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TheHistorian23

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Sophie - Sissis kleine Schwester [2001]
Sophie - Sissis kleine Schwester [2001]
DVD ~ Valerie Koch

1.0 von 5 Sternen Einfach nur schlimm, 21. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Sophie - Sissis kleine Schwester [2001] (DVD)
Ich interessiere mich sehr für die Geschichte von Sissis (eigentlich: Sisis) Familie und war neugierig, wie das dramtische Leben von ihrer kleinen Schwester Sophie wohl filmisch umgesetzt wurde. Aber nachdem ich mir die beiden Teile auf DVD angesehen hatte war ich nur entsetzt und ratlos.
Was ich gar nicht verstehen kann: Wie kann man denn nur ein so dramtisches Leben derartig verdrehen und verhunzen? Während der erste Teil noch ganz gut anfängt wird es im Laufe des Films immer schlimmer. Die ganze Geschichte wurde mehr oder weniger völlig auf den Kopf gestellt und verfälscht. Hier einige Beispiele: Sophie schläft nicht in der Nacht ihres Polterabends mit Edgar Hanfstaengl (der Dramaturg dachte sich wohl: Sex schadet nie), Herzog Ferdinand von Alencon ist kein lüsterner, gewalttätiger Adeliger (sondern genau das Gegenteil - tief religiös und etwas unnahbar), Sophie Vertraute hat kein Verhältnis mit ihrem Ehemann (im Film heißt die Vertraute Nadine, ein im 19. Jahrhundert unüblicher Vorname - in echt hiess die Dame Natalie von Sternbach), König Ludwig II. wusste nichts von Sophies Liebe zu Edgar Hanfstaengl, im Haushalt von Herzogin Ludovika gab es keine Irma Butkin, Sophie und Ferdinand zogen erst NACH dem Deutsch-Französischen Krieg nach Frankreich, Sophie hatte keinen Reitunfall usw und so fort ... Besonders dämlich ist die Szene, als Sophie von Possenhofen aus nachts nach München reitet um vor der Residenz nach dem König zu brüllen. So etwas hätte sich niemand getraut, nicht einmal die mutige Sophie.
Leider sind auch die Schauspieler nicht besonders gut, vieles wirkt aufgesetzt und hölzern. Valerie Koch nimmt man ihren Part ab, sie zieht einen mit durch die Geschichte - aber der Rest der Truppe ist sehr dürftig. Insbesondere der Darsteller von König Ludwig II., der den Märchenkönig als einen infantilen Deppen (sorry!) portraitiert. Selbst Marie-Lou Sellem als Nadine enttäuscht auf ganzer Linie. Lediglich Daniela Ziegler kann ihrer Herzogin Ludovika etwas Leben einhauchen (auch wenn hier alles verdreht wurde - sie und Max lebten nebeneinander her und sahen sich kaum ...).
Fazit: Kann man sich einmal ansehen, muss man aber nicht! Schade um das viele Geld, das hier in den Sand gesetzt wurde. Dabei ist es eine so dramatische Geschichte ....


Die unendliche Geschichte - Das Hörspiel: 6 CDs
Die unendliche Geschichte - Das Hörspiel: 6 CDs
von Michael Ende
  Audio CD
Preis: EUR 14,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Hörspiel eines Meisterwerks, 11. Januar 2015
Als ich gesehen habe, dass es neuerdings ein Hörspiel der "Unendlichen Geschichte" gibt habe ich es mir blind gekauft. Und ich muss sagen, ich bin restlos begeistert von dieser wirklich gelungenen Umsetzung! Wundervolle Sprecher, sorgfältig ausgewählt, eine äußerst liebevolle und behutsame Umsetzung, das Stück begleitet von einer phantastischen Komposition, eingespielt vom WDR Sifonieorchester. Wenige Takte der Musik und man ist weit, weit weg in Phantásien ...
Bei den Sprecherinnen und Sprechern gefallen mir ganz besonders Laura Maire als "Blubb", Cathlen Gawlich als "Ygramul, die Viele" bzw. als "Uyulálá" und Irm Hermann als "Urgel". Die einzige Rolle, die ich nicht ideal besetzt finde ich "Fuchur", der mir etwas zu jung klingt und dem das "glockige" fehlt, das im Roman beschrieben wird. Ich hätte mir da eine tönendere Stimme gewünscht. Mutig finde die Entscheidung, die tragenden Rollen von Atreju und Bastian wirklich von Kindern sprechen zu lassen - aber die beiden machen ihre Sache wirklich gut! Enttäuscht war ich am Anfang, als ich dachte, dass alle Stücke mit "das ist eine andere Geschichte" herausgeschnitten worden wären. Aber da hatte ich mich getäuscht - lasst euch ruhig überraschen.
Also wegen mir hätte dieses Hörspiel gerne auch doppelt so lange ausfallen können, man kann sich gar nicht satthören. Zum Hineinhören sei gleich die erste Szene in Phantásien empfohlen, als sich Blubb, Ückück und die anderen Boten im Haulewald treffen.
Absolute Kaufempfehlung!


Elisabeth von Österreich  "Sisi": Das ganze Leben
Elisabeth von Österreich "Sisi": Das ganze Leben
von Christian Munger
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Stark fehlerhafte Darstellung, 11. November 2014
Leider ist vom Kauf dieses Biografie über Kaiserin Sisi abzuraten, denn es ist voller Fehler. Und zwar sowohl sachlicher Fehler als auch Grammatik-Fehler. An manchen Stellen wirkt es wie die unkorrigierte Fassung eines Manuskripts.
Beispiele:
Auf Seite 10 behauptet der Autor, Sisi habe nie einen Unfall beim Reiten gehabt. Das stimmt aber nicht. Im Jahre 1875 hatte die Kaiserin einen schweren Reitunfall in Frankreich, in Sassetot. Nachzulesen in den Aufzeichnungen von ihrer Hofdame Marie Festetics.
Auf Seite 12 können wir lesen: "In der Jugendzeit Sisis, regiert am Königshof in Bayern der aus dem Elsass stammende, lebenslustige Ludwig I an der Macht". Autsch. Wenn man solche Sätze veröffentlicht leidet die Glaubwürdigkeit eines Buches schon sehr. Mit den Korrekturen hat man sich in jedem Fall nicht viel Mühe gegeben. Als im nächsten Satz behauptet wird, König Ludwig II. von Bayern sei der Sohn von König Ludwig I. habe ich aufgehört zu lesen ... Eine höherer Fehlerquote geht ja fast nicht mehr ...


Die Stunde der Zikaden
Die Stunde der Zikaden
von Felicitas Mayall
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2.0 von 5 Sternen Laura macht Urlaub in Italien, die Spannung bleibt daheim, 19. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Stunde der Zikaden (Taschenbuch)
Dies ist der zweite "Fall" von Komissarin Laura Gottberg, den ich gelesen habe. Leider hat mich das Buch am Ende enttäuscht zurückgelassen, ich werde wohl kein weiteres Buch dieser Reihe mehr kaufen. Denn was wirklich fehlt ist die Spannung, ein wirklicher Fall, in dem ermittelt wird. In "Die Stunde der Zikaden" dreht sich fast 90% der Handlung um die Beziehung zwischen Angelo Guerrini und Laura Gottberg. Das ist anfangs unterhaltsam und interessant, aber irgendwann hat man kapiert, dass Angelo auf den Spuren seiner Kindheit wandelt. Frau Mayall gehen schnell die Ideen aus, es kommt zu endlosen Wiederholungen - "fahren wir nach Rom, fahren wir nicht nach Rom", unterbrochen von einem unvermuteten Freiluftliebespiel, das total fehl am Platze wirkt. Zwei Kommissare lieben sich des nächtens in einer italienischen Kleinstadt während um die Ecke jemand niedergeschlagen wird. Etwas abstrus.
Es wirkt, als ob Frau Mayall von ihrem eignen Fall genervt ist, so schnell und lieblos wird alles, was damit zu tun hat, abgehandelt. Wo hingegen die Natur, Gerüche, das Essen, die Landschaft, die Toskana, Lauras Gefühle in extenso beschrieben werden. Ich war gen Ende genervt, da ich mich ständig gefragt habe: wann geht's denn los?? Zudem sind die Nebenfiguren in diesem Fall langweilig oder überzeichnet, wie Domenica di Colalto, die ein wenig wirkt wie Cruella de Vil aus "101 Dalmatiner". Außerdem sind die "Ermittlungsmethoden" der beiden Kommissare sehr nervig und wirken hilflos-naiv. Besonders am Anfang, als die beiden auf die Leiche im Meer stossen und zum dem Schluß kommen - "Wir haben Urlaub, toter Mann im Meer hin oder her." Das passt leider überhaupt nicht.
Im Endeffekt gebe ich zwei Sterne; der erste Teil des Buches, als die Handlung zwischen dem Liebespaar und Ernesto Orecchio wechselt und noch so etwas wie Spanung erkennbar ist, bekommt drei Sterne, ab der Mitte flacht die Handlung deutlich ab und dümpelt bei einem Stern. Macht also zwei zusammen. Gerade mal so.


Die Heldin von Gaeta
Die Heldin von Gaeta
von Arrigo Petacco
  Gebundene Ausgabe

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Quatsch mit Soße, 10. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Heldin von Gaeta (Gebundene Ausgabe)
Ich muss sagen, ich habe selten ein so schlechtes Buch gelesen, wie die Biographie über Marie Sophie in Bayern von dem italienischen Journalisten Arrigo Petacco. Das Buch gibt sich an Anschein einer seriösen, gut recherchierten Biographie - doch es ist nur eine Sammlung von selten dämlichen historischen "Tatsachen". In Anführungsstrichen deshalb, da das meiste schlichtweg falsch ist.
So kann man auf Seite 214 beispielsweise über König Ludwig II. von Bayern lesen: "Ludwig hatt sich zurückgezogen, um auf der Roseninsel zu leben (wo er die Besuche seiner Cousine, der Kaiserin Elisabeth, die heimlich in ihn verliebt war, empfing) und brachte sich im Alter von 40 Jahren in diesem verzauberten Schloß am See um. Sein Tod birgt noch viele Geheimnisse." Wow - das muss man erst einmal schaffen, so viele Fehler in so wenige Sätze zu verpacken! Respekt! Ludwig lebte nicht auf der Roseninsel (es war lediglich ein Ausflugsziel), Sisi war nicht heimlich in ihn verliebt, Ludwig ertrank im Starnberger See und brachte sich nicht in einem Schloß um ...
Eine Seite vorher behauptet der Autor, dass Ludwig sich von seiner Verlobten Sophie getrennt hätte, als diese ihn aufforderte, sich zwischen ihr und Richard Wagner zu entscheiden ... Auch das ist einfach vollkommen erfunden!
Und so geht es immer weiter. Unter einem Bildnis von Elisabeth (Sisi) wird behauptet, sie sei die "engste Vertraute Marie Sophies" gewesen. Auch das ist schlichtweg falsch. Die beiden Schwestern verkrachten sich in Wahrheit, da Marie Sophie Sisis Sohn erzählte, seine Mutter hätte eine Affäre mit ihrem Reitlehrer Bay Middelton. Von da an wechselten die beiden kein Wort mehr miteinander.
Bei solchen groben Schnitzern und Fehlern, die das ganze Buch durchziehen kann man einfach gar nichts mehr glauben. Es wirkt, als hätte Herr Petacco einfach ein wenig seine Phantasie spielen lassen. Der Verlag hätte vielleicht ergänzen sollen: "Ausgedacht von Arrigo Petacco". Man fragt sich, wie der Verlag Styria ein so schlechtes Buch in sein Programm aufnehmen kann. Und dabei ist die Geschichte von Marie Sophie sehr spannend! Schade, schade, schade.


Hundszeiten: Laura Gottbergs fünfter Fall
Hundszeiten: Laura Gottbergs fünfter Fall
von Felicitas Mayall
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Sympathische Kommissarin, maue Krimi-Handlung, 2. Januar 2014
Ich habe "Hundszeiten" geschenkt bekommen, es war der erste Fall von Laura Gottberg, den ich gelesen habe. Vielleicht ist es nicht das beste Buch, um in die Laura-Gottberg-Serie einzusteigen.
Laura Gottbergs fünfter Fall hat bei mir gemischte Gefühle hinterlassen, es wären aber eher beinahe vier Sterne geworden.
Was mir gefallen hat: Laura Gottberg ist eine sehr sympthische, interessante Hauptfigur, an deren Schicksal man schnell Anteil hat. Die emotionale Anbindung ist hier wirklich sehr gut gelungen. Auch wenn dieser Fall mich nicht ganz überzeigt hat, möchte man doch wissen, wie es mit Frau Gottberg, ihrem italienischen Liebhaber und den Kindern weitergeht. Die Dialoge sind sehr pfiffig, auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet. Was ich auch gut fand, dass am Schluss der Fall sehr geschickt aufgelöst wird, ohne zu konstruiert zu wirken. Und der Krimi hat sogar noch eine "Message". Auch prima.
Was ich nicht so gut fand: Die privaten Geschichten von Frau Gottberg nehmen wirklich einen sehr großen Platz ein, die Krimi-Handlung kommt hingegen zu kurz. Man hat eher das Gefühl, einen Frauenroman zu lesen und die Dame ist halt Kommissarin bei der Polizei. Die Schilderung von München hat mich gar nicht überzeugt. Ich lebe selbst in dieser Stadt und fand die Schilderungen sehr beliebig, stellenweise sogar falsch und abstrus. Obdachlose, die am Odeonsplatz in der Sonne sitzen und Essen aus "asiatischen Garküchen" essen gibt es einfach nicht. Das ist völlig romantisiert. Und NeoNazis, die nachts durch die Innenstaadt laufen und im Glockenbachviertel "Schwule raus" brüllen und nichts passiert - das ist auch recht irreal. München wirkt eher so, als würde die Autorin anhand eines Stadtplans ihre Figuren durch die Stadt manövrieren. Auch die Szenen, die in Italien spielen, wirken eher wie aus der Giotto- oder Kaffeewerbung, klischeehaft und überzeichnet - insbesondere die neue Kollegin von Angelo.
Mal sehen, vielleicht versuche ich es mit einem weiteren Fall ;-)


Tod auf der Weißwandhütte
Tod auf der Weißwandhütte
von Thomas Himmelbauer
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Originelle Idee im Stil eines Schulaufsatzes, 9. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tod auf der Weißwandhütte (Broschiert)
Ich habe das Buch gekauft, da ich die Grundidee schön fand und auch noch schön finde: Ein Bergkrimi. Stellen Sie sich mal vor, im Hochgebirge tobt ein schweres Sommergewitter, zwei Ehepaare suchen Zuflucht auf einer Hütte, in der sich ansonsten niemand befindet. Erst später finden sie den erschoseenen Hüttenwirt und müssen die Nacht mit der Leiche auf der Hütte verbringen, und dann kommt noch ein undurchsichtiger Bergführer aus dem Schneetreiben ...

Das größte Problem dieses Buches: Der Autor kann nicht schreiben. Nicht im Ansatz. Das ganze liest sich wie ein langer Schulaufsatz. Die Hauptfigur steigt auf diesen Berg, auf jenen Berg, auf diese Hütte, bekommt natürlich sofort überall die Informationen, die er benötigt. Die beiden eingestreuten Liebesgeschichten wirken sehr unbeholfen. Und überhaupt - die Hauptifgur! Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, mit einem langweiligeren und nichtssagenderen Protagonisten als Stefan Etnom. Ein maulfauler Student aus Wien, der nie weiß, was er jetzt genau fühlt und ständig "gespritzten Apfelsaft" vor sich hinschlürft. Gäbe es eine Hitliste mit den schnarchigsten Hauptfiguren, Stefan Etnom hätte große Chancen auf einen der vorderen Plätze.

So führt uns der Autor in einer knappen, sehr trockenen Sprache durch die Geschichte, die am Schluss immer unglaubwürdiger wird. Und gerade in den Momenten, als Spannung im Keim aufkommt, beschränkt sich der Autor meist auf ein, zwei Sätze. Paradebeispiel: Einer der Bergsteiger findet den toten Hüttenwirt, das liest sich dann so wie "Am Boden lag der tote Hüttenwirt, neben ihm ein Funkgerät. Er war erschossen worden. XX ging zurück in die Stube" ...

Kann leider den Lokalkrimis, die ich bisher kenne, nicht im Ansatz das Wasser reichen.


Lieber So
Lieber So
Preis: EUR 6,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Überraschung des Jahres!, 26. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lieber So (Audio CD)
Deutschland, 2003: Aus dem Radio erklingt, gefühlt ununterbrochen, "Für Dich" von Yvonne Catterfeld. Entnervt stürze ich zum Radio, suche einen anderen Sender, schalte genervt aus. Artifiziell und kitschig kommt der Song daher. Das ist der Stempel, den Yvonne Catterfeld aufgedrückt bekommt.
Deutschland, 2013: In meinem Auto liegt die CD "Lieber so", Interpret: Yvonne Catterfeld. Hätte man mir 10 Jahre vorher erzählt, ich würde ein ganzes Album von dieser Künstlerin kaufen, ich hätte ihn wohl für verrückt erklärt. Aber nachdem ich Yvonnne Catterfeld bei TV Total live mit neuem Songmaterial gesehen hatte, war ich neugierig geworden und hatte das ganze Album blind bestellt. Ich lege die CD ein, biege auf die Autobahn ein, "Pendel" erklingt, dann "Kein Blick zurück". Ich bekomme Gänsehaut, Tränen dringen in die Augen, ich muss fast die nächste Ausfahrt nehmen, da ich auf einmal kaum noch was sehen kann ...
Mit großer Freude gebe ich diesem neuen Album von Yvonne Catterfeld hier 5 Sterne. Im Vordergrund steht Yvonnes Stimme, reif geworden, abgeklärt, härter als früher, machnmal gar zynisch ("Sag ma' wo siehst Du hier Casablanca?"). Das "Goldkehlchen" ist verschwunden, einer erwachsenen Frau gewichen, die seit ihrem ersten Erfolg wohl einiges erlebt hat, einiges hat einstecken müssen. Das Leben hat Spuren in ihrer Stimme hinterlassen. Besonders gut gefällt mir ihre Stimme in den tieferen Lagen. Alles klingt sehr authentisch und daher so berührend. Manche Zeilen lassen einen sprachlos zurück, treffen direkt ins Herz. Man höre sich mal den Song "Lieber so" an, einem gesungenen Abschied. Wenn sie anhebt zu singen "Sieh es nicht als Ende, Sieh es als Beginn, / denn das was uns bevor steht, wär tausend Mal so schlimm / 1000mal so hart, täte 1000 mal so weh" - das ist Hühnerhaut pur! Jeder der sich in seinem Leben schon mal von einem geliebten Menschen trennen musste, weil es einfach nicht geht, weil es einfach die Liebe einfach nicht machbar ist - der bricht hier in Tränen aus.
Das gesamte Album brilliert durch lyrische Texte, die kleine Geschichten erzählen, mit raffnierten Arrangements, mit liebevoller Instrumentierung. Ob nun mit großem Orchester wie "Granz großes Kino" oder gefühlevolle Ballade wie "Ich bin es nicht" - das Songmaterial überzeugt durchgehend und hebt sich sehr positiv von dem momentan allgegenwärtigen belanglosen und austauschbarem weiblichen Popgedudel a la Katy Perry ab.
Ich muss sagen: Chapeau, Frau Catterfeld! Echt grandios. Die Platte bekommt einen Ehrenplatz in meiner Musikbiliothek. Alles Gute für den weiteren Weg - bitte behalten Sie die eingeschlagene Richtung bei!
Ein neuer Fan.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 26, 2013 6:05 PM CET


Seelen im Eis: Island-Thriller
Seelen im Eis: Island-Thriller
von Yrsa Sigurðardóttir
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kann (leider) nicht mit "Geisterfjord" mithalten, 7. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seelen im Eis: Island-Thriller (Taschenbuch)
"Geisterfjord" wurde mir Anfang des Jahres von einer Freundin empfohlen und ich habe diesen Thriller mit großer Begeisterung gelesen, das Buch ist wirklich sehr spannend, mit einer düsteren, beklemmenden Atmosphäre - ich habe mich nachts wirklich vor den Bewegungen meiner eigenen Zehen unter der Bettdecke erschrocken.
Mit großer Begeisterung habe ich den neuen Thriller von Yrsa Sigurdardottir unbesehen gekauft und gleich verschlungen. Allerdings nur mit mäßiger Begeisterung. Die Autorin greift wie auch bei Geisterfjord auf eine zweigeteilte Handlung zurück, die beiden Handlungsstränge liegen ca. 40 Jahre auseinander. Die große Stärke der Autorin liegt darin, spannende, plastische Figuren in einer düsteren Umgebung zu erschaffen. Das gelingt ihr auch diesmal, aber leider nur am Anfang. Vor allem die Figur der "Aldis" trägt die Handlung sehr gut, während der Erzählstrang in der Jetztzeit um Odinn und seine Tochter eher mäßig vor sich dahinplätschert. Die Handlung weist leider viele Brüche auf, die Autorin verbringt viel Zeit damit, die Handlungen ihrer Figuren zu erklären, was stellenweise wie Rechtfertigungen wirkt. Die Sprache wirkt diesmal eher unbeholfen und klobig, es gibt viele Wiederholungen. Man bekommt den Eindruck, die Autorin wollte möglicht schnell einen Nachfolger zu ihrem großen Erfolg nachlegen - doch der wirkt unausgereift. Die Geschichte wechselt zwischen Krimi, einem Familiendrama und einer Geistergeschichte, die allerdings im Keim steckenbleibt. Den größten Fehler begeht die Autorin in meinen Augen darin, ihre Hauptfigur Aldis im letzten Drittel zu vernachlässigen - sie steigt aus diesem Erzählstrang auf ohne die Geschichte aus der Sicht von Aldis zu Ende zu erzählen. Die Handlung schwenkt ganz um auf Odinn. Die Auflösung, die sie bietet wirkt krude und nicht wirklich schlüssig. Vor allem die Figur der Eyjalin funktioniert in meinen Augen gar nicht. Und am Ende flüchtet sich Sigurdardottir in eine "Damien"-angehauchte Erklärung. Zu viele Dinge bleiben ungeklärt und werden nicht aufgelöst (was passierte z.B. eigentlich mit Roberta?).
Von "nervenzerreißender Spannung" kann wirklich keine Rede sein, Grusel kommt auch nicht wirklich auf. Gerade noch drei Sterne, aber eher mit der Tendenz zu zwei.


Tief im Wald und unter der Erde: Thriller
Tief im Wald und unter der Erde: Thriller
von Andreas Winkelmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Trivialer Trash, 19. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit dem beginnenden Herbst hatte ich Lust mal wieder einen guten und spannenden Thriller zu lesen. Kurzbeschreibung und Titel von "Tief im Wald und unter der Erde" klangen gut und machten Lust auf mehr. Vor dem Kauf hätte ich doch mehr auf die kritischen Stimmen hier hören sollen ...
Das erste Buch des "neuen Sterns am deutschen Thriller-Himmel" ist genau ein paar Seiten lang spannend, der Rest ist einfach nur noch zum fürchten schlecht. Die Handlung erinnert an einen der billigen amerikanischen Horrormovies, die spätnachts im privaten Fernsehen laufen. Dementsprechend ist alles vorhersehbar, einlschließlich des finalen Showdowns. Nichts daran ist "abgründig" oder "genial", wie auf dem Buchcover geworben wird. Alle handelnden Figuren bleiben schemenhaft, kein noch so billiges Klischee wird ausgelassen. Spätestens bei den "Nutten", die natürlich Russinnen sind, stöhnt man innerlich auf. Um die Handlung am Laufen zu halten, kommt es immer wieder zu abstusen Verhaltensweisen einiger Figuren, wie beim Alleingang von Tim Siebert. Selbst die Hauptpersonen, Kommissarin Karminter und ihre Liebhaberin Anouschka Rossberg wirken sehr hölzern, die Beziehung zwischen den beiden scheint einzig dazu zu dienen, die Story mit ein paar lesbischen Softpornoeinlagen zu würzen. Überhaupt muss jede Frau in diesem Buch mindestens in einer Szene nackt sein ...
Alles in allem: Wenig Spannung, hölzerne Sprache, billige Dialoge, uninteressante Figuren. Vor allem das Ende, das wie ein Wurmfortsatz an dem Buch hängt, lässt einem mit dem Gefühl zurück, dass man nicht noch einmal einen "Thriller" von Herrn Winkelmann lesen möchte. Schade.


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