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Rezensionen verfasst von
Snorri

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Winchester '73
Winchester '73
DVD ~ James Stewart
Preis: EUR 6,97

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellenter Western mit origineller Grundidee, 20. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Winchester '73 (DVD)
"Winchester 73" war der erste (und beste) einer Reihe von Western, die Anthony Mann mit James Stewart drehte, und Stewarts erste Rolle in einem "ernsten" Western überhaupt (nach seinem Auftritt in der schönsten aller Westernkomödien, "Destry rides again"/"Der große Bluff"). Während Manns spätere Western wie "Bend of the river" und "Naked Spur" stark zum Düster-Neurotischen tendieren, ist "Winchester" ein in jeder Hinsicht "schöner", stimmungsmäßig ausgewogener Film, in dem Spannung, Humor, Action und Psychologie gleichermaßen zur Geltung kommen. Die Grundidee des Films, den Weg eines Gewehrs durch die Hände etlicher Besitzer zum roten Faden zu machen, der sich durch die Schicksale der Figuren schlingt, ist originell und trägt verblüffend gut. Die Abfolge der typischen Genreszenen Saloon, Indianerkampf usw. gerät stringent wie selten. Besondere Highlights sind der Schießwettbewerb zu Beginn und der Showdown zwischen Stewart und Stephan McNally.
Die Besetzung ist superb. Stewart, mit seiner schlaksigen Figur und seiner Nervosität eher der Antityp des stoischen Westernhelden à la Cooper oder Wayne, bringt die Facetten des Helden Lin McAdam sehr schön heraus, und McNally ist ein würdiger Gegenspieler. Noch besser ist Dan Duryea in der vergleichsweise kurzen Rolle des Waco Johnnie Dean, der es schafft, in wenigen Szenen dem Film so nachhaltig seinen Stempel aufzudrücken, wie das sonst unter den Westernschurken nur Lee Marvin konnte. Ebenfalls hervorragend Charles Drake als charakterschwacher Steve Miller, sehr gut auch Shelley Winters als leading lady, Millard Mitchell als Stewarts sidekick, Jay C. Flippen als Kavalleriesergeant und Will Geer als Wyatt Earp. In zwei kleinen Nebenrollen sehen wir angehende Stars: Rock Hudson als Indianerhäuptling Young Bull und Tony Curtis als Soldat Doan.
Fazit: das ist einer der allerbesten Western mit einer sehr guten Story, souveräner Regie und durchweg guten bis hervorragenden Schauspielern. Bild- und Tonqualität sind okay; die DVD enthält einen interessanten Audiokommentar.

Flucht nach Texas
Flucht nach Texas
DVD ~ William Holden
Wird angeboten von playhouseclub
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vergnüglich, 19. September 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Flucht nach Texas (DVD)
Das ist ein durchaus unterhaltsamer, heiterer Western, dessen Reiz weniger in der zeitweise etwas verworrenen Handlung liegt als in George Marshalls Gespür für komische Situationen und, vor allem, in der Besetzung. Der Film bietet die Möglichket, William Holden und Glenn Ford als ganz junge Darsteller zu erleben. Daneben sind Claire Trevor und George Bancroft dabei, die beide kurz zuvor in "Stagecoach" mitgewirkt hatten. Hauptattraktion ist aber Edgar Buchanan als zwielichtiger, aber liebenswerter Zahnarzt 'Doc' Thorpe. Alle haben sichtlich Spaß an der Sache und vermitteln dies auch dem Zuschauer. Eine vergnügliche Angelegenheit also, wenn auch nicht so ein großer Wurf wie Marshalls zwei Jahre vorher gedrehte klassische Westernkomödie "Destry rides again" ("Der große Bluff").
Die technische Qualität der DVD ist, für einen über 60 Jahre alten Film, respektabel.

Der junge Mr. Lincoln
Der junge Mr. Lincoln
DVD ~ Henry Fonda

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner, warmherziger Film, 19. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Der junge Mr. Lincoln (DVD)
Das ist ein sehr schöner, in Deutschland viel zu wenig bekannter Film von John Ford, in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu dessen Meisterwerk "Stagecoach" und zu "Trommeln am Mohawk" entstanden. Wie in "Trommeln am Mohawk" spielt Henry Fonda die Hauptrolle, und er spielt sie perfekt. Mit eher dezenter Maske, die die Ähnlichkeit mit dem historischen Abraham Lincoln nur andeutet, gestaltet Fonda die Rolle des jungen Anwalts aus der Provinz, der seinen ersten großen Prozess gewinnt. (Die Handlung spielt weit vor Lincolns Präsidentschaft, auf die lediglich durch Bildregie und Musik gelegentlich angespielt wird.) Ford lässt sich in der ersten Hälfte des Films viel Zeit, den Zuschauer mit diesem eigenwilligen, aber liebenswerten Kerl bekannt zu machen, bevor die Handlung mit dem eigentlichen Gerichtsdrama Tempo aufnimmt. Der Film ist "typisch Ford", nicht ohne Sentimentalität, mit rührenden und wehmütigen Momenten (und einer traurigen, sehrenden Geigenmelodie, die Ford viele Jahre später in "Liberty Valance" noch einmal verwendet hat), einer tiefen Sympathie für seine Figuren, aber auch mit drastischem Witz. Manche Szenen, zum Beispiel die des jungen Lincoln am Grab seiner Verlobten, weisen auf spätere Filme Fords voraus (in diesem Fall auf "She wore a yellow ribbon"). Für spätere Gerichtsdramen war "Der junge Mr. Lincoln" vorbildhaft; so wird hier z.B. die berühmte Szene aus "Wer die Nachtigall stört", in der Gregory die Menge daran hindert, seinen Mandanten zu lynchen, vorweggenommen. Die einzige Schwäche der Handlung liegt darin, dass die Schlusspointe, die Auflösung des Kriminalfalls, für den einigermaßen gewitzten Zuschauer relativ früh absehbar ist.
Ein schöner, warmherziger Film, nicht nur für Amerikaner interessant, und für Ford- und/oder Fonda-Fans dringend zu empfehlen.
Die technische Qualität ist in Ordnung, ein paar kleine Extras gibt es auch.

Kein Titel verfügbar

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen In jeder Hinsicht grauenhaft, 19. September 2008
Zum Glück habe ich mir diesen Film nicht gekauft, sondern nur ausgeliehen - andernfalls würde ich mich schwarz ärgern. Und das nicht nur wegen der indiskutablen Bildqualität (zu der der vorige Rezensent das Wesentliche gesagt hat; zu ergänzen wären noch die völlig verblassten Farben), sondern auch wegen des Films selbst. Mag die literarische Vorlage dreimal von Hemingway sein - die Geschichte ist, jedenfalls im Film, nichts als lang und langweilig. Das Thema, die psychische Entwicklung eines Schriftstellers und seine problematischen Frauenbeziehungen, ist sicherlich nicht leicht filmisch umzusetzen, und vermutlich hätte es eines Darstellers wie Marlon Brando bedurft, um die Sache wirklich plastisch werden zu lassen. Gregory Peck ist aber kein Brando, und anders als etwa in "Ich kämpfe um dich" hatte er hier auch keinen Regisseur, der ihm auf die Sprünge half. Die drei Damen (Knef, Gardner, Hayward) wissen mit ihren Rollen auch nicht viel anzufangen. Die Erzählweise ist sprunghaft, ohne dass ein strukturierendes Prinzip erkennbar wäre, und so schleppt sich die ganze Sache bis zum wenig motivierten Happy End dahin. Insgesamt gehört das Anschauen dieser DVD zu den weniger unterhaltsamen Möglichkeiten, zwei Stunden totzuschlagen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 23, 2008 5:44 PM MEST


Der Herr des wilden Westens
Der Herr des wilden Westens
DVD ~ Errol Flynn
Wird angeboten von ruckzuckversand
Preis: EUR 21,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Robin, Marian und Little John auf Abwegen, 16. September 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Herr des wilden Westens (DVD)
Tja - eigentlich ist gegen den Film ja wenig einzuwenden. Eine klassische Town-Tamer-Geschichte halt, ohne besonderen Tiefgang, ohne besondere Überraschungen, aber aufwendig und sorgfältig produziert. Damit wäre so ziemlich alles gesagt, wenn nicht in der Hauptrolle des Wade Hatton Robin Hood, alias Errol Flynn, sein Wesen treiben würde, der ins Westernmilieu passt wie die Faust aufs Auge. Ich bin ja nun wirklich ein absoluter Flynn-Fan, und in Filmen wie "Robin Hood", "The Sea Hawk" und "Captain Blood" ist er perfekt. Aber als Büffeljäger und Treckführer ... brrr! Allein dieses Oberlippenbärtchen!
Die wunderbare Olivia de Havilland wirkt ebenfalls eher deplatziert, während "Little John" alias Alan Hale besser zurechtkommt. Ein weiterer Besetzungscoup der besonderen Art ist die Darstellung des Dr. Irving durch Henry Travers, dessen Anblick bei jedem, der "Ist das Leben nicht schön" gesehen hat, unvermeidlich die Vorstellung des Engels Clarence heraufbeschwört (wovon die Macher von "Dodge City" freilich nichts ahnen konnten, denn Frank Capras Weihnachtsmärchen wurde erst sieben Jahre später gedreht). Und schließlich spielt William Lundigan (als Olivia de Havillands Bruder) so unglaublich schlecht, dass man über das frühe Ende dieser Figur unter den Hufen einer Rinderherde herzlich froh ist. Da können auch die soliden Leistungen von Bruce Cabot, Victor Jory, Ann Sheridan und Guinn Williams nicht mehr viel retten.
In Summa ist das ein zwar einigermaßen unterhaltsamer, aber merkwürdig oberflächlicher und eher skurril besetzter Film, der trotz der aufwendigen Produktionsweise Lichtjahre hinter den kurz zuvor durch "Stagecoach" aufgezeigten Möglichkeiten des Genres (und auch hinter den von Curtiz und seinen Darstellern im Bereich des Abenteuerfilms gesetzten Standards) zurückbleibt. Ach, wäret ihr doch im Sherwood geblieben ...

(Übrigens: viel, viel besser ist Flynn in "Sein letztes Kommando", wo er, wenn auch im Westen, wieder den Offizier und Gentleman geben darf.)

The Big Trail [UK Import]
The Big Trail [UK Import]
DVD ~ John Wayne
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 21,52

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lohnend, auch ohne deutsche Tonspur, 16. September 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Big Trail [UK Import] (DVD)
Wer den ganz jungen John Wayne (zur Drehzeit 23 Jahre alt) in seiner ersten großen Rolle sehen möchte, und außerdem einen der schönsten Western der frühen Tonfilmzeit, sollte hier zugreifen, obwohl die DVD keine deutsche Tonspur, ja noch nicht einmal deutsche Untertitel bietet. Das macht hier fast nichts - der Film ist noch so sehr nach den Darstellungsregeln der Stummfilmzeit gedreht, dass man der Handlung problemlos folgen kann, selbst wenn man nur über elementare Englischkenntnisse verfügt. Es gibt eine sehr schlichte, westerntypische Rache- und Liebeshandlung (Wayne erledigt die Bösen und bekommt das Mädchen), aber Hauptthema ist, wie der Titel sagt, der große Treck selbst - der mühsame Zug eines großen Auswanderertrecks in den fernen Westen der USA. Die Außenaufnahmen (Wüsten, Flussüberquerungen, Indianerüberfall, Schneesturm) sind spektakulär; alles wirkt verblüffend authentisch. Höhepunkt ist eine Szene, in der die Planwagen mühsam an einer steilen Felskante abgeseilt werden. Alles ist im ganz großen Stil inszeniert, mit ungeheuren (und hervorragend bewegten) Mengen von Statisten, Rindern usw.
Der Film wurde seinerzeit in einem neuartigen Breitwandverfahren gedreht, das sich aber nicht durchsetzen konnte, so dass der Film in den Kinos nicht recht zur Geltung kam und nicht den Erfolg hatte, den er durch seine Qualität verdient gehabt hätte. Dies bedeutete auch, dass Wayne der Durchbruch vorerst versagt blieb und er weitere neun Jahre B-Western drehen musste, bis er mit "Stagecoach" endlich zum Star wurde. Seine Partner in "The Big Trail" sind ausgezeichnet (Marguerite Churchill als Leading Lady, Tully Marshall als Waynes - an Arthur Hunnicutt erinnernder - Sidekick, Ian Keith und Tyrone Power sr. als Bösewichter, letzterer noch ganz im Stummfilmstil), und Wayne selbst absolut überzeugend als junger Scout. Sollte man haben, nicht nur als Wayne-Fan.

Der Siebente ist dran (Special Collector's Edition) [Special Edition]
Der Siebente ist dran (Special Collector's Edition) [Special Edition]
DVD ~ Randolph Scott
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Makelloser Western, 16. September 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ursprünglich sollte John Wayne (der den Film mitproduziert hat) den Ex-Sheriff Ben Stride spielen. Da er aber zur Drehzeit mit "The Searchers" beschäftigt war, ging die Rolle an Randolph Scott. Das kann man bedauern, denn Scott war kein Wayne oder Cooper, der einem Film schon durch die Kraft seiner Persönlichkeit Größe verleihen konnte. Andererseits hat "Seven men from now" genug dramatische Qualität, um auf einen derart persönlichkeitsstarken Helden nicht unbedingt angewiesen zu sein. Vielleicht ist die Umbesetzung dem Film sogar gut bekommen, indem sie für eine gleichmäßigere Verteilung des Interesses auf die verschiedenen Figuren sorgte.
Scott ist in der Partie des Ex-Gesetzeshüters, der nach und nach sieben Banditen zur Strecke bringt, die bei einem Überfall seine Frau erschossen haben, in seiner etwas hölzernen, zurückhaltenden Art durchaus überzeugend, zumal Regisseur Boetticher es verstanden hat, die darstellerische Begrenztheit seines Hauptdarstellers zur Charakterisierung des gehemmten, von Schuldgefühlen getriebenen Ben Stride zu nutzen. Wesentlich stärker kommt freilich der charismatischere und extrovertierter agierende Lee Marvin zur Geltung. Er zeigt den Revolvermann Bill Masters nicht als rabenschwarzen Schurken (wie etwa, einige Jahre später, Liberty Valance), sondern als zwielichtige, dabei auf etwas unverschämte Art durchaus charmante Figur. Sehr gut besetzt auch Gail Russell als etwas haltlose "Leading Lady" und Walter Reed als ihr ebenfalls einigen moralischen Anfechtungen ausgesetzter Ehemann.
"Seven men" hat (neben "Rio Bravo") die wohl stärkste Eröffnungssequenz aller Western, und der finale Showdown zwischen Scott und Marvin ist ebenfalls ein Meisterstück. Was sich dazwischen, in weniger als 80 Minuten und mit vergleichsweise geringem materiellen Aufwand (kein Treck, sondern nur ein einzelner Planwagen; nur eine kleine Kavallerieabteilung; nur ein Dutzend Indianer, usw.) ereignet, ist ein praktisch makelloser Western. Die Geschichte ist nicht übermäßig originell, aber stringent und schlüssig erzählt, die Spannungen zwischen den Personen kommen wunderbar heraus und fesseln das Interesse des Zuschauers von Anfang bis Ende, die Kameraführung und die Auswahl der Schauplätze sind perfekt. Boetticher verzichtet auf alle Mätzchen und erzählt einfach seine Geschichte. Kein "großer" Film vielleicht, aber ein sehr, sehr guter.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 21, 2010 4:15 PM MEST


John Ford`s Stagecoach - John Wayne Collection
John Ford`s Stagecoach - John Wayne Collection
DVD ~ John Wayne
Wird angeboten von dodax-online
Preis: EUR 5,89

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderbarer Film, selbst durch miserable Aufmachung nicht kaputtzukriegen, 22. Juni 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Wie bewertet man eine DVD, die einen der besten Filme überhaupt, eines der wenigen makellosen Meisterwerke, bei denen einfach einfach alles stimmt, und wofür fünf Sterne noch zu wenig sind, in einer derart erbärmlichen Weise präsentiert, für die ein Stern noch zuviel ist? Denn alles, was hier schon über die technische Qualität gesagt wurde, stimmt; namentlich ist die Bildqualität in beiden Fassungen miserabel, unter VHS-Standard. Dafür hätte man die DVD-Technik nicht erfinden müssen. Mittlerweile weiß man ja, dass, entsprechende Mühe vorausgesetzt, bei der Restaurierung alter Filme geradezu Wunder vollbracht werden können, und wenn ein Film diese Mühe verdient hätte, dann dieser.
Trotzdem - und das ist vielleicht der stärkste Beweis der künstlerischen Qualität von "Stagecoach" - funktioniert der Film auch in dieser schlechten technischen Qualität ohne wirklichen Substanzverlust. Denn "Stagecoach" lebt, anders als einige spätere Ford/Wayne-Filme, etwa "She wore a yellow ribbon", nur zu einem geringen Teil von der (auch hier großartigen) Landschaftsphotographie, und zum größeren von seiner perfekten Dramaturgie und den durchweg glänzenden Darstellern. Wayne ist der leading man und in seiner Rolle ideal besetzt, ohne jedoch den Film zu dominieren; vielmehr kommen die übrigen Charaktere genauso zur Geltung. Auf jeden einzelnen könnte man ein Loblied singen, nicht nur auf den für seine Darstellung des versoffenen Doc Boone zu recht mit dem Oscar ausgezeichneten Thomas Mitchell, sondern auch auf die in ihrer Verletztlichkeit unendlich rührende Claire Trevor, John Carradines Gentleman-Spieler und und und. Herrlich auch die Dialoge zwischen George Bancroft und Andy Devine auf dem Kutschbock.
Interessant ist der Vergleich zwischen den beiden Fassungen, allerdings weniger mit Blick auf die gestrichenen Szenen, sondern in Hinsicht auf die deutsche Synchronisation. Erstens ist der Film in der deutschen Fassung mit einer neuen, sehr viel schwächeren Musik unterlegt (während die volksliedgestützte Originalmusik den echten John-Ford-Geist atmet), zweitens muss man indigniert feststellen, dass die für die Synchronisierung Verantwortlichen das deutsche Publikum offensichtlich für so begriffsstutzig halten, dass sie vieles, was im Original nur angedeutet wird, platt auszusprechen für nötig erachten, was zu einer sehr viel gröberen Zeichnung der Figuren führt. Die deutsche Version werde ich mir also so schnell nicht wieder antun.
Fazit: ein wunderbarer Film, selbst durch eine denkbar schlechte Aufmachung nicht kaputtzukriegen.

Big Trail, The -- Studio Classics [UK Import]
Big Trail, The -- Studio Classics [UK Import]
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 3,76

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lohnend, auch ohne deutsche Tonspur, 19. Juni 2008
Wer den ganz jungen John Wayne (zur Drehzeit 23 Jahre alt) in seiner ersten großen Rolle sehen möchte, und außerdem einen der schönsten Western der frühen Tonfilmzeit, sollte hier zugreifen, obwohl die DVD keine deutsche Tonspur, ja noch nicht einmal deutsche Untertitel bietet. Das macht hier fast nichts - der Film ist noch so sehr nach den Darstellungsregeln der Stummfilmzeit gedreht, dass man der Handlung problemlos folgen kann, selbst wenn man nur über elementare Englischkenntnisse verfügt. Es gibt eine sehr schlichte, westerntypische Rache- und Liebeshandlung (Wayne erledigt die Bösen und bekommt das Mädchen), aber Hauptthema ist, wie der Titel sagt, der große Treck selbst - der mühsame Zug eines großen Auswanderertrecks in den fernen Westen der USA. Die Außenaufnahmen (Wüsten, Flussüberquerungen, Indianerüberfall, Schneesturm) sind spektakulär; alles wirkt verblüffend authentisch. Höhepunkt ist eine Szene, in der die Planwagen mühsam an einer steilen Felskante abgeseilt werden. Alles ist im ganz großen Stil inszeniert, mit ungeheuren (und hervorragend bewegten) Mengen von Statisten, Rindern usw.
Der Film wurde seinerzeit in einem neuartigen Breitwandverfahren gedreht, das sich aber nicht durchsetzen konnte, so dass der Film in den Kinos nicht recht zur Geltung kam und nicht den Erfolg hatte, den er durch seine Qualität verdient gehabt hätte. Dies bedeutete auch, dass Wayne der Durchbruch vorerst versagt blieb und er weitere neun Jahre B-Western drehen musste, bis er mit "Stagecoach" endlich zum Star wurde. Seine Partner in "The Big Trail" sind ausgezeichnet (Marguerite Churchill als Leading Lady, Tully Marshall als Waynes - an Arthur Hunnicutt erinnernder - Sidekick, Ian Keith und Tyrone Power sr. als Bösewichter, letzterer noch ganz im Stummfilmstil), und Wayne selbst absolut überzeugend als junger Scout. Sollte man haben, nicht nur als Wayne-Fan.

In letzter Sekunde - The Fighting Kentuckian
In letzter Sekunde - The Fighting Kentuckian
DVD ~ John Wayne
Preis: EUR 7,97

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Lachen Sie mit John und Ollie - wie das seltsamste Duo der Westerngeschichte einen Film aus dem Durchschnittssumpf rettet, 3. Februar 2008
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Wenn man diesen Streifen heute sieht, kann man sich kaum vorstellen, dass er erst 1949 entstanden ist - also nachdem Wayne bereits reife, komplexere Charaktere in anspruchsvollen Produktionen wie "Bis zum letzten Mann" und "Red River" dargestellt hatte. Am Maßstab dieser Filme gemessen, bedeutet "The Fighting Kentuckian" sicherlich einen Rückschritt. Der Streifen ähnelt mit seiner eher primitiven Machart (inklusive mäßiger Schwarz-Weiß-Bildqualität) aufs Haar den zahlreichen B-Western, die Wayne Anfang der Vierziger für Republic Pictures gedreht hatte; auffällig ist die Ähnlichkeit mit "Dakota" ("Blut am Fargo River") von 1945, mit teilweise identischer Besetzung (Vera Ralston in der weiblichen Hauptrolle, Hugo Haas als ihr Vater, Grant Withers und Paul Fix als zwei der Schurken). Nur sind es diesmal nicht Weizenfarmer, sondern französische Soldaten im amerikanischen Exil, die um ihr Land betrogen werden sollen. John Wayne darf auch hier seinen Vornamen behalten und ist John Breen, Soldat in einem Kentucky-Regiment auf dem Durchmarsch, der sich Hals über Kopf in die Tochter (Ralston) des Napoleonischen Generals De Marchand (Haas) verliebt, seinen Dienst quittiert und, nach Überwindung zahlreicher Gefahren, die Franzosen vor den skrupellosen Machenschaften der Landräuber rettet und, natürlich, das Mädchen bekommt. Das Ganze wird etwas kompliziert dadurch, dass es nicht weniger als vier Schurken gibt (außer Withers und Fix noch John Howard und Marie Windsor), die alle verschiedene Pläne verfolgen und sich gegenseitig übers Ohr hauen wollen, bis der skrupelloseste von Ihnen (Withers) die anderen drei ermordet (woraufhin er jedoch auch bald sein gerechtes Schicksal erfährt). Die sich kreuzenden Intrigen sind nicht gerade leicht zu verfolgen (zumal in der nicht immer präzisen deutschen Übersetzung) und verhindern, dass einer der Gegenspieler wirkliches Profil gewinnt - weniger wäre hier wohl mehr gewesen.
Ansonsten ist der Film durchaus unterhaltsam. John Wayne, blendend aussehend in Hirschlederanzug und Biberfellmütze, gibt noch einmal den jungen Draufgänger, und das durchaus überzeugend. Schauspielerisch wirklich gefordert wird er jedoch höchstens in den komischen Szenen mit - man staune - Oliver Hardy, der hier, bei einem seiner wenigen Filme ohne Stan Laurel (der zu dieser Zeit gesundheitliche Probleme hatte), als Waynes Regimentskamerad und treuer Freund Willie Paine durchaus überzeugt, ja geradezu brilliert. Die Partnerschaft Wayne-Hardy, zweifellos eine der seltsamsten der Filmgeschichte, funktioniert bestens und hebt den Film aus dem B-Movie-Einerlei heraus. Es sind die komischen Szenen, die im Gedächtnis bleiben, namentlich eine lustige Keilerei um einen Schnapskrug (bei der, en passant, der American Football erfunden wird) und ein unvergesslicher Auftritt der beiden als Fiedler, bei dem Wayne im komischen Zusammenspiel den Part übernimmt, den sonst Stan Laurel spielte - und das mit Bravour! Diese Komik "rettet" den Film, der sonst nur schnell vergessene Durchschnittsware wäre. (Die Actionsequenzen sind professionell gemacht, wie immer bei Republic, aber ohne besonderes Highlight, und wirklich bewegende Momente gibt es kaum; am ehesten, wenn der alte General und seine Frau (Odette Myrtil) die glanzvolle Vergangenheit des Napoleonischen Frankreichs beschwören.) Ein großer Film ist es auch so nicht geworden, aber ein unterhaltsamer, mit einem eigenen Charme.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 18, 2008 11:03 AM MEST


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