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Odysseus (HH)

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Flick of the Switch/Remaster
Flick of the Switch/Remaster
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 23,81

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für Fans, 4. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Flick of the Switch/Remaster (Audio CD)
Nothing exciting: Wem aber AC/DC gefällt, der wird die Scheibe sicher desöfteren hören. "Nervous shakedwon", "Deep in the hole", "Bedlam in Belgium" oder "Badlands" sind keine schlechten Songs, stärkstes Lied m.E. ist aber "Guns for hire", allein schon wegen dem krachigen Anfang. Davon gibt es meines Wissens auf der "Nervous Shakedown"-Single immerhin eine offizielle Liveversion.
Die restlichen Lieder fallen unter die Kategorie unspektakulär, vergleichbar der klassischen drei plus in der Schule.

Dass die Scheibe bei Erscheinen nicht unbedingt als Meilenstein galt und enttäuschte, liegt auf der Hand. Das war wohl auch der Grund warum es zu heftigen bandinternen Auseinandersetzungen kam und Phil Rudd auf der folgenden "Fly on the wall" nicht mehr trommelte.

Sicher keine Platte über die man diskutieren könnte (vgl. ("Fly on the wall", "The razor's edge"), aber für Fans defintiv kein Fehlkauf. Wer AC/DC kennenlernen will, sollte aber eher zu den bekannteren Scheiben greifen.

Für soviel solide Unspektakulärheit gibt es drei Sterne.


Live Evil
Live Evil
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 22,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Epochal, 23. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Live Evil (Audio CD)
Für mich eines der wichtigsten Livealben überhaupt. Klasse Sound, prinzipiell gelungene Liedauswahl und eine passende Stimme. Sicher, Mitsingmomente sind nur limitiert vorhanden, aber die habe ich auch nicht ernsthaft erwartet.

Inhalt sind diverse Mitschnitte einer US-Tour, Anfang der 1980er, mit Ronnie James Dio als Sänger. Das Songmaterial beinhaltet erfreulicherweise sowohl einige 'Klassiker' aus der Osbourne-Ära als auch Songs aus den ersten beiden 'Black Sabbath Mark II'-Alben. Bis zum neulichen Heaven&Hell-Projekt war dieses Werk meines Wissens nur einer von drei offiziellen Sabbath-Live-Outputs.

Die meisten Osbourne-Songs klingen auf dem Album härter und zeitgemäßer als auf den ursprünglichen 1970er-Outputs. Vor allem das Schlagzeug (Appice) wirkt derber. Der Dio-Klassiker 'Heaven and hell' wird gedehnt, ist aber deswegen nicht langweilig. Wer sich Sabbath eher von der NWOBHM-Seite nähert, dürfte an der rasiermesserscharfen Version des nicht totzukriegenden 'Paranoid' seine helle Freude haben; hier entzückt vor allem der etwas tiefere Gitarrensound. Die Songauswahl ist ansonsten auch recht ordentlich, objektiv ist die Platte locker durchhörbar.

M.E. hätte man 'The Mob rules' oder auch 'Voodoo' weglassen können, und stattdessen einen weiteren Osbourne-Knaller nehmen können. Diskussionsbedarf besteht bei einem meiner all-time favourites 'Black Sabbath', da die im Original kranke Orgel im letzten Drittel durch die E-Gitarre ersetzt wird. Gefällt mir hier nicht ganz so.

Den Vergleich Osbourne/Dio fand ich übrigens schon immer unpassend. Licht und Schatten gibt es bei beiden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 28, 2015 7:07 PM MEST


Live Evil (Jewel Case CD)
Live Evil (Jewel Case CD)
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Epochal, 22. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Live Evil (Jewel Case CD) (Audio CD)
Für mich eines der wichtigsten Livealben überhaupt. Klasse Sound, prinzipiell gelungene Liedauswahl und eine passende Stimme. Sicher, Mitsingmomente sind nur limitiert vorhanden, aber die habe ich auch nicht ernsthaft erwartet.

Inhalt sind diverse Mitschnitte einer US-Tour, Anfang der 1980er, mit Ronnie James Dio als Sänger. Das Songmaterial beinhaltet erfreulicherweise sowohl einige 'Klassiker' aus der Osbourne-Ära als auch Songs aus den ersten beiden 'Black Sabbath Mark II'-Alben. Bis zum neulichen Heaven&Hell-Projekt war dieses Werk meines Wissens nur einer von drei offiziellen Sabbath-Live-Outputs.

Die meisten Osbourne-Songs klingen auf dem Album härter und zeitgemäßer als auf den ursprünglichen 1970er-Outputs. Vor allem das Schlagzeug (Appice) wirkt derber. Der Dio-Klassiker 'Heaven and hell' wird gedehnt, ist aber deswegen nicht langweilig. Wer sich Sabbath eher von der NWOBHM-Seite nähert, dürfte an der rasiermesserscharfen Version des nicht totzukriegenden 'Paranoid' seine helle Freude haben; hier entzückt vor allem der etwas tiefere Gitarrensound. Die Songauswahl ist ansonsten auch recht ordentlich, objektiv ist die Platte locker durchhörbar.

M.E. hätte man 'The Mob rules' oder auch 'Voodoo' weglassen können, und stattdessen einen weiteren Osbourne-Knaller nehmen können. Diskussionsbedarf besteht bei einem meiner all-time favourites 'Black Sabbath', da die im Original kranke Orgel im letzten Drittel durch die E-Gitarre ersetzt wird. Gefällt mir hier nicht ganz so.

Den Vergleich Osbourne/Dio fand ich übrigens schon immer unpassend. Licht und Schatten gibt es bei beiden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2012 10:07 PM MEST


Black Box BRD: Alfred Herrhausen, die Deutsche Bank, die RAF und Wolfgang Grams
Black Box BRD: Alfred Herrhausen, die Deutsche Bank, die RAF und Wolfgang Grams
von Andres Veiel
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswert!, 18. Januar 2008
Der Dokumentarfilmer Andreas Veiel hat aus den Recherchen zu seiner gleichnamigen Dokumentation ein Buch erstellt. Das Werk aber als Druckversion des Filmes abzutun, tut diesem aber Unrecht.

Veiel stellt die Lebensläufe des Deutsche Bank-Sprechers Alfred Herrhausen und des RAF-Terroristen Wolfgang Grams nebeneinander. Trotz der verschiedenen Umfelder der beiden, werden Parallelen deutlich.

Der Karrieremensch Herrhausen steigt in der Deutschen Bank bis zum Posten des Vorstandsprechers auf. Er eckt gerne an und wird kritisch von seinen Kollegen beäugt, da er das Bänkerhandwerk nicht ,von der Pike auf' gelernt hat. Durch seine absolute Konzentration auf die Erfordernisse seines Jobs, seine hohen Ansprüche und seine intellektuellen Fähigkeiten entfremdet sich Herrhausen immer mehr von seinen Mitarbeitern und Vorstandskollegen. Er stirbt, faktisch entmachtet, 1989 bei einem Terroranschlag der RAF.

Wolfgang Grams gerät in den 1970ern in die linke Szene. Er betreut das inhaftierte RAF-Mitglied Manfred Grashof und lernt auch den späteren Schleyer-Entführer Willi-Peter Stoll kennen. Er lebt die linke Ideologie radikal, kommt als RAF-Sympathisant in das Gefängnis und entfernt sich immer mehr von seinen ,bürgerlichen' Freunden. Mitte der 1980er geht er in den Untergrund und wird Mitglied der so genannten, dritten Generation' der RAF. Sein Leben endet 1993 in Bad Kleinen.

Veiel ist weder Analytiker noch Wissenschaftler. Er hat Angehörige und Bekannte Herrhausens und Grams befragt, beschreibt hauptsächlich und verzichtet erfreulicherweise auf Spekulationen oder explizite Vergleiche. Sein Buch ist weder eine detailierte Beschreibung der Geschäfte der Deutschen Bank noch eine Zusammenstellung von Informationen über die RAF in den 1980ern. Es ist eine lesenswerte und gut geschriebene Sammlung von Interviews und Statements zu Herrhausen und Grams.


Die Tage von Stammheim: Als Augenzeuge beim RAF-Prozess
Die Tage von Stammheim: Als Augenzeuge beim RAF-Prozess
von Ulf G. Stuberger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,00

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mogelpackung, 18. Januar 2008
Der ehemalige Agentur-Journalist Ulf G. Stuberger legt seine persönliche Erinnerungen an die 'bleierne Zeit' vor, angefangen bei seiner Korrespondententätigkeit beim Prozess gegen die Baader-Meinhof-Gruppe, seine Erlebnisse während des Deutschen Herbstes, seine persönlichen Erfahrungen mit der Terrorismushysterie in den 1970ern. Am Ende teilt man ihm mit, dass er aufgrund seiner objektiven Position auf einer Liste der RAF steht. Er kommt unter Polizeischutz und entschließt sich auszuwandern.

,Die Tage von Stammheim' ist eigentlich kein schlechtes Buch. Stuberger ist ein neutraler und kühler Prozessbeobachter, sieht Fehler beim Staat ohne auf RAF-Legenden hereinzufallen oder gar Baader, Meinhof, Rapse und Ensslin zu Märtyrern zu machen. Trefflich sind seine Beschreibungen der von Hysterie getriebenen Sicherheitsvorkehrungen bei Prozessbeginn. Auch seine Ausführungen über das Rechtssystem sind für den Laien nicht uninteressant. Das im Anhang beigefügte Interview mit dem mittlerweile verschollenen ,Kronzeugen' Gerhard Müller ist lesenswert.

Was einem beim Lesen ärgert: Durchweg ziehen sich durch das eigentlich ernste Buch merkwürdige Absätze, die den Lesefluss empfindlich stören. Was er an Tag Y gekocht hat, was Kollege X für Angewohnheiten hatte...

Letzten Endes ist das Buch aber - trotz des Untertitels! - keine Abhandlung über den Stammheim-Prozess, sondern eine Sammlung an Erinnerungen des Autors. Abschnittsweise erschließen sie einem die Zeit, teils sind sie schlicht und einfach irrelevant. Wer Zeitgeistbeschreibungen sucht, könnte an dem Buch gefallen finden. Wer ein Werk über den Prozess selbst lesen will, sollte lieber anderweitig suchen.

Die eher unterdurchschnittlichen Bewertung ergibt sich aus zwei Gründen: Stubergers unpassende Detailbeigaben und die Tatsache, dass der Titel m.E. etwas verspricht, was das Buch nur teilweise hält.

P.S. Natürlich weiß ich, dass der Autor noch ein anderes, sich mehr auf den Prozess beziehendes Buch geschrieben hat. Aber hätte der Verlag da keinen treffenderen Titel wählen können?


Tödlicher Irrtum: Die Geschichte der RAF
Tödlicher Irrtum: Die Geschichte der RAF
von Butz Peters
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

28 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schlechter Stil, 4. Januar 2008
Eines der wenigen Bücher über die RAF, das sich mit allen 'drei Generationen' der Terrorgruppe beschäftigt, von den Kaufhausbrandstiftungen bis zum Geldbotenüberfall 1999. Referenzwerke wie beispielsweise Austs 'Baader-Meinhof-Komplex' behandeln ja nur den Zeitraum bis zu den Stammheimer Selbstmorden oder sind doch sehr protokollarisch (Pflieger/Die Rote Armee Fraktion). Dementsprechen waren meine Erwartungen hoch.

Wahrscheinlich zu hoch, wie sich beim Lesen herausstellen sollte. Sicher, Peters hat viele Fakten zusammengetragen. Er widmet auch genügend Raum den Taten der RAF nach 1977. Mit Spekulationen hält er sich bis auf wenige Ausnahmen zurück, kurz: er bleibt ein faktenorientierter, neutraler Beobachter, der weder die Isolationsfolter noch die ewige Mordnachtspekulationen oder Legenden um die dritte Generation belebt. Wie aber andere Rezensenten schon anmerkten, man trifft immer wieder auf Details, die allzu boulevardesk sind. Das ist aber nicht das Hauptmanko.

Was an dem Buch aber durchgehend stört ist die sensationsgierige Sprache, der etwas reißerische Stil und Peters notorischer Hang zu unvollständigen, nachgestellten Sätzen. Positiv ins Gewicht fallen zwar die recht klare Gliederung sowie das Bild- und Kartenmaterial im Buch. Das macht den Ärger aber nicht wett.

Man kann dem Buch mit Sicherheit mangelnden Tiefgang attestieren. Weitergehende Fragen nach den Handlungsmotivationen auf beiden Seiten bleiben im Dunklen. Das stellt der Autor aber bereits im Vorfeld klar, dass er diese bewusst ausspart.

Fazit: Ein umfassender und leider zu leicht geschriebener Abriss, geschrieben von einem konservativen Journalisten mit recht eigenem Stil. Wer den 'Aust' gelesen hat, sollte einen Blick hineinwerfen. Ich persönlich fand aber Aust journalistisch einfach stärker. Deshalb: Probelesen ist dringend angeraten. Das Standardwerk zur RAF ist es bei weitem nicht, dazu fehlen Nüchternheit und Tiefgang. Deshalb nur 2 Punkte.


Der Schneemann. SZ Krimibibliothek Band 50
Der Schneemann. SZ Krimibibliothek Band 50
von Jörg Fauser
  Taschenbuch

3.0 von 5 Sternen Lässiges Werk, 4. Januar 2008
Eine verkrachte, nicht unsympathische Existenz kommt eher zufällig an eine Menge Kokain und versucht die den Stoff in verschiedenen Milieus loszuwerden. So lässt sich die Handlung dieses Romanes, der wohl irgendwann Anfang der 1980er spielt, kurz und bündig zusammenfassen. Achtung: Die häufige Charakterisierung 'Kriminalroman' trifft nur bedingt zu - eine Verfolgung durch die Polizei oder ein Ermittlungsverfahren findet nicht statt.

'Der Schneemann' besticht dabei weniger durch seine Handlung, sondern vielmehr durch Fausers Erzählweise, seine Ortskenntnisse und die glaubhaften Schildungen der verschiedenen Milieus. Fausers Protagonist steuert diverse Städte in Deutschland und Europa an und trifft auf schäbige, 'originelle' Typen, denen er das Nasenpulver andrehen will. Der Lesespaß wird erhöht durch die zynische und ironische Sprache des Autors, seinen Sinn für Übertreibungen und allerhand satirische Randbemerkungen. Positiv kann man Fauser zugute halten, das er dabei nicht die verklärende Sichtweise eines Sozialarbeiters auf die Gesellschaft annimmt, sondern sich auf Beschreibungen der Randmilieus beschränkt.

Fausers 'Schneemann' ist kein schweres oder gar abgedrehtes Werk, sondern liest sich einfach nur gut. Da aber die Handlung etwas sehr dürftig ist, kann ich nur drei Punkte geben. Wer eine gute Urlaubs- oder Reiselektüre sucht, kann nur wenig falsch machen. Aber nix für Agatha-Christie-Fans.


Mann mit der Ledertasche
Mann mit der Ledertasche
von Charles Bukowski
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Erstling, 28. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Mann mit der Ledertasche (Taschenbuch)
Bukowksis erster Roman und auch mit Sicherheit einer der besten. Die Handlung ist rasch erzählt: Der nicht immer unsympathische Taugenichts Hank Chinaski, Bukowsis mehr oder weniger autobiographisches Synonym, arbeitet entweder bei der Post oder in irgendwelchen Gelegenheitsjobs und besticht dabei immer wieder durch Faul-, Trunkenheit und/oder sein miserables Benehmen. Am Ende kündigt er und schreibt diesen Roman. Weitere Handlungsbeigaben sind – typisch für Bukoswki – diverse Frauengeschichten sowie seine ausgeprägte Vorliebe für Sinfonien und Pferederennen. Wenngleich auch die letzten beide Elemente m.E. hier noch nicht ganz so stark herauskommen, wie in späteren Werken.

Das Werk ist mit Sicherheit um einiges biographischer als 'Faktotum', schließlich hat Bukowski selber lange für die Post gearbeitet. Was die Sprache bzw. die Übersetzung anbelangt – sie liest sich sehr flüssig, glaubhaft und passt sich an Bukowskis Ansichten und Denkweisen an. Das Werk ist mit Sicherheit teilweise vulgär, zeigt aber auch glänzende ironisch-satirische Einwürfe, ab und an Mal schiebt Bukowski auch traurige Episoden ein.

Bukowski hat stellenweise extrem Krankes und zum Teil auch eher Langweiliges geschrieben, dieses Werk gehört zu keiner der beiden Gruppen. Seine Werke und Ansichten polarisieren und können nicht jedem gefallen. Aber: Wer schon immer mal Bukoskwi lesen wollte, kann hier oder alternativ bei "Faktotum" bedenkenlos zuschlagen. Leser, die schon andere Werke angewidert weglegten, dürften hier auch nicht glücklich werden. Fans von Buk kennen das kurzweilige Buch ja i.d.R. schon.

P.S. Ausnahmsweise nicht von Carl Weissner übersetzt. Trotzdem erste Sahne!


Jörg-Fauser-Edition, 3: Der Schneemann
Jörg-Fauser-Edition, 3: Der Schneemann
von Jörg Fauser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lässig und leicht, 28. Dezember 2007
Eine verkrachte, nicht unsympathische Existenz kommt eher zufällig an eine Menge Kokain und versucht den Stoff loszuwerden. So lässt sich die Handlung dieses Romanes, der wohl irgendwann Anfang der 1980er spielt, kurz und bündig zusammenfassen.

'Der Schneemann' besticht dabei weniger durch seine Handlung, sondern vielmehr durch Fausers Erzählweise, seine Ortskenntnisse und die glaubhaften Schildungen der verschiedenen Milieus. Fausers Protagonist steuert diverse Städte in Deutschland und Europa an und trifft auf schäbige, abgefahrene Typen, denen er das Nasenpulver andrehen will. Der Lesespaß wird erhöht durch die zynische und ironische Sprache des Autors, seinen Sinn für Übertreibungen und allerhand satirische Randbemerkungen. Positiv kann man Fauser zugute halten, das er dabei nicht die verklärende Sichtweise eines Sozialarbeiters auf die damalige Gesellschaft annimmt, sondern sich auf Beschreibungen der Randmilieus beschränkt.

Die häufige Charakterisierung 'Kriminalroman' trifft nur bedingt zu: Eine Verfolgung durch die Polizei oder ein Ermittlungsverfahren findet nicht statt.

Fausers 'Schneemann' ist kein schweres oder gar abgedrehtes Werk, sondern liest sich einfach nur gut. Da aber die Handlung etwas sehr dürftig ist, kann ich nur drei Punkte geben. Wer aber eine gute Urlaubs- oder Reiselektüre sucht, kann nur wenig falsch machen. Aber nix für Agatha-Christie-Fans.


Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF
Tödlicher Irrtum. Die Geschichte der RAF
von Butz Peters
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Gehört nicht in jedes Regal, 28. Dezember 2007
Eines der wenigen Bücher über die RAF, das sich mit allen 'drei Generationen' der Terrorgruppe beschäftigt, von den Kaufhausbrandstiftungen bis zum Geldbotenüberfall 1999. Referenzwerke wie beispielsweise Austs 'Baader-Meinhof-Komplex' behandeln ja nur den Zeitraum bis zu den Stammheimer Selbstmorden oder sind doch sehr protokollarisch (Pflieger/Die Rote Armee Fraktion). Dementsprechen waren meine Erwartungen hoch.

Wahrscheinlich zu hoch, wie sich beim Lesen herausstellen sollte. Sicher, Peters hat viele Fakten zusammengetragen. Er widmet auch genügend Raum den Taten der RAF nach 1977. Mit Spekulationen hält er sich bis auf wenige Ausnahmen zurück, kurz: er bleibt ein faktenorientierter, neutraler Beobachter, der weder die Isolationsfolter noch die ewige Mordnachtspekulationen oder Legenden um die dritte Generation belebt. Wie aber andere Rezensenten schon anmerkten, man trifft immer wieder auf Details, die allzu boulevardesk sind.

Was an dem Buch aber durchgehend stört ist die sensationsgierige Sprache, der etwas reißerische Stil und Peters notorischer Hang zu unvollständigen, nachgestellten Sätzen. Positiv ins Gewicht fallen die recht klare Gliederung sowie das Bild- und Kartenmaterial im Buch.

Man kann dem Buch mit Sicherheit mangelnden Tiefgang (fehlende Analyse) attestieren. Weitergehende Fragen nach den Handlungsmotivationen auf beiden Seiten bleiben im Dunklen. Das stellt der Autor aber bereits im Vorfeld klar, dass er diese bewusst ausspart. Wer sich daran stört: Finger weg.

Fazit: Ein umfassender und leicht zu lesender Abriss, geschrieben von einem konservativen Journalisten mit recht eigenem Stil. Wer den 'Aust' gelesen hat, sollte einen Blick hineinwerfen. Aber: Aufmerksames Probelesen ist dringend angeraten. Das Standardwerk zur RAF ist es aber nicht.


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