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Rezensionen verfasst von
Guido Neugebauer (Hannover, Deutschland)
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Tomb Raider - [Xbox 360]
Tomb Raider - [Xbox 360]
Wird angeboten von maximus2014
Preis: EUR 28,60

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lara Croft in neuem Gewand, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Tomb Raider - [Xbox 360] (Videospiel)
Ende 1996 starrte die Zockergemeinde gebannt auf den frisch 3D-beschleunigten Röhrenmonitor und verfolgte die Abenteuer einer kantigen Archäologin (in unserer Phantasie war sie wohlgerundet), die auf den Spuren von Indiana Jones wandelte. Höhlensysteme wollten durchklettert, alte Tempel erforscht und fiese Fallensysteme umgangen werden. Das Genre der 3rd Person Adventures feierte seinen ersten großen Megablockbuster. Es folgten diverse Sequels, Prequels, Remakes, Filme und eine gigantische Merchandising-Industrie, die der Protagonistin eine Omnipräsenz in allen Medien und in den Köpfen vieler Nicht-Gamer bescherte. In den letzten vier Jahren ist es ruhig geworden um die umtriebige englische Adlige, die Serie war einfach ausgequetscht. Andere Kandidaten eroberten das bereitete Terrain und machten viele Dinge einfach besser als die klassische Tomb Raider-Serie. Allen voran Sonys Vorzeige Abenteurer Nathan Drake, der in seiner Uncharted-Trilogie auf der PS3 Frau Croft ganz weit hinter sich ließ. Jetzt schickt sich Crystal Dynamics an das Urgestein des 3rd Person Adventures neu zu beleben und interpretiert die bekannte Serie komplett neu. Meine Damen und Herren, das neue Tomb Raider.

Die vorgegebene Marschrichtung war klar: das aktuelle Publikum musste neu für Tomb Raider begeistert werden. Viele hatten noch nie einen Titel der Serie gespielt, andere waren durch Uncharted so verwöhnt, dass sie die letzten Abenteuer von Ms. Croft eher belächelten. Um diesen Spagat hinzubekommen warf man den Großteil der alten Spielelemente über Bord und fing quasi bei Null an. Größtes Element dürfte hier wohl die Spielstimmung sein. Diese wird durch eine spannende Story getragen. Ein Expeditionsteam unter der Leitung des abgehalfterten Archäologen James Whitman ist auf der Suche nach dem verschollenen Königreich Yamatai, dessen Königin angeblich durch geheimnisvolle Kräfte das Wetter kontrollieren konnte. Um dies auch standesgemäß zu dokumentieren hat man ein Kamerateam an Bord. Schließlich will Herr Whitman ja wieder Champagner schlürfen und nebenbei die Beziehung zu seiner Frau kitten. Dazu bedient er sich einer jungen Assistentin, die das eigentliche Hirn der Expedition ist, aber von ihm vollkommen ausgenutzt und untergebuttert wird. Und wer ist dieses arme Hasi? Genau, uns Lara gibt sich die Ehre. Allerdings nicht als waffenstarrende Überheldin sondern als etwas vorlaute junge Dame, die gerade ihre ersten Gehversuche in der Welt der Archäologie macht. Gemeinsam mit der Schiffscrew und weiteren Expeditionsteilnehmern ist man auf dem Weg ins Drachendreieck südlich von Japan. Wer hier an Bermuda-Dreieck denkt ist schon mal auf der richtigen Fährte. Kaum ist das Schiff in der Nähe kommt ein Sturm auf, der die Reise unplanmäßig beendet und die Besatzung an die Ufer einer Insel spült. Die Insel ist irgendwie seltsam, überall liegen Trümmer von Schiffen und Flugzeugen rum, die Bewohner entstammen einer Melange aus Sektiereren und psychotischen Killern und eine Flucht ist schon mal gar nicht drin. Das kommt euch bekannt vor? Ja, Crystal Dynamics haben sich im Setting massiv an J.J. Abrams Erfolgsserie Lost bedient und haben die Stimmung dermaßen gut eingefangen, dass die Grenzen zwischen den Medien im Kopf des Spielers schon mal gerne verwischen. Ausleuchtung, Struktur und musikalische Untermalung der einzelnen Gebiete sind so gewählt, dass durch die einzeln gewählten und wohl platzierten Schockeffekte der Spieler permanent unter Spannung gehalten wird. Das hat schon lange kein Spiel mehr in der Form geschafft. Lara selbst spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Laufe des Spiels entwickelt sie sich von der Gestrandeten zur Überlebenden. Diese Metamorphose wird elegant in die Spielmechanik eingewoben. Kann sie am Anfang nur klettern und springen (das Waffenarsenal aus früheren teilen ist passé und kehrt auch in dieser Vehemenz nicht zurück), so lernt sie Stück für Stück neue Fähigkeiten, erlangt neue Ausrüstung und bekommt dann auch irgendwann ihre erste Waffe. Diese ist dann aber nicht gleich eine Bleipuste sondern ein Bogen, der an dieser Stelle wenig mehr ist als ein biegsamer Stock mit einem Bindfaden als Sehne. Mit der Zeit kommen noch eine Kletteraxt, Seilbrücken und ähnliche Dinge dazu, die durch ihre Anwendung neue Levelteile öffnen oder vorher unnerreichbare Gebiete erfoschbar machen. Das Prinzip ist bekannt? Genau, neben Lost durfte auch Zelda Pate stehen in der Entwicklung. Und wo wir schon bei Paten sind: neben der Ausrüstung gibt es auch noch Fertigkeitspunkte und Baumaterialien, die es euch erlauben eure Überlebens- und Kampffähigkeiten bzw. eure Ausrüstung so zu verbessern, dass die folgende Inseltour etwas leichter zu meistern ist. Die beiden Batman-Spiele, in sich selbst schon eine große Zelda-Hommage, lassen schön grüßen. Diese langsame vervollständigung des Arsenals und die Fähigkeitenbäume geben dem Spieler genug Anreiz immer tiefer in diesen Serien-Reboot abzutauchen.

Neu ist auch die Spielumgebung. Anstelle von einzelnen Levels gibt es jetzt eine quasi offene Welt, die im Spielverlauf um immer weitere Lokationen erweitert wird. Das Besondere ist, dass alle Teile unterbrechungsfrei zu begehen sind. Keine Ladebildschirme, kein Bruch im Spielfluss. Dies fördert die eher düstere Grundstimmung ungemein. In den Levels selbst tummelt sich allerlei Flora und Fauna. Vom mit japanischen Elementen durchsetzten Waldtal, über steile Bergpfade und ein buddhistisch angehauchtes Bergdorf bis hin zu japanischen Tempeln, einer alten Militärbasis und einem königlichen Palast gibt es unzählige Lokationen, in den sich Hirsche, Hasen, Hühner, Ratten, Raben und Gott weiß was tummeln. Diese sind nicht nur reine Deko sondern dienen auch als Lieferant für Baumaterial und XP, nachdem man Ihnen ins Jenseits übergeholfen hat. So weit, so gut, so ungefährlilch. Neben dem Waldgetier tummeln sich aber auch noch Wölfe und die oben bereits kurz erwähnten Psychos auf der Insel, die uns allesamt ans dünne Leibchen wollen. Hier kommt das neue Kampfsystem zum Einsatz. Zwei Knöpfe festhalten und warten bis alle umgefallen sind funktioniert nicht mehr. Wie weiland Nathan Drake auf seinen drei Weltreisen mss nun auch Frau Croft in Deckung gehen, korrekt zielen und die anstürmenden Gegner himmeln. Dabei gibt es zumindest bei den menschlichen Antagonisten unterschiedliche Trefferzonen, die einen Gegner stark verlangsamen (Beintreffer), kurz aufhalten (Körpertreffer) oder sofort zu seinen Vorfahren schicken können (Kopftreffer). Erfrischend ist, dass die Gegner in der Regel nicht in Massen auf uns losstürmen. Minutenlange Feuergefechte, die einen guten Teil der Uncharted-Serie ausmachen, gibt es hier so gut wie gar nicht. Im Gegenteil, man wird für leises Vorgehen belohnt und schafft so auch größere Gegneransammlungen ohne großes Feuerwerk aus dem Weg. Falls es dann doch mal zur Schießerei kommt sind alle erwarteten Features dabei: Lara sucht selbständig Deckung, muss mit dem linken Trigger zuerst zielen (aus der Hüfte schießen geht nicht) und weicht auf Knopfdruck Angreifern im Nahkampf elegant aus bevor die Kletteraxt zur Schädelrasur eingesetzt wird. Insgesamt ist das Spiel aber wesentlich ruhiger als seine Vorgänger und die liebe Konkurrenz.

Action gibt es dennoch genug. Neben vereinzelt eingestreuten Schockmomenten durch plötzlich auftauchende Gegner gilt es in geskripteten Sequenzen fallenden Felsbrocken auszuweichen, einem abstürzenden Flugzeug aus dem Weg zu gehen oder einen hohen Sendemasten zu erklimmen. Diese Sequenzen wirken organisch in den Spielfluss integriert und sind nicht aufgesetzt. Einzig die Quicktime-Events, welche in den ersten zwei Stunden vermehrt eingesetzt werden, sind wohl unabdingbar und ein Fluch modernen Spieldesigns. Vielleicht liegt es aber auch an meiner fehlenden motorischen Koordination, dass ich immer erstmal sterbe bevor ich dann im zweiten Anlauf die geforderten Knöpfe im richtigen Timing erwische. Aber das ist hier Meckern auf hohem Niveau.

Neben Action-Sequenzen gibt es dann auch wieder die ruhigeren Passagen, in den Köpfchen gefragt ist. Wie bekommt man versperrte Türen auf? Was verbirgt sich hinter den Mechanismen der Rätsel-Gräber (Sonderbereiche, die für zusätzliche XP und Ausrüstung sorgen)? Wie zum Geier komme ich denn an diese Stelle der Karte? Und weil das Herumstromern auf der toll designten Insel nicht umsonst sein soll wurden allerlei Collectibles eingebaut. Vom Geocache über die bekannten Relikte bis zu Tagebuchseiten ist so einiges dabei, was den sammelwütigen Spieler bei Laune hält. Dadurch, dass einmal besuchte Kartenbereiche jederzeit wieder erreichbar sind kann man auch im späteren Spielverlauf noch einmal an bekannten Orten nach fehlenden Objekten suchen, die bislang nicht erreichbar waren. Unterstützungn erfährt man hier durch eine schöne Automap, die durch gefundene Schatzkarten die Verstecke diverse Sammelteile offenbaren.

Über die Story möchte ich gar nicht viele zusätzliche Worte verlieren, da sie einen großen Teil der beklemmenden Stimmung transportiert und zu viel Wissen hier eher schädlich wäre. Die im Einsatz befindliche Technik ist allerings durchaus erwähnenswert. Was hier grafisch und akustisch geboten wird ist allererste Sahne und dürfte in der aktuellen Konsolengeneration das maximal machbare darstellen. Gigantische Areale sind detailliert einsehbar, die meisten Texturen sind schön aufgelöst und Ruckler bzw. Tearing sind weit und breit nicht auszumachen (zumindest auf der hier gespielten 360-Version nicht). Einzig der Texturpuffer wird manchmal einen Tick zu spät gefüllt, so dass bei einigen Objekten die Detaillierung als wahrnehmbarer Sprung sichtbar ist. Lara zeigt mit der Zeit immer mehr Spuren Ihres Überlebenskampfes und auch die unterschiedlichen Wetterlagen (Regen, Schnee, Sturm, etc.) sind ansehbar inszeniert. In finsteren Höhlen flackert das Licht der Fackel schön auf den umgebenden Wänden und wirft vernünftige Schatten ohne diese ausgefransten Kanten, die man in anderen Spielen beobachten kann. Alles in allem bietet Tomb Raider einen Augenschmaus allererster Güte. Das Sounddesign ist ähnlich großartig und wird durch den teilweise sparsam eingesetzten Score noch aufgewertet. Dieser erinnert dabei stark an das schon erwähnte Lost und erzeugt Spannungsmomente ebenso bravurös wie die getriebene Untermalung von Action-Sequenzen.

Fazit:

Tomb Raider ist zurück und das nicht zaghaft sondern mit einem Knall. Uncharted hat endlich würdige Konkurrenz bekommen und die belebt ja bekannterweise das Geschäft. Neben Ni No Kuni ist Lara Crofts Reboot bislang das Highlight des Jahres 2013 und es dürfte schwer werden das Gesamtpaket zu toppen. Eventuell schafft es Naughty Dogs "The Last Of Us" eine ähnliche Qualität zu erreichen. Bis dahin regiert aber wieder die Königin des 3rd Person Adventures unangefochten über ihr kleines Reich. Fünf von Fünf Relikten für diese Spieleperle.


Most Beautiful Pain
Most Beautiful Pain
Preis: EUR 28,17

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Chamäleon ist gelandet, 19. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Most Beautiful Pain (Audio CD)
Mein Vorredner hat eigentlich schon alles wichtige zur Geschichte und momentanen Situation von Robby Valentine gesagt, auch wenn ich mit der Reduzierung von Queen-Zitaten nicht ganz übereinstimme. Es sind schon noch massig Anspielungen in Richtung der Königlichen vorhanden, gerade was Chor-Arrangements (z.B. I'm going under) oder den ein oder anderen Gitarrenpart angeht (z.B. Back to the future). Bewundernswert ist auf jeden Fall die Leistung, dass alle Instrumente bis auf die Drums von Valentine selbst gespielt werden, ein rares Können heutzutage.

Die gesamte CD ist ein sich ständig veränderndes und neues Gebilde, dass mit zwei Metal-Pop-Stücken beginnt und dann über ein punkig angehauchtes "I'm going under" und eine Rock-Hommage an Künstler wie Britney Spears & N'Sync übergeht in eine extrem gelungene Mischung aus symphonischem Rock, die die besten Elemente dieses Genres aus den letzten 30 Jahren unter einen Hut bringt. Mal vermischt mit 80er-Pop, mal die unten bereits erwähnten Queen-Zitate, mal eine schon fast progressiv anmutende Song-Struktur ("Supernova"). Alles in allem ist diese CD ein perfekt produziertes Erlebnis, dass ich jedem in Rock und Pop interessierten Hörer wärmstens empfehlen kann.

Nachtrag: Das Album ist, wie viele andere Melodic Rock-Granaten der letzten Jahre, auf dem italienischen "Frontiers Records"-Label erschienen, dass mit wenigen anderen die Fahne des guten Rocks hochhält. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Hafen noch weiter existiert und man sich dort dazu entschließt auch den Back-Katalog von Robby Valentine in Europa neu zu veröffentlichen. Das nächste Album ist auf jeden Fall schon fertig geschrieben und soll laut der Valentine-Homepage noch dieses Jahr erscheinen.


Reach
Reach
Preis: EUR 17,55

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zurück in eine andere Vergangenheit, 15. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Reach (Audio CD)
In einer Zeit, in der eine Jugend über den Planeten latscht, die gesellschaftliche Werte mit Füßen tritt und unverhohlen ein
Verhalten an den Tag legt, das schmeichelnd als Vor-Renaissance und realistisch als Cro-Magnon bezeichnet werden kann, während sie den auf MTV und Konsorten dargebotenen Götzen aus einem schwarzen Amerika huldigt gibt es immer noch Musik, die anders ist.
Dieser Tage erscheint das neue Survivor-Album "Reach". Frankie Sullivan, Jimi Jamison und Konsorten melden sich nach sieben Jahren Pause mit neuem kreativen Output zurück, der so gar nicht in das hippe Diktat des Musikfernsehens passen will. Auf zwölf Tracks zelebrieren Survivor die Tradition des Melodic Rock/AOR und blasen damit den Staub aus der Stereo-Anlage. Wer nach den vollmundigen Ankündigungen Frankie Sullivans ein neues "Vital Signs" oder "When seconds count" erwartet hat wird sicher enttäuscht die CD im Schrank verschwinden lassen. Der letzte Output "Empires" hat den Weg vorgegeben, den man nun konsequent weiter beschreitet. Die Keyboard-Teppiche von früher verweilen weiterhin im Hintergrund und Gitarren dominieren wuchtig jeden Song. Trotz allem setzt man nicht auf "übertriebene" Härte, sondern fügt alles stimmig zusammen. Eingängige und kraftvolle Melodien prägen weiterhin das Gesamtkonzept. Wo die Survivor der 80er noch wie harter Pop klangen (keine negative Kritik, "Vital Signs" ist immer noch eins meiner definitiven Lieblingsalben) ist die Wandlung zur gereiften Rock-Kombo deutlich spürbar. Auch scheint es, dass die Herren Musiker fleißig mitverfolgt haben, was die ehemalige Konkurrenz und auch ehemalige Bandkollegen von früher getrieben haben und pickten sich die besten Sachen raus. Manchmal hört man einen Jim Peterik, der vor mittlerweile 13 Jahren ausgestiegen ist und seitdem mit Pride of Lions und als Kreativlieferant in anderen Projekten Erfolge verbuchen konnte. Dann wiederum stellt sich dieses "das habe ich doch früher schonmal ähnlich gehört"-Gefühl ein. In Summe ist "Reach" aber ein Album, das definitiv Spaß macht und zu unterhalten weiß. Wer die AOR-Szene der 80er kennt, liebt, sich regelmäßig gerne erinnert und auch die neueren Werke der alten Größen schätzt wird bestimmt nicht enttäuscht werden.
Tracks:
1. Reach
Wie es sich für eine Melodic Rock-Scheibe gehört wird mit einem Rocker eröffnet, der auch locker von einem der beiden Pride of Lions-Alben stammen könnte. Jimi Jamison zeigt, dass seine Stimme immer noch rockt und treibt den Song damit an. In den 80ern wäre es erstklassiges Radio-Material gewesen.
2. Fire makes steel
Einer meiner Favoriten auf diesem Album. Das Tempo von "Reach" wird fortgeführt und es kommt noch eine Schippe Gitarren drauf. Der Refrain setzt sich sehr schnell im Kopf fest und der Fuß wippt mit. So muß Melodic Rock klingen.
3. Nevertheless
"Nevertheless" ist sowas von 80er, das geht nicht mehr. Nur nicht 80er-Survivor sondern Rick Springfield mit mehr Gitarren.
4. Seconds away
Zwei Gänge zurück, es folgt mit "Seconds away" ein Mid-Tempo-Song, der sich gefällig ins Ohr schmeichelt und am ehesten an die alten Erfolge aus früheren Zeiten erinnert.
5. One more change
Noch ein Gang zurück und wir sind bei der ersten Ballade. Ein Freund von mir sagte "Wer AOR mag muß Balladen mögen, sonst hat
er verloren." Stimmt irgendwie, aber in dem Bereich ist auch schon alles gesagt worden. Eine schönes Lied, aber nicht der musikalische Überknaller. Zum runterkommen vom starken Eröffnungsquartett aber geeignet.
6. Gimme the word
Genug der ruhigen Worte, es geht wieder aufwärts. Survivor haben mal kurz in das Whitesnake-Gesamtwerk geschielt und einen Mid-Tempo-Song zusammengebaut, der David Coverdale ein verschmitztes Lächeln auf das Gesicht zaubern dürfte. Heavy-Gitarren treiben das Stück behäbig an und der Refrain ist ein Duell zwischen Jimi und den Background-Sängern.
7. The Rhythm of your heart
Halbzeit, Balladenzeit. Diese kommt doch etwas gefälliger daher als "One more change", geht aber schon mehr in die Richtung, die uns auf "Empires" präsentiert wurde.
8. I don't
Unspektakulär ist das erste was mir zu diesem Song einfällt. Im Prinzip ist alles da, was da sein muß. Melodie, eine schrammelnde Akustik-Gitarre, die in der Mitte durch ein elektrisch gestütztes Solo überlagert wird, dahinplätschernde Vocals und eine Stimmung wie vor einem Gewitter auf einem Wüstenhighway, aber trotz allem will dieses Lied nicht haften bleiben. Vielleicht muß man es mehrmals hören, damit es sich in die Hirnwindungen frisst.
9. Half of my heart
Ballade Nummer drei kommt aus den Lautsprechern. Mein einziger Tiefpunkt in diesem Album. Das hab ich doch schonmal gehört, und nicht nur bei einem Künstler. Die ganzen Einzelteile des Songs sind gern genommenes Material für Herzschmerzergüsse rund
um den Globus. Da hätten es auch nur elf Songs auf dem Album getan. Schade.
10. Talkin' 'bout love
Raus aus dem Balladental gehts mit Nummer 10. Und auch hier fühle ich mich stark an Rick Springfield erinnert. Teile des Refrains könnten auch aus "I've done everything for you" stammen. Trotzdem drücken Survivor dem Titel ihren eigenen Stempel auf.
11. Don't give up
Aus den Lautsprechern rein ins Ohr. Einfach gestrickter Mid-Tempo-Song, der ohne Umwege den linken Fuß erreicht und das Mitwippzentrum stimuliert. Melodic Rock wie er sein soll.
12. Home
Der Rausschmeißer ist Ballade Nummer vier. Feuerzeuge raus, die Hände nach oben und langsam das Album ausgeschunkelt.
Alles in allem machen Survivor vieles richtig, was die Kollegen von Journey und Toto mit ihren Alben der letzten neun Monate übertrieben haben. Der Trend zur etwas kräftigeren Gangart im Gegensatz zu früher ist erkennbar, wird aber nicht mit aller Macht zelebriert. Auch wenn die Evolution seit "Empires" mehr kosmetischer Natur ist gefällt mir das Album als ganzes besser als die zuvor genannten hochgelobten Werke der Kollegen. Es geht bis auf den einen Absturz (9.) schnell ins Ohr und läuft ganz sicher nicht zum letzten Mal in meinem CD- oder MP3-Player.


Sensational
Sensational
Wird angeboten von gimmixtwo Kontakt Widerrufsbelehrung AGB
Preis: EUR 9,92

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Zitatesammlung, 11. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Sensational (Audio CD)
2004 war ein gutes Jahr für AOR und Melodic Rock. Neben den neuen Alben von Magnum, Asia und Pride Of Lions serviert uns der Däne Torben L mit seinem Solo-Projekt Mysterell die Debutscheibe "Sensational", und der Titel ist Programm. Wem bei den Namen Def Leppard, Giant und Hardline das Wasser im Munde zusammenläuft, der wird mit diesem Werk bestens bedient. Straighter Melodic Rock mit eingängigen Melodien und wuchtigen Gitarren bestimmen den ersten Teil des Albums. Der Opener "Don't ever stop" und auch die Nummer drei "Why" könnten direkt aus Dan Huffs Feder zu Zeiten des genialen Albums "Time to Burn" stammen. Bei dem folgenden "When you love" vermeint man ein lang verschollenes Stück von Def Leppard wieder entdeckt zu haben. "When you love" erinnert vom Mehrstimmigen Chorus und Rhythmus stark an "Two steps behind". "Bring the house down" legt wieder etwas nach und ist definitiv der etwas melodischere Zwilling von Hardline's "Takin' me down" aus dem "Double Eclipse"-Album.
Im mittleren Drittel wird einen Gang zurück geschaltet und es herrschen ruhigere Töne vor. Hervorzuheben ist dabei das schon fast progressiv anmutende "Remember Me", das ohne Unterbrechung in das wunderschöne "Help me find a way" übergeht. Gegen Ende wird dann noch mal aufgedreht mit "Sling Shot" und "Take me to the river". Den Abschluß bildet, etwas unerwartet, ein Instrumentalstück. "The Challenge" zeigt alle Qualitäten Torben L's als Gitarrist.
Auffällig ist, dass obwohl Torben L sich massiv bei bekannten Größen des Genres bedient, die großen Namen (wie z.B. der allgegenwärtige Neal Schon, Jim Peterik oder der in Skandinavien häufig anzutreffende Tommi Denander) in den Credits vollkommen fehlen.
Gemessen an er geringen Veröffentlichungsdichte von wirklich gutem AOR ist dieses Album in meinen Augen wirklich eine große Überraschung, die auch entsprechend gewürdigt werden sollte. Warum nur vier Sterne? Weil das Songwriting gerade in den etwas langsameren Gefilden noch den letzten Schliff und etwas mehr Abwechslung vertragen kann. Die Produktion geht soweit okay, auch wenn bei einigen Textzeilen ein unangenehmes Mikrofonrauschen auffällt, wenn man sich das Ganze per Kophhörer zu Gemüte führt. Darüber hinaus ist das Erstlingswerk von Mysterell wirklich gut gelungen, läßt aber noch Spielraum für Verbesserungen auf einem hoffentlich erscheinenden Nachfolger.


The Destiny Stone
The Destiny Stone
Wird angeboten von Media Hessen
Preis: EUR 34,90

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Löwenstark, 26. November 2004
Rezension bezieht sich auf: The Destiny Stone (Audio CD)
Das zweite Album von Jim Peterik und Toby Hitchcock alias Pride of Lions hat dieser Tage die Auslagen der Händler erreicht. Mit dem überragenden, selbstbetitelten Debut auf der Haben-Seite stellen sich große Anforderungen an das Songwriting des Jim Peterik, um die Qualität des Vorgängers halten zu können. Aber der ist ein alter Hase (Survivor, 38 Special, diverse Bandprojekte) und schüttelt locker ein Album aus dem Ärmel, das zwar immer noch den Flair seiner alten Kompositionen aus den 80ern versprüht aber definitiv im Heute verwurzelt ist. Zusammen mit der streckenweise musicalhaften Stimme von Toby Hitchcock entstand eine Klangperle, die im Jahr 2004 neben den neuen Alben von Magnum und Alan Parsons definitiv ein Must-Have darstellt.
Schon der Opener "The courage to love somebody" haut einen vollkommen aus den Schuhen und geht richtig gut ab, ganz wie zu Survivors Glanzzeiten (z.B. auf Vital Signs). Das folgende "Parallel lines" legt noch eine Schippe drauf, bevor mit "Back to Camelot" die erste Gänsehaut-Ballade folgt. Diese Abwechslung zieht sich durch das gesamte Album und wird nie langweilig. Beim mehrfachen Durchhören entdeckt man immer wieder ein Gitarrensolo oder einen genialen Melodielauf von Toby Hitchcocks Stimme, die einem bisher entgangen waren und man denkt: "Wow, gebt mir mehr davon!!!". Am Ende zeigt TH dann nochmal richtig wozu er fähig ist. "Gift of Song" erscheint wie eine Fortsetzung von John Miles' "Music" und gewinnt durch die unglaubliche Stimme. Wer da nicht für ein paar Minuten ins Schwärmen kommt, dem ist nicht mehr zu helfen. Auch die restlichen Stücke bewegen sich auf sehr hohem Niveau und sind die perfekte Musik für Cabrios und Golfs mit runtergekurbelten Fenstern, auch wenn die Saison gerade vorbei ist.
Das Booklet besticht durch eine wirklich grottige Auswahl an Klamotten für Jim Peterik (muss man gesehen haben, um es zu glauben) und Liner Notes zu jedem Stück. Letzteres ist heutzutage beileibe nicht selbstverständlich und ermöglicht dem Hörer einen vollkommen anderen Zugang zu den einzelnen Stücken.
Generell ist es schade, dass solche musikalischen Perlen heutzutage weder den Zuspruch der breiten Massen noch genügend Airplay bekommen (wenn überhaupt). Für mich ist es definitiv eins der besten Alben 2004.


All the Best
All the Best
Preis: EUR 9,99

32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Grand Lady des Pop endlich (fast) komplett, 3. November 2004
Rezension bezieht sich auf: All the Best (Audio CD)
Es geht auf Weihnachten zu und die Musikindustrie überschwemmt den Konsumenten wieder mit der jährlichen Flut an Greatest Hits-Compilations.
Dieses Jahr gibt sich auch Tina Turner die Ehre. Bereits 1991 stellte die Ex-Frau von Ike Turner eine Retrospektive Ihres Schaffens in den 80ern in die Händler-Regale, damals jedoch extrem unvollständig. Diesmal wurden aus einem Silberling kurzerhand zwei gemacht. Inhaltlich bewegt sich die Auswahl primär innerhalb der zweiten Karriere von Mrs. Turner. Zwar liegen mit "Nutbush City Limits" und "River deep, mountain high" auch zwei Stücke aus ihrer Zusammenarbeit mit ihrem Ex-Mann vor, die restlichen 31 Stücke stammen aber alle aus der Periode 1984 - 2004. Schön ist auch, dass mit "Proud Mary" die Version aus dem Tina-Film-Soundtrack genommen wurde, die nicht nur klangliche Vorteile gegenüber der historischen Aufnahme hat sondern auch ein wenig besser abgeht (jetzt heulen wahrscheinlich die Fans der allerersten Stunde auf).
Die vorliegende Sammlung ist definitiv vollständiger als die Version von Anfang der 90er. Endlich haben es auch "Two People" und "Tonight", das geniale Duett mit David Bowie sogar als Studio-Version, geschafft mit in die Auswahl hineinzurutschen. Was fehlt sind in meinen Augen "Whatever you want" (der wahrscheinlich stärkste Track aus dem "Wildest Dreams"-Album und live ein echtes Erlebnis), "It takes two" mit Rod Stewart (warum ist der weggefallen???), "In your wildest dreams" im Duett mit Barry White (wieso wurde da die Solo-Version vom Album genommen?) und "Love thing". Der Fan hat diese vier Titel sicherlich im Regal, trotzdem wären sie auf dieser Zusammenstellung noch das Tüpfelchen auf dem i.
Schön ist auch, dass einige enthaltene Versionen länger sind als die bisher erschienenen Album- und Radio-Versionen. So sind z.B. "Golden Eye" und "Better be good to me" deutlich länger geraten und bieten vielleicht auch für den Sammler einen Kaufgrund.
Die drei neu enthaltenen Titel "Complicated Disaster", "Something Special" und "Open Arms" (Aktuelle Single) bieten nichts wirklich neues, sind aber im seit den 90ern typischen Turner-Sound gehalten und fügen sich in die Mischung ein.
Alles in allem eine schöne Gelegenheit einen Einstieg in die Welt von Tina Turner zu wagen.


A Valid Path
A Valid Path

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen (R-)Evolution, 30. August 2004
Rezension bezieht sich auf: A Valid Path (Audio CD)
Ein neues Album von Alan Parsons verspricht meist wenig Evolution. Die Neuerungen finden sich meist im Detail. Dies war schon zu Zeiten des Alan Parsons Project so und dauerte auch während seiner drei Solo-Alben an. Seit dem 30.08.04 liegt jetzt der vierte Longplayer von Herrn Parson in den Händler-Regalen und wartet auf Käufer. Und gerade dort scheint eine Neuorientierung stattgefunden zu haben, denn durch den Bruch mit seinem bisherigen Ensemble und der Kollaboration mit größtenteils jungen Kübstlern aus der Electronica-Szene wird der Gesamtkomposition ein moderneres Gewand verliehen, das zwar hier und da alte Erfolge und Sequenzen zitiert, sie aber so sehr weiterentwickelt, dass sie auch ohne Kenntnis der Originale durchaus Stehvermögen zeigen. Mit "nur" neun Stücken und gerade mal fünfzig Minuten Musik bietet diese CD viel neues und ungewohntes, dass nicht immer nur einen guten Geschmack hinterlässt.
1. Return to Tunguska (Instrumental)
Klingt als hätten sich Alan Parson und David Gilmour getroffen um eine finstere Hommage an den "Blade Runner"-Soundtrack zu schreiben. Fängt sehr ruhig und elektronisch mit Voice-Samples als Melodieelement. Es gesellt sich ein Hammer-Bass dazu, der die finstere Note gut unterstreicht. Das Tüpfelchen auf dem i ist definitiv Gilmours Gitarren-Spiel. Das Stcük steigert sich zu einem großen Finale. Sehr empfehlenswert auf einer guten Anlage mit Subwoofer oder im Auto (auch mit Subwoofer... ;-) ).
Kleiner Exkurs: Tunguska ist eine Region in Sibirien, in der vor hundert Jahren ein großer Meteorit eingeschlagen ist. Dieser hat ganze Wälder in Brand gesetzt und einen Berg geköpft. War ein richtiges Monster.
2. More lost without you
Sehr melodisch, sehr straight forward, keine Schnörkel. Und, wer hätte es gedacht, sehr charttauglich. Klingt wie seichter Gitarrenpop in Richtung Dave Matthews und Maroon 5 mit leichtem (fast nicht wahrnehmbarem) elektronischen Einschlag.
3. Mammagamma 04 (Instrumental)
Ein Klassiker im neuen Gewand. Die gute Nachricht vorweg: man erkennt es noch als Mammagamma. Es wurde mit einem "frischeren" Beat unterlegt und ein paar Vocoder-Samples sind mit eingeflossen. Letztere stören mich am Gesamtbild ein wenig, aber da sist sicherlich Geschmackssache.
4. We play the game
Vom Melodielauf sehr ähnlich zu alten APP-Stücken aus der Zeit von "Stereotomy", der Sänger klingt ein wenig wie Peter Gabriel in den 80ern. Das Rahmenwerk ist aber definitiv von heute und geht sehr in Richtung Electronica. Es hört sich auf jeden Fall interessant an. Auch dieses Stück erscheint mit einer ertwas düsteren Note.
5. Tijuaniac (Instrumental)
Chill-Out Musik hat Pate gestanden für diesen Titel. Sehr ruhig, sehr relaxt. Klingt fast ein wenig wie ein monotoneres Stück von Schiller. Das Drum-Kit scheint Live eingespielt worden zu sein und stammt nicht aus der Retorte. In der Mitte wird es dann ein wenig schräg und driftet mehr ab in Richtung Twin Peaks-Soundtrack. Das bis dahin untypischste Parson-Stück.
6. L'Arc En Ciel (Instrumental)
Klingt sehr nach Alan Parsons, wie man ihn auf der "On Air" hören kann. Vergleichbar ist es mit "Apollo" von genanntem Album. Der Electronica-Einfluß ist auch hier wieder hörbar, hält sich aber dezent im Hintergrund. Was dem Stück ganz klar fehlt ist Abwechslung. Die epischen Konstrukte von "Apollo" oder "Cloudbreak" fehlen hier einfach, um dem Titel den letzten Schliff zu geben. Ansonsten gelungen.
7. A recurring dream within a dream
Ein Zusammenschnitt der Titel "A dream within a dream" und "The raven" von der "Tales of mystery an imagination". Das Orson Welles-Intro wurde fast komplett gekürzt. Auch die gesamte Struktur wurde zusammengeschnitten, so dass beide Titel in gut 4 Minuten passen. Die Vocals in "The raven" kamen früher auch schon aus dem Vocoder, dafür ist der Refrain jetzt nicht ganz so wild gesungen sondern dezent und etwas dunkler. Das gilt für das gesamte Stück. Es ist etwas spärlich instrumentiert und verleiht dem Zusammenschnitt dadurch ein etwas moderneres Gewand. Als Eigencover passabel, das aber lange nicht die Qualität des Originals erreicht.
8. You can run
Ein sehr elektronisches Gesangsstück, dass mitunter parallelen zur "Ultra" von Depeche Mode aufweist, auch wenn es dessen Klasse verfehlt und nicht so konsequent umgesetzt wurde. Für Alan Parsons ein sehr ungewöhnliches Stück.
9. Chomolungma (Instrumental)
Der letzte Track knüpft an den Opener "Return to Tunguska" stimmungsmäßig an. Viele Samples wurden in Kleinarbeit zu einem Klangteppich verwebt, der mal nach Schiller, mal nach Yello und dann wieder nach Jean Michel Jarre ("Metmorphoses") klingt. So habe ich mir eigentlich das gesamte Album erhofft.
Fazit: Das Album bewegt sich weit ab der bisher beschrittenen APP-Pfade. Zeigte das letzte Album "The Time Machine" nur ein Mindestmaß an künstlerischer Evolution und wirkte streckenweise überproduziert so geht das neuste Werk von Alan Parson den genau entgegengesetzten Weg. Durch die Kooperation mit jungen Künstlern aus den Bereichen Electronica und Trance ist ein interessantes Album entstanden. Der Vergleich mit dem bisherigen Schaffen Alan Parsons fällt schwer, da der "Stilbruch" sehr markant und für den Hardcore-Fan evtl. störend wirkt. Auf jeden Fall lohnt sich der Kauf, wenn man nicht noch ein "klassisches" Parson-Album erwartet. Die neu aufgenommenen Klassiker (Mammagamma & The raven) klingen frisch, die wirklich neuen Titel wird man sich öfter zu Gemüte führen müssen bevor der Funke überspringt. Alles in allem nicht das beste Album von AP aber ganz sicher auch nicht das schlechteste. Nur Zeit muß man sich nehmen, wenn man diesen Pfad beschreiten will...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 14, 2010 9:40 AM MEST


The Rising
The Rising
Preis: EUR 5,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Boss ist zurück, aber wie..., 29. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: The Rising (Audio CD)
Lange hats gedauert, bis sich Herr Springsteen bequemt hat seine Gefolgschaft mit einem neuen Werk zu beglücken. War der Vorgänger "The Ghost of Tom Joad" schwerer zugänglich und auch generell sehr balladesk, so sprüht "The Rising" vor Energie. Man merkt, daß die Präsenz der wieder zusammen gefundenen E-Street-Band den alten Geist seiner großen Werke wie "Darkness on the edge of town", "Born to run" oder "Born in the USA" wiedererweckt hat. Springsteen klingt wieder wie Springsteen. Besonders "Waiting' on a sunny day" und "Mary's Place" erinnern an letztgenanntes Album. Trotz allem finden sich auch Stücke auf dem Album, die eher nachdenklichere Töne anschlagen. So berichtet z.B. "You're missing" von einem Vater, der verstarb und seine Familie zurückließ.
Es wurde viel geredet darüber, daß dieses Album definitiv inspiriert wurde durch die Geschehnisse des 11. September 2001. Ich denke, daß man in viele Stücke etwas hineninterpretieren kann, was vielleicht gar nicht vorhanden ist. Fest steht, daß der Großteil des Albums in den Nachwehen des 11. Septembers entstanden ist und sicherlich auch einen Teil der Stimmung Amerikas in den Wochen danach in sich birgt. Im erwähnten "You're missing" könnte z.B. ein Feuerwehrmann der verschwundene Vater sein. Das Album ist aber ganz sicher kein Abgesang auf den American way of life, zerstört durch den Zorn von ein paar Irren. Viel mehr ist es wie eine gut gemeinte Hand, die sich auf die Schulter legt und sagen will: "Hey, es geht weiter". Für mich ist es auf jeden Fall das beste Springsteen-Album seit fast 20 Jahren. Anspieltipps: "Empty Sky", "Mary's Place" und "The Rising".


Man Doki Soulmates
Man Doki Soulmates
Preis: EUR 11,99

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musik zum hinhören, 16. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Man Doki Soulmates (Audio CD)
Leslie Mandoki hat für sein aktuelles Album wieder eine gute handvoll illustrer Künstler verpflichtet. So wird er unter anderem unterstützt von Ian Anderson (Jethro Tull), Bobby Kimball (Toto), David Clayton-Thomas (Blood, Sweat & Tears), Chris Thompson und Peter Maffay sowie diversen Instrumentalisten von Rang und Namen. Was aus diesem Mix von unterschiedlichen Stilrichtungen kreiert wurde ist eine kleine Perle in der momentanen Musiklandschaft.
Den Großteil der aktuellen Musik hört man so nebenbei, als Beschallung beim Putzen, bei der Arbeit, im Auto usw. Für diese CD sollte man sich Zeit nehmen. Die Kompositionen sind sehr dicht und abwechslungsreich. So klingen in einigen Stücken Elemente des Progressive Rock eines in die Jahre gekommenen Alan Parsons Project durch (z.B. "Look up to the sky"), diese werden aber gekonnt mit Jazz-Variationen gespickt, so daß etwas vollkommen neues entsteht. An anderer Stelle fühlt man sich frappierend an Toto erinnert (z.B. "I lost my heart in China"). Diese Abwechslung wird nie langweilig. Hinzu kommt ein wirklich schön gestaltetes Papp-Cover mit tollem Booklet, das von der Illustration wirklich Lust auf die CD macht.
Mein Tip: Nehmt euch wirklich einen Nachmittag frei und verbringt ihn nur mit dieser CD und vielleicht einer guten Tasse Tee. Dieses Album verdient es gehört und nicht konsumiert zu werden. Pop par excellence...


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