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Beiträge von M. Lehmann-Pape
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Rezensionen verfasst von
M. Lehmann-Pape
(REAL NAME)   

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Houston Stewart Chamberlain: Wagners Schwiegersohn - Hitlers Vordenker (Fachbuch Metzler)
Houston Stewart Chamberlain: Wagners Schwiegersohn - Hitlers Vordenker (Fachbuch Metzler)
von Bermbach Udo Bermbach Udo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr fundierte und akribische Darlegung von Person und Gedankengebäude, 8. Dezember 2015
So mancher mag sich das im Lauf der Jahrzehnte bereits gefragt haben, wie es den Gedanken, politischen Parolen und den tatsächlich eher gewaltsam, völkisch und fast primitiv auftretenden Nationalsozialisten um Hitler herum gelungen sein mag, nicht nur das (zumindest damals leicht entzündbare „einfache Volk“) auf seine Seite zu ziehen, sondern nicht zuletzt weite Teile des Bürgertums und der Wirtschaft für das rassische, antisemitische und faktisch faschistische Gedankengut einzunehmen.

Eine wesentliche Rolle spielte dabei die „Atmosphäre der Zeit“, der sich stark vertiefende „völkische“ Gedanke seit Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, die gerad um den ersten Weltkrieg herum und in dessen Anschluss Bewegung der „Vorherrschaft des Deutschen“ in kultureller und militärischer Hinsicht, die durch die Niederlage im Krieg zwar einen harten, faktischen Dämpfer erlitten hatte, aber in der Interpretation durch manche Kreise („Dolchstoßlegende) innerlich eher noch gestärkt wurde.

Eine der wichtigsten Stimmen dieser „ideologischen“ Vorbereitung es dritten Reiches, einer Art corporate identity des völkischen, rassischen du antisemitischen Denkens war und ist die Person Houston Stewart Chamberlain.

Gebürtiger Brite, aufgewachsen in Frankreich und, nach einer weiteren Station in Österreich dann in Deutschland ansässig.

Umfassend sprachkundig, und, vor allem, „kulturkundig“, der sich von klein auf für Natur und Biologie interessierte und dieses auch studierte.

Schwiegersohn Richard Wagners (nach dessen Tod, dennoch hier schon familiär in der germanischen Mythologie und dem Gedanken der eigenen und des eigenen Volkes Überhöhung mit verhaftet und, wie es der Klappentext des Buches zu Recht sagt, einer der „wirkungsmächtigsten Publizisten“ des Kaiserreiches (Chamberlain starb 1927).

Und damit eben einer, „der“, der in bürgerlichen und intellektuellen Kreisen den gedanklichen Boden für all diese Strömungen vorbereitete, den die Nationalsozialisten später im Kern (verkürzt um die vielfachen anderen Interessen und Publikationen Chamberlains) aufnahmen und damit in eben jenen Kreisen in der Breite zumindest nicht auf ausgeprägte Skepsis trafen.

Gerade ob seiner intellektuellen Breite, der tiefen Verhaftung in der Religion, des polyglotten Auftretens und der Weite des Denkens umso wirkmächtiger, je weiter und mehr er sich dem Rassegedanken näherte und darüber publizierte.

Bermbach gelingt es, zunächst vor allem den Ansatz der „synthetischen Schauen“ auf die Welt darzulegen, die „Welterklärung“ aus einigen „wenigen Prinzipien“ heraus und damit eine Methode, die eben späterhin gerade von Hitler und einigen anderen Ideologien des dritten Reiches ebenso verfolgt wurde. Wobei dem Werk in jeder Phase abzuspüren ist, wie intensiv sich Bermbach mit dem Werk Chamberlains beschäftigt und auseinandergesetzt hat.

Auch wenn Chamberlain nicht auf den Rassegedanken und den Antisemitismus alleine festzulegen war, wie Bermbach überzeugend darlegt, trotz aller „Widersprüche und Ungereimtheiten“ in der Person und in der späteren pauschalen, einseitigen Vereinnahmung seines Denkens, zu sehr Herauslösen aus diesem politischen Denk-Geflecht kann man Chamberlain nicht, wie Bermach es schon hier und da versucht und es gleich zu Beginn auch dem Leser unterschwellige mit auf die Lektürereise zu geben versucht. Wobei gerade das stete Ansinnen Chamberlains, „einfache“ Antworten auf mehr und mehr „komplexe“ Fragen der Zeit zu geben (und zu behaupten) und, zudem, eine „Restauration des Abendlandes“ in rassischer, religiöser und strikt antisemitischer Ausrichtung „herbei zu schreiben“ als wesentliche „Gedankengebäude“ für das spätere Geschehen im dritten Reich wesentlich verbleiben.

Ein Werk, das dennoch einen fundierten Einblick in die gedankliche Entwicklung der Zeit gibt, das die Wurzeln für jene politischen Wendungen detailliert offen legt, die später solch schreckliche Früchte trugen und ein Werk, das aufzeigt, dass der Nationalsozialismus schon in seiner Ausprägung in „Mein Kampf“ auf einer breiten und gefestigten Traditionslinie stand, die sich weit auch in bürgerlichen und intellektuellen Kreisen verbreitet hatte.

Lesenswert.


Abenteuer
Abenteuer
von Joachim Hellinger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochwertig bebilderte Spurensuche, 8. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Abenteuer (Gebundene Ausgabe)
„Es läuft: Die Geschichte einer intensiven und prägenden Erfahrung“.
„Es beginnt dort, wo die Komfortzone endet“.

Diese intensiven Erfahrungen, das ist, was der Mensch mit dem Begriff und dem Erlebnis „Abenteuer“ verbindet und das ist, unisono, was die „Abenteurer“ (auch jene, die im Buch vorgestellt werden) suchen, weswegen sie ihre „Komfortzone“ immer wieder auch unter teils hohen Gefahren für die eigene Person, verlassen.

Und, wie man im Buch in Wort und Bild überwiegend glasklar erkennen kann, es sind immer auch die Extreme, die während des Abenteuers selbst im Raum stehen, die gesucht werden.

Ob mit dem Mountainbike durch Kirgisistan, ob beim Wintersrufen in Norwegen, ob in der steilen Felswand oder beim Sprung aus höchsten Höhen, immer wieder wird schon beim Betrachten der Bilder und den erläuternden Texten fast Adrenalin beim Leser mit ausgeschüttet.

Im dicken Schutzanzug, eher wie ein Skiläufer anmutend, im Winter aufs Meer mit dem Surfboard? Am Abgrund vor dem Basejump? Intensiv fangen viele der Bilder im Buch die Stimmung, die Atmosphäre, auch die Anspannung auf. Und immer wieder fragt sich der Leser, natürlich, was dieser Antrieb sein mag, der (nicht nur, aber gerade auch, was die Zahl der Unfälle und der tödlichen Unglücke beim Base Jump betrifft), was dieser unbedingte Antrieb ist, den die vielen „Abenteurer“ im Buch in sich spüren. Mit immer neuen Varianten auch, wie das eher noch junge „Speed and Ski“ zeigt. Speedbergsteigen und dann von 8000 Meter auf den mitgetragenen Skiern bergab.

Faszinierende Bilder extremer Situationen und extremer Orte, mit einem doch deutlichen Gewicht auf dem Extremsport, fasziniert dieser Bildband durchaus und vermittelt in Bild und Text viel von der Motivation, dem inneren Antrieb, dem Training und dem Umgang mit der Angst, die bei diesen Aktivitäten im Vordergrund stehen (neben der „Schönheit des Erlebnisses“),

Das neben Slacklining und den anderen einfach an sich bereits gefährlichen Aktivitäten auch andere Formen der Abenteuer ihren Platz im Buch finden, die erwähnte Mountainbike Tour, oder auch das „Leben als Robinson“ in der Moderne, tut dem Buch gut und zeigt dem Betrachter und Leser, dass jener „Kick“ nicht immer umgehend mit Lebensgefahr einhergehen muss. Wohl aber, und das verbindet alle die unterschiedlichen Aktivitäten, immer mit einem „Schritt ins Risiko“ aus der „Komfortzone“ heraus.

Ein Schritt, der auch niederschwellig gegangen werden kann und für den das Buch den Leser, in je seinem Rahmen und seinen Vorlieben, durchaus grundlegend motiviert.

Eine anregende und qualitativ hochwertige „Bild-Lektüre“.


Vision - Mission - Werte: Die Basis der Leitbild- und Strategieentwicklung (Beltz Weiterbildung)
Vision - Mission - Werte: Die Basis der Leitbild- und Strategieentwicklung (Beltz Weiterbildung)
von Dagmar Werther
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bausteine für die Entfaltung von Unternehmen und Personen in Bezug auf Visionen und Ziele, 8. Dezember 2015
Ein „Dreiklang“ ist es, den nicht nur Dagmar Werther als Herausgeberin dieses Reflexions- und Methodenbuches zur Zielentwicklung und Zielentfaltung formuliert, sondern ein Begriff, dem sich der überwiegende Teil der Autoren im Buch nahtlos anschließen kann.

Dazu gehören zum einen die „Vision“ als Zielvorstellung, als u erreichender Punkt am Horizont, dem sich die Ausrichtung der Kräfte eines Unternehmens oder einer privaten Person zuordnen und einordnen. Zum zweiten vollzieht sich der Weg zu einer Vision durch eine „Mission“, nicht im Sinne einer „heiligen Überzeugung andersdenkender“, sondern als ein Weg, der innerlich wie äußerlich in seinen Methoden und der Bündelung der Kräfte sich der Vision zuordnet und unterordnet.
Und zu guter Letzt ist die „Mission“ hin zur „Vision“ untrennbar mit einer Werteentwicklung verbunden, Werte der „Vision“; die sich in der „Mission“ wiederfinden und die Vision schon im jetzt spiegeln, Werte, auf deren Basis überhaupt konkrete Visionen entstehen und Werte, die sich im Lauf des Weges hin vielleicht erst durch Erprobungen und Reflexionen von Teilstücken entwickeln.

Wie sich nun „Werte, Ziele, Leitbilder“ miteinander und aneinander entfalten, welche Chancen, aber auch Grenzen in diesem ersten Schritt eines Prozesses „hin zum Ziel“ liegen können, davon handelt der erste, knappe Teil des Werkes.

Der, wie alle anderen Teile auch, bereits über aus praxisorientiert angelegt ist. Neben der theoretischen Einarbeitung in die verschiedenen Schritte der Leitbildentwicklung und Umsetzung finden sich vielfache Praxisbeispiele und methodische Möglichkeiten zur Erarbeitung der einzelnen Schritte, wie im Übrigen alle Beiträge des Buches erkennbar „aus der Praxis für die Praxis“ konzipiert wurden und den Autoren spürbar der praxisnahe Hintergrund schon in Stil und Darstellung anzumerken ist.

Wie nun eine Synthese von Strategie, Vision und Mission entstehen kann (von Swantje Benussi fundiert und überzeugend dargestellt) ist im weiteren Verlauf der Lektüre erkennbar mit allen anderen Methoden und Schritten verbunden, so dass hier im Gesamten nicht nur einzelne methodische Schritte unverbunden im Buch nebeneinander stehen, sondern ein gesamtes Netzwerk einer Methodik aus vielen einzelnen Schritten ineinander greift, so dass eine „Vision ihre Macht“ entfalten kann.

Wobei der gesamte Themenkomplex einerseits für Organisationen und Unternehmen dargestellt wird, zum andren aber, und das macht das Buch auch für einen breiteren Kreis an Lesern interessant, dem „Individualcoaching“ ausführlicher Platz eingeräumt wird.

Ein reines „do-it-yourself“ Training zur Visionsentwicklung und Umsetzung bildet das Werk allerdings nicht, professionelle Begleitung sollte immer ab einem gewissen Punkt gesucht werden, um sich nicht „im eigenen Kopf“ zu verrennen.

Aber erste, grundlegende Schritte, ein Verständnis für den Prozess im Gesamten und eine Sortierung des eigenen Status Quo, eine erste, eigene Arbeit um dann konkret Begleitung zu suchen, das leistet dieses verständliche und kompetente Werk allemal.


Helmut Schmidt: Soldat, Kanzler, Ikone
Helmut Schmidt: Soldat, Kanzler, Ikone
von Gunter Hofmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewollt?) Zur rechten Zeit, 8. Dezember 2015
Fast zeitgleich fällt es zusammen, das Erscheinen dieser Biographie und der Tod des ehemaligen Kanzlers und „Lieblingspolitikers der Deutschen“, Helmut Schmidt.

Der ehemalige Chef-Korrespondent der Zeit, Günter Hoffmann, setzt sich in dieser Biographie dabei die Aufgabe, genau jene „Lücke“ beschreibend, analysierend und erläuternd anzugehen, die Helmut Schmidt selbst konsequent in seinen Veröffentlichungen zumindest offen gelassen hat.

„Seine Politik wollte er weder ableiten aus seinem eigenen Leben, noch wollte er sich einbetten in einen systematischen historischen Rückblick auf die Bundesrepublik und ihre Rolle in Europa und der Welt.“

Einer, für den „Blicke nach innen“, „politische Selbstbespiegelungen“ immer „suspekt gewesen seien“.

Hier nun die prägenden Erlebnisse und Linien des Lebens nachzuzeichnen, sich die Erfahrungen Schmidts als Soldat, der erst späterhin in jener Jugendzeit in dann aber stark kritischer Reflexion zum dritten Reich sich positionierte, dabei nicht die rege politische „Entwicklungsphase“ Schmidts zu vergessen, die auch in der Distanz und Nähe zu anderen Personen sich entfaltet hat (Strauß, Brandt, Karl Schiller, Erler, Kennedy), und die einen weiteren Strang zu seinen Wurzeln hinzufügten, all dies nimmt Günter Hoffmann auf.

Und zwar dergestalt, dass sich, wie könnte es anders sein, Schmidts Person und wichtige Ereignisse dieser aktiven Lebenszeit miteinander verweben und verbinden. Schon vor seiner Zeit als Kanzler sind es ja Wendepunkte auch in der Politik (kalter Krieg, Naturkatastrophen, Kennedy, die Politik der Annäherung und versuchter Entspannung an DDR und Sowjetunion durch Willy Brandt, Aufrüstung und Nachrüstung) die den Zeitgenossen noch gut in Erinnerung stehen, mit denen sich Schmidts Name und Handeln verbindet.

Eine im Großen und Ganzen damit sehr „öffentliche Biographie“, die eher das politische und öffentliche Leben Schmidts nachzeichnet (bis hin ausführlicher zu seiner „kommentierenden“ Funktion nach dem Ausscheiden aus dem Amt) und weniger Wert auf den „Privatmann“ Schmidt legen.

So wirkt es hier und da doch ein wenig künstlich, wenn Hoffmann politische Linien Schmidts in Verbindung mit persönlichen Prägungen oder Erlebnissen zu bringen versucht, gerade weil nicht breit und ausführlich über diese private Seite Material vorgelegt wird.

Dennoch ist es ein erkennbarer und teils auch gelingender Versuch, das „Gesamtpaket Schmidt“ dem Leser vor Augen zu führen und auch, ein wenig zumindest, hinter das eigene Image des Staatsmannes zu schauen. Der sich selbst immer als nüchtern, sachlich, ausschließlich pragmatisch dargestellt hat und so verstanden werden wollte, aber durchaus erkennbar hier und da Entscheidungen und Linien auch aufgrund persönlicher Gefühle vollzogen hat. Sei es den Verzicht auf die Parteiführung in den Jahren der Kanzlerschaft (aus Respekt vor, vielleicht aber auch aus Sehnsucht nach Nähe zu Willy Brandt), wie auch herzlich gehegte Feindschaften nicht ohne Einfluss blieben.

Teils assoziativ, nicht immer chronologisch (auch wenn die Grundlinie der Biographie sich chronologisch ausrichtet), ein wenig hier und da den roten Faden kurz verlierend, bietet Hoffmann dennoch im Gesamten souverän einen breiten Einblick in das (weitgehend öffentliche und politische) Leben Helmut Schmidts und bietet, für den Leser nachvollziehbar, Anhaltspunkte für Schmidts Grundüberzeugungen und manche konkrete Entscheidung aus der persönlichen Entwicklung des ehemaligen Bundeskanzlers her.

Am Ende aber bleibt auch für diese Biographie bestehen: „Keine der zahlreichen Biographien, die bereits über ihn zu Papier gebracht wurden, erfasst ihn ganz“.


Cop Town - Stadt der Angst: Thriller
Cop Town - Stadt der Angst: Thriller
von Karin Slaughter
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Perfekt getroffene Atmosphäre, 8. Dezember 2015
Es sind die 70er Jahre. Schlaghosen, buschige Koteletten, Hemden mit spitz zulaufenden Krägen.

Es sind die Cops von Atlanta, die sich vorrangig einem eiskalten Killer gegenüber sehen, der Polizisten auf offener Straße, in kleinen Gassen hinrichtet. An jedem ungeschützten Ort kann es geschehen.

Aber es ist nicht nur dieser Killer, der die Cops in Atem hält. Es ist der Alkohol, der scheinbar als Grundnahrungsmittel unter der Uniformierten gilt. Es ist die persönliche Haltung, zumindest und vor allem bei Jimmy, dessen Partner vor seinen Augen erschossen wurde, die nagt. Wobei das Jimmy, das ein Cop, der auf sich hält, niemals zeigen würde.

Nichts darf und wird die einerseits lässige Haltung und die innere Härte jemals nach außen sichtbar hin erschüttern. Wie sein Onkel Terry, der, der „das Sagen“ hat in der verschworenen und auch in Teilen familiär verbandelten Truppe.

Da hat es Maggie schwer. Schwester von Jimmy, Nichte von Terry, Polizistin. Frau im Dienst, etwas, das zu jener Zeit keiner will. Keiner der Männer auf Streife, keiner in den Büros der Polizei.

„… sah Maggie sich einer Mauer aus Terry-Doppelgängern gegenüber. Die gleichen Bürstenhaarschnitte. Die gleichen buschigen Schnurrbärte. Die gleiche Wut in den Schweinsäuglein….schlimmer noch, sie alle waren auf die gleiche Art und Weise Polizist wie Terry. Sie wussten immer alles besser als jeder andere“.

Es sind die Schwarzen, die in den Polizeidienst drängen. Und nicht nur das, auch Frauen tauchen plötzlich in Uniform auf. Harte Frauen wie Wanda und Charlaine, Schönheiten wie Kate (der umgehend die Rückbank des Streifenwagens in liegender Position angeboten wird, auch wenn sie wohlweislich im Dienst sackartige Kleidung trägt). Frauen, die zudem sich selbst von der Hautfarbe her noch einsortieren und in sich damit gespalten agieren. Frauen mit Geschichte. Wie Kate, die jung verwitwet ist, die schon Leid im Übermaß erlebt hat.

Dennoch gilt für den Dienst: „Sie mussten jeden ausbilden. Und vor allem mussten sie jeden zumindest theoretisch die gleiche Arbeit ausüben lassen“.

Aber wer will das schon als Mann? Auch noch auf das „zarte Geschlecht“ aufpassen müssen, wenn Gefahr droht und man einen Partner dringend braucht, keinen Sack auf dem Rücken, um den man sich kümmern muss.

Doch es werden Maggie und Kate sein, die auf ihre besondere Art sich nähern werden, die „die Schrecken der Straße“ über sich ergehen lassen (vor allem Kate) und die Spuren finden. Spuren, die in eine Richtung deuten, die alle Beteiligten in Gefahr bringen werden.

Bestens getroffen hat Karin Slaughter die Atmosphäre der Zeit, die Ressentiments, die geschlossene „Männergesellschaft“ nicht nur im Polizeidienst, sondern überall. Frauen als Freiwild, das sowieso. Aber auch Männer, die Mauscheln, die hinter dem Rücken anderer ihre eigenen Interessen verfolgen. Und sich eine besseren werden belehren lassen müssen.

Mit Figuren, die kräftig und präzise von Slaughter „auf den punkt“ gebracht werden, in die der Leser sich umgehend hineinversetzen kann, die fast dreidimensional vor den Augen erstehen.

Bis auf den eigentlichen Täter, das muss einschränkend gesagt werden. Doch stereotyp mit einem psychologischen Hintergrund versehen, der sattsam bekannt und nicht sonderlich überzeugend oder mitreißend wirkt.

Was weder den Täter noch die Geschichte daran hindert, spannend und gefährlich zu werden, nachdem sich Slaughter zunächst ausreichend Zeit nimmt, das Kolorit der Zeit und die Eigenarten der Personen zu erzählen und in Beziehung zueinander zu bringen.

Durchaus anregende Unterhaltung.


Panzer Glas Schutz für Apple Iphone 6 (4.7'') von Tempered, 0.3mm
Panzer Glas Schutz für Apple Iphone 6 (4.7'') von Tempered, 0.3mm
Wird angeboten von Enjoyo
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Passt einwandfrei und schützt nachhaltig, 7. Dezember 2015
Genau passend für das Iphone 6 bietet dieser Screen Protector eine nicht zu unterschätzende Absicherung für das Display des Smartphones.

Im Gegensatz zu einfachen Schutzfolien finden sich zunehmend solche „Tempered Glass“ Folien, die einerseits zwar (natürlich) bauartbedingt etwas „dicker“ auftragen als die einfachen, äußerst dünnen Kunststofffolien, dafür aber ist der Grad der Verschmierung bei Nutzung des Handys deutlich geringer und die Schutzwirkung überaus deutlich gesteigert.

Und wem wäre das nicht lieber, dass bei einem Sturz eben nur die Schutzhülle zerbricht und zerbröselt, nicht aber das Display.

Natürlich ist ein solcher Schutz keine Allheilmittel und fängt nicht jede Sturzhöhe ab, dennoch aber ist und bleibt ein Tempered Glass die weitaus besser Alternative als einfache Folien.

Dieses Produkt lässt sich passgenau aufbringen, nach vorheriger Säuberung des Displays im Übrigen auch wesentlich einfacher aufsetzen und befestigen, was die Bildung an Luftblasen angeht (die bei manchen einfachen Folien schon eine geraume Weile des „Herausdrückens“ einnehmen können.

Alles in allem eine klare Kaufempfehlung mit Passgenauigkeit, einfacher Anbringung und hohem Schutzfaktor.


Endspiel: Die Metamorphosen des Wladimir Putin
Endspiel: Die Metamorphosen des Wladimir Putin
von Michail Sygar
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Differenzierte Darstellung des äußeren und inneren Entwicklung Putins, 30. November 2015
Inzwischen geschieht es wiederum, dass sich das Bild Putins ändert, zumindest seine Person und Funktion wieder ein stückweit hoffähig werden. Nimmt man zu dem vorliegenden Werk noch „Die Macht der Geographie“ aus dem Hause dtv hinzu, dann wird im Blick auf die jüngere Vergangenheit in der Ukraine, dem Engagement in Syrien und anderen Haltungen und Handlungen Putins her sehr verständlich, was die geopolitischen Interessen Putins und Russland sind und wie gerade Putin diese im Lauf der Jahre begonnen hat, zu verkörpern.

Michael Sygar geht dem Weg des Menschen Putin (der an vielen Stellen nicht abzukoppeln ist vom Politiker) von Beginn an in einer temporeichen, phasenweise spannenden Sprache nach, diese biographische Betrachtung enthält einiges an Elementen, die man sonst in Form und Inhalt eher aus Thrillern gewohnt ist.

Einer, der zu Beginn seiner Amtszeiten umfassend pro-westlich eingestellt hat, dessen Ziel es war, Russland auf Augenhöhe auch wirtschaftlich mit der alten Welt zu führen. Und einer, egal , wie man seine Persönlichkeit /aus dem Geheimdienstkommen) negativ von Beginn an betrachtet haben mag, der in Fakten nicht ohne Berechtigung misstrauisch geworden ist. Betrachtet man alleine schon die NATO Ost-Erweiterung, die alle anderslautenden Versprechen des Westens im Umfeld der deutschen Einigung ad absurdum geführt hat.

Ein Handeln, dass nicht ohne Auswirkung auf Putins Haltung blieb, ebenso, wie der enge Kreis an Beratern („Freunde“), die alle in der ein oder anderen Weise ihr Ergehen an seine Person geheftet haben, ihn einerseits stabil als Führungsfigur etabliert, andererseits ihn aber auch abschottet von anderen Einflüssen.

Folgerichtig wendet sich Putins Blick auf Russland selbst, auf die geopolitische Lage einer sich als Großmacht versehenden „Vielvölkernation“. Und, wendet sich zudem pragmatisch auch Methoden dunkler Zeiten wieder zu, wie eine solche wirtschaftlich bedrängte, im Volk nicht immer homogene, in der Wirtschaft von wenigen Rohstoffen abhängige und von außen ihrer damaligen „Pufferzonen“ beraubte Nation nach innen wie außen stabilisiert werden kann.

Nach innen durch das, was unter Stalin „Säuberungen“ hieß, soweit, wie Sygar eindrücklich betont, dass auch heutige Wirtschaftsführer und „Oligarchen“ sich nur verstehen können als „angestellte Milliardäre“, denen „der Kreml“ ohne weiteres und umgehend Pfründe entziehen, Produktionsmittel verstaatlichen, unliebsame Personen „aus dem Weg räumen“ kann.

All das passiert, nicht nur, was einen Chordokowski angeht. Morde an Konkurrenten auf offener Straße, Vergiftungen im Ausland. Demgegenüber ausgestreckte Hände auf der anderen Seite, diplomatische Versuche, Respekt für den ein oder, vor allem, die andere westlichen Politiker, und umgehend die Krim, sobald die Gefahr im Raume steht, entscheidende politische und militärische Positionen bedroht zu erleben.

Letztendlich, bei allen unbekannten Größen, es ist durchaus möglich, das Handeln und das Denken Putins an roten Fäden entlang zu verstehen, dazu verhilft Sygar ungemein mit vielen Detailkenntnissen, mit einer ausgewogenen, neutral zu verstehenden Haltung dem Mann gegenüber und mit einer Aufarbeitung dessen, was als engstes Umfeld um Putin herum die „Schutzmauern“ bildet.

„Sie haben Putin überzeugt, dass er nicht gehen kann, weil sonst der Himmel einstürzt“. Jenen Putin, der, so wird kolportiert, keine zweite Amtszeit damals angestrebt habt ob der Last und den ausufernden Problemen, die er in erster Amtszeit aus „erster Hand“ erleben konnte.

Aber, „nicht Putin hat Russland in den Zustand gebracht, in dem es sich heute befindet….aber dann eingelenkt, weil er begriffen hat, dass es so einfacher für ihn ist“. Und dann wohl die Rolle des „Zaren“ doch verinnerlicht.

Eine sehr empfehlenswerte und zudem kurzweilige Lektüre.


Deutschland: Erinnerungen einer Nation - mit 335 farbigen Abbildungen und 8 Karten
Deutschland: Erinnerungen einer Nation - mit 335 farbigen Abbildungen und 8 Karten
von Neil MacGregor
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,95

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Breiter, thematischer Blick auf Geschichte und Kultur, 30. November 2015
„Deutschlands Geschichte ist also unvermeidlich fragmentiert, gleichermaßen bereichernd wie verwirrend. Natürlich existierte das starke Bewusstsein, zur gleichen Familie zu gehören, aber bis zur Reichseinigung von 1871 gab es nur ein unstetes Gefühl gemeinsamer Interessen“.

So sieht MacGregor in dieser umfangreichen, im Übrigen überaus reich und ungewöhnlich raumfüllend bebilderten (fast eher ein Bildband denn ein Textband zu nennen), Schau auf die „Erinnerungen einer Nation“ die Grundlage eben dieser Nation, eines Nationalgefühls und einer sich annähernden, dennoch aber in sich auch eigen bleibenden gemeinsamen Kultur.

Wo dieses Deutschland genau liegt, gerade in einer bis heute andauernden (auch wenn bereits stark geglätteten) Fragmentierung der Macht in Deutschland (die MacGregor sehr eingängig in den verschiedenen Instanzen und, vor allem, an den vielfältigen Münzen im „Heiligen Römischen Reich“ darstellt), die immer wieder kulturelle „Einzelinteressen“ zum Vorschein kommen lässt.

Wie sich durch die Reformation eine gemeinsame Sprache als überaus starkes Band entwickelte, wie ein geschlossenes Reich entstand, wie über die Aufklärung eine Geistes- und Kulturgeschichte mit „Weltruf“ und auch nach innen einigender Kraft sich entfaltete, all dies sind Stationen auf dem „Weg der Erinnerungen“, den MacGregor gerade auch sprachlich sehr flüssig (und dennoch fundiert) vor die Augen des Leser führt.

Immer mit dem Blick auch auf die Doppelbödigkeit dieser Geschichte. Wie MacGregor am Beispiel des Münchner Tores erläutert:
„Wie die Bögen in London und Paris auf Augenblicke der größten Erfolge zurückblicken……da spricht das Münchner Tor von bediem: von gloriosen Anlass seiner Errichtung und von den Umständen seiner späteren Zerstörung….steht der ursprünglich feierlichen Absicht eine eher quälende Erinnerung an Niederlage und Schuld gegenüber“.

Die Vergangenheit also hält Lehren bereit, die verantwortlich gesehen und genutzt werden müssen, um die Zukunft zu formen. Eine Reibung, eine Diskrepanz, die gerade nach 1945 kulturell formend und gesellschaftlich bewegend einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung „der Nation“ genommen hat.

Aufgrund der Fülle des Stoffes und des zeitlichen Umfanges der Betrachtung (vom Anfang des „Deutschen“ bis in die Gegenwart hinein) verbleibt MacGregor allerdings in vielen Bereichen im rein beschreibenden Habitus. Differenzierungen, Vertiefungen bestimmter politischer oder gesellschaftlicher Strömungen sind von diesem schweren und umfangreichen Band nicht zu erwarten. Wohl aber ein breiter, weiter, illustrierter und illustrierender Blick auf die Vielfalt der „Erinnerungen“, die Ereignisse wieder ins Gedächtnis rufen, ob der Fülle an geistiger, geistlicher und, vor allem, technischer Entfaltung in Deutschland wieder einmal Staunen lassen.

Eine anregende Lektüre, die als kulturgeschichtliche Beschreibung vielfältiger Stationen und Errungenschaften jener geographischen und kulturellen Gegend, die man in verschiedener geographischer Form Deutschland nennt und nannte, eingängig zu lesen ein umfassendes Bild der Vielfalt vermittelt.


Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse
von Nassim Nicholas Taleb
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Tatsache der Ungewissheit, 30. November 2015
In frommen Zeiten und Jahrhunderten war es eine Art tiefer Leitspruch, das gesagt wurde: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“. Ein Spruch, in dem die grundlegende Erfahrung des Menschen zum Ausdruck kam, dass eine noch so gute Planung, ein noch so gutes Einbeziehen aller denkbaren und bekannten Faktoren und eine noch so gute Präparation auf „die Zukunft“ immer wieder eben nicht zum „gewünschten“ und „berechneten“ Ergebnis geführt hat, sondern nicht selten die menschliche Planung durch das Eintreten „unwahrscheinlicher“ Ereignisse sich plötzlich in völlig andere als gedachte und geplante Richtungen hinbewegt hat.

Erfahrungen, die nicht nur zu jenen frommen Zeiten zeigten und zeigen, dass das Leben letztendlich nicht „kontrollierbar“ ist.

Nassim Nicholas Taleb hat dies erlebt. In der Welt der Zahlen, in der eigentlich logischen, kühlen und scheinbar doch leichter als im zwischenmenschlichen Bereich berechenbaren Welt der Finanzmathematik. Und hat seine Erfahrungen in einer Trilogie von Büchern zusammengefasst, von denen „der schwarze Schwan“ das mittlere Werk bildet.

Im Blick auf das Wissen um und das Rechnen mit „“unwahrscheinlichen Ereignissen“ setzt Taleb zwei verschiedene mögliche Herangehensweisen zunächst grundsätzlich in den Raum des Buches.

Zum einen kann man versuchen, die Welt besser zu verstehen, die es erlauben würde, Vorhersagen präziser zu formulieren um dadurch ein Mehr an (zumindest gefühlter) Kontrolle zu erwerben. Sozusagen einfach das Wissen um die zugrunde liegenden Fakten von Ereignissen in einem in sich folgerichtigen Ursache-Wirkungs-System zu erweitern.

Oder man kann versuchen, dafür zu sorgen, dass man keinen Schaden durch Dinge erleidet, die man nicht versteht und die man trotz größten Bemühens nicht mit „einberechnen“ konnte, weil es eben nicht selten „anders kommt, als man denkt“.

Taleb selbst setzt diesen zweiten Weg als den erfolgsversprechend und konzentriert seine Ausführungen für den Leser „weg“ von der Konzentration dessen, „was da passiert“ hin zu einer Konzentration darauf, wie man selbst damit „umgeht, was da passiert“ (ein Denken, dass er in „Antifragilität“, dem nachfolgenden Band auf „Der schwarze Schwan“ noch intensiver und praktischer ausführt).

„Wenn man keine Vorhersagen machen kann, ist es besser, von zufälligen Ereignissen zu profitieren und den Zufall als Treibstoff für Verbesserungen zu nutzen“.

Das dem so ist, mit der letztlichen Unkontrollierbarkeit nicht nur finanzmathematischer Berechnungen und Prognosen, nicht nur mit Wirtschaftsprognosen im allgemeineren Sinne, sondern auch mit dem „Leben an sich“, das führt Taleb in diesem Buch breit und überzeugend argumentiert, immer auch anhand vielfacher praktischer Beispiele auf und zeigt damit auf, wie sehr die Menschheit immer schon fast zwanghaft unter dem Druck sich bewegte, die „Kontrolle“ gerade über die Zukunft, über das Risiko, über die Unwägbarkeiten des (Geschäfts-) Lebens zu erlangen. Und wie wenig das letztendlich wirklich gelungen ist und das Leben „gesichert“ hat, Und er verweist auf jene Strömungen und Möglichkeiten, dies eben „fahren zu lassen“ und sich mehr in Richtung einer persönlichen „Resilienz“ zu bewegen, um mit „unwahrscheinlichen Ereignissen“ einen positiven, konstruktiven Umgang zu finden. Um eben nicht vorher in seinen Verhaltensweisen festgelegt zu sein und durch eine Störung der eigenen Berechnungen so ins Schwimmen zu geraten, dass man den Kopf verliert und für sich zumindest Schaden anrichtet.

Sehr pointiert und auch polarisierend legt Taleb seine Erkenntnisse auch Teils polemisch vor. Das mag dem ein oder anderen gefallen und dem ein oder der anderen im Stil nicht zusagen, aber .die Quintessenz seiner Überlegungen zur nicht funktionierenden Quadratur des Kreises, als bekannten Fakten die (unbekannte) Zukunft abzuleiten stimmen doch sehr nachdenklich und greifen feste Grundüberzeugungen der Planbarkeit der Ereignisse grundlegend an.

Und, vor allem, die Geschichte der letzten Jahre hat Taleb durchaus Recht gegeben, schaut man allein nur auf die wirtschaftlichen Krisen der Welt, auf politische, terroristische Entwicklungen und die mangelnde Vorbereitung der Entscheidungsträger auf diese Krisen. Eine mangelnde Vorbereitung, die laut Taleb nicht an den Personen liegt, sondern im System selbst verankert ist. Wobei die „schwarzen Schwäne“ gar nicht unbedingt einmal mehr so unglaublich selten sind, wie es lange Jahrhunderte den Anschein hatte.

Eine sehr interessante Lektüre.


Dornenmädchen: Thriller
Dornenmädchen: Thriller
von Karen Rose
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues Ermittlerpaar, 30. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Dornenmädchen: Thriller (Broschiert)
Der Marquis de Sade hätte (zumindest in seinen dunklen Fantasien), viel Freude an diesem Treiben gehabt, was in den Räumen des alten Hauses stattfindet.

Ein Haus, seit Langem nicht bewohnt, seitdem die Mutter der Psychotherapeutin Faith Corcoran dort zu Tode gekommen ist. Wohl von eigener Hand, wie ihre nun erwachsene Tochter es sieht.

Jene Faith, die auf der Flucht vor eine Verbrecher ist, dem sie als Therapeutin (in seinen Augen) geschadet hat. Ihren Namen hat sie gewechselt, den Wohnort aufgeben, ihre Spuren getilgt. Und erinnert sich an das Elternhaus. Und weiß, dass es ihr zur Verfügung steht.

Wenn da nicht diese Angst, Panik vor den „12 Stufen“ in den Keller wäre. Den Ort, an dem Faith ihre Mutter gefunden hat.

Und, was Faith nicht weiß, wenn da nicht dieser Bewohner wäre. Der Faith anscheinend sehr gut kennt. Und der nichts anderes im Sinn hat, als sie möglichst schnell aus diesem Leben zu entfernen. Nachdem er seine „Gespielinnen“, die er sich auf sehr schmerzhafte Weise „gefügig“ macht, seine „Sklavinnen“ versorgt hat.

Was so recht weder ihm gelingt, noch das es Faith gelingt, fürs Erste, näher zu erfahren, das überhaupt in ihrem Haus etwas so brutales geschieht.

Bis ihr, auf dem Weg zum Haus, ein „Bündel“ vor den Wagen läuft. Bei näherem Hinsehen, eine junge Frau, malträtiert, über und über mit Schnitten verletzt. Und das FBI sich in Person von Deacon Novak einschaltet. Ein bemerkenswerter Mann!

„Der Mann sah aus, als sei er einer Comic Verfilmung entsprungen. Hätte sie keine Schmerzen gehabt, wäre sie davon ausgegangen, dass sie träumt“.

Aber Deacon ist real. Und auf eine Art und Weise mit den Ereignissen verbunden, die ihm selbst, Faith und dem Leser erst nach und nach klar werden. Nachdem das FBI im Haus mehrere grausige Entdeckungen gemacht hat. Nachdem Faith selbst in den Mittelpunkt der Ermittlungen rückt. Nachdem Faith und Deacon nicht etwas füreinander, sondern auch einiges Miteinander entdecken, bis hin zum spannenden, temporeichen und auch harten Finale dieser gut 880 Seiten.

Von denen nicht jede Seite notwendig gewesen wäre, muss man ehrlicherweise sagen, einige Szenen ziehen sich doch teils stark in die Länge. Wie auch das „wie alles mit allem zusammen hängt“ nicht unbedingt überaus realistisch erscheint. .

Dennoch, flüssig, sprachlich bildkräftig und mit interessant gezeichneten Figuren bietet der Thriller anregende und spannende Unterhaltung, spielt geradezu mit dem Stereotyp des Comic-Helden (der sich im „wahren Leben des Romans“ differenzierter und mit interessantem Hintergrund versehen erweist) und kennt auch die ein oder andere feine Ironie, die sich selber nicht immer bierernst nimmt (was im Finale natürlich ohne jede Ironie zu Ende geführt wird).


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