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Rezensionen verfasst von
EHZ "hiltifinger" (Berlin)

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Hulk [Special Edition] [2 DVDs]
Hulk [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Eric Bana
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 5,89

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychologische Tour de Force, 23. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Hulk [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Mal ehrlich - wer war denn in seiner Kindheit wirklich ein Fan vom "Hulk". Dieses grüne grantelnde Monster, das in seiner tumben Art irgendwie für Gerechtigkeit eintrat, hatte es doch schwer im Vergleich zu jenen supergerechten Flattermännern, schizophrenen Fledermäusen, verbissenen Spinnern - pardon Spinnen - und wie auch immer die anderen Superhelden hießen, denen viele ihre Sympathien schenkten - und denen man auch filmisch in vielerlei Hinsicht Denkmäler gesetzt hat.

Und nun wartet der asiatische Regisseur Ang Lee mit einer Verfilmung auf, die wahrscheinlich nur überwiegend einem der drei bestehenden Lager gerecht wird. Ganz im Gegensatz zu den "Hulk Hassern" und den "wahren Fans", wird seine Version der "grünen Gefahr" nur vor allem jene begeistern können, die bisher noch gar nicht viel mit dem "Hulk" anfangen konnten - und deshalb nahezu vorurteilsfrei an den Film herangehen.

Ang Lees Film besticht besonders durch die präzise Zeichnung seiner Charaktere, was nicht nur bei der Hauptperson, dem strahlenverseuchten Bruce Banner auffällt. Dieser wird von Eric Bana einmal mehr überzeugend dargestellt - hatte er doch schon dem Sandalenorkus "Troja" ein wenig schauspielerischen Glanz verliehen. Doch auch die Wiedergabe der anderen Hauptpersonen fällt sehr differenziert aus. Ob das nun sein durchgeknalltes Psychowrack von einem Vater ist - oder es sich um die liebend loyale aber letztlich leidende Freundin und ihren herrlich verkniffenen, verfolgungsfreudigen Alleinerzeuger bzw. -erzieher handelt. Die Darbietungen gehen merklich in die Tiefe, was für so manche Comicverfilmung recht ungewohnt daherkommt. Und die entsprechend comicartige Aufteilung des Bildes - mehrere Situationen und Reaktionen werden teilweise gleichzeitig abgebildet - ist ein gelungen wieder aufgegriffener Einfall der Filmtechnik.

Die Zeit, die sich der Regisseur für die Entwicklung seiner Geschichte nimmt, stösst zwangsweise dem Liebhaber krachlederner Actionkost vor den Kopf. Logische Konsequenz - die Actionszenen werden erfolgreich bemängelt - die Spezialeffekte inklusive. Manches wirkt hier tatsächlich zu unentschlossen, doch der gewollte Gesamteindruck ist eben nicht der einer visuellen Achterbahnfahrt, sondern viel mehr eine tragische Vater-Sohn Geschichte, die in allen erdenklichen Ebenen ausgelotet wird. Auch die logischen Konsequenzen des Andersseins Bruce Banners werden geboten, so manches gebrochene Herz bleibt da auf der Strecke - wie leider auch so mancher Zuschauer, der sich diesen Film mit den falschen Erwartungen ansieht.

Wer sich auf ein teilweise kammerspielartiges Psychogramm einlassen will und die Action ausschliesslich als Mittel zum Zweck versteht, den wird der "Hulk" überraschen. Alle anderen werden voraussichtlich "grün" im Gesicht werden - vor Enttäuschung.


Half the Perfect World
Half the Perfect World
Wird angeboten von DVD Overstocks
Preis: EUR 8,49

44 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, 20. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Half the Perfect World (Audio CD)
Na endlich, dachte ich. Hatte ich doch erst vor kurzem Madeleine Peyroux neuestes Werk im Radio gewonnen, wo man ihr jüngstes musikalisches Schaffen kurzerhand zur "CD der Woche" gekürt hatte. Nachdem ich bereits ihre beiden ersten Alben "Dreamland" und "Careless Love" mein Eigen nennen konnte, war ich auf das Äusserste gespannt.

Hier auch gleich der erste Vorschlag: Hören Sie sich "Half the perfect world" möglichst in Ruhe an. Und möglichst mehrere Male. Nur dann werden Sie in der Lage sein, ein vernünftiges Urteil zu fällen.

MEIN erster Eindruck war schlichtweg enttäuschend. Damit Sie mich richtig verstehen - hätte ich in meinem Leben noch NIE etwas von ihr gehört, wäre ich wahrscheinlich in Begeisterung verfallen, ob der ausgefeilten Arrangements, ihres warmen Timbres und des weichen instrumentalen Klangbilds ihrer gecoverten, wie eigenen Songs. So stellte ich allerdings relativ schnell für mich fest: Das ist zwar gut - aber irgend etwas essentielles konnte sie ihren bisherigen Scheiben dann wohl doch nicht mehr hinzufügen.

Selbstverständlich kann man sich fragen, ob ein neues Album selbigen Anspruch immer erfüllen muss - aber stellen sie sich doch die Leichtigkeit eines in den höchsten Sphären schwebenden Luftschiffes vor - gigantisch aufgeblasen - um dann doch an der ersten besten Wolke hängen zu bleiben. Die sogenannte Leichtigkeit des Seins könnte da schnell unerträglich werden.

Ungefähr so könnte es ihnen mit "Half the perfect World" ergehen. Die Lieder auf Madeleine Peyroux neuem Album scheinen nicht mehr den Tiefgang und die Genialität des Vorgängers und den Aha-Effekt des Erstlings zu besitzen. Alles in allem ist das zwar sehr schön - wirklich schön - sehr luftig und auch sehr leicht und wesentlich positiverer Grundstimmung als noch auf den ersten beiden CDs. Aber es ist eben nichts, was einen so richtig bewegt. Man stellt ernüchtert fest, das die Brillianz eines neuinterpretierten "Dance Me To The End Of Love" hier nicht einmal ansatzweise erreicht wird. Was nicht heissen soll, dass es keine positiven Überraschungen gibt - ob es sich um das ironische "I'm Allright", das fragile "Everybody's Talkin" oder das von Till Brönner vortrefflich mitgeblasene "Smile" handelt - die Songs wissen sehr wohl zu gefallen, hinterlassen aber keinen bleibenden Schaden.

So bleibt es nach mehrmaligem Hören wie es ist. Wem bereits die ersten beiden Alben gehören und begeistern, der wird sich die Frage gefallen lassen müssen, ob er die dritte wirklich braucht. Wer jedoch noch nicht viel von Madeleine Peyroux gehört hat, den wird "Half the perfect world" mehr als nur zur Hälfte zufriedenstellen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 5, 2013 5:32 PM MEST


V wie Vendetta (2 DVD, Steelbook inkl. Comic-Auszug, exklusiv bei Amazon)
V wie Vendetta (2 DVD, Steelbook inkl. Comic-Auszug, exklusiv bei Amazon)
DVD ~ Hugo Weaving

19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen V wie Vorsicht (vor falschen Erwartungen...), 18. September 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ärgern sie sich auch darüber, wenn ihnen etwas als eine Angelegenheit angepriesen wird, von der Sie sich hinterher fragen, warum?

Liest man die effektheischende Ankündigung auf dem Cover der Single Disc von "V wie Vendetta", könnte man sich eine völlig falsche Vorstellung vom neuesten Werk der Wachowski-Brüder machen, steht dort doch - "intelligentes Actionkino" - und auf dem Klappentext findet man sogar den Begriff "Actionthriller".

Die "intelligente" Geschichte eines einsamen Rächers in einem faschistoiden London der Zukunft, der einem vom System betrogenen Mädchen bei dessen Vergangenheitsbewältigung hilft, ist jedoch alles andere als "Actionkino". Und wer einen als "Thriller" getarnten "Science Fiction" Film oder einen als "Science Fiction" Film getarnten "Thriller" erwartet, der wird auf das ernüchternste enttäuscht. Ebenso der puristische Anhänger des zugrunde liegenden Comics. Ohnehin sollte man den Begriff "Science Fiction" nur unter äusserstem Vorbehalt verwenden - eher trifft die Bezeichnung "utopischer Film" zu. Ganz in der Tradition von Werken wie THX 1138, Brazil, 1984 oder Fahrenheit 451 wartet Regisseur James Mc Teigue mit zu Diskussionen anregendem "Erzählkino" auf, welches er gelegentlich mit Actionelementen spickt. Es sei an dieser Stelle aber deutlich darauf verwiesen, dass die Frage, ob Gewalt mit unter als einzige Lösung gegen Diktaturen und deren Handlanger taugt, spätestens seit den Zeiten des Widerstands im Dritten Reich, hier keine allzu grossen Kontroversen mehr auslösen wird.

Der Film an sich wartet mit eher düsteren Tönen auf. Die Schauspieler - einiges von dem, was in England Rang und Namen hat - wissen zu überzeugen. Auch das facettenreiche Spiel des maskierten "V" beeindruckt. Ob er nun von Hugo Weaving oder - wie zu Beginn gemunkelt - von James Purefoy verkörpert wird. Über die Qualitäten Natalie Portmans braucht man ohnehin nicht mehr allzviel zu sagen. So mancher Dialog allerdings hinterlässt vielleicht einen zwiespältigen Eindruck. Für den einen kommen einige Gespräche etwas überzogen und gestelzt daher - für den anderen könnten sie auch englischen Dramen à la Shakespeare entlehnt sein. Letztlich ist es eine Frage des Geschmacks.

Wer einen "utopischen Film" mit menschlich wie unmenschlichen Zwischentönen erwartet, der wird durch "V wie Vendetta" einen unterhaltsamen und auch nachdenklich stimmenden Abend verleben.

An alle anderen gilt "V wie Vorsicht (vor falschen Erwartungen)".

Übrigens - die Single-Disc erhielt von mir nur vier Sterne, den fünften gebe ich hier für die gelungene Ausstattung des Steelbooks - AUCH WENN DER COMIC LEIDER NICHT VOLLSTÄNDIG IST!


V wie Vendetta (Einzel-DVD)
V wie Vendetta (Einzel-DVD)
DVD ~ Natalie Portman
Preis: EUR 6,99

32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen V wie Vorsicht (vor falschen Erwartungen...), 18. September 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: V wie Vendetta (Einzel-DVD) (DVD)
Ärgern sie sich auch darüber, wenn ihnen etwas als eine Angelegenheit angepriesen wird, von der Sie sich hinterher fragen, warum?

Liest man die effektheischende Ankündigung auf dem Cover der Single Disc von "V wie Vendetta", könnte man sich eine völlig falsche Vorstellung vom neuesten Werk der Wachowski-Brüder machen, steht dort doch - "intelligentes Actionkino" - und auf dem Klappentext findet man sogar den Begriff "Actionthriller".

Die "intelligente" Geschichte eines einsamen Rächers in einem faschistoiden London der Zukunft, der einem vom System betrogenen Mädchen bei dessen Vergangenheitsbewältigung hilft, ist jedoch alles andere als "Actionkino". Und wer einen als "Thriller" getarnten "Science Fiction" Film oder einen als "Science Fiction" Film getarnten "Thriller" erwartet, der wird auf das ernüchternste enttäuscht. Ebenso der puristische Anhänger des zugrunde liegenden Comics. Ohnehin sollte man den Begriff "Science Fiction" nur unter äusserstem Vorbehalt verwenden - eher trifft die Bezeichnung "utopischer Film" zu. Ganz in der Tradition von Werken wie THX 1138, Brazil, 1984 oder Fahrenheit 451 wartet Regisseur James Mc Teigue mit zu Diskussionen anregendem "Erzählkino" auf, welches er gelegentlich mit Actionelementen spickt. Es sei an dieser Stelle aber deutich darauf verwiesen, dass die Frage, ob Gewalt mit unter als einzige Lösung gegen Diktaturen und deren Handlanger taugt, spätestens seit den Zeiten des Widerstands im Dritten Reich, hier keine allzu grossen Kontroversen mehr auslösen wird.

Der Film an sich wartet mit eher düsteren Tönen auf. Die Schauspieler - einiges von dem, was in England Rang und Namen hat - wissen zu überzeugen. Auch das facettenreiche Spiel des maskierten "V" beeindruckt. Ob er nun von Hugo Weaving oder - wie zu Beginn gemunkelt - von James Purefoy verkörpert wird. Über die Qualitäten Natalie Portmans braucht man ohnehin nicht mehr allzviel zu sagen. So mancher Dialog allerdings hinterlässt vielleicht einen zwiespältigen Eindruck. Für den einen kommen einige Gespräche etwas überzogen und gestelzt daher - für den anderen könnten sie auch englischen Dramen à la Shakespeare entlehnt sein. Letztlich ist es eine Frage des Geschmacks.

Wer einen "utopischen Film" mit menschlich wie unmenschlichen Zwischentönen erwartet, der wird durch "V wie Vendetta" einen unterhaltsamen und auch nachdenklich stimmenden Abend verleben.

An alle anderen gilt "V wie Vorsicht (vor falschen Erwartungen)".


Garden State
Garden State
DVD ~ Peter Sarsgaard
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 9,69

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Skurriles Kuriositätenkabinett, 17. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Garden State (DVD)
Wann haben Sie das letzte Mal einen Film aus der Kategorie "Feel Good Movies" gesehen?

Spätestens beim Abspann von Zach Braffs beindruckendem Erstlingswerk "Garden State" werden Sie ein weiteres Kreuz auf Ihrer unsichtbaren Liste solcher Filme anlegen.

Dabei erzählt er nicht einmal eine aussergewöhnliche Geschichte. Den Tod eines Elternteils als Initialzündung eines skurrilen Selbstfindungstrips findet man schon in ähnlicher Form bei Cameron Crowes "Elisabethtown" - doch was in jenem Film bedauerlicherweise nur ansatzweise gelang, wird hier um so viel versprechender dargeboten. Zach Braff spielt einen zu Beginn ständig zugedröhnten TV-Schauspieler, der in seine Heimatstadt zurückkehrt, da seine Mutter gestorben ist - und findet durch eine notorisch lügende Kleinstadtpomeranze behutsam in sein wirkliches Leben zurück. Natalie Portman zeigt bei der Auswahl ihrer Rollen in diesem Fall ein sehr glückliches Händchen.

Der Film strotzt nur so von merkwürdigen Kameraeinstellungen, Bildern und Charakteren. Ob es sich dabei um einen Blindenhund auf Abwegen, die einem Kleintier gewidmete Beerdigungsansprache, einen durchgeknallten Baumarktverkäufer oder um ein von Diplomen übersätes Arztzimmer handelt - um nur einige Beispiele zu nennen. Wer sich als einen Freund der eher merkwürdigen Situationskomik wähnt, der wird sich hier gleich wie zu Hause fühlen. Auch der gelungene Soundtrack trägt einen sehr grossen Anteil zu den genialen Momenten des Filmes bei.

Trotz allem werden auch einige Fragen offen gelassen. So könnte es z. B. bei der rasanten Menge abnormer Einfälle manchem zu viel werden - und auch das etwas zu sehr gewollte Happyend wird dem bisherigen Filmverlauf nicht ganz gerecht.

Wer allerdings letztere Dinge beiseite lässt, der wird an "Garden State" seine wahre Freude haben und - wie bereits zu Beginn erwähnt - ein weiteres Häkchen auf der Liste persönlicher "Feel Good Movies" setzen.


Elizabethtown
Elizabethtown
DVD ~ Orlando Bloom
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 11,29

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Festival der vergebenen Chancen..., 16. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Elizabethtown (DVD)
Kennen Sie das Gefühl?

Sie leihen sich aus der Videothek einen Film aus, von dem Sie nichts, aber auch rein gar nichts erwarten - und dann werden Ihre Erwartungen auch noch auf eindruckslose Weise erfüllt...

Genau so könnte es Ihnen bei "Elisabethtown" ergehen.

Der Name "Cameron Crowe" steht normalerweise für anspruchsvolles Autorenkino. Witzige Dialoge und ein genialer Soundtrack halten sich auf das Vortrefflichste die Waage. In diesem Fall fragt man sich allerdings was zuerst da war: Der Soundtrack zum Film - oder der Film zum Soundtrack. Oder auch mit viel gutem Willen - wollte der Regisseur hier einen romantischen Film mit Tiefgang drehen - oder einen tiefgehenden Film mit Romantik.

Dabei nimmt die Geschichte eines grandios gescheiterten Turnschuhdesigners einen so verheissungsvollen Anfang. Nur aus familiären Gründen - er soll die Leiche seines kürzlich verstorbenen Vaters aus dessen Heimatstadt Elisabethtown überstellen - wird das eigene Ableben kurzerhand aufgeschoben. Auf dem nächtlichen Hinflug trifft er dann auf eine Stewardess, die ihm erst einmal "ein Ohr abkaut", nur um ihm dann im weiteren Verlauf des Filmes wieder und wieder über den Weg zu laufen. Der Wunsch jedoch, es möge sich jenes elektrisierende Knistern zwischen beiden einstellen, bleibt für manchen traurigerweise unerfüllt...

Der Film zeigt seine Stärken leider nur ansatzweise: Man wird Zeuge eines der wahrscheinlich längsten Telefongespräche der Filmgeschichte. Dann wäre da noch Susan Sarandons Stand Up Comedy auf der Beerdigungsfeier ihres verstorbenen Mannes - worüber man geteilter Meinung sein kann. Sehr schräg auch das anschliessend abgebrannte "akustische Feuerwerk". Der eigentliche Höhepunkt ist allerdings die Rückreise unseres tapferen Versagers im Auto. Hier beginnt man zumindest einen Hauch von der Genialität Cameron Crowes einzuatmen, schreibt er doch Kirsten Dunst eine musikalische Zusammenstellung auf die Rolle, welche sie ihrem penetrant verehrt aber zurückgewiesenen Looser mit auf den Weg gibt. Orlando Blooms "letze Reise" ist Hörgenuss und Augenschmaus zugleich und steuert auch geschichtlich beeindruckend auf das Finale eines Selbstfindungstrips mit Überlängen zu. Davon hätte man sich mehr gewünscht!!!

Wer das Anhören eines genialen Soundtracks mit ein paar toll fotografierten Bildern und einer seichten "Lovestory" verbinden möchte, der wird mit "Elisabethtown" bestens bedient. Wer allerdings das Anhören eines genialen Soundtracks mit ein paar toll fotografierten Bildern und einer genialen Geschichte kombiniert sehen möchte - dem sei an dieser Stelle Zach Braffs grandioses Erstlingswerk "Garden State" empfohlen.

Ähnlichkeiten in der Handlung sind rein zufällig...


Invasion - Season 1 [UK Import]
Invasion - Season 1 [UK Import]
DVD ~ Invasion

72 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu Unrecht gescheitert, 16. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Invasion - Season 1 [UK Import] (DVD)
Wie hatte es man doch gut gemeint im amerikanischen Fernsehen...

Direkt nach dem Quotenhit "Lost" plazierte man eine ambitionierte Mysteryserie um zwei Familien, die nach einem Wirbelsturm feststellen müssen, dass nichts mehr so ist, wie es scheint, da irgendwelche Aliens das Unwetter für ihre geheimen Invasionspläne genutzt haben.

Zugegeben - neu ist das nicht. Ob nun in "Invasion der Körperfresser" oder in anderen Serien mit ähnlichen Invasionsszenarien bereits erfolgreich abgehandelt. Selten ist es jedoch einem Autor gelungen, dies vergleichbar fesselnd - weil mit den Problemen des alltäglichen Familienlebens kombiniert - serienkompatibel umzusetzen.

Wie kam es dann, dass "Invasion" nach nur einer Staffel (hoffentlich nur vorerst) eingestampft wurde?

Auf die Antwort auf diese Frage warten bis heute Tausende von Fans, die ihrem Ärger in einschlägigen Internetforen Luft machen.

Zunächst einmal hatte die Serie einen schlechten Start. In New Orleans tobte noch der Hurricane "Katrina", da wartete man im Fernsehen bereits mit einem vergleichbaren Desaster auf. Dann nahm sich der Drehbuchautor auch ein bisschen mehr Zeit für die Entwicklung seiner Charaktere, die einem deshalb spätestens im Finale dermassen ans Herz gewachsen waren, dass der erzwungene Abschied umso schwerer fiel. Einen besonders grossen Anteil daran hatten auch die Darsteller. Ob nun Eddie Cibrian in der Rolle des Parkrangers Russel oder insbesondere William Fichtners grandiose Verkörperung des zwielichtigen Scheriffs Tom Underlay, die jede einzelne Minute der Serie trägt - es fiel auf, dass man hier bis in die kleinste Nebenrolle mit sehr guten Schauspielern aufwartete. Nahezu jede Folge endete mit einer - mal grösseren - mal kleineren - bösen Überraschung. Und auch, wenn das Tempo in den ersten Folgen hätte deutlich höher sein können, so wurde man gerade in der zweiten Hälfte der Staffel mehr als entschädigt. Und auch ein Wort noch zu den Spezialeffekten. Diese sind zwar spärlich gesät, aber um Längen besser, als in der gleichermassen abgesägten Serie "Surface".

Woran lag es dann?

Vielleicht am durchschnittlichen amerikanischen Fersehzuschauer, der zu später Stunde - nach 22 Uhr und nach "Lost" - nicht mehr in der Lage war, einem gleichermassen komplexen Handlungsverlauf zu folgen. Oder vielleicht an den Studiobossen, deren überzogene Hoffnungen an die Quote angesichts des zu späten Sendeplatzes - und zu geringer Wiederholungen - als bei weitem überzogen erscheinen. Pro Sieben hat aus deren Fehlern jedenfalls gelernt - wird doch "Invasion" ab dem 30.10.2006 immer Montags zur Prime Time um 20.15 Uhr VOR "Lost" ausgestrahlt.

An den Fans kann es mit absoluter Sicherheit nicht gelegen haben. Die würden neben der ersten Staffel eine zweite nur zu gern ihr Eigen nennen.

Und wenn Sie, geneigter Leser, des Englischen mächtig sind und keine - wie so häufig - zweigeteilte Veröffentlichung in deutscher Sprache abwarten wollen, dann greifen Sie zu.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 9, 2014 2:17 PM MEST


Hymns of the 49th Parallel
Hymns of the 49th Parallel
Preis: EUR 14,49

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Melancholisches Wintermärchen, 13. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Hymns of the 49th Parallel (Audio CD)
Ging es Ihnen auch schon so?

Da stöbert man durch die CDs in einem Geschäft, um dann plötzlich eine in den Händen zu halten, die man zunächst ausschliesslich aufgrund der Aufmachung für Hineinhörenswert erachtet.

Umso grösser ist die Überraschung - stellt sich doch bei erstem Lauschen das merkwürdige Gefühl ein, an etwas sehr persönlichem Teil zu haben.

Natürlich bietet ein Cover-Album, wie K. D. Langs "Hymns of the 49th Parallel" immer wieder Anlass zu Diskussionen. Warum z. B. die x-te Neufassung von Leonard Cohens "Hallelujah" - warum nicht dieser oder jener Song? Vor allem für den Fan tun sich dabei Berge von unerfüllten Wünschen auf.

Nach intensiverem Hören gelangt man dann zu dem Ergebnis, dass ihre Huldigung der kanadischen Songwriterzunft musikalisch erstaunlich homogen ausgefallen ist - wer also DEN Hit erwartet, der wird leider enttäuscht.

Auf der anderen Seite lädt ihr Album geradezu zum Zurücklehnen und Einkuscheln in eine möglichst warme Decke ein. An einem kalten Herbst-, besser noch Winterabend, mag man bei absoluter Dunkelheit, Kerze und Wein meditierend in wohliger Melancholie versinken.

Getragen von ihrer kraftvollen Stimme, Piano, Gitarre und Streichern entwickeln die Songs - auch das einzige von ihr komponierte Stück - nach mehrmaligem Hören schon bald ein vertrautes Eigenleben. Vor allem Leonard Cohens "Bird On A Wire" gerät hier zum emotionalen Wechselbad", hier ist ihr am deutlichsten gelungen, neue Impulse zu setzen.

Abgesehen davon fällt es schwer einen der anderen Songs besonders herauszuheben. Und genau das mag man vielleicht als Schwäche auslegen. So manchem männlichen Hörer könnte es da schnell langweilig werden - er mag ihre Scheibe als Hintergrundberieselung beim Treffen alter Freundinnen abstrafen.

Wer jedoch Musik als privaten, persönlichen und kontemlativen Dialog versteht, dem werden alle Wünsche erfüllt. Für jenen ist das Bild auf ihrem Album gleich einem Fenster, durch das man hinaus in die Kälte starrt, geborgen nur von der knisternden Wärme im tiefsten Innern.

Ein gelungenes Album.


The Drift
The Drift
Preis: EUR 16,51

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hoch 2, 10. September 2006
Rezension bezieht sich auf: The Drift (Audio CD)
Eines gleich vorweg - die meisten Menschen teilen beim Hören dieses Albums augenblicklich das Empfinden, von einem T-Rex gefressen zu werden. Im ersten Moment tut es höllisch weh - unmittelbar gefolgt von jenem innigen Flehen, dass es möglichst schnell vorbei ist. Wer jedoch schon in frühester musikalischer Kindheit in den imaginären (!) Zaubertrank halluzinogener Bewusstseinserweiterung gefallen ist, dem werden sich beim "Ertragen" dieses Meisterwerks wahre Abgründe auftun...

Man sollte gar nicht erst versuchen, die einzelnen Songs zu beschreiben, man kann sie nur er- oder vielmehr durchleben, obgleich sie zum Sterben schön sind. Und wem es schon beim Vorgängerwerk "Tilt" genau so erging, für den wird sich das Warten auf dieses neue Delirium mehr als lohnen. Da wird u. a. auf Schweinehälften geklopft, da wird gezirpt, getrommelt, geschrammelt - und, ach ja - gejault und geheult. Für die einen mag das zum Gotterbarmen sein, für die anderen ein masochistisches Hinabfahren in die Untiefen der Seele oder sogar noch tiefer.

Letztendlich ist diese Scheibe nur als seismisches, avantgardistisches Gesamtkunstwerk zu erahnen.

Übrigens - der eine "Krankenwagen", der vom Kritiker des Rolling Stone Magazins - im Gegensatz zu den fünf "inkommensurablen" Sternen des "Tilt"-Albums - verliehen wurde, könnte als Beschreibung nicht passender sein..."The Drift" kann man wirklich hören, "bis der Arzt kommt"! Wer das kann und möchte - dem wünsche ich "A Hell Of a Time"!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 9, 2009 7:41 PM MEST


Kein Titel verfügbar

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Close But No Cigar, 10. September 2006
Nein - die Red Hot Chilli Peppers haben auf ihrem neuen Doppelalbum das Rad nicht neu erfunden. Höchstens neue Reifen aufgezogen, um bei diesem Bild zu bleiben. Und mit denen kommen sie auch vortrefflich vorwärts...

Wer aber nicht zu jenen Fans gehört, die grundsätzlich alles von ihnen gut finden, einfach nur, weil es von den Red Hot Chilli Peppers stammt, der wird nach erstem Hineinhören zunächst einmal mit einem Gefühl der Unsicherheit zurückgelassen.

Zu vertraut klingt da alles, zu sehr nach "alles schon einmal da gewesen" zu sehr nach "nichts wirklich Neues". Das Gefühl legt sich zwar bei mehrmaligem Hören und man stellt erstaunt fest "Sie können es doch noch", abgesehen davon aber fragt man sich, ob ein Album mit den besten Songs beider Scheiben nicht die bessere Wahl gewesen wäre - das hätte durchaus fünf Sterne verdient.

So bleibt einem nur die Ernüchterung, dass die Peppers auf ihre alten Tage doch einigen Durchschnitt und Routine fabrizieren, was besonders an den Single Auskopplungen auffällt. Und auch wenn John Frusciante ein begnadeter Gitarrespieler ist, Jimi Hendrix lässt bei einigen Soli doch einige Male zu oft grüßen, im schlimmsten Fall Lenny Kravitz.

Doch dann gibt es da auch diese raren Momente genialen Songwritings.

Wie immer nur eine persönliche Meinung - aber "Wet Sand" auf der einen und "We Believe", "So Much I" oder "Hard To Concentrate" auf der anderen Scheibe begeistern. Letzteres keinesfalls wegen der unbedingt brillianten Arrangements, sondern vielmehr aufgrund des sehr persönlichen Textes.

Sagte ich es schon? Fünf Sterne für die imaginäre "Best Of" aus beiden, vier für die bestehende Fassung.

Schade...Chance vertan.


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