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"muellerbohn2002_2"

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Weinen,Klagen-Bwv 12,38 & 75
Weinen,Klagen-Bwv 12,38 & 75

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragende Bachkantateneinspielung, 7. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Weinen,Klagen-Bwv 12,38 & 75 (Audio CD)
Wieder einmal ist es Philippe Herreweghe mit seinem Collegium Vocale Gent gelungen, einige von Bachs Kantaten in höchster künstlerischer, spiel- und klangtechnischer Qualität aufzunehmen.
Herreweghe legt in seinen Bach-Interpretationen aus meiner Sicht oftmals die tieferen geistlichen und psychologischen Schichten frei. Er möchte das Werk möglichst für sich sprechen lassen und seine Person nicht in den Vordergrund stellen.
Dramatische Aspekte oder erruptive Freudenausbrüche betont er dagegen nicht so sehr wie etwa ein Nikolaus Harnoncourt.
Deswegen kommen die hier aufgenommenen Kantaten, die sich inhaltlich mit den Themen Klage, Leid und Verzweiflung beschäftigen, seinem reifen, ausgeglichenem und auf klangliche Schönheit ausgerichteten Interpretationsansatz eigentlich sehr entgegen.
Wissend, dass die deutliche Artikulation der Instrumente in Verbindung mit der Dynamik gleichsam die Aussprache der barocken Klangrede ist, kommt Herreweghe im Instrumentalbereich dennoch zu etwas anderen Ergebnissen als andere Bachdirigenten wie z.B. Gustav Leonhardt, mit dem er bei dessen Gesamteinspielung der Bachkantaten eng und auch erfolgreich zusammenarbeitete.
Anders als z.B. Gustav Leonhardt lässt Herreweghe seine Musiker tendenziell eher etwas mehr in Richtung Legato spielen, ohne jedoch die Musik gleichsam zu verkleben.
Dieser dem vokalen angelehnte instrumentale Ansatz kommt - wie schon erwähnt- diesen Kantaten durchaus entgegen, wie ich finde.
Eine andere besondere Stärke der Aufnahme ist wieder einmal der hervorragende Chor, den ich vom Klang und auch von der Besetzungsstärke her als ein ideales Gesangsensemble für die geistliche Musik J.S.Bachs ansehe und der allein durch die luxuriöse Klangkultur und die mühelose Virtuosität wohl zu den besten Chören dieser Welt gezählt werde muss.
Besonders gut gefällt mir auch, dass die Altstimmen der Chorpartien hauptsächlich von Männern gesungen werden, was eine herbe Klangfarbe einbringt, die sich gut mit dem Klang eines barocken Orchesters auf historischen Instrumenten mischt.
Auch die Gesangsolisten überzeugen, obschon ich das in anderen Bach-Einspielungen Herreweghes schon bewährte Gespann Pregardièn/Scholl hier wohl noch ein wenig überzeugender gefunden hätte, jedenfalls in Verbindung mit den abgerundeten und an grösstmöglicher Perfektion orientierten Klangvorstellungen des Dirigenten.
Dass soll aber nicht heissen, dass die Solisten dieser Aufnahme eine schlechte Performance abliefern.
Alles in allem kann ich diese CD also sehr empfehlen.


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