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Alexander Cartier (Lyon)
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Invictus
Invictus

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I was I am I shall burn, 23. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Invictus (Audio CD)
Ich habe diese Rezension als Reminiszenz an meine Bewertungen von HSBs "Deaf to our prayers" (2006) ("Das neue Album der härtesten Band der Welt") und "Iconoclast Part One: The Final Solution" (2008) ("Das nächste Album der härtesten Band der Welt") ursprünglich 'Das übernächste Album der härtesten Band der Welt' genannt, inzwischen aber einen besseren Titel gefunden. Ich hatte eine wunderschöne Rezension der der "Bildersturm - Iconoclast Part Two: The Visual Resistance"-DVD beiliegenden Live-CD "Decade of Expression" (Slayer, ick hör Dir trapsen!), wahrscheinlich "Das Live-Album der härtesten Band der Welt", geschrieben, doch Live-Alben zählen in Diskographien sowieso nicht (siehe Ill Bill, "U.B.S. Unauthorized Biography of Slayer", von der "Hour of Reprisal", 2009).
Die "Invictus" habe ich, anders als ihre Vorgängerin "Iconoclast Part One: The Final Solution" noch nicht vor der Veröffentlichung gehabt, ich habe es gleich 0.00 Uhr am Veröffentlichungstag, dem 21.5.2010, hier bei Amazon versucht, aber weil ich nicht in Deutschland war, konnte ich das Album erst ab dem 24. Mai 2010 herunterladen. Danach hatte ich noch Trouble wegen meines nicht funktionierenden Accounts, und so dauerte es ungewöhnlich lange, bis ich das Album hatte. Inzwischen habe ich es auf Heavy Rotation ungefähr 20mal gehört und kann nun auch was dazu sagen.
Im Vorfeld der Veröffentlichung von "Invictus" habe ich mich häufig rückwärts durch den HSB-Back'katalog gehört und folgendes herausgefunden:
1. Weiter zurückgehen als "Whatever it may take " von 2002 kann ich nicht. Die "Asunder" habe ich mir auch gekauft, erscheint mir aber bis auf "Cold" und "Asunder", die ich schon vorher mochte, unhörbar.
2. Wenn man richtig böse wäre, würde man sagen, seit "Whatever it may take" (2002) seien HSB mit jeder neuen Platte schlechter geworden. Muß man aber nicht, man kann auch sagen, daß die "Whatever it may take" die größte Dichte an Hits hat, die "Antigone" (2004) im Nachhinein manchmal etwas poppig wirkt und es sowieso einen musikalischen Bruch zwischen "Antigone" und "Deaf to our prayers" gibt, der wahrscheinlich nur zufällig mit dem Ausscheiden von Patrick Schleitzer und dem Einchecken von Alexander Dietz zusammenfiel.
3. Auf den Splitalben mit Caliban haben HSB nicht etwa nur Studioabfall untergebracht, sondern richtig gute Lieder, "No one will shed a tear" von der "The Split Program, Vol. 2" z.B. oder auch "One More Lie" und "Suffocated in the exhaust of our machines" von der "The Split Program".
4. Das Werk von HSB läßt sich inzwischen ganz gut in Vor-"Deaf to our prayers" und Nach-"Deaf to our prayers" einteilen. Vorher war es eingängiger, aber auch unorigineller und mehr Metalcore, danach war es härter, aber mehr eigener, unverwechselbarer Stil und mehr Melodic Death Metal.
5. "Iconoclast Part One" war nicht so gut, wie ich es hier besprochen hatte: es gab einfach zu viele Songs, und die meisten hatten 2-3 Minuten Krach und am Ende nach dem 2. Refrain noch eine schöne Melodie dranhängen. Und einfach zu viele Songs, die nur als Lückenfüller dienten. Ein Monsterhit ("Endzeit"), ansonsten noch "Forlorn Skies", "A Dying Ember" und "Quest for Resistance", aber zuviel "The Disease", "Against all lies", "The bombs of my saviours" , "Joel" und "Like a thousand suns".
6. "Whatever it may take" ist ein Meisterwerk. Punkt. Größte Hitdichte. Nur einen Aussetzer ("Naked Among Wolves"). Astreine Produktion. Der Durchbruch für HSB.

Der initiale Schock ist nunmehr seit drei Alben derselbe: "Nanu, ich hatte mich gerade daran gewöhnt, aus dem Krach des Vorgängeralbums die Melodieperlen herauszupulen, und jetzt verstehe ich schon wieder nur Bahnhof?" Inzwischen weiß ich, daß man ein HSB-Album nur etwa 10mal hören muß, dann gefällt es einem auch. Spätestens dann haben sich nämlich die immer vorhandenen Melodien in die Gehirnrinde eingefressen.
Wenn "Iconoclast Part One" wirklich die Rückkehr zum Stil von "Whatever it may take" war (ich habe davon nichts bemerkt), dann ist "Invictus" ganz offensichtlich die Rückkehr zum Stil von "Deaf to our prayers". Aber was für ein überraschendes Album! Etwa doppelt so lang wie gut, das heißt sechs guten Tracks am Anfang stehen vier überflüssige oder zumindest ambivalente Songs gegenüber, bevor am Ende noch mal ein Hammer kommt, aber es gibt elektronische Klänge, deutschen Text, mal wieder ein Klavier, ein Duett mit einer Frau, nur Cleangesang von Marcus 'Molle' Bischoff hat noch gefehlt, aber den Gefallen tun einem HSB nicht'
1. "Intro" 8/10 Punkten

Mal wieder ein schönes Instrumental von Ólafur Arnalds. Nicht so toll wie das Intro von "Iconoclast Part One", das immer direkt vor "Endzeit" läuft, aber doch sehr schön. "Deaf to our prayers" hatte kein Intro, "Antigone" und "Iconoclast" schon.

2. "The Omen" ' "HOW CAN YOU ASK ME IF WE CAN SAVE THIS WORLD?" 8/10 Punkten

Erst dachte ich, oh man was für ein Krach! Aber die obenstehende Refrainfrage frißt sich doch recht dauerhaft in die Gehirnwindungen ein. Entspricht etwa "Trespassing the shores of your world" von der "Deaf to our prayers" (hier Titel 2, dort Titel 2).

3. "Combat" ' "YOU ARE AN ORPHAN NOW ADOPTED BY THE BEAST OF WAR" 9/10 Punkten

Elektronik von Heaven shall burn! Was sich auf der "Iconoclast" auf "Like a thousand suns" und "Murderers of all murderers" schon ankündigte (das habe ich allerdings nur gelesen, auf "Like a thousand suns" habe ich gar nix, auf "Murderers of all murderers" habe ich nur ganz wenig Elektronisches gehört), wird hier weitergetrieben: ein Techno-Club-Stampfer! Schon gleich am Anfang haut Matze hier nicht wie sonst die Doublebass, sondern einen ganz stumpfen Beat. Großartig, ein unvergeßlicher Hit ' hat ähnliches Potential wie "Behind a wall of silence (!)" ("Whatever it may take, tr. 2), "The weapon they fear" ("Antigone", tr. 2), "Counterweight", ("Deaf to our prayers", tr. 1) und natürlich "Endzeit" ("Iconoclast Part One", tr. 2). Ich vermute mal, das wird bei Live-Konzerten zukünftig entweder als Opener ("Endzeit") oder als Zugabe ("Behind a wall of silence", "The weapon they fear" ' as witnessed auf der "Decade of Expression") gespielt werden. Inhaltlich geht's um Kindersoldaten in Afrika à la Joseph Konys ugandischer Lord's Resistance Army in "Lost Children".

4. "I was I am I shall be" - "AND TO YOU YOU MASTERS OF AFFLICTION WE SPEAK OUR WORDS OF TRUTHFULNESS" 8/10 Punkten

So ein bißchen ein bißchen ein Überleitungstitel zum thematisch ähnlich gelagerten Übertrack "Buried in forgotten grounds". Hat ähnliche Qualität wie "Iconoclast"s 4. Titel "Murderers of all murderers". Am Anfang viel Krach, um dann mit dem "We know this storm will rage again" noch etwas ruhiger zu werden. "Storm" und "Rage" sind übrigens Signalwörter für die doch thematisch häufig ähnlich gelagerten Texte dieser Platte. Klar denkt man sofort an die Überzeile "A storm will break the silence (!)" aus "Endzeit" von der "Iconoclast". Auch auf 'Silence' muß man beim Oeuvre von HSB gut aufpassen'Auf "Rage" werde ich später noch etwas eingehen. Für meinen Geschmack hätte Maik Weichert von HSB beim Schreiben der Texte ruhig etwas konkreter werden können, meistens handelt es sich um ganz allgemeine Globalisierungs-/Finanzkrisenkritik. Ich bin ja immer dankbar, wenn er konkreter wird wie in "Sevastopol" (Krimkrieg) oder "Combat" (Kindersoldaten, s.o.) oder eben früher "Of no avail" (Weberaufstand), "Armia" (Warschauer Aufstand) von der "Deaf to our prayers" oder die ganze "Whatever it may take" (Weiße Rose).

5. "Buried in forgotten grounds" ' "SILENCE AND SCREAMS ARE THE END OF MY SONG" ' 9/10 Punkten

"I know that they will bleed in hell" ' mit dieser erfrischenden Gewissheit geht es textlich schon mal sehr gut los. "Silence (!) and screams are the end of my song" ist ein Zitat von Victor Jara, einem chilenischen Sänger, der "Waffe, die sie (die Putschisten um Pinochet) fürchten', mehr als Gewehre und Kanonen, ermordet von Pinochets Handlangern und neben seinem Zitat als "Son of Chile" im Abspann zum Video zu HSBs "The weapon they fear" vom 2004er "Antigone" gewürdigt. Hier wird es 6 Jahre später erstmalig als Textzeile in einem HSB-Song verwendet. Ich verstehe an dieser Stelle übrigens immer deutlich "...our song" statt "...my song", aber so (wie das Originalzitat) steht der Text auch im Internet. Auch 'Storm' und 'Rage' grüßen wieder aus dem vorhergehenden Track: 'As storm of rage to carry our names'. "Buried in forgotten grounds" erinnert mich vom Titel her natürlich sehr an "Forlorn skies", dem tr. 5 von der "Iconoclast" und einem der besseren tracks jenes Albums. Inhaltlich geht es um die "Verschwundenen" einer (hier beliebigen, aber in der Realität chilenischen/argentinischen/urugayischen/serbischen) Militärdiktatur. Interessant der Racheaspekt ' "We'll make you bleed for this" -, mit dem die Toten aus dem Grab drohen, textlich wird hier die Passivität der Opfer ("Nothing will be buried in oblivion - remember our lifes") verlassen und es geht in Richtung des von mir sehr gemochten Max-Cavalera (Sepultura/Soulfly/Cavalera Conspiracy)-Zitates "Murderers, we know who you are'every day you walk in freedom is one day closer to justice.", mit dem er (Cavalera) die Mörder des brasilianischen Umweltaktivisten Chico Mendes auf Soulflys erstem, selbstbetiteltem Album nicht nur anklagt, sondern aktiv bedroht. Sehr aufwühlend und schön der Schluß "But the heartbeats of our loved ones will be the drums to break your sleep", der mit Klavierspiel à la "A dying ember" von der "Iconoclast", "Armia" von der "Deaf to our prayers" oder "Numbing the pain" von der "Antigone" unterlegt ist und durch den man noch einmal sehr gut den Eindruck vermittelt bekommt, die Geister der unschuldig Getöteten würden sich aus dem Grab erheben, um ihre Mörder zu verfolgen. Am Ende des Tages ist ein track 5 von einer HSB-Platte sowieso eine sichere Bank ('The Martyr's Blood' über Salvador Allende ' 'Voice of the voiceless', mein absoluter HSB-Lieblingssong' 'The final march' ' 'Forlorn skies').

6. 'Sevastopol' ' 'THEY WILL NOT TAKE THIS PLACE WILL NOT DEFILE THIS GROUND' 10/10 Punkten

Herz des Albums, dieser Track. Sowas ('Armia' von der 'Deaf to our prayers') wird ***nie*** auf Konzerten gespielt, einfach zu langsam, das ändert aber nix an der unbestreitbaren Qualität dieser Titel. Musikalisch und textlich der Schwestertitel zu 'Armia' von der 'Deaf to our prayers', quasi 'Armia II'. Dort (Text u.a. 'A home behind the enemy lines') ging es um den heldenhaften, 56tägigen Kampf der polnischen Exil- und Untergrund-Armia Krajowa 1944 im von den Nazis besetzten Warschau, besser bekannt als Warschauer Aufstand. Hier geht es um eine Episode aus dem Krimkrieg (1853-1856), auch zehnter (!) russisch-türkischer Krieg genannt. Erst dachte ich, es geht um den Sewastopoler Matrosenaufstand, der zur niedergeschlagenen russischen Revolution 1905 führte ('Panzerkreuzer Potemkin'), aber nee. Sewastopol auf der Krim war seit jeher und ist noch heute der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. 1854/1855 belagerten die Alliierten England, Frankreich und Italien mit großer personeller Überzahl die Feste Sewastopol, bis sie nach verheerendem Artilleriebeschuß ('As clouds of dust contaminate the dark blue skies') nach fast einem Jahr die eingeschlossenen, zahlenmäßig weit unterlegenen Verteidiger überwältigen konnten. Die Anzahl der russischen Überlebenden dürfte sich in engen Grenzen gehalten haben. Quasi ein russisches Alamo oder Schlacht an den Thermopylen, wobei ich die Heroisierung der zaristischen Soldaten durch Maiks Text (genau wie die sonstige der Verteidiger von Fort Alamo) als etwas problematisch ansehe, problematischer zumindest als die der Soldaten der Armia Krajowa oder der spartanischen Kämpfer ('300'). Insofern ist auch das oben zitierte 'Sie werden diesen Ort nicht nehmen, diese Erde nicht entweihen' etwas zur Übertreibung neigend, eine Marinebasis ist kein Tempel und Fort Malakow/Sewastopol nicht Massada. Der Song fängt schon gut mit 'Here we are waiting for the storm (!)' an, um sich zu 'Now in the darkness we see the fires rage (!)' zu steigern und dann 'Armia' ('Rugged figures but brothers and sisters we are') mit 'Within these walls we're loyal brothers ' comrades till death' und 'Inside this fortress we're faithful sisters ' comrades till death' eine eindeutige Referenz zu erweisen. ***Ich*** hab' mir ja ein 'Armia'-T-Shirt mit dem Refrain hinten drauf gekauft, und das würde ich für 'Sevastopol' jederzeit wieder tun.

7. 'The lie you bleed for' ' 'WHEN WILL YOU EVER SEE NO ONE WILL SET YOU FREE' 8/10 Punkten

Ich fand diesen Song durch den Rhythmuswechsel zwischen der ruhigen, elektronischen (!) Strophe und dem geschrieenen Refrain erschreckend und viel lauter, als wenn er durchgängig laut gewesen wäre. Diese alte Crossover-/Grungewaffe der Abwechslung kommt hier (und später bei 'Given in death') recht wirkungsvoll zum Einsatz und fetzt einem die Ohren weg. Außerdem gibt's, wie oben angekündigt, deutschen Text (ich denke, das erste Mal bei HSB, seitdem sie 'Straßenkampf' von den Skeptikern als Zugabe zur 'Antigone' 2004 gecovert haben): 'Und damit Du es verstehst/Du folgst den falschen Führern/Der Kampf ist nie vorbei/Du bist nicht frei.' Das Gekreische klingt auf Deutsch deutlich uncooler als genau derselbe Text auf Englisch ' ich hatte mich ja an dieser Stelle (Amazon) ausführlich über Callejon lustig gemacht und finde weiterhin, das Melodic Death Metal auf Deutsch seltsam klingt. Aber mal ein interessantes Experiment!

8. 'Return to sanity' ' 7/10 Punkten

Der erste in einer Reihe von vier überflüssigen oder zumindest ambivalenten Titeln. Der hier ist m.E. nicht so störend wie 'Biogenesis' von der 'Deaf to our prayers', aber etwa so ambivalent wie 'Stay the course' von der 'Deaf to our prayers' und 'The Disease' von der 'Iconoclast' (jeweils 7/10 Punkten, 'Biogenesis' 6/10 Punkten). Ich erlaube mir mal aus der Erklärung zum Text zu zitieren: "The battle of Hürtgen Forest in Germany was one of the most fierce battles in WWII. Ernest Hemingway was involved as a war correspondent for the US Army. This battle changed his opinion about the war radically.
German Lieutenant Friedrich Lengfeld was killed as he tried to save the life of a wounded American soldier crying for help." Hmm, hier ist gut nicht dasselbe wie gut gemeint. Das Anliegen berechtigt, der Begleittext überzeugend, aber für mich bleibt der Beigeschmack eines erklärten Witzes oder eines Filmdialoges, der alles erklären muß, weil das Bild es nicht kann: das Ganze zündet irgendwie nicht. Ein Niveau mit 'The bombs of my saviours' von der 'Iconoclast', kann man beim Hören m.E. auch weglassen. Außerdem hat er eine Stelle, die "Buried in forgotten grounds" sehr ähnlich ist, fast glaubt man, gleich müsse wieder das "Silence and screams are the end of my song" kommen.

9. 'Against bridge burners' ' 'MECHANISMS OF STAGNATION AS AGITATORS RULE THE LAND.' - 7/10 Punkten

Na, siehe oben 'Return to sanity'. "Dedicated to the life and work of Lev Kopelev." War das nicht der russische Schriftsteller, der immer bei Heinrich Böll wohnte, wenn er mal aus Rußland rausdurfte? Mir fällt, wenn ich dieses 'Mechanisms of stagnation' höre, immer 'Mechanisms of standstill' von Neaeras zweitem Album 'Let the tempest come' (auch von HSBs Alexander Dietz produziert)ein'das ist aber auch schon alles, was ich Gutes (oder Schlechtes) über diesen Song sagen kann. Vielleicht sollte ich die mir zur Verfügung stehenden, aber von mir nicht mit sinnvollem Inhalt zu füllenden Zeilen an dieser Stelle dazu benutzen, zu sagen, daß ich zwar in einer Besprechung von 'Invictus' gelesen, daß HSB nun auch Black-Metal-Einflüsse einflechten würden, aber davon nichts gehört habe. Ich habe zwar keine Ahnung von Black Metal (nur einmal ein paar Dimmu-Borgir-Alben gehört), aber für mich klingt das, bis auf die oben angesprochenen Experimente, alles wie ausschließlicher Melodic Death Metal à la Heaven shall burn.

10. 'Of forsaken poets' ' 'NOW HERE I AM WHERE NO ONE CALLS MY NAME' - 8/10 Punkten

Album ahoi, leichter Aufwärtstrend erkennbar! Der hier geht raus an Max Herrmann-Neiße, deutscher Erfolgsschriftsteller der frühen 30er Jahre, der, von den Nazis ins Londoner Exil getrieben, dort sprachlich nie richtig Anschluß fand, aber trotzdem weiterhin produzierte, nach dem Krieg zu Unrecht total vergessen und seit den 80er Jahren (offenbar auch von Maik Weichert von HSB) wiederentdeckt wurde. Interessanterweise ist die von einem Amazon-User verstört kommentierte Stelle, an der zweistimmig u.a. 'Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen' (M. Herrmann-Neiße) zitiert wird und in der Kreischstimme der Eindruck einer Hitlerrede entsteht, der beste Teil des Songs! Am Ende funktioniert der Song noch mal wie ein Großteil der Songs auf 'Iconoclast': erst gibt's voll auf die Birne und nach dem zweiten Refrain kommt noch eine Melodie, hier die mit 'Now here I am'where no one calls my name.' Das reicht für ordentliche Songs, aber großartiger Song geht schon noch anders.

11. 'Nowhere' - 'HEAVEN KICKED YOU OUT' ' 7/10 Punkten

Liebevolles Cover von Therapy?s gleichnamigen Song, à la dem Edge of Sanity-Cover 'Black Tears' vom Vorgängeralbum 'Iconoclast Part One'. Hier muß ich sagen, daß ich früher, mal zu 'Troublegum'-Zeiten, großer Therapy?-Fan war und es bis zu 'Semi-Detached' blieb, und den völlig kranken Serienkiller-Song 'Diane' immer noch für ein riesiges Stück Musik halte. Der 'Therapy?'-Stern geriet dann auch aufgrund von Andys Alkoholabhängigkeit (dachte gar nicht, daß Iren alkoholabhängig werden können, und mit diesem Bandnamen braucht man für den Spott natürlich nicht zu sorgen) ein wenig ins Sinken, Labelrauschmiß etc. pp. taten ihr übriges. Vor all dem habe ich Therapy? mal live gesehen (mit Skunk Anansie, damals noch total unbekannt, im Vorprogramm), und es war das lauteste Konzert aller Zeiten! Trotzdem war es toll, Andy hatte Geburtstag, und das ganze Huxley's feierte ihn'Trotz der Tatsache, daß der Song von Therapy? ist, ist er als Basismaterial für ein Cover nicht so gut wie 'Black Tears', also ist das Ergebnis auch nicht so geil wie 'Black Tears' (9/10 Punkten).

12. 'Given in death' ' 'AS ALL MY SORROWS DROWN JUST LET ME GO JUST LET ME BE' - 9/10 Punkten

Wie oben angekündigt, ein Duett von Molle mit einer Frau, hier Sabine Weniger von 'Deadlock', auf deren vorletzter Record Release-Party im Leipziger Coney Island ich ein großartiges Konzert von HSB erlebt habe! Hier ist Weniger mehr, haha, 25 Euro in die Kalauerkasse. Kommt vom Text total lebensmüde rüber und funktioniert grundsätzlich nach dem oben beschriebenen Crossover-/Grunge-Rezept, hier um die Evanescence-Variante erweitert. Klar ist das ausgenudelt, aber was soll's, es funktioniert sehr gut und ich bin ja auch Fan von Suicidal (!) Tendencies und Evanescence war die Musik, die wir uns zur Hochzeit ausgesucht haben! Und wenn ich hier gerade versuche, den Text dieses Songs (wie den aller anderen) im Internet zu finden und der auf einmal nur für Mitglieder zugänglich ist, zeigt das m.E., wie beliebt Text und Song im Netz sind! Ganz klar, in der schon häufig angesprochenen Fortsetzung von 'Deaf to our prayers' unter dem Arbeitstitel 'Invictus', die hiesige Entsprechung zum 'Boygrouptune' (A. Cartier) 'The greatest gift of god' vom dortigen Album!

13. 'Outro' ' 8/10 Punkten

Ólafur Arnalds, what can I say.


Invictus (Ltd.ed.)
Invictus (Ltd.ed.)
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 21,93

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I was I am I shall burn, 6. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Invictus (Ltd.ed.) (Audio CD)
Ich habe diese Rezension als Reminiszenz an meine Bewertungen von HSBs "Deaf to our prayers" (2006) ("Das neue Album der härtesten Band der Welt") und "Iconoclast Part One: The Final Solution" (2008) ("Das nächste Album der härtesten Band der Welt") ursprünglich 'Das übernächste Album der härtesten Band der Welt' genannt, inzwischen aber einen besseren Titel gefunden. Ich hatte eine wunderschöne Rezension der der "Bildersturm - Iconoclast Part Two: The Visual Resistance"-DVD beiliegenden Live-CD "Decade of Expression" (Slayer, ick hör Dir trapsen!), die Amazon ungespeichert verworfen und von der ich kein Backup hatte (wahrscheinlich "Das Live-Album der härtesten Band der Welt"), geschrieben, doch Live-Alben zählen in Diskographien sowieso nicht (siehe Ill Bill, "U.B.S. Unauthorized Biography of Slayer", von der "Hour of Reprisal", 2009). Wegen dieses totalen Datenverlustes (Amazon mochte die Kritik nicht und schmiß sie einfach weg) schreibe ich diese Rezension jetzt auch doppelt in meinen Blog blog.alexandercartier.fr.
Die "Invictus" habe ich, anders als ihre Vorgängerin "Iconoclast Part One: The Final Solution" noch nicht vor der Veröffentlichung gehabt, ich habe es gleich 0.00 Uhr am Veröffentlichungstag, dem 21.5.2010, hier bei Amazon versucht, aber weil ich nicht in Deutschland war, konnte ich das Album erst ab dem 24. Mai 2010 herunterladen. Danach hatte ich noch Trouble wegen meines nicht funktionierenden Accounts, und so dauerte es ungewöhnlich lange, bis ich das Album hatte. Inzwischen habe ich es auf Heavy Rotation ungefähr 20mal gehört und kann nun auch was dazu sagen.
Im Vorfeld der Veröffentlichung von "Invictus" habe ich mich häufig rückwärts durch den HSB-Back'katalog gehört und folgendes herausgefunden:
1. Weiter zurückgehen als "Whatever it may take " von 2002 kann ich nicht. Die "Asunder" habe ich mir auch gekauft, erscheint mir aber bis auf "Cold" und "Asunder", die ich schon vorher mochte, unhörbar.
2. Wenn man richtig böse wäre, würde man sagen, seit "Whatever it may take" (2002) seien HSB mit jeder neuen Platte schlechter geworden. Muß man aber nicht, man kann auch sagen, daß die "Whatever it may take" die größte Dichte an Hits hat, die "Antigone" (2004) im Nachhinein manchmal etwas poppig wirkt und es sowieso einen musikalischen Bruch zwischen "Antigone" und "Deaf to our prayers" gibt, der wahrscheinlich nur zufällig mit dem Ausscheiden von Patrick Schleitzer und dem Einchecken von Alexander Dietz zusammenfiel.
3. Auf den Splitalben mit Caliban haben HSB nicht etwa nur Studioabfall untergebracht, sondern richtig gute Lieder, "No one will shed a tear" von der "The Split Program, Vol. 2" z.B. oder auch "One More Lie" und "Suffocated in the exhaust of our machines" von der "The Split Program".
4. Das Werk von HSB läßt sich inzwischen ganz gut in Vor-"Deaf to our prayers" und Nach-"Deaf to our prayers" einteilen. Vorher war es eingängiger, aber auch unorigineller und mehr Metalcore, danach war es härter, aber mehr eigener, unverwechselbarer Stil und mehr Melodic Death Metal.
5. "Iconoclast Part One" war nicht so gut, wie ich es hier besprochen hatte: es gab einfach zu viele Songs, und die meisten hatten 2-3 Minuten Krach und am Ende nach dem 2. Refrain noch eine schöne Melodie dranhängen. Und einfach zu viele Songs, die nur als Lückenfüller dienten. Ein Monsterhit ("Endzeit"), ansonsten noch "Forlorn Skies", "A Dying Ember" und "Quest for Resistance", aber zuviel "The Disease", "Against all lies", "The bombs of my saviours" , "Joel" und "Like a thousand suns".
6. "Whatever it may take" ist ein Meisterwerk. Punkt. Größte Hitdichte. Nur einen Aussetzer ("Naked Among Wolves"). Astreine Produktion. Der Durchbruch für HSB.

Der initiale Schock ist nunmehr seit drei Alben derselbe: "Nanu, ich hatte mich gerade daran gewöhnt, aus dem Krach des Vorgängeralbums die Melodieperlen herauszupulen, und jetzt verstehe ich schon wieder nur Bahnhof?" Inzwischen weiß ich, daß man ein HSB-Album nur etwa 10mal hören muß, dann gefällt es einem auch. Spätestens dann haben sich nämlich die immer vorhandenen Melodien in die Gehirnrinde eingefressen.
Wenn "Iconoclast Part One" wirklich die Rückkehr zum Stil von "Whatever it may take" war (ich habe davon nichts bemerkt), dann ist "Invictus" ganz offensichtlich die Rückkehr zum Stil von "Deaf to our prayers". Aber was für ein überraschendes Album! Etwa doppelt so lang wie gut, das heißt sechs guten Tracks am Anfang stehen vier überflüssige oder zumindest ambivalente Songs gegenüber, bevor am Ende noch mal ein Hammer kommt, aber es gibt elektronische Klänge, deutschen Text, mal wieder ein Klavier, ein Duett mit einer Frau, nur Cleangesang von Marcus 'Molle' Bischoff hat noch gefehlt, aber den Gefallen tun einem HSB nicht'
1. "Intro" 8/10 Punkten

Mal wieder ein schönes Instrumental von Ólafur Arnalds. Nicht so toll wie das Intro von "Iconoclast Part One", das immer direkt vor "Endzeit" läuft, aber doch sehr schön. "Deaf to our prayers" hatte kein Intro, "Antigone" und "Iconoclast" schon.

2. "The Omen" ' "HOW CAN YOU ASK ME IF WE CAN SAVE THIS WORLD?" 8/10 Punkten

Erst dachte ich, oh man was für ein Krach! Aber die obenstehende Refrainfrage frißt sich doch recht dauerhaft in die Gehirnwindungen ein. Entspricht etwa "Trespassing the shores of your world" von der "Deaf to our prayers" (hier Titel 2, dort Titel 2).

3. "Combat" ' "YOU ARE AN ORPHAN NOW ADOPTED BY THE BEAST OF WAR" 9/10 Punkten

Elektronik von Heaven shall burn! Was sich auf der "Iconoclast" auf "Like a thousand suns" und "Murderers of all murderers" schon ankündigte (das habe ich allerdings nur gelesen, auf "Like a thousand suns" habe ich gar nix, auf "Murderers of all murderers" habe ich nur ganz wenig Elektronisches gehört), wird hier weitergetrieben: ein Techno-Club-Stampfer! Schon gleich am Anfang haut Matze hier nicht wie sonst die Doublebass, sondern einen ganz stumpfen Beat. Großartig, ein unvergeßlicher Hit ' hat ähnliches Potential wie "Behind a wall of silence (!)" ("Whatever it may take, tr. 2), "The weapon they fear" ("Antigone", tr. 2), "Counterweight", ("Deaf to our prayers", tr. 1) und natürlich "Endzeit" ("Iconoclast Part One", tr. 2). Ich vermute mal, das wird bei Live-Konzerten zukünftig entweder als Opener ("Endzeit") oder als Zugabe ("Behind a wall of silence", "The weapon they fear" ' as witnessed auf der "Decade of Expression") gespielt werden. Inhaltlich geht's um Kindersoldaten in Afrika à la Joseph Konys ugandischer Lord's Resistance Army in "Lost Children".

4. "I was I am I shall be" - "AND TO YOU YOU MASTERS OF AFFLICTION WE SPEAK OUR WORDS OF TRUTHFULNESS" 8/10 Punkten

So ein bißchen ein bißchen ein Überleitungstitel zum thematisch ähnlich gelagerten Übertrack "Buried in forgotten grounds". Hat ähnliche Qualität wie "Iconoclast"s 4. Titel "Murderers of all murderers". Am Anfang viel Krach, um dann mit dem "We know this storm will rage again" noch etwas ruhiger zu werden. "Storm" und "Rage" sind übrigens Signalwörter für die doch thematisch häufig ähnlich gelagerten Texte dieser Platte. Klar denkt man sofort an die Überzeile "A storm will break the silence (!)" aus "Endzeit" von der "Iconoclast". Auch auf 'Silence' muß man beim Oeuvre von HSB gut aufpassen'Auf "Rage" werde ich später noch etwas eingehen. Für meinen Geschmack hätte Maik Weichert von HSB beim Schreiben der Texte ruhig etwas konkreter werden können, meistens handelt es sich um ganz allgemeine Globalisierungs-/Finanzkrisenkritik. Ich bin ja immer dankbar, wenn er konkreter wird wie in "Sevastopol" (Krimkrieg) oder "Combat" (Kindersoldaten, s.o.) oder eben früher "Of no avail" (Weberaufstand), "Armia" (Warschauer Aufstand) von der "Deaf to our prayers" oder die ganze "Whatever it may take" (Weiße Rose).

5. "Buried in forgotten grounds" ' "SILENCE AND SCREAMS ARE THE END OF MY SONG" ' 9/10 Punkten

"I know that they will bleed in hell" ' mit dieser erfrischenden Gewissheit geht es textlich schon mal sehr gut los. "Silence (!) and screams are the end of my song" ist ein Zitat von Victor Jara, einem chilenischen Sänger, der "Waffe, die sie (die Putschisten um Pinochet) fürchten', mehr als Gewehre und Kanonen, ermordet von Pinochets Handlangern und neben seinem Zitat als "Son of Chile" im Abspann zum Video zu HSBs "The weapon they fear" vom 2004er "Antigone" gewürdigt. Hier wird es 6 Jahre später erstmalig als Textzeile in einem HSB-Song verwendet. Ich verstehe an dieser Stelle übrigens immer deutlich "...our song" statt "...my song", aber so (wie das Originalzitat) steht der Text auch im Internet. Auch 'Storm' und 'Rage' grüßen wieder aus dem vorhergehenden Track: 'As storm of rage to carry our names'. "Buried in forgotten grounds" erinnert mich vom Titel her natürlich sehr an "Forlorn skies", dem tr. 5 von der "Iconoclast" und einem der besseren tracks jenes Albums. Inhaltlich geht es um die "Verschwundenen" einer (hier beliebigen, aber in der Realität chilenischen/argentinischen/urugayischen/serbischen) Militärdiktatur. Interessant der Racheaspekt ' "We'll make you bleed for this" -, mit dem die Toten aus dem Grab drohen, textlich wird hier die Passivität der Opfer ("Nothing will be buried in oblivion - remember our lifes") verlassen und es geht in Richtung des von mir sehr gemochten Max-Cavalera (Sepultura/Soulfly/Cavalera Conspiracy)-Zitates "Murderers, we know who you are'every day you walk in freedom is one day closer to justice.", mit dem er (Cavalera) die Mörder des brasilianischen Umweltaktivisten Chico Mendes auf Soulflys erstem, selbstbetiteltem Album nicht nur anklagt, sondern aktiv bedroht. Sehr aufwühlend und schön der Schluß "But the heartbeats of our loved ones will be the drums to break your sleep", der mit Klavierspiel à la "A dying ember" von der "Iconoclast", "Armia" von der "Deaf to our prayers" oder "Numbing the pain" von der "Antigone" unterlegt ist und durch den man noch einmal sehr gut den Eindruck vermittelt bekommt, die Geister der unschuldig Getöteten würden sich aus dem Grab erheben, um ihre Mörder zu verfolgen. Am Ende des Tages ist ein track 5 von einer HSB-Platte sowieso eine sichere Bank ('The Martyr's Blood' über Salvador Allende ' 'Voice of the voiceless', mein absoluter HSB-Lieblingssong' 'The final march' ' 'Forlorn skies').

6. 'Sevastopol' ' 'THEY WILL NOT TAKE THIS PLACE WILL NOT DEFILE THIS GROUND' 10/10 Punkten

Herz des Albums, dieser Track. Sowas ('Armia' von der 'Deaf to our prayers') wird ***nie*** auf Konzerten gespielt, einfach zu langsam, das ändert aber nix an der unbestreitbaren Qualität dieser Titel. Musikalisch und textlich der Schwestertitel zu 'Armia' von der 'Deaf to our prayers', quasi 'Armia II'. Dort (Text u.a. 'A home behind the enemy lines') ging es um den heldenhaften, 56tägigen Kampf der polnischen Exil- und Untergrund-Armia Krajowa 1944 im von den Nazis besetzten Warschau, besser bekannt als Warschauer Aufstand. Hier geht es um eine Episode aus dem Krimkrieg (1853-1856), auch zehnter (!) russisch-türkischer Krieg genannt. Erst dachte ich, es geht um den Sewastopoler Matrosenaufstand, der zur niedergeschlagenen russischen Revolution 1905 führte ('Panzerkreuzer Potemkin'), aber nee. Sewastopol auf der Krim war seit jeher und ist noch heute der Heimathafen der russischen Schwarzmeerflotte. 1854/1855 belagerten die Alliierten England, Frankreich und Italien mit großer personeller Überzahl die Feste Sewastopol, bis sie nach verheerendem Artilleriebeschuß ('As clouds of dust contaminate the dark blue skies') nach fast einem Jahr die eingeschlossenen, zahlenmäßig weit unterlegenen Verteidiger überwältigen konnten. Die Anzahl der russischen Überlebenden dürfte sich in engen Grenzen gehalten haben. Quasi ein russisches Alamo oder Schlacht an den Thermopylen, wobei ich die Heroisierung der zaristischen Soldaten durch Maiks Text (genau wie die sonstige der Verteidiger von Fort Alamo) als etwas problematisch ansehe, problematischer zumindest als die der Soldaten der Armia Krajowa oder der spartanischen Kämpfer ('300'). Insofern ist auch das oben zitierte 'Sie werden diesen Ort nicht nehmen, diese Erde nicht entweihen' etwas zur Übertreibung neigend, eine Marinebasis ist kein Tempel und Fort Malakow/Sewastopol nicht Massada. Der Song fängt schon gut mit 'Here we are waiting for the storm (!)' an, um sich zu 'Now in the darkness we see the fires rage (!)' zu steigern und dann 'Armia' ('Rugged figures but brothers and sisters we are') mit 'Within these walls we're loyal brothers ' comrades till death' und 'Inside this fortress we're faithful sisters ' comrades till death' eine eindeutige Referenz zu erweisen. ***Ich*** hab' mir ja ein 'Armia'-T-Shirt mit dem Refrain hinten drauf gekauft, und das würde ich für 'Sevastopol' jederzeit wieder tun.

7. 'The lie you bleed for' ' 'WHEN WILL YOU EVER SEE NO ONE WILL SET YOU FREE' 8/10 Punkten

Ich fand diesen Song durch den Rhythmuswechsel zwischen der ruhigen, elektronischen (!) Strophe und dem geschrieenen Refrain erschreckend und viel lauter, als wenn er durchgängig laut gewesen wäre. Diese alte Crossover-/Grungewaffe der Abwechslung kommt hier (und später bei 'Given in death') recht wirkungsvoll zum Einsatz und fetzt einem die Ohren weg. Außerdem gibt's, wie oben angekündigt, deutschen Text (ich denke, das erste Mal bei HSB, seitdem sie 'Straßenkampf' von den Skeptikern als Zugabe zur 'Antigone' 2004 gecovert haben): 'Und damit Du es verstehst/Du folgst den falschen Führern/Der Kampf ist nie vorbei/Du bist nicht frei.' Das Gekreische klingt auf Deutsch deutlich uncooler als genau derselbe Text auf Englisch ' ich hatte mich ja an dieser Stelle (Amazon) ausführlich über Callejon lustig gemacht und finde weiterhin, das Melodic Death Metal auf Deutsch seltsam klingt. Aber mal ein interessantes Experiment!

8. 'Return to sanity' ' 7/10 Punkten

Der erste in einer Reihe von vier überflüssigen oder zumindest ambivalenten Titeln. Der hier ist m.E. nicht so störend wie 'Biogenesis' von der 'Deaf to our prayers', aber etwa so ambivalent wie 'Stay the course' von der 'Deaf to our prayers' und 'The Disease' von der 'Iconoclast' (jeweils 7/10 Punkten, 'Biogenesis' 6/10 Punkten). Ich erlaube mir mal aus der Erklärung zum Text zu zitieren: "The battle of Hürtgen Forest in Germany was one of the most fierce battles in WWII. Ernest Hemingway was involved as a war correspondent for the US Army. This battle changed his opinion about the war radically.
German Lieutenant Friedrich Lengfeld was killed as he tried to save the life of a wounded American soldier crying for help." Hmm, hier ist gut nicht dasselbe wie gut gemeint. Das Anliegen berechtigt, der Begleittext überzeugend, aber für mich bleibt der Beigeschmack eines erklärten Witzes oder eines Filmdialoges, der alles erklären muß, weil das Bild es nicht kann: das Ganze zündet irgendwie nicht. Ein Niveau mit 'The bombs of my saviours' von der 'Iconoclast', kann man beim Hören m.E. auch weglassen. Außerdem hat er eine Stelle, die "Buried in forgotten grounds" sehr ähnlich ist, fast glaubt man, gleich müsse wieder das "Silence and screams are the end of my song" kommen.

9. 'Against bridge burners' ' 'MECHANISMS OF STAGNATION AS AGITATORS RULE THE LAND.' - 7/10 Punkten

Na, siehe oben 'Return to sanity'. "Dedicated to the life and work of Lev Kopelev." War das nicht der russische Schriftsteller, der immer bei Heinrich Böll wohnte, wenn er mal aus Rußland rausdurfte? Mir fällt, wenn ich dieses 'Mechanisms of stagnation' höre, immer 'Mechanisms of standstill' von Neaeras zweitem Album 'Let the tempest come' (auch von HSBs Alexander Dietz produziert)ein'das ist aber auch schon alles, was ich Gutes (oder Schlechtes) über diesen Song sagen kann. Vielleicht sollte ich die mir zur Verfügung stehenden, aber von mir nicht mit sinnvollem Inhalt zu füllenden Zeilen an dieser Stelle dazu benutzen, zu sagen, daß ich zwar in einer Besprechung von 'Invictus' gelesen, daß HSB nun auch Black-Metal-Einflüsse einflechten würden, aber davon nichts gehört habe. Ich habe zwar keine Ahnung von Black Metal (nur einmal ein paar Dimmu-Borgir-Alben gehört), aber für mich klingt das, bis auf die oben angesprochenen Experimente, alles wie ausschließlicher Melodic Death Metal à la Heaven shall burn.

10. 'Of forsaken poets' ' 'NOW HERE I AM WHERE NO ONE CALLS MY NAME' - 8/10 Punkten

Album ahoi, leichter Aufwärtstrend erkennbar! Der hier geht raus an Max Herrmann-Neiße, deutscher Erfolgsschriftsteller der frühen 30er Jahre, der, von den Nazis ins Londoner Exil getrieben, dort sprachlich nie richtig Anschluß fand, aber trotzdem weiterhin produzierte, nach dem Krieg zu Unrecht total vergessen und seit den 80er Jahren (offenbar auch von Maik Weichert von HSB) wiederentdeckt wurde. Interessanterweise ist die von einem Amazon-User verstört kommentierte Stelle, an der zweistimmig u.a. 'Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen' (M. Herrmann-Neiße) zitiert wird und in der Kreischstimme der Eindruck einer Hitlerrede entsteht, der beste Teil des Songs! Am Ende funktioniert der Song noch mal wie ein Großteil der Songs auf 'Iconoclast': erst gibt's voll auf die Birne und nach dem zweiten Refrain kommt noch eine Melodie, hier die mit 'Now here I am'where no one calls my name.' Das reicht für ordentliche Songs, aber großartiger Song geht schon noch anders.

11. 'Nowhere' - 'HEAVEN KICKED YOU OUT' ' 7/10 Punkten

Liebevolles Cover von Therapy?s gleichnamigen Song, à la dem Edge of Sanity-Cover 'Black Tears' vom Vorgängeralbum 'Iconoclast Part One'. Hier muß ich sagen, daß ich früher, mal zu 'Troublegum'-Zeiten, großer Therapy?-Fan war und es bis zu 'Semi-Detached' blieb, und den völlig kranken Serienkiller-Song 'Diane' immer noch für ein riesiges Stück Musik halte. Der 'Therapy?'-Stern geriet dann auch aufgrund von Andys Alkoholabhängigkeit (dachte gar nicht, daß Iren alkoholabhängig werden können, und mit diesem Bandnamen braucht man für den Spott natürlich nicht zu sorgen) ein wenig ins Sinken, Labelrauschmiß etc. pp. taten ihr übriges. Vor all dem habe ich Therapy? mal live gesehen (mit Skunk Anansie, damals noch total unbekannt, im Vorprogramm), und es war das lauteste Konzert aller Zeiten! Trotzdem war es toll, Andy hatte Geburtstag, und das ganze Huxley's feierte ihn'Trotz der Tatsache, daß der Song von Therapy? ist, ist er als Basismaterial für ein Cover nicht so gut wie 'Black Tears', also ist das Ergebnis auch nicht so geil wie 'Black Tears' (9/10 Punkten).

12. 'Given in death' ' 'AS ALL MY SORROWS DROWN JUST LET ME GO JUST LET ME BE' - 9/10 Punkten

Wie oben angekündigt, ein Duett von Molle mit einer Frau, hier Sabine Weniger von 'Deadlock', auf deren vorletzter Record Release-Party im Leipziger Coney Island ich ein großartiges Konzert von HSB erlebt habe! Hier ist Weniger mehr, haha, 25 Euro in die Kalauerkasse. Kommt vom Text total lebensmüde rüber und funktioniert grundsätzlich nach dem oben beschriebenen Crossover-/Grunge-Rezept, hier um die Evanescence-Variante erweitert. Klar ist das ausgenudelt, aber was soll's, es funktioniert sehr gut und ich bin ja auch Fan von Suicidal (!) Tendencies und Evanescence war die Musik, die wir uns zur Hochzeit ausgesucht haben! Und wenn ich hier gerade versuche, den Text dieses Songs (wie den aller anderen) im Internet zu finden und der auf einmal nur für Mitglieder zugänglich ist, zeigt das m.E., wie beliebt Text und Song im Netz sind! Ganz klar, in der schon häufig angesprochenen Fortsetzung von 'Deaf to our prayers' unter dem Arbeitstitel 'Invictus', die hiesige Entsprechung zum 'Boygrouptune' (A. Cartier) 'The greatest gift of god' vom dortigen Album!

13. 'Outro' ' 8/10 Punkten

Ólafur Arnalds, what can I say.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2010 11:10 AM MEST


The Powerless Rise
The Powerless Rise
Preis: EUR 17,40

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht ganz so gut wie "An Ocean Between Us", aber trotzdem gewohnt hohes Niveau, 3. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: The Powerless Rise (Audio CD)
Grob gesagt (und sorry für die Kürze der Grobheit): As I Lay Dying machen immer ein Superalbum/ein nicht so gutes Album. Insofern können wir uns schon mal auf das nächste freuen:) Diese Statistik stütze ich auf vier (!) Proben:

"Frail Words Collapse": 7 großartige Songs
"Shadows and Security": 1 großartiger Song
"An Ocean Between Us" : 5 großartige Songs
"The Powerless Rise" : 2 großartige Songs.

Diese beiden Supertitel sind m.E. nach eindeutig "Anodyne Sea" und "Upside Down Kingdom" (mit der Albumtitelzeile).

Trotzdem eine der ganz großen Bands des Metals!

P.S. Von einer vermehrten Härte ggü. früheren Veröffentlichungen habe ich nichts bemerkt.

P.P.S. Durch die Bemerkung des nach mir Schreibenden fiel mir noch etwas ein: ja, es stimmt genau, auf diesem Album wechseln sich Stücke mit Cleangesang genau immer mit welchen ohne Cleangesang ab! Weil ich im Falle von As I lay dying (anders als bei Heaven shall burn) ausschließlich auf melodische Stücke stehe, hab ich zur Vorauswahl einfach jeden ungeraden Titel gelöscht. Das funktioniert gut bis Titel 8, auf den, glaube ich mich zu erinnern, ohne Unterbrechung ein melodischer Titel folgt.


The Way of the Fist
The Way of the Fist
Wird angeboten von Apollo1962
Preis: EUR 14,99

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon guter Metalcore/Nu Metal,..., 1. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: The Way of the Fist (Audio CD)
...meiner Meinung nach eine gelungene Mischung aus ALL THAT REMAINS und SYSTEM OF A DOWN, aber:

mußten sie den Track 11 wirklich "Unsere Ehre heißt Treue" nennen?
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2011 2:38 PM MEST


Zombieactionhauptquartier
Zombieactionhauptquartier
Preis: EUR 21,56

4 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sorry, 5. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Zombieactionhauptquartier (Audio CD)
..., ich weiß, das wird nur "nicht hilfreiche" Bewertungen geben:

das Album ist wirklich S***. Das klingt wie Die Ärzte! Texte auf Schlagerniveau.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 5, 2010 7:30 AM MEST


Zombieactionhauptquartier
Zombieactionhauptquartier

7 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sorry, 5. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Zombieactionhauptquartier (Audio CD)
..., ich weiß, das wird nur "nicht hilfreiche" Bewertungen geben:

das Album ist wirklich Scheiße. Das klingt wie Die Ärzte! Texte auf Schlagerniveau.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2013 10:25 PM CET


Two 4 One: Antigone+Deaf to Our Prayers
Two 4 One: Antigone+Deaf to Our Prayers

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Album der härtesten Band der Welt, 3. Dezember 2008
Ich hörte 2004 das erste Mal im Radio einen HSB-Song, "The weapon they fear", und war schnell ein Fan dieser extrem harten, dennoch melodiösen Spielart des Metalcore, gemischt mit Deathmetalparts. Noch besser als "The weapon...", der Single aus "Antigone", ist Track 5, "Voice of the voiceless", der mich in Kombination mit tr. 6, "Numbing the pain" und tr. 7 "To harvest the storm", ungeduldig auf HSBs neues Album warten ließ. Am 28.8.2006 war es dann soweit, ich sofort am ersten Tag das neue neue Album "Deaf to our prayers" gekauft. Der Titel beruht auf Heines "Die schlesischen Weber" in der englischen Übersetzung, einem Gedicht über den Aufstand der schlesischen Weber 1844 gegen zunehmende Industrialisierung und Ausbeutung, in dem es heißt: "Cursed be the god who was DEAF TO OUR PRAYERS". Also, rein ins Handy und: enttäuscht. Wo waren die melodiösen Parts aus "Antigone", die klassischen Musikanteile, die gesungenen ("cleanen") Parts, die sich mit dem Metalcore-typischen Gegrunze ("grind") abwechselten? Dieses Album kriegt Euch beim zweiten Hören, aber dann für immer: es biedert sich nicht an, es ist keine Blaupause der Erfolgsformel "Antigone", es ist eine Weiterentwicklung, aber nicht, wie sonst üblich, zum Softeren, sondern zum Härteren. Es macht keine Kompromisse, ohrentechnisch übrigens auch keine Gefangenen, aber es ist einfach noch besser als der Vorgänger. 10 von 10 Punkten in den einschlägigen Magazinen, Charteinstieg 65 in Deutschland und 50 in Griechenland sprechen eine deutliche Sprache. Die dann doch noch gefundenen melodiösen Parts, die, mit der Akustikgitarre gespielt, fast Pop wären und die wie immer politischen Texte, sind großartig! Nun zu den Songs:

1.) Counterweight - "And I will grieve no more" - 9 von 10

M.E. geht's um die Versprechen der Pharmaindustrie, das Leben einfacher und länger zu machen. Vom Start weg gibt's auf die Ohren, das Lied war auf der Homepage zum Download und ist ein großartiger Einstieg. Einfach ein Ohrwurm - singt man immer wieder mit.

2.) Trespassing the shores of your world - "piles of dead bodies save the walls of fortress Europe" - 8 von 10

Immigration nach Europa. Fängt komisch an, Titelzeile ist fast zu lang, wird dann melodisch.

3.) Profane believers - "materialized in golden temples" - 8 von 10

Vorgebliche Gläubige, die Wasser predigen, aber Wein trinken? Geht stampfend ab, das erste Mal mit einer eingängigen Gitarrenlinie á la "Antigone". Beim ersten Mal Durchhören der Platte blieb ich hier das erste Mal hängen, bis sich beim zweiten (und mehr!) Hören die weiteren Songperlen aus den Schalen herauszuarbeiten begannen.

4.) Stay the course - 7 von 10

Die Tatsache, daß mir dazu keine Textzeile einfällt (ich schreibe diesen Bericht "offline", also ohne die CD zu hören aus dem Kopf), sagt einiges: der Song wird zwar im Verlauf und durch häufiges Hören besser, bildet aber nur den allzu derben, hardcoreverwurzelten Übergang zu den Hittracks 5 bis 7. DAZU haben HSB ein Video gedreht - soll das die Single aus dem Album sein? Besser nicht! Ansonsten: George Bush sagt immer "Stay the course", ist der Song also eine Bushkritik?

5.) The final march - "Exploited to death" - 8 von 10

Die KZ-Todesmärsche kurz vor Kriegsende? Eingängiger Refrain, großartig zum Mitsingen, Doublebass-Schlagzeug-Orgie von Drummer Matthias.

6.) Of no avail - "Cursed be the god who was deaf to our prayers" - 9 von 10

Der schlesische Weberaufstand von 1844. "The prayers we sent of no avail...they went unheard". GROßARTIG, eine mitreißender Titeltrack. Ruhiger Beginn, sich hymnisch steigernd zu "As we die in freedom their machines broke down for a day".

7.) Armia - "A home behind the enemy lines" - 10 von 10

100 Jahre nach den schlesischen Webern - der nächste, diesmal der Warschauer Aufstand, und der nächste Track von "DTOP". Der Übersong! Das beste Lied auf dem besten Album der besten Band der Welt! Die Hymne! 56 Tage dauerte der Kampf der polnischen Heimatarmee, der Armia Krajowa, gegen die Nazis 1944, der "Warschauer Aufstand". Kaum einer überlebte: "We know that nothing shall remain - there's no tomorrow". Die Aufständischen sind gemeinsam in den Tod gegangen: "Ragged figures but BROTHERS AND SISTERS WE ARE". Und die Welt verschloß ihre Augen, die Rote Armee, bereits auf dem anderen Weichselufer stehend, wartete ab, bis die Nazis die Polen niedergemetzelt hatten, um danach Warschau einzunehmen. Das Lied war fällig, genau wie eins über den Warschauer Ghettoaufstand ein Jahr vorher, und würde, in Polen gehört, vielleicht zur Aussöhnung beitragen - von einer deutschen Band, ein "Gegen-Rammstein"! Mehr über die Armia (Krajowa) in Lubitschs "Sein oder Nichtssein". In dem Song kenn ich jede Zeile, jeden Ton, das sing ich im Auto mit, da ist's egal, ob Marcus Bischoff das grindet, das kann man singen, das ist Stadionmetal mit politischer Aussage. Jeder, der einmal Sepultura oder Soulfly gehört hat - reinhören! Da bleibt Ihr drauf hängen, das geht nie wieder weg!

8.) mybestfried.com - "Who will guide you through the night?" - 8 von 10

Internetforen ersetzen keine Freunde. Solider Song mit einprägsamen Refrain, in dem, HSB-typisch, der Songtitel gar nicht vorkommt.

9.) Biogenesis - "Defending Darwin's throne" - 6 von 10

Das ist so ein Deathmetalgebollere, das ICH nicht brauche. Wem's gefällt. Natürlich kommt einem das thematisch ähnlich gelagerte, musikalisch genauso stumpfe "Biotech is Godzilla" von Sepulturas legendärem "Chaos A.D."-Album in den Sinn. Würde ich nicht grundsätzlich das ganze "Deaf to our prayers"-Album hören, hier würde ich skippen. Wahrscheinlich geht es gegen Kreationisten.

10.) Dying in silence - "In the end there's only black and white" - 8 von 10

Die vergessenen Alten in den Heimen? Eingängiger Song, HSB-Durchschnitt, etwas mehr als eine Überleitung zum extrem poppigen Schlußsong...

11.) The greatest gift of god - "False prophets rule your life" - 9 von 10

Was ist denn das, dachte ich beim ersten Hören - ein Boygrouptune von HSB? Entwickelt sich aber durch mehrmaliges Hören zur Umweltschutzmitgröhlhymne, das muß auf'm Konzert großartig kommen! DAS wäre mal 'ne Single gewesen. Das ist der Rhythmus, wo einfach jeder mit muß! Ich mein's ernst, das ist genauso großartig wie das ganze Album!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 21, 2012 8:06 PM CET


The Hour of Reprisal (+Dvd) [Vinyl LP]
The Hour of Reprisal (+Dvd) [Vinyl LP]
Preis: EUR 17,48

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erstaunlich gut, 5. November 2008
Nur ganz kurz, ich schreibe das, während die Platte das erste (und für einige Tracks auch das letzte) Mal durchläuft: erstaunlich gut!

Der absolute Überflieger gleich am Anfang: was Ill Bill mit Howard Jones von Killswitch Engage da in tr. 1 "Babylon" raushaut, verdient allen Respekt. Mördertrack! Und auch gut, daß es mal nicht wie andauernd Corey Taylor von Slipknot ist, der hier featured.

tr. 5 "White Nigger" ist der Song mit dem großartigen Beat, der nicht zu kurz ist - hier erzählt Ill Bill seinen Weg zu HipHop und Metal und von seinem Judentum ("My grandmother was a Holocaust survivor", "Call me Christ killer"). Das einleitende Gitarrenriff gleicht dem aus As I Lay Dying's "Forsaken" von ihrem 2008er Album "An ocean between us" - wer da wohl zuerst da war?

[Edit 19.3.2011: In Wirklichkeit stammen das einleitende Gitarrenriff und ein Abschnitt im Mittelteil des Songs aus DragonForces 2006er "Through the fire and flames", aber das hab' ich erst jetzt gemerkt.]

Feine Beats - selbst wenn mir ein Stück zu kurz erschien (tr. 6 "My Uncle", das mit den Drogenerfahrungen aus der Familie).

Riesenenttäuschung: tr. 7 "Riya", auf das ich mich wegen der Mitwirkung von HR und Darryl Jenifer von den Bad Brains so gefreut hatte! Tja, zu früh gefreut - ich hatte vergessen, daß die Bad Brains, nachdem sie den Hardcore fast im Alleingang erfunden hatten, seitdem Reggae machen. Das tun sie hier auch ausgiebig, leider.

Sicherer Anspieltip: tr. 8 "War is my destiny" mit Max Cavalera von Sepultura/Soulfly/Cavalera Conspiracy, auch wenn der gute Mann inhaltlich nach "I am Mars the god of war" von Soulflys "Prophecy", "Red War" von der Probot-Platte mit Dave Grohl und "Terrorize" ("I am the fire of doom/I am death from above") von der "Inflikted"-Platte (als Cavalera Conspiracy zusammen mit seinem Bruder Igor und Joe Duplantier von Gojira) inzwischen textlich doch etwas festgelegt ist:)
Hier verwurstet er quasi als Best of seinen eigenen Sepultura-Song "Refuse/Resist": die Textzeilen "Refuse, Resist/Chaos A.D./Disorder unleashed" hab ich doch schon mal gehört?! Fehlt nur noch "Tanks on the streets/Brutal police"...

Den großen "Wer hat die raueste Stimme auf dieser Platte?"-Wettbewerb gewinnt er (Cavalera) knapp gegen Everlast von House of Pain/Everlast/La Coka Nostra, der auch zwei Songs featured (siehe unten). Wenn die beiden mal ein Duett machen, braucht's sicher eine Tonne Ricola Schweizer Kräuterzucker!

Musikalisch ist "War is my destiny" an ein Killertrompetensample von Capone 'N' Noreagas "Reunion" vom "Any Given Sunday"-Soundtrack angelegt. Wenn klauen, dann wenigstens gut, und gut geklaut ist hier halb gewonnen.

tr. 12 "Pain Gang" ist trotz B-Real von Cypress Hill und Everlast von House of Pain/Everlast/La Coka Nostra jetzt nicht DER Überflieger, auch wenn es immer schön ist, B-Real zu hören und vielleicht das erste Mal seit House of Pains 1991er "House of Pain", daß Cypress Hill und Everlast wieder was zusammen machen?

tr. 13 "U.B.S. (Unauthorized Biography of Slayer)" scheint mir ein bißchen zu sehr von der Ehrfurcht vor den großen Vorbildern (Ill Bill ist "ihr größter Fan") geprägt zu sein, da hat er beim Runterleiern der biographischen Fakten, ob jetzt interessant oder nicht (für mich nicht, ich bin nie über "Bloodline" von "God hates us all" [übrigens auch der Titel des Buches, das Hank Moody in "Californication" geschrieben hat, :)] hinausgekommen und halte eher At The Gates für die großen Altvorderen) einfach vergessen hat, gute Musik drunterzulegen.
Wie man's besser macht und Bandgeschichte UND gute Musik rüberbringt, zeigen Cypress Hill auf "Kronologik" von der "Stoned Raiders".
Allerdings widerlegt "U.B.S." jeden, allerdings recht häufig geäußerten Verdacht, Slayer könnten Nazis sein, denn Ill Bill (jüdische Oma, s.o.) bekennt hier: "Had every word from 'Angel of Death' memorized..." ("Angel of Death" vom "Reign in Blood"-Album über Josef Mengele trug Slayer den Nazivorwurf ein.)

Alles in allem fallen mir als altem The Psycho Realm/Street Platoon/Sick Symphoniez-Fan ganz erstaunliche Parallelen zwischen Ill Bill und jener drogengeschwängerten, weltverschwörungsparanoiden Psychohiphopvariante aus dem amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet auf - das Bindeglied heißt hier, wie so häufig, Cypress Hill.

Nachdem ich nunmehr die ganze Platte gehört hab und eigentlich nur "Babylon", "White Nigger", "War is my destiny" und tr. 18 "Only time will tell" (wie ich nach dem ca. 10.000sten Gucken meines Lieblingsfilmes "Southland Tales" merkte, ein Zitat aus dem Film) behalten will, erscheinen mir 4 gute Songs aus 18 doch ein wenig wenig und ich überlege, "My Uncle" wieder einzudigitalisieren...


Overcome
Overcome
Preis: EUR 15,96

4.0 von 5 Sternen Stagnation auf höchstem Niveau, 5. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Overcome (Audio CD)
Nur ganz kurz und sorry für die Kürze:

die Platte hat drei absolute Superhits, das sind die Anspieltipps:

tr. 1 "Two weeks" (auf den trifft allerdings der häufig geäußerte Linkin-Park-Vorwurf zu, so catchy ist er) - so versuchen Paradise Lost schon seit Jahren zu klingen und schaffen's nicht
tr. 6 "Days without" und
tr. 11 "Believe in nothing": "Nothing is sacred when no one is safe" - ein Nevermore-Cover, ich hab mir mal das Original angehört, das Cover ist UM LÄNGEN besser (übrigens auch ein Paradise-Lost-Albumtitel:)

tr. 4 "Forever in your hands" und tr. 8 "Do not obey" sind ATR-Durchschnitt, aber das heißt immer noch, das andere Bands mit einem Lied dieser Qualität ein ganzes Album bestreiten (z.B. schon wieder Paradise Lost)

Fazit: Die Hitdichte ist nicht so hoch wie beim Vorgänger, dem Metalcoreklassiker "The Fall of Ideals", jedoch ist die Qualität der herausragenden Songs höher! Will mir ATR unbedingt live ansehen!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 12, 2010 12:02 AM CET


Overcome
Overcome
Wird angeboten von Empor
Preis: EUR 8,08

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stagnation auf höchstem Niveau, 5. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Overcome (Audio CD)
Nur ganz kurz und sorry für die Kürze:

die Platte hat drei absolute Superhits, das sind die Anspieltipps:

tr. 1 "Two weeks" (auf den trifft allerdings der häufig geäußerte Linkin-Park-Vorwurf zu, so catchy ist er) - so versuchen Paradise Lost schon seit Jahren zu klingen und schaffen's nicht
tr. 6 "Days without" und
tr. 11 "Believe in nothing": "Nothing is sacred when no one is safe" - ein Nevermore-Cover, ich hab mir mal das Original angehört, das Cover ist UM LÄNGEN besser (übrigens auch ein Paradise-Lost-Albumtitel:)

tr. 4 "Forever in your hands" und tr. 8 "Do not obey" sind ATR-Durchschnitt, aber das heißt immer noch, das andere Bands mit einem Lied dieser Qualität ein ganzes Album bestreiten (z.B. schon wieder Paradise Lost)

Fazit: Die Hitdichte ist nicht so hoch wie beim Vorgänger, dem Metalcoreklassiker "The Fall of Ideals", jedoch ist die Qualität der herausragenden Songs höher! Will mir ATR unbedingt live ansehen!


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