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Rezensionen verfasst von
MrKoolWater

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Punk Rock: Die Geschichte einer Revolution
Punk Rock: Die Geschichte einer Revolution
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Die britische Sicht der Erstehung des Punks, 26. Mai 2014
Dieses Buch entspricht eins zu eins dem im Ventil Verlag erschienen „Punk Rock: Die ganze Geschichte“ - deshalb meine Rezension auch an dieser Stelle:
Das britische Imperium schlägt zurück - gegen McNeil/McCains "Please kill me" - und diese Aufgabe, die "ganze Geschichte" des Punk-Rocks aus britischer Sicht zu schildern, hat John Robb übernommen (Mitbegründer der Membranes, einer frühen Punkband aus Blackpool, und damaliger Herausgeber des Fanzines Rox). Er bedient sich der selben stilistischen Mittel wie McNeil/McCain, der Aneinanderreihung von Interviews,aber es geht ihm in erster Linie um die Musik - Klatsch und Tratsch findet in dem 500 Seiten starken Buch so gut wie nicht statt. Stattdessen kommt alles was Rang und Namen in der britischen Punkszene der 70er Jahre hatte zu Wort, John Lydon, Mick Jones, Jimmy Pursey, Gene October, Mensi... insgesamt über 100 Akteure. Der Leser erhält ausfühliche Informationen über die Geschichte der Punkbands und deren musikaliche Hintergründe erzählt von den direkt Beteiligten. Wobei vor allem jüngere Leser (unter 40, Ha ha ha!) viele Namen nicht sagen werden, zwar erhält das Buch eine Liste mit Angaben (Band, Instrument) zu den Interviewten, aber wer die Zeit nicht direkt miterlebt hat, wird - wie in einem Roman von Dostoijewski - immer wieder im Namenregister nachschlagen müssen und nachsehen, mit wem man es gerade zu tun hat. Die interviewten Bandmitglieder tun ihr übriges dazu, so äußern sie sich zum Beispiel auf den ersten 100 Seiten des Buches zu den Wurzeln des Punk Rocks in den 50/60er Jahren und dem Glam Rock der 70er Jahre, schildern von ihren musikalischen Vorlieben und Abneigungen zu dieser Zeit und es fallen Namen wie Dave Clark Five, Fleedwood Mac, Hawkwind, Everly Brothers, Mott the Hoople, Prince Buster, Pink Fairies, Johnny Kidd... um nur einige zu nennen. Zwar fügt der Autors die ein oder andere erläuternde Fußnote ein, etwa: Captain Beefhart, die Band um den exentrischen Sänger Don Van Vliet, brachte Rock und Blues auf eine ziemliche schräge Weise zusammen, die sich wie ein Zusammenprall von Howling Wolf und John Coltrane anhörte, - sicherlich ein schöner Vergleich - bringt aber nur dem etwas, der die Musik von Howling Wolf und John Coltrane kennt.
Fazit: Eine solide Kenntnis der Rockmusik ist fast Voraussetzung um den Ausführungen der Erzählenden folgen zu können. Für alle, die nur einmal kurz nachlesen wollen, was war/ist denn nun Punk Rock, ist dieses Buch eher nicht geeignet (aus diesem Grund die kleine Einschränkung und keine 5 Sterne). Für alle, die mit Punk Rock groß geworden sind, für die Adverts, Damned oder Slits keine böhmischen Dörfer sind, bietet das Buch eine glänzende Unterhaltungslektüre mit vielen Insiderstories.


An Electric Storm
An Electric Storm
Preis: EUR 10,99

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Überbewertet..., 30. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: An Electric Storm (Audio CD)
Wenn man die vorliegenden Rezensionen zusammenfasst (und ihnen Glauben schenkt) muss es sich bei "An Electric Storm" um ein verschollenes Meisterwerk der Popmusik handeln. Um sich ein eigenes Urteil zu bilden gibt es eine einfache Methode "anhören". Für das was hier in einigen Kritiken hinsichtlich der Musikgeschichte behauptet wird, bedarf es jedoch einiger Korrekturen.

Die zweite Hälfte der 60er Jahre war wohl einer der innovativsten Zeiten der Rock- bzw. Pop-Musik. Eine ganze Generation befand sich im Aufbruch. Elemente der Klassik (Nice, Moody Blues, Procol Harum) des Jazz (Colosseum, Blood Sweat & Tears, Chicago) und Klänge aus fernen Kulturen (indische, afrikanische) flossen erfolgreich in die Pop-Musik ein.

In vorderster Front standen die Beatles, viele ihren Songs gelten als Wegbereiter des Wandels in der Rockmusik, so z.B.: "Norwegian Wood" (1965) erstmalige Verwendung einer Sitar in einem Popsong; "I’m only sleeping" (1966) rückwärts abgespieltes Gitarrensolo; "Strowberry Fields Forever" (1967) Einsetzen eines Mellotron. John, Paul und George Martin (Produzent) waren von avantgardistischen Komponisten wie John Cage und Karlheinz Stockhausen fasziniert (Stockhausen erscheint z.B. auch auf dem Cover von "Stg. Pepper"). Anfang 1967 experimentierte sie mit den technischen Möglichkeiten ihres Studios an einer Klangcollage, jedoch blieb das Ergebnis "Carnival of Light" bis heute unveröffentlicht. Auf dem weißen Beatles-Album (1968) erschien mit "Revolution 9" (Lennon/Ono) dann die erste Klangcollage auf einem Pop-Album. (Yoko Ono war vor ihrer Liaison mit John Lennon mit dem Komponisten Toshi Ichiyanagi verheiratet, zudem gehörte sie der amerikanischen Fluxus-Bewegung an, die eng mit John Cage verbunden war.)

Im Gegensatz zur Klassik oder zum Jazz fand die elektronische Musik nur in einem kleinen Kreis (hauptsächlich Musiker) Anklang. Vorreiter waren unter anderem Pierre Schaeffer (Hörbeispiel: "Etude Noire"; 1948), Pierre Henry ("Maléfices"; 1962), Bruno Maderna ("Syntaxis"; 1957) und natürlich auch der schon erwähnte Karlheinz Stockhausen ("Gesang der Jünglinge"; 1956).

Die Aufnahmen waren mit einem erheblichen technischen und zeitlichen Aufwand verbunden. Einen enormen Fortschritt in der Handhabung brachte der Moog-Synthesizer, bei ihm wurden erstmals die Röhren durch Transistoren ersetzt. Er kam 1964 auf den Markt, war jedoch extrem teuer und erst sein Einsatz auf Walter Carlos erfolgreicher LP "Switch On Bach" (1968) verhalf ihm zum endgültigen Durchbruch als ernstzunehmendes Musikinstrument. Keith Emerson, der zu diesem Zeitpunkt wohl einflussreichste Rock-Keyboarder, setzte ihn bei seinen Auftritten ein. Was zur Folge hatte, dass der Moog-Synthesizer in den 70ern aus keinem Aufnahmestudio mehr wegzudenken war.

Zum Album:

Der musikalische Werdegang des Diplom-Physikers und Elektroingenieur David Vorhaus begann als klassisch ausgebildeter Bassist. In London lernte er bei einer Vorlesung über elektronische Musik Delia Derbyshire und Brian Hodgson kennen. Delia Derbyshire hatte zu der elektronischen Umsetzung der Titelmelodie der Fernsehserie "Dr. Who" (1963) beigetragen. Beide (Delia und Brian) arbeiteten bei der BBC und hatten ein gemeinsames Projekt "Unit Delta Plus" ins Leben gerufen, dass die elektronische Musik auf Festivals einem breiteren Publikum bekannt machen sollte. Dieses Vorhaben war zwar gescheitert, aber David Vorhaus begeisterte sich für ihre Idee. Durch Chris Blackwell (Island Records) erhielten sie die Möglichkeit ein Album aufzunehmen.

David Vorhaus fungierte als Produktions-Koordinator, baute einen analogen Sequenzer (Maniac) und konnte den ersten britischen Synthesizer EMS VC3 einsetzen. Delia Derbyshire und Brian Hodgson waren für die Realisierung des elektronischen Sounds zuständig. Heraus kamen mittelmäßige Pop-Songs (Love Without Sound, Firebird, Your Hidden Dreams) angereichert mit netten elektronischen Effekten; Filmmusik (The Visitation); "Black Mass" ein nach eigener Aussage von Pink Floyd’s "Saucerful Of Secrets" inspiriertes Stück (was jedoch weit hinter dem Vorbild herhinkt). Die Schwäche des Albums liegt eindeutig in den Kompositionen – die Akteure waren in erster Linie Soundtüftler.

Fazit:

Sicherlich eröffnete das Album den damaligen "normalen" Musikkonsumenten interessante und ungewöhnliche Klänge, weil die avantgardistische, elektronische Musik dem breiten Publikum nicht bekannt war (und bis heute nicht bekannt ist)… deshalb 2 Sterne für ihre Pionierarbeit.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 25, 2014 11:45 AM MEST


Deko / Mysticalls Collection / Spazierstock Schlange
Deko / Mysticalls Collection / Spazierstock Schlange

3.0 von 5 Sternen Geht so..., 16. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bei meinem Artikel zeigte sich eine recht schlampige Verarbeitung, der Holzstab war leicht verbogen, der Aufsatz (die Schlange) saß nicht wirklich fest. Für den Einsatz im Karneval oder bei einer Party durchaus geeignet - jedoch insgesamt gesehen kein wirkliches Prachtexemplar und als Liebhaber- oder Sammlerobjekt nicht geeignet.


Basquiat
Basquiat
von Leonhard Emmerling
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von SAMO© zu Basquiat, 11. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Basquiat (Gebundene Ausgabe)
Zuerst einmal eine allgemeine Lobeshymne auf den Verlag Taschen (falls dem Leser dessen Publikationen nicht bekannt sein sollten): „Diese verführerischen Bücher sind Hochglanzprodukte mit hervorragenden Illustrationen und geistreichen Texten. Jedes einzelne informiert auf leicht konsumierbare, sehr anregende Weise über das jeweilige Thema.“ (The New York Times Book Review) Dies gilt auch für das Buch „Basquiat“, dass eine ausführliche Biografie und mehr als 100 Abbildungen des Werkes von Jean-Michel Basquiat auf 96 Seiten wiedergibt. Ein wunderbarer Einstieg in das Werk des Künstlers. Mehr kann man für den Preis nun wirklich nicht erwarten.


Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand
Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand
von Barney Hoskyns
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Tom Waits, das unbekannte Wesen..., 10. September 2012
Ich bekam das Buch von einem Freund geschenkt, der meine Begeisterung für Tom Waits Musik kennt. Was er nicht wusste, dass mich Biografien von zeitgenössischen Künstlern - mit ganz wenigen Ausnahmen - eher nicht interessieren. Und nun hatte ich einen 600 Seiten Schinken plus 100 Seiten Anhang (Liste mit den 40 Lieblings-Waits-Songs des Autoren!, Werksverzeichnis, Quellenverzeichnis, Index) vor mir liegen. Zu allem Unglück handelte es sich auch noch um eine unautorisierte Biografie, und Leute aus Waits direktem Umfeld - unter anderem Jim Jarmusch, Keith Richard oder Rickie Lee Jones - sagten aus diesem Grund ihre Zusammenarbeit mit dem Autoren ab.
Tom Waits möchte sein Privatleben privat halten: „Die Medien wissen genau, wenn du damit einverstanden bist. Aber das bin ich nicht. Ich erfinde einfach irgendwas.“ Das ist natürlich ein hartes Brot für jeden Biografen und so fragt man sich, wie der Autor Hoskyns trotz dieser Schwierigkeiten es schafft einen solchen Wälzer zu schreiben. Spätestens nach 200 Seiten weiß man es, der Autor bespricht jeden Song bis zum Erbrechen, wer wo mitgewirkt hat, welches Instrument wann, wieso und warum an diesem Punkt einsetzt, die Texte werden interpretiert - und zum guten Schluss werden auch noch Querverbindungen zu älteren Waits Songs gesucht. Das mag einige Fans interessieren, ich für meinen Teil kann auf dieses Geschwafel der Musikjournalisten seit meinen jugendlichen ME-/Sounds-Tagen gut verzichten. Wer an den reinen Fakten interessiert ist, kann sie auf den entsprechenden Tonträgern nachlesen, fast alle Waits Alben haben ein ausführliches Booklet mit Songtexten, Angaben zu den Mitwirkenden, Instrumenten, etc.
Tom Waits sagte über den Wahrheitsgehalt der Dylan Autobiografie „Chronicles. Volume 1“ „Um Gottes Willen, das ist doch nur eine Geschichte, die von jemand geschrieben wurde, der Geschichten erzählt.“ Genau das ist es, was mir an dieser Biografie fehlt: Geschichten, Anekdoten, die mich unterhalten, Geschichten wie diese: „Eines Abends traf ich einen Burschen, der mit ausgestreckter Hand auf mich zukam. Ich sagte ’Oh, nein’ und er: ’He, hör mal, es ist nicht so wie du denkst, ich will nur dein Freund sein, mein Name ist Charlie und wie heißt du?’ Ich sagte: ’Mein Name ist Tom.’ Er sagte: ’Wie geht’s denn so Tom? Mehr wollte ich gar nicht von dir, mach’s gut!’ Dann lief er einmal um den Block, sah mich um die Ecke kommen und sagte: ’He Tom, kennst du noch deinen alten Kumpel Charlie? Kannst du mir ein paar Dollar leihen?’ Das hat mir echt einen Kick gegeben.“ (Waits zu dem Journalisten Chris Roberts, aus „Gestohlene Erinnerungen“) Ob die Geschichte nun wahr ist oder nicht, was soll’s? Sie ist auf jeden Fall gut. Hoskyns Biografie mangelt es an Witz, an guten Stories. Waits bleibt eine entrückte, unnahbare Person - vielleicht ist „Tom Waits. Der Geschichtenerzähler: Gespräche - Interviews - Dokumente“ ein direkterer Zugang zu Tom Waits.
Ich verspürte jedenfalls während des Lesens des Buches mehrmals den Wunsch es in die Ecke zu schmeißen. Langweilig!!! But: just my two cents. Andere mögen dies ganz anders sehen. (siehe: die restlichen Rezensionen)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2013 11:01 PM MEST


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Preis: EUR 23,09

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Praxistest bestanden!, 24. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Artikel entsprach zu 100% der Beschreibung bzw. den Bilder. Ich führe die Geldbörse seit einem Jahr beständig bei mir (in der Gesäßtasche), wo sie einigen Beanspruchungen ausgesetzt ist. Es zeigen sich jedoch noch keine Verschleißspuren. Insbesondere die Nähte, die oftmals bei anderen Modellen in dieser Preisklasse ein Schwachpunkt sind, halten hervorragend. Die Verarbeitung ist sehr gut. Fazit: Das Portemonnaie hat den Alltagstest mit Auszeichnung bestanden.


Punk.
Punk.
von Stephen Colegrave
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muß für jeden Punkfan!, 26. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Punk. (Broschiert)
Auf den 400 Seiten des ca. 21x21 cm großen Buches wird man mit Fotos zugeschüttet - mit schönen Fotos, wunderbaren Fotos aus der Zeit des Beginns des Punkrocks zwischen 1975-1979. Bilder aus dem CBGBs, von den New York Dolls, den Pistols bis hin zu den Joy Divison. Allein beim Durchblättern des Buches erhält man schon einen tiefen Einblick in die damalige Punk-Szene. Aber auch am Text wird nicht gespart, die Autoren Colegrave & Sullivan orientierten sich an der Vorgehensweise der Verfasser des Buches "Please Kill Me" und lassen mehr oder weniger bekannte Protagonisten der Zeit zu Wort kommen. Vielleicht (?) gelingt es ihnen nicht ganz an den Unterhaltungswert der Vorlage heranzukommen, da sie auf Insider-Klatsch verzichten, aber dafür sind die Texte informativer. Alles in allem ist es ein herausragendes Buch, daß den Alt-Punker mit Erinnerungen und vielen unbekannten Fotos aus seiner Jugendzeit beglückt und dem jungen, neugierigen Leser mehr als einen Überblick über die wilden Jahre des Punks verschafft.


Berlin, Band 1: Steinerne Stadt
Berlin, Band 1: Steinerne Stadt
von Jason Lutes
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu viel des Guten?, 7. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Berlin, Band 1: Steinerne Stadt (Taschenbuch)
Keine Frage der Autor hat gut recherchiert, kann sehr gut zeichnen - aber auf mich wirkt die Geschichte seltsam distanziert, künstlich und krampfhaft darum bemüht alle Aspekte des Berlins der Weimarer Republik wiederzugeben. "Und ditte kann nich jut jehn!" Diese Zeit Berlins ist ausführlich dokumentiert - ob durch Kurt Tucholsky (das politische Berlin), den Bildern von Zille (Dit Miljöh), dem Film "Berlin - Sinfonie der Grossstadt" von 1927 (das Alltagsgesicht Berlins), "Cabaret" (Ausklang der Goldenen Zwanziger Jahre), den Liedern von Claire Waldoff oder Marlene, etc. etc. (Um hier nur eine kleine Auswahl zu nennen) Sie alle spiegeln einen lebendigen Teil des damaligen Berlin wieder und sind tausendmal authentischer und unterhaltsamer als dieses gewollt konstruierte, verschachtelte, überladende Epos.


Will Eisner
Will Eisner
von Will Eisner
  Broschiert

1.0 von 5 Sternen Ärgerlich, 7. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Will Eisner (Broschiert)
Ich mag Eisner. Er ist ein brillanter Zeichner. Für sein Werk erfand die Kritik den Begriff "graphic novel".
Was hier die "Frankfurter Allgemeine" ihm antut ist fast schon kriminell. Zum Beispiel ist die Geschichte "Spirit - Die letzte Straßenbahn" völlig falsch und schlampig koloriert. Da ist der Lichtschein orange (anstatt gelb), der Nachthimmel gelb (anstatt blau), Farbnuancen werden einfach mal weggelassen und das letzte Panel gar nicht koloriert, dafür die Sprechblase. Die Stimmung der einzelnen Bilder wird verfälscht. Das Comics "Kunst" sein können, weiß man spätestens seit Roy Lichtenstein. Wie die Geschichte aussehen kann (muss) zeigt der Reiner Feest Verlag in dem Spirit Band 7. Und wie kommt man auf die Idee großformatige Comics auf Taschenbuchformat zu reduzieren? Hierbei geht der Charme vieler Zeichnungen verloren. Fazit: Die Herausgeber können unmöglich Comicliebhaber sein. Ob der sehr günstige Preis als Kaufargument ausreicht, muss jeder für sich entscheiden.


Punk Rock: Die ganze Geschichte
Punk Rock: Die ganze Geschichte
von John Robb
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die britische Sicht der Erstehung des Punks, 10. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Punk Rock: Die ganze Geschichte (Broschiert)
Das britische Imperium schlägt zurück - gegen McNeil/McCains "Please kill me" - und diese Aufgabe, die "ganze Geschichte" des Punk-Rocks aus britischer Sicht zu schildern, hat John Robb übernommen (Mitbegründer der Membranes, einer frühen Punkband aus Blackpool, und damaliger Herausgeber des Fanzines Rox). Er bedient sich der selben stilistischen Mittel wie McNeil/McCain, der Aneinanderreihung von Interviews,aber es geht ihm in erster Linie um die Musik - Klatsch und Tratsch findet in dem 500 Seiten starken Buch so gut wie nicht statt. Stattdessen kommt alles was Rang und Namen in der britischen Punkszene der 70er Jahre hatte zu Wort, John Lydon, Mick Jones, Jimmy Pursey, Gene October, Mensi... insgesamt über 100 Akteure. Der Leser erhält ausfühliche Informationen über die Geschichte der Punkbands und deren musikaliche Hintergründe erzählt von den direkt Beteiligten. Wobei vor allem jüngere Leser (unter 40, Ha ha ha!) viele Namen nicht sagen werden, zwar erhält das Buch eine Liste mit Angaben (Band, Instrument) zu den Interviewten, aber wer die Zeit nicht direkt miterlebt hat, wird - wie in einem Roman von Dostoijewski - immer wieder im Namenregister nachschlagen müssen und nachsehen, mit wem man es gerade zu tun hat. Die interviewten Bandmitglieder tun ihr übriges dazu, so äußern sie sich zum Beispiel auf den ersten 100 Seiten des Buches zu den Wurzeln des Punk Rocks in den 50/60er Jahren und dem Glam Rock der 70er Jahre, schildern von ihren musikalischen Vorlieben und Abneigungen zu dieser Zeit und es fallen Namen wie Dave Clark Five, Fleedwood Mac, Hawkwind, Everly Brothers, Mott the Hoople, Prince Buster, Pink Fairies, Johnny Kidd... um nur einige zu nennen. Zwar fügt der Autors die ein oder andere erläuternde Fußnote ein, etwa: Captain Beefhart, die Band um den exentrischen Sänger Don Van Vliet, brachte Rock und Blues auf eine ziemliche schräge Weise zusammen, die sich wie ein Zusammenprall von Howling Wolf und John Coltrane anhörte, - sicherlich ein schöner Vergleich - bringt aber nur dem etwas, der die Musik von Howling Wolf und John Coltrane kennt.
Fazit: Eine solide Kenntnis der Rockmusik ist fast Voraussetzung um den Ausführungen der Erzählenden folgen zu können. Für alle, die nur einmal kurz nachlesen wollen, was war/ist denn nun Punk Rock, ist dieses Buch eher nicht geeignet. Für alle, die mit Punk Rock groß geworden sind, für die Adverts, Damned oder Slits keine böhmischen Dörfer sind, bietet das Buch eine glänzende Unterhaltungslektüre mit vielen Insiderstories.


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