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Stephan Urban "stevo" (wien)
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Walkin' (Rudy Van Gelder Remaster)
Walkin' (Rudy Van Gelder Remaster)
Preis: EUR 10,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großtat, 17. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Walkin' (Rudy Van Gelder Remaster) (Audio CD)
ich besitze eine remasterte doppel-LP ausgabe dieses fantastischen albums auf 180g vinyl und mit 45 u/min.

dieses wegweisende hardbop-album wurde 1954 am 3.4. und am 29.4. eingespielt.

bei der ersten session mit horace silver am piano, mit percy heath am bass und art blakey an den drums, gab sich miles mit leib und seele der - für damalige verhältnisse - sehr lebhaften rhytmusgruppe hin. er war gerade im begriff an seinen süchten zu arbeiten und so klingt sein spiel auch mal verzweifelt, mal befreit, mal melacholisch dann wieder froh und lebensbejahend.

für das zweite set wollte er noch den saxophonisten dave schildkraut dabeihaben, wohl um einen gegenpart bei den improvisationen zu haben. schildkraut machte seine sache gut, wenn auch nicht besonders originell, man vermeint charlie parker zu hören und machmal klingt er auch ein wenig wie eine parodie dieses all-time-saxophon-monumentes.

leider stand dieses album immer irgendwie im schatten von "birth of the cool", zu recht, gilt dieses doch als der geburtschrei eines neuen genres, aber auch zu unrecht, denn auf wenigen alben erreicht miles so eine kammermusikalische dichte, so eine ausdrucksvielfalt mit relativ kleiner besetzung.

die genialität dieses albums steckt im detail, man kann vielleicht auch unter der hier gebotenen lässigkeit und selbstverständlichkeit die wahre größe übersehen, zumal der hardbop ja zwischenzeitig auch weiterentwicklungen durchgemacht hat.

fast 60 jahre hat das ding auf dem buckel, das möge jeder geneigte hörer bedenken und dann fällt auch gleich auf, dass das werk keinem alterungsprozess ausgesetzt war, so frisch, so frei, so unverbraucht und kraftstrotzend fällt es über den geneigten hörer her.

daran hat natürlich auch die aufnahmequalität ihren anteil, jedes instrument ist direkt mit viel luft rundherum erhörbar, dynamisch ist das so gut wie unlimitiert und so schaut und hört man durch ein offenes zeitfenster direkt bei der entstehung dieses meisterwerkes zu.

das darf in keiner ernstzunehmenden jazz-sammlung fehlen. bleibt zu hoffen, dass die CD nur annähernd so klingt wie mein exemplar, aber viel kann man da in anbetracht der qualität des ausgangsmaterials wohl gar nicht falsch machen - und rudy van gelder wohl schon gar nicht...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 17, 2012 1:40 PM MEST


A Celebration of the Mahavishnu Orchestra
A Celebration of the Mahavishnu Orchestra
Preis: EUR 17,34

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nichts für nebenbei, 2. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
kompositionen des mahavishnu orchestra's im big-band-arrangement?

geht das? kann man gitarrenorientierte fusion in ein blechdominiertes genre übertragen?

die antwort ist nicht ganz einfach, aber letztlich: ja, das geht und ja, das kann man mögen.

immerhin sorgt billy cobham hier für halbwegs standesgemäße motorisierung und ein gewisser martin scales (vorher nie von dem mann gehört) sorgt dafür, dass die gitarrenparts auch halbwegs vertreten sind - schade aber, dass man mc laughlin selbst nicht für das projekt gewinnen konnte, zu gerne hätte ich ihn hier gehört. dafür sorgt aber der geiger jerry goodman für die notwendige prise wahnwitz.

arrangeur colin towns (der auch zappa schon halbwegs orchestrierte) hat hier gute arbeit geleistet, wenn auch meiner ansicht nach, die bläsersätze ein wenig zu "fett" geworden sind. bei den stücken, in denen die HR-big-band ins swingen verfällt oder die spielfreude ausbricht (zb birds of fire, miles beyond, one word) kommt beim zuhören richtig freude auf.

wer sich aber nun erwartet, dass die komplexen fusion-kompo/improvisationen des MO im frühschoppentauglichen schunkelgewand aus den lautsprechern wachsen, der wird enttäuscht werden. zum nebenbei hören ist das nichts, für tralala-hörer bleibt das partiell wohlschmeckende, in summe aber wohl schwer verdauliche kost.

die höchstnote verweigere ich nur, weil mich beim hören das gefühl begleitet, dass das alles auch noch ein wenig besser gegangen wäre.

dies gilt übrigens auch für den sound. dieser ist dynamisch und die bigband schön durchhörbar, aber auch das geht besser, man höre sich nur die hier im vergleich an:

http://www.amazon.de/Joint-Jumping-Rainer-Heutes-Sultans/dp/B00004S401/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1341220315&sr=1-1

(klar ist das viel leichtere musik, aber diese aufnahme zeigt, wie gut man eine big-band in nuller und einsen zerlegen kann.)

unter dem strich aber eine durchaus gelungene produktion, die nicht nur für kenner der originalen MO-scheiben hochinteressant sein dürfte!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 11, 2012 11:54 AM MEST


You Must Believe in Spring
You Must Believe in Spring
Preis: EUR 5,49

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen still und leise, 19. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: You Must Believe in Spring (Audio CD)
unpackbar, um wie wenig kohle man zu unglaublich guter musik kommen kann...

im zuge der immer wiederkehrenden 3 CD's um 15 eier aktionen gibt's jetzt auch dieses juwel, das ich selbst teurer gekauft habe, was aber in anbetracht der qualität des gebotenen fast völlig egal ist.

evans wurde 1929 in new jersey geboren, 1977, drei jahre vor seinem viel zu frühen tod, nahm er diese wunderbare platte auf, die als vinyl nur mehr ganz schwer erhältlich ist. evans war ein ausnahmetalent und hat mit seiner wandlungsfähigen spielweise generationen von jazz-pianisten beeinflusst oder zumindest bewunderung in ihnen ausgelöst.

so wirkt er auf dem davis-meilenstein "kind of blue" und es gibt einige unverzichtbare piano-trio-aufnahmen.
so auch diese mit eddie gomez am bass und eliot zigmund am schlagzeug.

die qualität des hier gebotenen prügelt keineswegs vordergründig auf den geneigten hörer ein, es ist die selbstverständlichkeit, mit der das eingespielte trio hier vorträgt, die so nachhaltig beeindruckt.
sehr zurückhaltend wird hier musiziert, aber wenn man sich darin verliert, dann wird das emotional auf eine fast magische art und weise unglaublich packend.

klar, es gibt moderneres und auch originelleres, aber so lässige und entspannte basic's gibt es sonst nirgendwo auf die lauscher!

auch der sound ist vom allerfeinsten, die räumliche darstellung ist realistisch, die instrumente in der richtigen größe dargestellt.
um 5 eier diskussionslos pflicht!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 20, 2012 12:45 PM MEST


Schostakovitch: Violin Concerto op. 99 / Cello Concerto op. 107
Schostakovitch: Violin Concerto op. 99 / Cello Concerto op. 107

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mit dank an herrn rieger!, 14. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
hier muss ich mal die gelegenheit beim schopf braten und darauf hinzuweisen, dass die klassikmusikrezensionen des herrn rieger nicht nur sehr fundiert sondern auch meist hervorragende empfehlungen sind
wieder habe ich mich auf einen seiner tipps eingelassen und wieder bin ich geradezu euphorisiert.

diese aufnahme zieht den geneigten hörer vom ersten ton weg in einen unwiederstehlichen sog und es ist unglaublich wie "laid back" rostropovich hier spielt und wieviele emotionen trotzdem übertragen werden. gleiches gilt ganz genauso für oistrakh!

das ist nicht zum nebenbei hören, hier muss man hineinkippen und es lohnt sich, man durchlebt eine emotionale achterbahnfahrt, die bizarre schönheit der komposition und die genialität der interpretation macht wehrlos!

ansonsten kann ich nur auf herrn riegers umfassende rezension zu diesem werk verweisen.

eines muß ich dazu aber noch anmerken: ich finde auch die aufnahme großartig, man hört, dass hier bei der ursprünglichen aufnahme bereits überzeugungstäter am werk waren, auch die digitalisierung ist aus meiner sicht rundum gelungen.

ich muss nun unbedingt die platte haben, trotz meiner guten verbindungen dürfte das aber schwierig sein.
nehme zweckdienliche hinweise gerne entgegen!

eine wunderbare scheibe, um den hier geforderten obulus geradezu nachgeschmissen, ein muss, egal welche musik man sonst bevorzugt!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 23, 2014 10:02 PM MEST


A So a Scheena Dog (Lp+CD) [Vinyl LP]
A So a Scheena Dog (Lp+CD) [Vinyl LP]
Preis: EUR 21,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen auf's wesentliche reduziert...., 1. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: A So a Scheena Dog (Lp+CD) [Vinyl LP] (Vinyl)
ernst moldens melodientopf scheint im moment ständig überzulaufen. ist noch gar nicht so lange her, dass er seine wachsende fangemeinde mit dem album "es lem" erfreut hat.

diesmal wollte er mit den liedern allein sein, auf seine großartige band verzichten, eine stimme, eine gitarre, eine mundharmonika.
analog sollte es werden, kein digitalzeugs, eine schallplatte...

"wo kane heisa mea san" (so der ursprünglich angedachte titel) in oslip, im burgenland, hat er die 11 neuen songs aufgenommen, mit alten mikrofonen, mit röhrenvorverstärkern, mit einem analogen mischer, auf einer bandmaschine. von dieser ging es direkt an die schneidemaschine und nur 1000 durchnummerierte platten (ich hab' nr. 170) wurden gepresst.

und wieder ist ein werk ohne schwachstellen entstanden, schon beim ersten anhören fühlt der geneigte hörer, dass es nicht lange dauern wird, bis sich die lieder bei ihm eingenistet haben und so tun, als hätte es sie schon immer gegeben. es sind fast durchgehend völlig entspannte songs, die themen könnte man banal nennen, es geht um schöne tage, um schöne plätze in der natur, um liebe, um's ankommen und dableiben. wenn man molden's art zu texten kennt, ist aber wohl klar, dass banalität keinen raum findet, dass einblicke auf die rückseite des tages und der nacht ermöglicht werden.

keine unterschwellige aggression (wie bei "bubenlieder" oder dylan's "bringing it all back home"), vielmehr ein schwelgen im momentanen glück, eine momentaufnahme, auf der der moment als vergänglich zu erkennen ist, ein entspanntes aufbegehren gegen die ewige dunkelheit...

die aufnahmen selbst sind bemerkenswert intim geworden, melodieführend und ganz direkt steht molden's stimme im raum, jedes atemgeräusch ist vernehmbar, jedes schwanken der rauchigen stimme, jede emotionale regung. anders als dylan schrummelt molden kaum auf der gitarre, er pickt kleine melodien, zupft interessante fill in's, tut dies mit seiner mittlerweile unverkennbaren stringenz. auch die mundharmonika wird auf eigenständige weise eingesetzt, braust nur mitunter auf, dann aber vehement, wie plötzliche sturmböen. noch nie ist man ernst molden so nahe gekommen wie bei dieser durch und durch analogen aufnahme.

für alle, die keinen plattenspieler haben, liegt eine CD bei. natürlich profitiert auch der digitale tonträger von der unmittelbarkeit des materials, so gut vermitteln wie die LP kann er sie aber nicht.

willi resetarits nennt molden den derzeit besten liederschreiber von der ganzen welt. man kann kaum widersprechen...
eigentlich schade, dass nur 1000 menschen diese wahrlich schöne platte besitzen werden.
Kommentar Kommentare (16) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 20, 2012 1:24 PM CET


Consequences
Consequences
Preis: EUR 18,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nichts neues vom pater..., 25. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Consequences (Audio CD)
dieses neue werk von peter hammill gliedert sich realtiv nahtlos in die reihe der letzen alben ein, wer neues erwartet (gibt es so jemanden?) wird vermutlich enttäuscht werden.

meine lieblings-solo-alben des VdGG masterminds sind die ersten, bis hin zu "over", "nadirs big chance", auch "and close as this" und "fireships" fand ich hervorragend, auf letzterer findet sich aber schon - na sagen wir mal: füllmaterial.

hammill war einmal ein mit genialer musik prall und vollgefülltes gefäß und er hat seinen inhalt bis zu den 80er jahren fast vollkommen über seine fangemeinde gegossen und es hat sich immer langsamer wieder gefüllt - so empfinde ich das jedenfalls.

dass sein gehirn trotzdem noch immer in der lage ist, vertrackte, großartige musik zu komponieren und tiefgehende texte zu verfassen, zeigte sich deutlich bei der letzten VdGG-scheibe "a grounding in numbers" und es zeigt sich - ja! - auch hier.

so richtig großartige songs darf man sich aber nicht erwarten, der pater bedient routiniert, pathetisch und mit kaum geschmälerter intensität sein altes klientel, neues wird er damit vermutlich nicht erschliessen.

wenn man wirklich will, muß man muß sich mit der scheibe intensiv befassen, muss sich mit dem beschäftigen, was sich unter der oberfläche und hinter dem licht abspielt, das hat mit erarbeiten zu tun, das ist anstrengend und nicht bei allen dargebrachten songs lohnend.

wo hammill draufsteht, ist nach wie vor hammill drinnen, nichts ist hier mainstream, nichts ist gewöhnlich oder banal an dieser musik, man liebt es oder man hasst es, dazwischen gibts nicht viel, glaub ich...

klanglich sind die einzelnen spuren (hammill hat das album alleine eingespielt) schwer in ordnung, der mix ist als mix erhörbar, vielleicht soll es so sein.

egal: für fans unverzichtbar, leute die sich für diesen ungewöhnlichen künstler interessieren beginnen aber besser bei den anfängen seiner discographie.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 25, 2012 1:00 PM MEST


Stravinsky, The rite of spring, Sacre du Printemps. Scriabin, The poem of extasy, Le poeme de l'extase
Stravinsky, The rite of spring, Sacre du Printemps. Scriabin, The poem of extasy, Le poeme de l'extase
Preis: EUR 21,70

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großartig, 23. Mai 2012
valery gergiev dirigiert hier strawinsky's "le sacre du printemps" mit einem bestens disponierten kirov-orchester.

aus meiner sicht handelt es sich hier um eine der referenzeinspielungen dieses werkes, die man getrost neben doratis mercury aufnahme aus dem jahr 1959 oder LSC 2085 (pierre monteux) stellen kann.

gergiev liefert eine ungemein dichte, fast dämonische interpretation, bleibt immer ungeheuer präzise und besonders bei den rumms-passagen überträgt sich eine fast unheimliche energie auf den geneigten hörer. dabei spielt das kirov-orchester immer leichtfüssig, flüssig und russisch.

am ende wird noch der - meiner ansicht nach hervorragend dazupassende - "poem of ecstasy" von alexander skrjabin dazugepackt. das stück kannte ich vorher nicht, die interpretation vermittelt aber sofort das gefühl, in die seele der partitur vorgedrungen zu sein.

generell liefern gergiev und das orchester hier eine interpretation ab, die den geneigten hörer vom ersten ton weg in den bann zieht, wie das bei mir nur wenige aufnahmen schaffen.

meiner ansicht nach gehören klassische werke, erst recht, wenn sie so pompös sind, auf LP's und wenn schon digital, dann in hochauflösenderen formaten aufgezeichnet als die CD eines ist.

zahlreich sind die klassik CD's, die ich aus klanglichen gründen aussortiert habe.

dies ist nun eine aufnahme, noch dazu von philips, die offenbar eine der wenigen ausnahmen darstellt.

das orchester ist vollkommen durchhörbar, die dynamiksprünge wirken vollkommen unlimitiert und es kommt auch nie das gefühl auf, einem datenreduzierten tonträger zuzuhören.

großartige scheibe, um den geforderten obulus ein schnäppchen!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 17, 2013 1:41 PM MEST


Great Voices (HQCD)
Great Voices (HQCD)
Preis: EUR 21,99

36 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen ...lang, lang her..., 22. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Great Voices (HQCD) (Audio CD)
es ist lange her, dass ich mir eine CD gekauft habe, weil mich der sound so interessiert hat...

und es wird nun wohl auch wieder eine weile dauern.

zur musik ist zu sagen, dass es sich um angenehm dahinplätschernden wave-pop im weitesten sinn handelt, es findet sich kein titel auf der CD, der mir wirklich appetit auf den dazugehörenden longplayer macht, aber alle songs liegen qualitativ auf einem überdurchschnittlichen level und werden sowohl musikalisch als auch gesanglich virtuos vorgetragen.

das klangliche lob, das hier ausgebreitet wird, kann ich nicht nachvollziehen, es gibt eine menge CD's die viel natürlicher klingen und die ihren sound nirgendwo an die große glocke hängen.

weil es hier um den sound geht und als information für interessenten: ich besitze eine high-end anlage, die seit dreißig jahren optimiert wird und alles, was ich im teilweise gleichgesinnten umfeld kenne, relativ locker durch sonne und mond spielt.

der klang hier ist bis hin zum tiefbass sehr sauber und durchhörbar, auch die dynamik ist scheinbar unlimitiert.
aber ich kann mir nicht helfen, mich nervt der sound sehr rasch und ich kann mich des eindrucks nicht erwehren, dass die songs hier durch einen digitalen soundprozessor ala lexicon 300 gejagt wurden. auf's erste hinhören klingt das gut, aber NATÜRLICH klingt anders (und besser).

ich denke, dass diese CD keine große herausforderung für eine durchschnittliche anlage darstellt und daher schnell einmal gut klingt. dort, wo die wiedergabemaschine aber in der lage ist, die essenz einer aufnahme herauszuarbeiten, stellt sich schnell heraus, dass es sich bei dieser art von sound nur um einen effekt handelt.

das ding ist aber sicher in jeder hinsicht ambitioniert gemacht, drei sterne allemal...

nachtrag: man höre sich "somethin' else" von cannonball adderly aus dem jahr 1958 auf einer guten anlage an. dann drängt sich schon der gedanke auf, was die technik und die toningenieure in der zwischenzeit dazugelernt haben. ich denke, erstere ist einfacher, aber schlechter geworden und zweitere haben das verlernt, was die herren bei blue note, living stereo oder decca damals grandios beherrscht haben.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 3, 2013 7:25 PM CET


Great Recordings Of The Century - Schubert (Streichquintett)
Great Recordings Of The Century - Schubert (Streichquintett)

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen großartige interpretation, 10. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
leider hat das ding kein schönes cover, schaut ein wenig aus, wie aus der ramschkiste, viel lieber hätte ich das auf vinyl in dem auf dem CD-cover abgebildeten cover, auch wenn das ein wenig rosa ist. leider war meine bisherige suche erfolglos.

wurscht, es geht um die musik und in meinem klassikrepertoire ist schubert-gestreiche in vielfältiger form vorhanden, was daran liegt, dass ich das mag, manchmal sehr und nicht enden wollend.

so trau' ich mir zu sagen, dass diese interpretation sehr ungewöhnlich, fast ein wenig harsch 'rüberkommt, ecken und kanten aufweist, die bei anderen aufnahmen ein wenig abgerundeter sind, aber gerade deshalb auf ungewöhnliche art fasziniert. spannend ist das, wie sich hier andere musikalische zusammenhänge eröffnen als auf anderen mir bekannten aufnahmen.

mit sehr viel energie, mit sehr viel hingabe wird hier musiziert und es ist eine aufnahme entstanden, die - zumindest mir - das gefühl vermittelt, dass schubert das seinerzeit genauso haben wollte.

die aufnahme macht dabei voll mit, dynamik, räumlichkeit, gespenstisch echte nebengeräusche, alles passt und trägt zum hörvergnügen bei.

es mag gefälligere aufnahmen geben, vielleicht sind das sogar die meisten, aber die hier, die hat was, was andere nicht haben, eine unglaubliche authentische kraft - wohlinvestierte 10,- euro, gar keine frage!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 12, 2012 7:16 PM MEST


Zwischen Feuer und Feuer: Poetische Werke Zweisprachige Ausgabe
Zwischen Feuer und Feuer: Poetische Werke Zweisprachige Ausgabe
von William Blake
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,90

12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...zur vervollständigung einer bibliothek, 9. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
william blake lebte von 1757 bis 1827, er soll über das "zweite gesicht" verfügt haben und wurde offenbar von engeln und dämonen gleichermassen heimgesucht.

der damals noch verbreiteten sklaverei stand er ablehnend gegenüber und trat für eine gleichheit aller rassen, ja generell aller menschen ein, gegenüber den etablierten kirchen hegte er eine große skepsis, obwohl er die bibel oft als inspirationsquelle nannte.

für seine zeit vertrat er nicht nur erstaunlich moderne ansichten, auch seine gedichte besassen eine wucht und einen psychedelischen tiefgang, der seiner zeit weit voraus war. es konnte ja beinahe gar nicht ausbleiben, dass er von der pop-kultur wiederentdeckt wurde. die "doors" bezogen ihren gruppennamen von einem seiner titel "the doors of perception" (die pforten der wahrnehmung). jim morrison berief sich mehrmals auf blake als inspirationsquelle.

blakes gedichte und geschichten sind in einer klaren, gar nicht schwer verständlichen sprache verfasst und die wortgewalt und der sprachfluss ziehen einen geneigten leser sehr schnell in den bann. trotzdem ist das kein buch, das in einem zug durchgelesen werden kann, zu fordernd sind die bilder die herr blake in unsere köpfe malt, zu aufreibend die erweckten emotionen, zu schade alles, um einfach drüber hinwegzulesen.

somit wird man eine zeitlang mit diesem werk beschäftigt sein und das schicke ich voraus: es zahlt sich aus!

die wesentlichen werke blakes sind hier enthalten und die jeweils auf der gegenüberliegenden seite stehende übersetzung ist auch für erprobte englischleser mitunter hilfreich.

ach ja: der geniale österreichische pianist hannes loeschel hat mit einer grandiosen band und dem vokalkünstler phil minton einige der "songs of innocence" in passende klanggewänder gekleidet - auch ein guter weg, sich blake's werk zu nähern, sogar einer, den ich ebenso wie dieses buch nachhaltig empfehle!

http://www.amazon.de/Songs-Innocence-Exit-Eden/dp/B003MPHID2/ref=sr_1_3?s=music&ie=UTF8&qid=1336568559&sr=1-3


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