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Toby Tambourine (Gießen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Simon & Garfunkel - The Concert in Central Park
Simon & Garfunkel - The Concert in Central Park
DVD ~ Michael Lindsay-Hogg
Preis: EUR 9,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Looking down on Central Park...", 8. November 2011
Abgesehen von dem Song My little Town, den sowohl Paul Simon als auch Art Garfunkel 1975 parallel auf ihren jeweiligen Soloalben veröffentlichten, war dieses Konzert am 19.9.1981 im New Yorker Central Park, zehn Jahre nach ihrer Trennung, die erste "richtige" Wiedervereinigung der beiden.

Wie üblich ist auch diese DVD weit mehr als nur die optische Ergänzung zur gleichnamigen Live-CD. Zwar wirkt das Bühnendesign mit seinen Baustellen-Stellwänden und den überdimensionalen Konservendosen wie nebenbei im Sandkasten entworfen und somit etwas billig. Dies aber machen die Akteure schnell vergessen, und die einsetzende Abenddämmerung trägt das ihre dazu bei: Simon & Garfunkel liefern eine makellose Darbietung einiger ihrer größten Hits ab - und wer würde sich nicht wohl fühlen mit einer Band im Rücken, in der der fantastische Steve Gadd so entspannt trommelt, Richard Tee am Keyboard sitzt und David Brown seine geschmackvollen Gitarren-Licks zu schmissigen Bläsersätzen einstreut? Klangen Simon & Garfunkel-Alben in den Sechzigern manchmal etwas sehr soft, gibt die Band den Songs nun das erforderliche Mehr an Biss, wobei vor allem die Endsiebziger-Fender Rhodes den heutigen Hörer manchmal schmunzeln lassen; die zwölf Profimusiker schaffen es dabei, den Gesang der beiden Hauptakteure in keinem Moment zuzukleistern, sondern immer nur songdienlich zu unterstützen.

Das Programm besteht erstaunlicherweise lediglich zur Hälfte aus Simon & Garfunkel-Songs; daneben gibt es zwei Reminiszenzen an die Fünfziger (Wake up little Suzie, Mabellene), und gemäß Garfunkels kleinem Seitenhieb (leider nur auf CD zu hören), dass sein Solosong A Heart in New York wahrscheinlich der einzige sei, der an diesem Abend nicht von Paul Simon stamme, bestreiten die beiden den Rest des Abend mit ausgezeichneten Solo-Songs von Paul Simon, die allesamt garantiert auf Simon & Garfunkel-Alben gelandet wären, hätten die beiden sich nicht getrennt.

Zwei Aspekte bietet nur die DVD: zum einen ist die letzte Zugabe, Late in the Evening, samt Bandvorstellung nicht auf dem Album zu finden, was aber auch nicht weiter stört, denn die Band spielt den Song beim zweiten Mal nicht wesentlich anders als beim ersten Mal, und es ist etwas schade, dass so der Eindruck entsteht, dass die beiden für ein Ereignis wie dieses nicht genügend Songs geprobt haben, und das bei einem 86-minütigen Konzertfilm.

Richtig unheimlich wird es, als - ebenfalls nicht auf dem Album enthalten - bei Paul Simons Uraufführung seines neuen Songs The late great Johnny Ace an der Stelle, als er von John Lennons Ermordung singt, ein Mann auf die Bühne stürmt und von den Ordnern entfernt werden muss - und das im Central Park, an dem auch Lennons Haus stand, vor dem dieser erst neun Monate zuvor erschossen worden war. Simon veröffentlichte den Song dann auf seinem nächsten Soloalbum "Hearts and Bones", gelobte aber, den Song nie wieder live zu spielen.

Regisseur Michael Lindsay-Hogg, der u.a. auch für den Beatles-Film "Let it be" verantwortlich zeichnete, sorgt für wohltuend ruhige Kameraeinstellungen, mit denen es dann ein paar Jahre später ab dem einsetzenden MTV-Zeitalter vorbei sein sollte. Besser als auf der Tonkonserve kommen vor dieser Kulisse natürlich auch die zahlreichen Text-Anspielungen auf New York, New Jersey und den Central Park zur Geltung: "And in the naked light I saw ten thousand people, maybe more..."


A Foot In The Door  (The Best Of Pink Floyd)
A Foot In The Door (The Best Of Pink Floyd)
Preis: EUR 9,99

81 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein vorübergehender Vernunftaussetzer, 4. November 2011
Nach der Doppel-Best of-CD "Echoes" vor zehn Jahren nun der nächste Pink Floyd-Sampler mit den neuen Remasters von 2011. Die Frage ist, ob das auf einer Einzel-CD überhaupt geht, und damit meine ich nicht die Diskussion, ob Pink Floyd-Songs außerhalb ihres Kontextes funktionieren (das tun sie, nicht zuletzt weil ein paar Songs von "Dark Side of the Moon", "Wish you were here" und "The Wall" in ihrer ursprünglichen Reihenfolge belassen wurden, außerdem dürfte man dann ja bei keinem Livekonzert einzelne Songs aus Alben spielen), sondern die Songauswahl angesichts der Materialfülle:

Von "A momentary Lapse of Reason" und "The Division Bell" hat es nur jeweils ein Song geschafft und auch nur einer mit Syd Barrett, okay. Die klassischen Alben (s.o.) sind ausreichend vertreten. Aber: nichts dabei von "The Piper at the Gates of Dawn", "A Saucerful of Secrets", "Meddle" oder von "Animals"! Und was hat The Fletcher Memorial Home (von "The Final Cut") schon wieder auf einem Floyd-Sampler verloren? Es wäre langsam mal Zeit für die Single Not now John, die die Band von ihrer rockigeren Seite zeigt.

Prima finde ich, dass diesmal Have a Cigar, Brain Damage und Eclipse dabei sind. Aber: Was ist ein Best of-Sampler von Pink Floyd ohne Songs wie Arnold Layne, Astronomy Domine, One of these Days, Echoes, Us and them, Sheep oder Mother?

Man hat hier nur ein paar von diesen künstlichen Songübergängen fabriziert, die mich bei "Echoes" schon störten; diese wenigen sind aber reichlich stümperhaft geraten, z.B. zwischen Shine on you crazy Diamond und Brain Damage oder wenn am Ende von Money die ersten Orgelklänge von Us and them anklingen - um dann ausgeblendet zu werden und abrupt in Comfortably numb überzuleiten!

Dass aus Platzgründen wieder einige Songs (Wish you were here, The Great Gig in the Sky, High Hopes, Shine on you crazy Diamond) leicht gestrafft wurden, schmerzt nicht so sehr wie die Tatsache, dass die tickenden Uhren im Intro von Time weg geschnitten wurden. Ja geht's denn noch? Gut, die CD ist mit 79:39 Minuten Spielzeit randvoll - aber das ist Amputation. (Wenigstens haben sie die klingelnden Registrierkassen am Anfang von Money noch drin gelassen!)

16 Songs aus 28 Jahren, ein mageres, informationsloses Booklet: mit dieser CD hat man wirklich nicht mehr als "einen Fuß in der Tür". Neueinsteiger sind mit "Echoes" besser beraten, da sie umfangreicher und besser ausgestattet ist und wesentliche Songs enthält, die hier fehlen. Und klanglich gefällt sie mir eh besser als das Meiste, was seit 2001 von Pink Floyd auf CD erschien - diese neuen Remasters eingeschlossen.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2014 1:23 PM MEST


David Gilmour - At Hammersmith Odeon
David Gilmour - At Hammersmith Odeon
DVD ~ David Gilmore

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dave Gilmour zwischen Solokarriere und Pink Floyd, 30. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: David Gilmour - At Hammersmith Odeon (DVD)
Für einige Zeit stand die Frage im Raum, ob "The Final Cut" das letzte Floyd-Album bleiben und ihre Karriere somit beendet sein würde. David Gilmour steckte seine aufgestaute kreative Energie Mitte der Achtziger in zahlreiche Sessions als Gastgitarrist (u.a. Pete Townshend, Paul McCartney) und 1984 in sein ambitioniertes zweites Album "About Face", mit dem er auch auf Tournee ging. Auf dieser DVD findet sich einer seiner Auftritte im Londoner Hammersmith Odeon vom 30.4.1984. Laut meinen Pink Floyd-Quellen spielte er auf dieser Tournee das halbe "David Gilmour"- und das gesamte "About Face"-Album, wovon es - neben den zwei obligatorischen Pink Floyd-Zugaben Run like Hell und Comfortably numb, die seitdem bei keiner Floyd-Show fehlten - leider nur jeweils zwei bzw. fünf auf diese DVD geschafft haben.

Wie schon auf dem damals aktuellen Album fällt die gegenüber Pink Floyd etwas härtere Gangart und die Konzentration weniger auf Soundlandschaften als auf die Songs auf. Soundtechnisch ist Gilmour mit Sequenzern und der Snare immer schön auf die 2 und die 4 in den Achtzigern angekommen, aber obwohl er die Musiker gegenüber dem Album fast komplett ausgetauscht hat, bringen sie die Songs sehr naturgetreu rüber - die Band rockt und streckt einige Songs auf ansprechende Weise. Interessant dabei, dass Saxophonist Raphael Ravenscroft auch bei Roger Waters' zeitgleich erschienenem Album "The Pros & Cons of Hitchhiking" dabei war. Bei Short & sweet singt Roy Harper (vielen bereits von Have a Cigar bekannt), und bei Comfortably numb klettert kein Geringerer als Nick Mason hinters Schlagzeug.

Auch wenn die Konzerte im Hammersmith Odeon ausverkauft waren, soll Gilmour während dieser Tournee doch auch vor einigen nur halb vollen Häusern gespielt haben, was ihn zu der Erkenntnis brachte, dass er seit 1968 daran gearbeitet hatte, Pink Floyd und nicht sich selbst einen Namen zu machen, und ihn in seinem Entschluss bestärkte, sich wieder auf das Führen seiner Stammband zu konzentrieren, worauf ihn diese Tournee mit vorbereitete.

Auf dem LP-Cover und in diesem Konzertfilm sieht man Gilmour letztmalig dunkelhaarig, aber bereits mit leichtem Hang zu ein paar zusätzlichen Pfunden; bis er sich mit Nick Mason daran machte, Pink Floyd drei Jahre später mit "A momentary Lapse of Reason" weiterzuführen, war er sichtlich ergraut und hatte noch mehr zugelegt - vielleicht Folge der vielen juristischen Streitereien mit Roger Waters um die Zukunft der Band?

Man darf von der Bildqualität nicht mehr als VHS-Standard erwarten, und der Ton ist etwas basslastig, besonders leider bei Comfortably numb. All dies wird aber für mich dadurch wettgemacht, dass ich auf dieser Nice-Price-DVD (62 Min., keine Untertitel) einen meiner absoluten Lieblings-Gitarristen locker und wie befreit bei einem inspirierten Solo-Konzert zu sehen bekomme (bei Out of the Blue sogar am Keyboard) - was nicht bedeutet, dass ich mich nicht über offizielle Ton- und Filmdokumente von dieser Tournee freuen würde!


Rolling Stones - Terrifying/The Legendary Atlantic City Concert 1989
Rolling Stones - Terrifying/The Legendary Atlantic City Concert 1989
DVD ~ k.A.

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atlantic City, 19.12.1989, 30. Oktober 2011
Das letzte Konzert der "Steel Wheels"-Tour der Stones in Amerika gab es seit vielen Jahren als hervorragendes "Atlantic City"-Bootleg auf 3fach-LP und -CD; fast 20 Jahre nach seiner Entstehung läuft mir endlich auch der Konzertfilm über den Weg! Wie die CD, enthält er das gesamte 160minütige Konzert; hier findet sich sogar das Continental Drift-Konzertintro. So wie schon Swingin' Pig Records seinerzeit mit dem Bootleg eine vorübergehende Gesetzeslücke nutzten, ist auch "Terrifying" eher eine halboffizielle Veröffentlichung: Der Sound ist okay, aber die Bildqualität ist nur so gut wie die der VHS-Cassette, von der es wahrscheinlich übernommen wurde. Fast das gesamte Konzert ist in sanftem Dunkelblau gehalten, ab und zu unterbrochen von blutroter Bühnenbeleuchtung. Die verwendeten Kameras waren noch nicht so lichtstark wie heute (vgl. z.B. Scorseses "Shine a Light"); die offizielle Tour-DVD "Live at The Maxx" war besser ausgeleuchtet.

Das Konzert war fantastisch: am letzten Abend der US-Tournee gaben die Stones für Radio und Fernsehen 160 Minuten lang nochmal alles (inzwischen nähert sich die Länge von Stones-Konzerten eher der 120er Marke an). Bill wird fast gar nicht gezeigt, und wenn, dann wirkt er überwiegend niedergeschlagen, wahrscheinlich Zeichen seiner Eheprobleme mit Mandy Smith und rückblickend Vorbote seines anstehenden Ausstieges bei den Stones. Keith, der tags zuvor 46 geworden war, ist blendend aufgelegt und spielt zusammenhängender als heute, wo er auf der Gitarre eher Splitter in die Songs schickt (beides hat was für sich).

Die Größe der Bühne und die Zahl der Gastmusiker setzten neue Maßstäbe, die heute noch gelten: erstmals gingen die Stones mit den Uptown Horns sowie seit langem wieder mit ihrem alten Kumpel Bobby Keys (sax) auf die Bühne. Die Backgroundsänger Bernard Fowler und Lisa Fisher (bis heute auf Tour dabei) sowie Cindy Mizelle setzten sowohl stimmlich als auch optisch mehr als nur Akzente, und mit Chuck Leavell (ebenfalls bis heute fest dabei) und Matt Clifford hatten sie sogar zwei Keyboarder an Bord! Mithilfe damals modernster Sampling-Technologie gelang es den Stones auch endlich, komplexe psychedelische Songs wie 2000 Light Years from Home live umzusetzen. Angesichts dieser zehnköpfigen Verstärkung waren die Stones gezwungen, zum ersten Mal in ihrer Geschichte ihre Schlüsse zu proben, die sie bis dahin immer gern recht willkürlich hatten zerfasern lassen.

Man spürt der Band die Spielfreude nach sieben Jahren Bühnenabstinenz an. Außerdem enthielt die Setliste etliche Songs, die sie live fast noch nie oder schon ewig lang nicht mehr gespielt hatten (Paint it black, Ruby Tuesday, 2000 Light Years from Home, Salt of the Earth, Bitch, Undercover of the Night, Harlem Shuffle) sowie Songs aus ihrem damals aktuellen Album "Steel Wheels", die leider bald darauf wieder in der Versenkung verschwanden (Sad sad sad, Mixed Emotions, Rock and a hard Place, Terrifying und Can't be seen).

Zu den Höhepunkten zählen Lisa Fishers Einlage bei Gimme Shelter und die Gastauftritte von John Lee Hooker, den die Stones mit Eric Clapton bei Boogie Chillen begleiten, von Axl Rose und Izzy Stradlin bei Salt of the Earth sowie besonders Eric Claptons Soli bei Little red Rooster (diese Version landete, leicht gekürzt, auf "Flashpoint").

"Atlantic City" wird mit all seinen kleinen Schwächen immer eines meiner Lieblingsbootlegs von den Stones bleiben: bei Can't be seen fängt Keith schon mal ohne einen Teil der Band an (die offizielle "Flashpoint"-Version ist kompakter), irgendwer versemmelt das Intro von Salt of the Earth, und Keyboarder Matt Clifford trifft im Intro von You can't always get what you want nicht alle Töne auf dem Flügelhorn richtig, aber egal: dies ist das Konzert, das ich bis heute lieber als offizielle Live-CD sehen würde als "Flashpoint". Endlich gibt's auch den Film dazu - auch wenn ich jetzt weiß, dass Mick Jagger die Zugabe Jumpin' Jack Flash in einem affigen Kapuzenbademantel singt!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 22, 2013 8:45 AM CET


Discovery
Discovery
Wird angeboten von derallerletztekrieger
Preis: EUR 111,11

137 von 145 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The Pros and Cons of "Discovery", 23. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Discovery (Audio CD)
Nach den beiden Boxen "Sine on" Anfang der Neunziger und "Oh by the Way" vor ein paar Jahren liegt der Pink Floyd-Katalog neu aufgelegt vor, und natürlich erscheinen, rechtzeitig zum nächsten Wiegenfeste, alle Studio-Alben von 1967-1994 (wenn man davon absieht, dass Ummagumma ein Livealbum beinhaltet) auch wieder gesammelt in einer Box - nur diesmal ganz frisch remastert.

Die CDs stecken, ökologisch korrekt, in sehr ästhetischen Papp-Klappcovern, und die Booklets der Neunziger-Remasters sind wie erwartet teils behutsam, teils deutlich überarbeitet worden. Auf jeden Fall liegen sämtliche Songtexte vor, und das Auge kriegt auch was zum Mit-Essen!

Schwach ist, dass sich die Plattenfirma mal wieder nicht entscheiden konnte, eine CD mit Singles und Raritäten dazu zu packen, nicht mal "Relics" ist mit dabei: Von "The Piper at the Gates of Dawn" z.B. gibt es seit 1997 den Mono-Mix und seit 2007 eine 2fach- bzw. 3fach-CD-Box mit dem Mono-Mix sowie einigen alternativen Fassungen und Single-A- und B-Seiten. Das Album kommt auch 2011 wieder mal ganz ohne die Singles Arnold Layne/Candy and a currant Bun, See Emily play und Apples and Oranges/Paintbox daher. Auf ein Stereo- und Mono-Remaster samt den Singles It would be so nice/Julia Dream und Point me at the Sky/Careful with that Axe, Eugene warte ich bei "A Saucerful of Secrets" auch schon lange. Auch ansonsten: Bonustracks - völlige Fehlanzeige. Das wäre doch mal eine gute Gelegenheit gewesen, dem Fan neben o.g. Singles Songs wie Embryo sowie die lange Version von Pigs on the Wing (erhältlich auf Snowy Whites "Gold Top"-CD), die Singleversionen von Another Brick in the Wall Part 2, von Not now John (in der Gilmour "stuff all that" statt "f**k all that" singt) und die B-Seite The Hero's Return Parts 1 & 2 usw. usf. anzubieten. "The final Cut" enthält immer noch den Extra-Song When the Tigers broke free, wie schon seit dem Remaster von 2004.

Das der Box exklusiv beiliegende Buch "Graphic Tales" zeigt in chronologischer Abfolge etliche unveröffentlichte Design-Entwürfe (Grafiken, Poster, Cover etc.) zu Floyd-Alben oder -Tourneen, launig kommentiert von Storm Thorgerson von Hipgnosis, dem Künstler-Team, das sich um fast alle Pink Floyd-Cover (und die vieler anderer) kümmerte. Das ist schön anzusehen; ich hätte etwas mehr Substanz in Form von Textinformationenen (wie im Begleitbuch der "Shine on"-Box) begrüßt.

Preislich spricht für die Box, dass der Album-Stückpreis bei gut 11 Euro liegt, die beiden Doppel-CDs "Ummagumma" und "The Wall" eingeschlossen. Allerdings kommen "Dark Side of the Moon", "Wish you were here" und "The Wall" in der Folge zusätzlich in sogenannten Experience Editionen mit jeweils einer Extra-CD heraus, die in dieser Kiste natürlich nicht enthalten sind (von den "Immersion Boxes" gar nicht zu reden), und kaum ein Floyd-Fan wird darum herum kommen, diese Alben doppelt zu erwerben.

Die Songs sind beim Remastern nicht wie befürchtet (und wie z.B. beim Queen-Katalog geschehen) bis zum Geht-nicht-mehr, sondern nur behutsam und wo erforderlich komprimiert worden, was eine höchst erfreuliche Dynamik erlaubt. Leider ist auch eine leichte Überbetonung der Höhen zu verzeichnen. Dafür lässt der Sound im Direktvergleich zu den Neunziger-Remasters, mit denen ich nie ganz glücklich war, weil sie das Dynamik-Spektrum nicht voll ausnutzten und in meinen Ohren etwas kühl und doch dumpf klangen, eine neue Detailtreue zu; von ihnen kann ich mich jetzt leichten Herzens verabschieden.

Nachtrag: die neuen Pink Floyd-Remasters gefallen mir im Großen und Ganzen besser als die von 1994; die klangliche Offenbarung, auf die man hoffen durfte, stellen sie aber nicht dar.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2013 9:46 AM MEST


Beatles for Sale (Remastered)
Beatles for Sale (Remastered)
Preis: EUR 13,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kriegsmüde - aber auf hohem Niveau, 15. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Beatles for Sale (Remastered) (Audio CD)
Der etwas unglücklich gewählte Albumtitel "Beatles zu verkaufen" deutete darauf hin, dass es sich bei ihrem vierten Album - entgegen Derek Taylors Begleittext - um ein Produkt handelte, das rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum landen musste. Wie George Martin rückblickend anmerkte, waren die Beatles während der Aufnahmen etwas kriegsmüde - 1963/'64 hatten sie pro Jahr zwei Alben, zwei bis drei Singles und '64 eine EP mit neuem Material veröffentlicht und zahllose TV- und Radio-Auftritte absolviert, ganz zu schweigen von dem Kinofilm "A hard Day's Night" und den Tourneen rund um die Welt. Da sie einfach nicht genug Zeit zum Komponieren gehabt hatten, ergänzten sie, wie schon auf ihren ersten beiden Alben, die acht Lennon/McCartney-Originale um sechs Coversongs aus ihren Cavern-/Star Club-Tagen. Diese erfolgsbedingte "Kriegsmüdigkeit" kam sowohl in Lennons melancholischen Kompositionen als auch in seinem rauem Gesang (No Reply, I'm a Loser, Baby's in Black, Words of Love, Every little Thing, I don't want to spoil the Party) und besonders auf dem Coverfoto zum Ausdruck - man vergleiche nur, wie viel hipper und entspannter die Beatles genau ein Jahr später auf "Rubber Soul" aussahen!

Hatte George den Sound auf "A hard Day's Night" mit seiner 12-saitigen Rickenbacker mit definiert, bekamen etliche Songs auf "Beatles for sale" durch seine neue Gretsch Tennessean einen Country & Western-Touch. Unter den Coversongs klingen vor allem Buddy Hollys Words of Love und Carl Perkins' Honey don't etwas müde. Lennon überließ Ringo Honey don't für dessen obligatorischen Gesangsbeitrag auf der LP, und Ringo hat den Song bis heute im Liveprogramm. (Auf "Live at the BBC" ist zu hören, wie Lennon den Song darbot.) Sehr zu Perkins' Freude outeten sich die Beatles 1964 als große Fans: neben Matchbox (von Ringo auf der EP "Long tall Sally" gesungen) sang George hier Everybody's trying to be my Baby, das vielleicht unter etwas zu viel Hall litt. Das etwas obskure Mr. Moonlight gilt unter Fans als die vielleicht unnötigste Beatles-Aufnahme. Nach jahrelangem Kursieren auf diversen Bootlegs erschien mit Leave my Kitten alone auf "Anthology 1" 30 Jahre später ein Rock'n'Roll-Song, der die wohl bessere Alternative dargestellt hätte.

Ebenfalls auf "Anthology 1" ist der zweite Take von Kansas City/Hey hey hey hey zu hören, der zeigt, dass die Beatles mit dem ersten Take die perfekte Version abgeliefert hatten, was ihnen zuvor schon mit Twist and Shout und Long tall Sally und auf diesem Album mit Rock and Roll Music gelungen war, einer der - neben Around and around von den Rolling Stones - besten Chuck Berry-Coverversionen. Nach "Beatles for sale" mussten die Beatles kaum noch Fremdmaterial für ihre Alben einspielen.

Für Pauls I'll follow the Sun griff man aus Zeitgründen auf eins von McCartneys Frühwerken zurück, nett, eingängig - und etwas belanglos. 1964 hatten die Beatles Dylans "Freewheelin'"-Album entdeckt und rauf- und runtergehört, was sich auf "Beatles for sale" vor allem in Lennons zunehmend selbstreflexiven Songs niederschlug, in denen er Trauer und verlorene Liebe thematisierte, neben I'm a Loser und No Reply in dem ergreifenden I don't want to spoil the Party und Baby's in Black (das die seltene Ehre hatte, als einzige Lennon/McCartney-Komposition bis zum Ende ihrer Live-Auftritte im Programm zu bleiben). Diese Melancholie wird aber durch die schnelleren Songs geschickt ausbalanciert: John und Paul mögen schon beim Komponieren nicht an Eight Days a Week geglaubt und die Beatles es nie live gespielt haben - es bleibt ein ansteckend fröhlicher Popsong und war eine verdiente Nummer 1 in Amerika.

Ich kann "Beatles for sale" nicht besprechen, ohne die zeitgleich entstandene Single I feel fine/She's a Woman zu erwähnen, um die viele ihrer Konkurrenten sie beneidet haben dürften und deren Ergänzung als Bonustracks mich sehr gefreut hätte. 26 Jahre nach Markteinführung der CD erschien das Album endlich auch in Stereo - bleibt nur zu bedauern, dass auch auf dieser Neuauflage nicht der Stereo- UND der Monomix des Albums - inklusive der Single I feel fine/She's a Woman! - veröffentlicht wurden, obwohl beide Platz gefunden hätten. (Der gravierendste Unterschied beider Fassungen besteht für mich in den verschiedenen Abmischungen von I don't want to spoil the Party: während Georges Gitarre im Monomix nur im Solo und am Schluss wirklich hochgefahren wird, ist sie im Stereomix durchgehend zu hören.)

"Beatles for sale" hat unter den frühen Beatles-Alben seine Schwächen - dies aber auf einem so hohen Niveau, dass ich es nicht unter 5 Sternen bewerten kann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 30, 2011 11:11 PM MEST


THE ROLLING STONES - Steel Wheels
THE ROLLING STONES - Steel Wheels
DVD ~ The Rolling Stones
Preis: EUR 13,64

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Almost hear you sigh - Tokio 26.2.1990, 21. August 2011
Rezension bezieht sich auf: THE ROLLING STONES - Steel Wheels (DVD)
Mein erstes Stones-Konzert sah ich am 27.5.1990 im Waldstadion in Frankfurt, und schon deshalb interessiere ich mich besonders für Mitschnitte von der "Steel Wheels/Urban Jungle"-Tour. Das vorliegende Konzert vom (höchstwahrscheinlich) 26.2.1990 in Tokio gibt's bereits seit ein paar Jahren in fast identischer Form (ohne Menü, Ton etwas lauter) als "Rolling Stones Steel Wheels - Tokyo 1990". Es handelt sich um eine 115-minütige Ausstrahlung im japanischen Fernsehen; beide DVDs sind keine offiziellen Veröffentlichungen und nutzen vermutlich die juristische Grauzone.

Von der Bildqualität darf man nicht viel erwarten: besonders in schlecht ausgeleuchteten Momenten gleicht sie eher einer Kopie der 2. oder 3. Generation einer abgefilmten VHS-Cassette, und hierfür gibt es auch den Punktabzug. In gut ausgeleuchteten Momenten geht's - für einen halblegalen, 20 Jahre alten TV-Mitschnitt.

Dies wird in meinen Augen jedoch durch den Inhalt wettgemacht. Die Klanqualität ist sehr angenehm, Keith und Ron sind ausgewogen abgemischt, und Keyboarder Chuck Leavell ist gut rauszuhören - anders als bei den offiziellen Veröffentlichungen, bei denen Mick & Keith die Finger an den Reglern haben.

Die Stones hatten in Tokio einen guten Lauf: Mick punktet mit Ansagen auf Japanisch und klatscht bei Satisfaction die erste Fanreihe ab, Ron hat ein gutes Solo in Miss you, und die Band spielt durchgängig sehr lebendig und für ihre Verhältnisse ungemein kompakt. Obwohl Satisfaction und Jumpin' Jack Flash wie üblich live mit je über acht Minuten etwas ausufern, schaffen es die Stones, Brown Sugar mit viereinhalb Minuten mal erstaunlich straff zu halten! Laut meinen Internetquellen fanden Ruby Tuesday, Harlem Shuffle und Jumpin' Jack Flash vom Konzert am nächsten Abend ihren Weg auf die "Flashpoint"-CD bzw. die sie begleitenden Maxi-CDs; die "Flash Point"-Version von Sympathy for the Devil stammt sogar (in gekürzter Form) von diesem Abend, was ihr Fehlen auf der DVD erklären könnte. Leider fehlen auch 2000 Light Years from Home und die Bandvorstellung.

Es gibt ein paar Parallelen zu meiner Lieblings-Stones-DVD "Terrifying", entstanden neun Wochen vorher, am 18.12.'89 beim letzten Konzert der USA-Tournee: auch hier sieht Bill Wyman auf seiner letzten Tour mit der Band überwiegend eher traurig und bedrückt als konzentriert aus, und die Setliste ist weitgehend deckungsgleich, wenn man davon absieht, dass hier keine Gaststars wie Axl Rose & Izzy Stradlin, John Lee Hooker und Eric Clapton auf die Bühne kommen. Und in der Zugabe Jumpin' Jack Flash ist zu sehen, dass Mick Jagger sich immer noch nicht von seinem affigen Kapuzenmantel verabschiedet hat! Dafür bietet "Steel Wheels" die seltene Gelegenheit, zu hören, wie gut das intime Almost hear you sigh auch im Stadionkontext funktioniert.

Alles in allem ist "Steel Wheels" ein tolles Konzert und eine Art gekürztes Pendant zur "Terrifying"-DVD, die ich wegen der Kürzungen und der genannten Gaststars allerdings vorziehe. P.S. Das Konzert, inklusive 2000 Light Years from Home, Sympathy for the Devil und Bandvorstellung, gibt's mittlerweile in sehr guter Tonqualität als Download auf stonesarchive.com.


The Rolling Stones Singles Box Set (1971-2006)
The Rolling Stones Singles Box Set (1971-2006)
Preis: EUR 169,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 45 x 45, 26. Juli 2011
Nach den drei CD-Boxen "The Singles" Vol. 1-3 über die DECCA-/London-Jahre 1963-1971 liegen jetzt auch die Jahre 1971-2006 in dieser Singles-Box vor. Passten die ersten drei Singles-Boxen noch auf drei CDs, wie die 3fach-CD-Box "The Singles Collection-The London Years" zeigt, enthält die neue Box genug Material für 11 prall gefüllte CDs, wobei man aufgrund der Wiederholung etlicher Titel mindestens eine CD abziehen kann.

Einen Fehler hat man bei dieser Gelegenheit ausgemerzt: wurde Ex-Bassist und Stones-Archivar Bill Wyman auf dem Cover der CD "Rarities 1971-2003" blödsinnigerweise wegretuschiert, so wurde er hier nicht nur in das dreiköpfige Team der Zusammensteller aufgenommen, sondern sogar gebeten, Anmerkungen zu einigen seiner Lieblings-Hits zu verfassen, und im Booklet ist er, wie selbstverständlich, auf fast allen Bandfotos zu sehen.

Die Prämisse der Zusammenstellung, alle in den USA und in England erschienenen Single- und Maxi-Single-Tracks in dieser Box zusammen zu fassen, bringt Vor- und Nachteile: zum Einen wurden besonders im Falle einiger Endachtziger- bis Endneunziger-Maxis alle Songs, die damals auf Singles und Maxis verstreut erschienen, auf einem Silberling zusammengefasst, was einige Maxis zu vollwertigen Langlauf-CDs macht (Love is strong, Saint of me, Out of Control).

Im "Sinne der historischen Genauigkeit" (Booklettext) tauchen dadurch andererseits etliche Songs, darunter einige Raritäten, doppelt auf, nämlich Angie, Tumbling Dice, It's only Rock'n'Roll, Beast of Burden, When the Whip comes down, Miss you (12" Version), Emotional Rescue, Waiting on a Friend, Harlem Shuffle, Harlem Shuffle (London Mix), Mixed Emotions (Single Edit), Rock and a hard Place (Single Edit), Rock and a hard Place (Dance Mix), Wish I'd never met you, Play with Fire (live), Undercover of the Night (live), So young und Anybody seen my Baby? (Bonus Roll). Fool to cry gibt's gleich dreimal, und die Single-Version von Miss you führt mit vier Nennungen. Es kann etwas nerven, wenn man die Singles chronologisch durchhören will und ein Song wie Fool to cry oder When the Whip comes down dabei zweimal ziemlich eng hintereinander auftaucht, einfach weil bestimmte Singles ähnlich bestückt waren. Auf der anderen Seite muss man das ja nicht tun, und auf der Haben-Seite steht eine nette Abwechslung, wenn man z.B. auf der Maxi von Almost hear you sigh auf alte Bekannte wie Angie, Beast of Burden oder Waiting on a Friend trifft und beruhigt feststellt, dass die Stones ihrem Stil über die Jahre treu geblieben sind.

Einer der Hauptnachteile bei dieser Box besteht darin, dass durch die Beschränkung auf den US- und UK-Markt einige Singles diese nichtssagenden Single-Hüllen aus den frühen Siebzigern haben - und dass ein paar Songs einfach fehlen, vermutlich schlicht deshalb, weil sie im Rest von Europa erschienen, nicht aber im Heimatland. Nun weiß ich nicht genau, ob die meisten Singles von '71 bis '78 in England oder in den Staaten wirklich keine Foto-Hüllen hatten, vorstellen kann ich es mir nicht. Aber selbst wenn: in anderen Ländern hatten sie welche! Meine deutschen Singles von Angie, Ain't too proud to beg oder Fool to cry z.B. haben Fotohüllen, und im Jahre 2011 müsste es eine Selbstverständlichkeit sein, auf solche Fotos zurückzugreifen, das wird ja in vielen anderen Fällen auch so gehandhabt. (Die Liveversion von Gimme Shelter stammt nebenbei nicht, wie auf der Saint of me-Hülle angegeben, von der Live Licks-, sondern von der Voodoo Lounge-Tour.) Das ist nicht "historisch korrekt", das ist Schlamperei.

Diese "Historische Korrektheit" scheint auch der Grund zu sein, warum die Wild Horses-Maxi gänzlich fehlt - was erklären könnte, warum vor ein paar Jahren drei Songs davon auf "Rarities 1971-2003" gepackt wurden. Weiter fehlen alle drei Remixe der Too much Blood-Maxi-Single ('83) sowie die Winning ugly-Maxi von '86 (wenigstens der London Mix tauchte später auf der Ruby Tuesday-Maxi auf), und es soll noch ein paar fehlende Live-Songs aus der "Flashpoint"-Periode geben. Auf der Sex Drive-Maxi ('91) fehlen der Dirty Hands Mix und die Club Version meiner deutschen Maxi-CD. Bei der "Full Length Version" von Highwire ('91) fehlt leider Mick Jaggers Einzählen der Maxi-Single. Die deutsche Maxi von Don't stop ('02) enthielt noch die Albumversion; Streets of Love ('05) ist hier nicht der Radio-Edit, sondern die Albumversion. Bei einem Preis von rund 160 € erwarte ich, dass die Plattenfirma bezüglich der Single-Hüllen und solcher fehlender Schätze über ihren Schatten springt; es kann ja wohl nicht sein, dass in einer solchen offiziellen Box Songs fehlen, die ich seit Jahren in meiner Plattensammlung habe. Hierfür gibt es auch einen dicken Punkt Abzug in der Wertung.

Soundmäßig hat man sich erwartungsgemäß im Großen und Ganzen an die neuesten Remasters von 2009 gehalten bzw. sich lautstärkemäßig daran orientiert (die Booklet-Angaben sind hier recht ungenau; eine Ausnahme ist z.B. Tumbling Dice).

Es fällt auf, dass der Applaus vor und nach Let it rock recht knapp ein- und ausgeblendet wurde. Im "Weißbuch" las ich von einem US-Single-Edit von Wild Horses, der hier nicht verwendet wurde; dafür ist die B-Seite, Sway, der originale Single-Edit (ohne Einzählen und eine halbe Minute früher ausgeblendet), der leider auch in zwei Gesangszeilen zerrt. Perle der Sammlung ist der Single-Mix von All down the Line, genauso mono wie die Albumversion, aber länger, mit ein paar zusätzlichen Slide-Licks von Mick Taylor und einem ziemlich präsenten Piano von Ian Stewart.

Folgende Songs gab's noch nie offiziell auf CD: der Single-Edit von Far away Eyes; Think I'm going mad, die B-Seite von She was hot (leider ist wegen eines ärgerlichen Masteringfehlers die Snare in den ersten beiden Takten einmal etwas vorgezogen zu hören); die Maxi-Dub-Versionen von Undercover of the Night und Feel on Baby; der London Mix und der ungekürzte NY Mix von Harlem Shuffle; der Single Edit und der London Mix von One Hit (To the Body) und vermutlich die ganze Rock and a hard Place-Maxi - wobei die Frage ist, wie oft man die diversen Remixe wirklich hört; die haben teilweise herzlich wenig mit den Stones zu tun. Die Live-Version von 2000 Light Years from Home ('90) scheint mir, anders als auf Vinyl, hier wieder in der Originalgeschwindigkeit überspielt zu sein, und die Liveversionen von Rock and a hard Place und Hand of Fate kannte ich bisher auch nur auf Vinyl.

Da ich die Box natürlich nicht mit ins Auto nehme, habe ich mir alle Singles für Autofahrten auf einen USB-Stick gepackt, und hintereinander weg gehört sind sie ein wirkliches Hörvergnügen, ganz abgesehen von den zahlreichen CD-Premieren! Ich wünschte, diese Box wäre ein paar Jahre früher erschienen, das hätte mir jahrelanges Rumstöbern nach den vielen Raritäten auf Plattenbörsen und in Secondhand-Läden (und die damit verbundenen Kosten!) erspart.


Braun Oral-B Professional Care 500 Olympia Tiefen-Reinigung
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Preis: EUR 32,95

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zügig und gründlich, 26. Juli 2011
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Mein Zahnarzt war ehrlich genug, mir zu sagen, dass er mittelfristig arbeitslos würde, wenn alle seine Patienten elektrische Zahnbürsten benutzten. In meinem Falle trifft seine Prognose zu: seit ich vor ein paar Jahren begonnen habe, meine Zähne elektrisch zu putzen, ist dank des Schwingkopfes Zahnstein kein Thema mehr, und es sind auch keine nennenswerten Neuschäden hinzugekommen; alles, was er noch sanieren muss, sind alternde Füllungen. Da ich im Laufe der Jahre bereits mit zwei Vorgängermodellen in derselben Preiskategorie Erfahrungen sammeln konnte, fällt mir der Vergleich mit dem vorliegenden Modell umso leichter:

Zum einen freut mich, dass ich die neue Zahnbürste ohne Probleme mit den Ladestationen der Vorgängermodelle laden kann. Es ist eine Unart der Industrie, dass für jedes neue Modell (z.B. bei Handys) immer noch völlig neue Adapterkabel erforderlich sind; dies ist hier nicht der Fall.

Ich habe die Zahnbürste vorm ersten Gebrauch wie empfohlen erst einmal 24 Stunden auf die Ladestation gestellt. Entweder sind meine alten Zahnbürsten im Laufe der Jahre schwächer geworden, oder die aktuelle Akkuleistung hat zugenommen oder beides; aber der Akku der Oral-B Professional Care 500 scheint mir mit einer Woche Laufzeit bei normalen Gebrauch (ca. 6 Minuten täglich) deutlich höher zu liegen als ihre Vorgänger zu ihren guten Zeiten (deren Laufleistung liegt mittlerweile bei ca. 3 Tagen), und das, obwohl ich meine elektrischen Zahnbürsten immer erst lade, sobald sie leer zu laufen drohen, um dem "Memory-Effekt" entgegenzuwirken. Erfreulich und neu ist für mich, dass ein rotes Warnlämpchen rechtzeitig auf den niedrigen Akkustand hinweist, was ermöglicht, den Netzstecker bei Nichtbedarf zu ziehen.

Es nervt ein wenig, dass eine - wenn auch sehr kurze - Unterbrechung in der Putzbewegung ca. alle 30 Sekunden die Timerfunktion erfüllt; mein altes Modell tat dies zwar nur alle zwei Minuten, unterbrach dafür aber ärgerlich lange in drei kleinen Schüben.

Die Oral-B 500 verfügt zwar nur über eine einzige Geschwindigkeitsstufe; diese liegt aber angenehm hoch, was für zügiges und gründliches Reinigen sorgt, und niedrige Geschwindigkeitsstufen habe ich sowieso noch nie benutzt. Es könnte allerdings ein, dass für kleine Kinder eher ein Modell in Frage kommt, das über eine geringere Schwingfrequenz verfügt; meinem Sohn z.B. war im Kleinkindalter die hohe Frequenz immer unangenehm.

Dank des schlanken Griffdesigns liegt die Oral-B 500 sehr gut in der Hand ist nicht zuletzt wegen der eingangs genannten Empfehlungen als Zahnbürste sowohl fürs Bad als auch für unterwegs uneingeschränkt zu empfehlen.


Stripped
Stripped
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "I felt like a Hillbilly for a minute...", 28. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Stripped (Audio CD)
"...just a minute, though!" Jaggers humorige Ansage im Anschluss an Dead Flowers verdeutlicht sehr gut die humorvoll-entspannte Spielfreude, die das Album ausstrahlt. Man merkt den Stones an, wie viel Spaß sie bei den Aufnahmen hatten; als Keith die Einleitung von Love in vain verpatzt, amüsieren er und Ronnie sich prächtig und lassen sie drin, und Ronnie schraddelt unbekümmert mit seiner Slidegitarre immer mal wieder haarscharf auf der Suche nach dem richtigen Bund an eben jenem vorbei.

Die meisten nannten es damals "Unplugged", Page & Plant "unledded", bei Joe Cocker hieß es "Organic", und bei den Stones natürlich "Stripped", also in etwa "abgespeckt, entschlackt", aber eben auch "entblättert", je nach Standpunkt. Ganz "unplugged" war es ja auch nicht, schließlich blieben bei einigen Songs die E-Gitarren eingestöpselt, und das war auch gut so. Interessanterweise wählten die Stones fast nur Songs von 1964-1973 aus; die Ausnahme bildet die endgültige Version von Slipping away, die mich, anders als die '89er Studiofassung, erst überzeugen konnte.

"Stripped" (59:42), entstanden bei der "Voodoo Lounge"-Tournee '94/'95, ist das bis heute originellste Tour-Mitbringsel der Rolling Stones. Warum es allerdings immer wieder unter "Live-CD" firmiert, kann ich nicht ganz nachvollziehen; es mag ja sein, dass die Songs größtenteils ohne Overdubs auskamen, aber vor Publikum scheinen mir nur Street Fighting Man, Like a Rolling Stone, Shine a Light, Dead Flowers und Angie mitgeschnitten worden zu sein, die restlichen neun Songs sind Studioaufnahmen.

Aber egal, das Konzept zählt, und das hat Bestand: mit den Akustikgitarren, die Street Fighting Man antreiben, nähert sich die Band wieder der Rangehensweise an die '68er Studioaufnahme. Not fade away war der Opener bei dieser Tournee, Angie wurde um eine Minute gekürzt gespielt, was ihr gut tat, Shine a Light war kompakter als die Studiofassung, und Songs wie Dead Flowers, Sweet Virginia oder Let it bleed flockten gut gelaunt vor sich hin (wenn auch letzteres einiges von der ursprünglichen Düsternis eingebüßt hat). Aus der etwas unbeholfenen Beat-Band-Nummer I'm free machen die Stones dreißig Jahre später ein kleines, aber schimmerndes Juwel, und aus der Satisfaction-UK-B-Seite The Spider and the Fly blitzt Jaggers Humor auf, wenn er statt der ursprünglichen Zeilen "she was comin' flirty, she looked about thirty" (das war für den Mittzwanziger seinerzeit offenbar gruselig alt!) selbstironisch singt, dass sie mittlerweile fünfzig ist. Obwohl der Blues Little Baby Premiere auf einer Stones-CD feiert, ist er als Schlussnummer vielleicht doch nicht die glücklichste Wahl.

Zwei Songs waren die ganz offensichtlichen Single-Auskoppelungen: Bob Dylan mag Like a Rolling Stone weder für noch über die Stones geschrieben haben, aber ich musste schon schmunzeln, als sie es am 19.8.'95 auf dem Hockenheimring spielten! (Die Karte kostete noch 65 DM, wohlgemerkt.) Wild Horses, seit 1971 eine der eindringlichsten Balladen in ihrem Repertoire, erreicht durch die leicht gestraffte Neuinterpretation sogar noch etwas mehr an altersweiser Intensität; sie gehört zu Charlies Lieblingseinspielungen.

Auf den Maxi-CDs Like a Rolling Stone, Wild Horses und I go wild fanden sich noch geile Versionen von Live with me und Tumbling Dice (beide tauchten auf "Rarities 1971-2003" wieder auf), All down the Line, Black Limousine, I go wild und meine Lieblings-Liveversion von Gimme Shelter, auf dem "Hope floats"-Soundtrack gab's noch Honest I do, alle ebenfalls von dieser Tournee und mühelos das "Stripped"-Niveau haltend.

Beim Remaster von 2009 kann ich beim besten Willen keine Klangbearbeitung oder gar -verbesserung feststellen, was beim fantastischen Klang des Originals auch gar nicht vonnöten war. Wer also seine Original-CD noch hat, braucht sie nicht zu entsorgen und kann sich weiterhin am CD-ROM-Teil erfreuen, der bei der Neuauflage nicht mehr enthalten ist.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 3, 2012 12:12 AM CET


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