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Rezensionen verfasst von
Mariele "Mariele" (Berlin)

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Alles Farbe!: Vierfarbiges Bilderbuch
Alles Farbe!: Vierfarbiges Bilderbuch
von Atelier Flora
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,95

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kreatives Feuerwerk!, 26. Januar 2012
Alles Farbe! ist ein ganz wundervolles Buch über die alltäglichen und besonderen Dinge unseres Lebens.

Außergewöhnlich kreativ gedacht, handwerklich perfekt umgesetzt und mit einem liebevollen Blick auch für die kleinsten Details zeigt es unsere Welt in ihrer prallen Farbigkeit.
Gefühlte tausend Dinge, die wir so gut kennen, sehen wir in farblichen Zusammenhängen in völlig neuem Licht.

Alles Farbe! öffnet die Augen.
Und es öffnet den Mund - wie viele Brauntöne findest du? Und wo wird braun vielleicht schon gelb?

Das Buch ist grandios nachhaltig in seiner Wirkung:
Die Kleinen beginnen angeregt Wörter für all die tollen Bilder zu finden; die Größeren wollen gleich selber kneten, sortieren, auf die Suche gehen, sich verkleiden, sammeln, malen...

Ein Farbenbuch, das eben auch ein Bildband, ein Wimmelbuch, ein Bastelbuch und noch so viel mehr ist!

Handlich genug für öde Autofahrten, spannend genug für langweilige Regennachmittage!
Für Kinder (und Erwachsene) jeden Alters ein echter Augenschmaus!


Louise im blauweiß gestreiften Leibchen: Roman
Louise im blauweiß gestreiften Leibchen: Roman
von Mathias Nolte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei grandios verwobene Geschichten, 23. Juli 2009
Der Roman von Mathias Nolte war bisher mein absoluter Favorit in diesem Jahr.
Erzählt werden zwei (kunstvoll miteinander verwobene) Liebesgeschichten aus dem Osten (kurz vor dem Mauerbau) und (dem heutigen) Westen Berlins.
Charlotte, die irrtümlich für eine Privatdetektivin gehalten wird (was trotz der Gefahr keineswegs kitschig daherkommt), geht für Daniel Baum auf die Suche nach "Louise", die Jonas Jabal, ein Maler aus Ostberlin zu Beginn der Fünfziger Jahre kurz vor seinem Selbstmord "im blauweiß gestreiften Leibchen" gemalt hat.
Während der Recherchen wird Charlotte von der Geschichte Louises regelrecht in den Bann gezogen. Nolte vermittelt ein detailreiches Bild der historischen Begebenheiten des Prenzlauer Bergs und zeichnet auch die nebensächlichen Charaktere großartig nach. Jeder, der sich im heutigen Westen Berlins etwas auskennt, wird spätestens bei einigen Klischeebeschreibungen Charlottes aus der Jetzt-Zeit schmunzeln müssen. Die Sprache ist angenehm und fließend, die Auflösung der Verbindung ab Mitte des Buches vielleicht vorhersehbar, aber trotzdem sehr lesenswert.
Eigentlich kann man sich gar nicht entscheiden, welche der beiden Liebesgeschichten die schönere ist.
Ein inhaltlich schöne, sprachlich sehr gute Sommerlektüre.


Bitterfotze: Roman
Bitterfotze: Roman
von Maria Sveland
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

121 von 159 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Als Hausfrau und Mutter frustrierte Journalistin holt zum vermeintlichen Gegenschlag aus, 27. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Bitterfotze: Roman (Taschenbuch)
Es ist abzusehen, dass ein Roman mit diesem Titel für Aufmerksamkeit sorgt. Ich bin sehr auf die Rezensionen der Profis gespannt.
Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, ob der Verlag das Buch aufgrund marketingtechnischer Kalkulation mit diesem ordinären Namen auf den Markt gegeben hat.
Allerdings leidet Sara, die Protagonistin, tatsächlich unter einem Gefühl, das man gar nicht anders nennen kann. Sie ist bitter aus 'feministischen' Gründen. Trotz des Titels ist das Buch nicht vulgär geschrieben. Sara wirkt eher frustriert, vielleicht auch neidisch, aber sie ist kein provozierender Charlotte- Roche- Verschnitt, der pubertär darin aufgeht, jetzt endlich mal verbotene Wörter zu benutzen.
Man soll ja bekannlich nichts so heiß essen, wie es gekocht wird, und Leserinnen, die eine neue feministische Streitschrift erwarten, sollten bitte unbedingt das Ende der Geschichte abwarten.
Ich versuche auch, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, bin beim Lesen aber weder wütend geworden, noch habe ich zustimmend genickt, wie der Klappentext mir prophezeit hat.
Ich musste Sara sogar ziemlich oft mitleidig belächeln.
Für Sara ist seit der Geburt ihres Kindes emotional einiges schief gelaufen: Erst endete die komplizierte Geburt in einem Kaiserschnitt, dann hat das Stillen nicht geklappt und am problematischsten ist für sie, dass ihr Mann, kurze Zeit nach der Geburt beruflich auf eine Dienstreise muss, die allerdings schon vor der Schwangerschaft geplant war.
Dies alles kann man als ziemlich schwierigen Start der Mutterschaft bezeichnen, aber da es sich bei Sara nicht um eine siebzehnjährige Teenie-Mutter, sondern um eine erwachsene Frau handelt, fragt sich der Leser automatisch, ob sie nicht ein wenig übertreibt mit ihrem Nörgeln.
Denn sie ist nicht mit dem Kind überfordert, sondern mit ihrem Neid. Sie missgönnt ihrem Mann, dass er so einfach abkömmlich zu sein scheint, während sie völlig an den Säugling gebunden ist, bzw. anders herum. Aber nicht nur, dass sie bei ihrem Kind bleiben muss, sie will es auch. Ihr Körper spricht da eine ganz eindeutige Sprache, sobald sie ohne ihren Sohn ist, vermisst sie ihn und sorgt sich um ihn. Und nicht zuletzt DAS ist genau ihr Problem. Ihre eigenen Muttergefühle fallen ihr in den emanzipierten Rücken.
Wenn jetzt einfach eine tröstende Mutter oder Schwester in der Nähe gewesen wäre, die Sara hätte verklickern können, dass dies ja auch ein absolutes Privileg bedeuten kann, dass diese Phase der kindlichen Abhängigkeit zeitlich begrenzt und daher zu genießen ist usw., wäre es - ... vermutlich nicht zu diesem Buch gekommen.
Aber so steigert Sara sich geradezu in die vermeintliche Ungerechtigkeit, dass Männer keine Kinder gebären, hinein und lässt den Leser über ihre pseudo-objektiven Menscheitsbetrachtungen an ihrem Frust teilhaben.
Denn, wenn man genau liest, lässt sich schnell erkennen, dass Frau Autorin Sveland (der ich übrigens reichlich biographische Verarbeitung via Romanschreiben unterstelle) natürlich nur ihre Unterstellung stützende Beispiele der männlichen Spezies gewählt hat. Unsere Welt wäre eine
sehr arme, wenn das im Buch vermittelte Bild der Männer wirklich den Tatsachen entspräche.
Andererseits könnte man behaupten, Sara hätte bei der Wahl ihrer Männer ausnahmslos dumme Entscheidungen getroffen, was ebenfalls nicht dafür spräche, dass ich sie mir als Frau zum Vorbild nehmen sollte. Eine gewisse Übertreibung dient der Anschaulichkeit, aber manche Paarbeobachtungen wirken so konstruiert, so demonstrativ negativ, dass es nur mit Humor zu verkraften ist.
Ich kann nicht umhin, dem Buch die Vorsätzlichkeit zu unterstellen, mit auf der großen Welle der ach so wütenden, weil ungerecht behandelten Feministinnen zu reiten.
Die wenigen Momente allerdings, in denen Sara vor Liebe zu ihrem Sohn überschäumt, zeigen, dass vieles ihrer Unzufriedenheit anerzogen ist. Und am Schluss einer zumeist frustrierten Woche Urlaub von Mann und Kind zeigt sich, dass Maria Sveland kein feministischer Befreiungsschlag geglückt ist, denn jeder unvoreingenommene Leser kann sich freuen, dass Sara zwar streitlustig, aber nicht bitter****** endet. Und gerade der Schluss des Buches rettet die ganze Geschichte und bewahrt sie davor, nur eine Aneinanderreihung von Nörgeleien zu sein. Frau Sveland wird mit dem Ende ihres Romans zwar alle Pseudo-Emanzen, die sie auf den ersten Seiten so mühevoll geködert hat, wieder vor den Kopf stoßen, aber ich persönlich finde gerade die letzten Seiten eher gelungen.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 23, 2013 7:56 PM CET


Peterchens Mondfahrt
Peterchens Mondfahrt
von Gerdt von Bassewitz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht! Dies ist ein Buch, keine CD (siehe Rezensionen), 16. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Peterchens Mondfahrt (Gebundene Ausgabe)
Irgendwie hat Amazon das Buch falsch eingeordnet, oder die Rezensionen nicht richtig zugeordnet.
Bei der von Karin Lindermann illustrierten Ausgabe handelt es sich um eine besonders schöne Fassung des Klassikers.
Sie hat die Szenen des (inhaltlich etwas gekürzten aber sprachlich nicht verstümmelten) Buches mit Knete gestaltet und daraus wunderbar farbenprächtige und im Detail sehr liebevolle Fotos gemacht.
Da es sich ja doch um eine teilweise sehr schaurige Geschichte handelt, kann ich für besorgte Eltern Entwarnung geben: Im Vergleich zu manchen gemalten Varianten, die durch besonders gruselige Bilder diese Wirkung noch verstärken, ist diese Knet-Bilder-Fassung eher beschwichtigend, schließlich ist die Handlung aufregend genug.
Die Kapitel sind vorlesefreundlich gegliedert und die Bilder zahlreich.
Da das Buch im Vergleich zu den meisten anderen Ausgaben ein schönes Bilderbuchformat hat, kommen sie auch fabelhaft zur Geltung.
Eine schrittweise bebilderte Anleitung zum Nachkneten des Sumsemanns ist ein schönes Extra des Buches.


Geschickte Hände zeichnen 1: Zeichenprogramm für Kinder von 5-7 Jahren - Schwungübungen und Grundformen
Geschickte Hände zeichnen 1: Zeichenprogramm für Kinder von 5-7 Jahren - Schwungübungen und Grundformen
von Sabine Pauli
  Taschenbuch

42 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt für den Hausgebrauch, 16. Januar 2009
Übungen zum Trainieren der kindlichen Feinmotorik gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, aber nach reichlichen Tests der unterschiedlichen Angebote hat sich dieses Zeichenprogramm als absoluter Favorit erwiesen.
Der Block ist so aufgebaut, dass anfangs in übersichtlicher und knapper Form allerhand Wissenswertes und pädagogische Ratschläge für den Umgang (auch für Linkshänder) erklärt werden. Die begleitenden Erwachsenen (Eltern, Tanten, Opas) müssen nicht "vorgebildet" sein.
Viele Ratschläge sind allgemein (z.B. Sitzposition des Kindes beim Arbeiten, Formen erst haptisch er-fahren z.B. mit dem Finger auf dem Rücken oder mit der Hand in der Luft etc.), andere geben Motivationshilfen zu den einzelnen Aufgabenblättern.
Die nachfolgenden Übungsblätter werden dann am besten chronologisch abgearbeitet, denn der Schwierigkeitsgrad steigt. Da sie sehr zahlreich sind, müssen sie nicht zwangsläufig kopiert werden. Der Block ist im Vergleich zu ähnlichen Angeboten enorm günstig, bietet aber ungeheur viel Material.
Es ist von Vorteil, die Blätter nicht im Block zu lassen, sondern einzeln raus zu reißen (was einem Schreibblock vergleichbar leicht funktioniert) und dem Kind auch nur je ein Blatt zu geben.
Den ersten Teil bilden einfache, große Muster, deren Formen (möglichst mehrmals) nachgefahren werden sollten, das steigert sich dann über das exakte Positonieren von Punkten (ein Gesicht ist mit Sommersprossen zu bedecken etc.)und Strichen bis hin zu komplexeren Mustern.
Das Format ist angenehm und die Einfachheit der vorgegebenen Zeichnungen besonders ansprechend. Besonders unruhige Kinder werden durch die einzelnen Blätter ohne Schnickschnack nicht (wie z.B. in diesen typischen Vorschulbüchern, wo sie gleich weiterblättern oder Comicfiguren am Rand abgebildet sind) abgelenkt.
Bei uns hat sich bewährt, jeweils ein Blatt pro Tag (vier bis sechs pro Woche) als "Hausaufgabe" zu machen, danach wird es in einem Ordner abgeheftet.

Fazit: Eine kinder- und elternfreundliche Unterstützung für die Schulvorbereitung. Fördert Feinmotorik UND Konzentration. Der Schwierigkeitsgrad steigt in angenehm langsamen Tempo, die Eltern müssen also nicht erst groß rumsuchen, welches Blatt jetzt am besten wäre, sondern können ihre Kinder den Block einfach der Reihenfolge nach abarbeiten lassen.


Leichtes Spiel: Roman (suhrkamp taschenbuch)
Leichtes Spiel: Roman (suhrkamp taschenbuch)
von Ida Jessen
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufstieg und Fall- beides ohne Knall, 20. September 2008
Dieses Buch, was leider optisch etwas girliemässig daher kommt, hat es faustdick zwischen den Seiten.

Im Klappentext kann man ja bereits lesen, dass es sich um einen Beziehungsthriller handeln soll: Bitte erwarten Sie kein organisiertes Verbrechen oder ähnliche Knaller in der Auflösung.

Das Grauen kommt ganz subversiv, leise und alltäglich.

Joachim, ein 40 jähriger Junggeselle lebt für seine Arbeit, seine durchgestylte Wohnung und sein kleines Sommerhäuschen.
Außer seinem Faible für exquisites Geschirr und gelegentliche one night stands leistet er sich wenig.

Er hat, obwohl er ziemlich sympathisch und intelligent ist, keine Familie, keine feste Freundin, leidet aber nicht übermäßig darunter.
Als die alleinerziehende Susan eher zufällig in sein Leben tritt, ist er einerseits fasziniert, ist sich andererseits jedoch schnell der großen Unterschiede beider bewusst. Sie ist verstörend unselbständig, fast kindlich in ihrer unberechenbaren Wut, ihrem Trotz.

Beim Lesen ist man versucht, Joachim anzuschreien, er solle sich aus dem Staub machen, denn die Gefühlsschwankungen Susans könnten Warnungen sein.
Doch er ist chancenlos. Sechs Wochen nach der gemeinsamen Nacht ist Susan schwanger und Joachim ist willens alles zu tun um ein guter Mann und Vater zu sein.
Genau dieser Wille wird sein Verhängnis. Susan löst sich nicht als Geisteskranke auf, sie macht auch nicht irgendwelche gemeinsamen Sachen mit ihrem Ex um Joachim zu ruinieren, sie handelt einfach aus sich heraus böse. Dazu benutzt sie noch nicht mal Fäuste, eventuelle Intrigen kann man ihr nicht nachweisen, doch ihre emotionalen Schläge sind ebenso tief wie banal, dass man unwillkürlich beim Lesen zusammenzuckt.
Es folgt ein erbitterter Absteig für Joachim und erschütternde Gefühle eines Vaters, dem sein Kind entzogen wird.
Die Geschichte ist erschreckend real und für Männer und Frauen spannend bis zur letzten Seite, sie ist weniger ein Thriller, als eine Charakterstudie.
Ida Jessen wurde in einem flüssigen Erzählstil übersetzt.
Eltern, die gerade Trennungen von Kindern durchlebt haben, sollten aber lieber die Finger davon lassen.


Die Box: Dunkelkammergeschichten
Die Box: Dunkelkammergeschichten
von Günter Grass
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Grass Phänomen, 30. August 2008
Eigentlich mag ich Bücher nicht, die keinen eindeutigen Handlungsstrang haben, auf die Anführungszeichen wörtlicher Rede verzichten und streng genommen ein wildes Durcheinanderplappern widergeben.
Grass ist da meine Ausnahme.
Die Box!
Grass bleibt seinem gewohnten Sprachstil treu, wer diese Art zu schreiben mag, wird an der Box seine wahre Freude haben.
In mehreren Episoden sitzen acht Kinder (mal vollzählig mal nicht) in unterschiedlicher Konstellation an verschiedenen Orten beisammen und erzählen- oft völlig unübersichtlich, aus ihrer Kindheit.
Der Vater, der das Gespräch offenbar initiiert hat, bleibt hintergründig, erst im Lesen habe ich wirklich begriffen, dass es Grass selbst ist, der hier seinen Kindern zuhört.
Die Gespräche verlaufen kreuz und quer, oft ist nicht klar, welches der (mittlerweile erwachsenen) Kinder hier gerade einen Satz oder auch nur einen Satzfetzen in die Runde wirft.
Dies tut der Würze des Buches überraschenderweise jedoch keinen Abbruch.
Der gemeinsame Nenner, der immer wieder alles vereint ist "Die Box".
Dabei handelt es sich um einen uralten Photoapparat mit dem Marie, allgegenwärtige Freundin der Familie, in allen möglichen und unmöglichen Situationen photographiert hat. Wundersamerweise wurden Bilder perfekt, die ohne Blitz und mit einem veralteten Gerät so gar nichts hätten werden dürfen. Und was dann auf den Bildern zu sehen ist, möge der grassgeneigte Leser doch bitte bald selbst herausfinden. Es lohnt sich!
Auf autobiographische Geheimnisse wird hier niemand warten müssen.
Grass arbeitet, meiner Meinung nach, hochliterarisch, so dass viel zwischen den Zeilen zu lesen bleibt.
Mein Fazit: Es wird befremdlich sein, dieses Buch zu lesen, wenn man Grass' Schreibe nicht kennt, für alle die sie nicht mögen lohnt es sich nicht, da zuviel "Arbeit" notwendig wäre, bevor sie ihn wieder boulevardpressemäßig ausschlachten könnten.
Aber für die Leser, die seinen Schreibstil mögen, hat er ein wunderbares Buch geschrieben, in dem man die allgegenwärtigen Pilze wieder erkennt und auch sonst viel Freude haben wird.


Frau im Schatten: Eine Familiengeschichte
Frau im Schatten: Eine Familiengeschichte
von Dorinde van Oort
  Broschiert

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Basis fehlt, 25. August 2008
Ich fand das Buch schlicht und ergreifend langweilig.
Da macht sich eine junge Frau aus der heutigen Zeit anhand von alten Fotots, Briefen und Dokumenten auf, um die wahre Geschichte ihrer gerade verstorbenen Vorfahrin zu enträtseln.
Das könnte ja was werden-
würde diesem Buch nicht die Langatmigkeit eines lieblosen Berichtes anhaften.
Dorinde van Oort hat schlichtweg vergessen, oder nicht für nötig befunden, ihrer Protagonisten die nötige Leidenschaft einzuhauchen.
Die ganze Geschichte ist lieblos geschrieben und wirkt regelrecht fade.
Ich habe mich ständig gefragt, warum sucht Emma (die junge Frau aus der Gegenwart) wie blöde in staubigen Papieren, rennt zu allen möglichen Ämtern und Archiven und lässt im ganzen Buch nicht erkennen, was sie dazu antreibt.
Und bei aller Liebe, dass die verstorbene Annetje ein interessantes Leben lebte, ist unbestritten, aber die Geschichte ist so öde erzählt, dass auch das nur schwer motiviert, bis zum Ende durchzuhalten.


Das Siegel der Tage
Das Siegel der Tage
von Isabel Allende
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,80

68 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Familiengeschichte, 20. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Siegel der Tage (Gebundene Ausgabe)
Ich kann mich der Cocooning-Rezension meines Vorgängers in keinster Weise anschließen.
Lesen wir nicht immer, oder zumindest meistens, Bücher, die uns andere Welten oder zumindest Lebensformen zeigen, andere Sichtweisen eröffnen?

Isabel Allende hat einen Roman über ihre Familie, ihre Ehe und ihr Leben geschrieben, das ist richtig, aber die erlesbare Warmherzigkeit dieser Frau ist genauso romanreif wie die höchst amüsante Schrulligkeit manch ihrer Familienmitglieder.

Einige Geschehnisse sind weitaus lustiger, spannender und tiefgründiger, als man es je für ein Buch erdichten könnte.
Der Leser erfährt viel über Allendes Arbeit, was ihr beim Schreiben der einzelnen Bücher seit 1993 so durch den Kopf ging, den Einfluss ihrer Familie auf ihre Literatur usw.
Es wird die innige Frauenfreundschaft der "Schwestern vom Durcheinander" beschrieben, natürlich spielt auch in diesem Buch der Verlust ihrer Tochter Paula eine Rolle, aber es strotzt nur so vor der Lebenslust und dem Humor einer bemerkenswerten Frau.
Ich habe bei diesem Buch oft aus vollem Halse gelacht, manchmal eine Träne verdrückt, war ziemlich häufig erstaunt und vor allem sehr traurig, als ich es zu Ende gelesen hatte.


Barfuß: Roman
Barfuß: Roman
von Elin Hilderbrand
  Gebundene Ausgabe

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Amüsant und leicht ohne Oberflächlichkeit, 13. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Barfuß: Roman (Gebundene Ausgabe)
Barfuß wurde von der Handlung her ja schon eingehend abgehandelt.
Was mir beim Lesen zudem noch positiv aufgefallen ist, ist die Leichtigkeit der Autorin, die aus einer eigentlich sehr problematischen Situation eine fast witzige Geschichte geschaffen hat.
Barfuß ist ein wunderschöner Sommerroman, die Sprache ist flüssig und angenehm, die Handlung tiefgründig und trotzdem leicht und humorvoll erzählt.
Für all jene, die noch einen guten Roman (für den Urlaub) suchen, der weder überanstrangt noch langweilt ist Barfuß sehr zu empfehlen.
PS: Auch, wenn man(n) versucht ist, das Ganze für einen Frauenroman zu halten: lasst Euch nicht die grandios treffsicher beschriebenen Protagonisten Eures eigenen Geschlechts entgehen!


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