mal nicht in die Zielgruppe. Andererseits bin ich eine Frau. Und neugierig.

Rein von der Gestaltung verdient das Buch die volle Punktzahl. Es ist bunt, aber nicht zu bunt. Die Schriften passen perfekt, es ist extrem übersichtlich gehalten. Die Umsetzung als ebook hat da leider nicht ganz geklappt – das die farbigen Zeichnungen auf dem schwarz-weißen e-ink Display nicht wirken, das war ja zu erwarten. Aber das gerade die Porträts von verschiedenen Feministinnen wirkten teilweise im Text verrutscht. Aus dem Grund habe ich dann auch schließlich mein ebook zurückgegeben und doch das Taschenbuch genommen – kann ich nur empfehlen!

Aber auch vom Inhalt her fand ich das Buch sehr, sehr gut. Es beginnt mit den Basics. Was ist Feminismus überhaupt, wo liegt der Unterschied zwischen Sex und Gender? Das schlechte Image des Feminismus wird angesprochen und es gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte des Feminismus.

Im zweiten Teil geht es dann gezielt um die Probleme – wo fehlt es noch an Gleichberechtigung? Schließlich haben wir sogar eine Frau als Kanzlerin, eigentlich ist doch alles erreicht – oder?
Aber warum ist es dann immer wieder eine Schlagzeile wert, wenn Frau Merkel wirklich mal ein tiefer ausgeschnittenes Kleid trägt? Warum wird sie als Mutti der Nation bezeichnet? Und warum dieser schauderhafte Trend zu Pink und Rosa im Kinderzimmer kleiner Mädchen? Es gibt Ü-Eier für Weltmeister und Spielerfrauen – warum? Letzten Sommer habe ich Grillwürstchen entdeckt: scharf gewürzte für Echte Kerle und fettreduzierte für Mädchen. Ehrlich, was soll der Scheiß?

Aber nicht nur darum geht es – auch das derzeitige Schönheitsideal wird hinterfragt, Prostitution und Pornos sind ebenso Thema wie die Stellung von Frauen im Kulturbetrieb. Schauspielerinnen verdienen z.B. weniger als Männer, es gibt weniger Rollen und sie sind meistens weniger bekleidet als ihre männlichen Kollegen. Hinter der Kamera gibt es noch viel weniger Jobs für Frauen. Auch in anderen Branchen sieht es nicht viel anders aus.

Aufgelockert wird das ganze durch kurze Porträts von Feministinnen und Feministen und der Rubrik “Fünf feministische Fragen”. Und in “Kurz und Knackig” werden wichtige Themen, die vorher erklärt wurden, nochmal kurz und einprägsam zusammengefasst.

Der Schreibstil ist extrem locker und entspannt. Mir war es manchmal eine Idee zu flaspsig, zu schnodderig. Andererseits kann ich wirklich nicht sagen, dass das Buch zu trocken geschrieben wäre, obwohl die Autorin teilweise mit Zahlen und Prozenten nur so um sich wirft.
Aber es gibt nicht nur Zahlen, sondern auch Buch- und Filmtipps, dazu noch ein umfangreiches Glossar, u.a. mit verschiedenen Internetadressen zum Thema.

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Lest es!


Much Ado About Nothing [DVD] [UK Import]
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DVD ~ Amy Acker
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 3,73

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Joss Whedon meets Shakespeare, 13. März 2014
Joss Whedon macht einen auf Shakespeare? Das konnte nur ein genialer Film werden – oder ein völliger Reinfall. Nachdem ich den Film gesehen habe, kann ich schon mal sagen: Der Film ist genial geworden. ;)
"Much Ado About Nothing" ist eine der bekanntesten Komödien von William Shakespeare, auf deutsch ist sie unter dem Titel “Viel Lärm um Nichts” bekannt.

Kurz zur Story: Claudio und Benedict kehren erfolgreich von einem Feldzug in das Haus des Gouverneurs von Messina, Leonato, ein. Sie haben auf der Seite von Don Pedro gegen dessen Stiefbruder Don Juan gekämpft. Claudio versucht die Tochter von Leonato, Hero, für sich zu gewinnen. Benedict wiederum liefert sich bissige Wortgefechte mit Beatrice, Heros Cousine. Von der Ehe halten beide gar nichts. Als Zeitvertreib versuchen die Gäste um Leonato herum Beatrice und Benedict zu verkuppeln. Außerdem schmiedet Don Juan, der seine Niederlage noch nicht fassen kann, neue Intrigen.

Joss Whedon hat die Komödie in die Gegenwart versetzt, dabei aber in schwarz-weiß gedreht und auch die Dialoge wurden zum Original hin kaum verändert. Heraus gekommen ist ein richtig cooler Mix aus alt und neu. Untermalt mit passender Musik und fabelhaften Bildern: Schöne Menschen tanzen und trinken sich durch die Film, feiern, was das Zeug hält, intrigieren, trinken noch mehr, liefern sich bissige Dialoge in elisabethanischen Englisch und hatte ich schon erwähnt, das der Alkohol in Strömen fließt? ;)

Der Film ist übrigens eine Low Budget Produktion. Gedreht wurde innerhalb von 12 Tagen und als Drehort benutze Joss Whedon sein eigenes Haus (das übrigens richtig schön ist!). Die meisten der Darsteller haben in früheren Jahren schon für Joss Whedon gearbeitet. Besonders gut fand ich die Darstellung von Beatrice (Amy Wacker) und Benedict (Alex Denisof). Bei beiden hatte ich das Gefühl, das sie richtig Spaß daran hatten, sich gegenseitig förmlich zu zerfetzen. Claudio (Fran Kranz) war mir dagegen zu sehr Milchbubi. Wobei das aber auch zu der Rolle des jungen, ungestümen Claudio passte. Riesige Lacher hat mir übrigens Nathan Fillion beschert, der in einer kleinen Nebenrolle einen der tumben Ordnungshüter spielt.

Der Film ist nur auf englisch erhältlich, es gibt auch keine deutschen Untertitel. In das gestelzt klingende Englisch musste ich mich erst etwas einhören, allerdings hatte ich auch den Vorteil, das ich das Stück schon gelesen, auf der Bühne gesehen und auch die Verfilmung von Kenneth Branagh aus dem Jahre 1993 mehrmals gesehen habe. Ich mag das Stück halt. ;)


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