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Hilfreiche Bewertungen: 16

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Rezensionen verfasst von
Lars Jacobsen
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Ghost
Ghost
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Die CD für die Insel..., 13. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ghost (Audio CD)
Es ist viel über das Studio-Soloprojekt Ben Coopers "Ghost" unter dem Bandnamen Radical Face geschrieben worden. Ich habe nur Superlative im Sinn und Wort, wenn ich mich über dieses Album äußere: es ist von wunderbaren musikalischen Melodien und Ideen getragen, phantasiereich instrumentiert und bietet keine Ausfälle. Natürlich alles Geschmacksfragen und sicherlich ist das Album eher verträumt melancholisch im besten Sinne, aber für mich die CD für die einsame Insel. Und an der Größe Ben Coopers als Songwriter ist nicht zu zweifeln. Anspiel-Tipp: "Haunted".


Gurre-Lieder
Gurre-Lieder
Preis: EUR 30,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echtes Juwel ..., 23. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Gurre-Lieder (Audio CD)
Schönbergs Monumentalwerk "Gurrelieder" ist aufgrund seiner mehr als üppigen Besetzungserfordernisse ein selten aufgeführtes Werk:
keine andere Partitur weißt neben dem stark besetzten Streicherapparat ein derart gigantisches Aufgebot an Bläsergruppen und Schlagwerk auf. Hinzu kommen 5 Vokalsolisten, 1 Erzähler(in), 3 vierstimmige Männerchöre und 1 achstimmiger gemischter Chor.
Inhaltlich greift das Werk die mittelalterliche dänische Sage um den König Valdemar, seiner heimlichen Liebe zur schönen Tove und die Eifersucht der Königin bis zur Ermordung ihrer Rivalin auf, die der dänische Dichter Jens Peter Jacobsen in Verse faßte.

Schönberg hat seine Deutung und Komposition als dreiteiliges Oratorium konzipiert:
Im ersten Teil besingen in 9 Liedern Waldemar und Tove ihre Liebe, ein orchestrales Zwischenspiel kündet neben dem Klagegesang der Waldtaube von Toves Tod.
Der zweite Teil umfaßt neben einem Vorspiel die Klage Waldemars über den Tod seiner Geliebten, bis im dritten Teil kurzgefaßt Waldemar seine toten Mannen zur wilden Jagd durch Wälder und um die Burg Gurre ruft und toben läßt, bis zum Morgengrauen und der Erlösung durch Dämmerung und Morgenwinde.
Soweit ein grober Überblick, wobei Schönberg gewiß nicht in seiner Deutung des romantischen Stoffes reine Gigantomanie eines aufgeplusterten Orchesters im Sinne hatte. Vielmehr überrascht die kammermusikalische Struktur in weiten Gewändern.
Die Disographie ist nicht gerade üppig und umfaßt neben wenigen Studioproduktionen auch Livemitschnitte.
Auch hier hat die Firma Teldec Aufführungen einer Serie aus der Semperoper Dresden vom August 1995 zu einem Mitschnitt zusammengefaßt.
Und es kann versichert werden:

Das Ergebnis stellt diese Alternative in die erste Reihe. Zunächst ist man äußerst positiv von der Klangqualität der Aufnahme überrascht. Es ist den Tontechnikern geglückt, die Weite und die einzelnen Strukturen, Orchester, Chöre und Solisten wirklich transparent, unmittelbar "saftig" und natürlich einzufangen.
Musikalisch stellt sich Dirigent Sinopoli als Glücksfall dar. Er beweißt wieder einmal ein Talent, romantische Partituren zu durchleuchten und so zu sezieren, daß Themen und orchestrale Feinheiten dynamisch reich gegliedert leuchten können. Dabei wird er unterstützt von der schlicht berauschend schön spielenden Staatskapelle Dresden, zu Recht eines der internationalen Spitzenorchester, wie man wieder einmal zur Kenntnis nehmen darf. Seine Tempi sind- und dies ist hier durchaus positiv zu verstehen- eher breit und sich entfaltend angelegt und haben einen nachhaltig imposanten Duktus.

Die Solistenriege bietet einen enormen Vorzug im Vergleich zu den erhältlichen Alternativen- sie hat keine Ausfälle oder Einschränkungen.
Thomas Moser singt hier den Waldemar schön timbriert, lyrisch grundiert auch bei den heldischen Ausbrüchen und in den enorm schwierigen Höhenattacken sehr souverän.
Deborah Voigt als Tove hat zum Zeitpunkt der Aufnahme einen entscheidenden Vorteil: sie manövriert ihren üppigen, rund und warm leuchtenden Sopran stets siegreich durch die Orchesterwogen und unterstreicht nachhaltig ihre Karriere als führender jugendlich dramatischer Sopran unserer Tage.
Jennifer Larmore brilliert in der Partie der Waldtaube mit frischem, stets rund gebildetem und substanzreichen Mezzo.
Die Partien des Bauern mit Bernd Weikl und des Narren mit Kenneth Riegel liegen in bewährten, sicheren und vorzüglichen Kehlen.
In der Rolle des Tonhöhen notiert deklamierenden Sprechers gestaltet Klaus Maria Brandauer spannend.
Die Chorvereinigung aus Staatsopernchor der Semperoper, Chor des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig sind renommierte erstklassige Vokalensemble, unterstützt durch den Prager Männerchor. Insgesamt ein in jeder Stimmgruppe äußerst schön und perfekt intonierender Klangkörper.
Eine sehr schöne Aufnahme, dringend zu empfehlen und wirklich erste Wahl für dieses beeindruckende Werk !!!


Kantaten
Kantaten
Wird angeboten von japazon
Preis: EUR 32,83

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend gut gelungen..., 21. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Kantaten (Audio CD)
Als wirklich gut gelungen und einnehmend muß man als aufmerksamer Hörer das Ergebnis dieser Einspielung der bekannten Bach-Kantaten bezeichnen. Das liegt vor allem an der Begleitung der versierten Sopranistin Nancy Argenta durch das der historischen Aufführungspraxis verpflichteten Kammerorchesters "Ensemble Sonnerie" unter der Leitung der offenkundig kompetenten Monica Huggett.
Das Ensemble musiziert detailliert um schlichten, schlackenlosen Ton bemüht, durchgängig klangschön und sauber intonierend und auffällig liebevoll in der Ausführung.
Die in diesem Metier bewährte Nancy Argenta schmeichelt dem Ohr mit ihrem schlanken, silbrigem Sopran. Klar und auf sicherer Technik basierend singt sie die Kantaten engelshaft und rein im Ausdruck und beglückt auch mit flüssigen Koloraturen in der lebhaft im Tempo genommenen Kantate BWV 51.
Eine schöne Einspielung, die sicherlich berechtigt viele Hörer erfreuen wird...


Scenes from Tristan und Isolde
Scenes from Tristan und Isolde
Preis: EUR 11,87

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kultiviert..., 20. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Scenes from Tristan und Isolde (Audio CD)
In den Rezensionen zu Aufnahmen von Opern Wagners werden oftmals die beteiligten Sänger/innen den Vergleichen mit historischen Größen unterzogen. Der Sinnlosigkeit dieser Vorgänge möchte ich mich nicht anschließen, wohin soll das auch führen. Das fleißige kleine Label "Oehms Classics" bemüht sich, Künstler zu dokumentieren, die es aufzuzeichnen lohnt und die eine Beachtung verdienen, wenn noch nicht geschehen.
So auch die gestandenen Sänger Linda Watson und Robert Dean Smith.
Leider nur in Auszügen zu hören aus "Tristan und Isolde" wird dem Hörer eines klar: es singen ( zum Zeitpunkt der Aufnahme ) ein Sopran und Tenor, die mit gesunden, intakten Stimmen differenziert und kultiviert musizieren und mit absoluter Berechtigung in diesem Fach dazu.
Das Lob gebührt vor allem Robert Dean Smith, der lyrisch grundierte Heldentenor ist klangschön und technisch sehr sicher durchgebildet. Seine Tristan-Interpretation ist nuanciert und hat die nötige Stamina.
Linda Watson ist der ehemalige Mezzo sehr angenehm anzuhören, die Stimme schwingt bruchlos auch in den erforderlichen dramatischen Attacken mit strahlkräftigen Höhen. Beide Sänger bemühen sich miteinander um eine Deutung ihrer Partien und werden von dem untadeligem Slovak Radio Symphony Orchestra unter der kompetenten Stabführung von Ivan Anguélov engagiert begleitet.
Wer sich mit "Auszügen aus" anfreunden kann und den Klang gut geführter Stimmen aus dem Nachwuchsarseal der Wagnerschmiede zu schätzen weiß, hat mit dieser Aufnahme sicher viel Freude.


Liederkreis / Kerner Lieder
Liederkreis / Kerner Lieder
Preis: EUR 9,45

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie selten..., 20. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Liederkreis / Kerner Lieder (Audio CD)
Wie selten begegnet man einer Aufnahme, welche der Vollkommenheit so nahe kommt, dass man wirklich beinahe demütig gestimmt wird. Dieses kleine Wunder gelingt der Sopranistin Margaret Price, kongenial begleitet vom bewährten und kenntnisreichen Pianisten Graham Johnson, in ihrer Deutung der bekannten Schumann-Liederzyklen op.39 und 35.
Natürlich ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man die in der Discographie oftmals eingespielten und von bedeutenden Sänger/innen portraitierten Zyklen lieber von einer weiblichen oder männlichen Stimme hören möchte. Hier ist das Ergebnis der sorgfältigen Einstudierung berührend und nimmt gefangen.
Margaret Price, zum Zeitpunkt der Aufnahme 50 Jahre alt, trifft in jenem seltenen Verhältnis von Gestaltung und Natürlichkeit den scheinbar richtigen Ton für diese wehmütigen Lieder. Die Stimme verströmt sich völlig kontrolliert mit ihrem sehr eigenen instrumental- silbrig gerundetem, leuchtenden Ton. Stets präzis artikuliert, ohne Manierismen, schlicht und ergreifend die Ausdeutung der miteinander musizierenden Künstler. Man hat als Hörer beinahe das Gefühl, Zeuge eines intimen Dialoges zu sein und das berührt zutiefst.
Ich halte diese Aufnahme- zudem in der Tontechnik hervorragend und liebevoll eingefangen- für eines der wichtigsten Recitals in der Liedaufzeichnung. Die Besondere - und jedem gerne und wärmstens empfohlen !


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