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Rezensionen verfasst von
Alto Garino (paris.fr)

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Elena - Ein Leben für Pferde , Band 1: Elena - Ein Leben für Pferde, Gegen alle Hindernisse
Elena - Ein Leben für Pferde , Band 1: Elena - Ein Leben für Pferde, Gegen alle Hindernisse
Preis: EUR 8,99

5.0 von 5 Sternen Perfekt, 16. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ich habe diese Bewertung gewählt, weil ihr Buch so traumhaft ist.Mir hat eigentlich nichts missgefallen. Die Liebesgeschichte zwischen Tim und Elena ist schön, und da ich auch reite und Turniere reite finde ich es umso schöner.
Ich würde das jedem empfehlen der gerne Abenteuer Romane liest.
Ich habe auch Charlotte Traumpferd gelesen und es genauso schön. Ich werde auch noch die anderen Bücher lesen.


Luther
Luther

5.0 von 5 Sternen Unbedingt kaufen, 3. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Luther (Audio CD)
Nachdem ich schon seit einiger Zeit den Film auf DVD besitze, habe ich mir vor einigen Wochen die dazugehörige Soundtrack-CD auf amazon.com (da ist sie günstiger) bestellt. Der Film hat durchaus seine Schwächen -- extrem vereinfachend, manchmal am Rande des Erträglichen--, aber die Filmmusik wertet ihn auf beeindruckende Weise auf.

Was soll ich sagen? Die Musik ist unheimlich schön, zeitgenössisch mit Anlehnungen an die Alte Musik. Von der Atmosphäre her ist man öfters an Arvo Pärt erinnert. Auch ist es unleugbar Filmmusik, d.h., manchmal hat man das Gefühl, dass Modulationen und andere dynamische Veränderungen nicht aus der Musik heraus motiviert sind.

Die Klangfarben sind meistens symphonisch dicht, die verschiedenen Instrumente und Stimmen -- letztere manchmal mit Text, manchmal nur mit gesungenen Vokalen -- hervorragend eingesetzt. Der Komponist, Richard Harvey, dirigiert ein gutes Orchester.


Die Medici: Die Geschichte meiner Familie
Die Medici: Die Geschichte meiner Familie
von Lorenzo de' Medici
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant..., 4. Januar 2009
... war es mal zu lesen, wie bekannte geschichtliche Ereignisse von einer Familie interpretiert werden, die jahrhundertelang eine massgebliche Rolle der europäischen Politik gespielt hat. Auch die persönlichen Erinnerungen des Autors fand ich sehr unterhaltsam (aber ein bisschen kurz).

Der Stil ist oft holprig, wobei ich nicht weiss, ob es an der Übersetzung (aus dem Spanischen) liegt oder am Stil des Autors.

Etwas weniger gut sind die vielen Fehler, was die geschichtlichen Tatsachen und Abläufe angeht.

Fazit: kein Geschichtsbuch, weder vollständig noch objektif. Lesenwert für Medici-Fans (wie mich), ansonsten nicht unentbehrlich.


Christiane und Goethe
Christiane und Goethe
von Jochen Hörisch
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,00

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragend, aber kann man auch anders interpretieren, 28. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Christiane und Goethe (Taschenbuch)
Sigrid Damm hat ein wunderbares Buch geschrieben. Hart an den... nun ja, Fakten kann man wohl kaum sagen, da die Recherche der Autorin vor allem auf Briefen beruht, auf subjektiven Einschätzungen also.

Ich kenne mich bei der Goethe-Rezeption nicht aus, kenne auch kaum seine Werke: Ich habe Faust (mehrfach) gelesen, Werther, die Wahlverwandtschaften, das Pflichtprogramm also nur. Natürlich bin ich mir aber der Bedeutung des "Über"-Dichters Goethe für die deutsche Literatur bewusst. Und es scheint, dass Sigrid Damm mit "Christiane und Goethe" einige Dinge wieder geraderückt, die von der einschlägigen Goetheliteratur nur verzerrt wiedergegeben scheinen. Vor allem, was seine Beziehung zu seiner Ehefrau Christiana (sic!) von Goethe, geb. Vulpius, angeht. "Christiane und Goethe" ist mehr als eine einfache Liebesgeschichte, mehr als eine trockene Biographie. Es liest sich wie ein spannender Roman, den man bis zum Ende nur schwer aus den Händen legen kann. Bravo und 5 Sterne an die Autorin für diese wissenschaftliche und doch literarische Leistung.

Ich will aber doch erwähnen, dass ich bei der Interpretation der oft spärlichen und widersprüchlichen Quellen mit Frau Professor Damm oft nicht einer Meinung bin. Sie hebt für meinen Geschmack ihre eigenen Einschätzungen und Interpretationen zu wenig hervor. Wenn man nicht aufpasst, übernimmt man leicht unhinterfragt ihre Meinung, wobei m.M.n. sowohl Goethe als auch Christiane zu schlecht wegkommen. Ich denke, die beiden hatten über Jahre hinweg eine wunderbare Beziehung, sie liebten sich sehr, auch nach mehr als 20 gemeinsamen Jahren. Aus den zitierten Stellen ihrer Briefe spricht für mich eine erstaunliche Vertrautheit und rührende Zärtlichkeit. Natürlich gab es in dieser wie in jeder anderen Beziehung auch gute und weniger gute Zeiten. Ich finde es dennoch erstaunlich, wie selbstverständlich Christiane und Johann Wolfgang auch nach vielen gemeinsamen Jahren Liebe und Zärtlichkeiten in ihren Briefen und deshalb wohl auch anderweitig austauschen.

Vergessen wir nicht, dass die Goethes in Weimar eigentlich immer in einer prekären Situation lebten. Als Künstler seinem Mäzen, Herzog Carl August von Sachsen-Weimar, quasi ausgeliefert, kann sich der Wind auch schnell drehen. So bei Aufnahme Christianes in Goethes Haus (als seine Geliebte), weswegen dieser im Handumdrehen von seinem Brötchengeber vor die Stadttore gesetzt wird. Goethe muss also buckeln und bei den Höflingen (Charl. von Stein etc.) schön Wetter machen, um nicht buchstäblich um Haus und Hof gebracht zu werden. Und natürlich diskret mit seiner Lebensgefährtin sein und seinen Herzog nicht mit ihrer Anwesenheit brüskieren. Sigrid Damm scheint sich nicht immer bewusst zu sein, obwohl sie es an anderer Stelle sehr schön beschreibt, wie unsicher Künstler (und viele andere) im aufgeklärten, aber doch Absolutismus lebten. Demnach ist es nur konsequent, wenn Goethe beispielweise in seiner Autobiographie "Dichtung und Wahrheit" letztere öfter mal strapaziert.

Vielleicht hätte Frau Professorin Damm an manchen Stellen ihren DDR-Feminismus und ihre Beamtenbrille ablegen sollen, um bei Christiane, Johann Wolfgang, aber auch in deren Beziehung die Wärme zu spüren, die aus deren Briefen strahlt.


Die Principessa
Die Principessa
von Peter Prange
  Taschenbuch

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Peter Prange kann's eigentlich besser, 28. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Principessa (Taschenbuch)
Nachdem ich von seiner "Philosophin" recht begeistert war, habe ich mich voller Vorfreude an Peter Pranges "Principessa" gemacht... um dann ziemlich enttäuscht zu werden.

Es geht um den im Endeffekt (selbst-)zerstörerischen Wettbewerb zwischen den beiden herausragenden Architekten des barocken Roms, Bernini und Borromini, deren Werke jeder Rombesucher heute noch bestaunen kann. Eine schöne Engländerin, die Principessa, steht zwischen beiden, woraus eine seltsame Dreiecksgeschichte entsteht. Peter Prange bemüht sich, nahe an den historischen Fakten zu bleiben, wodurch ihm aber meiner Meinung nach bisweilen der rote Faden seines Romans entgleitet.

Die Protagonistin bleibt leider blass und beliebig, viel zu passiv um zu begeistern. Die beiden männlichen Hauptdarsteller, Bernini und Borromini/Castello, sind unsympatisch, wenn nicht sogar abstossend in ihrer Brutalität. Ihre Charakterisierung ist repetitiv und irgendwann ab Seite 300 hat man ihre Neurosen einfach satt. Interessanterweise sind die Nebendarsteller der Handlung, Donna Olimpia und Papst Innozenz, menschlicher und dadurch -- trotz ihrer Laster -- sympatischer als die Hauptdarsteller.

Ja, natürlich lernt man viel; Peter Prange versteht es schon, historisches und architektonisches Wissen in seinen Roman einzubauen. Aber insgesamt ist das eine mässige Entschädigung.
Drei Punkte trotzdem, weil Peter Prange handwerklich eine solide Basis vorweisen kann. Als Begleitbuch vor oder während eines Romaufenthaltes ist das Buch sogar empfehlenswert, weil man einfach viel über die Stadt und ihre Geschichte erfährt.


Die Philosophin. Roman
Die Philosophin. Roman
von Peter Prange
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So spannend kann Geschichte sein, 6. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Philosophin. Roman (Taschenbuch)
Ein wunderbarer Roman über das Frankreich der Aufklärung. Rousseau, Diderot, d'Alembert, Malesherbes, ... all diese Namen, die einem in Frankreich fast buchstäblich an jeder Ecke begegnen, weil praktisch in jeder Stadt Strasse und Plätze nach ihnen benannt sind... und von denen heute kaum noch ein Franzose sagen kann, für wen oder was diese Namen eigentlich genau stehen. Als derzeitiger Wahlfranzose (bis auf die Nationalität) habe ich enorm viel gelernt bei Peter Pranges Roman.
Prange schreibt sehr gut und besitzt viel Einfühlungsvermögen in seine Darsteller, von denen keiner erfunden ist; deren Beziehungen untereinander er aber mit seiner Phantasie ausschmückt. Dabei ist seine Aufgabe alles andere als leicht. Bei einer so grossen Anzahl von Protagonisten den Leser nicht den Überblick verlieren zu lassen, noch der Oberflächlichkeit nachzugeben, ist unbestreitbar eine Leistung. Prange versteht es sogar, dem Leser Verständnis für beide Seiten des alles überschattenden Konflikts um Wissen und Macht -- Krone und Kirche auf der einen, Aufklärung und Philosophie auf der anderen -- zu vermitteln.
Hauptperson ist die historisch reale Sophie Volland, der Prange interessanterweise Beziehungen mit dreien der männlichen Hauptfiguren andichtet (weil keineswegs historisch gesichert): Diderot, Sartine und Malesherbes. Sohpie erlebt die Entstehung der ersten, grossen französischsprachigen Enzyklopädie von Diderot und d'Alembert. Da geht es um Verfolgung, Bücherverbrennung, Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Hass und Tod. Packend geschrieben. Es fällt einem schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Am besten nimmt man es sich an einem Wochenende vor, damit man ungestört bis zum Ende lesen kann.
Bravo, Peter Prange, und weiter so!


Die Musche - Tochter des Scharfrichters: Historischer Roman
Die Musche - Tochter des Scharfrichters: Historischer Roman
von Ursula Meier-Nobs
  Taschenbuch

29 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Heißer Tip für Freunde historischer Romane, 4. März 2005
Es ist dies mein erstes Buch von Ursula Meier-Nobs (ich hab's noch nicht ganz durch), kann es aber schon jetzt allen Freunden historischer Romane wärmstens empfehlen.
Das Buch zeichnet ein lebendiges Bild des Lebens im Bern des ausgehenden 17. Jahrhunderts (und nicht der Renaissance, wie ein Korezensent anmerkte!). Die Handlung ist aus der sehr interessanten Perspektive einer Henkersfamilie beschrieben, wobei die Autorin zu Recht auf die alltäglichen Probleme einer Familie hinweist, deren Oberhaupt einem "unreinen" Beruf nachgeht. Ausgrenzung, Anfeindungen der "normalen" Bürger und Gesellschaft, die psychologische Verarbeitung von "berufsmäßiger" Folter und Hinrichtung nehmen einen angemessen großen Platz in der Geschichte ein. Wir lernen auch, daß die Henker interessanterweise nicht nur als Folterknechte, sondern auch als Ärtzte (natürlich heimlich) in Anspruch genommen wurden.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Musche, die Tochter des Henkers von Bern. Josiane, so ihr Name, kümmert sich um den kleinen Landstreicherjungen Mathieu, dessen Angehörige von ihrem Vater wegen Diebstahls bestraft und zeitweise eingesperrt werden. Sie erlebt, wie ihr Bruder David das Elternhaus verläßt, weil er nicht die Nachfolge seines Vaters antreten will. Sie verliebt sich in Martin, dessen Herkunft ein Geheimnis zu umgeben scheint. Und sie wird zur Ehe mit ihrem Vetter Jost gezwungen, damit das Amt des Henkers von Bern in der Familie bleiben kann. (weiter bin ich noch nicht)
Ursula Meier-Nobs beherrscht die deutsche Sprache souverän und hat einen sehr schönen Ausdruck. (Das tut gut, sind doch leider nicht alle aktuellen historischen Romane von sprachlich gleicher Qualität.) Sie ist damit für mich klar in den Top 10 der Autoren historischer Romane zusammen mit Petra Oelker, Barbara von Bellingen, Mani Beckmann oder Ulrike Schweikert. Auch wenn ich mit ihrem Buch noch nicht fertig bin, gebe ich ihm die Bestnote mit einer Empfehlung an alle Freunde historischer Romane und Biographien. Ich freue mich auf das Ende der Geschichte und auf das nächste Buch, das ich von der Autorin lesen werde.


Melodien
Melodien
von Helmut Krausser
  Taschenbuch

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Phantasievolle Musikgeschichte, 5. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Melodien (Taschenbuch)
"Melodien" wurde mir empfohlen, und schliesslich siegte die Neugier des Musikers in mir. Und siehe da, das Buch ist gar nicht schlecht. Man kann es lesen, ohne sich auf die übersteigerte Symbolik und den Intellektualismus des Autors einzulassen. Das Buch ist voll mit Neurotikern (der Autor könnte hie und da durchaus autobiographische Züge mitverarbeitet haben). Diese sind aber nicht unbedingt unsympatisch, und die Geschichte ist spannend.
Eigentlich gibt es zwei Geschichten in diesem Buch, etwa wie im Foucaultschen Pendel von Umberto Eco (der laut Herrn Krausser überigens Trivialliteratur schreibt). Die eine spielt in der Gegenwart, wo ein liebeskranker Orpheus alias Alban Täubner seine "Euridike" beweint, die ihn verlassen hat. Dabei kommt er durch Zufall in Kontakt mit einem ominösen Professor Krantz, der ihn für seine Suche nach 24 Melodien (Topoi) fasziniert, die jede beliebige Stimmung beim Hörer erzeugen können. Alban Täubner folgt Professor Krantz auf den Spuren dieser Melodien.
Der zweite Erzählstrang behandelt die Geschichte der besagten Melodien, wobei der Leser eine Zeitreise durch die Musikgeschichte macht. Die Erzählung ist durchaus gut zu lesen und so geschickt geschrieben, dass nicht immer klar ist, wo historische Wahrheit in Fiktion übergeht. Man lernt sehr viel beim Lesen, was für mich zur Qualität des Buches beiträgt.
Eine Empfehlung für Freunde historischer Romane. Leser, die Umberto Eco schätzen, werden hier auch auf ihre Kosten kommen.


Die Safranhändlerin
Die Safranhändlerin
von Johann Georg Rosenberg
  Taschenbuch

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Début, 5. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Safranhändlerin (Taschenbuch)
Eine spannende Mittelaltergeschichte aus der Gegend Trier/Koblenz. Die junge trierer Händlerin Marcella Bonifaz hat den Grossteil ihres Vermögens in eine Safranlieferung aus Genua investiert. Als der Handelszug kurz vor Trier überfallen wird, macht sie sich auf die Suche nach dem geraubten Safran. Dabei kommt ihr die Vermutung, dass sie der Raubüberfall vielleicht nicht zufällig (mit-)getroffen hat. Bei der Suche hilft ihr der Fernhändler Damian Tristand, der anfangs des Raubüberfalls beschuldigt wird. Er führt sie am Hof der Gräfin Loretta von Sponheim ein, von wo aus sie ihre Ermittlungen führen.
Marcella stammt aus einer südfranzösischen Katharerfamilie; ihre Schwester kam durch die Inquisition ums Leben. Die Autorin räumt der Herkunft Marcellas und dem Schicksal ihrer Schwester einigen Raum ein, was etwas verwirrend und eigentlich nicht nötig ist. Es wird nämlich weder herausgearbeitet, warum die Familie Marcellas von der Inquisition verfolgt wird, noch was die Vergangenheit ihrer Familie mit Marcellas Gegenwart zu tun hat.
Ansonsten enthält das Buch eine lebendige Geschichte über das Leben im Mittelalter zwischen Rhein und Mosel. Die Beschreibungen sind recht stimmig und bei genauem Hinsehen keineswegs immer romantisch, was das Leben der verschiedenen Stände angeht. Dabei ist die Handlung schlüssig, der Zufall wird kaum bemüht.
Die Autorin hat einen guten Schreibstil. Dadurch, dass sie ihre Handlung szenenartig aufbaut, ähnlich einem Theaterstück, gewinnt diese an Tempo; wobei sich der Leser die Verbindungen zwischen den Szenen manchmal selbst zuammenreimen muss. Im Gegensatz zu einem meiner Co-rezensenten finde ich nicht, dass sich die Handlung am Ende überstürzt. Der Höhepunkt und die Entscheidung fallen in dem Moment, als sich der Täter in die Ecke getrieben fühlt und deshalb reagieren muss. Eine Empfehlung an alle Freunde historischer Romane!


Gesammelte Werke, Bd.57, Das Geheimnis des Marabut
Gesammelte Werke, Bd.57, Das Geheimnis des Marabut
von Euchar A Schmid
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Afrikaforscher im 19. Jhdt, 22. Oktober 2004
Zweiter Teil des Romans "Die Liebe des Ulanen", erschienen in vier Bänden (die anderen Bände sind "Der Weg nach Waterloo", "Der Spion von Ortry" und "Die Herren Greiffenklau"). Der Roman spielt zum grössten Teil in Frankreich bzw. im französisch besetzten Algerien. Er erzählt die Geschichte der Familie von Greiffenklau, einer preussische Offiziersfamilie, die an wichtigen Ereignissen des 19. Jahrhunderts teilnimmt: Als Eroberer im besetzten Paris 1814, als Afrikaforscher in Algerien und Timbuktu oder als Spion und Ulanenrittmeister im deutsch-französischen Krieg 1870/71. Überhaupt hat die Familie enge Bindungen an Frankreich: Alle drei Hauptdarsteller, Hugo, Sohn Gebhardt und Enkel Richard von Greiffenklau heiraten jeweils Französinnen. Teile derer Familien sind davon nicht unbedingt begeistert und intrigieren, woraus sich die Abenteuer der Protagonisten ergeben.
Gebhardt von Greiffenklau, Sohn Hugos und Margots und preussischer Offizier, besucht seinen Freund Kunz von Eschenrode, ebenfalls preussischer Offizier und der Pariser Gesandtschaft Preussens zugeteilt. In Paris, der Heimatstadt seiner Mutter, will Gebhardt seine bevorstehende Afrikareise nach Timbuktu vorbereiten. Über seinen Freund Kunz lernt er Ida de Rallion kennen; beide verlieben sich ineinander. Leider gerät Gebhardt dabei Idas Vetter Graf Jules de Rallion in die Quere. Dieser schwört Rache. Die Gelegenheit dazu bietet sich ihm, als er den Capitaine Richemonte, Gebhardts Oheim, kennenlernt.
Karl May kann als Kind seiner Zeit nicht einen leichten Nationalismus verleugnen. Dieser wirkt aber nicht so aufdringlich, dass man sich daran stören müsste. Überhaupt kann man Karl May, trotz seiner teilweise recht kriegerischen Erzählungen, durchaus als Pazifist einstufen, was für einen Autor des nationalistisch-neurotischen 19. Jahrhunderts nicht unbedingt selbstverständlich ist. Hingegen sind seine Sprache und sein Schreibstil wunderbar zu lesen. Ein hervorragendes Beispiel für heutige Autoren mit ihrem teilweise recht holprigen Ausdruck. Obwohl Karl May in der "Liebe des Ulanen" aus seiner Sicht zeitgenössische Ereignisse beschreibt, kann man den Roman aus heutiger Sicht durchaus als "historisch" beschreiben.
Eine Empfehlung für die Freunde historischer Romane. Keine Angst, mit Winnetou oder Kara ben Nemsi hat das vorliegende Buch rein gar nichts zu tun. Seit sieben Jahren in Frankreich lebend sind mir keine grösseren Unebenheiten bei der Beschreibung der Örtlichkeiten bzw. verschiedentlich gestreuten französischen Ausdrücken aufgefallen. Manche französische Namen klingen vielleicht ein bisschen seltsam für französische Ohren; das stört aber nicht den hervorragenden Gesamteindruck des Werkes.


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