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x-ray321

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Lessons From the Pro Poker Tou: A Seat at the Table with Poker's Greatest Players
Lessons From the Pro Poker Tou: A Seat at the Table with Poker's Greatest Players
von David Apostolico
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poker aus dem echten Leben, 7. Oktober 2006
Das Buch richtet sich nicht an völlige Poker-Novizen. Die grundlegenden Regeln von Texas Hold'em sind Voraussetzung, da David Apostolico bereits im ersten (und umfangreicherem) Teil mit Handanalysen beginnt. Wer noch nie von Flop, River, Turn oder den Blinds gehört hat wird hier schnell verzweifeln.

Alle anderen finden fundierte Kapitel über Spielstrategien ausgehend von den verschiedenen Startkarten. Apostolico erzählt das sehr spannend und basierend auf realen Begebenheiten. Er spart dabei nicht mit Selbstkritik und analysiert das Geschehen offen und ehrlich. Darüber hinaus werden Hands von Pro-Poker Spielern wie Doyle Brunson oder T.J. Cloutier untersucht.

Die zweite Hälfte des Buches dreht sich allgemeiner um Spielstrategien. Insbesondere der Einfluss von Online-Poker auf Strategie, Spieler und Gegner wird thematisiert.

Am Ende des Buches gibt es noch ein Glossar, in dem die wichtigsten Fachbegriffe anschaulich erläutert werden.

Fazit: Ein sehr lehrreiches Buch für alle, die ihr Grundlagenwissen mit strategischen Überlegungen bereichern wollen. "Lessons from..." liefert gute Anregungen und Hinweise, das eigene Spiel unter neuen Gesichtspunkten zu beurteilen und die nächsten Hände vielleicht etwas anders anzugehen.


Air Babylon
Air Babylon
von Imogen Edwards-Jones
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Blick hinter die Kulissen, 7. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Air Babylon (Taschenbuch)
Air Babylon ist eine virtuelle Fluglinie und der Arbeitgeber des Hauptdarstellers. Das Buch schildert 24 Stunden im Leben des Duty Airport Manager der Fluglinie 'Air Babylon'.

Die Geschichte an sich ist fiktional, wobei der Autor bereits im Vorwort darauf hinweist, dass alle Anekdoten, Erzählungen und Geschehnisse war sind und so passierten.

Das Buch ist amüsant geschrieben und gerade viel Reisende werden den einen oder anderen Charakter aus eigener Erfahrung wieder erkennen. Darüber hinaus vermittelt die Geschichte einen Eindruck der Prozesse, die am normalen Reisenden vorbei gehen (So beispielsweise das 'spezielle' Sitzplätze beim Check-In an unsympathische Kunden vergeben werden können).

Die geschilderten Begebenheiten sollte man selbstverständlich nicht verallgemeinern. So hat der überwiegende Teil der Flüge vermutlich keine Toten an Bord, die Piloten sind nicht eingeschlafen und das Kabinenpersonal ist nicht dabei sich zu betrinken. Aber allein die Vorstellung hat etwas für sich.


Dealing with Darwin: How Great Companies Innovate at Every Phase of Their Evolution
Dealing with Darwin: How Great Companies Innovate at Every Phase of Their Evolution
von Geoffrey A. Moore
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,44

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Natürliche Auslese" auf Unternehmensebene, 13. Februar 2006
„Dealing with Darwin“ ist ein Buch über Innovation und den Umgang mit Innovation im Unternehmenskontext. Die Kernthese besagt, dass Innovation im (globalen) Wettbewerb unausweichlich ist, um auf Dauer erfolgreich am Markt bestehen zu könne. Die Herausforderung für das Management eines Unternehmens besteht nun darin, die „richtige Art“ an Innovation zu finden und diese konsequent – möglicherweise auch gegen Widerstände – umzusetzen.
Geoffrey Moore beschreibt anhand eines Produkt-Lebenszyklus welche Art von Innovation in den verschiedenen Phasen des Zyklus angebracht erscheinen. Dabei werden 14 unterschiedliche Arten von Innovation charakterisiert und beschrieben. Diese Innovationstypen werden jeweils für den Bereich Konsumerprodukte und „Integration komplexer Systeme (complex systems integration)“ ausgearbeitet und mit Beispielen veranschaulicht. Es werden weit mehr 100 Praxisbeispiele von nahmenhaften (Fortune 500) Firmen vorstellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf einer Fallstudie über Cisco’s Unternehmensstrategie, die unter dem Aspekte der Innovation seziert wird.
Wer Moore’s Konzept von Core/Context bereits kennt wird es am Anfang des Buches ein wenig leichter haben. Für alle andere wird dieses Denkmodell in der zweiten Hälfte des Buches im Detail erklärt und beschrieben. Dieses Modell ist danach die Grundlage für Vorschläge des Autors, wie sich Innovation im täglichen Geschäftsleben durch- und umsetzen läßt.
Moore greift verschiedene Konzepte aus seinen früheren Büchern „Living on the Fault Line“, „Inside the Tornado“ und „Chrossing the Chasm“ auf. Diese werden an passender Stelle eingeführt und mit den Ideen und Gedankengängen von „Dealing with Darwin“ verknüpft. Dabei wird schnell deutlich, dass sich die einzelnen Puzzleteilchen zu einem stimmigen Bild fügen. Der Autor liefert über Buchgrenzen hinweg ein passendes Gesamtbild und vermag weit mehr als spezialisierte und isolierte Erklärungsmodelle zu liefern. Hier macht sich Geoffrey Moores langjährige Expertise und Praxiserfahrung positiv bemerkbar.
FAZIT: „Dealing with Darwin“ überzeugt in der Darstellung eines Modells zur Erklärung von aktuellem Wirtschaftsgeschehen. Nach der Lektüre ist es nur noch schwer möglich eine Unternehmensnachricht nicht auf die (möglicherweise) dahinter stehende Innovation abzuklopfen. Die Einordnung in den passenden Markt, die Phase des Produkt-Lebenszyklus und eine Bewertung des gewählten Ansatzes erfolgt dann schon fast automatisch.


The System of the World: Volume Three of The Baroque Cycle
The System of the World: Volume Three of The Baroque Cycle
von Neal Stephenson
  Gebundene Ausgabe

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alle schönen Dinge finden irgendwann ein Ende, 5. November 2004
Mit 'System of the World' (SotW) hat Neal Stephenson den letzten Teil seiner Baroque Cycle Triologie vorgelegt. Das Buch ist wieder sehr gut, ohne jedoch die atemlose Begeisterung auslösen zu können, die seine beiden Vorgänger bewirkten.
Inhaltlich bringt Stephenson die hauptsächlich in Quicksilver begonnene Lebensgeschichte des Daniel Waterhouse zu einem runden Abschluss. Im Gegensatz zu den beiden Bänden vorher gibt es fast durchgängig nur eine Perspektive - die von Daniel Waterhouse - keine Wechsel und dadurch auch weitaus weniger Abwechslung als beispielsweise in Confusion. So dauert es dann auch verhältnismäßig lange, bis die Geschichte richtig in Fahrt kommt (ca. 140 Seiten); bis dahin wird dem Leser schwerpunktmäßig London geschildert. Viele Seiten beschreiben die Veränderungen über die Lebenszeit von D. Waterhouse, sowie seine Erinnerungen zu den Örtlichkeiten. Als sich die Story dann aber herauskristallisiert (und Jack Shaftoe in das Geschehen eingreift) ist sie fesselnd und unterhaltsam, ideenreich und überraschend, dynamisch und ausgefeilt, wie gewohnt.
Dennoch meine ich rückblickend, dass Stephenson von den Bällen, die er über 3000 Seiten in die Luft wirft, am Ende nicht mehr alle auffangen kann. Ich hätte mir einen ausgearbeiteteren Anschluss an Confusion gewünscht. Viele (vermeintliche) Schwerpunkte, wie beispielsweise die Crew der Minerva oder das Thema der Sklaverei, spielen nur noch eine untergeordnete Rolle. Einige Ereignisse und Handlungsstränge werden nicht aufgelöst oder zusammengeführt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass da noch 'mehr' hätte sein können; 'mehr' hätte erzählt, beendet und in einen Zusammenhang gebracht werden können.
Gewiss hat jeder Leser seine persönlichen Vorlieben und Schwerpunkte in der Fülle von Charakteren, Plots und Sub-Plots, Seitenhandlungen, Exkursionen und Abschweifungen. Was den Baroque Cylce bis dahin für mich so unterhaltsam gemacht hat, empfinde ich bei SotW als eine kleine Schwäche. Es ist die pure Masse an angesammeltem Material, die sich hier nur schwer in den Rahmen einer einzigen Handlung bringen lässt. Aus schriftstellerischer Perspektive war das im disjunkten Aufbau von Confusion leichter zu bewerkstelligen.
FAZIT: Stephenson hat sich die Latte mit den beiden ersten Teilen verdammt hoch gesetzt. Es ist keine Schande, dass er es nicht vollständig schafft, diesen hohen Erwartungen durchgängig gerecht zu werden. Keine Frage: Der Inhalt und Umfang, die Ideen und auch die Handlung in SotW reichen locker für zwei gute Bücher. Gemessen an Stephenson'schen Maßstäben allerdings, ist der dritte Teil des Baroque Cycle der Schwächste (daher 'eigentlich nur' 4,5 Sterne). SotW ist ohne Frage ein sehr gutes Buch - ein absolutes Muss für die Leser der ersten beiden Teile. Aber leider nicht der allübertreffende, grandiose Abschluss, auf den ich insgeheim hoffte.
Aber - vielleicht ist SotW nicht das Ende der Geschichte. Immerhin liegen noch ca. 200 Jahre zwischen diesem Buch und Cryptonomicon - viel Raum für Geschichte(n). Beispielsweise um die Entwicklung der Wissenschaften weiterzuerzählen oder den Computer zu erfinden. ;-)
Der Baroque Cylce als Gesamtwerk ist definitiv schon jetzt ein Klassiker!


Dubai Explorer : Explorer Publishing
Dubai Explorer : Explorer Publishing
von Explorer Publishing
  Taschenbuch

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DAS allumfassende Dubai Handbuch, 30. Oktober 2004
Die achte Auflage des Dubai Explorer ist von 2004, 500 Seiten stark und daher eher eine umfassende als schnelle Lektüre. Das Multitalent ist mehr als "nur" Reiseführer - es fungiert als Stadt- und Übersichtsplan, Restaurantführer, Freizeitgestalter und erste Hilfe für Neubürger. Durchaus ungewöhnlich für einen "klassischen" Reiseführer ist die enthaltene Werbung - vielleicht ist dies zukunftsweisend, der Qualität tut es keinen Abbruch.
Es werden die folgenden Themen abgedeckt (in Kurzform):
Allgemeine Informationen (Wirtschaft, Zahlen & Fakten, Kultur & Lifestyle, Reiseinfos, Fortbewegung),
Neubürger (Dokumente, Arbeit, Finanz, Wohnen, Gesundheit & Bildung),
Unternehmungen (Stadtteile, Museen, Attraktionen, Parks & Strände, Touren),
Shopping (Wo & was),
Aktivitäten (Sport, Wellness, Wissen),
Ausgehen (Restaurants, Cafés & Bars, Locations, Entertainment),
dazu gibt es einen Index und Karten.
Thema Karten: Das Buch beeindruckt mit einem großen (ca. DIN A2), ausklappbaren Satellitenbild am Ende, sowie 16 doppelseitigen Satellitenbildern, die nahezu den gesamten Stadtbereich von Jebel Ali bis Al Mamzar abdecken. Die Auflösung ist derartig gut, dass sich die Swimmingpools der Hotels problemlos erkennen lassen. Dazu gibt auf den Bildern farbcodierte Informationen über die Gegend, Hotels, Shopping und Aktivitäten. Das habe ich bisher in keinem anderen Reiseführer gefunden.
In den Abschnitten zu den einzelnen Stadtteilen vermitteln kleine Überblicksskizzen eine gute Orientierung. Ergänzend hilft ein Punktesystem zu einer Schnellbewertung in den Bereichen Erreichbarkeit & Verkehr, "touristischer Wert" und Zeitdauer, die sich dort verbringen läßt.
Thema Restaurantführer: Rund 400 Einträge decken hier so ziemlich alles ab, was in Dubai an Kulinarischem geboten wird. Ein Kurztext mit einem Bewertungssystem gibt Auskunft zu Preis, Leistung, Musik, Dresscode, Alkoholausschank, Terrasse und Lieferservice. Selbstverständlich fehlen auch Adresse, Webauftritt & URL und die Telefonnummer nicht.
FAZIT: Nicht nur als klassischer Reiseführer sehr aktuell und vollständig, sondern auch unverzichtbarer Ratgeber, wenn es ums Aus- und Essen gehen, Freizeitaktivitäten oder Formalitäten für Neubürger geht. Viel Liebe zum Detail und voller guter und hilfreicher Ideen. Weitaus mehr, als sich in einer Rezension auch nur ansprechen läßt. Und wo das Handbuch nicht alles bis ins letzte Detail abdeckt, gibt es Verweise auf Websites ohne Ende. Das Beste und Umfassendste, was es zwischen zwei Buchrücken zum Thema Dubai auf dem Markt gibt.


Images of Dubai & the UAE (Explorer Publishing)
Images of Dubai & the UAE (Explorer Publishing)
von Pamela Grist
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 45,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fernweh in luxuriöser Verpackung, 30. Oktober 2004
Bei 'Images of Dubai' handelt es sich um ein absolut hochwertiges und edles Coffeetable Book. Locker gliedert es die Fotos in die Themenbereiche Cityscapes, Seascapes, Landscapes und Escapes. Als Besonderheit ist die Ausgabe mit zwei unterschiedlichen Front-Covern erhältlich (einmal Burj Al-Arab, einmal Emirates Towers im Morgennebel), die inhaltlich ansonsten gleich sind.
Insgesamt sind sowohl das Buch als auch die Bilder schön komponierte und zusammengestellt. Fotokünstlerisch ansprechende Luftbild-, Weitwinkel- und Landschaftsaufnahmen bilden eine ausgewogene Mischung aus Stadt & Natur, Landschaft & Architektur. Obwohl die Ausgabe von 2002 keine top aktuellen Projekte abdeckt (dafür ändert sich die Stadt auch einfach viel zu schnell), versteht es das Buch zu faszinieren und einen ausgewogenen Eindruck von Dubai zu vermitteln. Durch die Auswahl von Bildern mehrerer, Fotokünstler werden viele Facetten mit unterschiedlichen Schwerpunkten dargestellt.
FAZIT: Macht eindeutig Lust auf Urlaub oder hält beim Blättern die Urlaubserinnerungen wach.


Quicksilver: Roman
Quicksilver: Roman
von Neal Stephenson
  Gebundene Ausgabe

22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Kombination: moderne Story + europ. Geschichte, 15. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Quicksilver: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie man es von Neal Stephenson schon fast gewohnt ist, 'funktioniert' das Buch auf mehreren Ebenen. Da ist einerseits die Geschichte des (fiktionalen) Wissenschaftlers Daniel Waterhouse, dessen Leben sich im Dunstkreis von Newton, Leibniz und anderen abspielt. Andererseits sind der britische und europäische Adel Protagonisten in Waterhouse's Dasein. Eine weitere tragende Person ist Eliza. Sie steht im Mittelpunkt der Geschichte einer 'einfachen' Frau, die als ehemalige morgenländische Sklavin ein glückliches Händchen in finanziellen Geschäften beweist und so im europäischen Adel aufsteigt. Quasi nebenbei ist sie in allerlei Intriegen und Spionagetätigkeiten verstrickt. Die Erzählstränge beider Hauptpersonen sind miteinander verschränkt, haben einige Berührungspunkte und spielen in der Zeit von ~1650 bis 1720.
Neben der oben sehr grob skizzierten Storyline erfährt der Leser sehr viel über die europäische Geschichte und Lebensweise des 17. Jahrhunderts. Ein weiterer Sub-Plot ist die Entstehung dessen, was in dieser Zeit aus der Alchemie hervorging und später als moderne Wissenschaft bekannt wurde. Neben der Erforschung von beispielsweise Optik und Mechanik sind die Grundlagen und die Geschichte der Cryptographie thematisiert. Und hier schließt sich virtuell auch der Kreis zu Stephensons Buch 'Cryptonomicon'. Denn die Charactere Enoch Root, Waterhouse und Shaftoe deuten zumindest dem Namen nach schon einen Zusammenhang an, der in diesem Band allerdings noch im Dunkeln verbleibt.
Die Schilderungen von Handlungen, Personen, Orten oder Städten sind immer sehr detailreich und liebevoll ausgestaltet. In dieser Hinsicht ist die Darstellung ähnlich gut gelungen, wie beispielsweise in Noah Gordons 'Medicus'. So wird man als Leser voll und ganz in den Bann der Geschichte gezogen. Neben einer ansprechenden Storyline schafft Stephenson es quasi nebenbei die europäische Geschichte im 17. Jhh. zu vermitteln. Auch wenn diese Epoche schon ein paar Tage her ist, der Leser hat dennoch das Gefühl mittendrin zu sein. Interessanterweise mußte erst ein Amerikaner kommen, damit ich mich mit diesem - für die Europa doch recht ereignisreichen - Zeitabschnitt überhaupt beschäftige.
Das Buch macht Lust auf mehr: Einerseits auf mehr von der Geschichte und ihren Hauptdarstellern (glücklicherweise folgen noch 2 Bände), andererseits auf Sekundärliteratur. Davon findet sich glücklicherweise einige, so z.B. auch im Internet (Metaweb), wo Stephenson selbst einige Hintergründe und Details seiner Recherchen erklärt.
FAZIT: Die teilweise ausufernden, sehr bildlichen Beschreibungen mögen vereinzelt langweilig wirken oder gar abschrecken. Läßt sich der Leser jedoch auf das Buch und die Geschichte ein, so darf er eine gelungene und sehr unterhaltsame Kombination von Story, Geschichte und Wissenschaft erleben. Das Werk ist durchweg fundiert, interessant geschrieben und dabei an nicht wenigen Stellen auch lehrreich. Bestnote!
Die Bewertung bezieht sich auf den Inhalt des Englischen Originals.


The Confusion. Volume two of the Baroque Cycle (Rough Cut).
The Confusion. Volume two of the Baroque Cycle (Rough Cut).
von Neal Stephenson
  Gebundene Ausgabe

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Fortsetzung des Baroque Cycle, 29. Juni 2004
Confusion besteht aus zwei ineinander verwobene, fast eigenstädigen Storys (Bonanza und Juncto) im Zeitraum 1689 bis 1702. Die Ereignisse beginnen direkt im Anschluß an die Geschehnisse aus dem ersten Teil. Nur das erste Kapitel von Quicksilver (1713) ist zeitlich immer noch nach den Geschehnissen dieses Bandes angesiedelt.
Zwischen den Hauptpersonen der jeweiligen Handlungsstränge gibt es weitaus weniger Berührungspunkte, als bei einer ähnlichen Konstellation in Teil eins. Lediglich ganz am Ende - im fuirosen Finale - des Buches haben die Akteure für wenige Seiten miteinander Kontakt.
Story 1) Bonanza: Hauptperson Jack Shaftoe -- ein Abendteuerroman (Freibeuter- und Piratengeschichte) in Anlehnung an die Schatzsuche in Cryptonomicon. Schauplatz ist das Mittelmeer, Nordafrika, der mittlerer Osten, der Pazifik, Südamerika und schliesslich wieder England. De-facto wird hier eine Reise um die Welt in 17 Jahren dargestellt.
Story 2) Juncto: "Das Leben zu Hofe" mit der Hauptperson Countess Eliza und diversen Wissenschaftler (bekannt aus Teil1). Spielt in Frankreich, den Niederlanden, Preußen und Leipzg. Ist in Teilen als "Briefroman" geschrieben. Somit werden viel Handlung und große Zeiträume kompakt und auf das Wesentliche reduziert dargestellt.
Im Vergleich zum Vorgänger gibt es eine weitaus geringere Rolle der Wissenschaft. Neben den aus Quicksilber bekannten thematischen Merkmalen wendet sich die Geschichte neuen Schwerpunkten zu:
* den Grundlagen des (bargeldlosen) Handels und Währungssystemen
* der (spanische) Inquisition
* jeder Menge Spionage und Gegenspionage sowie Information und Desinformation im Fortlauf der Handlung
Im hinteren Fünftel gibt es deutlich häufigerer Wechsel der Erzählpersektiven bzw. der Handlungsstränge und es werden auf weniger Seiten größere Zeiträume abgedeckt. Ganz am Ende des Buches kommen schliesslich sehr komprimiert viele lose Fäden zusammen. In diesem Kontext klären sich einige Geschehnisse und Handlungen, die sich über den Verlauf der Geschichte ergeben haben (und teilweise schon fast wieder in Vergessenheit geraten sind).
FAZIT: Das Lesen macht wieder sehr viel Spaß. Detailreiche, sehr plastische Szenen werden mit einer gehörigen Portion historischem Hintergrundwissen ausgemalt. Zusätzlich ist gerade Bonanza sehr spannend und unterhaltsam geschrieben. Das Ende ist ein echter Cliffhanger, der die Zeit bis zur Veröffentlichung des nächsten Bandes viel zu lange erscheinen läßt. Volle Punktzahl !


Sunshine Live Vol. 9
Sunshine Live Vol. 9
Wird angeboten von Music-CD-Connect-recordStore_Germany
Preis: EUR 19,89

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Story continous..., 7. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Sunshine Live Vol. 9 (Audio CD)
Das Beste gleich vorweg: Das SSL Team legt im Vergleich zu den bisherigen Ausgaben bei Nummer 9 eine Scheibe zu. Statt zwei CDs gibt es nun drei im Set. Neben der gewohnt guten Mix CD von DJ Falk mit 12 Tracks gibt es zwei Silberlinge mit zusammen 36 Titeln. Diese bilden einen gelungenen Querschnitt durch das aktuelle SSL Programm.
Die größere Anzahl an Songs macht es darüber hinaus möglich, innerhalb einer Veröffentlichung ein deutlich breiteres Spektrum abdecken zu können. Neben Ziggy X, dem Safri Duo oder DJ Shog sind reichlich 'alte Bekannte' vertreten, die auch hier die Richtung der Platte vorgeben.
FAZIT: Die Reihe bleibt sich nach wie vor treu und würde damit eine Wertung von vier Sternen einfahren. Einen Bonuspunkt gibt es darüber hinaus für 1/3 mehr Inhalt in gewohnt guter Qualität. Nicht umsonst wurde Radio Sunshine-Live von Scooter explizit in ihrer Echo-Dankesrede erwähnt.


Quicksilver. Volume One of the Baroque Cycle (Rough Cut)
Quicksilver. Volume One of the Baroque Cycle (Rough Cut)
von Neal Stephenson
  Gebundene Ausgabe

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Kombination: moderne Story + europ. Geschichte, 15. Februar 2004
Wie man es von Neal Stephenson schon fast gewohnt ist, 'funktioniert' das Buch auf mehreren Ebenen. Da ist einerseits die Geschichte des (fiktionalen) Wissenschaftlers Daniel Waterhouse, dessen Leben sich im Dunstkreis von Newton, Leibniz und anderen abspielt. Andererseits sind der britische und europäische Adel Protagonisten in Waterhouse's Dasein. Eine weitere tragende Person ist Eliza. Sie steht im Mittelpunkt der Geschichte einer 'einfachen' Frau, die als ehemalige morgenländische Sklavin ein glückliches Händchen in finanziellen Geschäften beweist und so im europäischen Adel aufsteigt. Quasi nebenbei ist sie in allerlei Intriegen und Spionagetätigkeiten verstrickt. Die Erzählstränge beider Hauptpersonen sind miteinander verschränkt, haben einige Berührungspunkte und spielen in der Zeit von ~1650 bis 1720.
Neben der oben sehr grob skizzierten Storyline erfährt der Leser sehr viel über die europäische Geschichte und Lebensweise des 17. Jahrhunderts. Ein weiterer Sub-Plot ist die Entstehung dessen, was in dieser Zeit aus der Alchemie hervorging und später als moderne Wissenschaft bekannt wurde. Neben der Erforschung von beispielsweise Optik und Mechanik sind die Grundlagen und die Geschichte der Cryptographie thematisiert. Und hier schließt sich virtuell auch der Kreis zu Stephensons Buch 'Cryptonomicon'. Denn die Charactere Enoch Root, Waterhouse und Shaftoe deuten zumindest dem Namen nach schon einen Zusammenhang an, der in diesem Band allerdings noch im Dunkeln verbleibt.
Die Schilderungen von Handlungen, Personen, Orten oder Städten sind immer sehr detailreich und liebevoll ausgestaltet. In dieser Hinsicht ist die Darstellung ähnlich gut gelungen, wie beispielsweise in Noah Gordons 'Medicus'. So wird man als Leser voll und ganz in den Bann der Geschichte gezogen. Neben einer ansprechenden Storyline schafft Stephenson es quasi nebenbei die europäische Geschichte im 17. Jhh. zu vermitteln. Auch wenn diese Epoche schon ein paar Tage her ist, der Leser hat dennoch das Gefühl mittendrin zu sein. Interessanterweise mußte erst ein Amerikaner kommen, damit ich mich mit diesem - für die Europa doch recht ereignisreichen - Zeitabschnitt überhaupt beschäftige.
Das Buch macht Lust auf mehr: Einerseits auf mehr von der Geschichte und ihren Hauptdarstellern (glücklicherweise folgen noch 2 Bände), andererseits auf Sekundärliteratur. Davon findet sich glücklicherweise einige, so z.B. auch im Internet (Metaweb), wo Stephenson selbst einige Hintergründe und Details seiner Recherchen erklärt.
FAZIT: Die teilweise ausufernden, sehr bildlichen Beschreibungen mögen vereinzelt langweilig wirken oder gar abschrecken. Läßt sich der Leser jedoch auf das Buch und die Geschichte ein, so darf er eine gelungene und sehr unterhaltsame Kombination von Story, Geschichte und Wissenschaft erleben. Das Werk ist durchweg fundiert, interessant geschrieben und dabei an nicht wenigen Stellen auch lehrreich. Bestnote!


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