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Rezensionen verfasst von
Toby Tambourine (Gießen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

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09:Pumuckl und die Angst/der Verhängnisvolle Schla
09:Pumuckl und die Angst/der Verhängnisvolle Schla
Preis: EUR 10,76

1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "...ja, das kommt davon, wenn die Augen größer sind als der Magen!", 20. Juni 2010
Als der Pumuckl mitbekommt, dass der Flori und der Michel die Inge aus Rache beim Kohlenholen im Keller erschrecken wollen, ist er so begeistert von der Idee, dass auch der Meister Eder ihn nicht davon abhalten kann, daran teilzuhaben, weshalb er ihn, als es soweit ist - zunächst vorübergehend -, im Keller in eine große Kiste sperrt. Um dem Flori und dem Michel aber seinerseits eine Lektion zu erteilen und sie glauben zu lassen, in der Kiste sei eine Ratte, lässt er den Pumuckl dort eine Weile mit den Kindern allein. Dabei übersieht er, dass deren Katze, mit deren Hilfe die beiden die Inge erschrecken wollten, den Pumuckl in seiner Kiste in schiere Todesangst versetzt, da hilft ihm auch nicht, dass er ja unsichtbar ist. Meister Eder kann gerade noch rechtzeitig einschreiten, bevor der von den Kindern zu Hilfe gerufene Hausmeister Anstalten machen kann, die ganze Kiste mitsamt der darin vermuteten "Ratte" zu verbrennen - was Pumuckls Todesangst natürlich potenziert.

Die Moral, die Ellis Kaut mit dieser Geschichte vermutlich transportieren will, reicht wahlweise von "es gehört sich nicht, andere nur zum Spaß zu erschrecken" bis zu "wer andern eine Grube gräbt..." Angesichts von Pumuckls verständlicher - und einer Kindergeschichte unangemessener - Todesangst wäre es sinnvoller gewesen, Ellis Kaut / Meister Eder hätten den Geschehnissen einfach ihren freien Lauf gelassen, zumal Kaut wie üblich zu dem Ergebnis kommt, dass alle Beteiligten ihre Lektion so ja wirklich gelernt haben ("Ich will's auch nie wieder tun...!")

Zur Feier des Tages gibt es beim Besuch von Eders Kusine und ihrem Sohn Fritzl - dem Pumuckl bis dahin unbekannt - Schlagsahne, und wie zu erwarten kann der Kobold davon nicht genug bekommen und kommt es zu allerlei Verwicklungen, den Dackel Waggerl eingeschlossen, und den drei kleinsten Protagonisten wird schlecht vom übermäßigen Sahnegenuss. So weit, so unterhaltsam. (Über Ungereimtheiten, dass der Kobold eine Schüssel, die für ihn so groß ist wie für uns eine Badewanne, nicht in kurzer Zeit sichtbar leerschlecken könnte, muss man hinwegsehen.)

Was mich stört, ist, dass Ellis Kaut dem Pumuckl "Futterneid" unterstellt - eine Eigenschaft, die ihm natürlich ausgetrieben werden muss (s. Überschrift). Zur Erkenntnis, dass der Pumuckl bezüglich der Sahne den Entwicklungsstand eines Vierjährigen hat, bei dem die Angst, zu kurz zu kommen, einfach dazu gehört - zumal der Pumuckl ja auch keine Geschwister hat, mit denen er Gelegenheit hätte, Teilen zu lernen -, reicht es bei Kaut nicht. Es bleibt auch unverständlich, warum der Pumuckl, unsichtbar wie er ist, nicht einfach beim Kaffeetrinken etwas Sahne stibitzen kann, wovon mengenmäßig niemand etwas bemerken würde, das macht er schließlich mit Eders Bierglas bei dessen Stammtischtreffen auch (wenn man davon absieht, dass ein paar Schluck Bier den Alkoholgehalt in Pumuckls Kreislauf schnell vom Promille- in den Prozentbereich bringen würden).

Schade immer, wenn Ellis Kaut nette Ideen missbraucht, um ihre angestaubten moralischen Botschaften unterzubringen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2013 6:40 PM CET


08:das Spanferkelessen/Pumuckl und Puwackl
08:das Spanferkelessen/Pumuckl und Puwackl
Preis: EUR 6,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Das ist eine Mario-gar-nicht-nette!", 19. Juni 2010
Meister Eder will sich mit seinen Skatfreunden ungestört zum Spanferkelessen treffen und kann den Pumuckl nur mühsam überzeugen, diesmal daheim zu bleiben. Der fügt sich auch zuerst in sein Schicksal, tut sich fürchterlich Leid und singt dann so laut und falsch zum Radio mit, dass er beim Nachsehen der besorgten Hausmeisterin doch noch zum Spanferkelessen entwischen kann. Auch ohne Pumuckls Hilfe passieren den Skatfreunden beim Essen so viele Missgeschicke, dass Meister Eder ganz richtig vermutet, dass der Pumuckl sich mittlerweile zu ihnen gesellt hat, und er schickt ihn - sehr zur Belustigung seiner Freunde, die den Pumuckl natürlich weiterhin für einen Tick vom Meister Eder halten - unsichtbarerweise nach Hause, so dass alle doch noch einen unfallfreien Abend verbringen können. Diese Geschichte ähnelt der Episode "Der silberne Kegel" (Folge 18), mit dem Unterschied, dass der Meister Eder den Pumuckl hier nicht bestraft.

Im Glauben, dem Pumuckl eine Freude zu machen, schnitzt der Meister Eder eine Marionette nach Pumuckls Ebenbild und nennt sie Puwackl. Als er bemerkt, dass der kleine Kobold sich aus Eifersucht auf die Puppe bedroht fühlt, und als der Pumuckl begreift, dass Meister Eder den Puwackl wirklich nur zum Spaß geschnitzt hat und nicht etwa, um ihn zu ersetzen, versöhnt er sich mit dem Puwackl, und die beiden haben dann doch noch den Spaß mit der Marionette, den der Meister Eder ursprünglich im Sinn hatte.

Wie alle Geschichten, in denen der Meister Eder und sein Pumuckl einen versöhnlichen Umgang miteinander pflegen, gehören diese beiden Episoden zu meinen Lieblingsfolgen.


Living in the Material World
Living in the Material World
Wird angeboten von ___THE_BEST_ON_DVD___
Preis: EUR 15,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen OMMM my Lord, 17. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Living in the Material World (Audio CD)
Wie viele Gebete in Form eines Popsongs wurden je Nr. 1-Hits? George Harrison ist es nach My sweet Lord mit Give me Love (Give me Peace on Earth) gleich ein zweites Mal gelungen! "Living in the Material World", Georges zweites Studioalbum (1973) nach der Trennung der Beatles bleibt sein "spirituellstes" Album; lediglich der Sue me, sue you Blues widmet sich dem sehr irdischen Thema der Rechtsstreitigkeiten mit den übrigen Beatles. Wie im Begleittext richtig vermerkt, folgte George hier keinen Trends, setzte aber auch keine; dem Erfolg von "All Things must pass" und "The Concert for Bangla Desh" war es sicherlich zu verdanken, dass auch dieses Album auf Platz 1 in den USA landete, selbst wenn man einräumen muss, dass es deren hohen Standard nicht mehr ganz halten konnte.

Begleitet von Musikern, die auch (außer Nicky Hopkins und Gary Wright) auf beiden genannten Alben mitwirkten (Ringo, Jim Keltner, Jim Horn, Klaus Voormann), gelang George ein sehr gutes Album, auf dem er sämtliche Gitarrenparts selber spielte, wobei seine Slide-Gitarren-Arbeit als sein neuestes Markenzeichen hervorzuheben ist; die Streicherarrangements von John Barham allerdings dicken den Sound doch teilweise etwas sehr süßlich auf, wenn Chöre jubilieren und Harfen zirpen... mehr wäre dann zu viel gewesen. George experimentierte mit offenen Gitarrenstimmungen und kam dabei zu interessanten Ergebnissen. Neben Give me Love und dem Sue me sue you Blues ragen besonders das ätherische Be here now und der humorvoll rockende Titelsong (mit seinen "indischen" Einschüben) heraus.

Die beiden Bonustracks sind Miss O'Dell, die B-Seite von Give me Love, und Deep blue, die B-Seite der '71er Single Bangla Desh. Ärgerlich ist, dass bei dieser Gelegenheit - wie schon bei den Remasters von "All Things must pass" und "The Concert for George" - erneut vergessen wurde, die A-Seite selbst, die Studioversion von Bangla Desh, endlich auch mal remastert zu veröffentlichen!

Try some buy some hatte George - mit demselben Backingtrack wie auf diesem Album - bereits 1970 mit Phil Spector für dessen damalige Frau Ronnie produziert (ebenso wie You, das erst '75 auf "Extra Texture" erschien); schade, dies wäre eine gute Gelegenheit gewesen, diese '71er Ronnie Spector-Rarität (samt ihrer albernen B-Seite Tandoori Chicken, die ebenfalls unter Georges Mitwirkung entstand) mit zu veröffentlichen!

Die CD ist mit dem Etikett der Original-LP bedruckt; das üppige Booklet glänzt mit einem gutem Begleittext, wunderschönen Auszügen von den Foto-Sessions für die LP-Innenhülle sowie allen Songtexten, komplettiert mit Georges Kommentaren und Reproduktionen handschriftlicher Songtexte, sämtlich seinem Buch "I me mine" entnommen.

Das gelungene Mastering schlägt das der '91er CD-Erstauflage um Längen (was allerdings auch nicht allzu schwierig war). Bleibt nur eine Frage offen: wann folgen endlich noch "Dark Horse" und "Extra Texture" in diesem Soundgewand und in dieser liebevollen Aufmachung?


Greatest Hits - The Road Less Traveled
Greatest Hits - The Road Less Traveled
Preis: EUR 5,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die etwas weniger bereiste Straße, 17. Juni 2010
Vielleicht wollte Melissa Etheridge mit der Veröffentlichung ihrer "Greatest Hits"-CD ihre überstandene Chemotherapie nach der Brustkrebsdiagnose oder einfach das Leben an sich feiern; ihr Mut, mit den kurzen Haaren, die auch Cover und Booklet zieren, live im Fernsehen aufzutreten, nötigte Fans, Kritikern und Kollegen seinerzeit jedenfalls einigen Respekt ab.

Neben fünf Neueinspielungen bringt die CD zwölf Melissa Etheridge-Hits von 1988-2004. Von "Skin" (2001) ist nichts dabei; ob die Songs für nicht gut genug befunden wurden oder ob kein Hit darauf war, kann ich nicht beurteilen. Die vertretenen Singleauskoppelungen gehören auf jeden Fall zu ihren größten Hits, sowohl von den Chartnotierungen als auch vom Stammplatz in ihrem Liveprogramm her. Bei 73 Minuten Spielzeit hätte es aber ruhig noch einer mehr von "Your little Secret", "Breakdown" oder "Lucky" sein dürfen, ich hätte da noch ein paar Singles im Regal... Come to my Window und I'm the only one liegen als Edits vor, die anderen erhielten, bis auf If I wanted to und Lucky, 2005 frische Remixes von Jeff Rothschild und John Shanks, vielleicht um den Fluss des Albums etwas anzupassen. Ich finde sie sehr gelungen, sie atmen im wahrsten Sinne des Wortes mehr: bei You can sleep while I drive z.B. hört man Melissa jetzt am Songbeginn Luft holen.

Die fünf neuen Songs können durchweg überzeugen: Christmas in America scheint mir eine kaum verhohlene Kritik an den US-Kriegseinsätzen zu sein, und die rührenden Songs This is not Goodbye und I run for Life scheinen beide ihre Krebserkrankung zu behandeln (ich muss mir die Bonus-DVD wieder mal anschauen). Aus dem Cover von Piece of my Heart dringt eine rockige und ungestüme Lebensfreude, die ich so von Melissa Etheridge noch nicht kannte (Melissas geiler Schrei!); man hört der Aufnahme an, dass die Band Janis Joplins Version ziemlich oft gehört hat! Höhepunkt ist Refugee, das ich schon seit Jahren von Tom Petty und seinen Heartbreakers kannte und mochte, aber erst Melissas Version ließ mich aufhorchen und umgehend beschließen, das Ding selber auf Gitarre zu spielen!

"The Road less traveled" macht, wie alle guten Best of-CDs, Lust, sich die Original-Alben anzuhören. Mittlerweile gibt's die CD auch in der "Sparversion"; ich empfehle aber die Deluxe Edition: die Bonus-DVD enthält die meisten Songs als Musikvideos oder als Live-Mitschnitte sowie ein ausführliches, sehr sympathisches Interview mit Melissa Etheridge über ihre Karriere, den Umgang mit ihrer Erkrankung sowie Einblicke in die Entstehung der Songs.


The Long Voyage Home
The Long Voyage Home
Wird angeboten von la-era
Preis: EUR 119,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von Sheffield nach Woodstock und weiter, 16. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: The Long Voyage Home (Audio CD)
Joe Cockers erste Plattenfirma, A&M, feierte 1995 mit dieser 4-CD-Box Cockers 30-jähriges Plattenjubiläum und seinen Durchbruch mit With a little Help from my Friends gut 25 Jahre zuvor. Nicht nur wurden bei dieser Gelegenheit viele alte Cocker-Songs erstmals anständig remastert, sondern man griff auch tief in die Raritäten-Kiste: von den insgesamt 62 Songs waren ca. 17 selten oder unveröffentlicht.

Do I still figure in your Life, I shall be released, Something's coming on, Let it be, Dear Landlord, Something, Feelin' alright und das elfminütige I don't need no Doctor stammen von verschiedenen Mitschnitten von '69er Amerika-Tourneen mit Cockers Grease Band, wobei die Klangqualität annehmbar bis gut ist; einige Songs scheinen, wenn man das Stereopanorama und die Menge an Hall auf dem Gesang in Betracht zieht, in '69er Original-Mixen vorzuliegen. Sie können nicht mit den "Mad Dogs & Englishmen"-Mitschnitten mithalten, bieten aber allemal eine interessante Abwechslung zu den bekannten Studioeinspielungen.

Die weiteren Fundstücke sind:
1. Those precious Words, die B-Seite von Cockers erster Single I'll cry instead
2. Wake up little Suzie, ein Outtake aus den Sessions zu Cockers 2. Album
3. The Weight, Outtake aus den "Mad Dogs & Englishmen"-Proben
4. & 5. alternative Versionen von Something to say & She don't mind
6. Edge of a Dream vom "Teachers"-Soundtrack
7. eine etwas längere Version von Unchain my Heart
8. eine deutlich längere Version von Love is alive und
9. With a little Help from my Friends (live Woodstock '94)

"The long Voyage home" bietet einen großzügigen, chronologischen Querschnitt durch Cockers Plattenveröffentlichungen, angefangen bei seiner '64er Single I'll cry instead bis zu Songs aus seinem '91er Album "Night Calls" und funktioniert so sehr gut sowohl als Anthologie als auch als Best-of-Sammlung. David Collins' Mastering entspricht sehr ansprechend in etwa dem von Theresa Malham und Suha Gur, die 1999 die ersten drei Alben von Joe Cocker remasterten. Abgerundet wird das Box-Set durch Anmerkungen zu jedem einzelnen Song und einen kompetenten Abriss über Cockers Karriere. Passenderweise wird das Boxset von Cockers Überhit With a little Help from my Friends eingerahmt, angefangen bei der Studioversion und abgerundet durch seine Live-Version vom 25-jährigen Woodstock-Jubiläum.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 29, 2010 9:46 PM MEST


I've Got My Own Album to Do
I've Got My Own Album to Do

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich muss noch meine eigene Platte aufnehmen, 3. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: I've Got My Own Album to Do (Audio CD)
Beim Erwerb seines Hauses "The Wick" in Richmond richtete sich Ron Wood im Keller ein eigenes Studio ein und begann mit den Aufnahmen zu seinem ersten Soloalbum. Wenig überraschend gaben sich dort etliche Rockgrößen die Klinke in die Hand (u.a. Ringo, David Bowie, Keith Moon, Gregg Allman, Paul McCartney), von denen einige auf dem Album landeten: von den Faces war Ian McLagan dabei, und Rod Stewart sang bei ein paar Songs im Hintergrund mit.

Bei diesen Sessions entstanden auch die Basisaufnahmen für den Titelsong des nächsten Stones-Albums "It's only Rock'n'Roll"; bei dem Song half Ron Wood Mick Jagger aus und wurde deshalb unter "Inspiration" genannt. Im Gegenzug (finanziell ein schlechter Tausch für Ron!) half Jagger Wood bei I can Feel the Fire aus, wo er gut zu hören ist, ebenso wie in Am I grooving you. Ron Wood schloss bereits zu dieser Zeit enge Freundschaft it den Stones, was ihn dann im Endeffekt ein Jahr später zum logischen Nachfolger von Mick Taylor prädestinierte, der wiederum bei einigen Songs an Gitarre, Bass und sogar am Keyboard zu hören ist.

Bei I can feel the Fire, Take a Look at the Guy und If you gotta make a Fool of somebody spielt Keith Richards Gitarre, bei Act together, Cancel everything und Am I grooving you singt er zusätzlich mit; bei der Jagger/Richards-Komposition Sure the one you need übernimmt er sogar den Leadgesang! Apropos Gesang: Ron Wood ist kein großartiger Sänger, aber er hat Spaß dabei und ist halt ein Typ, so wie Keith, in dem er einen Bruder im Geiste fand.

Die Harrison/Wood-Gemeinschaftskomposition Far East Man erschien ebenfalls 1974 auf Harrisons "Dark Horse"-LP, und obwohl laut Angaben bis auf Andy Newmark am Schlagzeug die meisten Instrumente von anderen Musikern eingespielt wurden, habe ich den Eindruck, dass beiden Versionen dieselbe Basisaufnahme zugrunde liegt. Wohl aus rechtlichen Gründen wurde Ron Wood auf Harrisons Album nicht erwähnt und umgekehrt; Georges Gesang und seine Gitarrenarbeit sind aber ganz klar auf Ron Woods Fassung herauszuhören.

Take a Look at the Guy, das am Ende in einen Instrumentalteil übergeht, der ziemlich bald ausgeblendet wird, wurde - unter Beteiligung von Ron Wood - 1992 von Izzy Stradlin gecovert und bei dieser Gelegenheit länger ausgespielt.

Der Albumtitel war die Antwort auf Rons Bitte an die zahlreichen Gäste um Beiträge zu seinen Aufnahmen, die ihm beschieden, so langsam hätten sie sich auch mal wieder um ihre eigenen Alben zu kümmern!

Die Faces zeigten Auflösungserscheinungen und hatten im Jahr zuvor mit "Ooh la la" ihr letztes Studioalbum rausgebracht. Ron Woods Soloalbum wirkt im Vergleich etwas disziplinierter, und das ist völlig okay. "I've got my own Album to do" ist mein Lieblingsalbum von Ron Wood. Die Kompositionen sind zwar nicht Weltklasse, aber das Album hat ein durchgehend solides, unterhaltsames Niveau und scheint Ron Wood, gemessen an dem Platz, dem er ihm in seiner Autobiographie widmet, selbst ziemlich am Herzen zu liegen.

Die drei Songs, die von diesem Album 2006 auf Woods "Anthology - The essential Crossexion" wieder auftauchten, zeigen, was sich masteringbedingt seit dem Erscheinen der Warner-CD alles verbessert hat.


The Ronnie Wood Anthology-the
The Ronnie Wood Anthology-the
Wird angeboten von Discover Music
Preis: EUR 23,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I can feel the Fire, 2. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: The Ronnie Wood Anthology-the (Audio CD)
Nach rund 40 Jahren Aufnahmekarriere gönnte sich Ron Wood mit "Anthology: The essential Crossexion" seinen ersten Best of-Sampler, aufgeteilt in Soloalben und Bandprojekte:

CD 1 (75:44, 1974-2005) widmet sich Rons Soloaufnahmen aus den Alben "I've got my own Album to do", "Now look", "1234", "Slide on this", "Slide on live" und "Not for Beginners". Gekrönt wird die CD durch zwei unveröffentlichte Songs, Little mixed up und You strum and I'll sing, beide keine Riesenhits, aber ganz okay. Von "Gimme some Neck" gibt es Seven Days in der grandiosen '92er Live-Version, aufgenommen bei Bob Dylans 30th Anniversary Tribute Concert.

CD 2 (74:40, 1964-1981) beinhaltet Songs aus Rons diversen Bandformationen, angefangen bei den A- und B-Seiten zweier früher Mono-Singles ('64/'65) mit den Birds (nicht zu verwechseln mit den amerikanischen Byrds), die schön dreckig und klanglich gar nicht so weit weg von den Pretty Things, Them oder anderen R&B-Combos jener Zeit klingen. Leider war mit den Birds nach recht kurzer Zeit schon wieder Schluss. Von Rons nächster Band, The Creation, gibt es eine '68er Mono-Single, die eher pop-orientiert und etwas Flower-Power-mäßiger klingt, ebenfalls passend zum Jahrgang.

Ein Song von "Truth" und drei von "Beck-Ola" mit der Jeff Beck Group machen Lust, diese beiden Alben wieder aufzulegen! Ron ist zu Recht stolz auf seine Rolle als Bassist bei dieser Formation, bei der er auch Rod Stewart kennenlernte, mit dem er zusammen bei den Small Faces als Ersatz für Steve Marriott einstieg, was deren Umbenennung in Faces nach sich zog. Mit Flying, Gasoline Alley, Maggie May, Stay with me, Every Picture tells a Story und Ooh la la bekommen wir in chronologischer Reihenfolge einige wunderschöne Perlen aus dieser fruchtbaren Zusammenarbeit sowohl mit den Faces als auch mit Rod Stewart auf dessen erfolgreichen Soloalben zu hören. Die Rolling Stones sind mit Everything is turning to Gold, der B-Seite von Shattered, und mit Black Limousine nur kurz vertreten; aber man darf davon ausgehen, dass deren Songs der Allgemeinheit sowieso schon hinlänglich zugänglich sind.

Die Songauswahl mag ich diesmal gar nicht in Frage stellen; natürlich hätte man sich den einen Song anstelle eines anderen vorstellen können. Den Charme dieser Zusammenstellung aber macht aus, dass Ron Wood sie offensichtlich selber besorgt hat.

Diese Anthology belegt sehr schön, dass Ron Woods instrumentalen und kompositorischen Talente oft am besten in Zusammenarbeit mit anderen Bands oder Solokünstlern zur Blüte kamen (Jeff Beck Group, Faces, Rod Stewart), und auch bei seinen besseren Solosongs sind nicht ohne Grund u.a. Mick Jagger (I can feel the Fire), Keith Richards (Cancel everything) oder George Harrison (der auf Far East Man mitspielt und -singt) beteiligt. Wobei man seine Hauptarbeitgeber seit fast 35 Jahren, die Rolling Stones, leider wiederum etwas ausklammern muss, da Ron dort oft nur buchstäblich die zweite Gitarre spielt und um seine Kompositionen eher mal kämpfen muss; laut "According to the Rolling Stones" scheint er mit dieser Rollenverteilung dort aber sehr zufrieden.

Das Booklet ist eher knapp gehalten: Ron bringt zu den meisten Songs einen kurzen Kommentar, und am Ende sind noch nette Anmerkungen von den Charlatans, Rod Stewart, Jeff Beck, Keith Richards, Bernard Fowler, Kelly Jones (Stereophonics), Slash und Jools Holland abgedruckt. Das Om-Symbol, das das Cover und die Silberlinge ziert, war ich bisher nur von George Harrison-Alben und -Fotos gewohnt; vermutlich ein dezenter Werbehinweis auf Rons gleichnamige Live-DVD.

Der Sound der CD ist astrein remastert; gerade bei einigen Faces-/Rod Stewart-Nummern kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dort bei den Höhen etwas nachgeholfen wurde - aber okay!

Wie Ron zu Seven Days anmerkt: "... meine Sammlung wäre ohne diese Version nicht vollständig ..." - stimmt!


07:der Grosse Krach/der Grosse Krach und Seine Fol
07:der Grosse Krach/der Grosse Krach und Seine Fol
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das war knapp!, 27. Mai 2010
Nach dem Besuch einer Kundin in Meister Eders Werkstatt vermisst ihre Tochter, die kleine Erika, ihr silbernes Armkettchen. Obwohl der Pumuckl leugnet, etwas damit zu tun zu haben, findet Meister Eder die Kette in Pumuckls Bettchen. Alles Beteuern, dass er das Kettchen nur habe ansehen und es dann habe zurückbringen wollen, nützt nichts: der Meister Eder, der verständlicherweise Angst hat, dass er als Dieb dagestanden hätte, wenn die Kundin und ihre Tochter beim Suchen das Kettchen bei ihm gefunden hätten - und es war kurz davor!-, kündigt dem Pumuckl endgültig die Freundschaft und wirft ihn hinaus.

Für kurze Zeit sucht sich der Pumuckl beim Mechanikermeister Schmidt und seiner Frau ein neues Quartier, bei denen er seine alterprobten Späße anwendet, die ihm aber nicht so recht die erwartete Freude bereiten wollen, besonders als Meister Eder dem Schmidt Pumuckls Bettchen vorbeibringt. Als Schmidt beginnt, dem Meister Eder aufgrund der Vorkommnisse die Anwesenheit des Pumuckl bei ihm zu glauben und beschließt, das Bettchen samt Pumuckl per Luftpost nach Amerika zu verfrachten, ergreift dieser die Flucht - und wohin sollte er auch gehen außer zum Meister Eder? Am Ende versöhnen sich die beiden wieder, klar - ein endgültiger Bruch der beiden "ginge wirklich zu weit!" Schließlich muss der Pumuckl bei dem bleiben, der ihn einmal gesehen hat - altes Koboldsgesetz!

Im Vergleich zur LP-Erstfassung meiner Kindheit mit Alfred Pongratz als Meister Eder - in der übrigens Gustl Bayrhammer den Mechaniker Schmidt spielte! - ist die Neuinszenierung mit Gustl Bayrhammer als Meister Eder nicht ganz so dramatisch und etwas versöhnlicher ausgefallen. Wie alle Pumuckl-Geschichten ist auch diese Folge sehr überzeugend eingespielt, aber ich fand sie immer eher bedrückend als unterhaltsam. Mir gefallen diejenigen Episoden am besten, in denen der Meister Eder und sein Pumuckl wie ein Team zusammenarbeiten, z.B. in "Der erste April", "Der Waldspaziergang" oder in "Pumuckl und das Schlossgespenst", und da diese Doppelfolge hierzu den Gegenpol darstellt, ist sie für mich die unerfreulichste Pumuckl-Geschichte.


06:der Wollpullover/Eder Bekommt Besuch
06:der Wollpullover/Eder Bekommt Besuch
Preis: EUR 9,23

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Am meisten wärmeln Pullis mit zwei Ärmeln!", 24. Mai 2010
Den kleinen Kobold friert es im Winter in Eders Werkstatt trotz laufenden Ofens, und so beschließt dieser, ihm einen Pullover zu kaufen. Da der Meister Eder bei solchen Gelegenheiten, anstatt einfach zu bestellen, was er braucht, immer alles erklären will, dies aber natürlich nicht wirklich kann, redet er sich dabei um Kopf und Kragen. Unverrichteter Dinge zieht er wieder ab und bittet Frau Schröder, eine Nachbarin, einen Pullover nach Maß zu stricken. Dabei übersieht er Pumuckls großen Kopfumfang, woraufhin dieser den Kragen kurzerhand mit einer Schere erweitert und den Pullover beim Versuch, die entstehenden Laufmaschen mit Leim zu fixieren, gänzlich ruiniert (unklar bleibt nebenbei, wie der Pumuckl bei einer Armlänge von 5 cm und einem Halsumfang von 8 cm kurzerhand mit einer Schere hantieren kann, die wahrscheinlich mindestens so groß und so schwer ist wie er selber.) Aus unerfindlichen Gründen traut sich Eder nicht, einfach einen weiteren Pullover bei Frau Schröder zu bestellen, und nach einigem Hin und Her kommt der Pumuckl mit Hannelores Hilfe doch noch zu seinem warmen Wollpullover. Ellis Kaut kann es sich leider nicht verkneifen, abschließend mit dem neuen Pullover die Hoffnung zu verbinden, der kleine Kobold möge ins Schwitzen geraten, wenn er es mit seinen Streichen zu arg treibt.

Meister Eder bekommt über Nacht Besuch von seiner Schwester und ihrer Tochter, der kleinen Bärbel. Der Pumuckl reagiert bereits im Vorfeld eifersüchtig und verspricht dem Meister Eder eine Menge Trubel. Der Meister Eder tut etwas, das er sonst allenfalls ansatzweise mit seinen Stammtischfreunden macht: er erzählt der kleinen Bärbel ausführlich vom Pumuckl. Diese begreift das Erzählte mit ihrer kindlichen Phantasie als Spiel und ergreift derart entwaffnend Partei für den Kobold, dass der die Bärbel am Ende gar nicht mehr gehen lassen möchte. Ihre Versuche, den Pumuckl zu sehen zu bekommen, indem er an von ihr in der Werkstatt verteiltem Leim kleben bleibt, scheitern zu ihrem Bedauern. In Folge 39 gibt es in der Geschichte "Alte Liebe und Alleskleber" ein Wiedersehen mit Bärbel (allerdings mit einer anderen Sprecherin besetzt), die inzwischen ein Teenager ist und sich noch gut an den Pumuckl erinnern kann; nur der Pumuckl ist nach all den Jahren noch ganz der Alte.


5: Pumuckl und der Pudding / Der rätselhafte Hund
5: Pumuckl und der Pudding / Der rätselhafte Hund
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Pudding"-Episode pädagogisch zweifelhaft, 23. Mai 2010
Bei Meister Eders Versuch, das leckere Pudding-Rezept seiner Schwester für den Pumuckl nachzukochen, geht natürlich allerhand schief, aber der Pumuckl ist entzückt über das angebrannte Ergebnis. (Darüber, dass eine Puddingschüssel für den Pumuckl so groß ist wie für uns ein Whirlpool und er sie keinesfalls bis zum Abend hin leer essen könnte, muss man hinwegsehen.) Der Meister Eder jedoch hat von diesem Experiment die Nase voll, und da Eders Zugehfrau (die hier Eichinger anstatt Rettinger heißt) es nicht so hinbekommt, wie der Pumuckl es sich wünscht, bekommt diese natürlich unerklärliche Schwierigkeiten bei der Zubereitung. Dafür und dass der Pumuckl sie auch noch verpetzt, sperrt Eder ihn vors Küchenfenster (!) und isst vor dessen Augen die ganze Schüssel Pudding leer - was ihm selber auch nicht so gut bekommen kann. Folgen wie diese, in denen Ellis Kaut, die oft einen unterschwelligen Erziehungsauftrag mitverfolgt, Meister Eder zu solch pädagogisch steinzeitlichen Maßnahmen greifen lässt, halte ich für verzichtbar.

Da es immer wieder mal vorkommt, dass Kunden in Eders Werkstatt einen Hut oder Schirm vergessen, einigen die beiden sich darauf, dass der Pumuckl einfach kurz bellen soll, wenn ihm etwas Derartiges auffällt - was natürlich in der Praxis beim Einkaufen für Verwirrung sorgt. Da der Pumuckl sich mit dieser wichtigen Aufgabe immer noch unterfordert fühlt, versucht er, Eder durch öffentliches Bellen zum Kauf von Schokolade zu erpressen, wodurch er diesen natürlich in eine missliche Lage bringt, aus der er ihn aber auf geniale Weise wieder befreit. Am Ende steht die Erkenntnis, dass das mit dem Bellen wohl doch keine so gute Idee war - und wenn die beiden gleich auf die Idee gekommen wären, dass der Pumuckl dem Meister Eder am besten unsichtbar auf die Schulter hüpft und ihm ins Ohr flüstert, was er bemerkt, hätte die Episode mit dem "rätselhaften Hund" gar nicht entstehen können!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2011 5:07 PM MEST


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