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Rezensionen verfasst von
fabi1511

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Eragon - Das Erbe der Macht
Eragon - Das Erbe der Macht
von Christopher Paolini
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

3.0 von 5 Sternen Kein würdiger Abschluss, 20. September 2013
Seit dem Erscheinen (bzw. dem Bekanntwerden) des ersten Buches war ich ein großer Eragon-Fan. Auch wenn vorallem die ersten beiden Bände eine Fantasy-Version von Star Wars waren, wovon sich der Autor ab Band 3 abgewandt hat, war mit ihnen kurweilige Unterhaltung garantiert.

Der dritte Band hat dem ganzen dann schon einen kleinen Dämpfer verpasst, obwohl ich diesen auch noch als sehr gelungen einstufen würde. Dennoch nahmen hier die meiner Meinung nach weniger interessanten Handlungsstränge von Nasuada und Roran schnell überhand und einge Details fand ich sehr unglaubwürdig. Zum Beispiel dass Eragon Sloans wahren Namen mal so eben erraten konnte...

Aber genug davon, schließlich soll es hier um "Das Erbe der Macht" und nicht um seine besseren Vorgänger gehen. Ab hier werde ich auch über dessen Inhalt schreiben, vor Spoilern sei also gewarnt.

Zum ersten Mal empfand ich auch bei Eragons Handlungssträngen Langeweile. Ähnlich wie Alice in Resident Evil war auch er einfach zu mächtig geworden. Mit geradezu lächerlicher Leichtigkeit metzelt er sich durch die gegnerischen Heere, wobei sich der Leser nur fragen kann, warum der ach-so-mächtige Galbatorix nicht einmal eingreift um die Varden zu vernichten oder zumindenst Murtagh öfter eingreifen lässt.

Roran hingegen ist plötzlich vom Bauernjungen zum strategischen Genie aufgestiegen, dem alles gelingt, so schlecht die Chancen auch stehen. Einige seiner Aktionen (vorallem das riesige Floß) wirken mehr als nur unglaubwürdig.

Nasuadas Geschichte hingegen fand ich dieses Mal sehr interessant, ab dem Moment in dem sie Gefangene in Urû'baen ist und man endlich mal den größen Bösewicht Galbatorix kennenlernt, der einem plötzlich ganz sympathisch erscheint und dessen Motive verständlich sind. Aber natürlich heiligt der Zweck in diesem Fall nicht die Mittel. Dennoch gelingt es Paolini gut das über dreieinhalb Bände aufgebaute Feindbild zu zerrütteln und zumindenst bei dem Leser die Frage aufzuwerfen ob sich die Varden wirklich so gut und richtig verhalten, was in dem Buch auch schon früher thematisiert wurde. Damit wird endlich das Schwarz-Weiß-Bild gebrochen das Paolini bis Band drei gemalt hat, was mich auch in den früheren Bänden vorallem beim wiederholten Lesen und der damit einhergehenden genaueren Analyse gestört hat.
Dieser Effekt wird dennoch gestört als Galbatorix am Ende zwei Kinder als Geiseln nimmt.

Nun zum generellen Handlungsverlauf.

Am Anfang kämpfen sich die Varden munter durch die Städte gewinnen jede Schlacht und finden dabei zufällig noch eine der wenigen Waffen mit denen man kinderleicht Drachen töten kann. Damit ist die erste Hälfte des Buches schon abgehandelt. Der Fund der Waffe kam mir etwas zu früh. Natürlich braucht man Zufälle in Gschichten, aber muss das schon in Kapitel 4 sein?
Wirklich interessant wird es zum ersten mal in Dras-Leona als die Haupfiguren in die Hände der Helgrind-Priester geraten, jedoch stellt das nur ein kleines Problem in der Eroberung jener Stadt dar. Auch diese Krise ist schnell gelöst. Nachdem Eragon nach mehreren Tagen auf die Idee kommt Solebum nach dem "Verlies der Seelen" zu fragen macht er sich schnell auf den Weg nach Vroengard um den Felsen von Kuthian zu suchen in der Hoffnung darin eine Waffe gegen Galbatorix zu finden. Ich denke jedoch dass jedem Leser klar war, dass er dort Eldunari finden würde ab dem Moment in dem er von deren Existenz erfahren hatte.
Auf Vroengard wird dann noch auf beinahe lächerliche Art und Weise Radioaktivität in Verbindung mit der Umwandlung von Masse in Energie (E=mc²) und die damit einhergehenden Mutationen eingeführt. Hier beweist Paolini jedoch viel Fantasie und Einfallsreichtum.
Die nachfolgende Handlung ist wieder recht vorhersehbar. Nach viel Überlegen schafft es Eragon das Verlies zu öffnen und bekommt Hilfe von den Eldunari und findet noch Dracheneier.
Gemeinsam mit den alten Drachen stellt er sich schließlich Galbatorix.
Die sehr nüchtern geschliderte letzte Schlacht nimmt den gewohnten und erwarteten Verlauf.
Nachdem Eragon und seine Gefährten einige Fallen in Galbatorix' Palast überwunden haben, kommt es zur finalen Konfrontation.
Es stellt sich herraus dass Galbatorix den Wahren Namen der alten Sprache herausgefunden hat und somit die Magie selbst kontrollieren kann. Murtagh kennt ihn jedoch auch und verwendet ihn gegen Galbatorix, nachdem ihn Eragon in einem Schwertkampf besiegt und somit dessen wahren Namen geändert hat sodass es frei von Galbatorix ist. Eragon lässt ihn daraufhin all den Schmerz fühlen, den er hervorgerufen hat, sodass sich Galbatorix schließlich selbst das Leben nimmt indem er seinen Körper (E=mc²) in Energie umwandelt.
Die nächsten 100(!) Seiten gehören für mich zu den schlechtesten der ganzen Reihe. Es folgt eine Reihe von Einzelszenen in denen Eragon die Welt in Ordnung bringt. Mal hier etwas aufbauen, mal da Frieden stiften, mal dort eine Königin krönen. Hundert Seiten ohne echte Handlung sind zu viel!
Der Drachenreiter Orden soll neu aufgebaut werden, Zwerge und Urgals treten dem Zauber bei (Dem wohl komliziertesten Zauber der jemals gewirkt wurde, aber mit dem "Namen aller Namen" ist das ja wohl ein Kinderspiel und geht in drei Seiten) und Eragon veranstaltet mit den Urgals eine art Olympischen Spiele um den Frieden zu wahren. Am Ende ist alles gut, aber Eragon muss trotzdem Alagaësia verlassen (Ob weil er tatsächlich muss oder Herr Paolini seine Prophezeiung aus Teil eins erfüllen will sei mal dahingestellt...) und die Beziehung zwischen Arya und findet ein seltsames Ende, wenngleich ich es nicht so schlecht finde wie manch anderer Rezensent.

Insgesamt fand ich das Buch stellenweise zu langatmig und unglaubwürdig (vorallem Roran) dennoch hat es gute Unterhaltung geboten. Das Ende hat jedoch sehr aufgesetzt gewirkt und Paolini hat sich auch geweigert irgendeine Hauptfigur sterben zu lassen was einfach unrealistisch wirkt, wenn dieser riesige Krieg ohne Opfer, die nicht nur in Zahlen ("über Hundert Mann") oder Propotionen ("fast die Hälfte") ausgedrückt werden endet. Hunderte Soldaten fallen aber Roran hat natürlich die geniale Idee, die im letzten Moment doch noch alle rettet auch wenn ein Hüne in "Hexenkönig von Angmar" Manier auf ihn los geht.

Ich hätte mehr von dieser Reihe erwartet. In diesem Buch gab es zu viel Schlacht und wirre Philosophie und zu wenig Handlung.


Artemis Fowl and the Last Guardian
Artemis Fowl and the Last Guardian
von Eoin Colfer
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,81

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut, aber kein würdiger Abschluss, 20. August 2012
Nachdem ich vom 7. Teil der Artemis Fowl Serie (Der Atlantis Komplex) enttäuscht wurde, habe ich dennoch gespannt auf den Nachfolger gewartet. Da dies nun der letzte Band der Serie, die ich seit dem ersten Buch mitverfolgt habe, sein sollte, waren meine Erwartungen dem entsprechend hoch. Andererseits hatte ich die Befürchtung, dass sich der meiner Meinung nach absteigende Trend der Serie seit Band 5 weiterführen würde.

Nun aber zum Buch (Achtung, Spoiler):
Das Buch startet auf einem sehr hohen Niveau. Die Szene, in der Dr. Argon Artemis untersucht ist wirklich gut gelungen. Hier merkt man den teilweise bösen Humor der Serie wieder.
Doch kurz darauf hat meine Begeisterung einen kleinen Dämpfer bekommen. Opal Koboi (seit Teil 4 eigenlich meine Lieblingsfigur) kehrt zurück - auf die unglaubwürdigste Weise, die ich je gesehen habe. Zugegeben, Colfers Interpretation des Zeitparadoxons hat etwas, wie so oft bricht er mit den klassischen Versionen und bringt neue Ideen ein, allerdings kommt diese etwas wirr rüber und wirkt alles in allem konstruiert um den Fluchtversuch glücken zu lassen. Wo bei der ganzen Sache die schwarze Magie ins Spiel kommt ist mir immernoch schleierhaft. Das dabei die junge Koboi ums Leben kommen muss, finde ich mehr als schade, ich hatte mich wirklich auf zwei Kobois gleichzeitig als Gegner gefreut, was für Artemis wirklich eine Herausforderung gewesen wäre. Mir sei außerdem die Bemerkung gestattet, dass bei Umwandlung von Materie in Energie sehr schnell Energien im Megatonnen TNT Bereich entstehen, bei der Vernichtung sämtlicher Koboi Technologie wäre der Schaden also sehr viel größer anzunehmen... Davon soll man sich jedoch nicht stören lassen.
Von diesem seltsamen Anfang geht es in einen sehr starken Mittelteil, der bis auf ein paar Kleinigkeiten sehr schön zu lesen ist und viel Spaß bereitet. Der Kampf in Fowl Manor gestaltet sich actionreich und humorvoll, wobei ersteres letzterem deutlich überwiegt. Dennoch hat mir dieser Teil am besten gefallen.
(Achtung, massive Spoiler)
Auch das Ende hat vielversprechend angefangen. Der Plan von Artemis war wie immer genial, als Artemis sich am Ende des vorletzten Kapitels geopfert hat, dachte ich "WOW! Eoin Colfer hat tatsächlich den Mut, seine Hauptfigur sterben zu lassen." Obwohl dieses Ende einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hätte, hätte ich es dem tatsächlichen Ende vorgezogen. Artemis gibt Holly vor seinem Ableben noch verschlüsselt den Auftrag ihn von Foaly klonen zu lassen. Durch seine Willenskraft und die Tatsache, dass er nur ein kleines Bisschen Elf ist, gelingt es Artemis' Geist in Fowl Manor zu verharren, um schließlich den bekanntermaßen seelenlosen Klon mit Leben zu erfüllen. Dieses Ende hat für mich einen weitaus bittereren Nachgeschmack als der Tod des Protagonisten, vorallem da Artemis im Verlauf der sechs Monate von seinem Tod bis zu seiner Wiedererweckung sein Gedächtnis verliert und Colfer das Buch enden lässt, indem er Holly, als sie Artemis erzählen möchte wie sie sich kennengelernt und angefreundet haben, die ersten Sätze aus Artemis Fowl 1 zitieren lässt.

Eoin Colfer hat es wieder geschafft ein wirklich unterhaltsames Buch zu schreiben, an dem viele ihre Freude haben werden, doch schafft er es wieder nicht auf das Niveau der ersten vier Teile. Angefangen mit interdimensionalen Reisen in Teil 5, über die Extraktion magischer Fähigkeiten und Zeitreisen in Teil 6, Robotern und Runenmagie in Teil 7 bis hin zu Geistern, schwarzer Magie und Wiederauferstehungen im aktuellen Band übertreibt es Colfer etwas mit neuen Ideen. Er hat vier Bände lang mit der Technik und der Magie der Unterirdischen grandiose Geschichten erzählt, die immernoch ihresgleichen suchen. Er hat uns gezeigt, dass er es besser kann.

Abschließend kann man sagen, dass das Buch über weite Teile hinweg wirklich sehr gut gelungen ist, am Ende jedoch stark nachlässt. Als Abschluss einer großartigen Reihe wie Artemis Fowl enttäscht es jedoch. Auch wenn in meiner obigen Beschreibung mehr negatives als positives steht würde ich das Buch als ganzes immernoch als "gut" bezeichnen. Müsste es sich nicht mit seinen Vorgängern messen, wäre die Rezension wahrscheinlich viel besser ausgefallen.


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