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Rezensionen verfasst von
Der Rezensator (Würzburg, Bayern)

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Bitches Brew: 40th Anniversary Collector's Edition
Bitches Brew: 40th Anniversary Collector's Edition
Preis: EUR 75,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Fans ein Muß, 23. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Angesichts des mittlerweile recht günstigen Preises dieser Box und der wirklich prachtvollen Ausstattung konnte ich nicht widerstehen, obwohl ich schon die Complete Sessions-Box mein eigen nenne. Ich kann sagen, daß ich nicht enttäuscht wurde. Die alternate takes auf CD 2 sind auf den Complete Sessions NICHT (!) enthalten, so daß es - abgesehen von den Studio Tracks - keine Überschneidungen gibt. Unter den alternate takes ist meiner Ansicht nach ein echtes Highlight: eine 10:20 min. lange Version meines Lieblingsstücks "Spanish Key", die etwas kantiger und weniger trance-artig rüberkommt und mit einer grandiosen Rhythmus-Sektion aufwarten kann. Des weiteren sind zwei Live-Konzerte Bestandteil der Box: auf CD von 1970 in Tanglewood, auf DVD von 1969 in Kopenhagen. Tanglewood ist näher am Original, dennoch freier als das Studioalbum, während Kopenhagen sehr frei daher kommt und nur bei "Miles Runs The Voodoo Down" richtig groovy wird.

Zur LP kann ich mangels Plattenspieler leider nichts sagen. Als Bonus gibt es noch ein sehr schönes großformatiges Booklet sowie einen Umschlag mit Poster und div. anderen Memorabilien, die allesamt recht hochwertig gemacht sind.

Insgesamt bietet das Paket für den geneigten Fan auch dann einen Mehrwert, wenn er schon eine oder mehrere Bitches Brew-Ausgaben hat.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 24, 2012 9:56 AM CET


Frankfurter Allgemeine
Frankfurter Allgemeine
Preis: EUR 29,90

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Super ePaper-Umsetzung einer Qualitätszeitung, 23. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Frankfurter Allgemeine (Kindle Edition)
Die FAZ gilt zu Recht als eine der besten Tageszeitungen der Welt und ist in einer Zeit, in der sich die Aufmerksamkeit des Publikums immer stärker auf Soundbites, Balkenüberschriften und leicht konsumierbare Texthäppchen verengt, der Fels in der Brandung der medialen Beliebigkeit. Auch wenn ich mit den politischen Kommentaren nicht immer übereinstimme, liefert mir die FAZ dennoch viele wertvolle Informationen und Hintergrundberichte.

Die Umsetzung für den Kindle darf als vorbildlich gelten. Das Layout gleicht weitgehend dem der ZEIT (vgl. meine Rezension dort), bietet zusätzlich aber noch die Bilder und Grafiken. Darauf könnte ich zur Not auch verzichten, manchmal trägt das Bildmaterial aber doch zur Vertiefung oder zumindest zur Auflockerung bei.

Das Abonnement finde ich zu teuer, daher einen Punkt Abzug. Auch reicht mein Zeitbudget nicht für den Dauerbezug. Ich schätze aber die Möglichkeit, jederzeit eine Einzelausgabe direkt aus dem Netz zu beziehen und so z. B. das Wochenendfrühstück intellektuell aufzuwerten. Über den Kindle-Shop direkt auf dem Gerät ist das ein Kinderspiel.

Abgesehen vom Preis eine klare Empfehlung.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 23, 2011 12:29 AM MEST


Die Germania
Die Germania

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geschenkt ist noch zu teuer, 19. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Germania (Kindle Edition)
Über den Inhalt möchte ich hier keine großen Worte verlieren - ein hochinteressanter Blick auf Germanien mit den Augen eines römischen Schriftstellers. Auch wenn viele seiner Beobachtungen einer objektiven Prüfung vielleicht nicht standhalten würden, stellt das Werk doch einen faszinierenden Einblick in die Welt unser Vorfahren dar.

Nun aber zur eBook-Ausgabe. Positiv daran ist der Preis von 0,00 Euro, keine Frage. Damit ist aber auch schon alles positive gesagt, denn:

Die Formatierung dieses "eBooks" ist unter aller Kanone. Eigentlich ist das Layout zweispaltig, mit dem Originaltext rechts und der deutschen Übersetzung links. Leider ist der Originaltext aber immer rechts abgeschnitten, egal, wie man Schriftart und -größe oder Orientierung der Seite auch einstellt. Schlimmer noch, auch unten ist der Text auf den ganz gefüllten Seiten abgeschnitten und somit auch der deutsche Text nicht vollständig lesbar. Das eBook wurde offenbar nach der Konvertierung ohne jede Qualitätssicherung online gestellt, denn den Fehler würde man binnen Sekunden feststellen.

Damit erweist Amazon dem Portfolio kostenloser Werke für seinen Kindle einen Bärendienst, denn "Germania" dürfte eines der meist-heruntergeladenen freien Werke sein. Schade. Lieber ein wenig Geld in eine sauber formatierte Version investieren ... Geschenkt ist hier noch zu teuer, denn dieser Mist verbraucht ja auch Speicherplatz.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 3, 2013 7:04 AM CET


DIE ZEIT
DIE ZEIT
Preis: EUR 12,99

158 von 162 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reduktion auf das Wesentliche, 19. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: DIE ZEIT (Kindle Edition)
Lage war ich skeptisch, ob ich mit dem Kindle glücklich werden würde, doch jetzt habe ich mittlerweile innerhalb von zwei Wochen schon den zweiten gekauft (damit meine Frau und ich uns nicht darum streiten müssen). Einer der Hauptgründe für den zweiten Kindle (mit 3G-Empfang) war die Möglichkeit, zu einem sehr günstigen Preis DIE ZEIT ab Erscheinungstag lesen zu können. Das funktioniert wunderbar. Selbst wenn der Kindle im Standby-Modus ist, wird DIE ZEIT übertragen und steht zum Frühstück zur Verfügung.

Die Aufmachung auf dem Kindle finde ich sehr gelungen, besonders seit dem Layout-Refresh vom Dezember 2012 (seither sind auch Bilder enthalten). Man kann die elektronische ZEIT entweder von vorne bis hinten durchblättern, oder über das sehr übersichtliche Inhaltsverzeichnis (gegliedert nach Ressorts) jeden Artikel direkt anspringen. Wer nicht nur die Überschrift des Artikels sehen, sondern auch eine Vorstellung vom Inhalt haben möchte, kann pro Ressort die Ansicht wählen, in der jeder Artikel mit vier Textzeilen angerissen wird.

DIE ZEIT auf dem Kindle macht mir großen Spaß, denn man kann überall und jederzeit bequem lesen, ohne das Papiermonster vom Wind aus der Hand gerissen zu bekommen oder mit dessen Geraschel die Gattin aus dem Schlaf zu befördern. Der Preis ist zudem sehr fair für dieses sauber formatierte Produkt.

Das Lesen funktioniert natürlich auch parallel auf beiden Kindles. Zwar wird nur an einen ausgeliefert, doch beim zweiten findet sich die Ausgabe unter Archived Items und kann von dort heruntergeladen werden.

Alles in allem ein Produkt, das alleine schon den Kauf des Kindle rechtfertigt.

NACHTRAG: Die 4,99 € pro Monat waren anscheinend ein Einführungspreis. Mittlerweile ist der Preis auf 11,99 € / Monat geklettert. Die bestehenden Abos zu 4,99 € laufen aber wohl zu diesem Preis weiter. Bei 11,99 € hat man gegenüber der Printausgabe einen Preisvorteil von ca. 30%, was für den wöchentlichen Leser immer noch attraktiv ist. Kommt man allerdings mindestens einmal monatlich nicht zum ZEIT-Lesen, fährt man mit den Einzelausgaben besser.

NACHTRAG 2 (24.12.12): Überarbeitung der Rezension, um dem verbesserten Layout mit Bildern Rechnung zu tragen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 21, 2012 11:19 AM CET


HP Officejet Pro 8000 Tintenstrahldrucker
HP Officejet Pro 8000 Tintenstrahldrucker

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr guter Drucker mit kleinen Schwächen, 5. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
ANFORDERUNGEN

Da mein fast 10 Jahre alter HP DeskJet 959c kürzlich endgültig den Dienst quittiert hat (was ich ihm nicht verdenke), mußte ein Ersatz her, der sowohl schnellen, sauberen Schwarzweißdruck als auch guten Fotodruck beherrscht. Nach langem Recherchieren und Wälzen von Produktspezifikationen und Testergebnissen kam zunächst der Canon Pixma 4850 in Betracht, der aber wegen der hohen Verbrauchskosten wieder ausschied. Schließlich kam ich auf den HP OfficeJet 8000, der meine Kernanforderungen zu erfüllen schien:

- Netzwerkfähigkeit
- Schneller SW-Druck in guter Qualität
- Gute Fotoqualität
- Niedrige Verbrauchskosten
- Niedriger Stromverbrauch
- Robuste Verarbeitung

Das gelieferte Paket versetzte mir erst mal einen kleinen Schock, denn die Umverpackung hatte die Abmessungen eines 82cm-Röhrenfernsehers. Nach dem Auspacken war der Drucker aber nicht so übermäßig groß, wie befüchtet - vom Volumen etwa so groß wie ein kleiner Laserdrucker.

INBETRIEBNAHME

Der Aufbau der doch recht zahlreichen Teile ging dank der sehr guten Anleitung recht flott und problemlos von der Hand. Ebenso hilfreich waren die Hinweise zum Thema Netzwerkeinrichtung und Firewall. Nachdem der Drucker seine knapp 20-minütige Installationsprozedur durchrattert hatte (bei der ingesamt drei Seiten mit Hinweistexten bzw. Prüfdrucken ausgegeben werden), installierte ich das umfangreiche Softwarepaket. Nach Anschluß des Druckers per Ethernet-Kabel und Freischalten der IP-Adresse in der Firewall wurde die Installation problemlos beendet und der Drucker war voll einsatzbereit.

SCHWARZ-WEISS-DRUCK

Besonders neugierig war ich zunächst auf den Textdruck per Duplexeinheit. Während im Einzelseitendruck in Entwurfsqualität die Seiten nur so herausgehauen werden, geht der zweiseitige Druck deutlich gemächlicher zu Werke. Der Grund dafür: nachdem die erste Seite gedruckt wurde, bleibt sie ca. 10 Sekunden zum Trocknen stehen, wird dann rückwärts wieder eingezogen, in der Duplexeinheit gedreht und auf der Rückseite bedruckt. Dadurch wird keine Tinte verwischt. Das Schriftbild hat im Normalmodus fast Laserqualität, und dank der pigmentierten Tinte ist der Druck auch völlig wasserfest. Im Entwurfsmodus, der beispielsweise für Ausdrucke von Webseiten völlig ausreicht, ist das Schriftbild eher grau statt schwarz, aber immer noch scharf genug. Wichtig: in den Druckereinstellungen festlegen, das S/W nur mit der Schwarzpatrone gedruckt wird, das spart die teurere Farbtinte. Zu bemängeln sind die Erschütterungen, die der Drucker insbesondere beim Schnelldruck ausklöst. Man stellt ihn besser auf einen separaten Tisch.
Im Entwurfsmodus habe ich - wie einige andere Rezensenten auch - das einzige echte Manko bei der Druckqualität beobachtet. Farbflächen werden dort streifig wiedergegeben. Das sieht in etwa so aus wie ein frisch gemähter Stadionrasen. Da sich das Problem im Schriftbild nicht bemerkbar macht und ich Grafik, wenn es auf die Bildqualität ankommt, nie im Entwurfsmodus drucken würde, stört mich das nicht sehr.

FARB- UND FOTODRUCK

Einiges Augenmerk legte ich - auch wegen einiger kritischer Meinungen, die ich gelesen hatte - auf den Fotodruck und das Handling von Papier kleiner als A4 in der A4-Papierkassette. Der Drucker hat ja kein separates Fotopapierfach, man muß daher für den Fotodruck das A4-Papier entnehmen (geht wegen der nur aufgelegten Abdeckung sehr einfach und schnell), die Papierführung nach innen schieben, das Papier einlegen und mit den Führungsschienen fixieren. Nach den ersten Versuchen stand fest: das funktioniert einwandfrei! Nichts wird schief eingezogen, sogar der Randlosdruck gelingt perfekt. Das war ich von meinem alten 959c, der Fotopapier praktisch immer leicht schief einzog, nicht gewohnt. Die Druckqualität auf HP Premium Fotopapier und Tetenal Fotopapier 264g übertraf meine Erwartungen und war besser als beim alten 959c. Einzige Einschränkung: ausgerechnet auf dem Original-HP-Papier hinterlassen die winzigen Zahnrädchen der Papierführung sichtbare weiße Spuren. Beim Tetenal-Papier war das nicht der Fall, vielleicht, weil dessen Oberfläche etwas härter ist. Sicher ist der Druck eines speziellen Fotodruckers oder ein Laborprint immer noch eine Klasse besser, aber für den Hausgebrauch reicht die Qualität des Fotodrucks, zumal die Drucke neben der Wasserfestigkeit auch lichtecht sein sollen (hier fehlt mir noch die Langzeiterfahrung).

NETZWERKFÄHIGKEIT, STROMVERBRAUCH

Die Einrichtung des Druckers auf weiteren Rechnern gelingt analog zur Erstinstalltion ohne Probleme. Die Geschwindigkeit ist sehr gut.

Das Energiemanagement nach EnergyStar funktioniert gut, der Drucker geht schnell in Standby, doch der amerikanische EnergyStar-Standard ist nicht unbedingt das, was man sich in Deutschland unter ökologisch vorstellt. Immerhin noch 3,5 Watt zieht der Drucker im Ruhemodus, macht bei einem kWh-Preis von 20 ct/h gute 6 € Stromkosten im Jahr. Angesichts der sehr niedrigen Druckkosten verschmerzbar. Man kann den Drucker am Gerät ausschalten, was den Standby-Verbrauch fast bis auf Null reduziert. Allerdings kann der Drucker in diesem Zustand nicht per Netzwerk aktiviert werden, sondern muß erst wieder manuell eingeschaltet werden.

FAZIT, PRO & CONTRA

Alles in allem bin ich bis jetzt mit dem Kauf hochzufrieden. Der Drucker sieht nicht nur gut aus, er verrichtet auch gute Arbeit in allen Disziplinen. Zudem gibt es gerade per Sonderaktion 3 Jahre Garantie mit Vor-Ort-Service.

Pro:
+ Sehr gute Druckqualität S/W und Duplexdruck
+ Gute Fotodruckqualität
+ Sehr gute Netzwerkfähigkeit
+ Sehr gute Mechanik der Papierführung
+ Niedrige Verbrauchskosten (noch nicht verifiziert)
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Sehr gute Dokumentation
+ Lange Garantiezeit (nur aktionsweise bis Ende April 2011)

Contra:
- Zahnradabdrücke auf manchen Fotopapieren
- Streifenbildung bei flächigen Grafiken im Entwurfsmodus
- Lautstärke und Erschütterungen beim Drucken


Sinfonie 2
Sinfonie 2
Wird angeboten von Direct Entertainment UK
Preis: EUR 22,98

5.0 von 5 Sternen Ein Fenster in die Vergangenheit, 20. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 2 (Audio CD)
Diese Aufnahme von Otto Klemperer aus dem Jahre 1963 gilt zu Recht als eine der Referenzaufnahmen von Mahlers Sinfoniekantate, die unter dem (nicht vom Komponisten stammenden) Beinamen "Auferstehungssinfonie" berühmt wurde. Man kann annehmen, daß Klemperer, der Mahler noch persönlich kannte und mit ihm zusammengearbeitet hatte, sich eng an die Intentionen des Komponisten gehalten hat. Vielleicht ist diese Aufnahme daher so etwas wie ein Fenster in die Vergangenheit, durch das wir einen Blick auf die mahlersche Aufführungspraxis dieses grandiosen Werks erhaschen können. Die Klangqualität ist für das Alter überraschend gut, das Rauschen hält sich in Grenzen. Auch angesichts des geringen Preises eine sehr empfehlenswerte Einspielung.


Mahler, Gustav - Symphonie Nr. 2 c-Moll Auferstehungs-Symphonie
Mahler, Gustav - Symphonie Nr. 2 c-Moll Auferstehungs-Symphonie
DVD ~ Diana Damrau
Preis: EUR 22,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Höhepunkt der Musik, grandios interpretiert, 20. März 2011
Diese Einspielung von Mahlers zweiter Sinfonie ist ein Meilenstein! Pierre Boulez, der ja vor allem für seine Interpretationen der modernen Klassik berühmt ist, spürt hier mit schier unendlicher Präzision auch den feinsten Nuancen dieses musikalischen Meisterwerks nach. Seine Tempi sind eher gemäßigt, ohne daß dabei der Partitur die Dramatik abhandenkommt. Ganz im Gegenteil. Das oft als "analytisch" verschrieene Dirigat des französischen Pultstars wirkt hier wahre Wunder und bringt auch noch den winzigsten musikalischen Diamantsplitter zum Vorschein. Die Tonmischung dieser Live-Aufnahme scheint nahe an der Perfektion zu sein (die Einschränkung rührt daher, daß mir kein audiophiles Hifi-Equipment zur Verfügung steht), und die Bildregie wird der Partitur mit ruhigen Bildwechseln gerecht. Boulez beim Dirigieren zu beobachten erhöht noch den Genuß dieser dramatischen, außerweltlich schönen, tiefttraurigen und erhebenden Musik. Die DVD kann man jedem Mahler-Liebhaber und auch jedem Einsteiger wärmstens empfehlen, darüber hinaus auch allen, die einen lieben Menschen verloren haben und sich ihrer Trauer stellen wollen.


Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele
von Suzanne Collins
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

268 von 402 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Öde Erlebniserzählung einer Sechzehnjährigen, 28. Februar 2011
Ich nehme das Buch in die Hand. Was mir zunächst auffällt, sind die sehbehindertenfreundliche Schriftgröße und die dicken Seiten, die auch Grobmotoriker umblättern können, ohne sie zu verknicken. Aber dem Preis muß ja eine entsprechende Menge Papier gegenüberstehen. Dann beginne ich zu lesen. Woran erinenrt mich diese Sprache nur? Da fällt es mir ein: an die Pixie-Büchlein, die ich meiner Tochter immer vorgelesen habe. "Connie geht zum Zahnarzt", zum Beispiel.

Wenn Ihnen der erste Absatz meiner Rezension stilistisch gefallen hat, wird Sie auch dieses Buch begeistern. Es ist aus der Sicht der sechszehnjährigen Katniss konsequent im Präsens geschrieben. Keinerlei sprachliche Raffinessen verwässern die buchhalterische Sprache dieser trockenen Erlebniserzählung, in der alles immer nur behauptet, aber nichts vermittelt wird. Je länger man liest, desto mehr fragt man sich, ob Suzanne Collins mit dieser Schreibe die Perspektive einer nicht besonders wortgewandten Teenagerin verdeutlichen oder einfach ihr eigenes schriftstellerisches Unvermögen kaschieren wollte.

Die Geschichte wurde hier ja schon umzählige Male zusammengefaßt, deshalb nur im Zeitraffer: in einem nicht näher umrissenen postapokalyptischen Amerika hat eine Art neues Rom (das "Kapitol") die Macht an sich gerissen und unterdrückt die Provinzen ("Distrikte"), die als Rohstoffquellen ausgebeutet werden. Irgendwann in der Vergangenheit hatten sich die Distrikte gegen das Kapitol erhoben, waren mit brutaler Macht aber niedergerungen worden. Dabei wurde der 13. Distrikt komplett entvölkert und die übrigen 12 Distrikte verpflichtet, jedes Jahr zwei zwölf- bis achtzehnjährige Jugendliche in eine Arena zu schicken, in der sie sich gegenseitig abschlachten, was über Wochen bis ins letzte Detail im Fernsehen übertragen wird. Die beiden aus Distrikt 12 - Katniss und Peeta - werden dabei als Liebenpaar inszeniert, das gemeinsam um den Sieg kämpfen darf.

Aha. Ein neues Rom belustigt sich an mehrwöchigen Gladiatorenkämpfen, die - zur Abwechslung - von Kindern ausgetragen werden, und bedient sich dabei aller Register der Manipulation von Massen bis hin zum Starkult. Das ist natürlich eine sehr treffende und bewegende Form der Zivilisationskritik, auch wenn sie so ähnlich schon seit fast 2000 Jahren immer wieder mal geäußert wird. Aber ich werde sarkastisch ...

Das Buch kann in keiner Weise überzeugen. Die Schilderung eines typischen Science-Fiction-Szenarios (Postapokalypse aufgrund Umweltzerstörung, Kriegen etc.) bleibt seltsam vage, und auch die historisch-politischen Entwicklungen, die zu diesem Szenario geführt haben, bleiben im Dunkeln. Mag sein, daß Collins sich das alles für die beiden anderen Bücher aufgespart hat, doch in der Sciene Fiction, der das Buch formal zuzurechnen ist, sollte der wissenschaftliche Rahmen einer Erzählung immer einigermaßen solide sein, damit das Gesamtbild paßt. Auch der Spannungsaufbau leidet sehr am Grundproblem des Romans, der Perspektive. Da Katniss berichtet (von Erzählen kann keine Rede sein), ist klar, daß sie als Siegerin aus dem blutigen Wettkampf hervorgehen wird. Man verfolgt das Gemetzel daher mit großer Gelassenheit. Sämtliche Charaktere bleiben ein- bis zweidminesional, die einzige etwas plastischer hervortretende Figur ist die zwölfjährige Rue. Emotional packt einen keiner der vielen Tode. Die Action bleibt merkwürdig uninspiriert und orientiert sich an zahllosen - meist filmischen - Vorbildern von Rollerball über Rambo bis hin zum Herrn der Fliegen. Jede Gelegenheit, atmosphärischen Gewinn aus der Postapokalypse zu ziehen, wird verschenkt. Und nicht einmal die Liebesgeschichte funktioniert, zu amerikanisch prüde kommt as alles daher. Zwei Teenager in einem Schlafsack, doch mehr als ständiges Küssen fällt ihnen nicht ein. Als Katniss den verletzten Peeta pflegt, versucht sie krampfhaft und letztlich erfolgreich, den Blick auf seine Körpermitte zu vermeiden. Echte Erotik? Fehlanzeige! Kein Wunder, daß jemand wie Stephenie Meyer das Buch kaum aus der Hand legen kann. Aber das soll ja ein Jugendbuch sein, und da hat Sex natürlich nichts zu suchen - im Gegensatz zu Gewalt im Überfluss, die man Kindern und Jugendlichen offenbar jederzeit und in immer härteren Dosen zumuten kann.

Die "Tribute von Panem" ist Ausdruck der Gewaltbesessenheit Amerikas, die längst auch in den Kinderzimmern angekommen ist. Insofern ist das Buch ein Spiegel seiner Zeit, das genau die gewaltorientierte Konsummentalität zelebriert, die es zu kritisieren vorgibt. Früher nannte man das, was Astrid Lindgren oder Michael Ende schrieben, Jugendbuch. Heute bitte etwas weniger Fantasie, dafür eine ordentliche Portion Snuff, damit die am virtuellen Ballerspiel hängenden Kids doch wieder mal ein paar Dollar oder Euro in die Buchhandlung tragen. Eigentlich traurig.

Ach ja, und wenn Sie auf ein paar Lacher aus sind, seien Sie gewarnt: das Buch ist 100% humorfrei.Das ist schade, denn der geerdete Blick der an Existenzkampf gewöhnten Provinzler auf die verschwenderische Dekadenz im Kapitol hätte sicher den einen oder anderen ironischen Seitenhieb ermöglicht. Doch nichts davon. Das Buch bleibt, trotz aller Schilderungen von Blut und Dreck, merkwürdig keimfrei. Daher wird auf diesem Boden auch nichts wachsen, außer dem Kontostand von Frau Collins.
Kommentar Kommentare (30) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 26, 2013 8:25 AM CET


Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller
von Jussi Adler-Olsen
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fulminante Fortsetzung, 22. Februar 2011
Wieder schickt Jussi Adler Olsen seinen Sonderermittler Carl Mørck ins Rennen, assistiert von seinem putzigen arabischen Assistenten Hafez el-Assad und neuerdings unterstützt von der jungen Teamassistentin Rose. Seine Ermittlungen zielen auf das faule Herz der dänischen Gesellschaft, eine Gruppe zynischer, empathieloser, gelangweilter Oberschicht-Psychopathen, die bei der Befriedigung ihrer fehlgeleiteten Triebe keine Grenzen mehr kennen und sich in absoluter Sicherheit wähnen. In die Zange genommen werden sie aber auch von der obdachlosen Kimmie, die einst dieser verschworenen Gruppe angehörte und noch ein paar Rechnungen offen hat.

Mit "Schändung" (wieder ein dummer deutscher Einworttitel, direkt übersetzt würde der Titel "Die Fasanenmörder" lauten, aber weniger an niedere Instinkte appellieren) ist Adler Olsen eine fulminante Fortsetzung gelungen, die den Erstling an Originalität und Spannung um Längen übertrifft. Während "Erbarmen" von der Grundkonstellation her noch an den koreanischen Film "Oldboy" erinnert und recht unoriginell anhand zweier sich annähernden Zeitlinien erzählt ist, geht Olsen bei "Schändung" einen ganz anderen Weg. Von Anfang an ist klar, wer die Täter sind, und man hat eine zienlich genaue Ahnung davon, was sie alles getrieben haben. Die Spannung bezieht der Roman daraus, daß sich die Schlinge um die Hälse der Täter aus zwei Richtungen immer enger zusammenziehen. Wer wird letztendlich das Rennen machen, Carl Mørck oder Kimmie? Beide werden dabei in akute Lebensgefahr geraten.

"Schändung" ist flott geschrieben und charakterisiert seine Figuren mit angemessener Tiefe. Dabei wird das Privatleben von Carl Mørck weiter ausgeleuchtet, was ihn zu einem Menschen aus Fleisch und Blut macht. Auch die kleinen Reibereien und Merkwürdigkeiten im Ermittlerteam sind wunderbar geschildert. Alles in allem ein höchst unterhaltsamer, sehr spannender Trip in die Abgründe der dänischen Gesellschaft. Hoch anzurechnen ist Adler Olsen dabei auch, daß er sich mit bluttriefenden Beschreibungen von Mord und Folter zurück hält und sich so einem bedenklichen Trend innerhalb des Thriller-Genres widersetzt. Das heißt aber nicht, daß sein Werk weichgespült wäre. Es bedient nur nicht die krankhafter Gier nach der detaillierten Schilderung des Leids anderer. Das würde sein Buch bei diesem Thema auch völlig unglaubwürdig machen.


Gewebte Welt
Gewebte Welt
von Clive Barker
  Broschiert
Preis: EUR 22,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Fülle von Ideen, nur teilweise entwoben, 21. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gewebte Welt (Broschiert)
Nichts hat jemals einen Anfang, schreibt Barker auf der ersten Seite, jede Geschichte könne zu einer vorherigen und diese auf eine noch frühere zurück geführt werden. Das Leben, die Welt, die Raumzeit: eine endlose Verkettung, ein ewiger Kreislauf. Das philosophische Grundgerüst von "Gewebte Welt", das Barker später in "Imagica" perfektioniert hat, läßt viele Interpretationsmöglichkeiten zu. Die permanente Abfolge von Leben und Tod, Wiedergeburt, sich zyklisch wiederholende Geschichte, das Auf-der-Stelle-treten des Menschen beim Streben nach Macht, Ruhm und Geld, die Suche nach tieferen Wahrheiten, das Eröffnen neuer Welten durch Kunst und Kreativität und - natürlich - das nie endende Aufeinandertreffen von Gut und Böse sind alles Themen, die Clive Barker mit traumwandlerischer Sicherheit in seine poetischen, spannenden, nie gesehenen Weltentwürfe einwebt. In "Gewebte Welt" geschieht das - ganz konkret - in Form eines unermeßlich detailreichen Teppichs, in den das Volk der Seher die Reste seiner sterbenden Welt codiert hat.

Auf dieses mysteriöse Kunstwerk stößt Cal, der Held unserer Geschichte, auf der Jagd nach einer seiner Tauben. Aus dem Verschlag entkommen führt sie den jungen Mann unwillkürlich zum Versteck des Teppichs, als dieser gerade ins Freie getragen wird. Die Hüterin des Teppichs ist verstorben, ihr Haushalt wird aufgelöst. Als Cal seine Taube beinahe erreicht hat, stürzt er von einer Mauer und fällt auf (in?) den Teppich, wo er zum ersten Mal in die fantstische Welt der Seher eintritt. Er gewinnt Freunde, macht schnell aber auch mit den Verfolgern der gewebten Welt unliebsame Bekanntschaft - Shadwell, der Händler mit dem Jacket, das Wünsche erfüllt (zum einem Preis, wohlgemerkt), sowie Immacolata und ihre Geisterschwestern, die mit ihren (männlichen) Vergewaltigungsopfern grauenhafte, monströse Bastard-Kinder zeugen. Unterstüzt wird dieses infernalische Team alsbald von einem Kriminalinspektor, der mit faschistoiden Methoden die Ordnung der Welt, so wie er sie sich vorstellt, aufrecht zu erhalten versucht. Schlechte Aussichten für die mittlerweile entwebte Welt der Seher. Und mehr als genug Gegner für Cal, der auch noch zwischen zwei Frauen steht und sich irgendwann entscheiden muß.

Der Ideenreichtum von Barkers Geschichte ist atemberaubend. Manchmal hat man das Gefühl, als wären die Ideen noch komprimiert und müßten selbst noch etwas entwoben werden, um richtig zu wirken. Mit anderen Worten, diesem fantastischen Roman fehlt es bisweilen ein wenig an Fleisch, und 100 Seiten mehr hätten insgesamt geholfen, die Charaktere plastischer erscheinen zu lassen. Dennoch ist "Weaveworld", so der Originaltitel, ein fesselndes und lesenswertes Buch. Zum makellosen Meisterwerk hat es aber dann doch nicht ganz gereicht.


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