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Beiträge von Maria Jahn
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Rezensionen verfasst von
Maria Jahn "mariajahn"
(REAL NAME)   

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15 Sätze 7.87 "Stricknadeln aus Bambus Nadelspiel US 0-15
15 Sätze 7.87 "Stricknadeln aus Bambus Nadelspiel US 0-15
Wird angeboten von TOPCITY
Preis: EUR 10,12

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für den Preis unschlagbar, 28. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
offenbar ist es ein bißchen Glückssache, ob man ganz oder weniger glatte Nadeln bekommt, bei mir hat es super geklappt, sie sind genau richtig. ok, man darf hier nicht dieselbe Qualität wie bei Knitpro & Co erwarten, und die Enden etwas spitzer hätte mir auch noch besser gefallen, aber damit kann man leben. Ich habe hier in deutschen Läden jedenfalls schon öfter Bambusnadeln bekommen, die wesentlich rauher und schiefer gewesen sind.
Toll ist auch, daß man mit diesem Paket für jede Garnstärke automatisch das passende Nadelspiel zur Verfügung hat. Wer also auch nur halbwegs häufig Socken, Handschuhe, Stulpen und sonstige Kleinteile strickt, kann hier nichts falsch machen und sollte zugreifen.


Das verlorene Auge
Das verlorene Auge
Preis: EUR 3,04

4.0 von 5 Sternen unspektakulär und trotzdem gelungen, 15. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Das verlorene Auge (Kindle Edition)
Margit Steeger gibt in diesem Buch anhand der Geschichte der kleinen Maria Schade ausführliche Einblicke in das Alltagsleben in der damaligen DDR. Besonders als ‚Wessi’ ist es interessant zu lesen, wie die Menschen dort improvisieren und mit dem zurechtkommen mußten, was da war - und was es von all den für uns selbstverständlichen Dingen einfach nicht gegeben hat.
Der erste Teil, Marias Kindheit, liest sich wirklich wie aus der Sicht eines kleinen Mädchens geschildert, das fröhlich drauflos plappert und dabei vom Hundertsten ins Tausendste kommt. Dieser Stil ist bestimmt nicht jedermanns Sache, man muß so etwas mögen und auch bereit sein, sich darauf einzulassen.
Etwas verwunderlich erscheint, daß das titelgebende, kranke Auge nur eine verschwindend geringe Rolle spielt und Maria zumindest während ihrer Kindheit kaum darunter gelitten zu haben scheint. Darüber hinaus ist sie ein absolut durschnittliches Kind, das von seinem absolut durschnittlichen Alltag erzählt.
Geschrieben in Ich-Form liest sich die Erzählung flott uns flüssig; das gelegentliche ins Umständliche Abgleitende passt gut dazu und gibt der Story einen zusätzlichen altmodischen Charme. Nur die vielen in Mundart geführten Dialoge wirken sehr störend, denn echtes ‚Hardcore-Sächsisch‘ ist für Ungeübte nicht so ganz einfach zu verstehen.
Auch die abrupten Zeitsprünge sind nicht wirklich optimal. So ist Maria beispielsweise gerade ein Teenager geworden und zum ersten Mal richtig verliebt, einen Absatz später ist sie bereits verheiratet und hat ein Kind. Ein paar sanftere Übergänge hätten nicht geschadet und besser zum Allgemeinbild der Geschichte gepasst. Man gewöhnt sich jedoch daran und verfolgt mit, wie Marias Leben abschnittweise voranschreitet und bei Weitem nicht alles so verläuft, wie sie sich das vorgestellt hat.
Sehr unvermittelt präsentiert sich der Schluß, der die Erzählung plötzlich abbrechen und den Leser quasi in der Luft hängen läßt. Nichts gegen ein offenes Ende, doch ein wenig Feinschliff, der die Sache am Ende ein wenig abrundet, hätte sich ebenfalls gut gemacht.

In der heutigen Zeit, in der Unterhaltungsliteratur nicht temporeich, actiongeladen und nervenzerfetzend genug sein kann, erscheint ‚Das verlorene Auge‘ beinahe wie ein Relikt aus einer anderen Welt, ein Atavismus aus Zeiten, in denen alles noch viel ruhiger und beschaulicher gewesen ist. Faszinierend unspektakulär plätschert die Erzählung dahin und erschafft dabei eine Authentizität, die sie vor dem Absturz in die Langeweile bewahrt. An einigen Stellen entsteht durchaus auch eine gewisse Spannung; nicht diejenige, die man aus Thrillern gewohnt ist, sondern eine leise, greifbare, wie sie das tägliche Leben schreibt.
Aus diesen Gründen ist das Buch für den gängigen Lesegeschmack völlig ungeeignet und wird sich wohl nur bei einer kleinen Klientel etablieren. Für Leser abseits des Mainstreams bietet es entspannte Unterhaltung in ruhigem Fahrwasser, für Liebhaber könnte es zu einem Geheimtip werden. Und es ist tatsächlich gut möglich, daß sich von den älteren Semestern der eine oder andere darin wiederfindet.

3,5 Sterne, hier aufgerundet.


Die Flockenleserin. Ein Hospiz, 12 Menschen, ein Mörder.
Die Flockenleserin. Ein Hospiz, 12 Menschen, ein Mörder.
Preis: EUR 3,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die sprichwörtliche Perle im Ozean, 29. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Der Tod und das Sterben ist in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabu-Thema und die Versuche, sich damit auseinanderzusetzen, reichen von reißerisch über obskur bis hin zu hilflos-fatalistisch.
Seriöse Werke dazu findet man selten und eines, das ohne krampfhaft erzwungenen Optimismus auftritt, ist mir noch nie begegnet. Bis zu diesem Buch.

Im Vorfeld verspricht der Autor ‚eine heimliche Gebrauchsanleitung für den Tod – er wird Ihnen die Angst vor dem Tod nehmen. Todsicher.‘
Ich fand diese Aussage schon ziemlich vollmundig, war aber neugierig geworden ... um dann währen der Lektüre nicht nur einmal im positiven Sinn komplett überrascht zu werden.

Auf den Inhalt möchte ich hier nicht eingehen, den kann man weiter oben ausführlich nachlesen, sondern lieber meine persönlichen Eindrücke wiedergeben.
Mit unendlich viel Fein- und Fingerspitzengefühl zeichnet der Autor die Gäste von Haus Holle, von denen jeder seine eigene Strategie entwickelt hat, mit dem bevorstehenden Tod zurechtzukommen. Besonders bemerkenswert erscheint, dass angesichts von kontinuierlichem Verfall und oft recht detaillierten Schilderungen diverser häßlicher Erkrankungen der Humor weder zu kurz kommt noch in irgendeiner Weise plump, aufdringlich oder gar peinlich serviert wird. Humor bei Leberkrebs im Endstadium? Doch, erstaunlicherweise funktioniert das, nämlich indem man niemanden in Mitleid oder Selbstmitleid zerfließen läßt, sondern den todkranken Menschen vielmehr ihre Menschlichkeit und Würde erhält.
Erkenntnisse und kleine Weisheiten sind anschaulich und klug formuliert, auch die Entwicklung der diversen Schicksale werden wundervoll, stellenweise sogar beinahe poetisch geschildert. Ein Hauch von Übersinnlichkeit rundet alles perfekt ab und wirkt absolut passend - denn wer kann schon genau sagen, was in diesen Grenzbereichen möglich ist und was nicht?

Als Leser wird man unweigerlich mitgerissen und nimmt regen Anteil an den Charakteren, die allesamt stimmig und differenziert gezeichnet sind.
Der Autor hat außerdem das Kunststück fertiggebracht, sich selbst auf sehr gelungene Weise in die Story hineinzuschreiben, und zwar ohne dass er die Rolle des Überhelden, Oberlehrers oder sonstigen Unsympathen übernimmt.
Vom Stilistischen her merkt man ihm seine journalistische Herkunft zwar deutlich an, um so mehr überrascht dafür der emotionale und feinsinnige Schreibstil und offenbart eine gewaltige Menge an Potential.
Ein Lektorat hätte trotzdem gutgetan, denn einige Schnitzer und Interpunktionsfehler sind vorhanden. Auch bei dem deutschen Genitiv-Apostroph (und Otto Klatsch ;) ) sind ein paar Dinge schiefgegangen.

Das Buch zeigt einen humanen Weg, sterbende Menschen zu begleiten, ihnen ihre Ängste soweit wie möglich zu nehmen und auf diese Weise auch den Angehörigen den Abschied zumindest ein wenig zu erleichtern.
Es wäre mehr als wünschenswert, wenn sich Hospize in diese Richtung entwickeln würden. Vorläufig sind Häuser, in denen die Patienten so gut ver- und umsorgt werden und sämtliches Pflegepersonal über eine derartige Engelsgeduld verfügt, leider noch in Utopia angesiedelt.

Auch wenn ich mich im Leben (gezwungenermaßen) schon relativ intensiv mit dem Sterben auseinandersetzen mußte und mich, soweit ich es beurteilen kann, nicht mehr davor fürchte, dieses Buch hat diverse Erkenntnisse weiter gefestigt und das Vertrauen darin gestärkt, dass uns mit dem Tod das letzte große Abenteuer des Lebens erwartet.

Als Fazit kann ich nur sagen: Das ist wirklich das erste Mal, dass ich von einem E-Book gerne eine Printausgabe gehabt hätte (ich hoffe, irgendwann kommt sie noch). Nicht nur für mich selbst, sondern auch als Geschenk.
Vielen Dank, Mike Powelz, dass du uns mit auf diese wunderbare Reise genommen hast!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2013 5:12 PM MEST


Jenseits des Windes
Jenseits des Windes
Preis: EUR 4,99

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Show, don't tell, 1. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Windes (Kindle Edition)
Aufgrund der ganzen Lobeshymnen hier hatte ich auf ein wirklich gutes Buch gehofft, aber irgendwie scheine ich da meine Ansprüche zu hoch angesetzt zu haben. Die Story hat zwar durchaus Potential und nette Ideen, doch die Umsetzung fand ich gelinde gesagt misslungen.

Gleich zu Beginn fehlen ein paar Informationen, die Stimmung vermitteln und dem Leser den Einstieg in die Story erleichtern. Der Prolog startet völlig unvermittelt, zu welcher Jahres- und Tageszeit befinden wir uns da überhaupt? Auch ein paar Beschreibungen der näheren Umgebung wären hier nicht verschwendet gewesen. Das braucht alles nicht viel zu sein, aber es kommt auf das ,wie' an. Stattdessen bekommt man ein paar Allgemeinheiten über die Hauptstadt und den Palast erzählt, aber wie es dort wirklich aussieht oder wie es sich anhört, riecht, anfühlt u.s.w. muß man sich selbst denken. Das Wenige, was vorhanden ist, liest sich unpersönlich und oft auch künstlich hochgestochen. Zitat: ,Das mehrstöckige Haupthaus der Palastanlage war mit detailverliebtem Stuck verziert und entlockte dem Betrachter zumeist einen Laut der Entzückung'.
Show, don't tell, kommt einem hier als erstes in den Sinn. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, denn diese elementare Schreibregel wurde bereits am Anfang gründlich k.o. geschlagen und kommt leider auch im weiteren Verlauf nicht mehr auf die Beine.

Der nächste wesentliche Kritikpunkt betrifft die permanenten Wiederholungen. Mehrfach wird z.B. erwähnt, dass es heiß ist und dass Cirnod der Schweiß herunterläuft. Oder dass man über Familie Venell nur Schlechtes hört. Oder dass Kjoren jetzt aber wirklich kampfesmüde ist. Und und und. Unzählige Wortdoppler steigern dieses déjà-vu-Gefühl in Endlosschleife noch und legen zusätzlich die Frage nahe, warum das beim Korrekturlesen nicht aufgefallen ist.
Auch stolpert man darüber, dass Sachverhalte, die man längst verstanden hat, noch einmal erklärt werden. Ebenfalls etwas, was ständig passiert.
Zitat: ,"Nun, Priester Cirnod, ....." sagte Mr. Loaton sichtlich verlegen. Wir wollen den König nicht noch länger ..." Ihm war die Angelegenheit unangenehm.'
Solche Sachen gehen nicht nur auf das Tempo, sie blähen einen Plot auch künstlich auf und strapazieren die Geduld des Lesers.
Stilblüten (,der reich verzierte Stuhl des Königs thronte leer in der Mitte der Tafel') finden sich ebenso wie falsch verwendete Sprichwörter (,Und den Firunen hätte ich auch längst gezeigt, wo der Wind weht') und schlechte Formulierungen (,Er trat einen Ausfallschritt auf den Bauern zu'); manchmal wird es sogar unfreiwillig komisch ( Licht geht aus, Chaos bricht los, Menschen sterben, und Cirnod überlegt sich, dass das ,in jedem Fall ein von irgendwem geplanter Zwischenfall sein mußte'.)

Die Charaktere wirken seltsam unpersönlich, da auch hier viele Gefühlsregungen nicht aktiv ausgelebt, sondern im Erzähltext beschrieben werden. Dabei werden vorzugsweise abgedroschene Allgemeinplätze bemüht: Bei Aufregung hämmert das Herz in wildem Rhythmus gegen die Rippen, Glieder werden bleischwer oder zittern etc. Dafür lesen sich die Dialoge hölzern, gestelzt und oft sogar plump, sie tragen nicht dazu bei, den Charakteren Tiefe zu verleihen.
Witzig ist die waffenstarrende Metaphorik, mit der Einfälle oder Ideen gelegentlich ausgedrückt werden: ,Wie eine Gewehrkugel fuhr ihm ein Geistesblitz in den Kopf.'. Oder auch ,Elane fuhr eine plötzliche Erkenntnis wie ein Messer in den Leib.'

Es werden häufig Schlüsse gezogen, die nicht so ohne weiteres nachvollziehbar sind, es gibt Logiklöcher und manche Handlungen oder Gedankengänge passen nicht so richtig zu einer Person.
Bildhafte Beschreibungen sind Mangelware, der Leser muß sich beispielsweise den ,idyllischen Ort' schon selbst bestücken. Oder das ,Randdorf der Firunen', wo die erste Schlacht stattfindet - keine Ahnung, wie es da ausschaut oder wo das überhaupt zu finden ist. Auch wenn wirklich gute Weltenbauer unter den Autoren nur selten anzutreffen sind, ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen, dann würde sich die Handlung nicht so sehr in luftleerem Raum abspielen.

Selbst an sich rasante Schauplätze wie beispielsweise das erste Schlachtfeld sind mit großem Geschick so gestaltet, dass sie nicht fesseln, sondern eher langweilen. Man erfährt gerade einmal, wer da gegen wen zu Felde zieht, darüber hinaus ist wenig geboten. Weder die genauen Ursachen noch eine Angabe über die Anzahl der beteiligten Personen noch irgendwelche strategischen Informationen, stattdessen eine Menge überflüssiges Blabla, um den Protagonisten vorzustellen.

Dieser ergeht sich in tiefschürfenden Gedanken, stellt sich irgendwann hinter einen Baum, um neue Kräfte zu sammeln, grübelt und überlegt noch eine ganze Weile lang weiter, dann schwankt er plötzlich und seine Kräfte verlassen ihn. Was soll dann erst ein Soldat sagen, der ohne Ruhepause nonstop am Kämpfen ist? Direkt im Anschluss dann: ,Langsam bezweifelte er, dass er heute mit dem Leben davonkommen würde`. Der Satz liest sich ähnlich aufwühlend und dramatisch, als würde der Krieger bezweifeln, es heute noch rechtzeitig zum Mittagessen nach Hause zu schaffen. Dass so eine Schlacht eigentlich eine äußerst temporeiche Angelegenheit ist, die den Leser atemlos mit dem Schicksal des Helden mitfiebern lässt, kann man hier bestenfalls nur ahnen. Sobald die Handlung auch nur ein bisschen Tempo aufzunehmen droht, wird man umgehend wieder ausgebremst.

Der Schreibstil ist eine eigenartige Mischung aus geschraubt und einfach-unbedarft, gewürzt mit modernen Ausdrücken aus unserer Zeit. Dabei finden sich durchaus auch gelungene Passagen, aber leider ist das eher die Ausnahme. Sehr unschön fällt zudem auf, dass im Erzähltext umgangssprachliche Ausdrücke verwendet werden. Diese Mixtur liest sich nicht homogen, vielmehr fallen dadurch die unpassenden Wendungen erst so richtig auf und die besser formulierten Abschnitte wirken im Gegenzug unpassend und gestelzt.

Es gäbe auch noch mehr zu sagen, aber ich denke, ich habe ausreichend begründet, warum mir die Geschichte so nicht zusagt und ich nicht über drei Kapitel hinausgekommen bin.
Die Grundidee finde ich dabei wirklich nicht schlecht, aber die Story brauchte eine Straffung, eine ausführliche Überarbeitung und ein gründliches Lektorat, um wirklich gut zu werden.


Quesis 1: 333 quersinnige Aphorismen
Quesis 1: 333 quersinnige Aphorismen
von John Asht
  Broschiert
Preis: EUR 4,95

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen So lange kann Pubertät dauern?, 24. November 2012
Eine Sammlung von Sprüchen, die auf Teufel komm raus witzig und bedeutend sein wollen. Leider haut das nicht hin, das Geschreibsel ist von verkrampft bis peinlich alles mögliche, nur nicht unterhaltsam. Liest sich pubertär, dröge und gewaltsam auf Tiefgang getrimmt, echter Humor und Wortwitz ist nicht vorhanden.
Beispiele gefällig?(finden sich auch frei zugänglich auf Ashts Blog):

"In jeder Morgendämmerung lauert ein neuer Tag. Kaum öffnest du die Augen nach dem Schlaf, schlägt er erbarmungslos zu, und du bist ihm hilflos ausgeliefert. Das ist das MORGENGRAUEN!"

Geniale Erkenntnis, stand bereits in etwas anderen Worten an der Wand in unserem Schulklo, und meine Abi-Zeit ist 25 Jahre her.

"Dreimal schwarzer Kater,
wer viel vögelt wird mehr Vater,
als ein Vogel der sich's selber macht
und über's Vaterwerden lacht."

Öhm ... wie lange dauert die Pubertät gleich wieder? Als Teenie findet man(n) sowas möglicherweise noch komisch, aber ich dachte immer, selbst bei Jungen wäre diese Phase mit spätestens 20 Jahren ausgestanden.

"Indianeridylle: Am Abend reitet der Häuptling quer durch den Sonnenuntergang ins Indianerdorf, zählt die Kröten und die erbeuteten Skalps - dann beglückt er die Squaw im Schwitzzelt, schmeißt den Bison auf'n Grill und tritt dem Coyoten in'n Arsch. Ganz zuletzt setzt er sich hin, heißt Sitting Bull, und heult den Mond an, bis der Medizinmann kommt."

Nächster Versuch, witzig sein zu wollen? Humor hat man oder nicht, wird er wie hier mit der Brechstange serviert, ist er einfach nur peinlich. Das hier fand jedenfalls selbst ein elfjähriger Junge (Indianerfan) 'voll uncool'.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 21, 2013 5:52 PM CET


Die Legende der Roten Sonne: Nacht über Villjamur
Die Legende der Roten Sonne: Nacht über Villjamur
von Mark Charan Newton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fantasy, mal anders, 26. April 2012
Ein neuer Winter steht vor der Tür, der Jahre andauern kann. Um zu überleben, flüchtet die Bevölkerung aus dem ganzen Land zur Hauptstadt des Reiches, doch Zutritt erhalten nur die, die es sich leisten können. Aber auch innerhalb der Stadt wird das Leben täglich problematischer. Eine Regierungskrise erschüttert das Reich, genauso wie eine Mordserie den Rat. Und das sind bei weitem nicht die einzigen Schwierigkeiten, mit denen das Reich zu kämpfen hat ...

Ein wenig erinnert das Grundsetting an George R.R. Martins ,Lied von Eis und Feuer', doch ist die Fantasykomponente hier stärker ausgeprägt - und es gibt eine Menge anderer Dinge.
Unvermittelt startet die Story in eine Umgebung, in der sich der Leser erst zurechtfinden muß, prasseln doch zahllose Namen, Örtlichkeiten, Gegenstände, Figuren und Lebensformen in flottem Tempo auf ihn ein. Im Großen und Ganzen ist das gut zu schaffen, nur mit den verschiedenen Ortsnamen verliert man beim Lesen leicht die Übersicht. Da es sich um ein Inselreich handelt und man leider kaum Anhaltspunkte erhält, welche Insel wo genau liegt und wie weit von den anderen entfernt ist, ist ein Zurechtfinden nicht ganz einfach. Einige nähere Erklärungen oder auch eine Karte wären hier sehr hilfreich gewesen. Auch die stimmungsvollen Beschreibungen kommen etwas zu kurz; die Welt ist interessant und als Leser würde man gerne mehr und Genaueres darüber erfahren. Ganz besonders gilt das für die Stadt Villjamur, wo die depressiv-klaustrophobische Weltuntergangsstimmung zwar anklingt, aber wesentlich besser hätte herausgearbeitet werden können. Der Vergleich mit Mervyn Peakes Gormenghast-Zyklus, der gelegentlich gezogen wird, wirkt deswegen ein wenig euphemistisch.

Die Handlung ist in mehrere Stränge aufgespalten, die zunächst nur wenig miteinander zu tun haben, später aber lose zusammenwachsen. Jeder einzelne davon gestaltet sich spannend und aufregend und gönnt dem Leser kaum eine Verschnaufpause. Alles zusammen ist es ein klein wenig zuviel des Guten, es passieren derartig viele interessante Dinge an unterschiedlichen Schauplätzen, dass sich ein gewisser Übersättigungsfaktor einstellt und man kaum noch dazu kommt, die Einzelheiten entsprechend zu würdigen. Einen roten Faden gibt es eigentlich keinen und der Unterschied zwischen Haupt- und Nebenhandlung ist nur schwierig auszumachen. Dadurch wird das Lesen zwar nicht ganz einfach, dem Spaß tut es allerdings keinen Abbruch. Sehr positiv fällt auf, dass sich der Autor auf neue Wege gewagt und seinen Fantasyroman abseits vom Mainstream angesiedelt hat.
Gelegentliche Schnitzer in der Logik machen sich dafür störend bemerkbar, und manche Ereignisse sind zu vorhersehbar. So gestaltet sich beispielsweise die Auflösung der Morde für den Leser viel zu durchsichtig und viel zu schnell zu durchschauen.

Gut gelungen erscheinen die Charaktere, sowohl die Haupt- als auch die Nebenfiguren verfügen über Tiefgang und eine eigene Persönlichkeit. Stereotypen wurden größtenteils vermieden, allerdings wünscht man sich auch hier öfter ein paar nähere Informationen über Herkunft und Hintergründe der Figuren, denn es sind einige wirklich interessante Personen darunter.
Auf Schwarzweißmalerei hat der Autor erfreulicherweise verzichtet, lediglich der ,Schurke' ist etwas zu klischeehaft und nicht so differenziert wie die übrigen Figuren ausgefallen. Unterhaltsam ist es zu lesen, wie jeder innerhalb der ganzen Intrigen seinen Platz finden und sich für eine Seite entscheiden muß - wobei diese nicht selten die eigene ist.

Wir befinden uns in einer mittelalterlichen Welt, gekämpft wird mit Schwert und Bogen und gelesen bei Laternenschein. In einem solchen Ambiente fällt eine unpassende, beziehungsweise hier zu modern geratene Wortwahl um so unschöner ins Gewicht. Es gibt zwar Tavernen, aber man geht auch ins Bistro, muß sich mit rechtsextremen Aktivisten und terroristischen Stammesgruppierungen herumärgern, und die Dame schmückt sich vor einem Ball mit Abzieh -Tattoos, nur um einige Beispiele zu nennen. Derartige Anachronismen fallen nicht nur sofort ins Auge, sie zerstören zudem jegliche Stimmung.

Gegen Ende des Buches sind die wichtigsten Weichen gestellt und keines der Probleme gelöst, aber zumindest weiß jeder, wo er hingehört. Wohin die Wege der einzelnen Personen führen werden, bleibt so geheimnisvoll wie spannend, und der Leser muß wieder einmal auf die Fortsetzung warten.

Als Fazit:

Ein ambitioniert angelegter Auftakt zu einer Trilogie, die sich abseits vom Mainstream bewegt. Stellenweise wurde etwas zu viel gewollt und einige Schnitzer sind vorhanden, dennoch ist Mark C. Newtons ,Nacht über Villjamur' ein lesenswerter Roman für Fantasyfans, die Abwechslung zur klassischen Held-zieht-los-um-die-Welt-zu-retten - Handlung suchen.

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3,5 Sterne, wurde hier aufgerundet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2012 9:19 AM MEST


Splitterwelten: Roman
Splitterwelten: Roman
von Michael Peinkofer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vielversprechender Start in eine neue Trilogie, 28. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Splitterwelten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als auf dem abgelegenen Weltensplitter Jordrak eine Gildenschwestern ermordet wird, wird Meisterin Cedara zusammen mit ihrer Schülerin Kalliope dorthin entsandt, um den Fall zu untersuchen. Schnell zeigt sich, dass es überall im Reich gärt, dass alles im Umbruch begriffen ist und selbst die Gilde von inneren Intrigen erschüttert wird. Besonders die naive und noch völlig unerfahrene Kalliope muß erfahren, dass sich in Wirklichkeit kaum etwas so verhält, wie es von der Gilde gelehrt wird - und sie ist nicht die einzige, die mit den Geheimnissen der Splitterwelt auf unerwartete und besondere Weise in Zusammenhang steht ...

Eine Welt, welche in unzählige Einzelstücke zersprungen ist - zwar ist die Idee nicht neu, doch das darin auf nicht ganz einfache Weise verschachtelte Handlungsgefüge verspricht vom Beginn an spannende Unterhaltung.
Unvermittelt wird der Leser in die Story geworfen und sieht sich mit einem so grausamen wie geheimnisvoll anmutenden Mord konfrontiert, bekommt aber auch einige wichtige Fakten über das Wesen der Gilde an die Hand, so dass er dem Prolog zu folgen vermag.
Um das Welt- und auch Herrschaftsgefüge der Spllitterwelten nach und nach verstehen zu können, sind auch im weiteren Verlauf vielseitige Informationen notwendig, die der Autor sehr geschickt und im richtigen Tempo in die Handlung eingebaut hat. Auf diese Weise wächst man entspannt in die Story hinein und mit ihr mit und die Tatsache, dass einige Figuren dem Leser gegenüber über einen erheblichen Informationsvorsprung verfügen, stört nicht im mindesten.

Sehr rasch spaltet sich die Handlung in drei Hauptstränge auf:
Die Geschehnisse auf Jordrak, dem eisigen Weltensplitter, wo der Mord aufgeklärt werden soll. Die junge, sympathische aber restlos naive Gildenschülerin Kalliope erlebt gerade die allerletzten Momente ihrer unbeschwerten Kindheit und sieht sich gezwungen, von einem Moment zum anderen erwachsen werden zu müssen. Sie ist die Figur, die den größten Lernprozess zu durchlaufen hat, ihr wird dabei nichts geschenkt und sie muß es auf die harte Tour lernen.
Der zweite Strang befasst sich mit einem Intrigenspiel innerhalb der Gilde und beschreibt, wie Gildemeisterin Harona, die Gegenspielerin von Kalliopes Meisterin Cedara, die alte Ordnung auf den Kopf stellt. Ihre Schülerin ist ursprünglich Kalliopes beste Freundin, doch sie droht, von Haronas Machtspielen manipuliert und korrumpiert zu werden.
Der dritte Erzählstrang handelt von einem menschlichen Sklavenjungen, der von einem Panther-Krieger und Meisterdieb befreit wird. Zusammen mit dem ehemaligen Besitzer des Jungen, einem Chamäleon - Wesen, macht sich das illustre Trio auf den Weg, ein geheimnisvolles Artefakt zu stehlen, wobei sie weitere, nicht minder interessante Weggefährten gewinnen. Zunächst scheint dieser Part nichts mit der Hauptstory zu tun zu haben, erst gegen Ende des Buches wird die Verbindung geknüpft und bildet eine großartige Steilvorlage für den Folgeband - denn jetzt wird es erst so richtig interessant.
Mit viel Spannung und überraschenden Wendungen schreiten alle drei Stränge voran, sind logisch aufgebaut und lassen ausreichend Raum zum Mitfiebern; vielleicht könnte man anmerken, dass sich einige aussichtslos erscheinende Situationen etwas zu einfach lösen lassen, doch das mindert keinesfalls das Lesevergnügen.

Peinkofer ist es ausgezeichnet gelungen, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen und sie zu differenzierten Persönlichkeiten zu machen. Sie alle haben eine Vergangenheit, handeln und sprechen gemäß ihrer jeweiligen Herkunft und Mentalität - und, vor allem, sie lernen dazu und entwickeln sich weiter, was sie äußerst plastisch wirken läßt. Lediglich bei einigen Nebencharakteren ist ein leichter Hang zu Stereotypen bemerkbar, doch auch diese Figuren verfügen noch über genügend Potential für eine Weiterentwicklung.
Auch die Schilderungen der wirklich äußerst unterschiedlichen Landschaften auf den verschiedenen Weltensplittern sind stimmungsvoll, eingängig und haben dem Autor sichtlich Freude beim Entwurf bereitet. Schön wäre es gewesen, wenn auf die Natur der Splitterwelten näher eingegangen worden wäre, also wie sie überhaupt entstanden sind, was sich außerhalb befindet, wie sich die Atemluft im Dazwischen hält und so weiter, doch möglicherweise wird das ja noch in einem der Folgebände ausführlicher erklärt.

Gelegentlich macht sich eine Vorliebe des Autors für bestimmte Wendungen bemerkbar, so stolpert man beispielsweise öfters über ,eisblaue Augen' oder auch ,Worte, die ins Mark treffen'. Ein wenig störend fiel auch auf, dass der Panther-Mann bei einem Steinschlag seine Dolche verliert, was ausdrücklich erwähnt wird, diese dann aber 30 Seiten später plötzlich wieder vorhanden sind und zum Einsatz kommen. Derartige Folgefehler sollten nicht passieren, doch das sind letztendlich Peanuts, mit denen man leben kann.

Unbedingt erwähnenswert sind auch die großartig gelungenen Konzeptzeichnungen, mit denen die Hauptfiguren und auch einige wichtige Örtlichkeiten und Gegenstände eindrucksvoll wiedergegeben werden.
Am Ende bleibt alles offen, etwas, was bei einer Trilogie durchaus legitim ist. Cliffhanger an sich gelten ja als verpönt, doch hier hat Peinkofer das Kunststück fertiggebracht, ihn stimmig und weder plump noch aufdringlich zu präsentieren. Blättert man die letzte Seite um, ist in der Splitterwelt die Suppe überall am dampfen, es gibt an beinahe jeder Ecke noch so vieles zu entdecken, zu erfahren und zu enträtseln ... doch leider ist das Buch zuende und dem Leser bleibt im Moment nur die Freude auf den nächsten Band.


Das Königreich jenseits der Wellen: Roman
Das Königreich jenseits der Wellen: Roman
von Stephen Hunt
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wesentlich besser als der Vorgänger, 29. Dezember 2011
Professorin Amelia Harsch, die man bereits aus dem ersten Band ,Das Königreich über den Wolken' kennt, ist karrieremäßig am Ende. Niemand außer ihr scheint an die Existenz des sagenumwobenen Camlantis zu glauben und Amelia bekommt nicht nur sämtliche Fördermittel gestrichen, ihr droht auch noch der Herauswurf aus der Akademie. Doch dann nimmt plötzlich der so geheimnisvolle wie exzentrische Abraham Quest Kontakt zu ihr auf und bietet ihr an, mit seinem schier unermesslichen Reichtum eine Expedition zur Suche nach Camlantis zu finanzieren. Das Unternehmen lässt sich zwar vielversprechend an, doch nach und nach wird klar, dass nichts und niemand das zu sein scheint, was er vorgibt, und dass bei dieser Angelegenheit jeder seine eigenen Pläne verfolgt ...

Der Roman ist, wie bereits der erste Band, vielschichtig und mit mehreren Handlungssträngen angelegt, allerdings ist diesmal ein roter Faden klar zu erkennen. Lief im Vorgänger alles noch äußerst chaotisch und unübersichtlich durcheinander, zeigen sich hier sehr schnell erste Bezüge und dem Leser wird klar vermittelt, dass alles miteinander zu tun haben muß. Es entsteht ein ,stressfreies' Lesevergnügen, welches sich entspannt genießen lässt.
Auch mit der Zahl der Protagonisten hat sich der Autor etwas zurückgehalten, es sind zwar nicht eben wenige vorhanden, doch nicht so viele, dass man den Überblick verlieren würde.
Der Story kommt das sehr zugute. Dadurch, dass jede einzelne Figur zudem über eine folgerichtig gezeichnete und differenzierte Persönlichkeit verfügt, kann man als Leser zu den Charakteren eine Beziehung aufbauen und mir ihrem Schicksal mitfiebern.

Lebendige und abwechslungsreiche Dialoge halten sich mit dem Erzähltext die Waage, Hintergrundwissen wird an den richtigen Stellen geliefert und der Plot liest sich spannend und besticht durch phantastische und auch originelle Ideen. Leider kommen Schilderungen wie auch ausführliche Beschreibungen etwas zu kurz, es werden zu wenig Stimmungen vermittelt und gelegentlich hat man Schwierigkeiten, sich mit Entfernungen und Örtlichkeiten zurechtzufinden.

An einigen Stellen erscheint die Erzählung etwas langatmig, hier hätte eine Straffung nicht geschadet. Des Weiteren sind einige abrupte Sprünge vorhanden, die einen zunächst stutzen lassen, später aber stimmig aufgelöst werden. Die Handlung mag manchmal ein wenig kompliziert erscheinen, jedoch hat alles seinen Sinn und Zweck, auch wenn sich dieser nicht selten erste nach einigen hundert Seiten erschließt. Ausgezeichnet gelungen lesen sich die vielen Wendungen, die zum Teil tatsächlich vollkommen überraschend sind und im großen Finale, wo auch sämtliche Handlungsstränge zuverlässig zusammengeführt werden, in ein stimmiges Ende münden.

Den Vorgängerband ,Das Königreich der Lüfte' muß man nicht gelesen haben, die Handlung nimmt nur wenig Bezug darauf und lässt sich ohne Verständnisprobleme verfolgen.


Sternenwind: Roman
Sternenwind: Roman
von Brenda Cooper
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht überragend, aber auch nicht schlecht, 29. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Sternenwind: Roman (Taschenbuch)
Chelo, ihr Bruder Joseph und vier andere Jugendliche sind die letzten Nachkommen der sogenannten ,Modifizierten', die vor etwa 10 Jahren einen Krieg gegen die Kolonisten von Freemont geführt - und verloren - hatten. Diese sechs Kinder ließ man am Leben und nahm sie in die Kolonie auf, doch die Angst der Kolonisten vor ihren Fähigkeiten steigt ständig an, bis die Situation zu eskalieren droht ...

Die Story wird linear und ohne Nebenstränge in Ich-Form aus der Sicht des Mädchens Chelo erzählt und steigt, nach einer kurzen Vorrede, in welcher die zum Verständnis wichtigsten Zusammenhänge und Hintergründe erklärt werden, direkt in das Tagesgeschehen der Kolonie ein.
Die sechs genetisch verbesserten Jugendlichen haben es zunehmend schwer, nicht nur die feindselige Umgebung fordert ihren Tribut, auch machen ihnen die ständig zunehmenden Vorurteile und das Misstrauen der anderen Kolonisten zu schaffen. Sehr schnell bekommt der Leser eine gute Vorstellung von der gesellschaftlichen Situation und auch von den Problemen, denen die sechs ausgesetzt sind. Ein wenig unglaubwürdig mutet dabei an, wie wenig die Kinder von den ganzen negativen Strömungen beeinflusst zu sein scheinen. Mit Ausnahme des Mädchens Alicia, die von ihrer Pflegefamilie wirklich schlecht behandelt wird, haben sich die anderen fünf einen zu großen Teilen freundlichen und ausgeglichenen Charakter bewahrt und wirken dadurch oft älter und erwachsener, als sie es eigentlich sind.

Wurde auf die Schilderung aller wichtigen Charaktere einige Sorgfalt verwendet, erscheint die ganze Umgebung, die zweifellos viele interessante Aspekte zu bieten hätte, ziemlich flach und nur rudimentär ausgearbeitet, was bedauerlich erscheint.
Das Gewicht liegt klar auf der Entwicklung der sechs Jugendlichen, die in einem durch und durch ablehnenden Umfeld ihren Platz und überhaupt eine Zukunft finden müssen. Die Autorin bedient sich dabei einer klaren, sehr einfachen Ausdrucksweise, auch werden diverse Aspekte stark vereinfacht dargestellt und behandelt. Auf diese Weise mutet der Roman über weite Strecken wie ein Jugendbuch an und der Plot erscheint manchmal fast etwas flach.
Action findet sich fast keine, auch atemberaubende Wendungen sucht der Leser vergeblich. Dennoch kommt beim Verfolgen der charakterlichen Entwicklung der sechs, die plötzlich innerhalb kürzester Zeit erwachsen werden müssen, einige Spannung auf, derartige Szenen sind sehr emotional und mitreißend gestaltet und auch das Ende erscheint zwar unerwartet, aber nachvollziehbar.
Die im Buch thematisierte Problematik läßt sich ohne weiteres auch auf real bestehende Gesellschaftsformen anwenden, der Roman möchte sich wohl auch ein wenig als Kritik an vorurteilsbehaftetem Denken verstanden wissen. Unglücklicherweise wird diese Botschaft etwas sehr plump vermittelt.

Fazit: Science Fiction mit gesellschaftskritischen Tönen, eine Mischung, die durchaus spannend dargereicht wird. Der Roman garantiert keine überragende, jedoch solide Unterhaltung für Leser, die statt eines actiongeladenen, technischen Feuerwerkes eher Wert auf Psychologie und menschliche Schicksale legen.


Das Gesetz der Neun: Roman
Das Gesetz der Neun: Roman
von Terry Goodkind
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Autor im totalen Formtief, 5. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Gesetz der Neun: Roman (Taschenbuch)
In der alten Welt, die man bereits aus Goodkinds ,Schwert der Wahrheit' - Zyklus kennt, ist ein machtbesessener Herrscher wieder einmal auf dem besten Weg, sämtliche Magie auszumerzen und die Menschen dort in Chaos und Tyrannei zu stürzen. Alexander Rahl, ein Nachfahr des vor langer Zeit auf ,unsere' Erde ausgewanderten Lord Rahls, ist der einzige, der das laut einer Prophezeiung verhindern kann. An der Seite der schönen und geheimnisvollen Jax, die unvermittelt aus dieser Parallelwelt in sein Leben tritt, macht er sich auf, die alte Welt zu retten...

Lesern von ,Schwert der Wahrheit' dürfte dieses Setting bekannt vorkommen, tatsächlich wirkt ,Das Gesetz der Neun' über weite Strecken wie eine stark gekürzte Zusammenfassung dieser Bände, deren Handlung lediglich in unsere Zeit und auf unsere Erde versetzt wurde. Mit diesem Buch liefert Goodkind einen mäßig spannenden Actionthriller, bei dem die Handlung sehr mager und durch und durch vorhersehbar ausfällt. Fantasy kommt praktisch nicht vor, da Magie in unserer Welt nicht funktioniert.

Der Plot entwickelt sich absolut gradlinig, es existieren weder Verwicklungen noch Nebenstränge und überraschende Wendungen passieren eigentlich nur dann, wenn ein Charakter unlogisch handelt. Auffällig sind die streckenweise unglaublichen Längen, in denen eben Geschehenes noch einmal in Dialogform wiederholt und nicht selten auch noch einmal später erneut abgehandelt wird. Von Ereignissen und Zusammenhängen aus der anderen Welt erfährt man lediglich ansatzweise aus Jax' Erzählungen, also ausschließlich aus zweiter Hand, was nicht dazu beiträgt, sich in der Story heimisch zu fühlen. Beschreibungen von Örtlichkeiten sind zwar vorhanden, vermögen aber nicht wirklich Stimmungen zu vermitteln.

Farblos und zweidimensional präsentieren sich die Charaktere, die Helden sind gut, die Schurken böse - und darüber hinaus gibt es keinerlei Differenzierungen. Auf diese Weise wächst dem Leser weder einer der Protagonisten ans Herz, noch erscheint die Gegenseite wirklich furchterregend. Personen wie Bethany oder Ben, die zumindest das Potential zu etwas mehr Tiefgang gehabt hätten, werden nach einigen kurzen Auftritten aus dem Verkehr gezogen. Nebulös bleibt die weibliche Hauptperson Jax, über deren genaue Funktion und Stellung in der Parallelwelt sowie ihre dortigen Verbündeten man nichts erfährt. Leser, die mit der Vorgeschichte vertraut sind, können sich zwar einiges zusammenreimen, wirklich klar wird es jedoch nicht und gelegentlich anklingende, interessante Erklärungsansätze werden im Keim erstickt.
Regelrecht ärgerlich stößt allerdings die Unglaubwürdigkeit bei der Personengestaltung auf. Alex Rahl hat von seinem Großvater zwar einiges theoretische Wissen über Kampftechniken mitbekommen, erarbeiten mußte er sich diese Fähigkeiten aber nie. Doch plötzlich ist er Spezialist im Messer- und Nahkampf und vermag gegen wahre ,Kampfmaschinen' von Kriegern zu bestehen, selbst wenn er unter Drogen gesetzt wurde, verletzt und restlos erschöpft ist und die Gegner zudem in klarer Überzahl auftreten. Die Schurken dagegen, die als brutale, erfahrene und bis zum Äußersten entschlossene Elitekämpfer angekündigt werden, agieren unfähig bis zur Lächerlichkeit und lassen sich reihenweise und ohne größere Schwierigkeiten abschlachten.

Gekämpft wird häufig und viel, wobei derartige Szenen zwar temporeich aufgebaut sind, aber immer nach demselben Schema ablaufen. Der Autor wartet dabei mit bluttriefenden Schilderungen auf, doch auf Dauer ist das zuwenig, um den Leser zu fesseln. Dieser hört irgendwann auf, die zahlreichen aufgeschlitzten Hälse, gebrochenen Genicke und zerschmetterten Knochen zu zählen, beginnt sich zu langweilen und sehnt sich stattdessen nach mehr Handlung genauso wie nach wirklicher Spannung, die wegen der extremen Vorhersehbarkeit aller Ereignisse einfach nicht aufkommen will.
Ebenfalls belanglos lesen sich die Dialoge, deren einfallslose Strukturierung nebst den zahllosen Wiederholungen nicht unterhalten, sondern ermüden. Auch der gesamte Schreibstil gestaltet sich sehr einfach, wirkt in die Länge gezogen und etwas unbeholfen, was beim Leser den Wunsch weckt, längere Passagen quer zu lesen oder einfach zu überspringen. Beides ist problemlos möglich, ohne den Anschluß zu verlieren.

Positiv erscheint zumindest das Cover, das ansprechend und geschmackvoll im Stil der ,Schwert der Wahrheit' - Bände konzipiert wurde. Auf der herausklappbaren Innenseite befindet sich eine Karte der alten Welt, die hier allerdings vollkommen überflüssig ist, denn die Handlung spielt ausschließlich in den USA, und bis auf den ,Palast des Volkes' wird keiner der darauf verzeichneten Orte auch nur erwähnt.

Das Buch verfügt weder über den Zauber eines Fantasywerkes noch über die Spannung eines Thrillers. Dazu kommt die extrem schwache Gesamtgestaltung, die beinahe schon lieblos wirkt. Es gibt auf diesem Sektor wirklich Besseres (und nicht allzuviel Schlimmeres ;) )!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2013 1:39 PM CET


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