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Rezensionen verfasst von
David Dettenkofer "david_dettenkofer" (Prien am Chiemsee)
(REAL NAME)   

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Sarx: Im Namen des Vaters
Sarx: Im Namen des Vaters
von Michael Molsner
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles was ein Krimi braucht - Hochwertiger Insidertipp, 5. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sarx: Im Namen des Vaters (Taschenbuch)
Die Aufmachung wirkt unscheinbar für das, was in diesem Thriller dann zu lesen ist. Trotz des literarischen Anspruchs und der Tiefgründigkeit, den die Geschichte beinhaltet, denn es werden alle Personen charakterlich sehr gut dargestellt und durchleuchtet und es wird auch jeder Schauplatz wunderbar atmosphärisch beschrieben, bleibt ein Spannungsbogen, der einen weiterlesen lässt. Man tappt dabei im Dunkeln: Wer hat nun mit was zu tun? Wer käme denn als Mörder hier und als Verschwörer dort in Frage? Und zum Ende hin kommt es auch noch zu sehr unerwarteten Wendungen.

Die Hauptpersonen bekommen einen für sie typischen und sympathischen Humor, Nebencharaktere sind vielfarbig gezeichnet, Französisch-Italienisch-Englische-Sprachausflüge, Bayerisch, Allgäuerisch, Norddeutsch, und sogar kroatischer Akzent stilisieren gekonnt ihre Sprache.
Und währenddessen führt die Reise von Gesamteuropa bis Kanada: Alpenlandschaften im Allgäu, Kolonialzeitstädte im Benelux mit historischen Reminiszenzen an Etty Hillesum, Hinterhöfe im Ruhrgebiet, osteuropäische Landstriche nach Titos Zeit mit geheimdienstlichen Gefahren, London inklusive Bobbys und East-End, Italien und die Vatikanstadt mit ihren Gärten, schließlich Kanada mit einem Reiterhof im Indian Summer.

Die kirchenkritische Thematik ist sehr gut recherchiert, als jemand der persönlich das Thema kennt weiß ich das. Und nebenbei zieht sich eine über ein halbes Leben dahinziehende Liebesgeschichte durch den Roman, die berührt.
Selbst für jemanden ohne Bezug zum Thema Kirche ist dieser Roman kurzweilig, unterhaltsam und hat literarischen Wert.
Wer im heutigen Bücherwald nach den verstecktesten Perlen tauchen will, dem würde ich mit einer großen knallroten Fahne einen Fingerzeig auf ein Werk wie dieses geben. Die 16 Euro waren für mich zuerst ein recht hoher Preis, aber es war jeden Cent wert.


Die wilde Gabe: Roman
Die wilde Gabe: Roman
von Ursula K. LeGuin
  Taschenbuch

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Ode an das Geschichtenerzählen, 15. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die wilde Gabe: Roman (Taschenbuch)
Wunderschön schmückt die Autorin ihre Welt aus. Das Gesellschaftsbild in Hoch- und Tiefland wird zwar jeweils eher nur angedeutet, beiläufig werden die Lebensweisen beschrieben, und doch oder gerade deswegen kommt alles so rüber, als würde es genau so passen und nicht anders. Der Fantasyrahmen des Romans besteht vorrangig in den magischen Gaben der Hochlandbewohner, deren Mystik sehr realistisch wirkt, wie in einer anderen Rezension hier schon erwähnt gibt es einen Hang zum Schamanistischen. Zweitrangig ist diese fiktive Welt selbst als fantastisches Element zu sehen, und hier vor allem die Religion und die Legenden, die Literatur der Tieflandbewohner, die nebenbei immer wieder nur als Andeutung einfliesst, die aber doch das für mich schönste Stilmittel des Buches ausmacht. Die Autorin baut traumhafte, anmutige Märchen in eine Geschichte aus Geschichten ein. Ihre Märchen beginnen mit "Damals, als Cumbelo König war...", sie reichen von einer kranken Wittwe mit vier Töchter, die nur das Wasser aus der Quelle des Meeres heilen kann, bis zum Märchen vom Aschenprinz. Und diese Geschichten fliessend nicht als Gegenstände, sondern als direkt von den Personen der Handlung erzählte Geschichten ein. Das Geschichtenerzählen ist die eigentliche Welt der Hauptperson, des jungen Orrec, und nicht seine besondere Gabe, mit der er hadert.
Da der Autorin diese Verehrung des Geschichtenerzählens so wunderbar gelungen ist, treten die Fantasyelemente im Kern der Geschichte weit in den Hintergrund. Ich habe von Ursula K. LeGuin schon Bücher gelesen, die als literarisch so wertvoll gesehen werden könnten, dass es mir fast in der Seele wehtut sie in der klischeebehafteten Fantasyecke zu finden, und die Wilde Gabe ist ein absolut typisches Beispiel dafür.
Allein ihre Art Natur und Tiere in ihre Geschichten einzubinden liebe ich über alles, und auch dabei ist sie hier in ihrem neuen Roman wieder in Höchstform. In diesem Bereich können ihr sogar manch grosse Literaten nicht das Wasser reichen, sie beschreibt vom Ameisenhaufen bis zu den höchsten Berggipfeln und Baumwipfeln alles mit einer Grazie, die zum Träumen einlädt.
Einmal mehr ein Buch, an dass ich sehr hohe Erwartungen hatte, die sogar übertroffen wurden. Eine Fortsetzung finde ich wäre allerdings nicht nötig, denn das Ende der Geschichte ist zwar unerwartet, doch in sich schlüssig und trotz allem wunderschön.
Und einmal mehr ein Buch, das eine unbeachtete Perle auf dem unüberschaubaren Büchermarkt dastellt, vielleicht sogar ein verkanntes Meisterwerk.


Geheimagent Marlowe: Roman eines Mordes
Geheimagent Marlowe: Roman eines Mordes
von Dieter Kühn
  Gebundene Ausgabe

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich dargestellter Marlowe, 30. Juni 2007
Die Protokollform des Romans mag ungewohnt sein, aber trotzdem, ein sehr innovatives und durch Spiele mit Decknamen (der Autor bringt sich sogar selbst als D.K., "Writer" ein) auch humorvoll umgesetztes Prinzip.

Trotz allem klamaukhaften wird durch die Intrigen und die Spitzeleien das ganze schon zu einer Art Stasiannäherung, aber immer noch gut in die damalige Zeit der Ränkeschmiede eingebettet. Der unterschiedliche Stil der verschiedenen Berichterstatter gibt jedem seinen eigenen Charakter, und vor allem der des Titelhelden ist durchwachsen und wunderbar chaotisch geschildert. Allein seine Vorliebe für Wiederholungen: "Mit mir nicht! Nicht mit mir!" und die Antwort des Geheimdienstbeauftragten: "Da sie in der Retorik die Kunst der Wiederholung so sehr schätzen kann ich ihnen nur sagen: Das können sie vergessen! Das können sie völlig vergessen!"

Am Ende des Romans steuert man auf eine lange Rede Marlowes zu, in der er sich meisterhaft am Schreiben, an der Kunst der Poesie ergötzt, allein diese Abschlussrede war meiner Meinung nach ein Geniestreich.

Eine Weile hat Dieter Kühn im Deutschlandfunk aus dem Buch vorgelesen, wie er das las war zusätzlich nochmals ein Genuss.

Kann nichts anderes als mit 5 Sternen bewerten.


In freiem Fall: Roman
In freiem Fall: Roman
von Gianrico Carofiglio
  Gebundene Ausgabe

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gleich nochmal ein Stück besser und durchwachsener, 6. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: In freiem Fall: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der erste Roman von Carofiglio, Reise in die Nacht, hat mich schon sehr angesprochen. Mit entsprechend hohen Erwartungen las ich den Nachfolgeband, und siehe da: die hohen Erwartungen werden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Noch schöner auf Bücher und Musik eingegangen, noch ausführlicher die direkten Reden, wo man im Anschluss liest: Hätte ich sagen sollen. Stattdessen sagte ich nur...

Nur in einem Punkt hat mir der Vorgänger besser gefallen: Die Gewaltfreiheit. Gerade das hat diesen Krimi ausgezeichnet, ein Buch spannend zu schreiben ohne dass viel Blut fliesst, und nebenbei noch mit wundervollen literarischen Details auszuschmücken. Der Neue ist nun schon einen Tick brutaler. Geniessen kann man ihn trotzdem in vollen Zügen. Lesezeit bei mir: 2 Tage.

Mehr davon bitte!


Selim oder Die Gabe der Rede: Roman
Selim oder Die Gabe der Rede: Roman
von Sten Nadolny
  Sondereinband
Preis: EUR 12,95

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Rede, Das Erzählen, Deutschland und die Türkei, 14. Januar 2007
Ein sehr langatmiges Buch, das von den 60er Jahren bis in die 90er den Lebensweg der Hauptperson Alexander schildert. Das ganze wechselt von Tagebucheintragungen bis zu der erzählten Geschichte, über die in den Tagebüchern wiederum als Roman geschrieben wird, den unsere Hauptperson schreiben will. Diese Schreibform hat durchaus etwas erfrischendes, weckt das Gefühl, als hätte der Autor hier selbst mitgespielt, und gleichzeitig als wäre dieser Alexander sehr lebendig, ehrlich, wie er da schreibt. Inwiefern sich der Autor hier selbst mit seiner Hauptperson identifizieren kann, interessant wäre es, wenn auch nicht unbedingt wichtig, man stellt sich diese Frage bei diesem Roman jedenfalls leicht aufgrund der Art wie es geschrieben ist.

Inhaltlich wird zum einen das Leben, die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland in genannter Zeitspanne geschildert. Hier erzeugt das Buch eine durchaus gelungene Atmosphäre, allerdings ist der Blickwinkel nicht sehr allgemein gehalten, eher immer aus Sicht der jeweiligen Personen der Handlung, hier natürlich auch aus der der Türken.

Zum anderen werden Gedanken über die Rede, über das Erzählen an sich, über Diskussionen, über politisches Erörtern geformt, treiben durch das ganze Buch dahin, berühren hier und da philosophische Grenzen, um sich schliesslich auch in einfachen Lebensweisheiten wiederzufinden.

Zum dritten wird am Schluss des Romans die Türkei in den Mittelpunkt gerückt. Und die Türken. Hier wird die Atmosphäre gleich noch besser, diesen Schluss habe ich sehr genossen, und gegenwärtig ist die Türkei durch Orhan Pamuk als Literaturnobelpreisträger wieder brandaktuell, und dadurch auch eventuell dieses Buch hier von Sten Nadolny.

Dennoch hat es neben seiner Langatmigkeit auch andere Schwächen. An den im Buch erwähnten Spruch "Man soll eine gute Geschichte nicht durch die Wahrheit verderben" wird sich scheinbar mit Absicht nicht gehalten, was zwar eine gute weil gewagte Idee ist, aber den Leser doch irgendwie ein bisschen enttäuscht zurücklässt. Die Ideen der Hauptperson wandeln sich durch seine launige Art fast zu extrem, zu sehr ein hin und her bei dem man die Richtungen manchmal nicht deutlich ausmachen kann.

Fazit: Trotz kleiner Schwächen ist dieses Buch sehr lesenswert, vor allem für Leute die dieser Generation angehören (ich selbst bin ein zwei Generationen jünger, dennoch war die Atmosphäre auch für mich noch gut fühlbar). Zudem ist wie erwähnt die Türkei ein aktuelles Thema, auch wenn hier die in Deutschland lebenden Türken eher im Mittelpunkt stehen und nicht die Türkei selbst. Eine schöne Beschreibung Istanbuls findet sich dennoch.


Komet: Fantastischer Roman
Komet: Fantastischer Roman
von Steph Swainston
  Broschiert

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen buntes modernes Fantasygemisch, 26. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Komet: Fantastischer Roman (Broschiert)
Die Engländerin Steph Swainston hat hier ein farbenfrohes Spektakel einer Welt erfunden, dass einen durchaus in seinen Bann ziehen kann. Der Klappentext des Buches beschreibt gut was darin in etwa auf einen zukommt.

Vorwiegend geht es um ein Land, in dem seit 2000 Jahren Krieg herrscht. Wobei dieser Krieg eher als die Verteidigung gegen eine Invasion fremdartige Insektenwesen gesehen werden kann. Das Land, in dem die Geschichte spielt, wird von drei verschiedenen humanoiden Rassen bevölkert: Den Menschen erstmal natürlich, den Awianern, flügeltragende Menschen, erfüllt von Stolz auf ihr Volk, allerdings flugunfähig, die Flügel sind zu klein um ihren Körper in die Luft zu tragen, und schliesslich den Rhydannern, Katzenmenschen mit langen Gliedmassen, die wild und einzelgängerisch in den Bergen leben und allesamt Alkoholiker zu sein scheinen. Die Hauptperson, Komet Jant Shira, ist ein Bastard aus Awianer und Rhydanner. Durch die langen, schlanken Gliedmassen der Rhydanner ist sein Körper leichter als der eines Awianers und seine Flügel sind länger und gelenkiger, wodurch es ihm im Gegensatz zu den Awianern möglich ist zu fliegen. Dadurch, und durch seine Schnelligkeit, wurde er zum Kurier des Kreises berufen, einer Gruppe von 50 Unsterblichen, die der Imperator San um sich gesammelt hat um den Krieg gegen die Insekten zu führen.

Die Geschichte beschreibt eine fantastische Historik des Landes, in der die Unsterblichkeit der Hauptpersonen verarbeitet wird. Eine Mischung aus Antike, Mittelalter, Barock und Moderne, die dem Leser wirre Jahrhunderte, ja sogar Jahrtausende einer Fiktiven Welt vermittelt.

Zudem ist Jant von einer Droge Namens Kat abhängig. Jedesmal, wenn er sich zuviel von diesem Zeug injeziert, wirft es ihn nach Andernort, abermals eine ganz eigene Welt, mit noch fantastischeren Wesen (Schildkrötenmenschen, Pferdemenschen, Echsenmenschen, lebende Luftballons, harmlose Tiger mit Fäden im Maul statt Zähnen) und mit einem noch extremeren Epochengemisch.

Es stellt sich im Lauf der Geschichte heraus, dass das Problem der einen Welt natürlich mit der anderen zusammenhängt.

Die Beschreibungen der Wesen, der Architektur oder der Landschaft ist manchmal vage bis konfus, das hat seine Vor- und Nachteile: Zum einmal darf die Fantasie des Lesers sehr kreativ ausschweifen, zum anderen ist es manchmal anstrengend, sich solche Extremschöpfungen überhaupt richtig Vorstellen zu können.

Das Horrorelement geht fast mehr in Splatter über, es fliesst sehr viel Blut und es fliegen viele Körperteile, teilweise wird bizarr über hervorquellende Eingeweide und sich um Beute zankende Insektenwesen geschrieben. Vielleicht nichts für schwache Nerven, aber auch durchaus ein gewisser harter Anspruch, eine gewisse rauhe, unbarmherzige Atmosphäre, die sich dadurch beim Lesen entwickelt.

Auch die Erotik wirkt ungezwungen und passt in diese chaotische, ausschweifende Welt aus Federflügeln, Drogenrausch und Insektenblut.

Die Charaktere haben alle ein gutes Mass an Persönlichkeit und eigener Sprache verliehen bekommen, an manchen Stellen bräuchte die Person, die etwas von sich gibt, gar nicht genannt zu werden, da man sie an ihrer Sprechweise erkennt.

Zudem ist das Buch in der Ich-Form, aus Sicht der Hauptperson Komet Jant Shira geschrieben, und nicht nur durch eine durchaus actiongeladene Handlung, sondern auch durch die ständigen, anspannenden und kräftezehrenden Entzugserscheinungen dieser erzählenden Hauptperson hat mich das Buch sehr gut fesseln können.

Das Ende kommt zwar abrupt, schliesst die Geschichte aber gut ab. Man wird im nächsten Roman um Steph Swainstons Welten sicher nicht weiterlesen müssen, allerdings doch wollen.

Ein letzter Minuspunkt jedoch noch: Die Kartographie, die geographischen Beschreibungen und die Grössendimensionen des Landes sind sogar noch schwerer nachzuvollziehn als Beschreibungen von Wesen oder Bauten, vor allem die Karte auf der ersten Seite scheint so gar nicht mit dem wie die Orte im Buch beschrieben werden übereinzustimmen.

Fazit: Ein durchaus empfehlenswerter Fantasyroman, allerdings nur für Leute mit viel Vorstellungskraft und Vorliebe für eher experimentell erdachte Welten.


Lullaby: Roman
Lullaby: Roman
von Chuck Palahniuk
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fight Club goes Okkultismus, 1. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Lullaby: Roman (Taschenbuch)
Carl Streator ist Journalist und wird damit beauftragt, eine Serie von Artikeln zum Thema Krippentod zu schreiben. Dabei stösst er auf die Seite 27 des Buches "Gedichte und Lieder aus aller Welt", wo ein sogenanntes Merzlied abgedruckt ist, ein Lied, dass Menschen töten kann. Zusammen mit einer verrückten Immobilienmaklerin, die nichtsahnenden reichen Leuten Geistervillen verkauft und selbst als Mutter vom Tod ihres Kindes durch das Merzlied betroffen war, macht sich Carl auf die Suche nach dem Ursprung des Merzlieds, dem Buch aus dem es entnommen worden ist, einem sogenannten "Buch der Schatten". Auch die junge Sekretärin der Immobilienmaklerin und ihr Freund, zwei Hippiegestalten, sind mit von der Partie. Zwar setzt sich das Quartett zum Ziel, das Buch der Schatten zu verbrennen, sobald sie es finden würden, doch jeder spielt in Wahrheit mit seinen eigenen Gedanken, die Macht die ihnen geboten wäre zu nutzen.

Gleich vorweg: Es ist mein erstes Buch von Palahniuk, habe bisher nur den Film zu Fight Club gesehn, welcher mich allerdings sehr begeistern konnte.

Die Inhaltsangabe, die auf dem Buchrücken genauso wie meine eigene, hört sich beinahe nach einem spannenden Mystery-Thriller an. Was allerdings nicht der Fall ist, allein der Schreibstil des Autors trotzt allen Thrillerklischees. Stellenweise war es auch schwer zu lesen, man kämpft sich durch brilliante Farbvergleiche die hintergründig eine beissende Kritik an der Wohlstandsgesellschaft beinhalten. Beispiel: Das Kostüm ist rot, aber nicht erdbeerrot, es ist eher das rot einer Erdbeermousse mit einem Schlag Creme Fraiche, serviert in einem Kompottschälchen mit Stiel.

Der Roman wirkt eher nur wie ein Auszug einer Gesamthandlung, gebettet in ein Maximum an Gesellschaftkritik. Sogar Gesellschaftskritiker selbst, in diesem Fall das Hippiepärchen, bekommen ihr Fett weg. Wer dieses Maximum an Gesellschaftskritik will, der kommt denke ich allgemein an Palahniuks Büchern nicht vorbei, jedenfalls nicht, wenn seine anderen Bücher mit diesem hier oder mit dem Film zu Fight Club vergleichbar sind, was ich vermute.

Jemand der mit Okkultismus wenig anfangen kann und lieber Unterhaltungsromane liest, sollte wahrscheinlich lieber die Finger davon lassen. Ansonsten liegt hier meiner Meinung nach ein kleines unscheinbares Meisterwerk vor.


Rungholts Ehre: Historischer Kriminalroman
Rungholts Ehre: Historischer Kriminalroman
von Derek Meister
  Taschenbuch

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen rungholts ehre, rungholts zahn, rungholts brille, 21. Juli 2006
Wo ist sie/er?

Lübeck 1390, die Königin der Hanse. Ein Patrizier namens Rungholt hat eher die Aussenseiterrolle im Rat inne, denn obwohl er mit dem Seehandel sein Geld verdient ist er eine Wasserscheue Landratte.

Wer den Namen Rungholt nicht zum ersten mal hört weiß, daß es sich dabei um einen Ort auf einer versunkenen Nordseeinsel handelt. Den Untergang der Insel hat Rungholt überlebt, daher aber auch seine Scheu vor dem Wasser.

Insgesamt hat der Roman zwar seine kleinen Schwächen, manche Unstimmigkeiten, beispielsweise bezüglich der beiden Tasseln, zudem ahnt man schon nach ein paar Kapiteln wenn man über einen gewissen Spürsinn verfügt wer genau da mit dem guten Rungholt seine Spielchen spielt. Es bleibt meiner Meinung nach trotzdem noch genügend Spannung übrig, habe mich jedenfalls sehr schnell durchlesen können. Außerdem, bei einem historischen Roman zählt für mich viel mehr die Atmosphäre, daß man sich in diese Zeit versetzt fühlt eben. Und das gelingt hier voll und ganz. In die Sprache fließen viele altdeutsche Bezeichnungen ein, was das Buch zwar nicht unbedingt leicht zu lesen macht, aus dieser Sicht betrachtet, die Atmosphäre allerdings perfektioniert. Zudem ist Rungholts Charakter einfach das Glanzlicht des ganzen Romans, selten habe ich eine Person gerade weil sie so aufbrausend und störrisch ist als so sympatisch empfunden.

Trotz kleiner Schwächen einfach zu viel gute Seiten an dem Buch um nicht die Maximalbewertung zu geben, als ich die letzte Seite durch hatte, habe ich mich sehr geärgert, daß der nächste Rungholtroman erst für 2007 ansteht.


Die kalte Legende: Thriller
Die kalte Legende: Thriller
von Robert Littell
  Gebundene Ausgabe

11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen guter Agententhriller, an manchen Stellen jedoch zu verwirrend um spannend zu bleiben, 21. Juli 2006
Martin Odum ist eine Legende. Ausserdem Dante Pippin und Lincoln Dittmann. Diese drei Legenden versuchen in dem Roman herauszufinden, wer eigentlich nur ein Teil von wem ist und wer ursprünglich hinter allen drei Legenden steckt. Und: Gibt es vielleicht noch eine vierte Legende? Dies fängt sich an aufzuklären, als Martin Odum, Privatdetektiv aus Brooklyn, nach Israel fliegt, um einen untreuen Wiederzufinden, damit dessen Ehefrau sich von ihm ordnungsgemäss scheiden lassen kann.

Stellenweise zeigt sich gute Spannung wie man es von Top-Thrillern gewöhnt ist. Dann wieder Zeitsprünge, sinnieren des Hauptcharakters über seine Identitäten. Und dabei immer wieder die typische Verbindung zu Russen und muslimischen Terroristen, mit denen es ein Agent heutzutage zwangsweise zu tun haben muss. Manchmal verwirrt die ausgiebige Psychoanalyse Martin Odums und seiner Legenden, zieht sich hin, und nimmt somit ein bisschen die Spannung aus der Story. Zudem wird das Maß der Legenden etwas überreizt, auch wenn es eben zwangsweise um Russen und muslimische Fundamentalisten gehen Muß, man könnte diese Klischees etwas distanzierter angehen, aber hier wird mit Osama Bin Laden und Saddam Hussein, die erwähnung finden gleich voll in die Kiste gegriffen. Andererseits steigert dies allerdings die "legendenhafte" Atmosphäre der geschichte, ist also auch Vor- und nicht nur Nachteil. Auch stilistisch weiß der Autor gut die Charaktere zu beschreiben, und er erlaubt sich auch so angenehme effekte wie eben den Namen Lincoln Dittmann mit zwei T und zwei N, wie eben Littell mit zwei T und zwei L, dafür Kompliment.

Ein insgesamt schon lesenswertes Buch, das allerdings hier und da Schwächen zeigt und für einen Thriller einen Tick spannender sein könnte. Für jemanden, der in Agententhriller sein Genre gefunden hat, dürfte allerdings noch genügend Spannung vorhanden sein, auf dass sich dieses Buch für ihn lohnt, denn die Darstellung der CIA und der restlichen Geheimdienste und ihrer Methoden ist durchaus gelungen.


Rilke on black
Rilke on black
von Ken Bruen
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen knallhart, 21. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Rilke on black (Broschiert)
Nick ist ein Typ der von seinem alkoholabhängigen Vater so lang geschlagen wurde, bis Nick stark genug war um zurückzuhauen.

Und in diesem Buch geht es darum was er so erlebt, und was bei diesen Erlebnissen so in seinem Kopf vorgeht.

Der Autor weiß die einzelnen Charakter gut zu stilisieren, lässt den Hauptakteur die Menschen dafür sogar nach Akzent einschätzen. Die ganze Story ist in recht harter und moderner Sprache geschrieben, klingt nach angenehm frischem Wind. Alles kommt teilweise rüber wie ein Roadmovie auf Papier. Jemand der z.B. gerne Tarantinofilme schaut, wird solche Bücher auch sicher gerne lesen. Zu solchen Menschen zähl ich mich, deshalb Maximalwertung für dieses Buch, aus meiner Sicht, keine Frage.

Die wohl beste Stelle war, als Nicks Alpträume nach dem bösen Unfall in dem das geplante Ding endet beschrieben werden, hier übertrifft der Autor wirklich alle Maßstäbe, eine Stelle wo man sich wirklich frägt: Wie kommt der Mann nur auf so was abgedrehtes?


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