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Rezensionen verfasst von
"venicequeen"

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MTV Unplugged
MTV Unplugged
Preis: EUR 7,99

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Abschied eines ganz besonderen Menschen: Kurt Cobain, 20. März 2004
Rezension bezieht sich auf: MTV Unplugged (Audio CD)
Am 18.11.1993 kam ein Mann in einer grau/grünen Strickjacke auf die Bühne, sagte nichts anderes als „Good Evening" und begann mit dem ersten Song „About a girl" zu dem er noch kurz, mit ziemlich unbeteiligter Stimme sagte, dass die meisten Leute ihn nicht kennen würden, da er auf dem ersten Album war („Bleach"). Dieser Mann war, seit 1991 das Album „Nevermind" erschienen war, das sich über 9 Millionen Mal verkaufte, ununterbrochen in den Medien, war das Idol von Millionen Jugendlichen, Sänger der Grunge-Rockband Nirvana, stand für eine ganz bestimmte Lebensweise und war überall auf der ganzen Welt durch seine Musik und durch Fan-T-Shirts präsens: Kurt Cobain. All das mochte man zuerst nicht glauben, als sich dieser eher unauffällige Mann mit fettigen blonden Haaren und der furchtbaren Strickjacke auf seinen Stuhl setzte.
Überall Kerzen und Blumen - eine merkwürdige Umgebung für ein der Rockbands überhaupt. Doch all das vergisst man, es ist völlig unwichtig, als Kurt zu singen beginnt. Das Publikum hört zu, es gibt kein hysterischen Kreischen, man hört nur das dumpfe Geräusch, wenn Dave Grohl mit seinen Schlagstöcken aufkommt, sogar der Bass von Krist Novoselic wirkt ruhig, bedächtig. Dazu diese Stimme, die sich so schwer beschreiben lässt, traurig, erschöpft und doch von ungeheurer Ausdrucksstärke. Es folgt „Come as you are", Kurt singt und spielt mit gesenktem Kopf, nur ganz selten schaut er hoch und zeigt das unglaubliche Blau seiner Augen. Bei der Textzeile „And I Don't Have A Gun", singt er kaum verständlich, mit zusammengebissenen Zähnen. Doch niemand versteht die Botschaft.
Es folgt „Jesus Don't Want me For A Sunbeam" ein Cover von den Vaselines. Dann „The Man Who Sold The World", „Pennyroyal Tea", „Dumb", „Polly" und „On A Plain". Irgendwie sind sie alle sanfter, ruhiger als sonst, bauen aber gerade dadurch eine ungeheure Spannung auf. Bei Cobains Stimme in „Something in the way" bekommt man eine Gänsehaut. Es ist unglaublich, was für eine Stimme dieser Mann hat.
Es folgen die Songs „Plateau", „Oh Me" und „Lake of Fire", die alle ursprünglich von den Meat Puppets stammen, eine Alternative Band, die Cobain sehr gemocht hat und die heute nicht mehr existiert (außer durch ihre Musik). Die Kirkwood-Brüder der Meat Puppets sind selbst da und Kurt lässt sie Gitarre spielen und konzentriert sich ganz aufs Singen.
Als nächstes „All Apologies" und dann kommt der Höhepunkt: „Where Did You Sleep Last Night", leise beginnt er zu singen, wird dann schlagartig lauter und schreit, wie man es doch eigentlich von ihm gewohnt ist, er schreit sich die Seele aus dem Leib, bricht plötzlich ab, lächelt seltsam, öffnet noch einmal seine unglaublichen Augen, doch sie scheinen sich woandershin zu richten. Er schreit ein letztes Mal, verstummt dann für immer. Und ich breche in Tränen aus.
Nein, das stimmt nicht ganz, dass es Nirvanas letztes Konzert war, es gab noch eines nach diesem, aber es ist nicht wichtig, eigentlich hatte Kurt sich mit diesem schon verabschiedet.
Sie haben keine „härteren" (ich hasse diesen Ausdruck") Songs wie „In Bloom", „Lithium" oder „Smells Like Teen Spirit" gespielt, sondern eher ruhiger, traurigere Songs. Aber ich finde, dass sie sowieso nicht gepasst hätten, auch eine Zugabe wäre überflüssig und falsch gewesen, einen besseren Abschluss als „Where did you Sleep last night" hätte es nicht geben können.
Wenn man sich das Konzert heute im TV anguckt, glaubt man nicht, dass es damals niemand gemerkt hat, dass der Mann eigentlich nur noch ein Schatten seiner selbst war, völlig fertig, Hilfe rufend - und niemand reagiert. Ich denke, dass er wusste, dass dies das mehr oder weniger letzte Konzert war, er hat sich damit verabschiedet und es auch auf eine gewisse Weise abgeschlossen. Aber wahrscheinlich wusste man schon, wie es um ihn stand, doch sie haben ihre Augen vor der Wahrheit verschlossen und niemand hat rechzeitig reagiert. Obwohl es auch fragwürdig ist, ob ihm zu helfen gewesen wäre. Nicht einmal seine Tochter Frances Bean Cobain, die er über alles liebte, konnte ihn in dieser Welt halten.
Diese CD zeigt eine andere Seite von Nirvana, trauriger und ernster. Sie ist ein super Einstieg in diese Art Musik. Ich hielt Nirvana-Fans, ehrlich gesagt, immer für Freaks, die auf harte Musik stehen, abgerissen aussehen und vielleicht sogar richtige Junkies sind. Doch dann lernte ich einen solchen Freak kennen und er war überhaupt nicht so, wie ich mir Nirvana-Fans vorgestellt hatte. Daraufhin fasste ich den Entschluss, mir das Unplugged Konzert im Fernsehen anzuschauen. Ich möchte ihm dafür hiermit danken.
Ich muss nicht erwähnen, dass mich das Konzert so gefesselt hat, dass ich es mir gleich am nächsten Tag auf CD gekauft habe. Mittlerweile habe ich alle Alben von Nirvana.
Für jemanden, der sich der Musik von Kurt Cobain vorsichtig nähern will, ist diese CD ideal. Ich würde aber versuchen, das Konzert auch mal im Fernsehen zu sehen (auf MTV), damit man die eigenartige Stimmung, das Besondere an diesem Konzert besser verstehen kann. Ich sehe ihn immer vor mir, wie er da sitzt und singt...wenn man etwas mit der Musik verbindet, ist sie noch viel fesselnder, schöner.
Ich würde diese CD wirklich jedem empfehlen. Sie repräsentiert für mich Kurt Cobain als Persönlichkeit und einen Abschied auf seine Art.
IN MEMORY OF KURT COBAIN, REST IN PEACE


America's Sweetheart
America's Sweetheart
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 9,93

3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Courtney Love is back - offen, roh und ehrlich, 14. März 2004
Rezension bezieht sich auf: America's Sweetheart (Audio CD)
Wenn man ehrlich ist, hat Courtney Love in den letzten Jahren eigentlich nur durch Gerichtsprozesse und durch ihre Drogenabhängigkeit von sich hören gemacht. Sechs Jahre ist es her, dass ihr letztes Album (mit ihrer Band „Hole") erschien - eine sehr lange Zeit im Musikbusiness. Doch Courtney hat, ob absichtlich oder nicht, dafür gesorgt, dass sie niemand vergisst.
Wie wünschen sich die Medien einen typischen Rocker? Er soll viel trinken, Heroin-abhängig sein und ein auffälliges Sexualleben haben. Dann können sie ihn einen Skandal-Rocker nennen und sind zufrieden. Solange diese Person männlich ist. Ist sie das allerdings nicht, wird sie von den Medien zerrissen, als primitiv bezeichnet und als Hure verschrien. Davon kann Courtney Love ein Lied singen und das tut sie auch: Sie schreit, flucht, krächzt sich die Wut und Unzufriedenheit aus der Seele. Dazwischen immer wieder etwas ruhigere Phasen, in denen der Hörer aufatmen kann.
Ich war erstaunt (oder auch nicht) darüber, dass wirklich jeder ihrer Songs von super Qualität ist. Courtney singt nun mal nicht lieb und brav, sie ist so offen und ehrlich, so dass es einen schon fast wieder beunruhigt.
Immer wieder wird ihre Stimme in CD - Kritiken mit der einer „besoffenen Janis Joplin" verglichen. Und es wird gesagt, dass es gut war, dass Courtney ihr Ex-Bandmitglied Melissa mehrere Schichten Background hat singen lassen - es stimmt, Courtney ist keine Norah Jones und auch keine Alicia Keys, sie ist eine Rockerin. Die müssen nicht perfekt singen können- und das müssen die Medien langsam begreifen.
Dieses Album ist wirklich 100% Courtney Love, roh, unverfälscht und mit hitverdächtigen Songs gespickt. Es ist Grunge von hochwertiger Qualität, enthält aber auch Songs, die auf wunderbare Weise in Richtung Pop weisen. Zum Beispiel der Song „Sunset Strip".
Beim Produzieren ihres Albums hatte Courtney sehr prominente Hilfe - Linda Perry (die auch schon Christina Aguilera und Pink Hits bescherte).
Ich kann abschließend nur sagen, dass ich jedem empfehlen würde, zumindest mal in das Album reizuhören. Mich persönlich hat es „vom Hocker gerissen". Selten findet man so gute und dabei so ehrliche Musik.
Besonders Nirvana-Fans möchte ich dieses Album ans Herz legen, denn es erinnert schon irgendwie an Nirvana. Was eigentlich auch nicht weiter verwunderlich ist. Lasst einfach mal alle Vorurteile außen vor und hört es euch an. Denn Courtney ist zweifellos eine herausragende Persönlichkeit und hat es sich verdient.
Um einen Eindruck von dem Album zu bekommen, würde ich in die Songs „Mono" (die erste Single-Auskopplung), „Sunset Strip", „Almost Golden" und vor allen „I'll do anything" reinhören. Als ich diesen Song das erste Mal hörte, dachte ich, „sag mal, spinnst du, das ist doch eindeutig Nirvana" - so ganz unrecht hatte ich nicht. Das Intro wurde nämlich tatsächlich von ihrem Ehemann, der Grunge-Legende Kurt Cobain (20.02.1967 - 05.04.1994) und Sänger der Band Nirvana geschrieben. Und es passt perfekt zu ihrem eigenen Material.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 6, 2008 9:35 PM MEST


Greatest Hits
Greatest Hits
Preis: EUR 5,00

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Best of the best Band on Earth, 13. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Greatest Hits (Audio CD)
Warum veröffentlichen die Red Hot Chili Peppers denn jetzt schon ein Greatest Hits-Album? Eigentlich denkt man doch, dass Bands bzw. deren Musiklabels erst dann ein Best Of rausbringen, wenn die jüngsten Platten gefloppt sind und / oder die Band sich getrennt hat oder auch wenn sich alle Bandmitglieder friedlich geeinigt haben, dass es nun doch langsam mal gut ist. Aber nichts davon trifft auf die Chilis zu- im Gegenteil! Der Sänger Anthony Kiedis verriet jüngst in einem Interview, dass sie schon siebzehn Songs für das nächste Album hätten. Endet ihre Kreativität denn nie? Scheinbar nicht. Beweis dafür ist auch das letzte Album „By The Way". Monatelang setzte es sich weltweit in den Albencharts fest, die gleichnamige Single schoss z.B. in den USA sofort auf Platz zwei. Wenn man den Song hört, würde man nie denken, dass er von bereits dem achten Album einer Band ist, die 2003 ihr 20-jähriges Jubiläum feierte. Er erinnert an das `91 Album „Blood Sugar Sex Magik"- rockig, funkig, unendliche Chili-Power. Es sieht also nicht so aus, als ob die Chili Peppers in absehbarer Zeit aufhören würden, hochkarätige Musik zu poduzieren.
Aber warum sollten sie nicht trotzdem jetzt schon ein Greatest-Hits-Album veröffentlichen? Es besteht ja kein Grund zur Annahme, dass dieses das letzte sein sollte.
Jedenfalls bietet es einen guten Einblick in die Entwicklung der Band, denn zwischen dem ältesten Song „Higher Ground" von 1989 und den beiden neuen Songs auf der Platte liegen immerhin gut 14 Jahre.
Auf der Platte sind insgesamt 16 Songs, 14 Klassiker und zwei neue, „Fortune Faded" und „Save The Population". Bei dieser Angabe fragt man sich, warum nur 14 Songs, die Chilis hatten doch viel mehr Hits?!
Von der `89 Platte „Mother's Milk" ist wie gesagt, nur der Song „Higher Ground" vertreten- von den drei Vorgänger Alben sucht man vergeblich eine Spur. Es folgt der Rock/Funk- Klassiker „Blood Sugar Sex Magik" von 1991, der mit 4 Songs vertreten ist: „Breaking The Girl", „Suck My Kiss", der Hymne „Give It Away" und der Rockballade „Under The Bridge". Der Sammelwert dieser Platte wird durch den Song „Soul To Squeeze" erhöht, er war auf dem Soundtrack zu dem Film „Coneheads" und nur sehr schwer zu bekommen. Als nächstes kam dann das `95 Album One Hot Minute von dem nur ein Song auf dieser Platte zu finden ist: „My Friends". Es fehlen leider „Aeroplane" und „Warped".
1999 veröffentlichten die Chilis das Album „Californication", dass weltweit bislang unerreichte Erfolge hatte. Es ist mit den Songs „Otherside", „Scar Tissue", „Parallel Universe" und natürlich „Californication" vertreten. Ich vermisse aber „Around The World". Auch von der jüngsten Platte „By The Way" hätten meiner Meinung nach mehr Songs auf der Greatest-Hits Platte sein dürfen, was ist denn z.B. mit „Can't Stop"? Der Song mit dem Video zum Schlapplachen, der z.B. auf Delta-Radio rauf und runter lief- einfach weggelassen! Warum denn bitte?! Die beiden neuen Songs sind auf jeden Fall klasse.
Klar und deutlich zeigt dieses Album, wie unterschiedlich und vielfältig die Musik einer Band sein kann- gleich die ersten Songs belegen dies, denn zwischen „Give It Away" und „Under The Bridge" legen Meilensteine. Und doch sind die Songs von der gleichen Band und sogar zur gleichen Zeit entstanden. In dem Booklet der Greatest-Hits-CD von Nirvana besagen die letzten Sätze, dass die Musik von Kurt Cobain (und damit auch von Dave Grohl und Krist Novoselic) sich eine eigene Welt aufbaut, wenn die wirkliche Welt nicht genug war. Und dann steht da : „Listen again if you think you know it; listen loud if you don't know it yet". Ich denke, dass etwas ähnliches auf die Musik der Chili Peppers zutrifft.
Alles in allem eine CD, die in keinem CD-Regal fehlen darf- sie ist ein wunderbarer Beweis für den Erfolg einer der erfolgreichsten Rockbands der Welt, die von ihren Fans zu Recht „Beste Band der Welt" genannt wird. Für Riesenfans ist vor allem das CD-DVD- Package interessant, dass mit 16 Videos im Gepäck kommt- unter vielen anderen mit „Aeroplane", „Around The World" und „Can't Stop"!
Die besten Songs der besten Band der Welt- dass sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Aber es steht fest, dass die Red Hot Chili Peppers noch lange nicht am Ende ihrer Karriere angelangt sind- and the only way is up!


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