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Rezensionen verfasst von
Odysseus (HH)

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Body Count
Body Count
Preis: EUR 6,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bumm bumm bumm!, 25. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Body Count (Audio CD)
Einer der größten Würfe in den frühen 1990ern und eine wohltuende Abwechslung zum damaligen Dancefloor- und Kuschelrock-Gesülze.

Zynische Gewaltverherrlichung, hemmunglos zelebriertes Machotum und eine m.E. wenig innovative Gitarrenarbeit machen dieses Meisterwerk aus. Natürlich definitiv nichts für Feuilletonisten aber glücklicherweise auch weit weg von der XTC-geschwängerten Spaßgeneration, denn dazu sind die textlichen Hintergründe meist viel zu Ernst. 17 Titel lang brüllt und flucht sich Ice-T nicht MTV-kompatibel durch die Zustände in den Ghettos ("Body Count", äußerst gelungen), Drogen ("The winner loses", sog. Halbballade), erweist sich aber auch als begnadeteter Kabarettist ("KKK Bitch", "Voodoo") oder feiert sich selbst ("Body Count's in the House", damals ein echter Abräumer, der auch heute noch, trotz textlicher Defizite, zündet).

Recht bald nach Erscheinen hatte die provozierende Platte Kultstatus. Das lag nicht zuletzt daran, weil einer der Songs, "Cop Killer", auf dem Index landete und eine zwote Auflage nachgeschoben werden musste.

Die Platte selber bietet neben dem Gebrüll des Masterminds durchgehend raue Riffs, kaum innovativ und das eine oder andere kommt wenig überraschend, aber der rohe, rasiermesserscharfe Mix fasziniert mich heute noch. Sicher, wer auf glasklare Produktionen wie Metallicas Black Album steht, wird hier wenig fündig.

"Rage against the Machine", "Downset" und "Body Counts in the House" sind unsterbliche Platten, die in jedes ernstzunehmende Archiv gehören. Auch Vertreter der alten Generation, die vielleicht dank Europe, Manowar und Bon Jovi schon lange keinen Draht mehr zum Hard Rock haben, dürften hier ruhig einmal ein Ohr risikieren ' es lohnt sich!

P.S. Natürlich schoben die Jungs noch zwei Platten hinterher. Wie es nun mal so ist, beide waren ordentliches Handwerk, aber keine großen Würfe.


Stammheim. Der Vollzugsbeamte Horst Bubeck und die RAF-Häftlinge
Stammheim. Der Vollzugsbeamte Horst Bubeck und die RAF-Häftlinge
von Kurt Oesterle
  Broschiert
Preis: EUR 6,00

12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Relevanz?, 25. April 2008
Der Journalist Oesterle beschreibt die Haftzeit der Führungsebene der ersten RAF-Generation aus der Sicht des Vollzugsbeamten Bubeck. Bubeck war in Stammheim für die Betreuung von Baader und seinen Genossen zuständig.

Natürlich kann man sagen dass hier ein cleverer Autor einen dem Geschehen sehr nahe stehenden, aber, was seine tatsächliche Entscheidungsbefugnis anbelangt, einen eher unbedeutenderen Zeitzeugen gefunden hat. Und längst nicht alles an Bubecks Erinnerungen ist relevant. Das ist das erste große Manko des Werkes.

Das zweite ist – die Distanz zwischen Oesterle und Bubeck ist sehr gering. Im Prinzip wird dem Justizbeamten Bubeck hier ein Denkmal gesetzt. Mir liegt es fern, den "Protagonisten" des Buches schlecht machen zu wollen, aber der verherrlichende Stil stört doch ab und an sehr deutlich. Dafür versteht es Oesterle sehr gut, dem Leser den Zeitgeist herüberzubringen.

Wer vom 'Baader-Meinhof-Komplex' kommt, wo ja vergleichsweise viel über die Stammheim erwähnt wird, und sich mit einem groben Überblick nicht zufrieden gibt, kann auch hier noch fündig werden. Ob es alle diese Details zum Verständnis braucht, steht auf einem anderen Blatt.

Deshalb: Definitiv keine Pflichtlektüre.


Haie und kleine Fische.
Haie und kleine Fische.
von Wolfgang Ott
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Antikriegsroman aus den 1950ern, 24. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Haie und kleine Fische. (Gebundene Ausgabe)
Mit Sicherheit einer der Klassiker der deutschsprachigen Seekriegsliteratur.

Die Rahmenhandlung ist rasch erzählt: Drei jugendliche Matrosen, die auf einem Fischkutter Dienst tun, werden zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zur Kriegsmarine eingezogen. Ihr Fischkutter wurde mittlerweile zum Vorpostenboot umgerüstet. Einsatzgebiet ist zuerst die Nordsee, danach kommt das Boot in das besetzte Frankreich. Bei einem Angriff britischer Torpedobomber sinkt das Schiff und die überlebenden Protagonisten werden zur U-Boot-Waffe abkommandiert. Für die drei beginnt der mörderische U-Bootkrieg.

Das Buch ist flüssig und zum Großteil glaubhaft geschrieben, der Autor versteht es den Leser zu fesseln, kurz: Definitiv starker Tobak.

Zeitlos ist es deshalb aber nicht. Manche Passagen muten heute etwas belehrend an ' etwa die gekünstelte Diskussion zwischen einem der ehemaligen Matrosen und ihrem mittlerweile erblindeten Vorgesetzten. Zudem wirkt manches in meinen Augen etwas kurios ' wurden gefallene Seeoffiziere oder Fähnriche wirklich im Torpedorohr in die Heimat gebracht? Ist der in seiner Wirkung für die Besatzung schreckliche Minentreffer auf einem anderen Vorpostenboot real oder nur eine Ausgeburt der Phantasie des Autors? Mir drängte sich beim Lesen der Verdacht auf, dass der eigentlich fachlich beschlagene Autor hier bewusst schockieren wollte. Ott das als böse Absicht zu unterstellen, wäre m.E. falsch. Das Buch kam in den 1950ern heraus, und wenn man das eine oder andere zeitgleich erschienene Landsknechtsepos betrachtet, wird vielleicht klar, warum der Autor manchmal bewusst über die Stränge schlug. Übrigens: Sollte jemand glaubhafte Gegenbelege für meine Thesen kennen, revidiere ich das gerne.

Zwei weitere Punkte seien noch angesprochen. Erstens, das Buch hat wenig mit dem zum Teil etwas behäbigen Film zu tun. Sicherlich, der Film verwendet viele Szenen, ist aber "sittlich" um einiges entschärfter. Zweitens, das Werk lässt sich auch nicht mit der 20 Jahre später erschienenen Reportage "Das Boot" vergleichen. Sieht man mal vom zeitlichen Abstand ab (ob Ott Buchheims Sprache so hätte verwenden dürfen, ist äußerst fraglich), "Haie und kleine Fische" ist ein Roman, welcher den Werdegang dreier Personen innerhalb mehrerer Jahre erzählt, in denen der U-Boot-Krieg nur ein Teil ist. "Das Boot" handelt von einer Unternehmung und der Fokus ist ein U-Boot und seine Besatzung. Sicher, Überschneidungen gibt es, aber die Frage "besser oder schlechter" finde ich etwas deplaziert.

Wer Seekriegshelden will, Finger weg. Die gibt es hier nicht. Historisch Interessierte können aber einen Blick riskieren.


Aufzeichnungen eines Außenseiters
Aufzeichnungen eines Außenseiters
von Charles Bukowski
  Taschenbuch

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Ursuppe, 21. April 2008
Die Mutter aller Bukowski-Storys.

Das Buch beinhaltet zahlreiche, stets unbetitelte Kolumnen, die der Meister für ein lokales Kulturmagazin verfasst hat. Der Inhalt schwankt – meist sind es aber seine typischen Kurzgeschichte, ab und an Mal kommen aber auch seine Lebensansichten zur Sprache, oder, völlig überraschend, Bukowski's Reaktion auf die Ermordung von Robert F. Kennedy. Gedichte gibt es keine. Die Übersetzung von Carl Weissner lässt nichts zu wünschen übrig.

Was den Reiz des Buches ausmacht – vieles was Buk später in Werken wie 'Post Office', oder auch 'Faktotum' und den zahlreichen Sammelbändne veröffentlichte, findet man hier in der Rohfassung. Bei manchen Schwänken ist diese origineller (vgl. Tod des Vaters), ab und an Mal sind die späteren, zurecht gefeilteren Fassungen (ich denke an den Rauswurf durch seine Ehefrau, siehe Post Office) lesenswerter.

Sicher, im Lesen von z.T. Altbekanntem liegt die Schwäche des Werkes, deshalb auch die nichtssagende Wertung. Für Komplettisten und Fans ist das kurzweilige Werk des Maîtres aber ein Muss. Aber wie gesagt "... nichts für kleinbürgerliche Aufgeiler".


Anpfiff, Enthüllungen über den deutschen Fußball
Anpfiff, Enthüllungen über den deutschen Fußball
von Harald (Toni) Schumacher
  Gebundene Ausgabe

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Chronique Scandaleuse??, 4. April 2008
Mit zeitlichem Abstand betrachtet mit Sicherheit ein stellenweise mehr als amüsierendes Dokument, das seinerzeit zur Entlassung des Autors sowohl beim 1.FC Köln wie auch in der DFB-Auswahl führte.

Der Inhalt in Kürze: Der langjährige Nationaltorwart Schumacher zieht nach der WM 1986 derb vom Leder. In kurzen Worten umreisst er seinen eigenen 'sozialen Aufstieg' und die Erfolge seines 1.FC Kölns in den späten 1970ern sowi seinen Weg in die Nationalelf. Dann folgt der erste inhaltliche Schwerpunkt, die WM 1982 (Stichwort Battiston), gefolgt von der WM 1986. Der Opus schließt mti Verbesserungsvorschlägen des Autors hinsichtlich des deutschen Fußballs ab.

Vornweg: Das Buch liest sich fank eingängiger Formulierungen locker und geschliffen, der Ghostwriter hat hier ganze Arbeit geleistet. Was am Stil hin und wieder ätzt, sind die pseudophilosophischen Einwürfe oder die ständige Betonung der Malocher- und Aufsteigermentalität des Harald S ' wegen solcher Weisheiten hat wohl niemand das Buch gekauft.

Was den Leser wohl am meisten interessiert sind andere Dinge: Wie war das 1982 mit der legendären WM-Vorbereitung in "Bad Schlucksee"? Hat der ewige Quertreiber Breitner wirklich nur getrunken oder Derwall angepöbelt? Wieviel verlor Eike Immel damals tatsächlich am Spieltisch? Oder auch 1986: Wie war das genau mit Ulli Stein ("Suppenkasper") oder auch der legendären Kölner Mafia? Und: War Olaf Thons Einstellung zur Arbeit wirklich so lasch?

Fragen über Fragen, die leider nur zum Teil beantwortet werden. Statt dessen wird mehr auf dem Foul an Battiston (und der ergreifenden Versöhnung) herumgeritten, oder selbsttherapeutisch auf dem Patzer beim WM-Finale 1986 gegen Argentinien. Sicher, oben genannte Fragen kommen vor, werden aber eher am Rande abgehandelt. Längere Passagen werden lediglich der "Giftspritze" Stein oder der ewigen Diva Rummenigge gewidmet. Da hätte sich der eine oder andere wohl mehr erwartet.

Eher mit Nachsicht zu bewerten sind Schumachers Innovationen: Wie sein Vorschlag, ärztlich kontrollierte "Liebesdienerinnen" (!!!) in die Trainingslager zu schicken, um schlimmeres zu verhindern. Oder der Neubau großer Stadien mit integrierten Shoppingmeilen und Videoleinwänden. Während derzeit viele Fußballfreunde sich nach dem "puren, unverfälschten" Fußball sehen, plädierte der Nationaltorhüter vor 20 Jahren für solchen Schnickschnack.

Fakt ist: Wer sich für Fußball in den 1980ern interessiert und mit einem gewissen Maß an Trash zurecht kommt, sollte/muss das Buch zur Hand nehmen. Hinterher kann man sich ja eine Schimanski-Wiederholung ansehen, oder auch eine der unsäglichen Europe-Platten auflegen.


Der Nürnberger Lernprozess. Von Kriegsverbrechern und Starreportern
Der Nürnberger Lernprozess. Von Kriegsverbrechern und Starreportern
von Steffen Radlmaier
  Ledereinband

3.0 von 5 Sternen Begrenzt relevant, 3. März 2008
Das vorliegende Buch ist eine Zusammenstelluing verschiedener, auch internationaler Zeitungsartikel sowie längerer Korrespodentenberichte aus der Zeit des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses.

Aufgrund der abgedruckten Zeitungsberichte erhält man ein nur recht grobes Faktengerüst über den Prozess. Der Großteil der Artikel und Reportagen beschreibt eher die Eindrücke der Autoren vom Prozess und dem Umfeld, als das Geschehen im Gerichtssaal. Die Mischung ist dabei ausgewogen ' neben den deutschen und amerikanischen Stimmen, kommen auch die ' meist propagandistisch eingefärbten ' sowjetischen Berichterrstatter zu Wort.

Zeitgeschichtlich interessierte werden das Buch mit Gewinn lesen ' es enthält viel Zeitgeist und Informationen rund um die Prozesse. Wen aber eher die Fakten interessieren und wissen will, welcher der Beschuldigten was getan hat oder sich für die juristische Seite des Verfahrens begeistert, sollte lieber zu anderen Werken greifen.


Der Nürnberger Lernprozeß, Die Andere Bibliothek - Erfolgsausgabe
Der Nürnberger Lernprozeß, Die Andere Bibliothek - Erfolgsausgabe
von Steffen Radlmaier
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Begrenzt relevant, 29. Februar 2008
Das vorliegende Buch ist eine Zusammenstelluing verschiedener, auch internationaler Zeitungsartikel sowie längerer Korrespodentenberichte aus der Zeit des Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozesses.

Aufgrund der abgedruckten Zeitungsberichte erhält man ein nur recht grobes Faktengerüst über den Prozess. Der Großteil der Artikel und Reportagen beschreibt eher die Eindrücke der Autoren vom Prozess und dem Umfeld, als das Geschehen im Gerichtssaal. Die Mischung ist dabei ausgewogen – neben den deutschen und amerikanischen Stimmen, kommen auch die – meist propagandistisch eingefärbten – sowjetischen Berichterrstatter zu Wort.

Zeitgeschichtlich interessierte werden das Buch mit Gewinn lesen – es enthält viel Zeitgeist und Informationen rund um die Prozesse. Wen aber eher die Fakten interessieren und wissen will, welcher der Beschuldigten was getan hat oder sich für die juristische Seite des Verfahrens begeistert, sollte lieber zu anderen Werken greifen.


Vom Goldstandard zum EURO: Die Geschichte des internationalen Währungssystems
Vom Goldstandard zum EURO: Die Geschichte des internationalen Währungssystems
von Barry J. Eichengreen
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für Fortgeschrittene, 20. Februar 2008
Eichengreen stellt die Entwicklung des Währungssystems als Reaktion auf Erfordernisse und Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen dar. Als Reaktion auf die Unzulänglichkeiten der Bimetallwährungen und wegen Englands dominierender Stellung im Welthandel wird im 19.Jahrhundert der Goldstandard begründet. Dieser kann sich hautsächlich deshalb recht lange behaupten, weil die Zentralbanken untereinander kooperieren Englands führende Stellung im großen und ganzen noch unangetastet bleibt und sich die Regierungen noch nicht an binnenwirtschaftlichen Erforndernissen orientieren müssen. Der auf den Zweiten Weltkrieg folgenden Ära fester Wechselkurse unter dem Abkommen von Bretton Woods widmet er ebenfalls einen breiten Abschnitt, zwigt aber auch wie hier nicht nur systeminterne Fehler (nicht vorgesehene Anpassungen) sondern auch externe Entwicklungen (z.B. die Fiskalpolitik der USA) zum Übergang zu flexiblen Wechselkursen führten. Das Buch schließt mit einem Kapitel über die Devisenmarktentwicklungen der 1980er/1990er.

Eichengreens Blickwinkel ist stets der des Makroökonomen. Er beschreibt die Zusammenhänge und spart dafür an Erklärungen der Details. Für Vorbelastete sind seine Ausführungen sicher erhellend. Wer aber schon immal mal wissen wollte, wie der Devisenmarkt funktioniert, wird eher nicht glücklich.

Das Buch ist in meinen Augen eine hervorragende Ergänzung zu diversen Lehrbüchern über Währungspolitik und –theorie. Eichengreen versteht es erklärende Brücken zwischen den verschiedenen Systemen zu schlagen und die Modelle mit Leben zu füllen. Die Frage ist nur, ob ein Leser mit wenig Vorbildung dies so ohne weiteres nachvollziehen kann – ich denke, dafür ist das Buch doch zu akademisch.

Eigentlich drei bis vier Punkte.


Die Mütter-Mafia
Die Mütter-Mafia
von Kerstin Gier
  Taschenbuch

31 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwach im Abgang, 20. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Mütter-Mafia (Taschenbuch)
Beim Zuklappen des Buches musste ich nüchtern feststellen ' das Werk ist trotz der guten Ansätze entäuschend.

Aber der Reihe nach: Über weite Teile ließt sich das Buch unterm Strich recht gut. Die Protagnostin wird durch eine Scheidung zur alleinerziehenden Mutter zweier Kinder und muss in eine doch sehr bürgerliche Vorstadtsiedlung ziehen. Das Leben dort hat seine Tücken: Das sind zum einen tyrannische Nachbarn, zum anderen eine Clique wohlmeinender Mütter. Sicherlich blitzen im ersten Zweidrittel immer mal wieder etwas zu klischeehafte Passagen auf, aber wenn man sich davon nicht stören lässt, bietet das Buch doch auch ordentlich satirische Abschnitte. Vor allem die eingestreuten E-Mails, in denen die verfeindete Mütterclique ihren 'Gefühlen' freien Lauf lässt, sind herrlich.

Doch dann wird der Leser böse gepackt. Urplötzlich nimmt die Handlung einen dermaßen unglaubwürdigen Wendepunkt, der das gesamte Buch zu einer bitteren Enttäuschung kommen lässt. Mehr kann ich hier leider nicht verraten. Die bitterböse Vorstadtsatire verkommt so zu einem Kitschroman. Verdammt schade!


Requiem für eine Währung
Requiem für eine Währung
von Hans Riehl
  Broschiert

3.0 von 5 Sternen nicht uninteressant, aber teils etwas arm, 15. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Requiem für eine Währung (Broschiert)
Ein nettes Büchlein das dem währungsgeschichtlich Interessierten einen kurzen Überblick über mehr als 120 Jahre 'Mark' verschafft. Die fachlich ausgewiesenen Autoren haben jeder einen Abschnitt übernommen (Nachkriegszeit; Reichsgründing bis erster Weltkrieg; Weltkriege, Weimarer Republik und drittes Reich).

Das Buch ist kein interpretierendes Werk. Die Entwicklung wird sachlich-nüchtern dargestellt. Wer Emotionen sucht, wird das Buch spätestens nach drei Seiten weglegen.

Leider wird beim Lesen der kompetente Rang der Verfasser deutlich. Auf zahlreiche Erklärungen, biographische oder ideologische Hintergründe wird weitgehend verzichtet. Deshalb kann man das Buch keinem Vorbelasteten empfehlen. Hin und wieder würde sich der Leser aber m.E. über knappe Erläuterungen freuen; die Exkursionen im zweiten Teil (1871-1914) zu Wagners 'Ring des Nibelungen' hätte man sich dafür im Gegenzug sparen können. Ebenso hätte ab und an ein Schaubild (z.B. Wechselkurs der Reichs-/Deutschen Mark zum US-Dollar beispielsweise) viel zum besseren Verständnis beigetragen.

So kommt es zu einer doch recht durchschnittlichen Wertung.


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