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Rezensionen verfasst von
architeuthis_dux

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Remedy Lane
Remedy Lane
Wird angeboten von Smart-DE
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Much more human than we wish to be..., 19. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Remedy Lane (Audio CD)
Die Suche nach sich selbst ist oft die Suche nach einem Bedürfnis; einem inneren Drang, der befriedigt werden muss. Doch um zu erkennen, worin dieser Drang besteht, bedarf es oft einer langen und schwierigen Reise durch Situationen, Momente, Gefühle und das eigene Seelenleben. Eine solche Reise ist "Remedy Lane" (engl.: Straße der Erinnerung).
Das von vielen als Pain of Salvations Meisterwerk bezeichnete Album handelt von der Suche eines Mannes nach sich selbst und stellt eine gedankliche Reise durch Stationen seines Lebens dar. Der Hörer lacht, lebt und leidet mit dem Protagonisten dieses Konzeptalbums und bekommt dank der hervorragenden, tiefgründigen Texte von Frontmann Daniel Gildenlöw einen tiefen Einblick in dessen Seelenleben. Frühreife, Sex, Selbstmord, Betrug, Fehlgeburt und Trennung sind nur einige der Themen, mit denen der Hörer auf der "Remedy Lane" konfrontiert wird. Dementsprechend fällt das Album sehr abwechslungsreich aus: Momente des Glücks finden sich in Songs wie "This Heart of Mine" oder "Dryad of the Woods", während "Undertow" oder "A Trace of Blood" zum düstersten gehören, was die Schweden jemals geschrieben haben. Eine nachdenkliche, melancholische Grundatmosphäre durchzieht dabei das ganze Album und einzelne Melodien tauchen - wie bei vielen Konzeptalben üblich - immer wieder auf. Die Musik ist komplex, aber einprägsam; einzelne Melodien wird man sofort im Kopf behalten.

"Remedy Lane" ist, wie alle Alben von Pain of Salvation, eine Scheibe, mit der man sich beschäftigen sollte. Als Konzeptalbum entfalten die Songs - obwohl sie auch für sich alleine stehen können - erst im Kontext ihre volle Wirkung, und die hervorragenden Lyrics sind hier ein wesentlicher Bestandteil. Text und Musik bilden hier eine untrennbare Einheit in selten erreichter Perfektion. Und auch die einzelnen Bandmitglieder zeigen sich in bester Form; allen voran natürlich Frontmann Daniel Gildenlöw, der wohl als einer der besten Sänger im Prog-Bereich angesehen werden kann.
Reine "Metal"-Fans sollten aber vorsichtig sein: Remedy Lane ist definitiv kein Album zum Headbangen, sondern eines zum Zuhören und Mitfühlen. Wer aber bereit ist, sich Musik und Text voll zu widmen und auf sich wirken zu lassen, und wer sich nicht scheut, in die Tiefen der menschlichen Seele hinab zu steigen, der liegt mit diesem - in meinen Augen besten - Output der Schweden goldrichtig. Höchstpunktzahl.


Das Schwert des Samurai
Das Schwert des Samurai
von Lydia u.a Icke-Schwalbe
  Gebundene Ausgabe

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eher enttäuschend, 14. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Schwert des Samurai (Gebundene Ausgabe)
"Das Schwert des Samurai" ist mit seinen etwa 80 Seiten ein recht dünnes Buch, und relativ dünn ist auch sein Inhalt. Auf ca. 30 Seiten wird dem Leser das grundlegendste Wissen zum Verständnis japanischer Schwerter vermittelt, die restlichen Seiten füllen Großaufnahmen diverser Schwertbestandteile. Die sind zwar durchaus nett anzusehen, beschränken sich aber weitestgehend auf Abbildungen von Tsuba (Stichblättern) in diversen Variationen. Vor allem die Klinge, das wohl Wichtigste am japanischen Schwert, wird dabei leider kaum beachtet - die wenigen Aufnahmen von Schwertklingen sind alles andere als detailliert und zusätzlich meist auch noch in schwarz-weiß gehalten. Und gerade hier hätten sich detaillierte Aufnahmen von Hamon und Hada angeboten.

Der knappe Textteil ist sehr allgemein gehalten und wird wohl nur die oberflächlich interessierten Freunde des japanischen Schwertes befriedigen; für angehende Sammler oder gar fortgeschrittene Kenner der Thematik sind die Informationen einfach nicht hilfreich und speziell genug.

Fazit: Für 10 Euro ist "Das Schwert des Samurai" eine gute Anschaffung für jeden, der sich "nebenbei" mit japanischen Schwertern beschäftigt und/oder hübsche Bilder von diversen Schwertbestandteilen sehen will. Wer sich jedoch ernsthaft mit der Thematik auseinander setzen will, dem sei eher zu John M. Yumotos "Das Samuraischwert" geraten.


Hagen von Tronje: Roman
Hagen von Tronje: Roman
von Wolfgang Hohlbein
  Broschiert

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Nibelungen-Roman, 2. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Hagen von Tronje: Roman (Broschiert)
"Hagen von Tronje" von Wolfgang Hohlbein ist ein historisch-fantastischer Abenteuerroman, der auf dem ersten Teil des Nibelungenlieds (bis zu Siegfrieds Tod) basiert und die Geschehnisse aus Hagens Perspektive erzählt. Hagen von Tronje, Waffenmeister Burgunds, kehrt gerade von einem langen Ausritt zurück nach Worms, die Hauptstadt des Burgunderreiches. Dunkle Vorahnungen begleiten ihn, doch König Gunther tut seine Warnungen als Schwarzseherei ab - bis der legendäre Siegfried von Xanten am Hof von Worms erscheint und das Unglück langsam seinen Lauf nimmt...
"Hagen von Tronje" war mein erster Roman von Hohlbein und ist noch immer eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Anders als für Hohlbein üblich tauchen kaum Fantasy-Elemente auf: Es gibt keine Götter, keine Drachen, sondern meist nur Andeutungen auf solche. Auch über das wahre Wesen vieler Charaktere, wie Siegfried oder Urd, bleibt man bis zuletzt im Unklaren - Siegfried wird zwar durch die Schulterblätter erstochen, aber ob die Sage von seinem Bad im Drachenblut stimmt, erfährt man nicht. Dies verleiht der gesamten Erzählung eine Mystik, die durch die immer wieder auftauchenden religiösen Aspekte (Christentum/nordische Mythologie) noch verstärkt wird.
Was den Roman für mich jedoch vor allem so herausragend macht, ist die Tiefe der Charaktere - auf die bei Fantasy-Erzählungen sonst übliche Schwarz-Weiß-Thematik wird verzichtet; jeder Charakter handelt aus eigenen, nachvollziehbaren Motiven heraus.
Die Geschichte ist von der ersten Seite an unheimlich fesselnd und faszinierend erzählt und wird an keiner Stelle langweilig. Der Leser leidet mit Hagen, der zwischen seiner Treue zu Gunther und seinen Gefühlen zu Kriemhild gefangen ist und einen verzweifelten Kampf gegen das Schicksal - und seinen eigenen unweigerlichen Untergang - führt. Dass der Roman mit Siegfrieds Tod endet und die Geschehnisse danach (Kriemhilds Rache) nicht behandelt, sehe ich persönlich sogar als Vorteil - das offene Ende und der Hass, mit dem Kriemhild Hagen am Schluss gegenübertritt, unterstreichen die Tragik der ganzen Handlung meines Erachtens viel mehr.
Was die Tiefe und Intensität der Charaktere betrifft, ist "Hagen von Tronje" meiner Meinung nach allen anderen fantastischen Romanen (einschließlich dem vielgelobten Herrn der Ringe) weit überlegen. Eine mitreißende, gefühlvolle Erzählung - absolut empfehlenswert.


Dem Wind ausgeliefert
Dem Wind ausgeliefert
von Peter Aughton
  Broschiert

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die erste Reise des großen Entdeckers, 15. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Dem Wind ausgeliefert (Broschiert)
Peter Aughtons "Dem Wind ausgeliefert" beschreibt ausführlich James Cooks erste Reise in den Südpazifik, die zu einer der bedeutendsten Seefahrten der Geschichte zählt: Cook erschließt nicht nur große Teile des Pazifiks und entdeckt Australien, sondern schließt auch freundliche Kontakte zu den Ureinwohnern damals noch unbekannter Inseln wie Tahiti und bezwingt als erster Seefahrer den Skorbut.
Gründlich recherchiert und gekonnt geschrieben erzählt uns "Dem Wind ausgeliefert" die Geschichte einer außergewöhnlichen Reise eines außergewöhnlichen Mannes, der treffend charakterisiert, aber nie glorifiziert wird. Sein zur damaligen Zeit ungewöhnlich friedfertiger und freundlicher Umgang mit Menschen, die die meisten Europäer eher als "Wilde" und "Menschenfresser" angesehen hätten, wird ebenso ausführlich und unterhaltsam behandelt wie die Schwierigkeiten und navigatorischen Kunststücke, die Cook und seine Männer während ihrer Reise meisterten.
Nicht zu kurz kommen Cooks Weggefährten und Schiffskameraden, wie der Astronom Charles Green und der junge Botaniker Joseph Banks, die ebenfalls ausreichend charakterisiert werden und auch häufig, ebenso wie Cook, selber zu Wort kommen (durch Zitate aus ihren Aufzeichnungen).
Aughton versteht es, in seinem Buch die Probleme, Leistungen und Schwächen der Mannschaft der "Endeavour" anschaulich darzustellen und dem Leser eine über das ganze Buch anhaltend unterhaltsame und interessante Geschichtsstunde zu geben.
Ein sehr gutes Buch, das einem der größten Seefahrer und seiner Mannschaft gerecht wird.


Barrow's Boys: Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern
Barrow's Boys: Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern
von Fergus Fleming
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von tragischen Helden..., 15. November 2005
In Fergus Flemings "Barrow's Boys" geht es um Sir John Barrow, den zweiten Sekretär der Britischen Admiralität, der im 19. Jahrhundert zahlreiche Land- und Seeexpeditionen ins Leben rief, einerseits um die arbeitslos gewordenen Marineoffiziere zu beschäftigen (man hatte gerade Napoleon besiegt) und andererseits, da er davon träumte, die letzten großen Rätsel der Welt zu entschlüsseln - Wo liegt Timbuktu, die sagenhafte Stadt? Wo mündet der Niger? Gibt es eine Nord-West-Passage, und wie kann man sie finden?
Von der Wüste bis zur Arktis schickte er seine Offiziere, von denen allerdings nur die Wenigsten erfolgreich waren. So ist Barrow's Boys vor allem die Geschichte vieler tragischer Helden, die für ihr Land, ihren Wissensdurst und ihre Abenteuerlust, aber auch für ihren eigenen Ruf ihr Leben aufs Spiel setzten und mit Gefahren fertig werden mussten, an denen die meisten scheiterten - Hunger, Krankheit, Erschöpfung und Mord. Doch es gibt auch echte "Helden" in Flemings über 500-seitigem Buch: James Clark Ross zum Beispiel, der den nördlichem Magnetpol entdeckte und sich auch als guter Seefahrer auszeichnete.
Gegliedert ist das Buch in mehrere Kapitel, die jeweils eine Erkundungsfahrt zum Thema haben (manchmal ist eine Fahrt auch in mehrere Kapitel aufgeteilt). Die meisten Kapitel bewegen sich im Raum des Nordpols und Westafrikas. Einzelne Seefahrer wie James Ross oder John Franklin tauchen immer wieder auf und könnten somit zu den Hauptfiguren gezählt werden. Barrow selber wird über das ganze Buch hinweg großartig und manchmal sehr sarkastisch, aber immer respektvoll, charakterisiert, doch "Barrow's Boys" ist keineswegs als Biographie zu verstehen. Es ist eher ein Abenteuerbuch, eine Würdigung jener Männer, die die Erde am Ende einer großen Epoche der Schifffahrt bereist und teilweise entschleiert haben, und ihres Auftraggebers, der leider zu oft den Blick auf die Realität verlor und an seiner Engstirnigkeit scheiterte.
Auch auf die Epoche selber wird mehrfach eingegangen - die Zeit der großen Segelschiffe neigte sich ihrem Ende entgegen und das Dampfschiff erblickte die Meere der Welt. Wie unterschiedlich die Seefahrer auf diese moderne Entwicklung reagiert haben, ist sehr interessant. Manchmal wird das Lesen etwas schwierig, da die Kapitel stellenweise nicht viel Neues zu bieten haben (vor allem die Suche nach der Nordwestpassage ist immer wieder Thema), alles in allem lässt es sich aber sehr flüssig und spannend lesen, bringt einen auch manchmal zum Schmunzeln, und lässt einen den Hauch des Abenteuers einer vergangenen Zeit förmlich spüren, ohne dabei in Klischees oder romantische Vorstellungen abzugleiten. Fergus Fleming hat hervorragend recherchiert und in diesem Buch ein Kapitel der Seefahrts- und Entdeckergeschichte unterhaltsam in Worte gekleidet. Sehr gefreut haben mich auch die Karten auf den ersten Seiten, die die Routen der wichtigsten Barrow'schen Entdecker nachzeichnen, und die letzten Seiten, auf denen das weitere Leben und Wirken der im Buch vorkommenden Personen kurz umrissen werden.
Empfehlenswert für alle Freunde der Seefahrt und historischer Abenteuerbücher.


A Pleasant Shade of Grey
A Pleasant Shade of Grey
Wird angeboten von Metalbörse
Preis: EUR 9,50

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig!, 9. November 2005
Rezension bezieht sich auf: A Pleasant Shade of Grey (Audio CD)
Mit diesem Album haben Fates Warning meiner Meinung nach ein echtes Meisterwerk geschaffen.
"A Pleasant Shade Of Gray" soll nach dem Wunsch der Band als einziger, über 50-minütiger Song verstanden werden. Das klappt aber nicht ganz, da die einzelnen Teile (schlicht Part I-XII genannt) zu deutlich voneinander getrennt sind, manchmal bloß durch ein Fade-Out. Deshalb sollte man es eher als Konzeptalbum sehen.
Als solches funktioniert es aber von vorne bis hinten: Selten habe ich ein Album gehört, das durchgehend so atmosphärisch und musikalisch nahezu perfekt ist - von den handwerklichen Fähigkeiten der Band ganz zu schweigen, die über jeden Zweifel erhaben sind.
"A Pleasant Shade..." ist bis auf einzelne Passagen eher ruhig und düster und bietet 54 Minuten großartigen Prog-Metal. Um in den vollen Genuss dieses Klangerlebnisses zu kommen, sollte man sich eine Stunde Zeit nehmen, um das Album in einem Stück (und im Dunkeln ;) ) konzentriert zu hören - und zwar immer wieder, denn wie bei guten Alben üblich, gibt es bei jedem Hören etwas Neues zu entdecken, was den Langzeithörspaß gewaltig in die Höhe schraubt.
Ein kleines Minus sehe ich lediglich bei den Lyrics, die mir stellenweise etwas zu schlicht sind. Trotzdem: Eines der besten Alben, die ich kenne.


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