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Rezensionen verfasst von
Toby Tambourine (Gießen)
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

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The U.S. Albums (13CD Box-Set / Limited Edition)
The U.S. Albums (13CD Box-Set / Limited Edition)
Preis: EUR 136,99

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die US-Alben im zweiten Anlauf, 19. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bereits 2004 bzw. 2006 kamen zwei Boxen mit je vier US-Beatles-Alben auf den Markt, die ich klanglich immer noch hervorragend finde; ich habe nie verstanden, warum diese Reihe nicht fortgesetzt wurde. Diese neue Sammlung, veröffentlicht zum 50. Jubiläum des Durchbruchs der Beatles in Amerika mit I want to hold your Hand, richtet sich zum einen an die zahlreichen Fans in Amerika, die ihre geliebten Beatles-Alben endlich mal wieder in den ihnen vertrauten Songabfolgen hören wollen, und zum anderen an Sammler wie mich, die auf der Suche nach Raritäten sind. Es war in den Sechzigern eine durchaus übliche Politik der Plattenfirmen, UK-Alben mit aktuellen Singlehits zu bestücken, zu zerpflücken und zu melken, um dadurch weitere Alben und somit mehr Absatzmöglichkeiten zu schaffen. Des weiteren wurden ohne jeden Skrupel Bänder bearbeitet; besonders bei Monoaufnahmen war es gang und gebe, im Studio "duophonische" oder aber "Schmalspur"-Stereofassungen zu kreieren und diese (neben einigen Stereomixen von z.B. Long tall Sally oder I call your Name) oft nachträglich mit gewöhnunsgbedürftig viel Hall zu versehen; im Falle von I'll cry instead wurde der Monomix sogar verlängert. Den Beatles gelang es erst ab "Sgt. Pepper's", diesem Geschäftsgebaren ein Ende zu setzen. US-Hörer werden klanglich enttäuscht sein, denn wie vorab angekündigt und im Booklet beschrieben, hat man wo immer möglich die UK-Remasters von 2009 verwendet, da den US-Plattenfirmen oft nur Bandkopien der 3. oder gar 4. Generation zur Verfügung standen, und nur in wenigen Fällen auf diese teilweise markanten Nachbearbeitungen bzw. Alternativmixe zurückgegriffen - wenn auch wiederum nicht in aller Konsequenz, wie sich zeigt.

Zu den Besonderheiten der Alben (diese Liste wird immer mal aktualisiert werden):

"Meet the Beatles": All my Loving erschien Mitte der Sechziger auf einigen deutschen LPs ("With the Beatles", "Beatles Greatest", "The World's Best") mit Ringos Einzählen auf der Hi-Hat; fehlt hier natürlich, wäre aber witzig gewesen für Sammler.

"The Beatles' Second Album": Auch beim Stereoalbum die Monomixe von I'll get you und She loves you zu verwenden, war zwar konsequent, aber witziger wären doch die verhallten künstlichen US-"Stereomixe" gewesen.

"A hard Day's Night": Den Amerikanern war I'll cry instead mit 1:43 zu kurz, weshalb man die erste Strophe bei 1:11 erneut in den Song kopierte und die Laufzeit so auf 2:03 verlängerte; allerdings scheint dies nur mit dem Monomix geschehen zu sein, denn dieser wurde auch in das Stereoalbum integriert (auf "Something New" erscheint die kurze Stereofassung). Ich habe einen glasklaren Stereomix des verlängerten Songs, der von der "A hard Day's Night"-Laserdisc stammen soll, auf den hier aber leider nicht zurückgegriffen wurde. Die Filmsongs gehen mir aber gehörig auf die Nerven. Welchen Sinn haben Instrumentalversionen von I should have known better und And I love her, wenn sie doch in den Beatles-Versionen sowieso auf dem Album sind? Die armen Amerikaner, die ja die Songs nicht so einfach überspringen konnten wie wir im CD-Zeitalter! Das war die wahre Geldschneiderei, und ich bin sicher, das hat Fans vergrault und war den Absatzzahlen nicht förderlich!

"Something New": für deutsche Pressungen hatte die deutsche Plattenfirma das Schlussriff von And I love her von vier mal auf sechs mal verlängert, hätte es ebenfalls witzig gefunden, diese Version hier einzubauen. Für uns Sammler halt.

"Beatles '65": Hier wurde die Prämisse, nur die Remasters von 2009 zu verwenden, verletzt, es wurden die verhallten Monomixe von She's a Woman und I feel fine im Monoalbum untergebracht. Nostalgisch veranlagte Amerikaner wird es freuen.

"The early Beatles": wie schon beim im Falle von I'll get you und She loves you liegen von Love me do und P.S. I love you auch im Stereoalbum die Monomixe vor. Auch hier hätte ich es schön gefunden, hätte man (wie schon bei den "Capitol Albums") im Stereoteil die duophonischen Mixe genommen, denn der von Love me do eröffnete schon die deutschen Pressungen des "Roten Albums".

"Help!" wartet mit schönem Klappcover auf. Die eingestreuten blöden Instrumentalversionen der Filmsongs nerven aber fast genau so wie auf "A hard Day's Night". Mit dem "James Bond"-Intro bei Help! kann ich aber leben.

"Rubber Soul": Wie schon bei den "Capitol Albums" hören wir auf dem Stereoalbum die beiden Fehlstarts bei I'm looking through you und Johns gedoppelten Gesang im alternativen Mix von The Word.

"Yesterday...and today": Da Capitol neue Songs von den Beatles anmahnte, schickte George Martin von I'm only sleeping, And your Bird can sing und Dr. Robert Vorab-Mixe in die USA (diese drei Songs fehlten dann schmerzlich auf "Revolver"), die sich von den endgültigen UK-Mixen in kleinen Details unterscheiden sollen. Diese habe ich nicht im Ohr; der Monomix von I'm only sleeping ist jedenfalls nicht identisch mit seinem englischen Pendant, zu hören an den unterschiedlichen Overdubs von Georges Rückwärts-Gitarre. Schmuckstück der Sammlung: 26 Jahre, nachdem der UK-Stereomix von Day Tripper auf "Past Masters" erschien, gibt es jetzt endlich auch den US-Stereomix auf CD: der rechte Kanal wird erst beim zweiten Riff hochgefahren, der gesamte Mix hat weniger Hall und läuft ca. 4 Sekunden länger. So kenne ich ihn vom "Roten Album" auf Vinyl! Von We can work it out gibt es ebenfalls den US-Stereomix: eins der beiden Harmonium-Overdubs ist nun in der Mitte des Stereospektrums platziert. Beim Cover hat Capitol Humor bewiesen: wer will, kann jetzt das "Butcher Cover" mit dem der Zweitauflage überkleben - und es vielleicht sogar nochmal abziehen! Aber wer würde das selbst beim Originalcover probieren, bei den Sammlerpreisen...

"Hey Jude" ist ein von Allen Klein zusammengestellter Überbrückungssampler, der etwas unbeholfen einige Single- A- und B-Seiten vereinte und den ich dennoch ins Herz geschlossen habe, obwohl z.B. Get back oder The Inner Light fehlten, während Can't buy me Love und I should have known better immer schon auf "A hard Day's Night" zu haben waren. Erst "Past Masters" führte dieses Konzept dann 1988 konsequent aus. Der Monomix von Paperback Writer wurde ab der zweiten deutschen Vinylpressung durch den Stereomix ersetzt.

Die Coverdrucke gefallen mir sehr gut; alle Alben sind in der Box mit kleinen Schaumstoffeinlagen stoßgeschützt gelagert und in Plastikfolien verpackt; zudem kann man die CDs in mit damaliger Werbung bedruckten Papierinnenhüllen oder gar in Plastikhüllen geschützt in den Mini-Replica-Hüllen aufbewahren.

Anhand dieser Box komme ich endlich an "The Beatles Story" auf CD; die US-Version von "Magical Mystery Tour" hätte uns Sammler aber um den '66er Stereomix von Strawberry Fields forever bereichern können; hier gibt es immer noch Nachbesserungsbedarf.

P.S. Gab es tatsächlich kein Capitol-Album, auf dem From me to you enthalten war? Erstaunlich!
Kommentar Kommentare (45) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 2, 2014 6:08 PM CET


Rolling Stones - Sweet Summer Sun/Hyde Park Live  (Deluxe-Boxset mit DVD, Blu-ray und 2 CDs) [Limited Edition]
Rolling Stones - Sweet Summer Sun/Hyde Park Live (Deluxe-Boxset mit DVD, Blu-ray und 2 CDs) [Limited Edition]
DVD ~ The Rolling Stones
Wird angeboten von heinzman1
Preis: EUR 49,90

14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Irgend jemand hier, der auch 1969 schon da war?", 10. November 2013
Der Wettergott meinte es gut mit den Stones, als am 6.7. und am 13.7.2013 im Hyde Park die Kameras liefen (nicht mal die Deluxe Edition gibt Informationen darüber preis, welche Songs von welchem Abend stammen): Statt "Süße Sommersonne" (nach einer Zeile aus Loving Cup) hätten sie Film und Album, an einem verregneten Tag gedreht, wohl "Rain fall down" benennen müssen. So ließen sich die einsetzende Dämmerung und die Dunkelheit an diesen heißen Sommertagen cineastisch sehr effektiv verwerten.

Vom offiziellen Download, der nur wenige Tage später erschien, wusste man, was einen erwartete: eine gut aufgelegte, super aufspielende Band, die diesmal sogar etwas mehr als sonst geprobt zu haben schien: in Emotional Rescue und Miss you bekommt Darryl Jones ein paar Takte Quasi-Soloeinlagen zugesprochen, und in Miss you und im Midnight Rambler weiß die Band ganz genau, wann Jagger das Publikum zum Mitsingen einbeziehen wird.

Höhepunkt ist der Gastauftritt von Mick Taylor, der 44 Jahre zuvor an selbiger Stelle seinen Einstand mit den Rolling Stones gab: er ist beim Midnight Rambler dabei, und dann wieder bei Satisfaction – zum Akkordeschrubben auf der Westerngitarre!! Aber er scheint's zufrieden zu sein.

Der absolute Höhepunkt wäre gewesen, wenn Bill Wyman, wie schon auf vorangegangenen Konzerten, mit auf der Bühne gestanden hätte (vielleicht gar zusammen mit Mick Taylor?), doch er äußerte sich aus mir nicht ganz nachvollziehbaren Gründen im Zusammenhang mit diesem Hyde-Park-Konzert abfällig über diese Art von Nostalgieveranstaltungen. Nur, welches Stones-Konzert ist schon keine Nostalgieveranstaltung?

Da diese sich in den letzten 25 Jahren, ob auf CD oder auf DVD, abgesehen von der Setliste nur noch in Nuancen unterscheiden, liegt es nahe, eben diese zu betrachten. Im Hyde Park gingen die Stones auf Nummer Sicher: Die Show beginnt mit Start me up und endet mit Satisfaction. War die Setliste im "Shine a Light"-Konzertfilm experimentierfreudiger, ist im Hyde Park You got the Silver der einzige Song, der nicht in die Kategorie "Hit/Live-Schlachtross" fällt.

Eine Überraschung ist Emotional Rescue, eine der letzten Hitsingles, die die Stones (zumindest in Europa) noch nie live aufgeführt haben. Weniger überraschend, dass mal wieder - bis auf Doom and Gloom - kein Song jünger als 32 Jahre ist; die meisten sind sogar über 40 Jahre alt, sechs davon waren bereits 1969 dabei. (One more Shot hätte diesen Altersdurchschnitt deutlich anheben können, schade!)

Für die CD wurde Happy durch Tumbling Dice ausgetauscht, und Emotional Rescue, Paint it black und Before they make me run wurden in den Bonusteil der DVD verbannt. Erst war ich enttäuscht, aber nach Sichtung der drei Songs vermute ich, dass der Regisseur zumindest Emotional Rescue und Paint it black für den dramaturgischen Ablauf des Konzertfilms aus visueller Sicht als nicht spannend genug einstufte. Schade, aber was soll's, die Songs sind ja noch da.

Die Bühne wirkt ein wenig kitschig, kommt aber farblich schön bunt rüber, ohne grell zu wirken. Jagger mag sie. Die Stones wirken auch nicht mehr so bemüht wie in "Shine a Light", wo besonders Jagger beweisen zu müssen schien, dass er noch die Kondition eines 25-Jährigen hat. Das Hyde Park-Konzert wirkt wie eine fröhliche Abschiedsfete von der Europa-Tournee. Alle sind locker und gut drauf, da mag man Keith Richards wirklich abnehmen, wenn er sagt, nach 50 Jahren on the road sei seine Antriebsfeder für Live-Auftritte immer noch das Bemühen, heute Abend die perfekte Version der jeweiligen Songs abzuliefern - "it might be your last gig!" Was wir doch nicht hoffen wollen!
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2015 3:10 AM CET


The Complete Album Collection, Vol. 1
The Complete Album Collection, Vol. 1
Preis: EUR 148,99

60 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bob-Fest mit leichten Abstrichen, 2. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Seit 2003 (und mit je einem kleinen Nachschlag 2005 und 2009) die meisten - und seien wir ehrlich: wichtigsten - Dylan-Alben als hervorragende Remasters erschienen (die sich in dieser Box wiederfinden), warte ich darauf, dass die fehlenden Alben ebenfalls remastert nachgeliefert würden. Nun geht dieser Wunsch in Erfüllung, zumindest größtenteils: "The Complete Album Collection" enthält die fehlenden Remasters von "Self Portrait" (ansonsten nur erhältlich in der 4-CD-Box von "Another Self Portrait"), "Dylan", "Hard Rain", "At Budokan", "Street Legal", "Saved", "Shot of Love", "Real Live", "Empire Burlesque", "Knocked out loaded", "Down in the Groove", "Under the red Sky", "Good as I been to you" und "World gone wrong" (bei den nachfolgenden Alben hat man vom Remastering abgesehen). Auf "MTV Unplugged" fehlt übrigens Love minus zero/No Limit gegenüber der deutschen CD. Dafür wurde hier in Knockin' on Heaven's Door der nervige Loop mit dem Pfiff eines begeisterten Fans (auf dem rechten Kanal zu hören) entfernt, der auf der deutschen CD den ganzen Song durchzieht.

Alle Alben stecken in sorgfältig bedruckten, aber steifen Vinyl-Replica-Hüllen ohne jedes Zubehör wie gefütterte Innenhüllen oder gar Textbeilagen (die aber sowieso unleserlich klein ausgefallen wären). Vermutlich versuchte man zu sparen, um den günstigen Preis der Box zu gewährleisten. Ohne Platznot wurden "Blonde on Blonde" und "The Basement Tapes", anders als "Self Portrait", mal wieder auf Doppel-CDs gestreckt, bei denen man die CDs umständlich nach innen entnehmen muss.

Von "Street Legal" erschien 1999 ein ausgezeichneter Remix des ziemlich schlecht klingenden Originalalbums, der auch als Vorlage für das Remaster von 2003 diente; für die vorliegende Box wurde das Originalalbum remastert, was mir ein nostalgisches Wiederhören bescherte! Im Falle von Dylans Debütalbum hat man auf das Remaster von 2005 zurückgegriffen, das man beim besten Willen nicht als "stereo" (im Sinne von "Raumklang") bezeichnen kann, obwohl das Cover mit dem Aufdruck "Stereo" wirbt. Klingt aber sehr gut! Ich weiß, dass viele Hörer mit dem Zweispur-Stereomix der CBS-CD nicht viel anfangen können; mich hätte ein Remaster desselben für diese Box aber doch sehr gefreut.

Schmankerl der Kiste ist die "Side Tracks" betitelte Doppel-CD, d.h. sie hätte es werden können. Ihr heimlicher Untertitel lautet "The essential Biograph"; wer das "Biograph"-Boxset, "More Bob Dylan Greatest Hits", "Greatest Hits Vol. 3" sowie "The Best of Bob Dylan Vol. 2" besitzt, findet darauf nur eine wirkliche Rarität, nämlich die Akustikversion von George Jackson - und ausgerechnet dieser Song klingt nicht wie frisch remastert. Und somit wirft dieser Sampler eher die Frage auf, warum so viele Raritäten NICHT auf ihm enthalten sind, vorneweg die Big Band-Version von George Jackson sowie Rita May (B-Seite aus den "Desire"-Sessions, beide zu finden auf "Masterpieces").

Wo sind (um nur einige zu nennen) Raritäten wie
- Grand Coulee Dam, I ain't got no Home und Dear Mrs. Roosevelt (von "A Tribute to Woody Guthrie")
- Shelter from the Storm (alt. Take, von "The Best of Bob Dylan" (1997)
- You belong to me (vom "Natural born Killers"-Soundtrack)
- Let it be me ('81er B-Seite)
- Angel flying too close to the Ground (B-Seite von Union Sundown)
- Band of the Hand (dufte '86er Single mit Tom Pettys Heartbreakers)
- The Usual, Night after Night und Had a Dream about you Baby (alt. Version, alle drei vom "Hearts of Fire"-Soundtrack)
- A hard Rain's a-gonna fall (live mit dem Tokyo New Philharmonic Orchestra von der Dignity-Maxi)
- zahlreiche "Time out of Mind"-Liveversionen (verstreut über diverse Maxi-CDs)
- Red Cadillac and a black Moustache (von "Good Rockin' tonight" 2001)
- Down in the Flood (new Version, live), Diamond Joe, Dixie und Cold Irons bound (New Version, alle vom "Masked an anonymous"-Soundtrack)
- Down along the Cove (live 11.6.2004)
- sowie die Songs vom Japan-Sampler "Live 1961-2000"?
Hätte dieser prachtvollen Sammlung eine weitere Doppel-CD mit wirklichen Raritäten geschadet? Ich denke nicht.

Witzig immerhin ist Positively 4th Street in der Version von "The Best of Bob Dylan Vol. 2", die 10 Sekunden länger läuft als das Original (das rechtzeitig ausgeblendet wurde) und hören lässt, wie Bob sich ganz am Ende noch verspielt.

Abgerundet wird die Box mit einem üppigen, 270-seitigen Begleitbuch mit zahlreichen Fotos, Besetzungsangaben und Essays namhafter Rock-Journalisten zu den einzelnen Alben; leider ohne Songtexte.

Einzeln erhältlich lägen allein die 14 fehlenden Alben preislich weit über dem Gesamtpreis von "The Complete Album Collection". Und bei einem Einzelpreis von rund 3,50€ pro Album lassen sich o.g. Kritikpunkte verschmerzen. Jetzt bin ich gespannt, mit welchen Überraschungen "The Complete Albums Collection Vol. 2 - The Bootleg Series" aufwartet.
Kommentar Kommentare (31) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 28, 2013 2:55 AM CET


Trotz Alledem-Lieder aus 50 Jahren
Trotz Alledem-Lieder aus 50 Jahren
Preis: EUR 11,99

27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es war an der Zeit!, 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Trotz Alledem-Lieder aus 50 Jahren (Audio CD)
2013 und 2014 wurde ein Großteil der gut 30 Wader-Alben remastert neu aufgelegt, und wenn man den Klang der bisherigen CD-Auflagen in Betracht zieht, kann man sich nur wundern, warum das nicht schon viel eher geschehen ist - und dabei immer noch früher als beim Kollegen Reinhard Mey! Zu diesem Anlass kommt Hannes Wader, wie er in der Einleitung des Booklets schreibt, gern dem Wunsch seiner Plattenfirma nach, nach seinen persönlichen Vorlieben einen Überblick über rund 50 Jahre eigenen Schaffens zusammenzustellen. Herausgekommen ist diese Doppel-CD mit 37 Liedern, die einen ausgewogenen Überblick über seine Karriere erlaubt, d.h. von fast jedem Studioalbum von "Hannes Wader singt..." bis "Nah dran" (und vom Livealbum "Dass nichts bleibt wie es war") ist etwas dabei.

Das Booklet ist eine Freude: Besetzungsangaben sowie Waders Kommentare zu sämtlichen Songs, gelegentlich mit dem ihm eigenen Humor garniert: "An meine erste Liebe kann ich mich schlicht nicht mehr erinnern. Ich glaube fast, ich hatte gar keine."

Ich persönlich brauche nicht unbedingt Waders Exkursionen in die plattdeutschen und Volkslieder, seine "Shanties" und "Arbeiterlieder" und jene von Schubert oder über "Liebe, Schnaps, Tod", und somit kommt es mir entgegen, dass relativ wenige Songs aus diesen Kategorien viel Raum für seine Eigenkompositionen und seine Adaptionen anderer Künstler lassen.

Dass mit "Heute hier, morgen dort", "Kokain" und dem "Tankerkönig" drei absolute Kultstücke aus Waders Kanon nicht darunter sind, zeugt von Waders künstlerischer Integrität und der Solidarität seiner Plattenfirma mit ihm, die eben nicht um jeden Preis mit seinen größten "Hits" auf Nummer Sicher gehen will und muss. Natürlich sind der "Rattenfänger" dabei und "Es ist an der Zeit". In den Neunzigern wurden Waders Kompositionen besinnlicher, beschaulicher; streckenweise wird es daher auf CD 2 fast etwas betulich. Ich persönlich favorisiere z.B. "Damals" oder "Schön ist die Jugend", die hier fehlen. Aber das Konzept geht voll auf: Wenn schon kein "Best of"-Album im herkömmlichen Sinne, dann lieber gleich diese persönliche Retrospektive vom Künstler selbst, die alten Fans wie auch Neueinsteigern - nicht zuletzt klanglich!- viel Freude bereiten wird.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2014 1:00 PM CET


Fire It Up-Live
Fire It Up-Live
Preis: EUR 19,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Cologne! Guten Abend!", 14. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Fire It Up-Live (Audio CD)
Jemand hätte Joe Cocker doch sagen können, dass er an diesem Abend in "Köln" auftrat, nicht in "Cologne", wenn er sich schon die Begrüßung und "Danke schön!" auf Deutsch aneignete, oder? Von der Setliste her überlässt Cocker hingegen nichts dem Zufall. Schon der Albumtitel verrät, dass es sich hier um eine Werbeveranstaltung für sein neuestes Studioalbum handelt, von dem er die ersten acht Songs über den Abend verteilt. Ansonsten fehlt unter den restlichen 13 Songs keiner der großen Hits von With a little Help from my Friends bis Summer in the City, fast alle wichtigen Alben sind durch je einen oder zwei Songs vertreten, wobei es auch 23 Jahre nach Cockers "Live!"-CD acht Überschneidungen in der Setliste beider Live-Alben gibt - und immer noch drei mit "Mad Dogs & Englishmen" von 1970.

N'oubliez jamais (von "Across from Midnight") war mir persönlich mit seinem pseudo-französischen Charme immer etwas zu seicht. Eine schöne Überraschung ist Come Together, der Download-Bonustrack von "Hymn for my Soul" (2007), mit dem Joe Cocker seinem reichhaltigen Kanon eine weitere Lennon/McCartney-Komposition hinzufügte. Up where we belong und besonders You are so beautiful (bei dem Cocker zur Abwechslung mal wieder beide Strophen des Originals zum Besten gibt) werden sehr gefühlvoll interpretiert, With a little Help from my Friends wird über ganze 11 Minuten ohne einen Moment Langeweile zelebriert. Schön, wie in Cry me a River beide Backgroundsängerinnen kurze Soloeinlagen bekommen, davon hätte ich mir auch mehr vorstellen können.

Joe Cocker, zum Zeitpunkt der Aufnahme gerade noch 68 Lenze alt und seit langem mal wieder fast bartlos, ist immer noch bei sehr guter Stimme, besonders wenn man bedenkt, wie wenig er sein Organ all die Jahrzehnte hindurch geschont hat. Sehr sympathisch seine souveräne Bandvorstellung, zumal Cocker nicht für seine langen Ansagen berühmt ist. Die Band spielt toll, von gelangweilter Routine keine Spur. Das Album lebt von einem angenehm warmen Sound. Ich liebe besonders den Sound des Hammond-Organisten. Und dafür, dass die Band recht Keyboard-lastig auffährt, rockt sie erstaunlich kräftig. Aber mit einem Cocker-Konzert assoziiere ich - wie mit seinen Alben, nicht zuletzt der Studiovorlage "Fire it up" - den Sound von mindestens zwei Gitarren, zumal der hervorragende Gitarrist (ähnlich Ron Wood auf den regulären Stones-Livealben) die meiste Zeit sehr weit in den Hintergrund gemischt wurde. Selbst seine Soli bleiben oft nur Teil des Gesamtgeschehens, er hat es im Albummix meist schwer, sich durchzusetzen (wofür er selber freilich nichts kann).

Bleibt noch anzumerken, dass mir ein Live-Mitschnitt wie dieser von der vorigen Tournee lieber gewesen wäre; "Fire it up" war sicher das kommerziellere Album, um seitens der Plattenfirma eine Live-Doppel-CD zu wagen, aber die Songs auf "Hard Knocks" finde ich durchweg kantiger und interessanter. Alles in allem aber ist "Fire it up - Live", aufgenommen vor einem Kölner Publikum, das den besonders in Deutschland beliebten Sänger warmherzig empfängt, eine runde Sache.


Over the Bridge of Time: a Paul Simon Retrospectiv
Over the Bridge of Time: a Paul Simon Retrospectiv
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 15,67

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Slip slidin' away, 14. Oktober 2013
Mir fällt spontan kein Künstler ein, der im Laufe seiner Karriere so viele Best of-Alben veröffentlicht hat, dass ihre Anzahl bald mit der seiner regulären Solo-Alben (12 Studio- und drei Live-Alben) gleichzieht: wenn ich richtig überschlage, komme ich auf 8 internationale Paul Simon-Sampler (Japan-Veröffentlichungen mal ausgenommen), der letzte, "Songwriter", liegt erst zwei Jahre zurück. Dies wäre demnach der neunte. Aber, wie das Booklet vermerkt: es ist der erste, der Simon & Garfunkel-Songs mit Solomaterial vereint. Auf Einzel-CD wohlgemerkt; denn vor 20 Jahren erschienen schon mal zwei Doppel-CDs mit demselben Konzept.

Simon selber fasst seine Karriere im Booklet in drei Phasen ein: in Simon & Garfunkel, seine Alben bis "Graceland" und dann von "Graceland" bis heute. Simon & Garfunkel sind mit sechs Songs vertreten, was Art Garfunkel tantiemenmäßig freuen dürfte. The only living Boy in New York ist ein dufter Song, ich denke aber, I am a Rock oder Mrs. Robinson hätten mehr Hitpotenzial veranschaulicht. Trotz des wie üblich hervorragenden Masterings durch Vic Anesini habe ich den Eindruck, dass das Lautstärkelevel mit Beginn der Solosongs etwas anhebt - ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Die zweite Karrierephase ist sehr gut vertreten, wobei ich mir keinen Paul Simon-Sampler ohne den Titelsong von "Graceland" selber vorstellen kann. Die Alben nach Graceland sind nur durch vier Songs repräsentiert; obwohl qualitativ durchgehend hochwertig, sind sie nicht ganz so spektakulär und kommerziell wie die Alben seiner "mittleren" Periode. Immerhin findet sich hier Slip slidin' away, quasi als Ergänzung zum parallel erscheinenden Boxset "Complete Albums Collection", auf der der Song nicht zu finden ist.

Knapp 50 Jahre Schaffenskraft repräsentativ auf einem Sampler mit 20 Songs abzuhandeln, war von vorneherein illusorisch. Deshalb nehme ich diesen hier als das, was er ist: einen Überblick, einen Einblick, einen Appetitanreger, dem zumindest eins gelingt: die erstaunliche Entwicklung Paul Simons als Komponist und Musiker über den Zeitraum 1964-2011 anzureißen, wie der Albumtitel in Anspielung an den wohl größten Simon & Garfunkel-Hit Bridge over troubled Water andeutet. Ein umfangreiches Booklet, alle Texte, weitgehend vollständige Besetzungsangaben, schöner Begleittext - seit ich Paul Simon für mich entdeckt habe, finde ich sein Werk so fazinierend, dass ich mir auch diese CD immer mal wieder gern anhören werde.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2013 7:24 PM MEST


Feels Like Home
Feels Like Home
Preis: EUR 4,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entschlackt, 16. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Feels Like Home (Audio CD)
Seit If it makes you happy hat Sheryl Crow bei mir einen ewigen Stein im Brett, und sie gehört zu den vier Interpreten, von denen ich ständig alle Platten im Auto habe. Und das, obwohl ich mit ihren Alben seit "C'mon c'mon" nicht mehr so viel anfangen konnte, zu aufgedickt klangen mir die Produktionen, zu sehr auf Radioeinsatz getrimmt. Und "100 Miles from Memphis" fand ich nicht sonderlich geglückt, dafür uferten die Songs zu sehr aus, ohne dass viel passierte.

Eine Single wie There goes the Neighborhood, Everyday is a winding Road, A Change would do you good, Soak up the Sun oder gar All I wanna do (danke!) scheint auf Feels like Home nicht enthalten zu sein, aber egal: Feels like Home funktioniert als Album. Das könnte zu großen Teilen an der Wahl ihres Co-Produzenten zu liegen: Mit Hilfe von Justin Nieband gelingt es Sheryl Crow, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, das sind die Songs, und die sind durchweg sehr gut. Was sie zu sagen hat, sie bringt es in 3-4 Minuten in originellen Texten auf den Punkt. Wer große Experimente erhofft, sucht vergeblich; dafür atmen die Arrangements mehr als alles seit ihrem zweiten Album.

Man hört der CD an, welche Musik Sheryl Crow u.a. geprägt hat: Nobody's Business ist ein mehr als verdeckter Gruß an Fleetwood Macs Don't stop, Give it to me hat stellenweise Fünfziger-Charme, und in Waterproof Mascara beschreibt sie sehr anrührend die Partnersuche als alleinerziehende Mutter, ein Schuss Nashville dabei, kann ich mir auch gut von Emmylou Harris gesungen vorstellen. Shotgun kommt aus der gleichen Ecke wie Steve McQueen, und auch in Best of Times bluesrocken die E-Gitarren.

Auch auf dem Cover setzt sie wieder stärker auf Natürlichkeit. Feels like Home – Sheryl Crow scheint wirklich bei sich angekommen zu sein. Ihr Album mag nicht das erfolgreichste ihrer Karriere werden – für mich bleibt es ihr überzeugendstes seit 1996. Und bevor ich's vergesse: sie war immer eine tolle Sängerin, aber so sorgfältig und gleichzeitig entspannt habe ich sie lange nicht mehr singen gehört.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 5, 2014 3:55 PM CET


Rolling Stones - Voodoo Lounge [DVD in CD-Jewelcase]
Rolling Stones - Voodoo Lounge [DVD in CD-Jewelcase]
DVD ~ Rolling Stones

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "She bit me!" - Miami Dice 25.11.1994, 9. September 2013
"Unsere Eltern haben uns gesagt, wir sollten diese Musik nicht hören. Aber viele dieser Eltern sind heute Abend hier!" (Whoopi Goldberg in ihrer Ankündigung)

Diese nach dem gleichnamigen Album (wie einfallsreich!) betitelte DVD (94 Min., keine Untertitel) bietet eine für die Stones recht mutige Songauswahl (wenn auch leider mit Abstrichen, s.u.): Not fade away ist eine der unspektakulärsten Eröffnungsnummern einer Stones-Tournee, funktioniert aber gerade deswegen sehr gut. Mit It's all over now kommt eine weitere frühe Stones-Single zu seltenen Live-Ehren; Ron Wood hatte die Nummer auch schon bei Rod Stewart und den Faces gespielt. Satisfaction war auf dieser Tour überraschend früh in die Setliste geschoben worden, was von Selbstbewusstsein zeugte; auf der nächsten Tournee war es sogar die Eröffnungsnummer.

Zu den Gästen an diesem 25.11. 1994 im Joe Robbie Stadium in Miami gehörten Robert Cray (Stop breaking down) und Bo Diddley (Who do you love). Stop breaking down allerdings geriet mehr als handzahm; zudem habe ich bis heute den Eindruck, dass Jagger den Gesangseinsatz in der ersten Strophe falsch ansetzt, was die Band dann kaschieren muss; die Nummer will, trotz Robert Crays Teilnahme, einfach nicht recht in Gang kommen, kein Vergleich mit der Studiofassung auf "Exile". Aber man nimmt diese willkommene Abwechslung auf einer der an Überraschungen oft eher armen Stones-Live-DVDs gerne mit. Who do you love mit Bo Diddley klappt da viel besser; Ron Wood hatte mit ihm schon '87/'88 getourt, verewigt auf "Live at the Ritz". Wie Diddley es allerdings schafft, in seinem einzigen Song an diesem Abend eine Seite zu fetzen, bleibt mir ein Rätsel; man sollte doch meinen, dass er sich für diesen Anlass einen neuen Satz Saiten gegönnt hätte. Tut dem Spaß aber keinen Abbruch.

Im Akustik-Set (Angie, Sweet Virginia) lassen sich die Stones auf einer kleinen Bühne ein paar Meter ins Publikum fahren, eine Art Vorläufer der spektakuläreren Brücke auf der nachfolgenden "Bridges to Babylon"-Tour.

Während Miss you befummelt Mick Jagger sehr telegen die Backgroundsängerin Lisa Fisher (die an diesem Abend leider keine Soloeinlage bekommt); während der Bandvorstellung züngelt er mit ihr, auf der Riesenleinwand weithin gut sichtbar, und lacht: "Sie hat mich gebissen!" Ungewöhnlich auch, dass Mick Jagger einmal selber (von Ronnie) vorgestellt wird. Während Honky Tonk Women läuft auf der Videoleinwand ein witziges Video, und Keith beendet Chuck Leavells Honky-Tonk-Pianosolo in Anlehnung an Jerry Lee Lewis mit seinem Fuß. Keith wirkt überhaupt sehr vergnügt, und Charlie wie immer sympathisch verlegen bei der Bandvorstellung. Dieser Konzertmitschnitt zeigt den neuen - damals noch recht schlanken - Bassisten Daryll Jones auf seiner ersten Tournee mit den Rolling Stones.

Zufall oder Absicht, die Klamotten der drei Hauptfiguren Mick, Keith und Ronnie in Rot, Schwarz und Weiß sind anfänglich farblich abgestimmt auf das Cover ihrer damals aktuellen "Voodoo Lounge"-CD; zudem sieht man Jagger bei Sympathy for the Devil in seinem markanten Frack-Zylinder-Sonnenbrille-Outfit. Auch die geile Bühne mit dem feuerspeienden Skorpion-Stachel gefällt mir besser als bei anderen Tourneen. Leider bleiben die Farben in diesem Film insgesamt etwas blass, und einige Gitarren- und Saxophon-Soli hätten etwas lauter gemischt werden dürfen. Ansonsten geht der Sound aber okay.

Das Hauptmanko liegt für mich in der Tatsache, dass der Konzertmitschnitt (im Original 156 Minuten lang, nachzuhören z.B. auf dem "Miami Dice"-Bootleg) um fast eine Stunde gekürzt wurde: So werden wir um ganze zehn Songs gebracht, darunter Rares wie Rocks off, Sparks will fly, Monkey Man und Heartbreaker, ebenso um eine Version von Live with me mit Sheryl Crow. Weiter fehlen Dead Flowers (im Akustik-Set), Beast of Burden, Before they make me run und Street Fighting Man; immerhin war die Liveversion von I go wild auf der gleichnamigen Maxi-Single untergebracht. Keiner dieser Songs war zu beanstanden, im Gegenteil, alle hätten der DVD mehr Pfeffer gegeben. Dennoch funktioniert sie in ihrer Zusammenstellung recht gut.

Des ungeachtet ist es sehr schade, dass die DVD seit Jahren auf dem offiziellen Nice-Price-Sektor vergriffen ist.


Rolling Stones - Voodoo Lounge
Rolling Stones - Voodoo Lounge
DVD ~ The Rolling Stones

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "She bit me!" - Miami Dice 25.11.1994, 9. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Rolling Stones - Voodoo Lounge (DVD)
"Unsere Eltern haben uns gesagt, wir sollten diese Musik nicht hören. Aber viele dieser Eltern sind heute Abend hier!" (Whoopi Goldberg in ihrer Ankündigung)

Diese nach dem gleichnamigen Album (wie einfallsreich!) betitelte DVD (94 Min., keine Untertitel) bietet eine für die Stones recht mutige Songauswahl (wenn auch leider mit Abstrichen, s.u.): Not fade away ist eine der unspektakulärsten Eröffnungsnummern einer Stones-Tournee, funktioniert aber gerade deswegen sehr gut. Mit It's all over now kommt eine weitere frühe Stones-Single zu seltenen Live-Ehren; Ron Wood hatte die Nummer auch schon bei Rod Stewart und den Faces gespielt. Satisfaction war auf dieser Tour überraschend früh in die Setliste geschoben worden, was von Selbstbewusstsein zeugte; auf der nächsten Tournee war es sogar die Eröffnungsnummer.

Zu den Gästen an diesem 25.11. 1994 im Joe Robbie Stadium in Miami gehörten Robert Cray (Stop breaking down) und Bo Diddley (Who do you love). Stop breaking down allerdings geriet mehr als handzahm; zudem habe ich bis heute den Eindruck, dass Jagger den Gesangseinsatz in der ersten Strophe falsch ansetzt, was die Band dann kaschieren muss; die Nummer will, trotz Robert Crays Teilnahme, einfach nicht recht in Gang kommen, kein Vergleich mit der Studiofassung auf "Exile". Aber man nimmt diese willkommene Abwechslung auf einer der an Überraschungen oft eher armen Stones-Live-DVDs gerne mit. Who do you love mit Bo Diddley klappt da viel besser; Ron Wood hatte mit ihm schon '87/'88 getourt, verewigt auf "Live at the Ritz". Wie Diddley es allerdings schafft, in seinem einzigen Song an diesem Abend eine Seite zu fetzen, bleibt mir ein Rätsel; man sollte doch meinen, dass er sich für diesen Anlass einen neuen Satz Saiten gegönnt hätte. Tut dem Spaß aber keinen Abbruch.

Im Akustik-Set (Angie, Sweet Virginia) lassen sich die Stones auf einer kleinen Bühne ein paar Meter ins Publikum fahren, eine Art Vorläufer der spektakuläreren Brücke auf der nachfolgenden "Bridges to Babylon"-Tour.

Während Miss you befummelt Mick Jagger sehr telegen die Backgroundsängerin Lisa Fisher (die an diesem Abend leider keine Soloeinlage bekommt); während der Bandvorstellung züngelt er mit ihr, auf der Riesenleinwand weithin gut sichtbar, und lacht: "Sie hat mich gebissen!" Ungewöhnlich auch, dass Mick Jagger einmal selber (von Ronnie) vorgestellt wird. Während Honky Tonk Women läuft auf der Videoleinwand ein witziges Video, und Keith beendet Chuck Leavells Honky-Tonk-Pianosolo in Anlehnung an Jerry Lee Lewis mit seinem Fuß. Keith wirkt überhaupt sehr vergnügt, und Charlie wie immer sympathisch verlegen bei der Bandvorstellung. Dieser Konzertmitschnitt zeigt den neuen - damals noch recht schlanken - Bassisten Daryll Jones auf seiner ersten Tournee mit den Rolling Stones.

Zufall oder Absicht, die Klamotten der drei Hauptfiguren Mick, Keith und Ronnie in Rot, Schwarz und Weiß sind anfänglich farblich abgestimmt auf das Cover ihrer damals aktuellen "Voodoo Lounge"-CD; zudem sieht man Jagger bei Sympathy for the Devil in seinem markanten Frack-Zylinder-Sonnenbrille-Outfit. Auch die geile Bühne mit dem feuerspeienden Skorpion-Stachel gefällt mir besser als bei anderen Tourneen. Leider bleiben die Farben in diesem Film insgesamt etwas blass, und einige Gitarren- und Saxophon-Soli hätten etwas lauter gemischt werden dürfen. Ansonsten geht der Sound aber okay.

Das Hauptmanko liegt für mich in der Tatsache, dass der Konzertmitschnitt (im Original 156 Minuten lang, nachzuhören z.B. auf dem "Miami Dice"-Bootleg) um fast eine Stunde gekürzt wurde: So werden wir um ganze zehn Songs gebracht, darunter Rares wie Rocks off, Sparks will fly, Monkey Man und Heartbreaker, ebenso um eine Version von Live with me mit Sheryl Crow. Weiter fehlen Dead Flowers (im Akustik-Set), Beast of Burden, Before they make me run und Street Fighting Man; immerhin war die Liveversion von I go wild auf der gleichnamigen Maxi-Single untergebracht. Keiner dieser Songs war zu beanstanden, im Gegenteil, alle hätten der DVD mehr Pfeffer gegeben. Dennoch funktioniert sie in ihrer Zusammenstellung recht gut.

Des ungeachtet ist es sehr schade, dass die DVD seit Jahren auf dem offiziellen Nice-Price-Sektor vergriffen ist.


Joe Cocker - Live at Montreux 1987
Joe Cocker - Live at Montreux 1987
DVD ~ Joe Cocker
Preis: EUR 7,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feeling alright, 30. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Joe Cocker - Live at Montreux 1987 (DVD)
Als Joe Cocker am 8.7.1987 beim Montreux Jazz Festival auftrat, mag sein neuestes Album "Unchain my Heart" in Arbeit gewesen sein, aber da bis zu seinem Erscheinen noch drei Monate vergehen sollten, lieferte Cocker - Zufall oder Absicht - in seiner Setliste einen zeitlich gut ausgewogenen Mix durch seine damals fast zwanzigjährige Albumkarriere, von With a little Help from my Friends bis hin zu seinem damals aktuellsten Hit Shelter me. Mit seinen Alben "Civilized Man" und vor allem "COCKER" hatte er sich wieder endgültig auf dem Plattenmarkt etabliert, zu Stadiontourneen kam es aber erst wieder nach dem Erfolg von "Unchain my Heart" und "One Night of Sin".

Die Show dauerte lediglich 54 Minuten zzgl. dreier Zugaben (20 Minuten). Von der Bandbesetzung sind mir nur Schlagzeuger Eric Parker und Gitarrist Cliff Goodwin von Cocker-Alben bekannt; aus irgendeinem Grund schickte man ihn bis Mitte der Achtziger oft mit anderen Musikern als mit seinen Tourbands ins Studio. Obwohl die - nicht nur von Cocker - vielbeschäftigte Maxine Greene Background singt, klingt das Backgroundduo größtenteils unangenehm schrill. Neben zwei Keyboardern ist Cliff Goodwin etwas unterbeschäftigt, er darf kaum mal zeigen, was er kann; zudem greift Saxophonist Ric Cunningham gelegentlich als Dritter in die Tasten. Er trägt eine dieser schrecklichen 80er Jahre-Voku-Hila-Dauerwellen, spielt aber sehr gut und sorgt als Einziger für etwas Showelemente auf der Bühne. Trotz der Unterbesetzung in der Gitarrenfraktion rockt die Band ordentlich; Dylans Seven Days wird über die Albumversion hinaus entwickelt und gestreckt und sorgt so für einen ersten Höhepunkt.

Joe Cocker greift auf der Bühne zwar noch zur Bierflasche statt wie später zum stillen Wasser, ist aber wieder guter Verfassung und angesichts der überschaubaren Zuschauermenge sichtlich locker und gut gelaunt. Er merkt an, er hoffe, man könne auch hier sein Englisch gut verstehen (das ist leider nicht der Fall), und am Ende von Just like always entschuldigt er sich, der Song sei so emotional, dass er ein paar Zeilen vergessen habe; damals waren Textmonitore auf der Bühne eben noch eine Seltenheit.

Cockers Hit-Version von Billy Prestons You are so beautiful erhält bei diesem Auftritt nicht nur eine Behandlung durch die ganze Band, sondern auch die zweite Strophe, die Joe bei der Studioaufnahme weggelassen hatte, wohl weil er bei der Aufnahme 1973 in keiner guten Verfassung war. Gegen Ende kommen Gäste auf die Bühne, die ich namentlich nicht identifizieren konnte: ein Harp-Spieler und Sänger sowie eine Keyboarderin und ein Keyboarder. In dieser Besetzung entwickelt sich Dylans Watching the River flow zu Cockers sichtlicher Freude zu einer ausgelassenen und mitreißenden neunminütigen Jamsession; ein Aspekt, den man bei Cocker-Konzerten eher selten zu sehen bekommt.

Bild und Ton stammen von 1987 und sind dementsprechend okay; die DVD (74 Min.) bietet keine Untertitel oder Bonusmaterial.


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