Fashion Pre-Sale Hier klicken foreign_books Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More madamet designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic GC FS16
Profil für Peter Rechenberg > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Peter Rechenberg
Top-Rezensenten Rang: 129.474
Hilfreiche Bewertungen: 403

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Peter Rechenberg (Linz, Österreich)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Mirácoli Spaghetti mit Tomatensauce 2-3 Portionen, 4er Pack (4 x 397 g)
Mirácoli Spaghetti mit Tomatensauce 2-3 Portionen, 4er Pack (4 x 397 g)
Wird angeboten von Foodstore (Preise inkl. MwSt zzgl. Versand)
Preis: EUR 13,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorzüglich!, 4. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da es in meinem Wohnort keine Miracoli mehr zu kaufen gibt, habe ich mich besonders darüber gefreut, dass Amazon mir HIlfe leistete.


Da Capo: Ein Künstlerporträt
Da Capo: Ein Künstlerporträt
von Rudolf Buchbinder
  Gebundene Ausgabe

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Jahrmarkt der Eitelkeit, 17. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Musikfreunde und Musikkenner freuten sich, daß es nun eine Biografie von und über Rudolf Buchbinder, den großen österreichischen Pianisten gibt. Ein schwergewichtiges Buch mit 286 Seiten auf dickem Papier, groß geschrieben.

Erste Enttäuschung: Buchbinder hat das Buch nicht selbst geschrieben, sondern es ist von Michaela Schlögl nach Diktaten aufgezeichnet worden.

Zweite Enttäuschung: In einem Vorwort rühmt Joachim Kaiser die Bescheidenheit des Verfassers. Der Leser muß glauben, Kaiser habe sein Vorwort für ein anderes Buch geschrieben, denn ein unbescheideneres Buch ist kaum denkbar und mir in Musikerbiografien noch nie begegnet.

Ans Ende setzt er eine Liste seiner Preise und Auszeichnungen, eine Liste seiner Lieblingsrestaurants, eine Diskographie seiner Tonaufnahmen. Unmengen von Fotos schmücken oder verunstalten das Buch; vom Dreikäsehoch über Konzertplakate, eigene Fotos mit ihm am Klavier, Buchbinder an seiner selbstgebauten Bar, Buchbinder beim Verbeugen, Buchbinder mit Dirigenten, seine kleine Tochter am Flügel, Buchbinder am Wasser in der Badehose auf dem Steg, Buchbinder in seinem Klavierzimmer, Konzertplakate, Hochzeitsfoto. Der Leser erfährt, wie viele Flügel er zu Hause hat und daß er Hause einen Billardtisch hat, an dem er gerne spielt.

In einem eigenen Kapitel mit dem Titel "Der Pianist und seine Freunde" wird dem Leser unter die Nase gerieben, welche Dirigenten Lobeshymnen über Buchbinder geschrieben haben.
Ein Kapitel lautet "Künstlerfreunde" in dem Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (wie Politiker) sich über ihn lobend auslassen.

Dritte Enttäuschung: Wer glaubt, wertvolle Mitteilungen über das Klavierspiel, die großen Werke und ihre Geheimnisse, über Interpretationsprobleme, Tempofragen, die vergleichende Beurteilung der großen Werke oder der großen Pianisten zu bekommen, irrt. Da herrscht Dürre. Gedanken über Musikpädagogik fehlen vollständig oder sind trivial. Statt dessen lernt man, daß Buchbinder den Jazz und die Filmmusik ebenso liebt wie die ernste Musik, ohne das zu begründen.

Alles bleibt an der Oberfläche. Mit welchen Hollywoodgrößen er gespeist hat, erzählt er mit Genuß, doch über andere Musiker schweigt er sich aus.

Einige Sätze sind für Musiker nützlich, doch sie sind verstreut und gehen leicht verloren. . Was Buchbinder über das Unterrichten schreibt, bleibt vollständig an der Oberfläche. Über Fingersätze sagt er: "Es gibt drei Arten von Fingersätzen: den, den man studiert, den, den man den Kollegen empfiehlt und den, den man beim Konzert erwischt".

Summa summarum: eine Riesenenttäuschung. und damit ein ungewolltes Urteil über den Menschen und auch Künstler Buchbinder durch ihn selbst.


Briefe an eine junge Pianistin
Briefe an eine junge Pianistin
von Gidon Kremer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dem Verfasser sei Dank!, 6. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das ist ein kleines, feines Büchlein mit Lesebändchen und deshalb nicht so billig wie das meiste auf dem Massenmarkt. Es wird auch nur wenige Leser ansprechen, die aber werden glücklich sein und den Verfasser preisen, daß er den Mut zum Schreiben dieses Buches hatte.

Gidon Kremer, der bewunderte Geiger, Leiter seines Ensembles „Kremerata Baltica“ sagt hier, was sich kein anderer zu sagen traut.

Er beschreibt eindringlich, wie junge Virtuosen durch ihren Ehrgeiz und die Schallplattenindustrie dazu gebracht werden, wie Sportler danach zu gieren, der erste seines Faches zu sein und womöglich auch noch zugleich der jüngste. Kremer kleidet seine Erfahrungen mit diesem Phänomen in die Form von zehn Briefen, die er an eine junge Pianistin schreibt. Er nennt sie Aurelia, es bleibt aber verborgen, ob er damit eine bestimmte Person oder nur einen Typus meint.

Kremer schreibt Klartext. Er sagt, daß es die einzige Aufgabe eines Interpreten sei, der Musik, das heißt, dem Werk und seinem Schöpfer zu dienen. Aller sportliche Ehrgeiz, der erste sein zu wollen, ist vom Übel. Weder mit Schnelligkeit, noch mit Kleidung, Sex oder anderen außermusikalischen Fähigkeiten und Zur-Schau-Stellungen wird man zum größeren Künstler.

Die jungen Künstler sind es nicht einmal selbst, die die Schuld an dieser Entwicklung haben, sondern sie sind den Modeerscheinungen unserer Zeit, ihren Managern, Schallplattenfirmen, dem Internet, dem Fernsehen, den Wettbewerben, dem Glamour ausgeliefert. Sie glauben, es müsse so sein, wie es ist. Nicht Schubert ist angesagt, sondern Rachmaninoff. Man redet ihnen ein, daß sie draußen sind, wenn sie nicht mitmachen.

Kremer variiert seine Überzeugungen in allen Briefen, und am Ende fügt er noch ein Kapitel mit dem „Dekalog eines Interpreten an, bei dem vermutlich Schumanns Musikalische Haus- und Lebensregeln Pate gestanden haben.

Der Leser braucht sich nicht Kremers Meinungen vollkommen anzuschließen und das junge musikalische Talent nicht rigoros Kremers Ansichten zu folgen - aber lesens- und bedenkenswert sind sie.

Ich wünschte, ein musikalisches Forum wie die Zeitschrift „Fono Forum“ brächte es über sich, Kremers Buch zu diskutieren und damit einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 25, 2014 2:36 PM CET


Der Totenwald: Ein Bericht (Bibliothek Suhrkamp)
Der Totenwald: Ein Bericht (Bibliothek Suhrkamp)
von Ernst Wiechert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd, 29. Januar 2013
Ernst Wiechert war ein viel gelesener Romanautor in den zwanziger, dreißiger und fünfziger Jahren. Obwohl auf Innerlichkeit und Humanismus ausgerichtet, kam er 1938 mit der Gestapo in Konflikt. Der Totenwald ist sein Bericht über die Folgen: Untersuchungshaft bei der Gestapo und dann für kurze Zeit ins KZ Buchenwald bei Weimar. Da gab es zwar noch keine Verbrennungsöfen, doch sein Bericht darüber, was man ihm und seinen Mitgefangenen antat, zeigt ebenso wie Bücher über Auschwitz, was dem Deutschen, der eine regimekritische Äußerung getan hatte, damals geschehen konnte. Obwohl viel weniger bekannt als die Bücher anderer Zeitzeugen, beeindruckte es mich stark.

Während Wiechert in seinen Romanen nicht müde wird, das einfache Leben, zu gestalten, Innerlichkeit und Humanismus zu preisen (Thomas Mann hätte ihn vielleicht einen Eskapisten genannt), ist hier nichts davon übriggeblieben. Alles ist hart, unbeschönigt und dadurch überzeugend authentisch. Ein äußerlich kleines, aber bedeutendes Buch! Man sollte es in den Schulen lesen, ebenso wie Auszüge aus Wiecherts Büchern "Missa sine nomine" oder "Das einfache Leben". Beide Bücher zeigen die Verarbeitung von Kriegs-, Nachkriegs- oder KZ-Erlebnissen, regen das Gute im Menschen an, beruhigen durch wunderbare Landschaftsschilderungen und sind ein Gegenstück zu der Lautstärke und Brutalität des heutigen Lebens.


Die deutsche Seele
Die deutsche Seele
von Thea Dorn
  Taschenbuch
Preis: EUR 26,99

43 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Mogelpackung, 18. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die deutsche Seele (Taschenbuch)
560 Seiten Anderthalb Kilo. Die deutsche Seele (in Goldschrift). Auf dem Buchrücken dazu der Text: "Alles, was deutsch ist. Eine Liebeserklärung". Aufgehübscht mit vielen Farbbildern.

Vonwegen "Liebeserklärung". Dieses Buch ist eine Mogelpackung.

Eine Liebeserklärung an die deutsche Seele habe ich nicht gefunden, statt dessen lauter Ironie und Verdächtigung deutscher Weltsichten. Alles machen die Verfasser auf irgendeine Weise verdächtig und lächerlich.

Das Buch hat keine Form; es ist ein Flickenteppich. Unmassen von Personen werden genannt, schlaglichtartig beleuchtet, fallen aber gleich wieder ins Dunkel zurück. Ein geistiges Band fehlt. Es ist wie in einem schlechten Fernsehfilm: Eine schnelle Folge von Häppchen. Nur nicht nachdenken über Zusammenhänge. Eine Ausnahme davon bildet vielleicht das Kapitel "Musik".

Die Kapitel sind mit Stichwörtern überschrieben, die anscheinend für die deutsche Seele eine besondere Rolle spielen sollen. Von Abendbrot über Arbeitswut, Dauerwelle, Kirchensteuer Querdenker bis Wurst und Zerrissenheit. Man erfährt viel über die Wurstsorten der Deutschen, die berühmtesten Würstchenbuden und Fußball: anscheinend sind das Gegenstände, die die Seele der Deutschen stark beschäftigen.

Einige Kostproben?

Im Kapitel "Wanderlust" wandert die Verfasserin im Wald. Da begegnet ihr Schopenhauer. Der brummt vor sich hin: "Die Philosophie ist eine hohe Alpenstraße ...", dann trifft sie Seume und Thomas Bernhard, Hermann Hesse, Wandervögel und schließlich, als es kalt und windig wird, begegnet ihr ein kleiner, dicklicher Mann, der halb blind sein muß (Seite 497). "Franz Schubert ist es, der größte aller Winterreisenden von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wir fassen uns bei der Hand und laufen hinein in den verstürmten Winterwald." Das ist das Kapitelende. Es gibt kein einziges weiteres Wort über Schubert und seine unsagbar große, tieftraurige Winterreise.

Im Kapitel "Waldeinsamkeit" zitieren die Verfasser Eichendorffs Gedicht "Waldeinsamkeit" vollständig. Da fällt ihnen ein, dass Ernst Jünger sich einmal dahingehend geäußert haben soll, dass jedes verirrte Kind Angst im Wald haben müsse, und sie schließen daraus, dass Eichendorff das im Wald verirrte Kind ist (Seite 487).

Und das schärfste: Über Lessings Nathan, das Leuchtfeuer der Toleranz und Humanität mit seiner wunderbaren Ringparabel liest man:
"Lessing benutzte die Bühne als Kanzel, um als Krönung zum Versöhnungskitsch des Nathan zu gelangen."

Da ekelte mich der holde Sang, und ich schmiss das Buch aus dem Fenster.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 16, 2016 11:00 PM CET


Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von der Renaissance bis heute
Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser: Von der Renaissance bis heute
von Ernst H. Gombrich
  Audio CD
Preis: EUR 19,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein bewundernswertes Buch, 19. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin fast 80 Jahre alt und habe trotzdem aus dem Buch großen Gewinn gezogen. Nicht so sehr daraus, WAS Gombrich mitteilt, sondern aus der Art, in der er es sagt. Wie er selektiert, die Hauptsachen bespricht, die Nebensachen wegläßt, wie er kindgerechte Vergleiche anstellt, zum Beispiel die Zahl 80 Millionen der Deutschen durch eine Menschenschlange, die einmal um den Äquator reicht.

Daß Gombrich als alter Mann, dessen Beruf ja nicht die politische Geschichte sondern die Kunstgeschichte war, sein als ganz junger Mann geschriebenes Werk im höchsten Alter erneut aufgegriffen und bis in die jüngste Zeit, nämlich bis zur deutschen Wiedervereinigung fortgesetzt hat, das verdient hohe Anerkennung.

Für durchschnittliche Kinder wohl etwas zu schwer, die besten aber anspornend; für Erwachsene ein Mittel, Lücken in der eigenen Geschichtskenntnis auszufüllen und den Verfasser zu bewundern.


Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (8 CDs)
Steve Jobs: Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers (8 CDs)
von Walter Isaacson
  Audio CD

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 8. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es sind 8 CDs, die zu bewältigen waren - nur ein kleiner Teil des Buches, wenn es über 500 Seiten enthält. Ich bin enttäuscht; sowohl von dem Buch (wenn ich meine CDs als solches bezeichnen darf) als von Jobs selbst.

Um ihn war ja die Aura des großen Erfinders und Computerspezialisten, des technischen Revolutionärs und Gurus - jedenfalls der Nimbus eines Genies. Nun sieht die Sache anders aus. Er war mehr Künstler, nämlich Designer als Techniker, ihm ging es um die Farbe des Gehäuses und um runde oder spitze Ecken. Die Technik des Mac stammt anscheinend mehr von Wozniak als von Jobs. Das hat mich enttäuscht.

Dann seine ganz ungezähmte Persönlichkeit. Die Rücksichtslosigkeit gegen andere bis zum Schluß, der Herrschaftswille, der mit Menschen wie mit Bauklötzchen herumspielte, daß er in jungen Jahren stank, weil er sich nicht wusch, sein Zen-Buddhismus, die ganze kalifornische Rockkultur, über die er bis zu seinem Lebensende nicht hinausgekommen ist.

Daß er eine charismatische Person war, die andere überreden und zu Gefolgsleuten machen konnte, sei anerkannt, die technische Qualität der Applegeräte ebenfalls. Aber reicht das, um ihn mit einer Gloriole zu umgeben? Ich glaube, nicht.

Auch die Darstellung des Biographen hat mich enttäuscht. Man erfährt außer den hervorstechenden Merkmalen von Jobs Persönlichkeit nicht viel Wesentliches. Ich hoffte auf mehr technischen Gehalt, auf die Finessen des Macs im Vergleich mit Windowsrechnern, über I-Phone, I-Mac, Ipod und IPad. Aber nichts davon. Daß der Mac keinen Ventilator hatte und dadurch mäuschenstill war, beeindruckte mich damals, aber ist das eine erwähnenswerte Sache in dem Buch? Das Schreibtischmodell der Mensch-Maschine-Kommunikation, das die Computerbenutzung revolutioniert hat, wäre einer eingehenden Würdigung wert gewesen. Aber darüber enthalten die CDs nichts. Der Biograph hat anscheinend von Technik keine Ahnung. Statt dessen quillt das Buch über von unwichtigen Namen, von Restaurants, in denen Jobs gegessen hat, von Personen, die er abgeschossen hat. Das ist mir so übel aufgestoßen, weil es für die innere Entwicklung eines Menschen, über seine prägenden Erlebnisse nichts sagt.

Die Darstellung ist ganz und gar äußerlich. Man kann alle Namen und Tagungen, die vorkommen, gleich wieder vergessen.

Die Übersetzung (sechs Übersetzerinnen!) ist ebenfalls mangelhaft: voller unübersetzter Anglizismen. Man glaubt, daß immer, wenn die Übersetzerinnen nicht gleich ein deutsches Wort zur Hand hatten, sie das englische Original genommen haben, vielleicht in der Hoffnung, daß die deutschen Leser das schon richtig verstehen würden, oder weil die Übersetzer es nicht merkten, was sie da anrichten. Der CEO" kommt ohne Erklärung wohl hundertmal vor. Muß man wissen, was das ist? Ich wußte es nicht. Mit dem board" ist es ebenso. Hätten Sie da nicht Aufsichtsrat" schreiben müssen? Oder ist board" etwas anderes?

Das Buch wirft bei mir die Frage auf, ob Biografien von Technikern, soweit es sie überhaupt gibt, dürftiger ausfallen müssen als die von Geisteswissenschaftlern und Künstlern. Erleben die Techniker einfach weniger als die Geisteswissenschaftler und Künstler? Oder sind die Erfindungen der Techniker nicht interessant genug für den Leser, weil Erfindungen immer schnell von anderen, besseren überholt werden?


Ehrliche Arbeit: Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier
Ehrliche Arbeit: Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier
von Norbert Blüm
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehr Predigt als Aufklärung, 30. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieses Buch ist Blüms, des früheren Sozialministers Beschreibung der heutigen sozialen Probleme in Deutschland. Im Untertitel heißt es "Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier".

Im Gegensatz zu anderen Prominenten schreibt Blüm einfach, klar, nennt die Probleme beim Namen, findet einprägsame Antithesen, die den Kern des Problems treffen. Aber der Leser kann das Gefühl haben, überrumpelt zu werden, nicht überzeugt. Blüm predigt mehr als daß er durch Argumente überzeugt. Es gibt für ihn das Richtige und das Falsche, das Gute und das Böse, aber wenig Zwischentöne.

Sprachlich hebt sich Blüms Buch wohltuend von anderen, ähnlichen ab. Er spricht einfach und klar, vermeidet Fremdwörter, wo andere mit Schwulst zu glänzen versuchen. Das Anfangskapitel und das kurze Schlußkapitel haben mich in ihrer Sprache besonders beeindruckt.

Blüms Thema und These besteht darin, daß es nur ehrliche Arbeit im Schweiße des Angesichts ist, die uns zu Wohlstand verholfen hat und uns glücklich macht. Alles Streben, nach Reichtum ohne Arbeit zu gelangen, ist des Teufels.

Blüm ist ein Arbeiterkind, Sozialist im besten Sinne. Er schreibt sein Buch ganz aus der Perspektive der sozialen Marktwirtschaft. Er hämmert uns ein, was gut und schlecht ist, sagt aber nicht, wie wir unsere Fehler wiedergutmachen können, wie wir aus den jetzigen Wirtschaftskrisen herauskommen. Nullwachstum wäre richtig, aber Blüm verliert kein Wort darüber, wo die vielen neuen Arbeitslosen dann untergebracht werden sollen. Er sagt nicht, woher ein künftiger Staat das Geld für die Lösung seiner Aufgaben hernehmen soll, ohne Schulden zu machen.

Mit einem Wort: Analyse des Istzustands gut, konkrete Wege zum Aufbau einer besseren Zukunft nicht vorhanden. Wegen dieses Fehlens einer Perspektive, gebe ich dem Buch nur drei Sterne, sonst hätte ich ihm vier gegeben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2012 2:32 PM MEST


Einführung in die politische Philosophie
Einführung in die politische Philosophie
von Christoph Horn
  Broschiert

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ungenießbar, 13. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Obwohl der Titel es nahelegt und der Verfasser Professor an einer Universität ist, handelt es sich hier nicht um ein Lehrbuch im üblichen Sinn. Es fächert seinen Gegenstand, die Politische Philosophie nur in seine vielen Bestandteile auf, deren Namen der Verfasser nennt, die er aber nicht eigentlich lehrt.

Er erklärt nichts, sondern zerlegt einen Oberbegriff nur in seine Bestandteile. Die Bestandteile werden wiederum nur in ihre Bestandteile zerlegt, die aufgezählt werden, aber nicht gegeneinander abgewogen, begründet, verworfen aus den und den Gründen. Der Lernende bekommt dadurch nur ein Begriffsgerüst, ohne den Inhalt der Begriffe, ihre Bedeutung und ihren Zusammenhang zu verstehen.

Das Buch nennt sich "Einführung", es führt aber nicht ein. Es ist so, als schreibt jemand ein Buch "Einführung in den Menschen", das daraus besteht, die Bestandteile des Menschen (Kopf, Rumpf, Beine, Füße, Innere Organe, Sinnesorgane, Gehirn,...) aufzuzählen. Über die Teile selbst, ihr Zusammenwirken, ihre Wichtigkeit oder Entbehrlichkeit fehlt jedes Urteil.

Üblicherweise teilt der Verfasser in einem Vorwort oder einer Einleitung dem Leser mit, was das Buch leisten soll, warum es geschrieben wurde, was es von anderen, ähnlichen unterscheidet. Das gibt es hier nicht. Horn ist nüchtern und meinungslos bis zur Sterilität. Er gibt dem Lernenden keinen Hinweis darauf, was wichtig und was unwichtig ist, was gut und was schlecht, was nützlich und was reines Gedankenspiel ist. Der Leser fühlt sich alleingelassen.

Stilistisch ist das Buch mit nichtssagenden Fremdwörtern überladen. Statt "Problem" heißt es "Problemkontext", wie "Kontext" überhaupt ein Lieblingswort des Verfassers ist. Das einfache Wort "Zusammenhang" scheint er zu verschmähen oder vergessen zu haben. Statt von "Theorien" spricht er von "Theorieformen". Statt von "neuen Wegen" spricht er von "innovativen Wegen". Statt von "neuen Theorien" spricht er von "neuartigen Theoriebildungen". Statt von der "bevorzugten Behandlung bestimmter ethnischer Gruppen" spricht er von "der Thematisierung der Favorisierung ethnischer Homogenität".

Ich war auf der Suche nach Aufklärung über einige Fragen der politischen Philosophie, habe sie aber nicht bekommen. Sollte sich das Gold dieses Buches an Stellen verbergen, an die ich nicht gelangt bin, ist meine Kritik falsch, und sie tut mir leid. Bis dahin bedaure ich jedoch die Studenten, die nach diesem Buch etwas über Politische Philosophie lernen sollen.


Träum weiter, Deutschland!: Politisch korrekt gegen die Wand
Träum weiter, Deutschland!: Politisch korrekt gegen die Wand
von Günter Ederer
  Gebundene Ausgabe

22 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 8. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ederer ist ein vielgereister Journalist, Fernseh- und Buchautor. Er ist glühender Liberaler, Freiheit ist für ihn das höchste Gut, und alle Mängel unserer politischen Entwicklung beruhen für ihn auf Einschränkungen unserer Freiheit. Gedanken über die Grenzen der Freiheit habe ich nicht gefunden. Er nennt sich "Neoliberaler" im Sinne der Freiburger Schule der dreißiger Jahre und der sozialen Marktwirtschaft Ludwig Erhards. Die Mutation dieses Neoliberalismus zum heutigen Raubtierkapitalismus erwähnt er nur am Rande und bezeichnet sich weiter als Neoliberalisten.

Ederer stellt die gesamte deutsche Politik und ihre Vertreter an den Pranger. Er legt seine Hand in die sattsam bekannten Wunden wie Staatsverschuldung, Überalterung, Arbeitslosigkeit, Europapolitik. Sein Thema ähnelt dem Thema Sarrazins.

Ederer beklagt den Zwang zur "politischen Korrektheit" in der Sprache, die die Freiheit einschränkt, die Dinge beim Namen zu nennen. Sein Buch ist nicht politisch korrekt, sondern nennt die Dinge beim Namen. Das ist ein Verdienst.

Die ersten zwei Drittel des Buches bestehen aus der Geißelung der Mängel unseres Staates. Im letzten Drittel versucht Ederer, Auswege aus der Sackgasse zu zeigen. Doch die wirken auf mich wie ein Anhängsel. Sie sind entweder so pauschal, dass sie an Stammtischen geäußert werden könnten, oder es sind Vorschläge, die schon ausprobiert wurden, aber nicht den gewünschten Erfolg hatten (workfare), oder sie sind vernünftig, lassen sich in einer parlamentarischen Demokratie aber nicht durchführen (Staatsentschuldung durch Lastenausgleich). Ich hatte den Eindruck, dass der Verfasser oft nur eine Seite der Medaille beschreibt, die andere Seite aber verschweigt.

Dennoch hat das Buch einen Wert, indem es die Augen des Lesers für Vorgänge öffnet, die von unseren Politikern verschwiegen werden, wie die Gleichmacherei durch viele wirtschaftliche Richtlinien der EU und die Tatsache, dass totalitäre Regimes wie das chinesische zu wirtschaftlicher Macht aufsteigen können, ohne dadurch automatisch westlicher, also demokratischer zu werden.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 20, 2011 3:33 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4