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Rezensionen verfasst von
Special K

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B3 EP (Limited Digipak)
B3 EP (Limited Digipak)
Preis: EUR 11,93

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neuer alter Sound., 13. November 2012
Rezension bezieht sich auf: B3 EP (Limited Digipak) (Audio CD)
Placebo sind eine der wenigen Bands von denen man behaupten kann, dass sie auf Platz eins der Charts stehen können und trotzdem noch alternativ vom Mainstream sind. Diese Gradwanderung gelingt ihnen auch auf ihrer neuen Ep "B3".

"B3" ist die erste Veröffentlichung von Placebo seit dem 2009er Album "Battle for the Sun" und soll schon einmal einen Vorgeschmack auf ein nächstes Jahr erscheinendes Album geben. Der Sound der fünf Songs ist keine wirklich große Überraschung, da sie unverkennbar nach Placebo klingen (was sicher nichts Schlechtes ist!) trotzdem gibt es kleine Veränderungen, z.B. sind die Songs etwas elektronischer und vorallem die Lieder "I.K.W.Y.L." und "Time is Money" sind deutlich düsterer geraten, als es auf dem Vorgängeralbum der Fall war und erinnern eher an die Alben "Meds" oder "Sleeping with Ghosts".

Die Songs auf B3 sind, wie man es von Placebo kennt, keine Partylieder; dafür gibt es ausgefeilten Alternative-Rock mit der unverkennbaren und praktisch jegliche Stimmung widerspiegelnden Stimme von Sänger Brian Molko und diesesmal sogar ziemlich gesellschaftskritische (wenn auch leicht zum Pessimismus tendierende) Songtexte. Vorallem die mit 7 Minuten episch lange Ballade "Time is Money", bei der auch endlich mal wieder ein Klavier zum Einsatz kommt, zeigt wie talentiert Placebo songschreiberisch sind. Für eine Ep ist die Qualität der Songs ausgesprochen hoch, da vorallem I.K.W.Y.L." und "Time is Money" meiner Meinung nach zwei der besten Songs sind die Placebo seit "Meds" veröffentlicht haben. Auch der Rest ist sehr gelungen mit Ausname vielleicht von dem Song B3 selbst, das etwas eintönig geraten ist und außerdem Stellenweise stark an den älteren Placebo Song "Special Needs" erinnert. Alles in allem ist de Ep ihr Geld wert!


The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
The 2nd Law (Limited Edition CD+DVD im Softpack)
Preis: EUR 19,40

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bombast-Rock muss nicht schlecht sein!, 13. November 2012
Das neue Muse Album "The 2nd Law" ist so mit das Bomastischste, was man in letzter Zeit innerhalb der Rockmusik zu Hören bekommen hat und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Am Anfang ihrer Karriere machten Muse noch an Radiohead erinnerden Alternative-Rock, diesen Stil haben sie im Laufe der Jahre aber immer weiter hin zu einem geradezu größenwahnsinnigen Bombast-Rock umgewandelt. War das Vorgängeralbum schon dank vielen Orchester-Einsätzen, E-Gitarren Soli und Queen Reminiszenzen sehr dramatisch, setzt "The 2nd Law" nochmals ordentlich einen drauf: Orchester, E-Gitarren, Syntheziser und vorallem Sänger Matt Bellamy donnern schon im ersten Track "Supremacy" los, dass man denkt man wäre mitten in einem James Bond Film. Auch die weiteren Songs klingen oft eher wie Filmmusik und sind fast ausnamslos am Anschlag in Puncto Dramatik. Das alles könnte man schnell als aufgeblasen oder pathetisch empfinden, Muse schaffen aber (wie auch schon auf ihren früheren Alben) dass ihre Songs tatsächlich episch und tiefsinnig wirken, auch dank der oft sehr gesellschaftskritischen Texte aber vorallem dank der Genialität als Musiker und großen Klasse als Sänger von Mastermind Matt Bellamy. Muse schaffen es wieder einmal ihr ganz eigenes Genre zu erschaffen, eine Mischung aus (Bombast)Rock, Klassik und schon fast Opernhaften Einlagen.

"The 2nd Law" ist sicher nicht einfach zugänglich und für den einen oder anderen Hörer vielleicht eine Spur ZU abgedreht, richtig gut gemachte Musik ist es aber im jedem Falle.


Little Broken Hearts
Little Broken Hearts
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Norah Jones goes Indie, 13. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Little Broken Hearts (Audio CD)
Bei Norah Jones denken viele sicher an belanglos dahingehauchte Fahrstuhlmusik. Das trifft aber spätestens seit ihrem aktuellem Album "Little Broken Hearts" überhaupt nicht mehr zu. Hier hat sich die Tochter von Ravi Shankar nämlich mit dem Überproduzenten Danger Mouse zusammengetan (der z.B. auch Teil von Gnarls Barkley oder Broken Bells ist) und einen ziemlichen Stilwechsel hingelegt, weg vom "Kaffehaus Jazz" hin zu einem ziemlich sanften, elektronischem Indie-Pop. Der Sound der Platte ist trotz vieler elektronischer Elemente, sehr harmonisch und passt nahezu perfekt zu Norah Jones Stimme. Inhaltlich dreht es sich, wie der Titel schon andeutet, um zerbrochene Beziehungen, darum ist der Grundton des Albums auch recht melancholisch. Facettenreich ist das Album (und die Texte) trotzdem, mal singt Jones ironisch fröhlich über ihre gescheiterte Beziehung, dann tieftraurig oder gibt sich Rachephantasien hin. Alles Dinge, die man wohl so nicht von Norah Jones erwartet hätte, was mal wieder zeigt, dass man auch Künstlern die man eigentlich abgeschrieben hatte (wenn man das denn hatte) immer eine Chanche geben sollte. Bei "Little Broken Hearts" lohnt sich das jedenfalls, zumindest wenn man gut gemachte Indie Musik im Stile der "Broken Bells" mag und von einer Prise Melancholie nicht abgeschreckt ist.


Rhythm and Repose
Rhythm and Repose
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr ruhiges Folkalbum, 13. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Rhythm and Repose (Audio CD)
Dieses Jahr ist Glen Hansards erstes Soloalbum erschienen: "Rhythm and Repose". Hier kann man Hansard als richtigen "Singer/ Songwriter" hören. In vielen Songs begleitet er sich nur mit der Gitarre, so dass Text und Gesang sehr im Vordergrund stehen. Das funktioniert sehr gut und wird auch nicht langweilig. Vielfältig ist das Album außerdem, dank Songs wie z.B. "Philander" die mit Streichern und Klavier teils recht üppig arrangiert sind. Nichtsdestotrotz steht Glen Hansards Gesang auch hier im Mittelpunkt. Durchweg singt Hansard (wie man es von ihm gewohnt ist) sehr eindringlich und emotional, dies aber in einer äußerst natürlichen Art und Weise. Von der Stimmung her ist dieses Album ziemlich Schwermütig und dabei sehr still, eben dank der meist doch ziemlich langsamen und spärlichen Arrangements. Ab und an wird diese Stimmung aber auch von recht lockeren, fröhlicheren Songs durchbrochen.

Leise Hintergrundmusik ist "Rythm and Repose" keinesfalls, da z.B. viele Songs zum Ende hin immer dramatischer werden und Hansard sich förmlich bis zum Schreien hineinsteigert.

Fazit: ein ruhiges folkrock-Album mit vielen Akustik-Gitarren Parts, Streichern, Klavier und einem Sänger mit sehr viel Herzblut.


How About I Be Me (and You Be You)
How About I Be Me (and You Be You)
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Back to the Roots, 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: How About I Be Me (and You Be You) (Audio CD)
Dieses Jahr ist Sinead O'Connor nach fünf Jahren Pause mit einem Album zurückgekehrt, dass man voll und ganz als "back to the roots" bezeichnen kann und das so vermutlich kaum jemand erwartet hätte. Auf dem Album mit dem programmatischen Titel "How About I be Me (And You be You)?", gibt es deutlich weniger Experimente als auf den letzten Alben zu hören, dafür aber 10 grandiose Rock- und Folksongs wie man sie von ihr zuletzt in den 90er Jahren kannte! Sinéad O'Connor schafft es hier Songs zu schreiben, die anspruchsvoll und sehr abwechslungsreich instrumentiert sind und dennoch direkt ins Ohr gehen. Zentraler Punkt der Songs ist aber trotzdem ihre zwar gereifte, aber nach wie vor sehr eindringliche Stimme. Der Hörer wird bei diesem Album auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt: auf das vom Reggae inspirierte, coole und fröhliche Hochzeitslied "4th and Vine", folgt die tief traurige Ballade "Reason with Me" die die Geschichte eines Drogenabhängigen erzahlt. Auch andere gesellschaftliche Themen wie (mal wieder) die Doppelmoral der Kirche werden in den Songs "Take Off Your Shoes" und "V.I.P." angesprochen. Ein Höhepunkt ist auf jeden Fall "Back where you Belong", ein ziemlich trauriges Lied das wohl auch hart gesottenen eine Gänsehaut bereiten dürfte. Auch hier wird der Song sehr stark von O'Connors Stimme getragen. Dieses Album hat eigentlich keinen einzigen Durchhänger, jedes Lied ist sehr eigenständig und keins gleicht einem Anderen. Insgesammt ist die Musik von Sinéad O'Connor ausgeglichener geworden, extrem emotionale Ausbrüche findet man hier nicht, dafür hochwertige, relativ ruhige Rocksongs; von sehr fröhlich bis hin zu sehr melancholisch. Das alles macht "How About I be Me" vielleicht sogar zum besten Album von O'Connor.
Auch wenn man "Nothing Compares 2 U" eher schnulzig fand, sollte man diesem Album eine Chance geben, da es weder inhaltlich noch musikalisch als "Pop" bezeichnet werden kann.


50 Words for Snow
50 Words for Snow
Preis: EUR 12,27

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Album das sich sehr viel Zeit läßt und dem man auch viel Zeit geben sollte., 24. August 2012
Rezension bezieht sich auf: 50 Words for Snow (Audio CD)
"50 Words for Snow" heißt das neue Album von Kate Bush und ist tatsächlich ein Konzeptalbum zum Thema Schnee. Es ist aber kein vollkommen abgedrehtes Experimentalmonstrum, sondern ein Album das sehr ruhige (Klavier)Töne anschlägt und mit ein wenig Fantasie des Hörers wirklich in eine verschneite Winterlandschaft entführt. 50 Words for Snow ist ein Album, dass sich sehr viel Zeit nimmt (keines der 7 Lieder ist kürzer als 6 Minuten) und auch als Hörer sollte man sich wirklich Zeit nehmen es anzuhören. Die Songs sind großteils sehr langsame, fast nur vom Klavier begleitete Stücke die von der sehr außergewöhnlichen, teils fast schon opernhaften Stimme von Kate Bush leben. Eine Ausnahme ist die elektrolastige Single "Wild Man" die aber auch sehr entspannt ist. Sehr besonders sind auch die Texte; wie so oft bei Kate Bush werden in den Songs komplette Geschichten erzählt. Diese Storys sind teils skurill (eine Liebesnacht mit einem Schneemann) aber auch märchenhaft melancholisch (Among Angels z.B.). Melancholie ist in jedem Falle die beherschende Stimmung des Albums, aber in einer sehr verträumten, überhaupt nicht negativen Art. Kate Bush ist auf diesem von ihr komplett selbstgeschriebenen Album nicht ganz allein: außer ihr kann man Elton John, den Schauspieler Steven Fry sowie ihren 13 jährigen Sohn singen bzw sprechen hören. Fazit: Ein Album dass man ganz bestimmt nicht nebenher hören sollte aber z.B. einen verschneiten Winterabend an dem man eh nichts zu tun hat sehr verschönern kann.


An Appointment With Mr.Yeats
An Appointment With Mr.Yeats
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ausgereiftes Meisterwerk, 24. August 2012
Rezension bezieht sich auf: An Appointment With Mr.Yeats (Audio CD)
"An Appointment with Mr. Yeats" ist vorneweg gesagt (meiner Meinung nach) das beste Waterboys Album, mindestens von ihrer zweiten Schaffensperiode. Das Besondere an diesem Album ist, dass die Texte allesamt Gedichte von dem Literaturnobelpreisträger William Butler Yeats sind. Yeats lebte in der ersten Hälfte des 20 Jhrs. und gilt als eine Art Nationaldichter Irlands. Seine Gedichte sind meist von viel Mystik geprägt, teilweise aber auch recht politisch. Die Waterboys haben aus diesen Gedichten ein Album gemacht bei dem es tatsächlich scheint als ob sie nur dafür geschrieben worden wären. Relativ hart rockende Songs wie "The Hosting of the Shee" wechseln sich mit sehr schönen, geradezu verträumten, leicht elektronischen Balladen wie "Song of Wandering Aengus" oder "The Faerys Last Song" ab. Dies ist wirklich ein Album in dem kein einziger Song Füllmaterial ist, jedes Lied erzählt förmlich seine eigene Geschichte und trotzdem ist immer ein roter Faden zu erkennen. Sänger Mike Scott sagte in einem Interview, dass er sich auf dieses Album gewissermaßen 20 Jahre lang vorbereitet hätte, und das hört man hier tatsächlich. Fazit: ein durch und durch stimmiges, geradezu erhabenes Rockalbum mit ein paar Folk- und elektronischen Einflüssen die häufig eine sehr verträumte Stimmung schaffen. Grandiose Fiddle-Soli und der einzigartige meist sehr sanfte Gesang von Mike Scott tun ihr Übriges. Das Experiment, Yeats Gedichte zu Vertonen ist sehr gelungen und beim Blättern durch das Booklet liest man sogar noch ein wenig Weltliteratur.


Catholic
Catholic
Preis: EUR 14,72

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gavin Friday zelebriert die Melancholie, 23. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Catholic (Audio CD)
2011 ist das erste Soloalbum von Gavin Friday seit 15(!!!) Jahren erschienen. Betitelt wurde es "Catholic" und das Coverbild zeigt ihn selbst samt Kruzifix und Irlandflagge auf dem Sterbebett. Soweit die Provokation; auch mit 50 ist der Mann, der früher mit den berüchtigten Virgin Prunes das konservative Irland schockierte, nicht vollends Milde geworden und die katholische Kirche scheint ihm auch heute noch ein Dorn im Auge zu sein. Eine Rückkehr zum Punk bietet das Album aber trotzdem nicht, ganz im Gegenteil! "Catholic" wird bestimmt durch viele Streicher, leichte elektronische Elemente und ist im Großen und Ganzen sehr ruhig. Fridays Gesang ist häufig fast nur ein Hauchen, was zu den meist sehr persönlichen Texten gut passt. An manchen Stellen kippt es tatsächlich schon ein Wenig ins Kitschige. Dies wird aber wettgemacht durch wirklich großartige Balladen wie "It's All Ahead of You", "Lord I'm Comming" oder das etwas flottere "Able". Insgesammt ein musikalisch sehr hochwertiges Album, mit bis ins Detail ausgearbeiteten Songs die auch dank Gavin Fridays ganz besonderer Stimme eine sehr schöne, melancholische Stimmung aufbauen. Friday zeigt hier, dass er auch fernab von Punk und grotesken Shows ein ernstzunehmender Künstler und talentierter Sänger ist. "Catholic" ist ein Album was man z.B. gut an ruhigen Abenden durchhören kann, aber sicher kein Hintergrundgedudel.


Born Villain
Born Villain
Preis: EUR 5,55

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rückkehr zur Kunstfigur Marilyn Manson, 20. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Born Villain (Audio CD)
2012 ist das Erscheinen eines neuen Marilyn Manson Albums kein mediales Großereignis mehr, wie es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Trotzdem ist "Born Villain" sehr hörenswert. Nach zwei etwas konzeptlosen Alben gibt es dieses Mal wieder ein richtiges Thema wie man es von Manson gewohnt ist und keine weitere Aufarbeitung seiner persönlichen Probleme. Man könnte Born Villain als Musik gewordenes Sin City bezeichen. Jeder der Songs zeichnet ein kaleidoskopisches Bild einer aus den Fugen geratenen, ziemlich gewalttätigen Welt. Musikalisch wie textlich geht es nicht zart beseitet vonstatten. Viele Songs bauen eine sehr düstere Stimmung auf, dank monotonem Schlagzeug und sehr verzerrten Gitarren. Manson selbst ist auf diesem Album gut bei Stimme und flüstert, singt und kreischt, dass es eine Freude ist (sofern man sich mit seiner manchmal etwas anstrengenden Stimme anfreunden kann). Viele Songs sind dabei aber trotzdem geradezu tanzbar. Die Songtexte sind diesesmal weniger direkt und somit vielleicht nicht so provokant wie es früher bei Marilyn Manson der Fall war. Anspruchsvoll sind die u.a. von Shakespeare und Charles Baudelaire inspirieten Texte dennoch. Mit dem etwas an Joy Division erinnerndem "Children of Cain" und "Breaking the Same Old Ground" gibt es auch zwei sehr gelungene düster-melancholische Balladen auf diesem insgesammt eher härter rockendem Album. Eine interessante Mischung bietet der Song "The Gardener": Spoken Word trifft auf sehr tanzbaren Beat und mündet in einen kraftvollen, typisch Marilyn Manson Refrain. Der Sound des Albums ist im Vergleich zu Vorgängern synthetischer und sauberer produziert und erinnert stellenweise an den Sound von "The Golden Age of Grotesque" ist allerdings weniger bombastisch. In fast jedem Song findet man elektronische Spielereien die teils verstören, teils aber auch etwas fehl am Platz wirken.
Fazit: Marilyn Manson entdeckt sich nicht vollends neu, hat aber ein sehr gutes Album mal wieder aufgenommen, dass Post-Punk und Industrial mischt, alles in Allem sehr modern klingt und den Zeitgeist gewißermaßen sehr gut trifft.


Sorry We're Open
Sorry We're Open
Preis: EUR 19,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Album das Spaß macht, auch mit etwas weniger Tempo., 20. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sorry We're Open (Audio CD)
"Sorry We're Open" ist das erste Album von Bonaparte das in einem richtigen Tonstudio aufgenommen wurde. Ihr Stil, der eine wilde Mixtur aus Elektronik, Punk, Rock und Folk ist, hat sich aber trotzdem nicht groß verändert. Allerdings klingen die neuen Songs professioneller und deutlich besser produziert als es bei den teils arg nach Low Budget klingenden Vorgängern der Fall war.

Zum Einstieg ist der geneigte Bonaparte Hörer vielleicht etwas verblüfft, da in "When the Ship is Thinking" recht düstere Horn-Töne und eine, ein Gedicht rezitierende, Computer-Stimme in das Album einleiten. Danach gibt es aber mit der Single "Quarantine" die volle Bonaparte-Breitseite: Quietschende analoge Synthesizer, verzerrte Gitarren, ein hämmernder Beat und ein von der sympathisch näselnden Stimme Tobias Jundts sprechgesungener, irrwitziger Text. Auch der folgende Titeltrack lädt zum Tanzen ein, mit einer Mischung aus Gitarren-Rock und an Tetris erinnerden Synthie-Sounds. Der Text (mit Zeilen wie "the end of entertainment is the beginning of war") ist allerdings mehr als nur eine Aufforderung zur Party. In der Mitte hat das Album ein paar Längen, da hier einige Songs relativ belanglos (wenn auch eingängig) sind. Wie auf "My Horse Likes You" gibt es hier wieder einige witzige Interludes, die dem Album einen gewißen roten Faden geben, dieses Mal die Seefahrt. Der etwas (selbst)ironische Song "Alles schon gesehen" ist ein Featuring mit Deichkind und klingt auch ziemlich nach Deichkind. Zum Ende des Albums gibt es noch eine ganze Reihe sehr guter Songs: "Quick Fix" ist richtig gut gelungener Electro-Rock, "High Heels to Hell" schlägt relativ ruhige elektronische Töne an und hat auch einen recht tiefgründigen, nachdenklichen Text. Diesen Song gab es zuvor schon als B-Seite unter dem Titel "Things are More Like They Are Now" als richtige Ballade zu hören, aber auch die Album-Version gefällt. In "In the Breaks" werden für Bonaparte ungewöhnlich melancholische Töne angeschlagen; hier singt Jundt auch richtig und das auch noch von Trennungsschmerz. Diese düstere Stimmung wird vom letzten Song "Bonahula" aber auf großartige Weise wieder weggemacht, denn hier wird musikalisch eine Südsee-Strandparty gefeiert, mit Bongos und Allem was dazu gehört. Obwohl dies eine Mischung aus Song und Epilog ist, ist es von der (ausgelassenen) Stimmung die rübergebracht wird einer der stärksten Songs des Albums.

Fazit: Bonaparte bleiben weiterhin musikalisch wie inhaltlich Individualisten. Die Musik ist mittlerweile mehr Elektro als Punk und etwas ruhiger als auf den Vorgängeralben. Ein Album zu dem man Tanzen kann, das aber auch Zuhause Spaß macht.


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