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Rezensionen verfasst von
Andreas (Baden Württemberg)

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Hol dich mit dem Moped ab (Version von Alleen Maar Shoenen Aan)
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Preis: EUR 1,29

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der neu Star am Mopedhimmel!, 20. Februar 2014
....ich kann meinen Vorrednern recht geben *hicks*, es funktioniert alles so *hicks*, wie ihr es sacht *hicks*. Hab alle *hicks* Vorschläge zusamengeschüttet *hicks* und probiert! *hicks* Sacht ma *hicks* steht bei Euch *hicks* auch ein rosa Eelefant *hicks* auf dem Klo *hicks* und brüllt ständig.....*hicks* ......


Lmo
Lmo
Preis: EUR 14,29

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Lingua Mortis Orchestra tanzt auf einem Drahtseil über den Grand Canyon!, 12. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Lmo (Audio CD)
Mit LMO vom Lingua Mortis Orchestra feat. Rage erlebe ich in diesem Jahr die zweite Sternstunde im Bezug auf symphonische Rockklänge. Den Protagonisten um Peavy Wagner, Victor Smolski, Andre Hilgers, Dana Harnge und Jeannette Marchewka ist eine Glanzleistung gelungen, die dem Projekt - Uralbum in nichts nachstehen wird. Damit tummeln sich neben dem Erstlingswerk „Lingua Mortis“ aus dem Jahr 1996, dem „Mystery of Time“ Album von Tobias Sammet und dem nun veröffentlichten „LMO“ gleich drei Alben an der Spitze meiner „Symphonic meets …“ Hitliste. An diesen werden sich die Experimente anderer Musiker nach meinem Ermessen vergleichen lassen müssen.

Natürlich ist dieses subjektiv! Bestimmt will ich hier andere Musiker und Musikrichtungen, die sich an ähnlichen Experimenten versucht haben, nicht abwerten wollen. Auch hier finden sich Musiker und Bands, die es für mich recht ordentlich über die Bühne gebracht haben. Zu ihnen gehören Udo Lindenberg, Within Temptation, Tina Dico, Scorpions, Amy McDonald, Doro und einige mehr. Im Endeffekt geben meine Zeilen nur an, wie solche musikalische Spielereien auf mich wirken und auf was ich bei einer Kooperation mit einem Orchester großen Wert lege. Das darf bei Ihnen gern ein wenig anders aussehen!

„LMO“ wartet in meiner gekauften Version mit zwei Bonussongs, zwei Konzertmitschnitten und einer größeren Autogrammkarte mit allen Unterschriften auf. Dabei werde ich mich hier nur um das eigentliche Lingua Mortis Album kümmern und dieses bewerten. Die zwei Konzerte auf der beiliegenden DVD werde ich zu einem anderen Zeitpunkt gesondert behandeln. Durch die Abtrennung des Lingua Mortis Projekts von der Stammband Rage wurde dem Projekt ein neuer Spielraum ermöglicht. Victor Smolski, der musikalische Leiter des Projekts, hat sich diesbezüglich in einem Interview geäußert und es damit erklären wollen, dass ein Musikfreund der Band Rage nicht gleich ein Musikfreund des Lingua Mortis Projekts ist und umgekehrt. Dieses ist nicht einmal von der Hand zu weisen, denn ich habe auch nur die Veröffentlichung des LMO Projekts. Das 2013ner Album beschäftigt sich mit einer Geschichte zur Hexenverbrennung aus dem Frankfurter Raum im 16. Jahrhundert. Im Web oder auf dem Album können Sie sich diese selbst erschließen.

* Das Zusammenspiel von Orchester und Rockband

Dieses ist Phänomenal! Trotz rauer und düster Metalstruckturen habe ich nicht den Eindruck, dass das Orchester darunter leidet. Wobei man auch aufschreiben sollte, dass neben dem ORQESTRA BARCELONA FILHARMONICA auch das INSPECTOR SYMPHONY ORCHESTRA aus Minsk seinen Teil dazu beigetragen hat, um diesem Album seinen Stempel aufdrücken zu können.

Beide Orchester können sich über das gesamte Album mit Präsenz auszeichnen. Die Gradwanderung zwischen der klassischen und der Metal Welt ist mehr als gelungen. Genau an diesem Punkt hat sich bis heute bei mir die Spreu vom Weizen getrennt! Einen solchen Weg zu wählen, ist wie ein Tanz auf einem dünnen Drahtseil über dem Grand Canyon. In diesem Fall sind alle 100 Musiker lebend an die andere Seite gelangt und können sich nun die Lorbeeren für ihren Mut bei mir abholen.

Eines wird gerade hier aber auch sehr deutlich, was vielleicht sogar ein wenig zum Erfolgsgarant zu werden scheint: Bei einem Aufeinandertreffen von zwei solchen starken Individuen sollten sich die Musiker mit dem anderen Fach auskennen, oder sich so auf die Gegenseite zu bewegen, dass ein respektvolles Miteinander beim Zuhörer zu spüren ist.

* Die Songs

Diese werden seit 2013 nun explizit für das Projekt neu geschrieben. Der Bogen zwischen harten Riffs und theatralischen Streicheleinheiten wird regelrecht zelebriert und eröffnet dem Projekt ungeahnte Möglichkeiten. Schon bei „LMO“ merkt man förmlich, dass Victor Smolski nun eine Spielwiese gefunden haben sollte, auf der er seine musikalische Kreativität und Übertreibung austoben kann. Dieses schreit schon jetzt nach mehr, auch wenn die Richtungen, in die sich die Protagonisten bewegen, vielleicht nicht immer bei mir ankommen werden. Das sollte aber für den Großteil der Lingua Mortis Freunde kein Problem darstellen. Tolleranz gegenüber dem Geschmack des Anderen wird ein zentrales Merkmal des neuen Lingua Mortis Konzepts darstellen.

Das 2013ner Album bewegt sich vom Power Metal über Hard Rock bis zu massentauglichen Balladen, die Seitens der Profis der Musikfachwelt mit musicalähnlichen Zügen umschrieben werden. Bei letzterem möchte ich mich nicht aus dem Fenster hängen, da ich dort als glorreicher Unwissender null Ahnung habe! Ich denke aber, man schreibt hier über die Ballade „Lament“, die als Duett zwischen Jeannette Marchewka und Peavy Wagner durch Pianoklänge mit Orchesteruntermahlung irgendwo auch seine Freunde finden wird. Für meine geübten Projektohren ist dieses sehr ungewohnt, wenn auch interessant! So habe ich Peavy bisher noch nicht gehört und der Soundteppich ist von der Melodie her wunderschön. Ein wenig Theatralik stört mich bestimmt nicht, trotzdem tropft mir bei der Nummer zu viel Pomade aus Peavy‘s Matte. Ähnlich gestaltet sich die Wirkung der zweiten echten Ballade „Afterglow“. Ich bin halt schwer für solche Gefühlsduseleien zu gewinnen, wobei hier der Song durch die fabelhaften Gitarrenklänge aufgewertet wird.

Dafür glänzen bei mir die wirklichen Kracher auf dem Album. Mit „Cleansed By Fire“; „ Scapegoat“ und „The Devils Bridge“ hat man einen Mörderblock am Start, der mich zu Jubelstürmen hinreisen kann. Allein schon bei der 10minüigen „Cleansed By Fire“ - Nummer bekommt man unwiderruflich den neuen Weg vom Lingua Mortis Orchestra präsentiert. Dieser bündelt alte Tugenden mit neuen Smolski/Wagner Spielereien, die dem Projekt sehr gut tun. Sei es die grutalen Experimente bei „ Scapegoat“, der Einsatz von Dana Harnge (Sopranistin), der Diplom Musik Pädagogin (mit Musical Erfahrung) Jeannette Marchewka oder dem Ex - Metallium Hennig Basse. Irgendwie haben die Protagonisten bei mir so ziemlich alles richtig gemacht und meinen Geschmack überwiegend getroffen.

Selbst als das Album von seinen düsteren und zeitweise sehr metallischen Wellenbrechern der Anfangsphase sich in seichte und beschauliche Gewässer flüchtet, verliert das Album keinesfalls seine faszinierende Spannung. So bin ich von „ Witches’ Judge“ und „Eye For An Eye“ genau so schwer beeindruckt! Was ich mir persönlich gewünscht hätte, wären mehr von solchen instrumentalen Übergängen wie „Oremus“, die einem zwischen den Songs Zeit geben, sich von der einen in die andere Dimension rüber zu retten. Das ist aber eher meine geschmackliche Orientierung!

* Mein Fazit:

Das Album ist nicht an meinen hochgesteckten Erwartungen zerbrochen. Auch wenn es sich Stilvergleiche mit Nightwish und dem Trans Siberian Orchestra gefallen lassen muss, so kann es doch recht gut auf eigenen Füßen stehen. Durch die zusammenhängenden Tracks kann es als Metal - Sinfonie sogar mit einem Alleinstellungsmerkmal aufwarten. Das Loslösen von der Rage Band bringt für mich Vorteile, die bei diesem Album schon spürbar umgesetzt worden sind. So konnten sich Victor Smolski und Peavy Wagner freier entfalten und musikalisch verwirklichen, was für folgende Alben hilfreich sein dürfte. Es ist zu hoffen, dass dieses Projekt nun nicht zur Massenproduktion getrieben wird.

Zumindest sind wir mit dem Lingua Mortis und dem Avantasia Projekt in der Welt sehr gut aufgestellt und sollten dieses mit breiter Brust und erhobenen Haupt so darstellen. Auch unser Mutterschiff Old Germany hat musikalisch etwas zu bieten, worum uns sicherlich einige Musikfachleute aus anderen Ländern ein wenig beneiden…


If the River Was Whiskey
If the River Was Whiskey
Preis: EUR 17,99

4.0 von 5 Sternen Die Spin Doctors sollten öfters im Whiskey baden…, 15. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: If the River Was Whiskey (Audio CD)
Ehrlich gesagt kannte ich bis auf den Namen Spin Doctors eigentlich recht wenig von dieser New Yorker Combo. Sie ist mir in diesen Tagen nur durch Werbung eines Blueslabel aus Thüringen unter gekommen. Somit konnte ich auch nicht den Welthit „Tow Princes“ aus dem Hut ziehen. Man möge mir dieses verzeihen! Ein kurzes Anhören brachte zumindes den Schon - Mal - Gehört Effekt bei mir.Was mir als richtig Interessant erschien, war die Albumbeschreibung seitens der Verkaufsportale. So sollen die Spin Doctors schnurstracks auf dem Weg zu ihren Anfängen zurückgekehrt sein, der rein gar nichts mit dem zu tun haben sollte, was ich mir über zahlreiche Videoportale vorab anschauen konnte.

Genau das bringt es auf den Punkt, wenn auch in sehr untertriebener Form. Die Spin Doctors hauen mit dem Album „If the River was Whiskey“ richtig einen raus. Dieses kann ich mit Sicherheit auch schreiben, weil ich nicht zum eingefahrenen Fanlager der Doctors zu zählen bin. So kann ich mich frei von jeder voreingenommen Strömung diesem Album nähern. Nach dem ersten Durchhören frage ich mich, warum sie dieses nicht schon viel früher gemacht haben! Waren da vielleicht andere Mächte im Spiel? Es wäre nicht die erste Band, die sich nach einem Mega Erfolg jahrelang von gewissen Zwängen befreien muss, um wieder auf den soliden Pfad ihres eigenen Ich zurück zu finden.

Das Album verbreitet eine grandiose Atmosphäre, auch wenn mit „Ben’s Looking Out the Window Blues“ ein Song enthalten ist, der bei mir nur ein gewisses „…so lala!“ ernten kann. Trotzdem finde ich das Album gelungen! Es wird sehr oft durch seine rhythmische Schwermut gekennzeichnet. So räumen „Some Other Man Instead“, „Sweetest Portion“ und „So Bad“ bei mir die höchstmögliche Punktzahl ab. Sie entwickeln sich in meinen Boxen, als ob ein alter und behäbiger Tanzbär übers Parkett zum Tresen einer verrauchten Bar hatscht und sich einen Drink (ohne den kleinsten Hauch einer emotionalen Regung) gönnt. Das ist großartiger Blues, den ich als Nobody in diesem Genre, jedem genau so abkaufen würde.

Mit „Scotch and Water Blues“ findet man sogar noch ein wenig eine Steigerung zu den angesprochenen Top Songs. Dass „Scotch and Water Blues“ sich in diese Riege einordnen kann, ist natürlich die logische Konsequenz! Das besondere ist die bewegende E - Gitarrenführung, die diesem Song ein wundervolles Gesicht geben kann. Hier ist ein Meister seines Fachs am Werk gewesen! Da brauche ich die alten Kamellen der letzten Jahre ganz bestimmt nicht. Wobei ich gestehen muss, dass auch alle andern Songs des Album von genau diesem Attribut leben, auch wenn zahlreiche Songs ein wenig mehr funkiger und rockiger daherkommen.

Das Album entwickelt sich in seiner Gesamtheit! Hier zeigt es eine ungewöhnliche Stärke, die durch seine Einfachheit in seiner musikalischen Umsetzung brilliert. Rezeptfrei kann man sich mit diesem Album ein klein wenig Wellness für die Ohren holen, sofern man sich dem Genre Blues nicht ganz verschließen mag. Wenn es wirklich am Badezusatz im Fluss gelegen haben sollte, dann ist zu hoffen, dass nicht wieder Jahre vergehen, bis die Doctors einmal den Drang empfinden, sich so ins kühle Nass zu stürzen….


Besser Wird's Nicht
Besser Wird's Nicht
Preis: EUR 12,79

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser wird‘s nicht, Herr Fendrich!, 4. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Besser Wird's Nicht (Audio CD)
Falls Sie hier nun überrascht darüber sind, dass in meinen Alben Rezensionen ein solcher Name wie Reinhard Fendrich auftaucht, den kann ich beruhigen! Ich hab neben Rockopern und diversen Metal Projekten auch nichts gegen Musik einzuwenden, die in meiner Muttersprache sich verbreiten kann. Neben Grönemeyer, Karat, Silly, Lindenberg, Maffay und Julia Neigel, um nur einmal einige zu nennen, kann sich nun auch ein gewisser Herr Fendrich ein Bienchen an sein Jackett heften. Mit seinem Album BESSER WIRDS NICHT hat er mich davon überzeugt, dass auch so ein Album in meinen vier Wänden sich gut machen würde.

In welche Schublade Sie dabei den österreichischen Liedermacher nun stecken möchten, überlasse ich Ihnen. Für meinen Teil kann ich nur behaupten, dass ich mit dem Fendrich bis zu diesem Album wenig zu tun hatte. Ich bin auf diesen Austropop Veteran über ein Interview im Fernsehen gekommen, was ich als sehr interessant empfunden habe. Die Anmerkungen des Moderator über die sehr kritischen Themen, die Fendrich auf diesem Album behandeln soll, ließen mich aufhorchen und machten mich ein wenig neugierig. Natürlich habe ich mir weiter Informationen über das neueste Werk im Web beschafft. Hilfreich waren hier einige Videos von einem privaten österreichischen Fernsehsender, der vor einiger Zeit eine Albumpräsentation sich gegönnt hat.

Damit konnte ich für meinen Teil zumindest eines ausschließen. Mit der heilen Welt des deutschen Schlager hat dieses Album recht wenig zu tun. Nach dem ersten Durchhören hänge ich mich sogar so weit aus dem Fenster, dass die Schublade "Deutscher Schlager" für dieses Album beruhigt geschlossen bleiben darf. Für diese Kategorie ist das Fendrich Album BESSER WIRDS NICHT zu sperrig und kritisch. Zumindest habe ich, wenn es um die besagte Richtung geht, immer das Klischee der heilen und unsagbar schönen Welt im Hintersinn, die permanent durch die rosarote Brille betrachtet wird.

Auch musikalisch lebt das Album von seiner vielfallt. Fendrich nutzt Country, Acoustic, Swing, Big Band Sound, kleine symphonische Streicheleinheiten und vielleicht sogar ein wenig Reggae und mischt dieses unkonventionell zusammen. So erhält er ganz eigenwillige und markante Songstrukturen, die sich in die Seele einbrennen und die den gewissen Songs die nötige Unterstützung geben, um gehört zu werden. Der Rest ist geschmackliche Orientierung jedes Einzelnen.

Wirklich beeindruckend finde ich die Texte, die zum einen durch seinen österreichischen Dialekt, zum anderen durch die Inhalte leben. Hier spürt man förmlich, dass der Fendrich im hier und heute bodenständig und scharfsinnig die aktuellen Themen der Leute auf der Straße aufgreift und daraus seine Lieder macht. Das zeigt wie geerdet der Typ zu sein scheint! Es ist selten, dass ich so viel gesellschaftskritische Thematik auf einem einzigen Album zu hören bekommen habe. „Freunde und Propheten“ würde ich hier vergleichshalber nennen!

Fendrich legt den Finger bewusst und gekonnt in die Wunde. Sei es das Höher, Schneller und Weiter in allen gesellschaftlichen Zwängen, sei es das sinn- und barrierefreie Fernsehprogramm oder sei es das skrupellose und scheinheilige Verhalten einiger weniger. Fendrich ist bei weitem kein Nörgler, wie er in deutschen Geschichtsbüchern mittlerweile stehen dürfte! Vielmehr hält er der aktuellen österreichischen Gesellschaft den Spiegel vor! So bekommt das vermeintlich starke Geschlecht genau so sein Fett weg, wenn auch mit einem großen Augenzwinkern. Ich glaub genau diese Mischung ist es, die dieses Album für mich so interessant machen kann. Nachdenkliche Momente wechseln sich mit Momenten ab, bei denen man sich schmunzelnd wiedererkennen kann.

So spielen sich "Schön schoppen", "Wenn Männer verletzt sind", "Wie Gott im Werbespott", "Doku Soap" und "Zwa Schlapf’n und a Sonnenbrü’n" in meine Favoritenliste des Albums. Ganz besonders möchte ich "Die, die wandern" und "Hinter verschlossenen Türen" hervorheben, die mich durch ihre Kraft und nachdenklichen Momente sehr beeindrucken konnten…


Within Temptation - Q Sessions
Within Temptation - Q Sessions
Preis: EUR 19,30

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Radiohits aus dem Blickwinkel von Within Temptation...., 15. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Within Temptation - Q Sessions (Audio CD)
Within Temptation feierte im letzten Jahr ihr 15jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums strahlt der belgische Radiosender Qmusic eine 15 wöchige Serie aus, in dem WITHIN TEMPTATION jede Woche einen bekannten Radiosong in eine eigenen Nummer umwandeln musste. Ob hier die Songs von der Band ausgesucht oder von dem Radiosender vorgegeben wurde, ist über das Web leider nicht ganz nachzuvollziehen. Zumindest ist bekannt, dass der Radiosender, der einen Ableger in den Niederlanden besitzt, mit dieser Idee an die Band herangetreten ist. Ansich finde ich solche Aktionen recht in Ordnung, da Within Temptation beweisen kann, wie sie ihre Musik nach 15 Jahren leben, wie sie sie selbst empfinden und was aus ihrer eigenen Sichtweise wichtig genug ist, um dieses in die verschiedenen Songs hinein zu interpretieren. Ich glaub ein ödes "Best off…" Geschrammel hätte nicht so eine Wirkung erzielt, wie diese Aktion. Zumindest hat es doch einige so bewegt, dass sich Within Temptation entschloss, 11 der 15 Songs auf einem Silberling der Nachwelt für immer zu erhalten.

Veröffentlicht wurden diese Songs unter dem Namen "The Qmusic Session" in Belgien und den Niederlanden. Dort stiegt dieses Album in die Top 10 der jeweiligen Ländercharts ein. Ein Kommentar in einem sozialen Netzwerk seitens der Band machte mich auf dieses Experiment aufmerksam, was nun auch bei mir ein zu Hause gefunden hat.

Eines muss man beim Hören des Album immer ein wenig im Hinterkopf behalten - Within Temptation hat Songs gewählt (oder aufgedrückt bekommen), um sie zu ihren eigenen Songs zu machen. So sollte dieses Album doch eher mit der Within Temptation Brille bertrachtet werden. Within Temptation ist bei mir keine unbekannte Formel! Die "Black Symphony" oder die Comic Story "The Unforgiving" sind mir bis heute in guter Erinnerung geblieben. Within Temptation setzen musikalisch Akzente mit Symphonic Rock/Gothic/Metal und haben mit ihrem Comic Projekt 2011 ihren musikalischen Horizont um das Genre purer Rock erweitert. Genau dieses sollte man in den 11 veröffentlichten Songs nun auch wiederfinden!

Das ist die Vorgabe und diese wurde aus meinem Blickwinkel erfüllt, auch wenn mich nicht alle Songs begeistern. Das liegt aber sicher daran, dass ich die überwiegende Anzahl der Songs, nimmt man einmal "Summertime Sadness"; "Behind blue Eyes"; "Apologize" oder "The Power of Love" aus dem Rennen, nicht im Original kenne, weil ich mich in diesen Musikrichtungen nicht heimisch fühle. Schon hier hätte mich Within Temptation mächtig aufs Glatteis führen und die Songs als eigene Produktionen verkaufen können, ohne dass ich daran gezweifelt hätte! (*lach*) Das spricht, glaub ich zumindest, schon einmal für die Umsetzung und die Ideen, die die Band in die Songs eingearbeitet hat. Trotzdem kann ich bei sieben der Elf Songs mit ruhigem Gewissen behaupten, dass diese mir überdurchschnittlich gut gefallen. Zu ihnen gehören: "Grenade"; "Let her go"; "Summertime Sadness"; "Crazy"; "Don‘t you worry Child"; "Behind blue Eyes" und "Apologize". Diese können sich bei mir in den Vordergrund spielen und meine volle Punktzahl abräumen.

Within Temptation bringen mit diesen Songs musikalisch einen Querschnitt der zurückliegenden 15jährigen Schaffensperiode zu Gehör. Überwiegend werden die Songs im soliden und rockigen "The Unforgiving" - Style aufgearbeitet und phasenweise mit bekannten Elementen aus der Symphonic Gothic Phase veredelt. So werden die Balladen "Let her go" und "Crazy" zu wunderschönen Symphonic Rock Nummern umgearbeitet. "Grenade", "Summertime Sadness" und "Don‘t you worry Child" stehen dem in den Rockvariationen in nichts nach. Auch auf den elfenhaften Gesang braucht man bei einigen Songs nicht zu verzichten.

Der Oberhammer stellt für mich "Behind blue Eyes", im Original von The Who, dar. Mutig wird dieser Song durch ein Piano in der ruhigen Anfangsphase schon fast ein wenig in die Popecke gestellt, um dann in seinen Rockphasen mörderisch zu explodieren. Da haben Within Temptation den berühmten Vogel abgeschossen und lehnen sich damit an die weltweit bekannte Coverversion von Limp Biszkit an, ohne diese zu kopieren.

Als Fazit kann man Within Temptation zugestehen, dass ihre letzten 15 Jahre in den Songs zu erkennen sind, auch wenn es geschmacksabhänig ist, ob einem die einzelnen Songs zusagen. Für Musikfreunde von Experimenten und Within Temptation Fans sollte dieses Album eine Bereicherung sein. Ob dieses auch auf die Fans der gecoverten Künstler zutrifft, vermag ich so nicht einzuschätzen! Den Weg, ein Jubiläum so zu begehen, finde ich nicht einmal schlecht und gibt der Band (in einer hoffentlich noch lange währenden Geschichte) die Möglichkeit, sich in einigen Jahrzehnten nicht all zu oft selbst wiederholt zu haben….


The Mystery of Time (Limited Edition Earbook)
The Mystery of Time (Limited Edition Earbook)

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Mystery of Time ist keine Zeitverschwendung, 7. April 2013
Gefühlte 200 Jahre ist es her, dass Tobias Sammet wieder einmal eine Geschichte in die Musiklandschaft gesetzt hat. Dieses war aber dann doch im Jahr 2001. In seiner Metal Opera lässt er den Novizen Gabriel Laymann an dem Sinn der Kirche im Jahr 1602 zweifeln und auf einer geheimnisvollen Reise die Welt von Avantasia finden. 12 Jahre später ist es endlich wieder soweit, auch wenn Tobias Sammet in der Zwischenzeit in Sachen Avantasia nicht ganz untätig gewesen ist. Die Folge Alben von der Metal Opera verfolgten ein loses Konzept ohne eine wirkliche Geschichte zu erzählen. Dafür lädt er sich zahlreiche Ikonen des Hard Rock und Heavy Metal ein, um diese Geschichte am Leben zu halten.

2013 dürfen sich die Freunde von Metal Opern und All Star Projekten wieder mit einer Geschichte auseinander setzten, die sie erneut in die Welt aus AVAlon und FaNTASIA führen wird. Tobias Sammet scheint nun endgültig sein Königreich gefunden, indem jeder, der es für sich selbst möchte, seinen eigenen Platz finden und selbsterklärtes Mitglied im Universum Avantasia werden darf. Einem Universum, dass es in der Wirklichkeit nie geben und in der Seele jedes einzelnen Musikfreund erschaffen wird. Um so größer diese Gemeinschaft ist, um so länger wird diese Welt aus Noten, Notenlinien und Notenschlüsseln existieren.

The Mystery of Time - so heißt das neuerliche Werk von Avantasia, bei dem der englische Wissenschaftler Aron Blackwell auf eine mystische Reise im 18 Jahrhundert entsendet wird, um die Geheimnisse der Zeit zu entschlüsseln. Dabei nimmt Tobias Sammet alle gelungenen Vorzüge der Vorgänger Alben zusammen und entwickelt die Ideen weiter. So entsteht mit The Mystery of Time eine Mischung aus All Star Projekt und Metal Oper, der man sich erschließen kann, aber nicht zwingend muss! Sammet trennt Geschichte und Songs eindeutig, so dass ein einfaches Hören der Musik gewahrt bleibt. Es gibt The Mystery of Time in verschiedenen Auflagen. Ich besitze sie in der Earbook - Version.

Das Earbook enthält, neben der aktuellen CD mit zwei Bonussongs, auch die Instrumentalversion von The Mystery of Time, in der man die musikalische Leistung des Zusammenspiel von Metal Band und Orchester gesondert nachempfinden kann. Allein dass ist es Wert, diese Sonderausgabe sich zu zulegen. Desweiteren wird in diesem graphisch sehr schön umgesetzten Buch, neben der Geschichte von Aron Blackwell, auch die gesamte Musikgeschichte von Avantasia erzählt. Ein Interview mit dem Mastermind gibt es oben drauf. Einzigster Kritikpunkt wäre für mich die doch teilweise schwer zu entziffernde Handschriftart als Begleittext zu den einzelnen Songs. Hier gibt es sicher leichter lesbare Schreibschriftarten. Das macht es einem wie mir, der sich mit seinem bescheidenen Schulenglisch hinsetzt und die Dinger mühsam übersetzt, leichter.

Musikalisch gelingt Tobias Sammet bei mir der große Wurf mit dem Album. Im Vorfeld wurde über das beste Avanatsia - Album gesprochen. Durch den Einsatz vom Deutschen Filmorchester Babelsberg und der Wirkung von einigen Songs auf dem Album ist dieses nachvollziehbar. Für meine Begriffe hat sich der Einsatz vom Orchester bezahlt gemacht. Spectres, Black Orchid, What‘s left of me und The great Mystery zeugen davon. Diese gehören zu meinen Favoriten auf dem Album. Aber auch die Freunde vom Melodic Rock/Metal, dem klassischen Heavy Metal oder Bombast Rock kommen bei diesem Album auf ihre Kosten. Ich erspare mir hier an dieser Stelle aber über jeden einzelnen Song zu schreiben. Auffällig ist neben den gelungenen Orchester - Arrangement und einigen wunderschönen Gitarrensoli auch der Einsatz von einem kleinen Backgroundchor, der einige Songs bei mir in den Vordergrund spielen kann. Dadurch klingen diese bei mir wie bis zum Ende gedacht und setzten den Songs noch die Krone auf.

Tobias Sammet und alle Musiker, die an diesem Projekt beteiligt gewesen sind, erfüllen überwiegend meine hochgesteckten Anforderungen an die neue Metal Oper, für die ich gern eine Kaufempfehlung ausspreche…


Liszt & Live Auf Der Wartburg
Liszt & Live Auf Der Wartburg
Preis: EUR 21,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jean Jacques Kravetz mit Liszt und Tücke auf der Wartburg, 19. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Liszt & Live Auf Der Wartburg (Audio CD)
Dieser Musiker ist den meisten weniger durch seinen Namen bekannt, dafür kennen aber viele seine Kompositionen. Es ist einer der Momente in dem man sich ehrfürchtig vor Leuten verneigen möchte, die einigen aus der Szene zu sehr viel Ruhm verholfen haben. Jean Jacques Kravetz ist einer von diesen. Seit mehr als 40 Jahren macht er in der Musik von sich reden, ohne dass man diesen französisch stämmigen Keyboarder wirklich wahr nimmt. Ohne ihre bekannteren Pendants nennen zu wollen, hat er mit seinen Kompositionen dafür gesorgt, dass eine Menge Songs von ihm bekannt geworden sind. Zu ihnen gehören: „Bis ans Ende der Welt“, „Seid willkommen in Berlin“, „Diese Sucht die Leben heißt“, „Tiefer“, „Alter Mann“, „Eiszeit“, „Dead Bird on the Beach“, „The First Step“, „How the Gipsy was born“ und viele andere.

Seit 2008 macht sich Jean Jacques Kravetz für die musikalische Förderung von jungen mittellosen Talenten stark und gründet die Musikstiftung ENTRÉE. Für diese finden in regelmäßigen Abständen Benefiz Konzerte statt. Dafür gewinnt Kravetz regelmäßig alte Weggefährten und Freunde, die mit ihm gemeinsam diese Konzerte bestreiten. So auch in diesem vorliegenden Fall. Seit Oktober liegt ein Konzertmitschnitt unter dem Namen „Liszt & Live auf der Wartburg“ im Handel bereit.

Das Album beginnt mit einer gehörigen Portion Klassik, wo ich zugeben muss, dass ich hier absoluter Volldepp bin, was dieses Genre angeht. Mit Sicherheit bin ich offen für eine gewisse Spielerei oder Experimente zwischen Rock, Pop und einem symphonischen Orchester. Wenn es aber um reine Klassik geht, so stehe ich wie die Kuh vorm Tore. Die altherkömmlichen Songs von einem Altmeister wie Franz Liszt ist sehr interessant für mich zu hören, ob diese Songs aber gut interpretiert wurden, wage ich mit meinen bescheidenen Mitteln nicht zu behaupten oder gar zu bewerten. Das überlasse ich lieber den Profis!

Dafür verfalle ich aber nach der klassischen Eröffnung in eine ca. 30 minütige Verzückung der Extraklasse. „Let it rain“, „Dead Bird on the Beach“, „Sieben Brücken“ und „Star - Crossed“ kommen als wundervolle Akustik Gitarren Nummern perfekt zur Geltung und verbreiten eine gediegene Atmosphäre der Sonderklasse. „Dead Bird on the Beach“ scheint Pascal irgendwie richtig auf den Leib geschneidert zu sein, auch wenn der Song schon Jahre auf dem Buckel hat. Bisher kannte ich diesen von Pascal Kravetz nur als Full Contact Rock Version auf dem „Jubile“ Album und der Live Tour eines bekannten deutschen Musikers. Sogar die „Sieben Brücken“ kommen in dieser Form brillant rüber, auch wenn die Originalversion von Herbert Dreilich bei mir nie überboten werden wird. Das öffentliche Statement von Jean Jacques Kravetz, dass dieses die bisher schönste Coverversion sei, würde ich nach meinem Empfinden genau so unterschreiben. Gut gemacht! Auch wenn „Lemon Tree“ nicht in diesem Akustik Set platziert ist, würde ich diesen Song als sehr gelungen hier mit reinschreiben wollen.

Das man dann das Rockgenre nicht ganz außer Acht lassen möchte, liegt auf der Hand. Hat sich doch Jean Jacques Kravetz gerade hier verdient gemacht. „Life“, „Bad Case of Lovin You“ , „Radar Love“ und „How the Gipsy was Born“ bringen den Rock in die altherwürdigen Räume der geschichtsträchtigen Burganlage, wenn auch mit spürbar angezogener Handbremse. Trotzdem erreichen die Protagonisten sicher das andere Ufer ohne zwischendurch abzusaufen.

Ich empfinde die Aufnahme sowohl in der Umsetzung, die, wenn man sich mit dem Booklet beschäftigt, scheinbar nicht ganz freiwillig so zustande kam, als auch in der Qualität der Aufzeichnung als sehr gelungen. Manchmal benötigt es vielleicht gerade solche Umstände, um ein Musikerlebnis der Spitzenklasse festzuhalten. „Liszt & Live auf der Wartburg“ gehört für mich mit Sicherheit dazu…


Dom
Dom
Preis: EUR 6,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der goldenen Reiter im Reich der Seele, 27. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Dom (Audio CD)
Joachim Witt ist eine Legende der Neuen Deutschen Welle. Der goldene Reiter hat ihn deutschlandweit bekannt gemacht. Ob dieser Song, wie bei vielen Musikern ähnlich, Segen oder Fluch für seinen weiteren musikalischen Weg bedeuten sollte, kann nur Joachim selbst erklären. Zumindest ist dieser Song aus den 80ern mittlerweile genau so weit von der Musik Joachim Witts entfernt, wie das Jahr 2012 von jener glorreichen Zeit der Musikgeschichte, die noch heute als besonderes Zeitalter zurecht verehrt wird.

Dabei bietet Joachim eine interessante persönliche Musikgeschichte, die mich ein wenig faszinieren kann. Wenn man sich den Weg von Joachim anschaut, dann landet man nicht nur in der Neuen Deutschen Welle, sondern kann sich auch zielgerichtet in der alternativen Musikszene bewegen, die jeglichen übertrieben Sinn für materielle Musik verloren haben mag. Das dieses nicht ganz unerfolgreich sein muss sollten solche Ausflüge wie Bayreuth 1, Bayreuth 2 und Eisenherz, die sich in Richtung NEUER DEUTSCHER HÄRTE orientieren und ihren bekanntesten Song DIE FLUT (eine Gemeinschaftsproduktion mit Peter Heppner) hervorbringt.

Eines sollten die ewig Gestrigen einmal begreifen:

Der goldene Reiter ist solide auf seinem musikalischen Pfad unterwegs, um mit dem Mut eines Krieger ein Königreich zu erobern, Blut und Tränen zu vergießen und um ohne Leichtsinn dem Licht im Ozean folgend schwere Beben zu überstehen. Er ist gegangen, um nie wieder zurück zu kommen, trotzdem wird Joachim auch in Zukunft nie untergehen. So oder so ähnlich stellt sich mir das 2012er Album DOM von Joachim Witt vor, was mich zu dieser kleinen Wortspielerei verleitet, indem ich die einzelnen Songs zu einem großen Ganzen verschachtelt habe und so eine vielleicht mystische Botschaft, die sich mir beim Hören des Album eröffnen konnte, sichtbar wird. Diese sehr eigenwillige Interpretation meinerseits sollte vielleicht für viel Diskussionstoff sorgen, zeigt aber, dass die geschmacklichen Blüten eines jeden recht eigensinnige Empfindungen hervorbringen kann.

Der golden Reiter ist reif geworden, um genau diese Art der Musik zu leben. Tiefgang und Seelenschwere mit deutschen Texten - das kennzeichnet DOM. Witt singt von Abschied, Schmerz, Verlangen, Schuld, Selbstfindung, Aufstehen und nach vorne gehen in einer bindenden und faszinierenden Form der Wortwindung, dass es mir den Atem raubt und mich in seinen Bann zieht. DOM ist eines der Alben, die mich alles andere um mich herum vergessen lässt. Ich gebe mich dieser außergewöhnlichen Melancholie bereitwillig hin und lasse mich von einer wunderschönen und greifbaren Atmosphäre gefangen nehmen, die durch ihre Melodien zu einem spannenden Universum der dunklen Emotionen verbunden wird.

Der Einstieg in das Album gelingt spielend. Gloria öffnet das Tor zu einer unsagbaren musikalischen Welt des eigenen Unterbewusstseins, in dem man die nächsten 51 Minuten sich frei bewegen darf. Dabei ist GLORIA musikalisch die erfolgreichste Nummer meines Geschmacks. Es verbindet einen mystischen Soundteppich mit einem einfachen und gängigen Drumgefüge und einer gedrückt klingenden Stimmlage. Grandios umgesetzt! Witt lässt jeden Raum, um seine eigenen Gedanken in die Songs zu interpretieren und die Songs so zu ganz eigenen Gebilde werden zu lassen. Spätestens bei JETZT GEH kann ich in diese Richtung assoziieren. Wenn man von einem Gang singt durch den man zu den Massen gelangt, dann bin ich sehr schnell bei meiner Lieblingssportart Fußball, die dieses allwöchentlich zum Erlebnis werden lässt, auch wenn es seitens Joachim Witt nie in dieser Richtung gemeint war.TRÄNEN ist eine der Nummer des Album, die mich durch ihren Inhalt und ihrer leicht klassische Interpretation sehr beeindrucken. Hier finde ich die Art der Wortführung sehr gekonnt. So etwas in dieser Art beschreiben zu können zeugt von ganz großer Qualität. KÖNIGREICH steht diesem Song in nichts nach und beschreibt ein wenig (in meinen Augen) eine unpersönliche Welt der einsamen Datenkommunikation, in die wir uns flüchten, um unser ganz persönliches Empfinden nach Glück und Zufriedenheit zu finden. BEBEN und UNTERGEHEN profitieren hingegen vom Hin und Her der Stimmen von Joachim Witt und seiner Gesangspartnerinnen. Gerade die weiblichen und leicht elfenhaft klingenden Stimmen bringen einen unendlichen Schub in die Songs. LICHT IM OZEAN wird durch seinen drum orientierten Pop mit klavierlastiger und symphonischer Begleitung zu einer sehr schönen Hoffnungsummer.

DOM ist aus meiner Sicht ein sehr ausgereiftes und gelungenes Werk. Einen vielbeschrieben Vergleich zu den Songs vom Graf und Unheilig kann ich aber nicht erkennen. Alle Songs heben sich deutlich von der Musik von Unheilig ab. Sie sind vielleicht in selben musikalischen Kategorien einzuordnen, sind aber von Grund auf zu unterschiedlich, um diesem Vergleich stand zu halten. Joachim Witt geht mit DOM sicherlich auf eine Reise mit melancholischer Tiefe, bleibt aber dem NDH und den schlagerhaften Balladen sehr weit fern und kann so ein eigenes musikalisches Königreich bauen, was mir sehr zugesagt hat...


Girls With Guitars-Live
Girls With Guitars-Live
Preis: EUR 22,54

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Blues Caravan für Zuhause...., 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Girls With Guitars-Live (Audio CD)
Girls with Guitars ist ein erfolgreiches Ruf Records Projekt, welches im Jahr 2012 in dieser Form ein weiteres Jahr über die Bühne der ganzen Welt sich verbreiten kann. Dabei ist das eigentliche Projekt von Ruf Records schon viel länger aktiv unterwegs. Unter dem Namen "Blues Caravan" schickt die thüringische Plattenfirma junge Bluesmusiker auf die Bretter der Welt, um sich einen Namen machen zu können. 2011 war das Aufeinandertreffen von Dani Wilde, Samantha Fish und Cassie Taylor so erfolgreich, dass es im Jahr darauf eine Fortsetzung in leicht veränderter Form geben sollte. Neben Wilde und Fish stand nun Victoria Smith auf der Bühne.

Im letzten Jahr konnte ich mich selbst von der Klasse dieser Live Performance im Ulmer Zelt überzeugen und war von der jungen und rotzigen Art den Blues zu interpretieren sehr beeindruckt. Als Blues Newbie konnte ich mich mit der Live Präsentation so sehr gut anfreunden und bin noch heute davon richtig angetan. Auch wenn das Projekt in diesem Jahr für mich Live nicht erreichbar schien, so kann ich mir die perfekte Live Musik per CD / DVD nun in meine vier Wände holen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die 2012er Ausgabe bringt das Flair dieser Zusammensetzung in gleicher und gekonnter Art und Weise aus den Boxen meiner Anlage, wie das Erlebte beim Ulmer Zelt Festival. Auch mit dieser Besetzung beweisen die drei Mädels, die von Drummer Denis Palatin begleitet wurden, dass gut gemachter Blues kein Privileg von ergrauten Eminenzen sein muss. Jung, frisch und unverbraucht - das sind Attribute, die auf diese Aufnahme zutreffen, ohne ständig das Alter der Mädels in den Vordergrund rücken zu müssen.

Der Audio Mitschnitt des Gigs ist von hervorragender Qualität und stellt die Musik absolut in den Vordergrund. Das Publikum ist nur als Randerscheinung zwischen den Tracks oder ganz leise im Hintergrund wahrnehmbar, was ich als sehr angenehm empfinde. So kann man die Musik in vollen Zügen genießen, ohne dass man auf ein gewisses Live - Feeling verzichten muss. Dabei greift man Tief in die Blues Caravan Kiste und holt von authentischen Old School Blues bis zum fetzigen Blues Rock alles aus Ärmel, was einer blues orientierten Zuhörerschar gefallen sollte. Der Einstieg in das Live Album gelingt spielend mit dem Stones Cover „Bitch“, einer rockigen Nummer die schon auf dem 2011er „Girls with Guitars“ Album erschien, setzt sich mit Songs aus der Feder von Samatha Smith und Dani Wilde fort, die einige ihrer Songs von den Alben "Runaway" und "Juice me up" spielen. Besonders stechen die Nummern "I put spell on you", "Money to burn" , "Don‘t make me cry", "Juice me up" und "Mississippi Kisses" heraus, die einmal mehr beweisen, dass Blues irgendwie Live am besten funktioniert.

Der visuelle Konzertmitschnitt überzeugt durch seine exzellente Kameraführung. Auch wenn das Konzert an einigen Stellen geschnitten wurde, besticht die DVD durch ihre einzigartige Klasse, die Musik und Konzertempfinden harmonisch vereint. Dabei werden nicht nur die beteiligten Akteure ins rechte Licht auf der Matscheibe gerückt. Zeitweise kann man den Mädels gehörig auf die Finger schauen, was vor allen für die spannend sein sollte, die selbst zur Klampfe greifen. Mit einer veränderten Tracklist zur CD kann man nun die „Girls with Guitars“ und dem Drummer auf der Bühne erleben und sich in ihrer Musik gefangen nehmen lassen. „Bitch" ist nun zwar nicht mehr im Programm, dafür bekommt man aber den Kravitz Song „Are You gonna go my Way" um die Ohren gebballert, der eingängig die nächsten 60 Minuten einläutet. Neben der genialen musikalischen Darbietung funktionieren für mich verständlicherweise vor allen die Girls als optisches Highlight. Da ich fast alle schon ein Jahr zuvor Live in Ulm erleben konnte, ist die DVD genau das richtige, um an solche schönen Events erinnert zu werden.

Wer die Chance hat, diese Formation irgendwo in seiner Gegend noch Live zu erleben, den kann ich es nur empfehlen. Allen lege ich aber diese CD / DVD ans Herz und Sie werden eine perfekte musikalische Performance zwischen Rock, Blues und Soul der Extraklasse erleben...


Elemental Journey
Elemental Journey
Preis: EUR 19,99

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine elementare Reise an den Mississippi, 1. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Elemental Journey (Audio CD)
Irgendwas muss der Amerikaner Sonny Landreth mit seiner Gitarre anstellen, um mich irgendwie immer wieder für sich zu begeistern, ohne dass ich ihm permanent an den Fersen klebe. Beeindruckt scheint er mich aber schon irgendwie richtig zu haben. Sobald es Berichte über Bluesmusik und den Mississippi gibt, kommt mir dieser Name in den Sinn. Es ist eine der Geschichten, die ich irgendwie nicht erklären kann! Das macht für mich aber den Sinn von Musik aus. Ich brauche nicht alle Alben von einem Musiker. Wer sich bei mir einmal in den Vordergrund gespielt hat, den begleite ich musikalisch weiter, auch wenn die nächsten Alben vielleicht nicht so meine Kragenweite sind und sie sie bei mir nicht den gewünschten Effekt bei Vorhören im Handel erzielen konnten.

Empfohlen wurde mir Sonny von einem bekannten deutschen Musiker, der einen von Sonnys Liedern auf einer seiner Schallplatten veröffentlichte und ihn auch auf der dazugehörigen Tournee durch Deutschland auf die Bühne schleppte. Es handelt sich um keinen geringeren als Peter Maffay, der Ende der 90er des letzten Jahrtausends ein Side Project mit dem Namen BEGEGNUNGEN ins Leben hiefte. Dieses Projekt gehört für mich zu den schönsten Ausflügen, die Peter Maffay abseits seiner eigentlichen deutschsprachigen Musik bisher gemacht hat. Nichts gegen Tabaluga oder die Wandlung innerhalb der Musik von Peter Maffay, bei der mir die Deutschrock - Alben von 1992 bis 2000 am Besten gefallen, aber mit Begegnungen hat Peter Maffay und sein Team etwas rausgehauen, was mich nachhaltig beeindrucken konnte und von dem ich heute noch zehren kann. Danke an Maffay und sein Gefolge einmal dafür!

ELEMENTAL JOURNEY heißt das neueste Werk von Sonny Landreth - das für mich eine wirkliche elementare Reise auch darstellt. Handelt es sich doch bei dieser Scheibe um ein rein instrumentales Album. Sonny gönnt sich mit seinem 11. Studioalbum ein musikalisches Experiment, bei dem er ausschließlich die Musik sprechen lässt. Dafür holt er sich Gastmusiker an seine Seite, die sich auf dieses Abenteuer einlassen und die Geschichte bereichern. Zu ihnen gehören Joe Satriani, Eric Johnson und Robert Greenidge. Damit ist ELEMENTAL JOURNEY nach FROM THE REACH das zweite Studioalbum, was Sonny bei mir platzieren konnte.

11 Songs beherbergt das 2012er Album was einen treffenderen Namen nicht hätte bekommen können. Das Album stellt eine elementare Reise durch Sonnys musikalische Welt dar und gibt diese in eindrucksvoller Art und Weise wieder, die mir persönlich sehr gefallen kann, auch wenn Sonny kein Wort darauf verliert. Trotzdem ist es ein typisches Slide Guitar Album geblieben, bei dem man den Stil, den Sonny von seiner Heimat Louisiana in die Welt hinaus trägt, 100%ig wieder erkennen kann. Es sind typische Songs, die man ähnlich auch als musikalische Untermalung auf FROM THE REACH wiederfinden kann. Angereichert werden sie durch musikalische Feinheiten wie Streichersequenzen (For you and Forever, Wonderide) oder der Song Forgotten Story, der ein wenig karibische Spielereien enthält. Zumindest würde ich es in die Region schieben. Ich hoff, ich liege damit nicht verkehrt. Sicher ist aber, dass Forgotten Story zu meinen Lieblingsliedern gehört!

Auch einen echten Landreth Song findet man ohne Stimme. Besonders Gaia Tribe, Passionola, Lettin Go, Reckless Beauty oder Elemental Journey zeugen davon. Hier würde ich den Cajun Musik Stil, der aus Frankreich an den Mississippi gelangen konnte und in seiner Urform mit Fiddles, Cajun Spoons (Löffeln), Tit-fer und Triangel gespielt wird, mit Sonnys Gitarrenspiel in Verbindung bringen. Das ist eine Form des Blues, die mir gefallen kann. Sonny hat die Umsetzung des Cajun Musik Stil auf seiner Gitarre überregional bekannt gemacht. Dabei wird er nicht nur in Musikerkreisen geschätzt.

Es ist ein unverwechselbares musikalisches Empfinden, was einen im Geiste auf eine große Reise an einen weit entfernten Fluss bringt, der schon so viel Musikgeschichte geschrieben haben mag. Jazz, Rock und die Bluesmusik haben ihre Spuren entlang des amerikanischen Stroms gelegt, oder was verbinden Sie in der Musik mit Memphis, New Orleans oder Louisiana? Es ist ein Album, was bei mir als Einheit funktioniert. Ein Sommerabend auf Balkonien, Whiskey oder Rotwein im Glas und ELEMTAL JOURNEY aus der Musikbox. So schön kann eine musikalische Weltreise sein, auch wenn sie nur bei mir Zuhause stattfindet. Musik macht halt alles möglich...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 4, 2012 7:37 AM MEST


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