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Rezensionen verfasst von
leseratte

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Der Ruf des Kuckucks: Roman
Der Ruf des Kuckucks: Roman
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konnte meine hohen Erwartungen nicht erfüllen, 14. Dezember 2013
Als das Londoner Topmodel Lula Landry vom Balkon ihrer Luxuswohnung in den Tod fällt ist für Polizei, Presse und die Öffentlichkeit schnell klar, dass Luna den Freitod gewählt haben muss. Ihre Neigung zu Depressionen und ihre unglückliche Liebesbeziehung zum drogensüchtigen Sänger Evan Duffield waren weithin bekannt. Einzig ihr Bruder John, der wie Lula auch, von einer reichen englischen Familie adoptiert wurde, glaubt nicht an die Selbstmordtheorie und beauftragt Privatdetektiv Cormoran Strike mit den Ermittlungen. Cormoran hat im Einsatz in Afghanistan ein Bein verloren und steht privat und beruflich kurz vor dem Ruin. Dieser Auftrag scheint der Wichtigste seines Lebens zu werden. Unerwartete Unterstützung in dem brisanten Fall bekommt er von seiner smarten Aushilfssekretärin Robin.

J.K. Rowling, alias „Robert Galbraith“ legt mit „Der Ruf des Kuckucks“ ihr Krimidebüt vor. Angesichts dieses großen Autorennamens und der vielen Vorschusslorbeeren, die das Buch gesammelt hat waren meine Erwartungen entsprechend hoch, konnten aber letztlich leider nicht erfüllt werden. Sicher merkt man dem Buch an, dass es von einer Person geschrieben wurde, die Unterhaltungsliteratur schreiben kann und viel Erfahrung darin hat. Neben dem angenehm flüssig zu lesenden und unterhaltsamen Schreibstil, gibt es für mich allerdings nur wenige positive Aspekte an dem Buch. Der Handlung fehlt es für meine Begriffe in weiten Teilen ganz schlicht und einfach an Spannung. Zwar kamen während der Lektüre immer mal wieder kurze Spannungsmomente auf, die leider aber innerhalb kurzer Zeit wieder wie ein laues Lüftchen verschwanden.
Das Ermittlerduo Cormoran und Robin war mir zwar nicht direkt unsympathisch, aber so richtig warm wurde ich trotz der Buchstärke von mehr als 600 Seiten mit ihnen auch nicht.
Insgesamt habe ich mir mit dem neuen Roman von J.K. Rowling schon sehr schwer getan und würde eine Fortsetzung auch nicht lesen.


Eine wundersame Weihnachtsreise: Roman
Eine wundersame Weihnachtsreise: Roman
von Corina Bomann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,00

4.0 von 5 Sternen Der "Last-Christmas"-Fluch, 27. Oktober 2013
Anna lebt und studiert in Leipzig. Eigentlich hasst sie alles was mit Weihnachten zusammenhängt und flieht über die Festtage regelmäßig in die Sonne. Als ihr kleiner Bruder Jonathan sie dann aber inständig bittet in diesem Jahr das Fest mal wieder mit ihm zu verbringen, fasst sich Anna ein Herz und beschließt die Reise zu ihrer Familie nach Berlin anzutreten, um dort die Feiertage zu verbringen. Leider schläft sie auf der Zugfahrt ein und landet am späten Abend des 23.12. statt in Berlin im Ostseebad Binz. Dunkelheit und starker Schneefall erschweren Anna nun die Rückreise nach Berlin und Anna erlebt eine Nacht voller skurriler Begegnungen und Begebenheiten, bevor sie am Heiligen Abend endlich ihren Bruder in die Arme schließen kann.
Corina Bomann gelingt es in „Eine wundersame Weihnachtsreise“ ganz vorzüglich die weihnachtliche Stimmung einzufangen. Ein leichter Hauch von gebrannten Mandeln und das Geräusch von knirschendem Schnee legten sich bei mir über die gesamte Lektüre. Jedes Mal wenn ich das Buch für einen Moment schloss, konnte ich nicht anders als mich wieder von dem romantisch winterlich gestalteten Cover verzaubern zu lassen und musste weiterlesen. Wie es sich für einen anständigen Weihnachtsroman gehört, wurden meine Erwartungen an ein besinnliches Happy End nicht enttäuscht und fast schon ein wenig wehmütig habe ich mich von Anna und ihrer abenteuerlichen Reise verabschiedet.
Natürlich ist die Handlung an manchen Stellen unglaubwürdig und kitschig, aber genau das gehört doch dazu, zum „Geist der Weihnacht“.


Christiane F. - Mein zweites Leben: Autobiografie
Christiane F. - Mein zweites Leben: Autobiografie
von Christiane V. Felscherinow
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Abschluss, 26. Oktober 2013
Mit knapp 15 Jahren habe ich vor mehr als zwanzig Jahren „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gelesen. Schon damals war es diese Mischung aus Erschütterung und Faszination, die mich wie gebannt an die Erzählungen der jungen Fixerin Christiane F. fesselten. Wie sehr hätte ich Christiane F. damals gewünscht, dass der Entzug bei ihrer Oma in Kaltenkirchen tatsächlich einen Schlusspunkt unter ihre Drogenkarriere setzt und sie ihr weiteres Leben clean und glücklich gestalten kann. Dass dem leider nicht so war, konnte man der Presse immer mal wieder entnehmen, wenngleich mein Eindruck schon vor Erscheinen ihres zweiten Buches so war, dass Christiane F. mit öffentlichen Auftritten und Interviews sehr zurückhaltend umgeht und man nur recht wenige Möglichkeiten hatte, mehr über ihre Vita nach „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ zu erfahren. Als ich gehört habe, dass sich Christiane V. Felscherinow dazu entschlossen hat, ihre Biographie zu veröffentlichen, war für mich sofort klar, dass ich diese unter anderem auch deshalb lesen würde, um die Geschichte der Kinder vom Bahnhof Zoo auch für mich persönlich zu einem Abschluss bringen zu können.
Nach der Lektüre fällt mir als erstes ein, dass „Christiane F. – Mein zweites Leben“ zu den wenigen Büchern gehört, die mich während des Lesens zum Weinen gebracht haben. Schon zu Beginn wird deutlich, dass Christiane für ihre Drogensucht einen hohen Preis bezahlt und mit ihren 51 Jahren gesundheitlich fast am Ende ist. In kurzen Kapiteln berichtet sie mit der Autorin Sonja Vukovic über die Stationen ihres Lebens, vor allem nach Erscheinen des Buches „Wie Kinder vom Bahnhof Zoo“. Der Erzählstil in „Christiane F. –Mein zweites Leben“ ist dabei dem vom Vorgängerbuch so ähnlich, dass man den Eindruck bekommen könnte Christiane F. hätte die Geschichte nicht mit einer Pause von mehr als 30 Jahren, sondern in einem Rutsch erzählt. Auch in ihrem neuen Buch konnte ich nicht anders als ebenso entsetzt wie gebannt ihren Erzählungen zu folgen.
Christiane F. beschreibt, wie sich ihr Leben nach dem Erscheinen des Buches „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ und der anschließenden Verfilmung verändert hat. Dass sie dabei immer wieder erwähnt, zu welchen gesellschaftlichen Kreisen sie durch das Buch und den Film Zugang bekam und wie ihr Leben auch von einigen Prominenten mitgeprägt wurde, empfand ich nicht als störend oder langweilig. Für mich wurde stattdessen gerade dadurch umso deutlicher, dass sie trotz allem Geld und Ruhm ihrem früheren Leben nicht davonlaufen konnte. Christiane F. verzichtet in ihrer Biographie weitgehend auf Schuldzuweisungen. Sie reflektiert ihr bisheriges Leben durchaus selbstkritisch, wodurch die Authentizität der Erzählungen noch verstärkt wurde.
Besonders traurig haben mich die Passagen gemacht, in denen Christiane F. von Begegnungen mit Menschen erzählt, denen sie als Mensch sehr wichtig war, die ihr helfen wollten und an sie geglaubt haben, deren Vertrauen aber letztendlich durch die Sucht häufig zerstört wurde.
Immer wieder wird die Biographie durch Sachkapitel von Sonja Vukovic unterbrochen, in denen auch viel auf die aktuelle Situation von Drogensüchtigen in Deutschland eingegangen wird.

Durch ihren hohen Bekanntheitsgrad und die vielen Menschen, die sich auch heute noch mit ihr identifizieren, gelingt es Christiane Felscherinow auch mit ihrem zweiten Buch wieder, einer Randgruppe Gehör zu verschaffen, die sonst leider allzu häufig von der Gesellschaft vergessen wird.
Abschließend möchte ich einen Satz aus dem Klappentext zitieren, der für mich die Sache auf den Punkt bringt. Es ist „Eine Begegnung mit einer Gesellschaft, die den Rausch auslebt, aber den Süchtigen verachtet“.


Liebe ahoi!: Roman
Liebe ahoi!: Roman
von Shari Low
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Dieser Kurzurlaub war viel zu schnell zu Ende, 13. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Liebe ahoi!: Roman (Taschenbuch)
Wer träumt nicht davon, sich einmal für eine Woche auf einem Luxuskreuzfahrtschiff so richtig verwöhnen zu lassen? Für die Familie des erfolgreichen Geschäftsmannes David Gold wird dieser Traum Wirklichkeit als er all seine Lieben zu einer Mittelmeerkreuzfahrt einlädt. Da diese Sippe aber nicht nur aus David und seiner aktuellen Frau Sarah besteht, sondern auch noch zwei Exfrauen und diverse Kinder, Stiefkinder und neue Partner mit an Bord kommen, sind ebenso turbulente wie auch romantische Urlaubstage vorprogrammiert.

Mein erstes Buch von Shari Low hat mir gleich richtig viel Spaß gemacht. Schon nach wenigen Seiten ist man mit den Protagonisten warm geworde, kann mit ihnen die Fahrt auf hoher See einfach nur noch genießen und sie zu den schönsten Urlaubsorten im Mittelmeer begleiten. Der Transport dieser maritimen und mediterranen Atmosphäre gelingt der Autorin so vorzüglich, dass man schon nach kurzer Zeit das Gefühl hat, selbst einen Kurzurlaub in entspannter Umgebung verleben zu dürfen. Obwohl die Geschichte ohne große Aufregung auskommt, hat sie doch keinerlei Längen und bis zum Schluss verfolgte ich gebannt welche Paare sich auf diesem „Traumschiff“ noch finden werden. Der einzige Nachteil dieses Buches war, dass es leider viel zu schnell vorbei war.
Für alle, die mal wieder einfach ein paar entspannte Lesestunden genießen wollen oder sich schlicht urlaubsreif fühlen, kann ich „Liebe ahoi“ wärmstens empfehlen.


Blow Out
Blow Out
von Uwe Laub
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsames Debüt mit viel Luft nach oben, 10. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Blow Out (Taschenbuch)
Wie Uwe Laub den Zustand der Welt im Jahr 2052 zeichnet, möchte ich als beängstigend und äußerst ungemütlich bezeichnen. Die Weltmeere sind über die Ufer getreten. Viele Städte und Dörfer sind bereits überflutet und der Meeresspiegel steigt weiter. Die Gletscher in der Antarktis sind geschmolzen. Statt Eis und Schnee befindet sich dort die neue und pulsierende Metropole Antarctic City und es herrschen milde 18 Grad Außentemperatur.

Emma Fisher ist eine hochrangige Mitarbeiterin in der amerikanischen Botschaft in Berlin. Entsprechend ihrem Status reagiert sie dann auch genervt und verärgert, als der Botschafter sie bittet eine alte Akte in den Archiven zu suchen. Als sie die Akte dann aber schließlich findet merkt sie schnell welche Brisanz diese Papiere besitzen. Emma entschließt sich entgegen ihrem Ehrenkodex die Akte zu kopieren und aus der Botschaft zu entwenden. Diese Entscheidung ruft mächtige Gegner auf den Plan, die Emma zu einer atemlosen Flucht zwingen. Einzig ihr Freund, der Journalist Nick Schäfer, kann Emma jetzt noch helfen den Mord an vier Wissenschaftlern aufzuklären und damit den größten Umweltskandal der letzten Jahrzehnte der Weltöffentlichkeit bekannt zu machen.
Anders als von mir erwartet beschäftigt sich Blow Out nicht mit einer drohenden Umweltkatastrophe, sondern man wird als Leser mitten in die Katastrophe hineingezogen, die dann aber auch nur den Rahmen der Handlung bildet.

Uwe Laub gibt sich große Mühe seine Story möglichst fesselnd zu gestalten und lässt dem Leser kaum Zeit für Verschnaufpausen. Genau darin liegt aber meiner Meinung nach auch das größte Problem des Romans. Die Aneinanderreihung von Actionszenen und brutalen Verbrechen war mir schlicht „too much“ und ließen kaum Raum für atmosphärische Dichte oder die Entwicklung der Charaktere. Daher konnte mich „Blow Out“, obwohl kurzweilig, nicht wirklich packen. So mancher wissenschaftlicher Zusammenhang blieb mir beim Lesen ebenso verschlossen, wie auch die Tatsache, weshalb sich ein deutscher Autor eines so amerikanischen Hintergrunds bedienen muss und warum ganz klischeehaft „Uncle Sam“ so verdorben, korrupt und böse dargestellt wird. In dieser Hinsicht haben mir die verschiedenen Blickwinkel ganz eindeutig gefehlt.


Sie und Er
Sie und Er
von Andrea de Carlo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

5.0 von 5 Sternen Sommerhighlight, 4. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Sie und Er (Gebundene Ausgabe)
Clara und Carlo glauben nicht an die große Liebe. Beide leben in Mailand. Er, ein Schriftsteller, der die erfolgreichsten Tage schon hinter sich hat und seine allgemeine Resignation und Lebensunzufriedenheit mit bedeutungslosen Affären zu täuschen versucht. Sie, gefangen in einer Beziehung mit einem ebenso soliden, wie langweiligen Anwalt. Jeder Tag scheint bereits vorbestimmt, bis zu jenem Moment, als die beiden sich bei einem Autounfall zum ersten Mal begegnen.

Andrea De Carlo ist für mich die größte literarische Neuentdeckung in diesem Sommer. „Sie und er“ ist eines jener Bücher, denen man tatsächlich anmerkt, dass der Autor sein Werk gelernt hat und versteht damit umzugehen.
Die Geschichte ist so voller intensiver und lebendiger Dialoge zwischen Mann und Frau, dass man am liebsten immer mehr davon hätte und sich einfach darin verlieren könnte. Dabei ist es egal ob die Geschichte gerade in Ligurien, in Mailand oder in der Provence spielt. Der Autor schenkt dem Leser an allen Handlungsorten schöne und beeindruckende Augenblicke, die das Buch zu einem echten Schatz werden lassen. Die Charaktere wurden von Andrea de Carlo sehr präzise und authentisch aufgezeichnet. Man erspürt zwischen den Zeilen die großen Gefühle, die Lust und auch die Verzweiflung, die die Protagonisten umgibt und hat gar keine Wahl, als sie mit ihnen zu teilen.
An einigen Stellen musste ich sogar kurz innehalten, weil mich die Geschichte so sehr in ihren Bann gezogen hatte, dass es kaum noch erträglich war. Viel zu eindringlich, tiefgründig und lebensnah beschreibt der Autor das Spiel von Nähe und Distanz zwischen Clara und Daniel. Gleich darauf siegte aber auch schon wieder die Faszination für die Story und voller Neugier machte ich mich auf, um den Weg mit Clara und Daniel noch ein Stück weiterzugehen.

„Sie und er“ ist ein absolut spannendes Buch, bei dem man die Zeit vergisst und nicht eher ruhen kann, bis man die letzte Zeile gelesen hat, nur um dann enttäuscht festzustellen, dass die Geschichte damit schon zu Ende ist.


Die Schwestern von Sherwood: Roman
Die Schwestern von Sherwood: Roman
von Claire Winter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nur "ganz nett", 3. August 2013
Claire Winter beginnt ihre Geschichte im Nachkriegsberlin 1948. Dort lebt Melinda Leewald, eine junge Frau, die gerne als Journalistin arbeiten würde. Zwar herrscht überall noch Not und Mangel, doch Melinda hat die Kriegsjahre zumindest körperlich unversehrt überstanden. Allerdings musste sie den Verlust ihrer Mutter verkraften, die kurz vor Kriegsende verstarb. Eines Tages erhält Melinda ein geheimnisvolles Päckchen mit Liebesbriefen ohne Absender und Schachfiguren. Schnell findet sie in den Papieren einen Hinweis auf die englischen Wurzeln ihrer Mutter. Als sich die Möglichkeit ergibt, beruflich für einige Zeit nach London zu gehen, nutzt Melinda die Gelegenheit, mehr über die Geschichte ihrer Familie zu erfahren.
Die zweite Handlungsebene von „Die Schwestern von Sherwood“ spielt in England im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Sherwoods sind sogenannte „Emporkömmlinge“ und trotz ihres gigantischen Reichtums ist die Familie bei den alteingessesenen Adelsfamilien nicht gut angesehen. Elisabeth Sherwood beschließt die Schönheit und den Anmut ihrer Töchter zu nutzen, um endlich in den oberen Rängen der englischen Gesellschaft mitspielen zu können. Amalia und Claire, die beiden Töchter der Sherwoods, stehen sich sehr nahe, was sich auch nach einer Scharlacherkrankung Amalias nicht ändert, in deren Folge sie ertaubt. Für Elisabeth Sherwood ist die Behinderung ihrer Tochter allerdings nur ein weiterer Makel in der Biografie ihrer Familie. Amalia entwickelt sich trotz ihrer Krankheit gut und reift zu einer wunderschönen Frau heran. Bei einem ihrer ausgedehnten Spaziergänge im Moor trifft sie einen jungen Mann und es entwickelt sich eine heimliche Liebesbeziehung. Als sich ihre Schwester Claire kurz darauf mit einem edlen Lord verlobt, nehmen die Ereignisse auf Sherwood eine dramatische Entwicklung.

Die „Schwestern von Sherwood“ plätschert zwar recht kurzweilig vor sich hin, beinhaltet dabei aber kaum Momente, in denen tatsächlich mal ein gewisser Überraschungseffekt über den Handlungsablauf aufkam und blieb in weiten Teilen doch sehr vorhersehbar. Die Autorin hat es trotz ihrer Beschreibungen über die Schwierigkeiten und Probleme von gehörlosen Menschen im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht geschafft, dass mich die Charaktere wirklich erreicht oder berührt hätten.
Auch die Landschaftsbeschreibungen vom englischen Dartmoor sind von Claire Winter bestimmt ordentlich geschildert, vermochten es aber trotzdem nicht meine Neugier zu wecken.
Sowohl für die Handlung, als auch für die Protagonisten hätte ich mir etwas mehr Tiefe erhofft, die leider irgendwo zwischen Berlin 1948 und England 1896 verloren gegangen zu sein scheint.


Der Lavendelgarten: Roman
Der Lavendelgarten: Roman
von Lucinda Riley
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Duft der Provence, 14. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Lavendelgarten: Roman (Taschenbuch)
Mit ihrer adligen Herkunft fühlte sich die Pariser Tierärztin Emilie nie besonders verbunden. Als jedoch ihrer Mutter als letzte Angehörige verstirbt, ist Emilie gezwungen zu entscheiden, was mit ihrem Erbe geschehen soll. Allen voran geht es darum, ob das baufällige Chateau der Familie in der Provence mit all seinem Inhalt verkauft werden muss. In dem Chateau befindet sich neben einer Kunstsammlung auch noch eine beeindruckende Bibliothek mit mehr als 20.000 Büchern, von denen einige Exemplare sehr wertvoll zu sein scheinen. Schnell fühlt sich Emilie überfordert von der Flut der zu treffenden Entscheidungen und so freut sie sich als der attraktive englische Galerist Sebastian ihr seine Hilfe anbietet. Durch seine Großmutter ist Sebastian mit der Familie von Emilie schon lange bekannt. Bald wird aus Freundschaft Liebe. Emilie und Sebastian heiraten. Während das Chateau renoviert wird, will Emilie mit Sebastian auf seinem englischen Landsitz leben und nur für kurze Besuche in die Provence reisen. In England angekommen lernt Emilie Sebastians Bruder Alex kennen, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt und ans Haus gefesselt ist. Schnell wird klar, dass es zwischen den Brüdern starke Differenzen gibt und kaum in England angekommen verändert sich Sebastian auch gegenüber Emilie. Emilie entschließt sich den Ursachen für die familiären Unruhen auf den Grund zu gehen und recherchiert sowohl in England, als auch in Frankreich die Familiengeschichte der Brüder. Dabei stößt sie unerwartet auf ein Geheimnis, das auch ihr weiteres Leben maßgeblich beeinflussen wird.

Auch im dritten Roman der Autorin steht wieder ein Familiengeheimnis im Mittelpunkt. Wie schon in den beiden Vorgängern erzählt Lucinda Riley die Geschichte auf zwei Zeitschienen. Während sich Emily und Sebastian in der Gegenwart befinden, spielt die Geschichte ihrer Vorfahren in der Zeit des 2. Weltkriegs, als Frankreich von Deutschland besetzt war.
Durch ihren einnehmenden Schreibstil gelingt es der Autorin dem Leser die Handlungsorte sehr vertraut zu machen und manchmal scheint es, als würde der Duft der Provence direkt aus den Seiten strömen.
Die Geschichte entwickelt sich sowohl in der Gegenwart, wie auch beim "Blick zurück" von Beginn an spannend und verdeutlicht historisch interessante Aspekte.
Der "Lavendelgarten" ist die perfekte Lektüre für heimelige Wohlfühlstunden. Eine Geschichte, in die man sich fallen lassen sollte ohne sich dabei von der manchmal sehr klischeehaften Handlungsweise der Charaktere zu sehr stören zu lassen.


1813 - Kriegsfeuer: Roman
1813 - Kriegsfeuer: Roman
von Sabine Ebert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillant, 21. April 2013
Rezension bezieht sich auf: 1813 - Kriegsfeuer: Roman (Gebundene Ausgabe)
1813 ist Sachsen französisches Protektorat. Spätestens seit der verheerenden Niederlage Napoleons in dessen Russlandfeldzug, regt sich bei Bürgern Widerstand gegen die Schreckensherrschaft des selbsternannten Kaisers. Der Gruppe der Alliierten bestehend aus Russen, Preußen und Österreichern ist es 1813 gelungen ihre Armeen wieder zu stärken und nur so kann die bisher größte Schlacht der Menschheitsgeschichte ihren Lauf nehmen. In vier Tagen werden mehr als 500.000 Soldaten über Leipzig und Umgebung hereinfallen. Die Bilanz: Mehr als 100.000 Tote und die Geburtsstunde des modernen Europas. Sabine Ebert verleiht in ihrem Buch vielen historischen Persönlichkeiten eine Stimme, aber auch die wenigen fiktiven Charaktere finden ihrem Platz in diesem groß angelegten Roman über die Völkerschlacht bei Leipzig.

Das herausragendste Merkmal von "1813 - Kriegsfeuer" ist die hervorragende Recherche der Autorin. Fast auf jeder Seite des Romans ist spürbar wie hart die Sabine Ebert an ihrem Werk gearbeitet hat und wie viel Herzblut in der Handlung steckt. "1813 - Kriegsfeuer" ist kein Buch, das sich mal schnell an einem Nachmittag weglesen lässt. Man muss sich schon Zeit nehmen, um sich mit den Unmengen an Generälen und Soldaten auf Seiten der "Grande Armée" und der der Alliierten vertraut zu machen. Hat sich der Leser dann aber erst einmal mit der Mehrheit der "Dramatis Personae" bekannt gemacht, werden seine Mühen belohnt und er wird wie von einem Sog direkt in die Ereignisse des Jahres 1813 hineingezogen. Authentisch, manchmal schonungslos hart, aber vor allem sehr lebendig beschreibt Sabine Ebert die Ereignisse im Frühjahr, Sommer und Herbst des Jahres 1813.

Fazit: Ein Buch, das mich restlos begeistert hat. Die Autorin Sabine Ebert kann künftig durchaus in einem Atemzug mit Erfolgsautoren wie Ken Follett genannt werden.


Der Leuchtturmwärter: Kriminalroman (Ein Falck-Hedström-Krimi, Band 7)
Der Leuchtturmwärter: Kriminalroman (Ein Falck-Hedström-Krimi, Band 7)
von Camilla Läckberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Spannende Unterhaltung aus Schweden, 9. April 2013
Meine bisherige Erfahrung mit nordischen Krimis lässt sich als eher durchwachsen beschreiben. Fast wäre ich sogar schon soweit gegangen dieses Genre ganz von meiner Leseliste zu streichen. Meist war mir die Atmosphäre zu düster und die Charaktere erschienen mir kühl und unnahbar. Wie gut, dass der List-Verlag dann aber für "Der Leuchtturmwärter" ein für mich besonders ansprechendes Cover kreiert hat, dem ich in der Buchhandlung nicht wiederstehen konnte. Diese Tatsache wurde noch erfreulicher als ich feststellte, dass sich "Der Leuchtturmwärter" nicht nur äußerlich zu den lohnenswerten Büchern zählen darf.

Bereits zum siebten Mal lässt die Autorin in "Der Leuchtturmwärter" die Schriftstellerin Erica Falck und ihren Mann, den Polizisten Patrik Hedström an der schwedischen Küste ermitteln. Obwohl immer mal wieder Bezug auf Ereignisse aus früheren Büchern genommen wird, bekommt man doch leicht einen Zugang zur Story und zu den Protagonisten.

Nach überstandener Herzattacke kehrt Patrik in den Polizeidienst zurück. Seine Frau Erica ist zuhause voll mit der Erziehung der zweijährigen Tochter Maja und den neugeborenen Zwillingen beschäftigt. Als ihre alte Schulkameradin Annie nach Jahren wieder in die Heimat zurückkehrt und sich mit ihrem Sohn Sam auf der sagenumwobenen und einsamen Insel Gråskär vor der Küste niederlässt, beginnt Erica trotz häuslichem Stress die Geschichte der Insel zu recherchieren und stößt dabei auf ein grausames Geheimnis.

Gleichzeitig muss sich Patrik mit dem kaltblütigen Mord an Matte beschäftigen, einem ebenso herzlichen wie beliebten jungen Mann. Niemand in Fjällbacka kann verstehen weshalb ausgerechnet Matte das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Patrik und sein Team tappen auf der Suche nach dem Mordmotiv lange Zeit im Dunkeln.

Der "Leuchtturmwärter" ist ein sehr vielschichtiger Krimi, dessen Handlung bis zum Schluss undurchsichtig und spannend bleibt. Was mich bei den nordischen Krimis bisher gestört hatte, konnte Camilla Läckberg in Der Leuchtturmwärter" für mich zu einem sehr reizvollen Lesevergnügen umwandeln. Auch sie nutzt die Rauheit von Natur und Landschaft um die unheimliche, manchmal sogar mystische Handlung zu unterstreichen. Ihre Charaktere entwickeln dabei aber trotzdem eine Warmherzigkeit und Lebendigkeit, der ich mich nicht entziehen konnte. Keine der 480 Seiten war langweilig und obwohl sich die Autorin für die Entwicklung der Handlung Zeit lässt und auf unnötiges Blutvergießen verzichtet, schreitet die Story packend und rasant voran.

Selten vergebe ich für einen Kriminalroman fünf Sterne, aber "Der Leuchtturmwärter" hat diese Bewertung in jeder Hinsicht verdient.
ung in jeder Hinsicht verdient.


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