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Rezensionen verfasst von
Muddy Blues

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The Lily
The Lily
Preis: EUR 14,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famos, einfach Famos, 4. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Lily (Audio CD)
Canadas "Blues Darling" hat mit ihrem neuen Album endgültig bewiesen, dass sie zu den ganz Grossen ihrer Zunft gezählt werden muss. In ihrer Heimat ist sie auch geraume Zeit länger bekannt, dort hat sie mittlerweile fünf Alben aufgenommen.

Vorweg kann gesagt werden, dass "The Lily" ein fesselndes Album geworden ist. Es schert sich nicht um ausgeklügelte Marktstrategien, sondern nimmt sich die Freiheit,seine musikalischen Ziele unbekümmert durchzusetzen. Henrik Freischlader hat sich mit Layla Zoe ein wahres Goldstück unter seine Fittiche geholt. Er ist nicht nur der Produzent des Albums, sonder kümmert sich auch um die Gitarren, Bass, Drums und Backing Vocals.

Mich persönlich bringt die Musik von Layla Zoe zurück in "alte Zeiten". Was mich, als hoffnungslosen Nostalgiker sehr erfreut. Auch wenn ich die ewigen Vergleiche nicht mehr lesen kann, so erinnert sie mich doch ein wenig an Janis Joplin. Ihre Stimme ist genauso facettenreich, kraftvoll und sehr dynamisch. Ihr Timbre spricht mich sogar eher an.

Als Neil Young Fan spricht mich ihre grandiose Coverversion von "Hey, Hey, My, My" sehr an. Diese bluesige Interpretation, virtuos arrangiert, mit der mäandernden Gitarre von H.F. ist für mich das heimliche Highlight des Albums. Hier ist nichts verhunzt. Bei Neil ging bestimmt der Daumen nach oben, als er diesen Song gehört hat.

Track 5, "Never Met A Man Like You" mit den wunderbaren Lyrics schöpft aus dem vollen. Keinen Deut weniger inspiriert Track 6 "Why You So Afraid". Hier zieht H.F sämtliche Register. Beide, H.F. und L.Z. setzen aber ausser ernste und musikalische fesselnde Akzente auch unverkrampfte und klare. "The Lily" und "I Choose You" zum Beispiel.

Alle Songs haben Tiefe und es fehlt ihnen auch nicht an der entsprechenden Würze. Immer klingt Layla Zoes Stimme direkt und absolut stark in der Musik verankert.

Der 18.September in Hamburg - Downtown Blues Club - ist für mich selbstverständlich Pflicht. Ist sie LIVE auch nur annähernd so gut wie auf den Studio- CD's, dann dürfte ein grandioser Abend bevorstehen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 5, 2013 12:53 PM MEST


Made Up Mind
Made Up Mind
Preis: EUR 9,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon jetzt ein Klassiker, 16. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Made Up Mind (Audio CD)
Gerade mal drei Jahre alt ist diese 11köpfige Truppe um Susan Tedeschi und Derek Trucks und klingen auf ihrem neuen Album wie aus einem Guss. War man auf den Vorgängeralben noch ein wenig auf der Suche nach dem eigenen Ausdruck und eigenem Sound, so hat man mit "Made Up Mind" die Reifeprüfung bestanden.

Was dieses Album aber vorrangig deutlich macht, ist, dass Susan Tedeschi mittlerweile zu einer Soul-Blues und Rocksängerin herangereift ist, die man ohne weiteres in einem Atemzug mit Bonnie Raitt oder Linda Ronstadt nennen muss. Sie hat an Stimmvolumen und Ausdruckskraft enorm gewonnen. Stücke, wie "Misunderstood" oder "Calling Out Of You" belegen dies eindrucksvoll. Über Derek Trucks noch ein Wort zu verlieren, hieße die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen. Seine gefühlvollen, melodischen Slides und Sticks sind mittlerweile unverwechselbar. Natürlich ist er immer dann am besten, wenn er die "Bremsen" etwas löst und mehr aus sich heraus geht. Wer ihn einmal live gesehen hat, der weiss, was ich meine. Und trotzdem stellen sich beide, Susan und er nicht in den Vordergrund. Die Großbesetzung ist es, die mit ihren einzelnen musikalischen Vorlieben diesen Sound zu diesem macht was er ist.

Man nehme nur mal die Vorab-Single "Part Of Me". Wer hier nicht mitwippt und mitfiebert, der hat zu dieser Musik keinen Draht und wird auch an dem Album insgesamt keinen Spass finden. Dass der Soul auf diesem Album einer der Hauptbestandteile ist, ist nicht zu überhören. Aber die Blueser kommen nicht zu kurz. Mit "The Storm" werden auch sie gut bedient. Und auch immer dann, wenn Derek Trucks zu seinen Soli ansetzt. Wobei er natürlich schon längst aus den Bluesrock-Schuhen gewachsen ist. Seine Exkursionen auf der Gitarre kann weisen ihn schon fast als Weltmusiker aus. Egal ob indisch oder afrikanisch, alles passt in diese Soundmixtur der Band.

"Made Up Mind" ist für TTB ein ganz grosser Schritt vorwärts. Man fragt sich, wie es mit der Band nach diesem Album weitergehen soll. Auf die LIVE - Auftritte hierzulande darf man mehr als gespannt sein.

Mein Fazit: Musik allererster Güte, mit zwei Protagonisten die sich trotz ihres Könnens immer in den Dienst der Sache stellen. Bitte, bitte mehr davon!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2013 11:05 PM MEST


All Hell Breaks Loose
All Hell Breaks Loose
Preis: EUR 6,66

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Thin Lizzy geht nicht!, 24. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: All Hell Breaks Loose (Audio CD)
Den alten Namen konnten und wollten Black Star Riders nicht benutzen, trotzdem klingen die Songs auf ihrem Erstling allesamt wie Antworten auf die Frage:" Was hätte Phil Lynott wohl gemacht?" Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Tod der irischen Lichtgestalt legt das aus der Asche der letzten Thin-Lizzy-Live Besetzung hervorgegangene Quintet nun ein Debüt vor, das zwar arm an Innovationen, aber reich an Höhepunkten ist.

Zum Glück erliegen Ricky Warwick, Scott Gorham und Co. nicht der Versuchung, dem klassischen Thin-Lizzy-Sound ihren eigenen Stempel aufzudrücken.Vieles auf ALL HELL BREAKS LOOSE klingt wie eine Homage an die alten Zeiten.

Das ist allerdings vollkommen in Ordnung, denn die Black Star Riders haken sich beim Spät-70er-Oeuvre von Thin lizzy ein und zelebrieren leidenschaftlich die althergebrachten Werte des ehrlichen, hemdsärmeligen Rock'n'Roll. Ausreißer wie das keltisch angehauchte 'Kingdom Of The Lost' und der schwer groovende Rausschmeisser 'Blues Ain't Bad' unterstreichen dshalb lediglich das eine gleich, simple Ziel der restlichen Songs - ungeniert und hart zu rocken!

Schnörkellos, eingängig, mitreißend. The Spirit Of '79
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2013 7:14 PM MEST


Seesaw (Limited Edition)
Seesaw (Limited Edition)
Preis: EUR 14,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gesucht und gefunden, 17. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Seesaw (Limited Edition) (Audio CD)
Das Cover kennst du doch irgendwie, war mein erster Gedanke. Einer alten Bluessocke wie mir war natürlich sofort die Ähnlichkeit zu einem legendären Albumcover eines gewissen B.B. King aufgefallen. Joe Bonamassa soll mal gefragt worden sein, welches sein Lieblingsalbum wäre. "Live at the Regal" soll er geantwortet haben. Nun haben wir eine Erklärung für die Gleichheit.

Auf dem neuen "Seesaw" Album verlassen sich Beth und Joe ganz auf die musikalische Crew vom Erstling " Don't Explain". Allerdings hört man bei den ersten Klängen heraus, das sich soundtechnisch doch einiges getan hat, zumindest für meine Ohren. Das Album wurde satter abgestimmt und klingt rundherum angenehmer.

Mit "Them There Eyes", einem Song von Billie Holiday geht es auch gleich gut los.Beth singt hier gleich sehr sexy und es swingt und groovt einfach wuderbar. Überhaupt geht Beth Hart auf dem gesamtem Album mit ihrem unvergleichlichen Organ so um, dass es teilweise schon fast nicht mehr jugendfrei ist. Eben typisch Beth Hart.

Mit "Close To My Fire" geht es moderner weiter. Der Elektro-Pop song wird von Beth etwas härter als das Original vorgetragen und Joe Bonamassas Gitarre ersetzt hier erstklassig die Elektronik.

"Nutbush City Limits" gefällt mir um Längen besser als das Original von Tina Turner. Der Song klingt, als wäre er erst heute speziell für die beiden entstanden. Beth singt sich die Lunge heiss.

"I Love you more than you'll ever know" erinnert in der Interpretation ein wenig an Amy Winehouse, nur das Beth Hart den Song intensiver vorträgt.

Auch der Country-Rock kommt mit "Can't Let Go" nicht zu kurz.Klasse hier die Slide-Gitarre von Bonamassa. Vom Gesang mal ganz zu schweigen.

"Miss Lady" ist einer der Höhepunkte des Albums. Das Original - von Buddy Miles und Jimi Hendrix aufgenommen - ist schon ein Hammer. Aber Beth und Joe wissen genau, wie man mit solch einem Material umgeht.

Mit "If I Tell You I love You" folgt ein Song von Melody Gardot. Sehr nahe am Oroginal und doch anders instrumentiert. Hier zeigt Beth, dass sie es auch zahmer kann. Herrlich swingender Jazz.

"Rhymes" fällt für mich im Gesamtkonzept etwas ab. Warum kann ich nicht genau erklären. Ich finde das Al Green - Original einfach spannender.

"Sunday Kind Of Love" ist ein alter Schmachtfetzen aus den 50zigern. So einem Song neues Leben einzuhauchen ist nicht ganz leicht. Für meinen Geschmack ist es gelungen.

Der Titelsog "Seesaw" der schon seit ein paar Wochen im Internet kursiert ist bekanntlich ein Song von Aretha Franklin. Ein klasse Song auch von Joe und Beth, auch wenn er hier nicht so nach "Motown" klingt.

"Strange Fruit" kannte ich bislang nur von Nina Simone. Der Song ist ergreifend und ein guter Ausklang des Albums.

Fazit: Beth Hart und Joe Bonamassa. Ein Paar, welches sich musikalisch gesucht und gefunden hat. Warum hat das nur so lange gedauert? "Seesaw" besticht nicht nur durch die musikalische Klasse der beiden, sonder auch durch stilistische Viefalt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Konzert auf Blu - Ray. Aber Vorsicht Joe, es könnte sein, das Beth dir hier die Show stiehlt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2013 3:09 PM MEST


Old Sock
Old Sock
Wird angeboten von MasterDVD
Preis: EUR 6,54

14 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der "Just For Fun " Eric Clapton, 26. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Old Sock (Audio CD)
Da ich das Glück hatte, die Gnade der frühen Geburt erlebt zu haben - 1950er Jahrgang - habe ich die mehr als erstaunliche Karriere von Mr.Slowhand von den 60zigern bis heute sehr gut verfolgen können.

All diejenigen, die mit ihrer Kritik über sein neues Album allzu harsch umspringen, sind entweder einige Jährchen jünger als ich oder haben an ihrer Erwartungshaltung falsche Prioritäten gesetzt.

Kein anderer weisser Bluesmusiker hat den Blues in Europa so "gesellschaftsfähig " gemacht wie er. So wie er von einigen Bluesgrössen beeinflusst worden ist, so beeinflusst E.C. die junge Generation von heute.

Führt man sich seinen Weg bis heute einmal genau vor Augen, dann werden auch seine Kritiker ihn mit ganz anderen Augen sehen. Seit Mitte der 60ziger Jahre ist der Mann im Geschäft. Mit den Yardbirds fing alles an. Schon hier hat er seine Spuren eindeutig hinterlassen. Als es innerhalb der Gruppe zu Reibereien kam - kein Wunder, es waren fast alles Individualisten - wurde John Mayall seine nächste Station. Bei den Bluesbreakers setzte er mit seinem typischen Stil die Akzente.

Rast - und ruhelos wie er war - sein Hang zur Nichtunterordnung tat ein übriges - verliess er auch die Bluesbreakers ziemlich bald. 1967 kam es zur Gründung eines Powertrios, welches bis heute einmalig ist. CREAM war die erste Supergruppe. Was die drei Akteure auf der Bühne zelebrierten war für damalige Begriffe aussergewöhnlich und sucht bis heute seinesgleichen. Man erging sich in grossartigen z.T. uferlosen Improvisationen. 1969 war die Herrlichkeit schon wieder vorbei, da es wieder zu den üblichen Streitereien kam. Drei Individualisten, das kann nicht lange gut gehen.

Sofort danach wurde BLIND FAITH ins Leben gerufen. Wieder eine Supergruppe und wieder wegen der bekannten Probleme nicht von Dauer. Seine Mitgliedschaft bei DELANEY & BONNIE war nur eine Zwischenstation zur Gründung von DEREK & THE DOMINOS. Diese Zeit, da sind sich alle Kritiker und "Claptomanen" bis heute einig, diese Zeit war seine kreativste Phase. Nie wieder konnte er an diese Zeit anknüpfen. Den Ausschlag hierfür gaben zwei Dinge: Die Gegenwart von Duane Allman und die zunächst unerwiderte Liebe von Patty Boyd, George Harrison's Ehefrau.

Zwischen Duane Allmann und E.C. kam es zu regelrechten Duellen. Der eine trieb den anderen zu wahren Höchstleistungen. Obwohl beide von der Spielanlage unterschiedlich waren kam es zu einer unvergleichbaren Kongenualität. Es gibt einige rare Studio - Jamsessions mit den beiden, die allerhöchste Spielkunst verkörpern. Den Frust über seine unerwiderte Liebe zu Patty Boyd "bekämpfte" er, indem er sich völlig abschottete und in den Studios seinem Kummer freien Lauf lies. Was dabei herauskam wissen wir, "LAYLA AND ASSORTED LOVE SONGS" und einige andere Jahrhundert-Klassiker.

Die ersten Alkohol - und Drogenprobleme machten sich bemerkbar. E.C. schlug nun seine Solokarriere ein. Auch hier entstanden einige denkenswürdige Alben:" 416 OCEAN BOULEVARD" oder das spätere "SLOWHAND". Die Einflüsse auf diesen beiden Alben kommen übrigens auf "OLD SOCK" sehr gut zum Tragen.Und keiner würde eines dieser beiden Werke kritisieren.

Neben den Drogenproblemen kamen nun persönliche Schicksalsschläge hinzu - Der Tod seines Vaters und der tragische Unfall seines Sohnes - . Beider verarbeitete er in den 80zigern in Alben, die auch bei seinen typischen Anhängern nicht auf grosse Resonanz stießen. Claptons Musik versank teilweise im Mainstream - Pop. In den 90zigern kam er dann allmählich wieder "auf die Füsse" und spielte sein "UNPLUGGED" - Album ein. Dann kam eine unerwartete Rückkehr zum Blues. Mit dem Album "FROM THE CRADDLE" coverte er alte Bluesnummern. Ein dertiges reines Blues-Album hat er - abgesehen von seinen LIVE - Auftritten bei den CROSSROAD - Festivals - nicht wieder eingespielt.

Auch die Alben, in denen er Robert Johnson die Ehre erwies, oder mit B.B.King ins Studio ging, stießen nicht auf große Begeisterung, obwohl beide von guter Qualität sind. Das Album, welches er mit seinem alten, treuen Weggefährten J.J. Cale aufnahm, zeigte schon die Richtung auf, in welche er sich auch auf den zukünftigen Alben bewegen würde. Alles kam sehr relaxt daher. Die Puristen stieß er dann noch mit "REPTILE" wieder vor den Kopf. Allzu popppig kam er daher.

Schaut man sich nun das Cover von "OLD SOCK" genauer an, dann kann man nur zu dem Schluss kommen, das E.C. bei sich angekommen ist. Er sieht zufrieden aus, sehr zufrieden. Er muss niemandem mehr etwas beweisen. Aber es sind ja auch mittlerweile zwei Jahrzehnte in denen es Clapton völlig egal ist, was die Leute denken oder wollen. Was ist schlimm daran, wenn er das auf Platte bannt, was ihn inspiriert? Zu einigen Überraschungen ist er auch auf "OLD SOCK" noch fähig.

"Goodnight Irene" z.B. wird unter seinen Händen zum launigen Folkschunkler. "The Folks Who Live On The Hill" welches einige unter uns vielleicht von Peggy Lee kennen. Atmosphärisch verlegt Clapton den Song in eine rauchige Jazzbar. Die grösste Überraschung ist für mich "Still Got The Blues". Auch Gary Moore hatte sich nach vielen Jahren Hardrock dem Blues zugewandt. Damit konnten viele Fans damals nichts anfangen. E.C. verdichtet den Song zum Kammerjazz und ersetzt die schneidende Sologitarre durch heimelige Töne, unterstützt von Steve Winwoods Orgeltönen.

Nein, viele neue Songs sind wieder nicht dabei, aber "OLD SOCK" ist ein entspanntes, detailverliebtes und ein fantastisch warm aufgenommenes Album geworden.

Die Rückkehr zum alten Clapton, die ja von vielen erwartet wird, wird es wohl nicht mehr geben. Es sei denn, er würde sich nochmal unglücklich verlieben.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2013 12:25 AM MEST


People,Hell & Angels
People,Hell & Angels
Preis: EUR 6,99

67 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Zauber wirkt immer noch.., 1. März 2013
Rezension bezieht sich auf: People,Hell & Angels (Audio CD)
Zumindest auf einen "Blues-Dinosaurier wie mich. Bin ich doch mit der Musik von Jimi Hendrix seit über 40 Jahren vertraut. Neueinsteiger, so viel sei gesagt, waren sind und werden indes am besten mit den Standardalben bedient, die noch zu Lebzeiten des Meisters erschienen sind.

Natürlich stellt sich wieder einmal die Frage: Wozu schon wieder eine Posthum-Veröffentlichung? Dient sie nur dazu, um den Mythos Hendrix mit aller Gewalt aufrecht zu erhalten? Egal, wieviel ( technischer ) Aufwand dabei betrieben werden muss? Auch mich beschlich Mißtrauen, weiß man doch aus der Vergangenheit, welches Schindluder mit seinem musikalischen Nachlass getrieben wurde. Da wurden halbfertige Titel mit Studiomusikern wenig authentisch vollendet. Jede Menge dubiose LIVE - Mitschnitte überschwemmten den Markt. Obskure Labels gruben alte Bänder aus und brachten sie teilweise in miserabler Qualität heraus. Die Leichenfledderei nahm erschreckende Ausmaße an.

Aber genug zur Vergangenheit. Widmen wir uns dem neuen - alten Album. Dieses Mal sind wirklich alle Songs komplett erstveröffentlicht. Sie stammen aus den Jahren 1968 - 1970. Also aus jener Zeit, in der die klassische Dreierbesetzung der Jimi Hendrix Experience praktisch nicht mehr existent war und Hendrix - neben dem immer noch treu ergebenen Drummer Mitch Mitchell - mit Session Musikern, Jam - Partnern sowie den beiden Mitgliedern seines zweiten Projekts Band Of Gypsys, Billy Cox und Buddy Miles, kollaborierte.

Die auf "People, Hell & Angels" zu hörenden Aufnahmen stammen aus diversen Studio - Sessions. Unüberhörbar ist dabei, Dass Hendrix nach neuen musikalischen Ausdrucksformen suchte. Sein Hang zu Experimenten kommt ebenfalls zum Ausdruck. Mit Cox und Miles wird der Archivreigen eröffnet. Der funky intonierte "Earth Blues" ist zwar leichte Kost, macht aber gleich Appetit auf mehr. Ein Hunger, der mit "Somewhere" gestillt wird. Mit Stephen Stills am Bass geht es gleich komplexer zu Werke. Hier wird wirklich progressiver Blues vorgetragen. Das Blues - Flagschiff "Hear My Train A Comin" wurde zwar schon in diversen Versionen beackert, in Begleitung von Cox und Miles wird daraus eine etwas schnellere und luftigere Version.

Äußerst interessant erschallt das experimentelle "Let Me Love You". Ein Rock - Fusion - Funkjam mit Saxofon, Orgel und Perkussion als Unterstützung zu Hendrix' Improvisationen.

Fasz schon Dancefloor - lastig in seiner Interpretation formt Jimi mit der Black - Musik - Truppe The Ghetto Fighters in "Mojo Man" einen feurigen Soul und überrascht mal wieder durch eine unglaubliche Viekseitigkeit.

Natürlich ist auf "People, Hell & Angels nicht alles über jeden Zweifel erhaben. Der abschließende "Villanova Junction Blues" muss ein Dasein als unwürdiger Rausschmeisser fristen, denn er wird nach einem vielversprechenden Beginn bach nicht mal zwei Minuten abrupt ausgeblendet.

Mitunter kann man sich auch des Eindrucks nicht erwehren, dass z.B. die Drums an vielen Stellen sehr linear und verblüffend einwandfrei auf die heutigen Hörgewohnheiten angepasst worden sind. Wie viel davon - ganz zu schweigen von anderen Instrumenten und vielleicht sogar Gitarrenspuren - gänzlich neu eingespielt oder zusätzlich in das Archivmaterial hineineditiert worden ist, kann man ohnehin unmöglich feststellen.

Trotzdem ist "People, Hell & Angels" allemal gelungen. Altfans sollten sich nicht zu lange mit Fragen zur Nachbearbeitung quälen, sondern einfach die Musik genießen und Neues entdecken. Für den Neueinsteiger sei Eingangs alles gesagt.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 30, 2013 12:51 PM MEST


Fire It Up
Fire It Up
Preis: EUR 6,66

19 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Mainstream - Cocker, 25. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Fire It Up (Audio CD)
Die grosse Heerschar der Cocker - Fans teilt sich zweifelsfrei in zwei große Lager. Da ist zum einen der Fankreis, der ihn von seinen Anfängen bis heute begleitet. Aber das ist auch der Fankreis, der um die Alben, die seit 1986 erschienen sind, einen großen Bogen machen. Und dann ist da der Fankreis, der ihn vielleicht auch erst seit den späten Alben aus den 80zigern kennt. Das dieser Fankreis diese Alben in erster Linie bevorzugt liegt auf der Hand. Sie mögen halt den leicht verdaulichen Cocker, den Cocker, den man auch ruhig mal beim Bügeln oder Kochen hören kann, weil es anspruchslose Popmusik ist. Ich persönlich gehöre zum ersten Fankreis, da ich Joe Cocker seit seinem "Woodstock" - Durchbruch begleite. Wer seine 9 ersten Studioalben kennt:

1. With A Little Help From My Friends
2. Joe Cocker
3. Something To Say
4. I Can Stand A Little Rain
5. Jamaica Say You Will
6 Stingray
7. Luxury You Can Afford
8. Sheffield Steel
9. Civilized Man

und wer die überragenden LIVE - Alben aus dieser Zeit kennt, wer also einen Joe Cocker kennt, der mit einer unvergleichlichen Innbrunst und Leidenschaft seine Soul - und Bluesbetonten Songs im wahrsten Sinne des Wortes heraus geschmettert hat, der kann sich mit seinen Mainstream - Alben der nächsten Jahrzehnte nicht mehr identifizieren. Es sind für mich nur zwei Alben aus dieser Zeit, die man getrost in seine stärkste Phase einreihen kann:

1. Night Calls
2. Organic

Die weiteren Alben entsprechen bei weitem nicht seinem künstlerischen Niveau als Sänger. Das Strickmuster der vergangenen 6- 7 Alben ist immer das Gleiche. Es sind Durchschnittsalben ohne grosse Höhen und Tiefen. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass sie teilweise vor sich hin plätschern. Diese Alben rauschen an mir vorbei, ohne auch nur irgend einen Eindruck zu hinterlassen. Wer darauf steht möge damit glücklich werden.Ich würde mir mal wieder ein Cocker - Album wünschen mit seinen wahren Stärken, einem Balladen-Album mit Soul- und Bluesgetränkten Songs. Mit diesen Popmusik - Alben kann ich persönlich nichts anfangen. Auch mit seinem neuesten Album nicht. Es müsste eher "Fire It Out" heissen.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 1, 2013 3:06 PM MEST


LP1
LP1
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 13,88

12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schade, schade, 25. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: LP1 (Audio CD)
Da hat Joss Stone nun ihr eigenes Label gegründet, weil ihr der Hickhack mit der EMI zusehends genervt hat und dann diese glattgebügelte routinierte Produktion. Dabei wollte sie doch "ihre Musik machen.
Hier ist nichts zu spüren von Spontanität oder Kreativität.Wo bleibt die ungehemmte Joss Stone? Es liegt weniger an ihr, es ist die musikalische Untermalung die dieser grandiosen Stimme einfach nicht gerecht wird.
Es gibt Ausnahmen, wie z.B."Landlord" oder "Karma". Auch in "Last To Know" wird das riesige Potenzial von Joss Stone sichtbar. Diese treibende und spannungsgeladene Begleitung hätte auch dem Rest des Albums gut zu Gesicht gestanden.
Ein solches Organ braucht den entsprechenden Groove, gepaart mit Überraschungen und Wendungen.Diese klar strukturierten Kompositionen werden ihr wie schon erwähnt einfach nicht gerecht.Diese Form der Popwelt mit ihren hatmlosen Auswüchsen passen nicht zu ihr.
Bleibt die Hoffnung auf ein weiteres Album - und zwar endlich LIVE - auf dem Joss Stone endlich mal den gebremsten Schaum bei Seite lässt und voll aus sich heraus komnmt. Vielleicht hat jemand mal eine geeignete Spürnase für dieses aussergewöhnliche Talent-.


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