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rapante

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In die Dunkelheit: Odyssey 1
In die Dunkelheit: Odyssey 1
von Evan Currie
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,99

17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schlechter Actionfilm in Buchform, 19. September 2013
Rezension bezieht sich auf: In die Dunkelheit: Odyssey 1 (Taschenbuch)
Wenn Freunde mir ein Buch empfehlen, frage ich normalerweise scherzhaft, ob Raumschiffe darin vorkommen, denn Raumschiffe machen ein Buch generell gut! Den Spruch werde ich in Zukunft leider nicht mehr bringen können.

Nach dem dritten Weltkrieg kriegt die Menschheit die Kurve und entwickelt einen Überlichtantrieb. Captain Eric Weston, ehemaliger Staffelführer der Elite-Kampfflieger "Archangels" erhält das Kommando über die "Odyssey" und bricht zur Erkundung des Alls auf. Mit an Bord sind neben Forschern auch Kampfpiloten, Soldaten, Marines, Dronen, Gewehre, Bomben, Rakten, Torpedos, Laserwaffen und allgemein alles, was man so braucht, wenn sich plötzlich die Chance auf Erforschung des Alls bietet.

Das Setting ist eigentlich gut, auch die erste Begegnung mit Außerirdischen erfolgt bereits nach 50 Seiten und birgt ein Rätsel, das gelöst werden möchte. So viel möchte ich hier verraten: 500 Seiten später ist noch immer nichts gelöst oder auch nur angedeutet. Was wir stattdessen haben sind Charaktere, die einem wirklich üblen Actionfilm entsprungen sind: Draufgängerische Piloten und heldenhafte Soldaten, die sich Sprüche an den Kopf werfen, die in dieser Form vermutlich nur bei "The Fast and the Furious" oder "Battleship" zu finden sind und ein Captain, der mal den Kumpel gibt, dann wieder den knallharten Vorgesetzten. Kurzum, jemand, dem man nicht die Kontrolle über ein Raumschiff geben würde. Wenn diese undisziplinierte Gurkentruppe den dritten Weltkrieg gewonnen hat, muss es sich bei der Gegenseite um trainierte Affen gehandelt haben.

Auf die Fähigkeiten der Technologie muss generell immer wieder hingewiesen werden - offenbar wusste der Autor schon vorher, dass man das Buch häufiger mal für längere Zeit zur Seite legen muss um sich zu fragen, ob man sich das wirklich weiter antun soll. So kann man immer wieder nachlesen, warum die Archangels, das MX112 oder die Panzerung der totale Hammer sind, ohne sich erst mühsam erinnern zu müssen.

Mich persönlich stören neben dem, was ich augenzwinkernd mal als "Charaktere und Dialoge" bezeichne, zwei Dinge besonders, mal offensichtlicher, mal subtiler:

1) Im Klappentext wird erwähnt, dass der Autor auch mal als IT-Berater gearbeitet hat. Vermutlich soll das den häufigen IT-Aspekten bezüglich Programmierung und Netzwerken Glaubwürdigkeit verleihen. Eingeweihte könnten hier aber Parallelen zu "Dilbert" erkennen: Der Nerd speist den Berater mit technischem Blödsinn ab, um ihn loszuwerden, während der Berater denkt, er hätte gerade etwas echt Tolles gelernt. Der Berater lässt sein Wissen daraufhin in einen SciFi-Roman einfließen.

2) Dem Autor fehlt scheinbar jegliches physikalisches Verständis, und damit meine ich nicht solche Dinge wie Überlichtgeschwindigkeit - ohne ÜLG ist SciFi im All halt irgendwie öde. Soweit ich weiß, ist der Fachbegriff "Rubber Science": Klingt nach Wissenschaft, ist aber keine. Das klappt z.B. super bei Doc Browns Fluxkompensator oder Geordi La Forges Warpkern. Aber wenn ich mich auf das Gebiet der harten Physik begebe, sollte ich verdammt nochmal meine Hausaufgaben gemacht haben. Da wird mit Prozentsätzen physikalischer Größen um sich geworfen und jedes Mal, wenn sowas wie ein "Fallschirmsprung aus einem niedrigen geosynchronen Orbit" auftaucht, sterbe ich innerlich ein wenig und Sir Isaac Newton beginnt unter Missachtung seiner eigenen Gesetze im Grab zu rotieren.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2014 6:34 PM MEST


Lügendetektor. Vernehmungen im  besiegten Deutschland 1944/45
Lügendetektor. Vernehmungen im besiegten Deutschland 1944/45
von Saul K. Padover
  Taschenbuch

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schockierend ehrlich!, 19. September 2001
Ein überraschend bewegender Tatsachenbericht! Padover beschreibt nicht das gängige Bild der Deutschen zum Ende des Krieges, sondern geht auf einzelne Personen, ihre Mentalität und ihren Charakter ein. Standardisierte Abhandlungen über die Deutschen im Allgemeinen gab es immer zu Genüge, jedoch beeindrucken sie nicht so wie Padovers ehrliche Beschreibung der Einzelschicksale von "unpolitischen" Deutschen, Kriegsgefangenen und bekennenden Nazis.
Während der Charakterstudien, die Padover durchführt, entwickelt sich das Buch selbst zur Charakterstudie über den Autor. Der Amerikanische Offizier, der offen für die Meinungen anderer ist, und bis zu seiner Abreise eine enorme Wut auf ein Land und seine Bewohner entwickelt, in der amtliche Formulare und Ordnung heilig sind, während man gleichzeitig Menschen wegen Glaube, Herkunft oder Meinung ermordet.
Während millionen Menschen in Konzentrationslagern, auf dem Schlachtfeld und in ausgebombten Städten umkamen, und wiederum millionen von Kriegsgefangenen hungern und zerlumpt vor dem Nichts standen, jammerten die Deutschen, wie schlecht es ihnen doch während und nach dem Krieg ginge. Nicht mal Zigaretten hätte man gehabt!


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