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Rezensionen verfasst von
Hattie "hattie"

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Getrennte Rechnungen: Storys
Getrennte Rechnungen: Storys
von Serdar Somuncu
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Humorvoll und warmherzig, 26. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Humorvoll und fesselnd geschrieben, berichtet Somuncu von seinen Kindheits- und Jugenderlebnissen in Deutschland. So erfährt der Leser von den Irritationen und Verunsicherungen, die manche Gepflogenheiten der Deutschen bei Menschen aus anderem kulturellen Kontext auslösen können. Herrlich sind Somuncus Beschreibungen des Weihnachtsfestes und des sonderbaren Verhaltens der Deutschen zu Weihnachten, traurig seine Erlebnisse bei der Einschulung; herrlich seine Beschreibung seiner aufgeschlossenen Mutter, die, um seine erheblich ältere, erste Freundin in die Schranken zu weisen, zu seinem Entsetzen plötzlich die anatolische Mama mimt, peinlich seine Erlebnisse in bezug auf die deutsche Gastfreundschaft und den, zwar nicht in jeder Familie geäußerten, aber doch jedem deutschen Kind wohlbekannten Satz, "Wir essen jetzt. Du musst nach Hause gehen!"

Somuncu jongliert nicht mit Klischees, sondern es sind die Alltagsbeobachtungen, die seine Erzählung ausmachen.

Der Leser kommt nicht umhin, die aufgeschlossene und warmherzige Familie Somuncu ins Herz zu schließen. So sind es selbst Kleinigkeiten, wie die deutsche Küche, die dem Leser ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn Somuncu z.B. feststellt, dass er, mangels Gelegenheit seiner Mutter, sich über die Zubereitung deutscher Speisen zu informieren, erst im Alter von 15 Jahren in den Genuss kam, Kohlrabi zu probieren und diese Erfahrung sehr interessant fand.

Es gelingt Somuncu, türkische und deutsche Gepflogenheiten gleichermaßen zu skizzieren und auch kränkende Erlebnisse zu thematisieren, ohne jedoch in Selbstmitleid zu versinken.

Somuncu lässt den Leser an seinem Prozess der Integration und dem seiner Familie teilhaben. Er verleugnet seine Herkunft nie, aber sie rückt zunehmend in den Hintergrund, türkische Gepflogenheiten werden mit den Erfahrungen in Deutschland verbunden. So stehen dann auch in seiner "wilden" Jugendzeit seine Eltern gemeinsam mit den ebenfalls kopfschüttelnden Eltern seiner deutschen Freunde Seite an Seite - die unterschiedliche kulturelle Herkunft spielt keine Rolle mehr. Und genau so sollte es sein.


Sprich langsam, Türke
Sprich langsam, Türke
von Kerim Pamuk
  Taschenbuch

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gut!, 26. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sprich langsam, Türke (Taschenbuch)
Humorvoll, augenzwinkernd und mitunter durchaus politisch inkorrekt, nimmt sich Pamuk typisch "türkischer" und typisch "deutscher" Verhaltensweisen an - keine Seite wird verschont, jede kriegt ihr Fett ab. Durch seine bikulturelle Lebenssituation und seine kritische Distanz, kombiniert mit scharfer Beobachtungsgabe, gelingt Pamuk der Spagat, beiden Bevölkerungsgruppen gleichermaßen den Spiegel vorzuhalten.

Pamuk richtet sich mit seinen Ausführungen zweifelsohne an eine andere Zielgruppe als Osman Engin. Türken, die sich in der Opferrolle suhlen, zu Selbststigmatisierung neigen und alles und jedes auf Diskriminierung zurückführen, nimmt Pamuk ebenso aufs Korn, wie den deutschen Gutmenschen und den Betroffenheitskult. Insofern kann er sich der Empörung dieser Zielgruppen gewiss sein. Da, wo Engin bedient und bestätigt, provoziert Pamuk, lässt nichts durchgehen. Diejenigen türkischen und deutschen Leser aber, die über den nötigen Humor und über ausreichendes Reflexionsvermögen verfügen, werden beim Lesen dieses Buches viel Spaß haben.

Daher: Absolut empfehlenswert!


Kanaken-Gandhi: Ein satirischer Roman
Kanaken-Gandhi: Ein satirischer Roman
von Osman Engin
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 25. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Geschichte, ein türkischer Arbeitsmigrant mit dominanter Ehefrau und fünf renitenten Kindern soll nach 30jährigem Aufenthalt in Deutschland aufgrund eines abgelehnten Asylantrages, den er gar nicht gestellt hat, ausgewiesen werden, hätte lustig werden können. Leider gelingt es Engin auf 286 Seiten nicht, das Gagfeuerwerk zu entzünden. Zu bemüht ist sein Witz, zu unreflektiert seine Darstellung.

So jongliert Engin nicht mit Klischees, er bedient sie. Und mehr als das, er bedient Feindbilder. Seine Ausführungen zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken aus, so sind die Deutschen nur schlecht, überall lauern Gefahren, die Skinheads, die ihn immer wieder überfallen, die Punks, die seine Wohnung in Schutt und Asche legen, die folternden Polizisten, die fiese Sachbearbeiterin der Ausländerbehörde, selbst das deutsche Kind wird zur Gefahr, indem es ihm Hilfe anbietet, um ihn dann bewusst in Lebensgefahr zu bringen. Der Protagonist hingegen, das ständige Opfer, kommt zwar etwas trottelig, aber insgesamt gutmütig daher, bis auf seine Integrationsbereitschaft, die ihm der Autor offensichtlich ankreidet, indem er sie zum reinen Opportunismus erklärt. Die biestige Ehefrau wird in ihrer Überzeichnung zur wütenden Verteidigung der kopftuchtragenden türkischen Frauen.

Insgesamt ist es Engin trotz skurriler Ideen nicht gelungen, die Inhalte zu transportieren. Eine bemüht humorvolle Darstellung und eine bloße Aneinanderreihung von Ideen allein machen noch keine Satire aus. Dazu bedarf es einer kritischen Distanz. Und die fehlt dem Autor leider vollkommen.


Abschied vom geliebten Tier - Ein Ratgeber für den Umgang mit Trauer
Abschied vom geliebten Tier - Ein Ratgeber für den Umgang mit Trauer
von Carmen Stäbler
  Taschenbuch

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Furchtbares Buch, 12. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin betätigt sich nicht nur als Hobbypsychologin, pauschalisiert, wo es nichts zu pauschalisieren gibt, sie dramatisiert die ohnehin schwere Situation und die Trauer noch zusätzlich und rundet das Ganze dann auch noch mit teils schrecklichen Geschichten von Tierhaltern aus dem Internet ab.

Trauernden Tierhaltern oder Tierhaltern, deren Tier im Sterben liegt, rate ich von diesem Buch dringend ab.


Miss, wie buchstabiert man Zukunft? Als deutsche Lehrerin in Jerusalem
Miss, wie buchstabiert man Zukunft? Als deutsche Lehrerin in Jerusalem
von Margret Greiner
  Taschenbuch

8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anmaßend und selbstgefällig, 29. Juli 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin lässt den Leser direkt zu Beginn wissen, dass sie Israel liebt. Gut, dass sie das erwähnt, es wäre dem Leser sonst verborgen geblieben. Denn was nun folgt, ist eine auffallend einseitige Schilderung des Konfliktes zwischen den Israelis und den Palästinensern - eine Schilderung, in der Israelis ausschließlich Täter und Palästinenser ausschließlich Opfer sind.

So berichtet die Autorin wiederholt von Diskriminierungen, denen die Palästinenser ausgesetzt sind, konkretisiert diese jedoch in den meisten Fällen nicht. Die Selbstmordattentate schildert sie vergleichsweise emotionslos, um allerdings im nächsten Moment die Reaktionen Israels auf diese Selbstmordattentate, wie z.B. verstärkte Kontrollen, als "hysterisch" zu deklarieren. Auf eine ebenso kritische Haltung gegenüber Selbstmordattentaten, gegenüber Einstellungen und Verhaltensweisen vieler Palästinenser wartet der Leser vergebens - selbst die "Empörung" der Autorin über ihre nach Selbstmordattentaten jubelnden Schülerinnen wirkt nur scheinbar.

Die Stellung der Frau in palästinensischen Familien wertet Greiner in einem Maße auf, das der Realität nicht entspricht, um im Gegenzug die Frauenfeindlichkeit in jüdisch-orthodoxen Familien zu kritisieren und sich besorgt über die hohe Fortpflanzungsrate dieser Familien und die geschlossenen Systeme zu äußern. Dass genau dies die Familienstrukturen vieler palästinensischer Familien beschreibt, übergeht die Autorin geflissentlich. Vielmehr betrachtet sie die palästinensische Mutter, die stille Dienerin der Familie und Analphabetin ist, unter folkloristischen Aspekten: Immerhin trägt sie ein langes Gewand, das schön bestickt ist.

Israelis scheinen in den Augen der Autorin nur dann Anerkennung zu finden, wenn sie sich anlässlich der Politik Israels in Selbstgeißelung üben.

Irritierend an diesem Buch ist nicht die Einseitigkeit der Darstellung allein, sondern, dass die Autorin eben das weit von sich weist, sich mit einem Heiligenschein versieht und dabei, anmaßend und selbstgerecht wirkend, auch vor Geschmacklosigkeiten nicht zurückschreckt. So fühlt sie sich nicht nur verantwortlich für die Israelis und deren "Opfer", die Palästinenser und misst dabei, fern von jeder Objektivität, mit zweierlei Maß - die Kernaussage Greiners, die sich dem Leser vermittelt, lautet: "Leider haben die Israelis nichts aus dem Holocaust gelernt!" Und genau dies macht Greiners Ausführungen unerträglich.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 25, 2011 9:34 AM CET


Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken
Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken
von Henryk M Broder
  Gebundene Ausgabe

51 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, 13. April 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bissig und pointiert beschreibt Broder die Appeasement-Haltung des Westens und damit das Einknicken des Westens vor den Islamisten. So humorvoll Broder schreibt, so sehr bleibt dem Leser das Lachen im Halse stecken, denn Broder trifft voll ins Schwarze. Um Broder verstehen zu können, muss der Leser allerdings über eine ausreichende Fähigkeit zur Selbstkritik verfügen und es aushalten können, dass ihm der Spiegel vorgehalten wird. Denn Broder legt den Finger in die Wunde - und zwar gnadenlos! Und gut!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 7, 2008 11:13 PM MEST


Das falsche Leben: Eine Vatersuche
Das falsche Leben: Eine Vatersuche
von Ute Scheub
  Gebundene Ausgabe

22 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Peinlich!, 13. April 2007
Eine differenzierte und reflektierte Auseinandersetzung mit der Lebenssituation und den Identitätsproblemen von Nazi-Kindern erhofft sich der Leser vergebens.

Stattdessen erlebt er eine, durch die Unnahbarkeit des Vaters zutiefst gekränkte Tochter, die die Nazivergangenheit ihres Vaters instrumentalisiert, um darüber ihren, in der erlebten Zurückweisung durch ihren Vater begründeten Hass und ihr offensichtliches Rachebedürfnis zu legitimieren. In einem nahezu penetrant wirkenden Bedürfnis, sich von ihrem Vater abzugrenzen, überlässt es die Autorin nicht dem Leser selbst zu urteilen, sondern kommentiert jede Äußerung, jede Aufzeichnung und jede Handlung ihres Vaters, selbst seinen Tod, in einer Gehässigkeit, die für den Leser schwer erträglich ist.

Es entsteht der Eindruck, als bedauere sie fast, dass ihr Vater nicht schrecklichere Verbrechen unter den Nazis begangen hat, da dies ihren Opferstatus noch zementierten würde. So verwundert es auch nicht, dass sie die - ohnehin äußerst umstrittene - Familienaufstellung als Erklärung heran zieht, ohne sie allerdings als solche zu benennen, indem sie ihre Unsicherheit und diffusen Schuldgefühle nicht etwa in der erlebten Zurückweisung des Vaters begründet sieht, sondern darin, dass sie die Schuldgefühle stellvertretend für ihren Vater empfindet.

Die offenkundige Selbstgerechtigkeit der Autorin mutet insofern sonderbar an, als sich unter dem Deckmäntelchen der politischen Correctness - eine Abrechnung mit dem Nazi-Vater lässt sich nun mal gewinnbringender vermarkten als eine Abrechnung mit dem lieblosen Vater - letztlich ein archaisches Rachebedürfnis verbirgt. In dem Leser entsteht das unangenehme Gefühl, von der Autorin als Publikum benutzt zu werden und dass nicht Aufarbeitung im Vordergrund steht, sondern die hasserfüllte, systematische Demontage eines Menschen.

Weiter gebracht hat es die Autorin offensichtlich nicht, denn selbst am Ende des Buches ist ihr, allen Lippenbekenntnissen zum Trotz, eine Aufarbeitung der Beziehung zu ihrem Vater nicht gelungen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Inhalt in keiner Weise hält, was der Titel verspricht. Schade!


Ungezähmt: Tiere der Wildnis / Vorwort von Heinz Sielmann
Ungezähmt: Tiere der Wildnis / Vorwort von Heinz Sielmann
von Benny Rebel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Aufnahmen, 3. September 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Benny Rebel schenkt uns in seinem Band "Ungezähmt" wunderbare Tieraufnahmen. Es sind mehr als Tierfotografien - er portraitiert die Tiere aus nächster Nähe in all ihrer Schönheit und Verletzlichkeit. Liebevoll, wunderschön und zutiefst berührend.


Keltoum's Daughter [UK Import]
Keltoum's Daughter [UK Import]
Preis: EUR 22,52

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbare Hommage an die Frauen Algeriens, 20. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Keltoum's Daughter [UK Import] (DVD)
In seinem Film "Bent Keltoum" erzählt Mehdi Charef die Geschichte von Rallia, einer entwurzelten jungen Frau, die als Adoptivkind in der Schweiz aufwuchs und nun nach Algerien zurückkehrt, um ihre leibliche Mutter zu finden, von der sie nichts als deren Namen weiß: Keltoum.

In dem kleinen abgelegenen Heimatdorf ihrer Mutter angekommen, findet Rallia nur ihren Großvater und ihre geistig verwirrte Tante Nedjma vor, die ihr stolz erzählen, dass Keltoum in einem großen Hotel in El Qaranta arbeitet und jeden Freitag mit Geschenken aus der Stadt heimkehrt. Rallia erkennt jedoch bald, dass Keltoum nicht kommen wird. Gemeinsam mit ihrer Tante Nedjma begibt sie sich auf die Reise zu ihrer Mutter, eine abenteuerliche Reise, die sie durch ein unbekanntes Algerien führt, fernab jeglicher Touristenromantik. Rallia entdeckt hierbei nicht nur das Land ihrer Herkunft, sondern wird auch mit schmerzhaften Wahrheiten konfrontiert, mit denen sie nicht gerechnet hat. Auch das Ergebnis der Suche sieht anders aus, als Rallia erwartet hat.

Charef setzt auf die Kraft der Bilder. Er zeigt die karge Schönheit der Wüstenlandschaft Algeriens und das harte Leben der algerischen Frauen in ruhigen Bildern, die niemals aufdringlich, sondern für sich allein wirken.

Dieser Film ist eine Hommage an die Frauen Algeriens, die unter härtesten Bedingungen in der kargen Wüstenlandschaft ihr Leben bestreiten müssen. Ein wunderbarer Film, der berührt.


Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes
Die verlorenen Söhne: Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes
von Necla Kelek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geschrieben und oberflächlich zugleich, 20. August 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Humorvoll und warmherzig geschrieben, ist dieses Buch ein kunterbuntes Gemisch aus autobiographischen Anteilen, Beobachtung und qualitativen Interviews. Der Informationsgehalt ist hier zweifelsohne höher als in Keleks "Die fremde Braut", dennoch bleibt Kelek auch hier leider eher an der Oberfläche. Will man sich näher mit der Thematik befassen, ist daher Ahmet Topraks "Das schwache Geschlecht - die türkischen Männer" weitaus empfehlenswerter.


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