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Rezensionen verfasst von
Treb Melsa (Absurdistan, Deutschland)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda
Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Panda
Preis: EUR 23,99

3.0 von 5 Sternen Spannend, aber auch nervend, 18. August 2014
Für Wilfried Huismann (WH) sind - so suggeriert es mir zumindest sein anti-marktwirtschaftlicher Duktus - alle Umweltübel durch die Marktwirtschaft verursacht.
Eine Sichtweise, die m. E. falsch ist; denn alle diese Übel, die WH beispielhaft an den Auswirkungen der Tätigkeiten des World Wildlife Funds (WWF) auflistet, sind durch einen von Machtpolitikern kreiertem staatlich-privaten Machtpool zu erklären - also durch eine von der Politik organisierten Symbiose aus Big Government und Big Business.
Dies vorab schon angemerkt; denn trotz dessen verdient das Buch vier Sterne, eben weil WH eine Dokumentation des WWFs vorlegt, die auch als Report zu einem Aspekt der unfeinen Symbiose von Big Government und Big Business gelesen werden kann.

Der Pate des WWFs ist Prinz Philip, der Ehemann der Königin von England und Ehrenpräsident des WWFs, der gerne das Bevölkerungsproblem radikal gelöst haben möchte. Prinz Bernhard der Niederlande, ehemals Mitglied der Reiter-SS, war ein weiterer Protagonist und der Gründungspräsident des WWFs, und genau wie Prinz Philip lt. WH ein Mitglied im Club der 1001 beim WWF. In diesem Club sind einflussreiche Bankiers, Industrielle, Journalisten und Politiker zu finden.

Gemäß der - gut unterfütterten - Dokumentation von WH fließen dem WWF jährlich weltweit um die 500 Millionen Euro an Spendengelder zu; auch die Uno und die EU gehören zu den Finanziers des WWFs.

WH schildert auch, dass viele Mitarbeiter des WWFs wirkliche Idealisten sind, die vor Ort, als in den Gebieten, in welchem die Tier- und Pflanzenwelt bedroht ist, hervorragende Arbeiten leisten. Andererseits listet WH jedoch auch etliche Mauscheleien zwischen WWF und Regierungen zum Vorteil von multinationalen Konzernen auf. Mauscheleien, die letztendlich dazu führen, dass der Lebensraum bedrohter Arten - zu Gunsten der multinationalen Konzerne - verkleinert wird und dadurch die Arten bedroht und nicht schützt..

Das Schwarzbuch und auch der Dokumentarfilm von WH zu diesem Thema wurden Streitfragen vor Gericht. Trotz Streichung und Überarbeitung einiger Passagen bleibt die Kernaussage - so z. B. die Süddeutsche Zeitung - bestehen: Nämlich, dass der WWF eine "Grünwaschanlage" von großen multinationalen Konzernen ist.


Der Held: Ein Nachruf
Der Held: Ein Nachruf
von Michael Klonovsky
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Modesta, 15. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Held: Ein Nachruf (Taschenbuch)
In dem Musical »Helden, Helden« lässt Udo Jürgens singen: »Helden, Helden - Helden tun mir leid.« Nach der Lektüre des Buches von Michael Klonovsky (MK) hingegen ist es zu bedauern, dass es keine Helden mehr gibt - oder geben soll; insbesondere in Deutschland sind aus MKs Sicht anstelle von Helden sanfte Männlein unterwegs.

Das Bild, welches MK vom »modernen Mann« zeichnet, dass ist das Bild des zum Anti-Helden degenerierten »Schrumpfmannes«:
- Ein Männlein, das in Sachen Körper- und Schönheitspflege mit jeder Dame konkurrieren kann und u. U. besser über Kosmetika diskutieren kann als jede noch so eitle Schönheitskönigin.
- Ein Männlein, das gegen alle möglichen und auch nur eingebildeten Gefahren des Lebens selbstverständlich versichert ist.
- Ein Männlein, welches nie und nimmer bereit steht seine Ehre zu verteidigen, z. B. im nebligen, feuchten und klammen Morgengrauen in die Schranken tritt und für so etwas Obskures wie Ehre zu fechten - von der anschließenden Festungshaft ganz zu schweigen.

Für MK ist es klar, »Drachenversteher« wie die Deutschen benötigen keine »Drachentöter« mehr. In einem solchen Land gelten Helden als schlimme Gesellen, deren Andenken wie Dreck zu behandeln ist. Daher ist auch die Warnung akkurat richtig, dass die Deutschen beten sollen, niemals wieder solche »Drachentöter« brauchen zu müssen; denn in ihren Reihen werden sie keinen mehr finden, der bereit zum Kampfe ist.

Die Lektüre des Buches war amüsant, spannend und auch lehrreich; denn MK, der begnadet formulieren kann, erzeugt dadurch auch beim Männlein, dass dieses Buch liest, die Sehnsucht nach den Heroen der vergangenen Zeiten. Überraschend, auch beim Männlein schlummern die archaischen Instinkte noch - brauchen diese nur geweckt zu werden? Vielleicht ist doch noch nicht Hopfen und Malz am Männlein verloren, so dass, wenn es die Lage erfordert, auch das Männlein zum barbarischen Retter in der Not mutieren kann.


Sanftes Monster Brüssel oder Die Entmündigung Europas (edition suhrkamp)
Sanftes Monster Brüssel oder Die Entmündigung Europas (edition suhrkamp)
von Hans Magnus Enzensberger
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

4.0 von 5 Sternen Der Traum der Verknechtung, 14. August 2014
Hans Magnus Enzensberger (HME) zeichnet in dieser Broschüre ein Bild der EU bzw. der EU-Bürokratie, welches alles und jedes reglementieren will - Betreuung der Menschen von der Wiege bis zur Bahre.

Das EU-Gemälde, welches HME stilistisch hervorragend vor dem Auge des Lesers entstehen lässt, ist erschreckend: Das Porträt der EU-Bürokratie nimmt mehr und mehr surreale Dimensionen an. Über die bürokratischen Exzesse, die HME streift, kann man entweder weinen oder - was besser ist - man kommentiert so sarkastisch wie nur möglich; denn der politische Witz ist tödlich - besonders, wenn dieser in dem sanften Ton der Unschuld vorgetragen wird.

Offenbar sieht es auch so aus, als ob EU-Granden von einem EU-Imperium träumen - Europa durch die EU zurück auf die Bühne der Welt-Macht-Politik! Wer dagegen ist, der wird durch die EU-Presse-Maschine platt gemacht: Anti-europäische Umtriebe, so heißt die Anklage!

Die EU-Brüssel kennt keine Gewaltenteilung, EU-Brüssel definiert seine Kompetenzen, ob kompetent oder nicht, selbst. Durch den Vertrag von Lissabon mit einem Ermächtigungsgesetz (Artikel 352) versehen, wird EU-Brüssel letztlich an Selbstüberschätzung ersaufen.

Fazit: Die Broschüre von HME lässt ein paar Schlussfolgerungen zwingend zu:
- Als tatsächlicher Europäer sollte man in Opposition zu den EU-Granden stehen; denn diese sind die schlimmsten Feinde Europas.
- Tröstlich ist aber auch die Erkenntnis, dass die EU-Bürokratie an dem Versuch, fünfhundert Millionen EU-Bürger zu verknechten, ersticken wird.


Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht
Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht
von Norbert Bolz
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

4.0 von 5 Sternen Freiheit heißt Verantwortung …, 14. August 2014
… und viele Menschen scheuen die Verantwortung. Sie wollen keine Verantwortung haben oder übernehmen – wozu haben wir sonst auch "Papa Staat", der soll es richten.

So in etwa lautet eine Kurzform der Botschaften des Buches von Norbert Bolz (NB).

NB zeigt in diesem Buch, dass in diesem Staat weitgehend nur noch "Wahlfreiheit" zwischen gleichen Produkten – z. B. McDonalds oder Burger King – gibt; dies gilt jedoch auch mit Blick auf die beiden sog. Volksparteien (Union und SPD), beide sind kaum noch zu unterscheiden.

Die Wahlfreiheit – so NB – lenkt optimal von der tatsächlichen Freiheit ab. Diese Ablenkung fördert den Fürsorgestaat und gibt den verantwortungsscheuen Menschen das Alibi, um sich unter das Gezelt des lieben "Papa Fürsorgestaat" zu flüchten und sich von diesem von der Wiege bis zur Bahre betreuen zu lassen.

Tatsächliche Freiheit würde hingegen bedeuten – so NB – das Wettbewerb statt Einheitsbrei herrscht; die Streitkultur der Meinungen pulsiert und nicht der Kompromiss des kleinsten gemeinsamen Nenners die Messlatte ist.

In diesem Buch sticht NB in viele Wunden, die dieses Land mehr als nur lahm erscheinen lassen. Insbesondere ist dies die neo-spießbürgerliche "political correctness" der Linken und der Ökologisten; eine Spießbürgerlichkeit, welche durch die "qualitätsfreien Führungsorgane der deutschen Medienlandschaft" mittels der "veröffentlichten Meinung" ihre Unterstützer hat.


Konservative Weltsicht als Chance - Entlarvung von Mythen und Klischees
Konservative Weltsicht als Chance - Entlarvung von Mythen und Klischees
von Erik von Kuehnelt-Leddihn
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Kantig im Gefecht mit dem G, 14. August 2014
Dieses Buch von Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Leddihn (EKL) war 1989 in 1. Auflage unter dem Titel "Die recht gestellten Weichen" erschienen, ein Buch, welches mit vielen linken Legenden und Märchen aufräumt. Also ein wichtiges Buch, das eine hervorragende Waffenkammer für die Kämpfe gegen den "political correctness" ist – [dem italienischen Publizisten Ignazio Silone wird folgender Ausspruch zugeschrieben: "Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus." Folgt man den Argumentationssträngen von EKL, dann scheint es so, als ob dieser Silone-Satz eine gute Beschreibung der bundesdeutschen ANTIFA und der "political correctness" ist].

Wer war EKL? EKL wurde am 31.07.1909 in der Steiermark geboren, studierte Jura, Staats- und Volkswirtschaftslehre und Theologie, beherrschte zahlreiche Fremdsprachen und war – z. B. nach der Einschätzung von Ernst Jünger – ein Universalgelehrter. Seine vielen Publikationen zeigen EKL als unerschrockenen Kämpfer gegen Sozialismus, Kommunismus, Spießbürgerlichkeit, Pharisäertum etc., ein Fechter für die "Freiheit" und ein markanter Gegner der "Gleichmacherei". EKL selbst definierte dies so: "Rechts steht für Persönlichkeit, Vertikalität, Transzendenz, Freiheit, Subsidiarität und Vielfalt, links steht für Kollektivismus, Horizontalismus, Materialismus, Gleichheit-Nämlichkeit, Zentralismus und Einfalt (in beiden Sinnen des Wortes)." Weshalb Roland Baader feststellte: "Viele Konservative und die meisten Liberalen und Libertären tun sich schwer mit einer so kantigen Figur."

Und kantig, das ist auch dieses Buch!
Für EKL ist die Menschheitsgeschichte ein ständiger Konflikt zwischen "Gleichheit und Freiheit".
Für EKL steht die Demokratie auf Seiten der Gleichheit. Dabei ist die Demokratie für EKL durch die demokratisch legitimierte Ermordung des Sokrates – das Reichen des Schierlingsbechers – eindeutig diskreditiert. Folglich ist es für EKL nicht überraschend, dass diese diskreditierte Demokratie erst durch die "französische Revolution" – für EKL zu recht eine einzige Sex- und Mordorgie – rehabilitiert worden ist.
EKL findet in der "französischen Revolution" die Wurzeln für alle Ungeheuerlichkeiten, alle Verwerfungen und alle Grausamkeiten, die das "verdammte 20. Jahrhundert" auszeichnen und zu einem der mörderischsten Jahrhunderte verkommen ließen.
"Gleichheit – Freiheit – Brüderlichkeit", dies war und ist die Kokarde der "französischen Revolution", dabei ist die "Gleichheit" das zentrale Kristall der Demokratie: Jede Stimme hat bei der demokratischen Wahl das gleiche Gewicht. EKL zeigt, dass diese "Gleichheit der Stimmen" logisch zu einem Egalitarismus in allen Lebensbereichen führen wird – Demokratur halt.
Diese Gleichmacherei der Demokratisten, insbesondere bei finanziell-materiellen Fragen, ist eben der Weg der Hinwendung der Demokratie zum Sozialismus; für EKL ist dieser Weg – hin zum Sozialismus – der Demokratie inhärent, ihr sozusagen in die Wiege gelegt.
Gleichmacherei ist wider die Natur, erst recht gegen die Natur des Menschen.
Leider haben die einfachen, aber schlechten Ideen große Anziehungskraft, besonders wenn die besseren, die richtigen Ideen komplex sind und deshalb ein differenziertes Denken voraussetzen – und Denken, noch dazu Selberdenken ist oftmals und meistens anstrengend. Wie schön, wenn die einfachen, aber schlechten und falschen Ideen auch noch helfen die niedrigsten menschlichen Instinkte – wie Neid und Hass – befriedigen zu können?!
Die "französische Revolution" hat – so EKL – bis auf das metrische System nichts Gutes gebracht, sondern die Menschen leben seit jenen Tagen im Zeitalter vom "G" = "Guillotinen, Galgen, Gefängnisse, Gestapoverhöre, Gaskammern, Genickschüsse und Gulags" – Marx, Engels, Lenin, Stalin, Hitler, Goebbels oder Pol Plot waren alles stramme Jakobiner.
EKL macht auch bewusst, dass die Botschaft der Bibel personal und damit libertär per se ist – jeder Mensch also ein Unikat ist.
Schon der Ansatz, dass eine Mehrheit absolut über eine Minderheit mit allen möglichen Zwangsmaßnahmen herrschen darf, ist wissenschaftlich – so EKL – ohne jede Substanz und widerspricht gleichfalls der christlichen Botschaft. Folglich widerspricht der Egalitarismus der Demokratisten erst recht der christlichen Botschaft, diese Demokratisten sind die neuen Jakobiner.
Solche Art von Demokraten verfechten für EKL eine zivile Ersatzreligion, nicht von ungefähr sind – so EKL – die Todfeinde des Christentums seit der "französischen Revolution" im Lager der demokratistischen Jakobiner (Sozialisten, Ökologisten, ANTIFA, political correctness usf.) zu finden.
Die Jakobiner tarnen ihre Hohlheit mit Begriffen wie "soziale Gerechtigkeit", in Deutschland ist dies die Floskel, die den deutschen Blockparteien hilft wirkliche Diskussionen über Gerechtigkeit zu vermeiden. Außerdem ist es eine nette Floskel, um dahinter den Egalitarismus und den sanften Weg in Knechtschaft zu verbergen. Auch die neuen Jakobiner terrorisieren die Menschen mittels des Gesinnungsterrors der political correctness. Die "soziale Gerechtigkeit" der neuen Jakobiner ist keine Gerechtigkeit, sondern eben Gleichmacherei, die – wie Sozialismus immer – zur Verarmung der Menschen führt.

Aus der Fülle der Gedanken von EKL sollte ein wichtiger Gedanke hervorgehoben werden; nämlich, dass EKL ein Bündnis von tatsächlichen Konservativen und wirklichen Liberalen für möglich hält, um gemeinsam den Kampf gegen die neuen Jakobiner zu führen.

Zum Schluss noch einmal Roland Baader: "Die Gedanken dieses Aristokraten von Herkunft, Geist, Gesinnung, Charakter und Tat gehören in ihrer Tiefe und Fülle zu den wertvollsten Pretiosen in der Schatztruhe der Geistesgeschichte des Abendlandes."


Das Ungerechte an der Gerechtigkeit: Fehldeutungen eines Begriffs
Das Ungerechte an der Gerechtigkeit: Fehldeutungen eines Begriffs
von Bernd Rüthers
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,00

4.0 von 5 Sternen Ungerecht gerecht, 14. August 2014
Der vielfach geehrte und ausgezeichnete emeritierte Rechtsprofessor Bernd Rüthers (BR) geht in diesem Buch dem umstrittenen Begriff der Gerechtigkeit nach.

BR wagt sich in den Irrgarten der Gerechtigkeit, indem es vor "Gerechtigkeiten" wimmelt - allgemeine Gerechtigkeit - austeilende Gerechtigkeit - soziale Gerechtigkeit - usw.; ohne sich in dieser Vielfalt zu verlieren; denn BR - ein Kenner der juristischen Methodenlehre, der Rechtsphilosophie und der Rechtsgeschichte - geht nicht dem Begriffswirrwarr nach, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. BR zeigt, dass der Gerechtigkeitsbegriff wandelbar ist, je nach dem, welche kulturellen Rahmenbedingungen vorliegen oder welcher Weltanschauung angehangen wird.

Daraus folgt, dass der Gerechtigkeitsbegriff grundsätzlich auch dem Wandel der Zeiten unterliegt; oder anders ausgedrückt, im Laufe der Zeit gleichen sich auch die Vorstellungen zur Gerechtigkeit dem Wandel der vorherrschenden Wertvorstellungen innerhalb einer Gesellschaftsordnung an.

Daher werden auch Rechtssysteme dem Wandel unterliegen, so dass zwar ein Gesetzestext gleich bleiben kann, jedoch die heutige Auslegung eine andere sein wird als die von gestern.

Eine einzige grundlegende normative Definition darüber, "was Gerechtigkeit ist", kann es nach BR nicht geben. Die Menschen sehnen sich zwar nach der "gerechten Welt", doch da der Mensch irren kann und irren wird, kann der Mensch sich nur mittels von "Versuch und Irrtum" der wahren Antwort auf die Frage "was ist Gerechtigkeit" annähern. Folglich werden auch vor Gericht Urteile gefällt werden, die einem diffusen Gerechtigkeitsgefühl vieler Menschen widersprechen dürften. Außerdem, allgemeine und abstrakte Regeln, die für jedermann im Rechtsstaat gelten, müssen sowieso bewirken, dass diffuse Gerechtigkeitsgefühle - die mitunter auch nur maskierte Neidgefühle sind - im Sinne von allgemeinen Regeln nicht zu operationalisieren sind.
Viele Menschen wollen letzte Gewissheit und durch die Justiz endgültige Klarheit; doch eine solche "totale Gerechtigkeit" kann der Mensch nicht finden, wenn er sie willkürlich setzt, dann herrscht die "totalitäre Gerechtigkeit", d h. grausam-fürchterliches Unrecht erlangt die Herrschaft.

Anhand dieses Buches wird es ziemlich deutlich, wie wichtig die juristische Methodenlehre, die Rechtsphilosophie und die Rechtsgeschichte für einen Juristen von Format - und ein solcher ist BR eindeutig - sind. Leider verlieren diese Eckpfeiler in der deutschen Juristenausbildung immer mehr an Wertschätzung!


Libertäre politische Philosophie
Libertäre politische Philosophie
von Fabian Wendt
  Broschiert

3.0 von 5 Sternen So oder anders?, 13. August 2014
FW spielt verschiedene Begriffe des Freiheitsansichten durch, dadurch kann und braucht er sich - mittels zwangsläufig notwendig gewordener Ausgrenzungen - schließlich in seiner Untersuchung nur noch dem Minarchismus zu widmen. Den anarcho-libertären Zweig des Libertären hat er dadurch aus dem Blickwinkel seiner Untersuchung verbannt.

Die Eigentumsregeln bzw. das Eigentumsverständnis der Libertären - hier der Minarchisten - werden unter die Lupe genommen.
Der libertäre Eigentumsbegriff beruht auf Theorien von John Locke. Demzufolge ist jeder Mensch Eigentümer von sich selbst (Selbsteigentum), kein Mensch hat Eigentums-/Verfügungsrechte am Körper irgendeines anderen Menschen. Mischt ein Mensch okkupierte herrenlose Güter mit seiner eigenen Arbeit, so entsteht ein neues Gut, an welchem dieser Mensch alle Eigentumsrechte hat, z. B. wenn ein Mensch herrenloses Land kultiviert entsteht ein anderes Gut, welches nun sein Eigentum geworden ist.
Diese Sicht "Eigentum durch Arbeit" ist für FW nicht haltbar, nicht belastbar. Deshalb ist für FW eine staatliche Organisation, die mittels Rechtsregeln die Rechte am Eigentum legitimiert unabdingbar. Damit stellt - m. E. - das Eigentum aber kein absolutes und exklusives natürliches Recht mehr dar, wenn es zu seiner Legitimierung einen Rechtsakt nötig hat. Und m. E. ist gerade diese Exklusivität des Eigentums das Kerngehäuse der libertären Idee; somit verabschiedet FW bereits bei diesem Punkt die libertäre Grundidee.

In seinen Ausführungen kommt FW - Legitimierung durch Rechtsregeln - nun folgerichtig dazu, dass es die beste Lösung ist, wenn ein Minimalstaat - ein ähnlicher Minimalstaat, wie dieser schon durch Robert Nozick beschrieben worden war - diese Aufgaben, nämlich Eigentum und Freiheit zu schützen, zu übernehmen und zu leisten hat.

Aus Sicht der Minarchisten hat ein Staat nur eine Funktion: Die Freiheit und Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten - sonst nichts. Hier setzt FW mit konsequentialistischen Überlegungen an und leitet ab, dass dann eine staatliche Organisation leicht über diese "Nachtwächter-Stellung" hinausgehen kann und wird. So kommt FW dann zu dem Punkt, dass er dem Staat auch noch andere - moralische - Aufgaben zubilligt, und dieses Zugeständnis ist etwas, was Libertäre keinesfalls dem Leviathan "Staat" zugestehen wollen und werden.


Wenn es lebensgefährlich ist, Christ zu sein: Kampf der Religionen und Kulturen
Wenn es lebensgefährlich ist, Christ zu sein: Kampf der Religionen und Kulturen
von Joachim Feyerabend
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leider wahr, 13. August 2014
Im Jahre 2010 erschien dieses Buch zum Thema Christenverfolgungen von Joachim Feyerabend (JF). Jetzt, im Jahre 2014, ist die Lage für die Christen in vielen Ländern noch bedrohlicher und gefährlicher geworden. Fast scheint es so, als ob es in der Gegend, in welchen vor 99 Jahren mehr als zwei Millionen Mitglieder der armenisch-katholischen, assyro-chaldäischen, syrisch-orthodoxen und syrisch-katholischen Kirche ermordet worden sind, wieder zu Massenmord an und Vernichtung von Christen kommen wird.

Damals, 2010, beschrieb JF eine Situation, die auch schon zu jner Zeit in vielen Ländern für Christen mehr als nur prekär war. JF schildert die tagtägliche Gewalt gegen Christen in rund fünfzig Staaten, davon sind die meisten Ländern islamisch geprägt; während China und Nordkorea - damals wie auch heute - das Kreuz mit Hammer und Sichel bekämpfen.
Auch in der Türkei, die gem. JF als trojanisches Pferd in die EU will, sind Christen nur Menschen zweiter/dritter Klasse.

Es wundert JF zu recht, dass der sog. Westen dies alles nicht zur Kenntnis nehmen will. Zugleich ist es für JF auch klar, weshalb im Westen die verfolgten oder gedemütigten Christen kaum einen Anwalt haben und kaum einen Fürsprecher finden; denn die Macher der "veröffentlichten Meinung der führenden Medienorgane" sind regelmäßig ebenfalls Feinde des Christentums - man könnte fast sagen, dass jene Clique die Christen im Okzident selbst mit subtilen Mitteln verfolgt: Demzufolge interessiert es diese Meinungsmacher nicht, ob irgendwo auf der Welt Christen verfolgt werden. Vielmehr sind die Christen für diese scheinbar so aufgeklärten Wortführer der westlichen Intelligenz selber schuld, dass sie verfolgt werden; weil das Christentum - aufgrund der gegen die Intelligenz gerichteten Ideologien der Meinungs- und Stimmungsmacher im Westen - an allem Übel der Welt die Schuld zu tragen hat.

Die Warnungen von JF sind nicht von der Hand zu weisen. Die Islamisten werden, falls sie den Westen überrollen und einnehmen können, die vielfältige europäische Kultur und das, was Politiker und Meinungsmacher von den hart erkämpften Freiheiten des Westens noch übrig gelassen haben, zerstören wollen - nicht von ungefähr nennt sich eine Islamistentruppe "Boko Haram" = "gegen westliche Bildung"; denn die westliche Bildung wurzelt - trotz aller Anfeindungen und trotz allen Leugnens der westlichen Meinungsmacher - im Christentum, in der christlichen Kultur des Okzidents.


Sprengsatz Inflation: Können wir dem Staat noch vertrauen?
Sprengsatz Inflation: Können wir dem Staat noch vertrauen?
von Henrik Müller
  Broschiert
Preis: EUR 7,76

4.0 von 5 Sternen Die Explosion wird kommen, 12. August 2014
Hendrik Müller (HM), der Autor des Buches, kommt in diesem Buch aus 2010 über die sog. Weltfinanzkrise zu dem Schluss, dass die Hauptschuldigen an der Misère bei den anmaßenden Politikern zu suchen sind.
Vorweg, da HM im Buch dem Aspekt der "unabhängigen/abhängigen" Notenbanken breiten Raum einräumt, eine persönliche Anmerkung: Auch die alte Bundesbank war nur in Grenzen unabhängig, letztendlich hat jede Notenbank die allgemeine Wirtschaftspolitik der eigenen Regierung zu stützen; d. h., dass Notenbanken grundsätzlich, egal wie unabhängig diese auch verfasst scheinen mögen, nie wirklich unabhängig von der Politik sind!
Also, anmaßende Politiker, welche die nur vordergründig unabhängigen Notenbanken zum Zwecke eigener Partikularinteressen einspannen, tragen - z. B. durch die Flutung der Welt mit Liquidität - den Hauptschuld an der sog. Weltfinanzkrise.
Dabei haben die staatlichen Makroökonomen, die auch vorrangig in Zentralbanken beheimatet sind, mittels einer flankierenden Beratung aufgrund makroökonomischer Modellierungen solcher Art von Politik "wissenschaftliche" Hilfe erteilt. In solchen eleganten Makromodellen trifft man häufig genug den handelnden Menschen bzw. alles das was Wirtschaften ausmacht kaum bzw. gar nicht mehr an. Der irrende, handelnde und auch oft genug irrationell agierende Mensch ist wegdefiniert.
Die inflationäre Geldpolitik, die aufgrund einer solchen Basis praktiziert worden ist, erzeugte eine Unzahl von Ungleichgewichten auf den Güter- und Faktormärkten, ebenfalls auch in gigantischem Ausmaß auf den Finanzmärkten. Blasen entstehen durch eine solche Art der Geld- und Finanzpolitik unweigerlich, diese werden jedoch nicht als Blasen erkannt oder deren Existenz wird auch schlichtweg durch die Akteure geleugnet.
Das Platzen einer solchen Blase führte dann in 2007/08 dazu, dass dieselben Politiker, die ursächlich die Schuld an diesen Verheerungen tragen, als Retter auftraten und mittels Bürgschaften, Garantien oder durch weitere Inflationierung der Geldmenge das von ihnen aufgebaute System davor bewahrten schon damals einzustürzen.
Doch diese Maßnahmen erhöhen (offen und verdeckt) die Staatsschulden und engen den politischen Handlungsspielrum ein. HM war einer der wenigen Ökonomen, die schon damals (2010) die Szenarien analysierten, welche der anmaßenden Politik blieben, um solche Schulden und Verpflichtungen wieder loswerden zu können; mögliche Szenarien sind: - Inflation - Wirtschaftswachstum - Konsolidierung der öffentlichen Haushalte - Finanzrepression - Zahlungsausfall (der Staat stellt die Schuldentilgung ein, Gläubiger im In- und Ausland gucken in die Röhre).
In einer Mischung aus politisch forcierter Inflationierung, politisch gewolltem niedrigen Zinsniveau und Schuldenschnitten sah HM schon damals (2010) den Weg, welchen die anmaßenden Politiker zum weiteren Schaden des allgemeinen Wohls beschreiten würden.
Für HM ist es aber auch klar, dass eine forcierte Inflationierung zu einem tiefen Misstrauen in die politische Ordnung, zu Verteilungskämpfen, zu moralischer Haltlosigkeit usf. führen wird. Weitere ungezügelte und hemmungslose Inflationierungen der Geldmenge werden schließlich zum Zusammenbruch der politischen Systeme führen. Lenin soll einmal gesagt haben: "Um die bürgerliche Gesellschaft zu zerstören, muss man ihr Geldwesen verwüsten." Die anmaßenden Politiker (ob bürgerlich oder nicht) der westlichen politischen Systeme führen offenbar den Auftrag Lenins gezielt durch!


Das hohe C: Wohin steuert die CDU?
Das hohe C: Wohin steuert die CDU?
von Wolfgang Ockenfels
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Weckruf der christlich-konservativen Art, 29. Juli 2014
Der Autor des Buches ist katholischer Priester, Mitglied der Ordensgemeinschaft der Dominikaner und studierter Theologe, Philosoph, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler.
Bevor der Autor 1985 an der Universität Trier Professor für Christliche Sozialwissenschaften wurde, stand er mehrere Jahre als Redakteur des Rheinischen Merkurs an der journalistischen Front.

In dieser Schrift blickt Prof. Ockenfels zunächst einmal zurück auf die christliche Sozialtheorie und stellt deren Bedeutung für die frühe CDU analytisch klar heraus.

Auf Basis dieser Analyse rollt Prof. Ockenfels auf, dass die Union unter der Regie der Merkel kaum noch für das Christliche steht. Damit hat der Dominikaner-Pater recht; denn die Merkel hat – gem. FAZ – einmal gesagt: "Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich christlich-sozial"; d. h. also, dass die CDU, besser die Merkel-Union, für nichts steht, keinerlei Konturen hat und sich einfach vom Zeitgeist treiben lässt.

Akkurat listet Prof. Ockenfels auf, wie und wo die Merkel-Union sich von den Grundwerten eines christlichen Ordnungsmodells der Gesellschaft immer weiter entfernt hat und entfernt. Prof. Ockenfels legt damit den Finger auf die Schwachstellen der Merkel-Programmatik, die geradezu kritiklos überhöht einer Huldigung von Pragmatismus und Relativismus gleichkommt ---> einer Unterwerfung unter einem christenfeindlichen Zeitgeist. Die Merkel-Programmatik führt zu einer imposanten Profillosigkeit der Union.

Man brauche sich nicht zu wundern – so der Dominikaner-Pater –, wenn die christlich-konservativen Stammwähler stark verunsichert werden. Wählen gehen? Wen, die Union als kleineren Zeitgeistübel – oder der Wahl ganz fernbleiben?

Für Prof. Ockenfels ist das "C" im Parteinamen nur gerechtfertigt,
- wenn sich die Union in ihrer Programmatik auf die christlichen Grundwerte und christlichen Wurzeln besinnt;
- wenn innerhalb der Union profilierte Christen wieder zu Wort kommen dürfen, also nicht weiter durch den Merkel-Club unterdrückt, bevormundet und – im schlimmsten Fall – vertrieben werden. (Bestätigender Hinweis: Als damals 2009 im Vorfeld der Gründung des "Arbeitskreises engagierter Katholiken in der CDU" die Gründungsabsicht bekannt wurde, hielt die Merkel diesen Arbeitskreis in ihrer typischen Art für "nicht hilfreich".)

Das Buch des Dominikaner-Paters zeigt mitunter Ausschnitte einer wirklichen Kampfschrift, doch eigentlich analysiert Prof. Ockenfels die Irrungen der Merkel-Union aus seiner Sicht als katholischer Priester, flankiert um Vorschläge zur Rückgewinnung eines christlichen Profils.

Im August 2009 machte Prof. Ockenfels in einem Interview auch deutlich, dass er die opportunistische Kanzlerin Merkel bei der Bundestagswahl 2009 nicht wählen wird. In diesem Interview wurde deutlich, wie sehr die "Zeitgeist-Opportunisten" in der Union und deren "Diktatur des Relativismus" den Dominikaner-Pater anwidern.


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