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Rezensionen verfasst von
U.d.W. "U.d.W."

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Krieg und Frieden: Eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur:  Historischer Roman - Napoleonische Kriege
Krieg und Frieden: Eines der bedeutendsten Werke der Weltliteratur: Historischer Roman - Napoleonische Kriege
Preis: EUR 0,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese Ausgabe scheint tatsächlich vollständig zu sein., 26. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser Text bezieht sich ausschließlich auf die Qualität des E-Books, nicht auf das Buch von Lew Tostoj!
Bei den Ausgaben von Krieg und Frieden, die für den Kindle ganz umsonst geladen werden können, wird meist bemängelt, dass es sich nicht um die komplette Ausgabe des Werks handelt. Daher habe ich es mit der vorliegenden Ausgabe versucht.

Vor vielen Jahren hatte ich eine vollständige Print-Ausgabe gelesen, nämlich die Winkler Dünndruckausgabe. Mir ist nicht aufgefallen, dass irgendetwas im Text dieser Kindle Version fehlt. Mit 3086 KB fällt die Datei deutlich grösser aus als verschiedene andere Ausgaben. Der Kindle Paperwhite gibt am Beginn des E-Books eine Lesezeit von 36 Stunden an.
Kaum Rechtschreibfehler, Gut dargestellter Text.
Während des Lesens hatte ich mir den neuen Kindle Paperwhite gekauft, so konnte ich den Unterschied zwischen der Darstellung auf dem älteren und dem neuen Gerät vergleichen.
Diese Version ist noch nicht für die Möglichkeiten des neuen Readers optimiert (kein X-Ray), darüber konnte ich allerdings problemlos hinwegsehen.
Wichtig für diejenigen, welche die französische Sprache nicht oder nur schlecht verstehen: In dieser Übersetzung wurde nahezu der komplette Text ins Deutsche übersetzt, lediglich einzelne Worte und kurze Phrasen erscheinen auf französisch.
Bei Verwendung eines Kindle Paperwhite gibt es bei Bedarf eine Online-Übersetzung.


Best of...1968-1973
Best of...1968-1973
Preis: EUR 5,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schöne Zusammenstellung der ersten Alben, 8. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Best of...1968-1973 (Audio CD)
Dies ist eine Zusammenstellung aus den ersten zehn (!) Alben der Steve Miller Band, die in der Zeit zwischen 1968 bis 1973 entstanden sind. Danach war erst einmal rund drei Jahre lang Ruhe um die Band, und Steve Miller meldete sich erst 1976 mit "Fly Like An Eagle" zurück, um dann mit einem sehr zeitgemäßen Sound seinen vielleicht größten Erfolg zu feiern!

Zehn Alben, das ist schon eine ganze Menge, und selbst für absolute Fans der Steve Miller Band könnte das etwas zu viel aus der guten, alten Zeit sein. Dem schafft diese Zusammentellung Abhilfe.
Ein Album mit dem gleichen Titel hat es bereits als Vinyl LP gegeben, ein wenig war ich schon enttäuscht, als ich feststellte, dass CD und LP inhaltlich nicht vollkommen identisch miteindander sind. Die CD verfügt zwar über Bonus Tracks, leider verloren gegangen ist z.B. das Stück "I Love You" vom Album "Number 5". Somit werden hier mehr die elektrischen Songs der SMB gezeigt, von den akustischen Nummern sind eigentlich nur "The Joker" und "Going To The Country" übrig geblieben. Da tröstet die elektische Ballade "Seasons" allerdings ein wenig drüber hinweg...
Ein schönes Album ist es allemal, und deshalb gibt es auch 5 Sterne. Über die Jahrzehnte ist auch mir die Steve Miller Band als ein angenehmer musikalischer Vertreter ihrer Zeit im Bewußtsein geblieben. Kreativität, handwerkliches Können und Musikalität auf einem hohen Viveau machen die Tanzmusik der Steve Miller Band immer wieder zu einem schönen Hörerlebnis! Groovy, Babe!!


Die Reise zum lieben Gott
Die Reise zum lieben Gott
von Roland Ziersch
  Pappbilderbuch

5.0 von 5 Sternen Military Government Information Control, License Number US-E-166, 1947, 19. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Reise zum lieben Gott (Pappbilderbuch)
Nur wenig ist über den Autoren Roland Ziersch (1904 - 1969)bekannt. Er scheint sich wie Erich Kästner während des 3. Reiches in Deutschland aufgehalten zu haben, war jedoch wohl von keinem Berufsverbot betroffen.
Sein nach dem Krieg erschienes Buch "Die Reise zum lieben Gott" enthält außer der Titelgeschichte noch die Story "Die Weihnachtinsel". In beiden fantastischen Geschichten geht es um die Aufarbeitung von Schuld und um Erlösung. Die Geschichten sind wirklich sehr, sehr fesselnd, gruselig und unheimlich, dabei aber auch poetisch und romantisch.

Die Reise zum lieben Gott gehört zu den ersten Werken, die nach dem Krieg in der US-Zone herausgegeben werden durften, und es trägt selbstverständlich die Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung. Meine Alterempfehlung: Ab etwa 8 Jahre, die Geschichten sind jedoch auch für Jugendliche und Erwachsene interessant.


Die Konferenz der Tiere
Die Konferenz der Tiere
DVD ~ Erich Kästner
Wird angeboten von ReMaDVD
Preis: EUR 34,99

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Konsequenz der Konferenz..., 24. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Konferenz der Tiere (DVD)
Curt Lindas Verfilmung der Konferenz der Tiere gilt als der erste abendfüllende deutsche Zeichentrickfilm. Das Drehbuch hält sich weitgehend an das Original, manches wurde allerdings weggelassen, anderes dafür hinzugefügt.
Dieser Film ist im Vergleich mit damaligen und heutigen Disney-Produkten eher bilderbuchartig gestaltet, der Hintergrund bleibt oft statisch, Bewegungen spielen sich schablonenartig mehr oder weniger jeweils um die Hauptprotagonisten herum ab. Dies hat Vor- und Nachteile, der Betrachter möge die Bilder auf sich einwirken lassen und selbst entscheiden. Der Zeichenstil ist durchaus witzig und passt recht gut zur Story. Besonders möchte ich auch die Filmmusik loben, diese wurde mit rein akustischen Instrumenten, teils mit kleinem Orchester, eingespielt. Einfach schön, wie beispielweise der Angriff der Motten auf die Uniformierten musikalisch untermalt ist! Wir begegnen Klangbildern, die selbst heute noch als Originell bezeichnet werden könnten. Mir gefallen besonders die klanglichen Sequenzen, wo sich mexikanisch anmutende Blechbläser mit einem alpenländischen Hackbrett begegnen dürfen.
Die Sprecher und Sprecherinnen waren exzellente Profis der alten Schule!
Mit recht einfachen Mitteln wird bei der Konferenz ein wahres Feuerwerk aus Farben in den Raum geworfen. Das muss vor über vierzig Jahren im Kino ein großartiges Erlebnis gewesen sein, und dies ist es auch heute noch, bei Dämmerlicht am Bildschirm.
Alles in allem betrachte ich den alten Zeichentrickfilm als ein schnurrig-würdiges Vehikel, mit dem die radikal pazifistische Botschaft des Erich Kästner auf eindringliche Weise transportiert wird.
Ich durfte erleben, dass diese Verfilmung von Kindern nicht nur verstanden, sondern sogar geliebt wird, auch noch im Jahre 2007!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2010 5:32 PM MEST


In jenen Tagen
In jenen Tagen
DVD ~ Erich Schellow
Preis: EUR 10,49

35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alter deutscher Film, gedreht zwischen Ruinen, 17. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: In jenen Tagen (DVD)
Schön, dass der Film In jenen Tagen nun, sechzig Jahre nach seinem Erscheinen im Jahre 1946, erstmals auch als DVD erhältlich ist.

Ein guter Episodenfilm ist garantiert niemals langweilig, und ein solcher ist In jenen Tagen, ein Film, der uns sieben kurze Begebenheiten aus dem Leben eines Automobils und seiner Fahrer erzählt.

Zwei Arbeiter, Karl und Willi, schlachten zwischen den Ruinen einer ungenannt bleibenden deutschen Großstadt einen Opel Kadett aus. In ihrem Gespräch stellt sich ihnen die Frage, ob es denn überhaupt noch Menschen gäbe, und wo sie denn in jenen zwölf unheilvollen Jahren geblieben sind.

An diesem Punkt schaltet sich der Wagen ein, und beginnt, über seine sieben verschiedenen Besitzer bzw. Fahrer und Fahrerinnen zu erzählen. Willi und Karl finden beim Arbeiten Indizien aus der Vergangenheit, und das Auto erzählt dem Zuschauer jedes mal die dazugehörige Story.

Der Film brilliert mit einfachsten Mitteln, vorbildhaften schwarz-weiß Effekten und überzeugenden Darstellern, die sprachlich eher der Bühne als dem Zelluloid verpflichtet sind.

Einer der Höhepunkte des Filmes erscheint mir eine Episode aus Russland, ein Soldat holt einen Leutnant ab und fährt mit ihm durch die Nacht zur Front. Jedes gesprochene Wort beginnt Allegorie zu werden, Sätze wie etwa: Ich frage mich, ob wir vom richtigen Weg abgekommen sind, usw.

Der Film wollte nach dem Krieg Mut machen, das Leben anzupacken und die Geschehnisse in die Hand zu nehmen, daher beschränkt sich die Handlung zumeist auf diejenigen Menschen, die in einer dunklen Zeit menschlich geblieben sind. Fast alle werden allerdings zu Opfern des Systems. Von der Not der besetzten Völker wird im Film nichts gezeigt, bestenfalls ist davon die Rede, mit diesem Aspekt konnte oder wollte man sich so kurz nach dem Krieg offensichtlich noch nicht auseinandersetzen und belasten.

Der Regisseur Helmut Käutner gehörte nicht dem Widerstand an, allerdings galt sein erster Film, Kitty und die Weltkonferenz, als pro britisch, und er wurde von der Zensur verboten. Mit Große Freiheit Nr. 7 und Unter den Brücken schuf er zwei Filme, die in ihrer Betonung des Individuellen stark dem Weltbild der Nazis widersprachen.

In jenen Tagen war Käutners erster Nachkriegsfilm. Später hatte er als Regisseur und beim Rundfunk noch verschiedene Erfolge, bis er schließlich unmodern wurde.

Über den Neuen deutschen Film urteilte er am Ende seines Lebens: "Keiner von denen versucht, allgemein verständliche Stoffe allgemein verständlich zu erzählen. Auch das kann man ja avantgardistisch. Aber es erzählt ja niemand mehr richtig eine Geschichte. Das ist entweder aus der Mode gekommen, oder sie können es nicht, oder sie wollen es nicht."


Waters of Change (Digipack ohne Tray)
Waters of Change (Digipack ohne Tray)
Wird angeboten von nagiry
Preis: EUR 14,73

58 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht das schönste Album von Beggars Opera, 6. Mai 2006
Die schottische Band Beggars Opera befand sich seit ihrer Gründung in einem ständigen Umbesetzungsprozess. So war der Bassist Marshall Erskine bei der LP „Waters of Change" bereits nur noch als Gastmusiker bei dem Track „Festival" vertreten, Virginia Scott trat wiederum nur beim vorliegenden Album am Mellotron in Erscheinung, bei der dritten LP „Pathfinder" hatte sie die Band bereits wieder mit unbekanntem Ziel verlassen.

Da ein kommerzieller Erfolg ausblieb, kam im Jahre 1973 noch mehr Unruhe in die Band, sie wurde in der Folge nahezu vollständig umbesetzt, in der zweiten Generation des Ensembles war schließlich Ricky Gardiner als einziges Gründungsmitglied übrig geblieben.

Waters Of Change wurde also weitgehend vom Sänger Martin Griffiths, von Alan Park (Orgel und Klavier), von Virginia Scott (Mellotron), dem Gitarristen Ricky Gardiner, dem neuen Bassisten Gordon Sellar und dem Schlagzeuger Raymond Wilson aufgenommen.

Die drei wichtigen Alben der Beggars Opera mögen sich unterscheiden, in Anspruch und Qualität sind sie sich jedoch durchaus ebenbürtig. So möchte ich diese Rezension als Würdigung dieser wichtigsten Schaffensphase der Band verstanden wissen.

Der Erstling, „Act One", war noch etwas stärker der klassischen Musik verpflichtet, „Waters of Change" dagegen ist durch eine starke Betonung der Tasteninstrumente geprägt.

Der Longsong „Time Machine" war in den damaligen Treffpunkten ein wirklicher Hit, besonders in Deutschland scheint das Interesse an Zeitreisen immens gewesen zu sein. Ich kenne keinen anderen Song, in dem das Thema Zeitmaschine eindrucksvoller verarbeitet wäre als hier. Die Bearbeitung der Beggars Opera ist immer noch Maßstäbe setzend!

Die langen Stücke des Albums sind jeweils durch instrumentale Miniaturen miteinander verbunden, die zuweilen an die Heimat der sechs Musiker aus Glasgow erinnern.

Der Einsatz eines Mellotron ermöglichte ein gewisses orchestrales Klangbild, ohne dass dies als Karikatur eines wirklichen Orchesters missverstanden werden könnte, dafür war das Mellotron einfach zu eigenwillig. Das Mellotron ist kein Synthesizer, sondern ein Gerät, in dem Klänge auf Bänder aufgenommen und über eine Klaviatur gespielt werden. Jede Taste verfügt dabei über ein eigenes Band und jeder Klang muss einzeln aufgenommen werden. Im Prinzip ein gigantischer Kassettenrekorder, nur, dass die Bänder Laufschwankungen unterliegen und dadurch ein spezieller Sound erzeugt wird, eben der "Mellotron-Sound".

Ich mag das dritte Stück, „I've No Idea", ganz besonders. Es ist melodisch und doch rhythmisch, ein Groove wird längere Zeit wiederholt und dabei interessant variiert,(dies war eben jene Progression, die in der progressiven Musik erwünscht war!)So war der Song in vergangenen Tagen recht brauchbar für die Tanzfläche. Das Zusammenspiel ist ganz ausgezeichnet, über einem sauber geknüpften fliegendem Teppich aus Orgel- und Mellotronklängen rockt sparsam, präzise und dabei doch gefühlvoll die E-Gitarre.

Ich hatte Anfang der Siebziger Jahre die Möglichkeit, die Band in einer kleinen Sporthalle live zu erleben. Das Konzert wurde von ca. 350 Menschen besucht, die Halle hatte eine schräge Akustik, so dass die Band, sichtlich irritiert war. Der Rahmen, in dem solch Veranstaltungen präsentiert wurden, war für heutige Verhältnisse unglaublich einfach, dafür kostete ein Ticket aber auch nur sechs oder sieben Mark. Zum Vergleich: Für eine LP bezahlte man DM 21.-)

In dieser lausigen Umgebung schaffte es vor allem der Sänger Martin Griffiths, eine ganz fantastische Atmosphäre zu erzeugen. Er hat nun mal eine sehr schöne und kräftige Stimme, das war selbst durch die unzulängliche PA zu hören. Der Schlagzeuger Raymond Wilson trat im Schottenrock auf und wurde beim Eintreten vom Publikum stürmisch begrüßt. Soweit ich meinen Erinnerungen noch trauen kann, haben Beggars Opera damals auf den Live-Einsatz des Mellotrons verzichtet, es muss für die Musiker im Allgemeinen eine rechte Plackerei gewesen sein, dieses empfindliche Instrument jeweils den Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Zum betreffenden Zeitpunkt war Virginia Scott auch nicht mehr mit der Band unterwegs. So wurden die Mellotron-Parts einfach von einer elektronischen Orgel übernommen. In jenen Tagen bestand zwischen den Realisierungsmöglichkeiten im Studio und denen der Bühne eben noch eine erhebliche Diskrepanz. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist mir das Konzert als ein eindrucksvolles Erlebnis im Bewusstsein geblieben.

Das Album „Waters of Change" ist in bester Tradition der Progressiven Popmusik arrangiert, es ist weder ein Abdriften in Richtung Heavy Metal wie bei Deep Purple, noch ein Hinsteuern zu einem größenwahnsinnigem, bombastischen Rock a la Pink Floyd, Yes oder Genesis zu - den zwei wesentlichen Erscheinungen, an denen die progressive Musik zerbröckelte.

Somit ist „Waters of Change" für mich ein Meilenstein in der Geschichte des Progpop geblieben, ein Album, das ich auch nach über dreißig Jahren immer wieder gerne einmal anhöre.

Marshall Erskine spielte übrigens seit 1979 beim Rockclown Jango Edwards, Alan Park war Anfang der achtziger Jahre in Cliff Richards Begleitband, Gordon Sellar gehörte 1979 zur Alex Harvey Band, und er wirkte bei mehreren Alben von Denny Laine mit.

Virginia Scott tauchte später wieder in einer leider erfolglosen Neubesetzung der Band auf, immerhin heiratete sie 1975 Ricky Gardiner, und dies ist nun doch wirklich ein schöner Schluss für meine Rezension zu „Waters of Change"...


Pathfinder
Pathfinder
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 8,04

42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Geschehene ist eine Fabel, 6. Mai 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pathfinder (Audio CD)
Beggars Opera schafften es zwischen 1970 und 1972, mit drei Alben ihr Kapitel der Rockgeschichte zu schreiben. „Act One" war sehr stark von klassischer Musik beeinflusst, „Waters of Change" erhielt durch den Einsatz und die Kompositionen der Pianistin Virginia Scott einen gleichermaßen folkloristischen, wie auch abgehobenen Flair.

Auf dem Album Nummer Drei, Pathfinder, gibt es neben zarten Spinettklängen und rockigen Grooves wie gewohnt verträumten, melodischen Rock zu hören.

Mag sein, dass Beggars Opera bei Pathfinder bemüht waren, etwas eingängigere, leichter verständlichere Rockmusik zu schaffen. Manche Parts nehmen schon Klangbilder vorweg, die später für Wishbone Ash typisch wurden. Das Album wurde in folgender Besetzung eingespielt: Martin Griffiths: Gesang, Alan Park: Keyboards, Ricky Gardiner: Gitarre, Gordon Sellar: Bass, Raymond Wilson: Schlagzeug.

Virginia Scott hatte die Band, zumindest fürs Erste, verlassen.

Ein paar Worte zum zweiten Stück, MacArthur Park:

Der gleichnamige Park ist in L.A. lokalisiert, der sich dort aufhaltende Erzähler lässt uns in surrealen Metaphern an seinem Schmerz um eine verlorene Liebe teilhaben. Da schmilzt Eis in der Sonne, und ein Kuchen wurde im Regen stehen gelassen...

Die Originalversion von Richard Harris stammt aus dem Jahr 1968. Auch Donna Summer, sowie the 5th Dimension, haben das Stück gecovert, es gibt das Lied auch auf Deutsch, es heißt „Alle Träume, die wir hatten", und wird von Gitte Haenning gesungen.

Martin Griffiths ist wirklich ein außergewöhnlicher Sänger, und die Band hatte beim Album Nr. 3 eine Reife erlangt, die wohl einfach nicht mehr zu überbieten war.

In der Folge versuchte die Formation zwar, an die Linie der großen Zeit anzuknüpfen, diese Bemühungen blieben leider erfolglos, den, übrigens nur in Deutschland erschienen Alben der später entstandenen Nachfolgeband blieb jegliche Beachtung versagt. Insofern macht sich hier schon ein Hauch von Abschied bemerkbar.

Nach der endgültigen Auflösung der Gruppe blieben ein Teil der ehemaligen Mitglieder durchaus weiterhin Bestandteil des internationalen Rock-Zirkus.

Der erste Bassist, Marshall Erskine, arbeitete 1979 beim Rockclown Jango Edwards, im gleichen Jahr tauchte sein Nachfolger Gordon Sellar bei der Alex Harvey Band auf. Der Keyboarder Alan Park ist seit den achtziger Jahren musikalischer Direktor bei Cliff Richards.

1975 heirateten Virginia Scott und Ricky Gardiner, und sie realisierten in den folgenden Jahren verschiedene Projekte, teils alleine, teils gemeinsam. Virginia Scott wandte sich außerdem der klassischen Musik zu, sie wurde für ihre Arbeiten auch ausgezeichnet.

Ricky Gardiner arbeitete zeitweise mit Iggy Pop und David Bowie zusammen.

Eines Morgens ging er mit der Gitarre in den Garten, und in einem selbstvergessenen Seinszustand fügte er vier Akkorde auf recht ansprechende Art zusammen. Das Gitarrenriff zum Song „The Passenger", mit dem Iggy Pop seinen größten Hit hatte, war geboren.

Gardiner und Scott beschäftigten sich aber auch mit Meditationsmusik und mit dem Computer als Musikinstrument.

Über den Sänger Martin Griffiths, lässt sich nicht viel in Erfahrung bringen. Sein Sohn, Philip Griffiths, singt in der Mannheimer Artrock-Band „Alias Eye", und auf dem ersten Album der Gruppe, das im Jahr2001 erschien, befindet sich auch ein Duett mit Vater und Sohn. Die junge Band erhält übrigens erfreulich gute Kritiken.

Über den Drummer Ray Wilson, den wilden Mann im Kilt, ist nichts bekannt. Mehrere der ehemaligen Mitglieder von Beggars Opera üben jetzt andere Berufe aus, und musizieren noch regional, oder als Hobby.

Somit ist Beggars Opera leider nur noch eine schöne Legende, verwahrt im Pantheon des Rocks.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2013 11:37 AM MEST


Get Your Dog Off Me!
Get Your Dog Off Me!
Wird angeboten von numusi
Preis: EUR 12,90

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der erste Tenor hat die Oper verlassen, 14. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Get Your Dog Off Me! (Audio CD)
Beim vorliegenden, 1974 erschienenen Album war der Sänger Martin Griffiths, der das akustische Erscheinungsbild der Band entscheidend geprägt hatte, schon nicht mehr dabei. Er wurde durch Lynnie Paterson ersetzt, dessen Gesang eher an Captain Beefheart erinnert.
Andererseits war die Pianistin und Komponistin Virginia Scott zurückgekehrt, die sicherlich einen nicht unerheblichen Part an der außerordentlich hohen Qualität von Waters Of Change, dem, wie ich meine, besten Werk von Beggars Opera, hatte.
Wenn man bereit ist, sich mit diesen Veränderungen abzufinden, kann es auf die Entdeckungsreise durch diesen Nachzügler gehen.
Es wurde versucht, etwas eingängigere Musik zu machen, die trotzdem einen künstlerischen Anspruch hat. Stilistisch wurde allerhand ausprobiert, gleich zu Beginn begrüßt uns eine akustische Gitarre in der Art eines John Renbourn (Pentangle), es folgen gut abgemischte Keyboardklänge. Diese entsprechen teilweise schon den heute bekannten Klangfarben, die Entwicklung des Instrumentes war schon auf eine Weise fortgeschritten, so dass man die erste Experimentierphase als abgeschlossen betrachten durfte.
Manche Songs sind etwas rauh oder erinnern fast schon an Country, immer wieder bricht dann für Momente der alte Zauber doch wieder durch. Recht schön gelungen ist das Instumental Classical Gas, das wohl schon jeder einmal in der Orchesterfassung im Radio gehört hat
Zusammenspiel und die Abstimmung zwischen Vocals und Backgroundgesang sind einwandfrei. Hier wurde Mainstream auf einem Niveau gemacht, der den sonstigen Rahmen bricht, und die Musik dadurch schwer nachvollziehbar macht. Das mag sich absurd anhören... Ich kann das Album eigentlich nur eingeschworenen Opera-Fans empfehlen, die Interesse daran haben, die Entwicklung der Formation bis zu ihrem Ende hin mitzuverfolgen.
Abgeschlossen wird die Scheibe von zwei Bonustracks, einer ursprünglichen Single mit ihrer B-Seite. Stilistisch noch einmal anders, geht es hier plötzlich in Richtung hartem R & B.
Die ersten Beggars Opera gab es noch bis 1979, allerdings war nach dem vorliegenden Album Ricky Gardiner bald das einzige verbliebene Gründungsmitglied.
Von 1980 bis 1991 entstanden dann noch Aufnahmen einer Reunion, bei der Gardiner bereits ausgestiegen war, jedoch verschiedene Bandmitglieder der ersten und zweiten Generation, wie der Keyboarder Alan Park, erneut mitwirkten. Eine Auswahl dieser Aufnahmen erschien unter dem Titel The Final Curtain.


The Final Curtain
The Final Curtain
Wird angeboten von for-collectors-only
Preis: EUR 15,50

24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie viel hat dieses Album noch mit Beggars Opera zu tun?, 11. März 2005
Rezension bezieht sich auf: The Final Curtain (Audio CD)
Beggars Opera in den achziger Jahren, jener Zeit der wimmernden Keyboards und durchsichtigen, sechseckigen Schlagzeuge, kann das wohl noch gut gegangen sein?
Durch die siebziger Jahre hindurch scheint der Gitarrist Rick Gardiner der treibende Impuls für die Band gewesen zu sein, nach dem 79'er Album Beggars Can't Be Choosers war seine aktive Zeit bei Beggars Opera jedoch endgültig beendet.
Die Aufnahmen zu The Final Curtain stammen aus der Zeit zwischen 1980 bis 1991, das einzige verbliebene Gründungsmitglied der Gruppe war der Keyboarder Alan Park, der die Band allerdings zwischendurch bereits verlassen hatte. Er hatte oder hat einen Job als musikalischer Direktor bei Cliff Richards, somit mag die alte Band vielleicht noch ein zusätzliches Projekt zur Selbstverwirklichung gewesen sein.
Ebenfalls mit dabei sind der zweite Bassist, Gordon Sellar, dieser hatte immerhin schon zur Crew der Time Machine gehört. Der ursprüngliche Sänger der großen Ära, Martin Griffits, ist schon lange durch Linnie Paterson ersetzt worden. Paterson verstarb während er Zeit der Final Curtain-Aufnahmen, später übernahm Gordon Neville den Gesang.
Dieses wahrscheinlich letzte Album (sag niemals nie) hat, abgesehen von der spielerischen und musikalischen Qualität, nichts mehr mit der Artrock-Gruppe der frühen siebziger Jahre zu tun. Man muss sich allerdings hineinhören, um überhaupt Qualität zu erkennen.
Linnie Paterson singt eher wie Captain Beefheart, die Musik ist keyboardlastig, Gitarren haben kaum mehr eine Bedeutung im Klangbild, allerdings wird, soweit ich beurteilen kann, immer mit echtem Bass und Schlagzeug gearbeitet. Die Kompositionen sind zwar nicht spektakulär, aber doch ganz angenehm. Die Ballade Four Moons ist sogar noch einmal richtig etwas fürs arme, alte Herz!
Bevor sich der Vorhang endgültig schließt, erklingt noch einmal Poet and Peasant, mit dem 21 Jahre zuvor der erste Akt der Oper begann. Ein gelungener Abschied, allerdings nur für die Fans mit überdurchschnittlichem Interesse am Werdegang der schottischen Formation.


Act One
Act One
Wird angeboten von Smart-DE
Preis: EUR 14,99

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erster Akt, zweite Szene, 12. Februar 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Act One (Audio CD)
Der Ursprung der Beggars Opera ist schon in der ersten Hälfte der 1960er Jahre zu suchen. Damals existierte in Glasgow schon eine Band namens „the Vostocks", in der bereits Ricky Gardiner und Virginia Scott mitwirkten.
1969 wurde dann Beggars Opera gegründet, ein Jahr später erschien „Act One". Die Mitglieder der Formation waren zu diesem Zeitpunkt: Martin Griffiths: Gesang, Alan Park: Orgel, Ricky Gardiner: Gitarre, Marshall Erskine: Bass, Raymond Wilson: Schlagzeug.
Der Bassist Marshall Erskine hörte bald schon wieder auf, beim zweiten Album „Waters Of Change" wirkte er nur noch als Gast bei dem Stück „Festival" mit.
Act One ist mit recht einfachem Equipment produziert. Als Tasteninstrument ist noch eine recht einfache elektronische Orgel ohne besondere Effektgeräte eingesetzt. Griffiths singt ohne Backgroundgesang. Es kommen Momente auf, da erinnert es ein wenig an „Child in Time" von Deep Purple.
In Art einer Collage werden Sequenzen aus der Klassik eingesetzt, ich habe beispielsweise Mozarts türkischen Marsch und Edward Griegs „In der Halle des Bergkönigs" herausgehört. Ein Problem für den gegenwärtigen Hörer: Manche dieser Kompositionen wirken heutzutage einfach zu abgedroschen, dies ist in den vergangenen 35 Jahren beispielsweise durch den Einsatz in der Werbung oder als Jingle bewirkt worden. Das spricht eigentlich nicht gegen die Musik, sondern gegen den Stil, in dem Werbung und Unterhaltungsindustrie agieren.
Insgesamt ist die ehemalige Vinyl-LP gelungen und hörenswert, wer sich mit der Gruppe beschäftigt, wird sie ohnehin haben wollen, wer eben erst im Begriff ist , Beggars Opera für sich zu entdecken, empfehle ich fürs Erste allerdings „Waters Of Change" und „Pathfinder".
Die beiden letzten Stücke sind Bonustracks, es handelt sich um ehemalige Single-B-Seiten.
Dem Urteil, dieses Werk könne nur noch als Zeitdokument gehört werden, kann ich nicht zustimmen. Dafür hat die schottische Band einfach zu viel Klasse, und der Sänger Martin Griffiths ist eine absolut herausragende Erscheinung, auch über die progressive Musik und den Art-Rock hinaus.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 19, 2008 9:20 PM MEST


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