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Rezensionen verfasst von
Cornelius Michels
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

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Samsara - Geist und Leidenschaft
Samsara - Geist und Leidenschaft
DVD ~ Shawn Ku
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein visuelles Erlebnis der besonderen Art, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Samsara - Geist und Leidenschaft (DVD)
Samsara kommt aus dem Sanskrit und bedeutet das „beständige Wandern“. Es ist die Bezeichnung für den immerwährenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen. Der Film lehnt sich an die frühe Lebensgeschichte von Siddhartha Gautama an auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und der Überwindung des Leidens.

Für alle diejenigen, die an Buddhismus interessiert sind, ist dieser sehr beeindruckende Film ohne Zweifel eine Bereicherung. Es werden außerordentlich klare, wunderbar beeindruckende Landschaftsbilder in der einmaligen Umgebung des Himalaya gezeigt. Die Darsteller wirken vor dieser Kulisse so authentisch, dass man sich leicht in alte Zeiten versetzt fühlt und dem Film, trotz seiner Länge von über 2 Stunden, gerne folgt. Bildlich überzeugend werden die ewigen Konflikte zwischen Geist (Klarheit, innere Ruhe) und Lebensgier (unendliche Bedürfnisse, Lust, innere Unruhe) dargestellt.

Was ist besser - sich ins Leben zu stürzen und seine Bedürfnisse zu befriedigen, die sich immer wieder in neuen Schattierungen zeigen und immer wieder zu neuen Aktivitäten verführen oder diese durch Entsagung zu überwinden und asketisch zuletzt sich selbst überwinden und als Buddha ins Nirwana einzugehen? Diese Polarität verkörpert der Hauptdarsteller, der als junger Mann sein Kloster verlässt und erst einmal in direkter Weise Leben erfahren, spüren und fühlen will. Er folgt damit dem historischen Buddha, der der eigenen Erfahrung, dem eigenen Denken eindeutig Priorität vor allen Lehren und Dogmen gegeben hat.

Er erfährt und genießt die aufregende und aufwühlende Welt der körperlichen Liebe, heiratet und zeugt ein Kind und lebt als fürsorglicher Ehemann und Vater für seine Familie. Aber dieses dynamische, bunte und von allen möglichen nicht berechenbaren Lebensumständen begleitete Leben befriedigt ihn auf Dauer nicht. Wie damals Siddhartha Gautama verlässt er nachts seine Familie. Auch seine verständnisvolle und wunderschöne Frau kann ihn von seinem Vorhaben nicht abbringen.

Sein Weg führt ihn zurück ins Kloster. Das eine Bedürfnis nach tiefer endgültiger Erkenntnis und Klarheit ist intensiver als alle Gier und Lust nach konkretem Leben.

Fazit: Ein visuelles Erlebnis der besonderen Art. Sehr schöne Landschaftsaufnahmen, überzeugende Darstellung der Menschen und anregend zum Mit – oder Nachdenken. Sehr empfehlenswert.


Demenz: Abschied von meinem Vater
Demenz: Abschied von meinem Vater
von Tilman Jens
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein persönliches und mutiges Buch, 19. September 2012
Mehr oder weniger gehört inzwischen das Thema demografische Entwicklung und damit einhergehend die Zunahme an dementiellen Erkrankungen zum Allgemeinwissen. Der Autor Tilman Jens, Sohn von Walter Jens, ehemals Professor für Rhetorik, schreibt in seinem Buch „Demenz - Abschied von meinem Vater“ sehr persönlich und teilweise sehr ungeschminkt über die dementielle Erkrankung seines Vaters.

Man spürt die tiefe Betroffenheit des Sohnes, der sich bemüht die nicht „normalen“ Verhaltensweisen seines Vaters, der für lange Jahre sein geistiges Vorbild war, zu verstehen und vor allem als endgültig zu akzeptieren.

Obwohl das Buch nur 142 Seiten umfasst, vermittelt es einen guten Eindruck davon, was ein Dementer innerhalb einer Familie „anrichten“ kann. Der Autor verzichtet auf stilistische Schnörkel; das Buch ist angenehm lesbar und verständlich.

Deutlich wird auch das Leiden des Dementen dargestellt, welches hier eine besondere Tragik aufweist, da für Walter Jens das Sprechen, das Schreiben sein existentielles Lebenselixier war. Das nicht Sprechen können, das nicht Finden der richtigen Worte und Begriffe, das sich nicht erinnern können wird in vielen Situationen beschrieben, die die ganze Hilflosigkeit des Dementen darstellen.

Auch verschweigt Tilman Jens nicht die deutlich negativen Verhaltensweisen seines prominenten Vaters, die von spontanen Aggressionen, Ungerechtigkeiten und Egoismen gekennzeichnet sind. Hervorgehoben wird die Frau von Walter Jens, die für lange Zeit die Hauptlast der Pflege ihres immer hilfloser werdenden Mannes trägt. Ihr widmet er auch sein Buch: Für Mami!

Einen relativ großen Teil nimmt das Thema ein, ob nun Walter Jens, der große Humanist und Demokrat, der authentische Individualist und der allseits für seine intellektuelle Redlichkeit Anerkannte Mitglied der NSDAP war oder nicht. Die klare Antwort von Walter Jens, früher bekannt für seinen präzisen Umgang mit der Sprache, bleibt aus – er kann sich nicht erinnern.

Am Ende des Buches klingt es dennoch durch, dass der Sohn seinen Vater, trotz unbeantworteter Fragen, so annimmt, wie er ist, obwohl von der einstigen geistigen Größe nichts erkennbares mehr vorhanden ist. Das Buch endet mit einem Bild wie der berühmte Vater zufrieden mit einer Puppe im Arm im Rollstuhl sitzt. Zuvor versuchte er zu lesen, was auf dem Etikett einer Flasche stand. Trotz großer Mühe schaffte er es nicht das Wort Orangenlimonade zu lesen – O … ran … gen … … danach kam nichts mehr.

Fazit: Um grundsätzlich auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen, ist dieses Buch nicht notwendig. Die Wissenschaft und auch die populäre Literatur beschäftigen sich inzwischen relativ ausführlich mit dem Thema Demenz. Das Positive an dem Buch von Tilman Jens ist: Es macht deutlich – Demenz: Es kann jeden treffen! Egal ist der soziale Status und auch egal ist, welche berufliche Tätigkeit vor der Erkrankung ausgeübt wurde. In diesem Sinne ist die Beschreibung der Demenz des prominenten Walter Jens deshalb konstruktiv und notwendig, damit dieses Thema noch mehr gesellschaftliche Öffentlichkeit bekommt und um potentiellen Tendenzen der Tabuisierung vorzubeugen.


Shades of Grey. Geheimes Verlangen: Band 1
Shades of Grey. Geheimes Verlangen: Band 1
von E. L. James
  MP3 CD
Preis: EUR 10,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stimulation für eigene Fantasien ..., 22. Juli 2012
Es scheint fast, dass alle Welt, jedenfalls die westliche reiche Welt, von 'Shades of Grey' spricht. Die Gründe dafür liegen eindeutig nicht in der differenzierten inhaltlichen Gestaltung und auch nicht im sprachlichen Stil. 'Shades of Grey' ist keine Weltliteratur!

Es ist eben das Uraltthema Sex, dieses Mal mit einem Ausflug in die Sadamasowelt, welches neugierig und Lust auf dieses Buch/Hörbuch macht. Inhaltlich ist es eine simple Story und die Passagen, die etwas außergewöhnlicher sind, lassen sich an einer Hand abzählen.

Interessant ist die Frage, warum 'Shades of Grey' so nachgefragt wird? Offensichtlich spricht es die Bedürfnisse der Leser, es sollen primär Frauen sein, an. Obwohl sich in der westlichen Welt mehr oder weniger ein eher freizügiger Umgang mit Sex etabliert hat, scheint 'Shades of Grey' Bereiche von Wünschen und Vorstellungen anzusprechen, die noch nicht zu dieser Freizügigkeit gehören, aber von denen man sich noch mehr Lust und noch mehr Befriedigung verspricht.

Wie gesagt, mit 'Shades of Grey' wird nicht die Weltliteratur bereichert, aber wem diese Lektüre hilft, zu seinen sexuellen Bedürfnissen zu stehen oder mehr Mut zu bekommen darüber zu kommunizieren und mal was Anderes zu wagen, für den wird es eine sinnvolle Lese- oder Hörerfahrung sein. Das wird wohl so sein, denn die Massen, die 'Shades of Grey' bisher gekauft haben, sind ja keine Literaturkritiker, sondern so genannte normale Menschen.

Für das Hörbuch, zwei CD`s mit einer Laufzeit von 1050 Minuten, muss man Zeit haben. Gut geeignet für längere Fahrten. Es liest nur Merete Brettschneider (Schauspielerin und Synchronsprecherin); ein oder zwei weitere Stimmen hätten dem Hörbuch gut getan, gerade weil es so lang ist.

Trotzdem - sie versetzt sich gut in die emotionale Lage der Hauptakteurin, alle Zweifel, Stimmungsänderungen und Sehnsüchte werden nachvollziehbar vermittelt. Insgesamt wird auch durch die Art und Weise wie der Roman als Hörbuch umgesetzt wird deutlich, dass 'Shades of Grey' mehr oder weniger von einer Frau für Frauen geschrieben ist.

Fazit: 'Shades of Grey' ist eine leichte Lese- oder Hörkost, die die sexuelle Welt des 'Sadomaso' streift und sicherlich bei dem einen oder anderen Leser/in (Hörer/in) ein Prickeln und die Neugier auslöst, selbst mal etwas in dieser Richtung auszuprobieren. Das heißt, man kann nichts falsch machen, wenn man diesen Roman liest oder hört; ob er dann zu bisher unerreichten Höhen sexueller Lust und Befriedigung führt, das muss jeder für sich selbst beurteilen.


The Twain Shall Meet
The Twain Shall Meet
Preis: EUR 6,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echtes Unikat!, 13. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: The Twain Shall Meet (Audio CD)
1968, das ist kaum zu glauben, entstand dieses Album von Eric Burdon und den Animals - ein Studioalbum, jetzt 44 Jahre alt!

Für alle diejenigen, die sich für Originalität im Rock interessieren, ist es ein Edelstein, der in keiner Sammlung fehlen darf. Der Sound ist kraftvoll, direkt und lebendig und ganz weit weg vom Einheitsbrei computergesteuerter Musik.

Das Album ist musikalisch reichhaltig und mit Mut zum Experimentieren entstanden. Fast ist ein wenig vorweggenommen, was man unter Weltmusik versteht. Verwendet wurden neben den klassischen Rockinstrumenten: Sitar, Geige, Orchester, Dudelsack.

Inhaltlich ist es ein Spiegelbild seiner Zeit: Hippiebewegung, Vietnamkrieg, Individualismus - auf zu neuen Werten und Horizonten.

Eric Burdon brilliert mit überzeugender Stimme, mal antreibend, mal rauh, mal sanft, mal wie ein Priester, mal melancholisch, aber immer authentisch. Und die Animals geben jeden Song ihren einmaligen musikalischen Stempel.

Jeder Song hat seinen eigenen Charakter, seinen eigenen und unverwechselbaren Erkennungswert, und dennoch resultieren diese unterschiedlichen Mosaiksteine zusammen in eine akustische Einheit, die es nur ganz selten in der Rockgeschichte gibt.

Deshalb fällt es schwer einen Song besonders herauszuheben. Natürlich ist da 'Sky Pilot' oder 'We love you Lil' oder am Anfang das relativ bekannte 'Monterey'. Das Album endet mit dem Song '"All is one".' ' Egal, was man von solch` einer metaphysischen Aussage hält, auf das Album '"The Twain Shall Meet"' trifft es zu, alle Songs ergeben eine starke Einheit!

Fazit: Wer mal wieder etwas Echtes, etwas, was aus lebendigen Empfindungen und Emotionen angetrieben ist, hören will, der sollte sich Zeit nehmen für dieses Album und sich nicht davon irritieren lassen, dass es inzwischen 44 Jahre alt ist. Mein Urteil ist sicher: Es lohnt sich!


Warum gibt es alles und nicht nichts?: Ein Ausflug in die Philosophie
Warum gibt es alles und nicht nichts?: Ein Ausflug in die Philosophie
Preis: EUR 13,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ultraleichte Philosophiestunde!, 12. Juli 2012
Den Rahmen des Buches bilden Dialoge zwischen Vater und Sohn. Bei ihren gemeinsamen Besuchen diverser Orte in Berlin entstehen Gespräche, die ein philosophisches Thema enthalten.

Der Stil liest sich flüssig, die Inhalte sind sehr verständlich und sehr einfach dargelegt und die Dialogform hält das Buch durchgehend lebendig.

Der Untertitel des Buches 'Ein Ausflug in die Philosophie' ist etwas übertrieben; es ist mehr ein leichtes Streifen an der Oberfläche.

Es ist ein kleiner, nett verpackter intellektueller Appetitanreger für diejenigen, die neugierig auf Philosophie sind, aber sich nicht ernsthaft mit philosophischen Themen auseinandersetzen wollen.

Das Buch gibt nicht die Antwort auf die Frage: 'Warum gibt es alles und nicht nichts?' Es eignet sich für Jugendliche, denen man einen unterhaltsamen Hinweis auf Philosophie geben möchte. Positiv: Der Autor ist klar, schreibt einfach, verständlich und gibt nicht vor letzte Antworten zu haben.


Schlechte Medizin: Ein Wutbuch
Schlechte Medizin: Ein Wutbuch
von Dr. med. Gunter Frank
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Wutbuch - nein, ein Mutbuch!, 12. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Schlechte Medizin: Ein Wutbuch (Broschiert)
Am deutschen Gesundheitswesen wird seit Jahren herumgedoktert. Dieses nur symptomatisch und nicht kausal. Es wird immer teurer und qualitativ nicht besser.

Der Autor, Gunter Frank, verlässt die Oberfläche und stellt kausale Zusammenhänge dar, aus denen Verbesserungspotentiale resultieren. Mutig ist sein Buch deshalb, weil er sich nicht scheut etablierte verkrustete Strukturen des deutschen Medizinbetriebes anzuprangern. Seine Hauptdiagnose: Anstelle eines Gesundheitswesen hat sich ein Gesundheitsmarkt etabliert auf dem sich gewinnorientiert die verschiedensten Markteilnehmer tummeln und die den Patienten immer mehr in eine Nebenrolle drängen.

Deutlich ist seine Analyse bezüglich der so genannten unabhängigen und objektiven Wissenschaft, die ebenfalls immer mehr in finanzielle Abhängigkeiten verstrickt ist. Er stellt diverse wissenschaftliche Grundlagen, auf denen Therapien aufbauen, in Frage.

Der auf Gewinn ausgerichtete Gesundheitsmarkt hat nicht nur die Ideale der Mediziner und der Forschung pervertiert, er stellt mit seinen derzeitigen einseitig ökonomisch ausgerichteten Prozessen eine Gefahr für die Patienten dar.

Die Mechanismen des Gesundheitsmarktes haben längst die Grenzen der Medizin gesprengt und wirken in alle unsere Lebensbereiche (Ernährung, Fitness, Diäten '), was Frank als gefährliche Manipulation bezeichnet.

Fazit: Frank`s Buch 'Schlechte Medizin' ist ein mutiges Buch. Es ist verständlich geschrieben, nicht auf Provokation angelegt, aber es provoziert durch seine sachliche Aufklärung. Es ist ein Buch gegen verkrustete Strukturen, die wirklichen Fortschritt verhindern oder hemmen. Es ist darüber hinaus ein Plädoyer für intellektuelle Redlichkeit in der Forschung und eine sehr deutliche Mahnung, den Patienten wieder in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen. Last not least: Von der Sorte Dr. med. G. Frank brauchen wir dringend mehr Ärzte!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 17, 2012 8:59 AM MEST


Wie ein Vogel im Aquarium. Aus dem Leben eines Managers.
Wie ein Vogel im Aquarium. Aus dem Leben eines Managers.
von Daniel Goeudevert
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Erfahrungen eines Querdenkers, 18. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Wie ein Vogel im Aquarium" ist autobiografischer Lesestoff aus der Welt des Top-Managements. Daniel Goeudevert schreibt flüssig und unterhaltsam. Inhaltlich geht es nicht nur um persönlich Erlebtes. Es geht um gesellschaftliche Entwicklungen, Motivation, Führung, Visionen, rationales Denken, Intuition, Innovationen und das menschliche Miteinander auf den Vorstandsebenen.

Daniel Goeudevert betont dabei immer wieder wie wichtig es ist nicht nur brav innerhalb bestehender Systeme angepasst zu denken, sondern Mut zu haben quer zu denken, sich über den Tellerrand hinaus zu wagen und nicht das zu ignorieren, was Gefühl und Intuition ist.

Er zeigt, welche Gefahren durch verkrustete innerbetriebliche Systeme bestehen und wie leicht ein Vorstand durch systemimmanente Zwänge abseits der Realität gerät, die er eigentlich zielorientiert gestalten soll.

Inhaltlich zeigt er, dass auch die so wichtige Position des Vorstandes nur von Menschen besetzt sind, die nicht allwissend sind und die trotz ihrer Macht Fehler machen und ebenso mit alltäglichen Befindlichkeiten konfrontiert sind, wie alle anderen auch.

Fazit: Eine insgesamt angenehme Lektüre mit philosophischem Touch und Einblicke hinter die Kulissen des Top-Managements.


Die Schachspielerin
Die Schachspielerin
DVD ~ Sandrine Bonnaire
Preis: EUR 6,97

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Selbstfindung der besonderen Art, 16. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Schachspielerin (DVD)
Jenseits von gut und böse gesprochen - es ist einfach so: Frauen machen andere Filme als Männer! 'Die Schachspielerin' ist ein sehr fein strukturierter Film, der die Thematik der Selbstfindung einer Frau sensibel, intelligent und ohne Übertreibungen umsetzt.

Der Film verzichtet auf jede Art von Effekthascherei und vermittelt eine realistische Atmosphäre. Er überzeugt durch seine Schauspieler, die ihre Rollen mit sehr natürlicher Ausstrahlung spielen. Die Dialoge sind treffend und leben oftmals von Andeutungen, die von einer geschickten Kameraführung unterstützt werden.

Zum Inhalt: Eine Frau im mittleren Alter verdient ihr Geld als Putzfrau in einem Hotel. Beim Reinigen eines Zimmers sieht sie einem Paar beim Schachspiel zu. Ein Spiel, welches sie bis dahin nicht spielen konnte und sie bisher auch nicht interessiert hat. Diese Wahrnehmung lässt sie nicht mehr los. Sie kauft einen Schachcomputer und vertieft sich in die Grundlagen des Schachspiels.

Ein ihr wohlgesonnener Individualist, bei dem sie ebenfalls als Putzfrau tätig ist, erkennt ihr Talent und einmal pro Woche treffen sie sich zum Schachspiel. Sie vertieft sich immer mehr in dieses komplexe Spiel, welches immer mehr Raum in ihrem Alltagsleben einnimmt und zu Störungen in ihrem Familienleben führt, da insbesondere ihr Ehemann kein Verständnis für diese Entwicklung seiner Frau hat. Trotz aller Hindernisse bleibt sie dabei und gewinnt schließlich ein Turnier für Amateure.

Eigentlich keine spektakuläre Geschichte, aber die sehr gute filmische Umsetzung, auch wenn der Film insgesamt in einer sehr ruhigen Atmosphäre abläuft, lässt niemals Langeweile aufkommen und verbindet den Zuschauer und die beiden Hauptdarsteller (Sandrine Bonnaire, die Schachspielerin und Kevin Kline, der Eigenbrötler und ihr Förderer) mit einem Band der Sympathie.

Fazit: Mal wieder ein sehr lohnenswerter Film, der ein differenziertes Thema - Emanzipation der Frau - unspektakulär aber überzeugend und realistisch umsetzt. Besonders eindrucksvoll ist das Zusammenspiel von Sandrine Bonnaire und Kevin Kline. Sie spielen so überzeugend, dass man vergisst Zuschauer eines Filmes zu sein. Schade, dass über solche Filme so wenig gesprochen wird. Für mich war es eine Zufallsentdeckung, die mich außerordentlich positiv überrascht hat.


Just Kids: Die Geschichte einer Freundschaft
Just Kids: Die Geschichte einer Freundschaft
von Patti Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielmehr als nur eine Biografie!, 7. Januar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Patti Smith - weder als Poetin, Musikerin noch als Mensch dem mainstream zu zuordnen. Ihr Buch lebt von einer sehr authentischen und sensiblen Atmosphäre. Es ist eine Botschaft der Menschlichkeit.

Ihr Stil liest sich gut, ist nicht langatmig und im Verlauf des Lesens will man immer mehr wissen, wie es weiter geht.

Worum geht es inhaltlich? Es geht nicht allein um Patti Smith, sondern es geht um junge Menschen mit schlechten Startbedingungen, die mehr oder weniger allein versuchen sich ein eigenes Leben aufzubauen und dabei versuchen ausgetretene Pfade zu verlassen und zu neuen Horizonten vorzustoßen.

Das war auch damals, insbesondere in den USA, die richtige Zeit dazu. Der Hauptteil ihrer biografischen Schilderungen spielt in den 60er und 70er Jahren (Hippietime, Flowerpower, Rockmusik), wobei die Musik, vor allem ihre eigene Karriere als Rockmusikerin, wenig Raum einnimmt.

Im Mittelpunkt steht die besondere Freundschaft und Lebenspartnerschaft zwischen ihr und Robert Mapplethorpe. Und es wird relativ schnell deutlich, warum sie das Buch geschrieben hat, warum sie es sehr wahrscheinlich schreiben musste. Es ist ein tiefes und aufrichtiges Dankeschön an Robert Mapplethorpe, diesen für sie einmaligen Menschen, mit dem sie gemeinsam die ersten Schritte in die Selbstgestaltung ihres Lebens gegangen ist.

Deutlich beschreibt Patti Smith, daß die Anfänge materiell zu überleben, extrem schwierig waren. Aber das gemeinsame Bedürfnis nach Kunst und der gemeinsame Drang kreativ zu sein, war der starke Fixpunkt an dem sich beide festgehalten und immer wieder aufgerichtet haben.

Beschrieben wird die unterschiedliche künstlerische Entwicklung, die sich in einer dynamischen Zeit vollzog, die die alten Werte abstreifte und begierig nach neuen Werten war. In der pulsierende Künstlerszene von New York beginnen die ersten Kontakte zu den schon etablierten Künstlern. Ihre Rettungsinsel - die Zweierbeziehung - kommt in Kontakt mit anderen interessanten Persönlichkeiten und der enge Rahmen lockert sich. Man trennt sich, man geht eigene Wege, man experimentiert, man findet immer mehr sein eigenes Selbst und kommt auf anderen Ebenen wieder zusammen. Und bis zuletzt hält das innere Band, was aufgrund einer zufälligen Begegnung mal geknüpft wurde.

Wie bekannt, Patti Smith wird eine berühmte Rocksängerin und Robert Mapplethorpe ein anerkannter Fotograf. Die Welt für beide Künstler - jedenfalls was den Traum als Künstler zu leben betrifft - scheint in Ordnung zu sein. Ist sie nicht: Robert Mapplethorpe, der seine Homosexualität entdeckte und lebte, erkrankte und stirbt an AIDS.

Fazit: Fast ist man geneigt zu sagen: Schon wieder eine Biografie. Fast alle mehr oder weniger populären Künstler schreiben ihre Biografie. Warum nicht auch Patti Smith? Nein, das ist in diesem Fall überhaupt nicht zutreffend!

Dieses Buch hat eine seriöse menschliche Basis und wäre genauso lesenswert und bedeutungsvoll würde man Patti Smith durch einen x-beliebigen Namen ersetzen. Es geht um zwei junge Menschen, die sich ihre eigene Art von Leben erobern, die gemeinsam stolpern, sich gegenseitig stützen, immer wieder aufstehen, sich einander helfen und bereichern und letztlich ihre Individualität entwickeln.

Natürlich hat Patti Smith in ihrem Buch "Just Kids" auch viel von sich selbst erzählt, aber das eindeutig Primäre ist: Sie hat ihrem Freund Robert Mapplethorpe damit ein aufrichtiges und sehr feines Denkmal gesetzt.


Life
Life
von Keith Richards
  Gebundene Ausgabe

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Life - the show must go on ..., 27. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Life (Gebundene Ausgabe)
Letztlich - 'schon mit etwas Skepsis - 'gab es dennoch keinen wirksamen Zweifel, das Buch musste ich einfach lesen. Mehr oder weniger aufgewachsen mit der Musik der Beatles und Rolling Stones habe ich bis heute, zwar nicht gezielt, aber immer wieder gerne aufgeschnappt, was so über die einstigen Musikhelden berichtet wurde. Dass nun ausgerechnet der so genannte Outlaw - Keith Richards - über sein Leben schreibt hat mich einerseits gewundert, aber gleichzeitig stark angezogen.

Um es vorweg zu nehmen, wenn das alles der Realität entspricht, dann muss man sich wirklich wundern, dass Keith Richards noch am Leben ist. Sein Leben von den Anfängen der Rolling Stones bis heute ist schon ein Drahtseilakt in turbulenten Höhen, die man als Normalsterblicher niemals streift. Hier erzählt einer, der fast alles ausprobiert hat, der in bestimmten Phasen seines Lebens sich in der Grauzone zwischen Leben und Tod bewegte und der sich letztlich durch die Musik, durch seine Musik, immer wieder zurück ins Leben gerettet hat.

Vom Stil ist es natürlich nicht elegant und nicht fein bürgerlich geschrieben. Es ist teilweise schnoddrig, locker und mit aggressiven Unterton, der den einen oder anderen der Lebensgefährten verletzen wird. Aber ' insgesamt kommt es absolut authentisch rüber. Auch das für den Normalsterblichen noch so Extremste passt ins Gesamtbild des Autors. Von der ersten bis zur letzten Seite ist er sich treu geblieben und zeigt sich so, wie man ihn von seiner Musik, von den Konzerten und den Filmen her kennt. Es erzählt Keith Richards von Keith Richards, der niemals etwas anderes sein wollte, als Keith Richards.

Ein ziemlich großer Teil ist seiner Sucht mit allen möglichen Drogen gewidmet. Auch hierbei verstellt er sich nicht, sondern stellt diesen Lebensabschnitt mit allen Schattenseiten dar, in denen das Elend des Abhängigen brutal die bunte Glitzerwelt der Popularität überdeckt. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wie kann man das nur überleben?

In seinem Buch lässt er viele Weggefährten zu Wort kommen. Meistens sind es Musiker, die ihre Erinnerungen und Anekdoten zum Besten geben und so das Gesamtbild abrunden. Interessant sind die Passagen, wenn über die Entstehung bestimmter Songs erzählt wird. Was waren die Motive, die Ideen hinter diesen Songs? Das ist manchmal ernüchternd, wenn man erfährt, dass der Grund für einen Song, den man selbst mit recht viel Tiefsinn interpretiert und genossen hat und dem man selbst etwas Magisches zugesprochen hat, eigentlich recht lapidar ist. Ein Beispiel für mich ist hier 'Gimme shelter'. Das hatte für mich immer etwas Philosophisches. Aber weit gefehlt, es wurden in Musik umgesetzt, einfach nur konkrete Lebenseindrücke derjenigen, die das Stück komponierten, aber natürlich einmalig und genial.

Man bekommt auch einen guten Eindruck von der Entwicklung der Band, von den Höhen und Tiefen, die Gruppe durchgemacht hat und von der Entwicklung der einzelnen Bandmitglieder. Besondere Erwähnung findet das Verhältnis von Keith Richards und Mick Jagger, wobei Richards auch bei seinem kongenialen Partner kein Blatt vor dem Mund nimmt. Die phasenweise Hass-Liebe dieser beiden kreativen Songwriter zueinander wird recht deutlich dargestellt. Wie schreibt Richards: Waren wir mal die besten Freunde, so sind wir jetzt Brüder und Brüder streiten sich nun mal, aber bleiben trotzdem immer Brüder.

Er erzählt nicht nur von Musikern, sondern auch von seiner Familie, von seinen Frauen, von den Frauen überhaupt (natürlich von Sex und Groupies), von seinen Eltern und von Menschen, die ihn beeindruckt haben, obwohl sie nichts direkt mit Musik zu tun hatten. Und er berichtet von einigen Weggefährten, die ihm wichtig waren, die er aber auf dem gemeinsamen Weg verloren hat, wie z. B. Gram Parsons, den er besonders hervorhebt, weil er menschlich und musikalisch viel von ihm gelernt hat.

Gegen Ende des Buches - 'auch ein Keith Richards wird älter - 'wird es ruhiger: Keith Richards im Ehehafen mit seiner großen Liebe Patti Hansen und seinen Kindern. Aber die so genannte wohlverdiente Ruhe des Alters passt nicht zu Keith Richards. Auf den letzten Seiten ist zu erfahren, dass er schon wieder mit der Planung einer neuen Tour beschäftigt ist. Man bekommt irgendwie den Eindruck, es würde es quasi keine Sensation sein, wenn Keith Richards bei einem Konzert auf der Bühne sterben würde. Passend zum Gesamtbild seines Leben wäre das wohl auch der einzige sinnvolle Abgang - Musik bis zum letzten Atemhauch.

Keith Richards - und das ist eben diese einmalige Authentizität - wird wohl solange er lebt, Musik machen, seine Musik machen. Nicht weil er Geld braucht, sondern weil er aufrichtig Musik liebt und weil er, so cool er auch für Außenstehende erscheint, ohne Liebe nicht leben kann und weil die beste Art, die er zur Verfügung hat, selbst Liebe zu zeigen, die Musik ist. Selbst wenn sie rau und hart, rockig und dreckig klingt - sie ist immer echt, diese Liebe, diese Musik von Keith Richards.

Fazit: Für Stones-Fans ist das Buch selbstverständlich ein Muss! Für andere, die andere Gruppen favorisieren, ist es dennoch empfehlenswert, weil es einen sehr lebendigen Blick hinter die Kulissen der Rockmusik ermöglicht und weil einem wieder deutlich wird, dass es riesige Unterschiede in der so genannten Unterhaltungsmusik gibt. Es gibt eben Musik, die kraftvoll aus dem Leben entsteht und nicht geplant und computergesteuert konstruiert wird: Keith Richards und die Rolling Stones stehen für dieses unmittelbare und dynamische Leben. Und das ist weiterhin wichtig - und in unserer heutigen Zeit mehr oder weniger selten.


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