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The Ear

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Female Comedy Teams [2 DVDs]
Female Comedy Teams [2 DVDs]
DVD ~ Anita Garvin
Preis: EUR 19,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsante und sehenswerte Filmraritäten im Stil von Laurel & Hardy, 18. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Female Comedy Teams [2 DVDs] (DVD)
Wer Stan und Ollie mag, wird mit Genuss einen Blick auf die hier versammelten Filmraritäten werfen.

Im Schatten der Popularität seines führenden männlichen Comedy-Teams Laurel & Hardy, brachte Produzent Hal Roach in den dreißiger Jahren auch Kurzfilme mit weiblichen Komikern in den Hauptrollen auf den Markt.

Im Zentrum dieser Filme stand die Schauspielerin Thelma Todd. Ab 1931 bildete sie zusammen mit ZaSu Pitts in einer eigenen Kurzfilmreihe das weibliche Pendant zu Laurel & Hardy.
Als Pitts das Studio verließ wurde Todd 1933 mit der Kollegin Patsy Kelly zusammengespannt. Diese erfolgreiche Verbindung hielt bis zum plötzlichen und mysteriösen Tod von Thelma Todd Ende 1935.

In den meisten dieser Filme geht es um zwei Freundinnen, die ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht verdienen. Die beiden liebenswerten, bodenständigen American Girls geraten öfter in Situationen, in denen sie sich in der so genannten High Society zurechtfinden müssen. Ganz im Stil der Hal Roach-Filme jener Tage gibt es etliche Slapstick-Einlagen und Tit-for-Tat-Routinen.

Todd übernahm in den Filmen die Rolle der hübschen Blonden, die sich meist nach besseren Verhältnissen sehnt. Ihre Partnerin ZaSu Pitts gab hingegen eher die naive und ungeschickte beste Freundin. Als später Patsy Kelly den Part übernahm, legte sie ihre Figur extrovertierter an. Nicht selten ist es sie, die alle noch so bemühten Pläne von Thelma, die Lebenssituation zu verbessern, durch ihr penetrant freches Eingreifen scheitern lässt.

Sowohl vor wie auch hinter der Kamera sind bei diesen amüsanten Kurzfilmen viele Namen zu finden, die man auch von den Laurel & Hardy-Filmen her kennt. So tauchen in Nebenrollen beispielsweise auch der pompöse Billy Gilbert, der ewige Trunkenbold Arthur Housman, der kleine Charlie Hall oder Kollegin Anita Garvin auf.

Letztere war bereits Ende der zwanziger Jahre in einigen Hal Roach-Komödien zusammen mit Marion Byron als weibliches Komikerpaar zu sehen gewesen. Diese DVD-Edition enthält auch zwei dieser Filme. Außerdem sind insgesamt zehn der Todd/Pitts- bzw. Todd/Kelly-Streifen enthalten. In einem davon ('On the loose', 1931) tauchen in einem kurzen Cameo-Auftritt auch Laurel & Hardy auf.

Die vorliegende DVD der edition filmmuseum bietet die Filme in guter Bildqualität, offensichtlich hat man sich bemüht, bestmögliche Kopien als Vorlage zu finden. Die Tonspur ist der englische Originalton, deutsche Untertitel stehen zur Verfügung. Außerdem liegt ein 20-seitiges Booklet bei, das neben einigen Fotos auch zahlreiche Hintergrundinformationen (auf Deutsch und Englisch) zum Phänomen der female comedy teams bringt.

Folgende Filme sind auf der Doppel-DVD-Kollektion zu finden:

DVD 1:

Feed `Em And Weep (1928)
A Pair of Tights (1929)
The Pajama Party (1931)
On the Loose (1931)
Show Business (1932)
Asleep in the Feet (1933)

DVD 2:

The Bargain of the Century (1933)
Beauty and the Bus (1933)
Babes in the Goods (1934)
Maid in Hollywood (1934)
The Misses Stooge (1935)
Top Flat (1935)

Extras:

Work in Progress: the Restoration of 'Going Ga-Ga'
ROM-Bereich mit Essays, Fotos, deutscher Zensurkarte sowie dem kompletten Original-Skript von 'Feed `Em and Weep'.


Race to Death Valley (Walt Disney's Mickey Mouse Classic Collection)
Race to Death Valley (Walt Disney's Mickey Mouse Classic Collection)
von David Gerstein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,18

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich gibt es die Ur-Mickey-Mouse! Eines der besten Comic-Bücher überhaupt!, 12. Juni 2011
Dieses Buch ist uneingeschränkt jedem zu empfehlen, der auch nur einen Hauch von Interesse an Comics hat!

Zum einen ist der Band als Buch einfach hervorragend gestaltet, der anerkannte Verlag Fantagraphics hat da ganze Arbeit geleistet. Das Layout und der Druck sind außerordentlich gelungen. Und es finden sich auf den 286 Seiten neben den Geschichten sehr viele ausgezeichnet recherchierte und illustrierte Informationen zur Entstehung der Comics und über die Macher im Hintergrund.

Und da sind zum anderen natürlich die Comicstrips selbst. Mit dem ersten Band dieser Reihe wird nichts weniger begonnen, als eine komplette Chronologie der jahrzehntelangen Arbeit des Maus-Mannes Floyd Gottfredson (1905-1986). Weder in den USA noch in Deutschland war man bislang ein derartiges Projekt angegangen. Hierzulande sind bisher nur einzelne Geschichten Gottfredsons erschienen, und dies verstreut in diversen Publikationen und verteilt auf Jahrzehnte.

Was der Autor und Zeichner Carl Barks für Donald Duck und Entenhausen ist, nämlich der meisterhafte Wegbereiter für viele nach ihm, das ist Floyd Gottfredson für die Mickey Mouse-Comicstrips.

Von 1930 bis 1975 (!) war Gottfredson hauptverantwortlich für die Gestaltung der täglichen Zeitungsscomicstrips mit der berühmtesten Maus der Welt.
Seine langen Abenteuergeschichten der 30er bis 50er Jahre zeigen einen vielseitigen, frechen und abenteuerlustigen Mickey, wie man ihn in den heutigen Disney-Publikationen, z. B. dem hierzulande wöchentlich erscheinenden Micky-Maus-Heft, meist vergeblich sucht.

Dankenswerterweise ist der Disney-Konzern über seinen eigenen Schatten gesprungen und hat eingewilligt, dass Lizenznehmer Fantagraphics auch diejenigen Geschichten wiederveröffentlichen kann, die teils jahrzehntelang unter Verschluss waren. Denn ohne Zweifel spiegelt sich auch in den Mickey-Mouse-Comics der Zeitgeist wieder. So wurden teilweise stereotype Nebenfiguren präsentiert, die der heutigen politischen Korrektheit Hohn sprechen. Auch Gewalt kam in Gottfredsons Geschichten regelmäßig vor, ürigens auch von Mickey selber ausgeübt. Nicht selten werden auch Schusswaffen schamlos schnell eingesetzt - etwas, das in unseren Tagen in den Disney-Comics weitgehend vermieden wird.

Das Image vom langweiligen, oberklugen Micky, der ein biederes kleinbürgerliches Leben führt, trifft auf den Mickey der frühen Geschichten, die Floyd Gottfredson ersonnen hat, so gar nicht zu.
Der Mäuserich der ersten Jahre hat teilweise Eigenschaften von Charlie Chaplins Tramp. Wie dieser, ist er anarchisch, ungezogen und vor allem ein Charakter, der auch Fehler hat und begeht. Zum Beispiel gibt es in dem hier vorgestellten Band eine Geschichte, in der Mickey tasächlich ernsthaft versucht, sich das Leben zu nehmen - und das gleich mehrmals. Heutzutage würde der Disney-Konzern so etwas einem Autoren oder Zeichner kaum noch durchgehen lassen.

Doch Gottfredson war eben damals bei Disney Pionier der Comicstripform und probierte vieles aus. Sein Mickey, der sich eher an ein erwachsenes Publikum richtete, hat auch Ähnlichkeit mit Indiana Jones. Und nicht selten geht es in den ebenso spannenden wie humorvollen Abenteuern um geheimnsivolle Entdeckungen, mysteriöse Kriminelle, durchgeknallte Erfinder mit Allmachtsfantasien oder organisierte Verbrecherbanden. Oft ist die Maus in fernen Landen unterwegs, aber auch zu Hause ereignen sich genügend verzwickte und bedrohliche Begebenheiten, die den Helden immer wieder in große Gefahr bringen.

Dieser erste Band bringt nicht nur die titelgebende Story "Race to Death Valley", sondern veröffentlicht sämtliche Geschichten der Jahre 1930-31. Sie sind in sehr guter Bildqualität gedruckt, schwarz-weiß, wie sie auch im Original erschienen waren. Auf jeder Seite sind drei Bildstreifen abgedruckt, wobei ein Bildstreifen einem Publikationstag der Erstveröffentlichung entspricht.

Bevor Gottfredson die Comic-Abteilung im April 1930 übernahm, war der Strip einige Wochen vorher noch von Walt Disney selbst geschrieben und von Ub Iwerks bzw. Win Smith gezeichnet worden. Auch diese allerersten Mouse-Strips werden hier veröffentlicht, so dass eine komplette Übersicht über die Entwicklung von Anfang an ermöglicht wird.

Wenn es an diesem Buch überhaupt etwas zu bekritteln gibt, dann vielleicht, dass man sich wünschen mag, die Comicsstrips würden etwas größer reproduziert.
Doch dies ist kein echter Wermutstropfen, da der Lesegenuss gewahrt bleibt.

So lange sich bei uns kein Verleger findet, der sich an eine deutschsprachige Floyd-Gottfredson-Edition wagt, bleibt dem hiesigen Comic-Fan nur der Griff zu dieser exquisiten Ausgabe. So bekommt man zu einem wirklich fairen Preis das komplette Original.
Der zweite Band mit den Strips der Jahre 1932-33, in denen Gottfredson richtig Fahrt aufnahm, ist für November 2011 angekündigt.

Diese Editon ermöglich endlich einem breiten Publikum die Entdeckung einer Micky Mouse, die so ganz anders als die heutige ist. Floyd Gottfredson zu lesen ist schlichtweg ein spannendes Vergügen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2012 8:30 AM MEST


Dick & Doof - Zwei ritten nach Texas
Dick & Doof - Zwei ritten nach Texas
DVD ~ Oliver Hardy
Preis: EUR 11,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekter Spaß mit Stan und Ollie, 21. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Dick & Doof - Zwei ritten nach Texas (DVD)
"Way Out West" (USA 1937) zeigt Laurel & Hardy in Top-Form. Der Spielfilm, bei dem Stan Laurel auch als Produzent fungierte, zeigt die beiden Komiker in ihrem zehnten Jahr als Duo auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Es stimmt einnfach alles: die Ausstattung, das Setting im Wilden Westen, die Mitspieler, die witzige Story, die zahlreichen Gags und nicht zuletzt die musikalischen und tänzerischen Einlagen von Laurel & Hardy, die in ihrer Schlichtheit sehr poetisch wirken.
"Way Out West" konzentriert sich ganz auf die beiden Hauptdarsteller und krankt nicht an aufgesetzten Liebesgeschichten, wie sie beispielsweise in den späten Laurel & Hardy-Filmen der 40er Jahre typisch werden sollten oder schon in einem ihrem nächsten Filme, "Swiss Miss" (USA 1938), den Genuss etwas schmälerten.
Nach "Way Out West" drehte das berühmteste Komikerduo der Welt immerhin noch 15 Spielfilme, doch die hohe Qualität ihrer Westernparodie erreichten die beiden in dieser Geschlossenheit nicht mehr. Zwar folgten mit "Blockheads" (USA 1938) und "A Chump At Oxford (USA 1940) noch zwei Meisterwerke, aber beide Filme können nur in Teilen die stimmige Mixtur von Komik, Absurdität und witziger Grundspannung bieten, die Laurel & Hardy mit ihrem Trip in den Wilden Westen erzielten.
Wenn man so will, bildet "Way Out West" gemeinsam mit "The Sons Of The Desert (USA 1933) das Herzstück der Spielfilme von Laurel & Hardy.


MGM: Hollywood's Greatest Backlot
MGM: Hollywood's Greatest Backlot
von Steven Bingen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,16

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prachtvoll bebilderte Tour durch das klassische MGM-Studio, 20. März 2011
Dieses Buch ist ein Muss für alle, die sich für die Hintergründe der us-amerikanischen Filmproduktion im Allgemeinen und das Funktionieren der großen Studios im Besonderen interessieren. Metro-Goldwyn-Mayer, kurz MGM, galt lange Zeit als das Tiffany der großen Hollywood-Studios. Die Firma, deren Markenzeichen der brüllende Löwe ist, war zu ihrer Glanzzeit im 20. Jahrhundert schlichtweg das größte und erfolgreichste Studio der Welt. Ungeniert warb man für die eigenen Filme mit dem Spruch "More stars than there are in heaven".

Gegründet 1924, bescherte MGM in den kommenden Jahrzehnten den Kinobesuchern solche Attraktionen wie "Ben Hur" (in einer grandiosen Stummfilmversion 1925 und ebenso spektakulär in Ton, Farbe und Breitbild 1959), "Grand Hotel" (dt.: "Menschen im Hotel", 1932), "Ninotchka" (1939), "The Wizard of Oz" (dt.: "Das zauberhafte Land", 1939), "Anchors Aweigh" (dt.: "Urlaub in Hollywood", 1945), "An American in Paris" (dt.: "Ein Amerikaner in Paris", 1951), "Singin' in the Rain" (dt.: "Du sollst mein Glücksstern sein", 1952), "Forbidden Planet" (dt.: "Alarm im Weltall", 1956), "Jailhouse Rock" (dt.: "Rhythmus hinter Gittern", 1957), "The Time Machine" (dt.: "Die Zeitmaschine", 1960) und "The Dirty Dozen" (dt.: Das dreckige Dutzend, 1967) um nur einige wenige Titel zu nennen. In seiner Hochzeit, in den 30er bis 50er Jahren, produzierte MGM durchschnittlich einen Spielfilm pro Woche.

Das prächtig illustrierte Buch geht der Frage nach, welche Voraussetzungen das Studiogelände bot, um diese enorme Produktivität aufrecht zu erhalten. Hunderte von Fotos zeigen anschaulich, wie das Studio, das streng genommen gar nicht in Hollywood, sondern im Nachbarbezirk Culver City lag, aufgebaut war. Neben dem eigentlichen Kerngelände, auf dem sich die Firmenverwaltung, die großen Tonfilmateliers und die meisten technischen Abteilungen befanden (Lot 1 genannt), unterhielt MGM noch riesige Flächen für Außenaufnahmen (auf Englisch "backlots" genannt) mit teils gigantischen Kulissen, auf denen beispielsweise Teile von New Yorks Straßen, ein künstlicher See inklusive Dampfschiff oder der Dschungel für die Tarzan-Filme zu finden waren. Insgesamt umfassten alle Grundstücke, die MGM nutzte, eine Fläche von rund 175 acres, was umgerechnet über 700 000 Quadratmetern entspricht.

Diese Zeiten sind lange vorbei, denn in den frühen 70er Jahren entschied die damalige Firmenleitung, nach und nach alle Freiluftgelände, eben jene großartigen backlots, zu verkaufen. Die Kulissen, in denen jahrzehntelang Hunderte von Filmen gedreht worden waren, wurden eine um die andere vom Bulldozer niedergewalzt und die freigewordenen Flächen mit Wohn- oder Gewerbegebäuden bebaut. Übrig blieb nur Lot 1 mit den großen Tonfilmhallen und den Verwaltungsgebäuden. Selbst davon trennte sich MGM und verkaufte die verbliebenen Studioanlagen 1986. Heute residiert auf diesem Gelände das Sony Pictures Studio mit seinen Tochterfirmen Columbia Pictures und TriStar Pictures. MGM selbst ist seither, wenn man so will, ein virtuelles Studio. Es besitzt keine eigenen Studiogrundstücke mehr, sondern mietet sich für seine wenigen eigenen Filmproduktionen bei anderen Firmen ein oder beschränkt sich auf die Ko-Finanzierung anderer Produzenten.

Die drei Autoren nehmen den Leser auf eine Zeitreise mit, zurück in jene Tage, als der MGM-Löwe noch allen Grund hatte, so machtvoll zu brüllen. Dies geschieht unter anderem anhand von Karten des Studiogeländes, auf denen die wichtigen Produktionsgebäude und -einrichtungen markiert sind. Diese wiederum werden anschließend in Wort und zahlreichen Bildern einzeln dargestellt.

In insgesamt vier Teilen, die wiederum in Unterkapitel aufgegliedert sind, kann man so eintauchen in die Alltagswelt auf dem Studio. Der erste Teil des Buchs beschäftigt sich mit der Vorgeschichte und Entstehung von Metro-Goldwyn-Mayer und zeigt dann ausführlich den Aufbau von Lot 1 mit seinen Studioanlagen. Man erhält interessante Einblicke, sie reichen von der Requisitenabteilung über das Filmlabor bis hin zur Studiokantine wo täglich Dutzende von Stars wie Clark Gable, Greta Garbo, Judy Garland, James Stewart, Frank Sinatra, Esther Williams, Fred Astaire oder Gene Kelley ein und aus gingen.
Der zweite und der dritte Teil widmet sich den verschiedenen "Potemkinschen Dörfern" der backlots, also den Kulissen auf den großen Freigeländen, insbesondere den riesigen Aufbauten auf Lot 2 und Lot 3.
Schließlich geht der vierte Teil ausführlich auf die Zeit von MGMs allmählichem Niedergang ab den 50er Jahren ein und beschreibt die turbulenten Entwicklungen der Firma bis zur Gegenwart. Etwas melancholisch stimmen die Fotos, die den traurigen Zustand des einst größten Filmstudios der Welt in den späten 70er und frühen 80er Jahren zeigen, kurz bevor auf den Außengeländen alles abgerissen wurde. [Einen Blick auf diesen Zustand erhält man auch in den Filmen "That's Entertainment" (1974; eine Kompilation mit zahlreichen Ausschnitten aus den berühmten MGM-Musicals, auf DVD: That's Entertainemnt/That's Entertainment 2/That's Entertainment 3 [3 DVDs] [UK Import) und der Dokumentation "When the lion roars" (1992; auf amazon.com zu finden).]
Ein spezielles Register gibt im Anhang eine detaillierte Übersicht, auf welchem Teil des Studios bestimmte Sequenzen der MGM-Filme gedreht wurden.

Ein rundum empfehlenswertes Buch für alle an Filmgeschichte und Hollywood Interessierten.


Laurel & Hardy - Geheimagenten
Laurel & Hardy - Geheimagenten
DVD ~ Stan Laurel
Wird angeboten von malichl
Preis: EUR 5,87

8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Laurel & Hardy mochten diesen Film selbst nicht, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Laurel & Hardy - Geheimagenten (DVD)
Möglicherweise ist "A-Haunting We Will Go" (USA 1942), so der Originaltitel von "Die Geheimagenten", der künstlerische Tiefpunkt in der Karriere von Laurel & Hardy.
Dieser-Fox-Film ist weit entfernt von den positiven Qualitäten, die einst sogar weniger gelungene Produktionen für das kleine Hal Roach-Studio noch auszeichneten. Selbst verglichen mit den anderen Produktionen, die Laurel & Hardy zwischen 1941 und 1945 für 20th Century-Fox und MGM drehten, schneidet dieser Film schlecht ab. Es ist überliefert, dass Regisseur Alfred Werker den ohnehin geringen Freiraum, den Laurel & Hardy bei den großen Studios noch hatten, weiter einengte. Speziell Stan Laurel, vormals der kreative Kopf des Duos, verstand sich nicht mit dem unkooperativen Regisseur.
Dafür, dass "Die Geheimagenten" eine Komödie sein soll, gibt es einfach zu wenig zu lachen. Das Strickmuster der Story folgt eher einem Mystery-Thriller, doch dafür wiederum fehlt echte Spannung. Auch die Mitwirkung des damals in Amerika beliebten Zauberers Dante kann den Film nicht retten. Es gibt ein paar gelungene Gags und insbesondere die Sequenz, in der Stan & Ollie mit zwei magischen Kisten herumexperimentieren, hat Esprit. Doch insgesamt bietet der Stoff den beiden großartigen Komikern viel zu wenig Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen.
Von Stan Laurel wird berichtet, dass er "A-Haunting We Will Go"/"Die Geheimagenten" für den schlechtesten aller 106 Laurel & Hardy-Filme hielt. Leider zurecht.


Laurel & Hardy - Der große Knall
Laurel & Hardy - Der große Knall
DVD ~ Stan Laurel

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Der große Knall" - Ein kleines Gagfeuerwerk, 29. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Laurel & Hardy - Der große Knall (DVD)
"Der große Knall" (Originaltitel "The Big Noise") war der vorletzte Film, den Laurel & Hardy für das Studio 20th Century-Fox drehten. Als der im März/April entstandene Film im Oktober 1944 in die US-amerikanischen Kinos kam, entpuppte er sich als Komödie, die geprägt war vom II. Weltkrieg. Das Thema - Wissenschaftler erfindet Superbombe, Spione versuchen, sie zu stehlen, Stan und Ollie agieren als Detektive, um dies zu verhindern - steht in einer Reihe ähnlicher Motive, die bereits vorangegangene Laurel & Hardy-Filme der vierziger Jahre beeinflussten.
Der Ruf des Films ist denkbar negativ, schaffte er es doch sogar auf die Liste der "50 schlechtesten Filme aller Zeiten". Wenn man den Film mit diesem Vorwissen sieht, wird man allerdings angenehm überrascht. Zwar zünden bei weitem nicht alle Ideen und Gags, und die Gangster-Handlung ist auch nicht sonderlich originell, aber der Streifen hat noch genügend zu bieten, was Fans des Duos erhoffen.
Die Zeiten, in denen Laurel & Hardy es möglich war, neue Gags vor der Kamera auszuprobieren und zu entwickeln, lagen damals schon einige Jahre zurück. Doch gemeinsam mit dem ihnen freundlich gesonnenen Regisseur Mal St. Clair holte das Duo aus dem durchwachsenen Skript noch das Beste heraus. Außerdem hatte der Drehbuchautor W. Scott Darling auf einige Gags früherer Laurel & Hardy-Filme zurückgegriffen, die das ansonsten eher dürftige Material von "The Big Noise" durchaus aufwerteten.
So wurde beispielsweise die Schlafwagensequenz aus ihrem Kurzfilm "Berth Marks" (USA 1928) wieder aufgelegt. Auch eine Gag mit einem frisch gestrichenen Laternenpfahl aus dem Film "Habeas Corpus" (USA 1928) findet sich hier. Und offensichtlich hatten Laurel & Hardy viel Spaß dabei, ihre traditionelle Hüte-Verwechslungsnummer einzubauen. Auch das Ende des Films hat viel Charme, wenn die beiden Komiker mitten im Ozean auf einer Boje sitzen, Stan auf seiner Ziehharmonika spielt und dazu plötzlich tanzende Fische aus dem Meer auftauchen.
"Der große Knall" ist kein Film, der den beiden berühmten Komikern voll und ganz gerecht wird. Jedoch ist er besser, als ihm viele nachsagen und entzündet durchaus das eine oder andere kleine Gag-Feuerwerk.


Laurel & Hardy - Der Stierkämpfer
Laurel & Hardy - Der Stierkämpfer
DVD ~ Stan Laurel
Wird angeboten von findcoolmovies
Preis: EUR 21,99

35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vergnüglich: Der letzte Hollywood-Film von Laurel & Hardy, 27. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Laurel & Hardy - Der Stierkämpfer (DVD)
Treue Fans des Komikerduos Laurel & Hardy lassen an deren letzten Filmen aus den vierziger Jahren meist kein gutes Haar. Insbesondere "Die Stierkämpfer" (Originaltitel: "The Bullfighters") galt lange als eine ihrer schlechtesten Produktionen. Doch seit einigen Jahren werden die sechs Filme für 20th Century-Fox und die beiden MGM-Produktionen, die das Duo zwischen 1941 und 1945 drehte, neu bewertet.
Alle diese späten Spielfilme mögen im Vergleich zu ihren früheren Kurz- und Langfilmen, die sie für den Produzenten Hal Roach drehten, weniger attraktiv wirken. Doch das harsche Urteil über das Spätwerk von Laurel & Hardy war zu pauschal. Gerade der letzte Film, den das beliebte Duo in Hollywood Ende 1944 drehte und der im Mai 1945 in die Kinos kam, verdient eine differenziertere Betrachtung.
Sicherlich krankt "The Bullfighters" an ähnlichen Drehbuchschwächen wie die Vorgängerfilme. Jedoch enthält der Film zwei Sequenzen (die Brunnenszene und die Eierszene), von denen belegt ist, dass sie nicht von Regisseur Mal St. Clair gestaltet wurden, sondern unter der Leitung von Stan Laurel entstanden. Dies ermöglichte die Improvisation vor der Kamera, eine Vorgehensweise, die einst zum Erfolg ihrer besten Filme beigetragen hatte.
Obwohl Oliver Hardy hier nicht mehr seine traditionelle Filmfrisur trägt, ist ansonsten viel Vertrautes wieder vorhanden. Zum Beispiel konnte Stan Laurel anscheinend wieder das von ihm bevorzugte hellere Make-Up benutzen, das ihn deutlich jünger aussehen lässt, als in vorangegangenen Fox-Filmen. Immer wieder werden auch kleine Gags am Rande serviert, eine Spezialität von Laurel & Hardy, die zuvor eher zu kurz kam. Und Ollie setzt in diesem Film seinen demonstrativen Blick in Kamera so oft ein, wie in keinem ihrer Filme der vierziger Jahre. Der Film konzentriert sich im Wesentlichen ganz auf die beiden Stars. Romantische Nebenhandlungen, wie sie in ihren anderen Filmen zuvor viel zu oft und ausführlich auf Kosten der Komik vorkamen, fehlen erfreulicherweise ganz. Auch die Schluss-Szene, in der sich Stan & Ollie als wandelnde Skelette verabschieden, steht ganz in der Tradition ähnlich surrealer Gags aus früheren Filmen wie z.B. "Going Bye Bye" (USA 1934) oder "The Bohemian Girl" (USA 1936).
Trotz der deutlichen Verbesserungen gegenüber ihren vorherigen Fox-Filmen verlängerten Laurel & Hardy ihre Verträge nicht. Als "The Bullfighters" sich im Kino als überraschend erfolgreich erwies, bot das Studio den beiden Komikern einen Fünf-Jahres-Vertrag, Laufzeit bis 1950, an. Aus welchen Gründen auch immer lehnten die beiden das Angebot ab, so dass "The Bullfighters" ihr Abschied von Hollywood bedeutete. In den folgenden Jahren traten sie live mit selbst geschriebenen Sketchen auf (vor allem in Europa) und drehten als italienisch-französische Koproduktion einen letzten, leider ebenfalls durchwachsenen Film ("Atoll K", 1950/51).
"The Bullfighters" jedenfalls ist besser als sein Ruf.


Laurel & Hardy - Die Wunderpille
Laurel & Hardy - Die Wunderpille
DVD ~ Stan Laurel
Wird angeboten von gubo9de
Preis: EUR 18,85

40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Laurel & Hardy-Klassiker, aber sehenswert, 26. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Laurel & Hardy - Die Wunderpille (DVD)
Das erfolgreiche Komikergespann Laurel & Hardy trennte sich 1940 von seinem langjährigen Produzenten Hal Roach, bei dem sie seit 1927 als Duo vor der Kamera gestanden waren. Der Versuch, mit einer eigenen Produktionsfirma mehr Einfluss auf ihre Filme zu bekommen, scheiterte mangels ausreichendem Kapital. Um weiterhin im Geschäft zu bleiben unterschrieben Stan Laurel und Oliver Hardy Verträge beim Studio 20th Century-Fox, für das sie 1941-1945 sechs Filme drehten. Außerdem entstanden im gleichen Zeitraum noch zwei Produktionen für Metro-Goldwyn-Mayer (MGM).
Entgegen ihren ursprünglichen Hoffnungen verschlechterten sich die Arbeitsbedingungen bei den beiden großen Studios. Im Gegensatz zu den Produktionen, die im Hal Roach-Studio entstanden waren, hatten sie nun kaum Einfluss auf die Drehbücher und die Dreharbeiten. Insbesondere Stan Laurel litt unter diesem Zustand. Als kreativer Kopf war er einst de facto Ideengeber und Regisseur bei fast allen ihren Filmen gewesen (wenn auch namentlich nie genannt) und hatte sich um den Endschnitt gekümmert. Auch hatte er gemeinsam mit seinem Filmpartner Hardy immer wieder vor der Kamera improvisiert, was sich sehr positiv auf die Gesamtqualität ausgewirkt hatte. Doch bei Fox und MGM mussten sie sich sehr eng an die nicht von ihnen verfassten Drehbücher halten. Das Resultat: ihre schöpferische Kraft wurde ausgebremst. Laurel & Hardy, die vorher ihre Filme maßgeblich mitgestalteten, wurden von Fox und MGM als normal angestellte Schauspieler behandelt, die wenig mitzureden hatten. Aus diesem Grund halten die acht Filme aus den vierziger Jahren einem Vergleich mit den großen Erfolgen aus den zwanziger und dreißiger Jahren wie "Sons of the Desert (USA 1933) oder "Way Out West" (USA 1937) nicht recht stand. ABER: Für sich genommen sind einige der späteren Filme durchaus sehenswert, wenn man als Zuschauer versucht, unvoreingenommen an die Angelegenheit heranzugehen.
"Die Wunderpille" (Originaltitel "Jitterbugs") kam 1943 in die US-amerikanischen Kinos und entpuppte sich als eines der besseren Werke aus dieser Schaffensperiode der beiden Komiker. Die Ausstattung ist recht großzügig, wenn man bedenkt, dass "Jitterbugs" als sogenannter B-Film produziert wurde, d.h. ein knappes Budget hatte. Das Drehbuch von Scott Darling leidet hier und da allerdings ziemlich unter mangelnder Logik. Doch Laurel & Hardy sind gemeinsam mit ihrem Co-Star, der Sängerin Vivien Blaine, gut aufgelegt. Dies mag auch daran gelegen haben, dass sie mit ihrem neuen Regisseur, Mal St. Clair, gut auskamen, der im Rahmen des Möglichen versuchte, ihnen beim Dreh wenigstens minimale Freiräume zu verschaffen. Zwar spielen die beiden Komiker kaum mehr die aus früheren Filmen vertrauten Figuren mit Anzügen und Melonen, aber immerhin gibt der Stoff einige Gelegenheiten für köstliche Szenen, in denen sich Stan und Ollie verkleiden müssen. Der deutsche Titel bezieht sich übrigens auf eine Wunderpille, die Wasser in Benzin verwandeln kann. Freilich ist dies ein großer Schwindel, auf den auch Stan und Ollie hereinfallen. Im Laufe der etwas unsteten Handlung bekommen sie es mit Gangstern zu tun, die eine junge Dame (Blaine) um 10.000 Dollar betrügen, was freilich in ein Happy End mündet.
Insgesamt gesehen ist "Jitterbugs" sicherlich kein Meisterwerk, doch für vergnügliche 74 Minuten ist er allemal gut.


Buster Keaton - Seine besten Filme (5 DVDs)
Buster Keaton - Seine besten Filme (5 DVDs)
DVD ~ Buster Keaton Collection

52 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Keaton-Edition mit vielen Extras, 12. März 2007
Eine schöne Kollektion, die dem großen Komiker Buster KEaton mehr als gerecht wird!

Die hier versammelten vier Spielfilme ("Three Ages", "The General", "College" und "Steamboat Bill, Jr.") entstanden in den zwanziger Jahren, als Keaton auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens war. Die Bildqualität ist angesichts des Alters der Filme echt gut, da auch digital nachbearbeitet.

Was diese Box besonders auszeichnet sind die Extras. Zum Beispiel gibt es "The Railrodder", ein kanadischer Kurzfilm, den Keaton 1965 wenige Monate vor seinem Tod drehte. Der Film zeigt, wie Buster in einer Draisine auf den Schienen quer durch Kanada fährt und vermittelt einen guten Eindruck aus Keatons Spätwerk. Über diesen Film drehte ein zweites Team damals einen Dokumentarfilm unter dem Titel "Buster Keaton rides again", der ebenfalls enthalten ist. Dieser ist ein beeindruckendes Dokument und veranschaulicht, wie Keaton auch im hohen Alter voller kreativer Energie bei den Dreharbeiten war und auch vor gefährlichen Stunts nicht zurückschreckte.

Die Box enthält noch etliche solcher Raritäten, z.B. auch eine Folge aus der TV-Reihe "The Buster Keaton Show" von 1949. Deren Bildqualität ist aufgrund des damaligen technischen Aufzeichnungsstandards zwar nicht besonders, aber sie zeigt sehr schön wie Keaton vor Live-Studio-Publikum (!) gekonnt einige seiner früheren Gags wiederaufführt und dabei wohl auch improvisierte. Weitere Dokumentationen und Ausschnitte (u.a. aus "Candid Camera" von 1959) runden den positiven Gesamteindruck ab.

Bleibt zu hoffen, dass in dieser DVD-Edition auch die anderen Keaton-Spielfilme aus den zwanziger Jahren (z.B. Our Hospitality, Sherlock Jr., Battling Butler) erscheinen.


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Laurel & Hardy perfekt, 20. Oktober 2002
"Way Out West" (USA 1937) zeigt Laurel & Hardy in Top-Form. Der Spielfilm, bei dem Stan Laurel auch als Produzent fungierte, zeigt die beiden Komiker in ihrem zehnten Jahr als Duo auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Es stimmt einnfach alles: die Ausstattung, das Setting im Wilden Westen, die Mitspieler, die witzige Story, die zahlreichen Gags und nicht zuletzt die musikalischen und tänzerischen Einlagen von Laurel & Hardy, die in ihrer Schlichtheit sehr poetisch wirken.
"Way Out West" konzentriert sich ganz auf die beiden Hauptdarsteller und krankt nicht an aufgesetzten Liebesgeschichten, wie sie beispielsweise in den späten Laurel & Hardy-Filmen der 40er Jahre typisch werden sollten oder schon in einem ihrem nächsten Filme, "Swiss Miss" (USA 1938), den Genuss etwas schmälerten.
Nach "Way Out West" drehte das berühmteste Komikerduo der Welt immerhin noch 15 Spielfilme, doch die hohe Qualität ihrer Westernparodie erreichten die beiden in dieser Geschlossenheit nicht mehr. Zwar folgten mit "Blockheads" (USA 1938) und "A Chump At Oxford (USA 1940) noch zwei Meisterwerke, aber beide Filme können nur in Teilen die stimmige Mixtur von Komik, Absurdität und witziger Grundspannung bieten, die Laurel & Hardy mit ihrem Trip in den Wilden Westen erzielten.
Wenn man so will, bildet "Way Out West" gemeinsam mit "The Sons Of The Desert (USA 1933) das Herzstück der Spielfilme von Laurel & Hardy.


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