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Rezensionen verfasst von
Seraphina "Indigo-Girlie *-*" (München)
(TOP 500 REZENSENT)   

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Die Hüter des Lichts
Die Hüter des Lichts
DVD ~ William Joyce
Preis: EUR 12,99

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Peter Pan" der Amis! ^^, 24. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Hüter des Lichts (DVD)
*
Eigentlich müsste der Film "Jack Frost und die Hüter des Lichts" heissen. Denn die ganze Geschichte wird fast nur aus der Sicht von Jack Frost erzählt. Jack Frost. Hier dargestellt wie die amerikanische Version eines Peter Pan. Auch die Hüter des Lichts sind Fantasy-Gestalten, welche durch die Köpfe der (amerikanischen) Kinder spuken ... der Weihnachtsmann, Osterhase, Sandmann und die Zahnfee. Ebenso der Bösewicht, der Schwarze Mann. Der Film ist daher v.a. auf (jene) Kinder ausgerichtet. Erwachsenen Zuschauern könnte die Handlung evtl. zu einfach gestrickt sein.
Allerdings enthält der Film auch eine gehörige Portion Action mit brachialer (unblutiger) Gewalt. Hauptsächlich attackieren sich die Charaktere mit der sichtbaren Energie ihrer Kräfte und werden durch die Luft geschleudert. Es gibt aber auch einen "guten altmodischen" Kinnhaken. Der Schwarze Mann macht seine Gegner offenbar auch gerne psychisch fertig. Somit würde ich den Film nicht den ganz kleinen Kindern zeigen.

Der Film setzt sehr stark auf den kindlichen Glauben an besagte Wesen. Dabei werden die zwei christlichen Feste (Weihnachten, Ostern) auf eine rein säkulare Ebene reduziert. Sie dienen ausschliesslich als Feiertage für das jeweilige Fabelwesen. So wie man es als Kind am ehesten empfindet. Also nix mit Christi Geburt und Auferstehung. Weihnachten ist hier ein Bescherungsfest in welchem der Weihnachtsmann - samt Elfen und Yeti-Gefolge - die Hauptrolle spielt. Ebenso verhält es sich mit Ostern und dem Osterhasen als Eierlieferant (Anmerkung: hier sagt der Hase sogar, Ostern wäre ein Frühlingsfest, der Startpunkt in dem "alles Leben neu beginnt").

Um dem Ganzen einen internationalen und originalen Charakter zu verleihen, wird der Weihnachtsmann sogar als Russe (mit entsprechendem Akzent) dargestellt, welcher zudem tätowierte Arme hat und mit zwei Krummsäbeln umzugehen weiß. Wie eine Mischung aus dem typischen gemütlichen Weihnachtsmann und einem wilden Kosaken.
Der riesige (!) Osterhase erinnert hingegen an einen Aborigine (Ureinwohner Australiens) mit "Stammes"-artigen Fellzeichnungen und einem Bumerang (Anmerkung: ein wenig prekär, bedenkt man das ambivalente Verhältnis der Australier zu Kaninchen, dort gibt es stattdessen das Känguru ... somit wäre Jacks neckische Bemerkung "Osterkänguru" eine Andeutung darauf). Er lässt sich von Jack sehr leicht auf die Palme bringen, sehr zum Vergnügen des Zuschauers.
Die Zahnfee bekommt ebenfalls einen frischen Anstrich. Sie (und ihre Feen-Untertannen) sieht aus wie ein menschengrosses Kolibri. Eine humanoide Gestalt mit grün-blau-gelblich schimmerndem Federkleid, sowie einem halbmaskenartigen Vogel/Frauengesicht. Passend dazu sind auch ihre hektischen Bewegungen. Hat einige nette Szenen (Zitat: *versucht ein Kind zu beruhigen* Sieh nur, ich habe hier für dich ein paar hübsche Zähnchen mit kleinen Blut-und Hautfitzelchen! *Kind schreit noch lauter* ^^)
Der Sandmann ist eine stumme, kleine, pummelige, sandfarbene Gestalt, welche sich durch Erstellung von Bildern aus seinem Zaubersand verständigt. Obwohl er nicht spricht, ist er eine der sympathischsten Figuren ... und auch eine der Stärksten, wenn nicht gar der Stärkste von Allen. Ja, die Macht der Träume eben.
Jack Frost sieht aus wie die Anime-Version eines blassen, silberhaarigen Peter Pan. Er ist die Personifizierung des Winters und ein kleiner Trickster/Schelm. Besonders interessant finde ich auch seine (später enthüllte) Herkunft, welche ein eigentümliches Licht darauf wirft, wie die Hüter eigentlich enstanden sind. Mehr sag ich dazu nicht, denn das wäre ein Spoiler. Aber Máni (der Mann im Mond) wählt die Hüter wirklich mit Bedacht und gar nicht so willkürlich, wie ich am Anfang dachte. Im Übrigen ist Jack quasi auch die andere Seite der Medaille. Er hat nämlich das selbe Problem wie der Schwarze Mann, geht aber anders damit um als dieser.
Die treibende Kraft hinter den Hütern ist der Mond, bzw. der Mann im Mond. Dieser wird allerdings nie gezeigt, sondern nur als leuchtende Mondkugel.
Der Schwarze Mann hingegen trägt ein langes dunkles Gewand (erinnert an einen Priesterrock) und hat schwarze stachelige Haare und eine gräulich-fahle Haut. Sein fieser Charakter ist für mich nachvollziehbar. Irgendwie hatte er nie eine Wahl, ist er doch von Natur aus die Personifizierung der Angst. Zudem ist er es Leid wortwörtlich im Schatten unter dem Bett hausen zu müssen und will Beachtung erlangen. Ein menschliches Motiv. Seine - ihm dienenden - Albträume sehen aus wie Geisterpferde aus schwarzem Rauch (Anmerkung: "Albtraum" heisst im englischen "nightmare", wortwörtlich "Nachtmähre", wobei "Mähre" ein altmodisches Wort für "Stute" bzw. "altes Pferd" ist.)

Damit kann man die Helden und Schurken eindeutig identifizieren. Obwohl sie nicht nur Schwarz-Weiß sind, sondern auch ein paar Facetten aufweisen.
Es geht hier extrem märchenhaft-mystisch zu (Anmerkung: Man nehme z.B. den Namen des Mondmannes - Máni ist nämlich der Gott des Mondes in der nordischen Mythologie ... und dann noch diese spezielle Definition von Ostern, welche recht heidnisch anmutet).

Der Film beflügelt die kindliche Fantasie und ist eine eindeutige Hommage an dieselbige. Das Prädikat "besonders wertvoll" der dt. Film-und Mediengesellschaft kann ich nur unterstützen.
Ein bisschen angedeutete Gesellschaftskritik kann ich auch aus der Handlung herauslesen. Die Macht der Hüter beruht nämlich auf ihrer eigenen Berühmtheit. Wer es nicht ist, wird für Kinderaugen unsichtbar und kann sogar ganz aus der Welt verschwinden. Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist das System eigentlich recht grausam. Wie Jack Frost schon anmerkt, besteht die Methode der Hüter - den Glauben der Kinder an sie zu erhalten und damit die eigene Existenz abzusichern - hauptsächlich nur daraus, die Kinder durch diverse Gaben zu "bestechen". Nun ja, den kindlichen Zuschauern dürfte es wohl kaum auffallen, daß hier im Film nicht nur ihre phantasievolle Gabe bejubelt wird, sondern auch ihr beginnendes Konsumverhalten. Dieses lassen die Filmemacher auch nur ganz kurz kritisch durch den Protagonisten vermerken. Doch letztendlich kann auch er sich nicht dem System entziehen. Eigentlich ein trauriges Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Ich würde sogar die volle Punktzahl vergeben. Die Charakerzeichnung wäre es wert. Doch für mich als Erwachsene ist die Handlung allgemein betrachtet doch einen kleinen Tick zu naiv und einfach gestrickt. Man bewertet ja immer vom eigenen Standpunkt aus (daher liegen mir etwas erwachsenere Animationsfilme wie z.B. Shrek - Der tollkühne Held oder Rango eher).
Nichtsdestotrotz ist "Die Hüter des Lichts" ein sehenswertes Familienfilm-Spektakel. Ich kann es daher uneingeschränkt empfehlen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 25, 2013 9:48 PM MEST


Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe
Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe
DVD ~ Alden Ehrenreich
Preis: EUR 12,99

15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die perfekte übersinnliche Romanze, 8. April 2013
*
Nicht mehr und nicht weniger. Vergesst endlich TWILIGHT (welcher augenscheinlich wie ein drohender unheimlicher Schatten über allen Genrefilmen hängt). Das hier ist viel besser. Nicht so eintönig und langwierig. Die Romanze ist überzeugender. Die Phantastik-Elemente vielschichtiger und einfach cool anzuschauen. Zu Letzterem muss ich sagen, daß ich Hexen sowieso interessanter finde als Vampire. A'propos Hexen: Ich teile nicht die Meinung der Charaktere hier, daß der Begriff "Hexen" zu negativ klingt. Sie nennen sich zwar lieber "Caster", aber ich finde dieses Wort eher doof (v.a. wenn man sich die dt. Übersetzungen - es gibt mehrere - davon ansieht, z.B. Gießerin). Sie sollten sich mit Stolz Hexen nennen. Deshalb werde ich in meiner Rezi sie auch so bezeichnen.

Übrigens: Ich bin ein Fan der Buchvorlage (welche allerdings den dt. Titel "Sixteen Moons" trägt). Und nein, es stört mich nicht die Bohne, daß die Handlung etwas anders ist, Dinge weggelassen werden oder verdreht worden sind, etc. Ganz im Gegenteil. Wenn sich eine Verfilmung sklavisch an die Vorlage hält, bin ich enttäuscht. Das ist langweilig. Ich habe dann immer das Gefühl eine billige Kopie des Buches zu sehen. Dabei ist eine etwas andere Version mit eigenen Ideen doch soviel interessanter.
Kurzum: Ich liebe zwar den Roman, aber den Film liebe ich auch (selbst wenn dieser dem Buch trotzdem nicht das Wasser reichen kann - schon alleine wegen der vielen schönen Roman-Details). Aber das ist schon ein Naturgesetz bei Verfilmungen.

Die Romantik-und Phantastik-Elemente halten sich die Waage. Keines von Beiden nimmt überhand. Allerdings muss man bedenken, daß dies eben auch ein Liebesfilm ist. Also wer kein Interesse an "Liebes-Gesülze" und Knutschereien hat, der soll eben gleich die Finger von dem Film lassen. Der Untertitel lautet ja auch "eine unsterbliche Liebe", also bitte.
Wie schon am Anfang erwähnt, sehen die Magie-Darstellungen super aus. Wetterbeeinflussungen, ultraschnelles Pflanzenwachstum, etc. Ein magisches Highlight ist das "verwirrbelte" Familienessen. Zum Einen wird dem Zuschauer die ganze Dramatik um die Familienverhältnisse der Ravenwoods bewusst gemacht, zum Anderen wind die Szene aber auch durch kleine humorvolle Einlagen gelockert (v.a. dank Lenas Tante und Cousin).
Und natürlich der finale Kampf. Dieser wird nicht nur mit magischen Tricks ausgefochten, sondern ist auch ein Wort-Duell, bei dem aufgestaute Emotionen herausgelassen werden.

Die Darsteller sind toll.
Allen voran Jeremy Irons als Lenas Onkel Macon Ravenwood und Emma Thompson als Serafine bzw. Mrs Lincoln. Etwas anderes habe ich von den Beiden auch nicht erwartet. ^^ Doch auch Emmy Rossum als böse Hexen-Cousine Ridley ist super (zudem sieht sie echt sexy aus). Natürlich überzeugt auch das Hauptpaar Alden Ehrenreich als Ethan und Alice Englert als Lena in ihrem Spiel. Visuell wirken die Beiden (v.a. Ehrenreich) allerdings ein wenig deplaziert. Sie verhalten sich zwar wie Teenager, sehen aber überhaupt nicht wie welche aus. Man hätte vielleicht etwas jüngere Darsteller wählen sollen, oder die Charaktere zu College-Studenten statt Highschool-Schülern machen. Na egal.

Optisch hat der Film einige Schmankerl zu bieten.
Das Ravenwood-Anwesen sieht klasse aus. Alleine das guseiserne Tor schreit schon "Mystik". Die riesigen uralten Bäume unterstützen das Feeling noch. Überraschend fand ich allerdings das moderne Innenarchitektur-Design des alten verwachsenen Herrenhauses. Sieht aber echt schick aus.
Hübsch mysteriös erscheint auch die alte unterirdische Hexen-Bibliothek. Oder die zerfallene Ruine.
Die Kostüme haben mir ebenfalls gefallen. Damit meine ich nicht die normalen Klamotten, sondern die altmodischen Sezessionskrieg-Kleidung und auch die Hexen-Gewänder (allen voran die von Ridley).

Der Film hat - genauso wie die Buchvorlage - einen in sich abgeschlossenen Erzählbogen. Das bedeutet, es gibt hier keinen Cliffhanger. Man fühlt sich nicht gezwungen eine Fortsetzung anschauen zu müssen. Das Ende ist zwar etwas abrupt, aber nicht offen (jeder intelligente Mensch kann sich denken, wie die letzte Szene weitergehen wird).
Eine Fortsetzung wird es allerdings nicht geben. Dazu hat der Film wohl zu wenig eingespielt. Die ist zwar auch nicht nötig, aber trotzdem ... Schande über all die Nicht-Zuschauer, die WIRKLICH gute Genrefilme nicht zu schätzen wissen solchen Filmen fernbleiben, weil sie automatisch alle Genrefilme für TWILIGHT-Kopien halten (in diesem Fall ein völliger Unsinn).

FAZIT:
Ich kann den Film allen wärmstens empfehlen, die sich für übersinnliche Romanzen mit Pep interessieren.
Wer die Vorlage noch nicht kennt ... diese ist noch empfehlenswerter ->Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe

PS:
Anmerkung von mir -> Die Verfilmung eines Megaseller-Romans sorgt automatisch für die nötige Zuschauerzahl und damit auch für das nötige Einspielergebniss. Deshalb sind Filme wie TWILIGHT auch so erfolgreich. Die riesige Masse der neugierigen Fans zieht es ins Kino und voilá! ist der Film finanziell erfolgreich. Egal wie die Qualität letztlich auch sein mag. Deshalb haben Filme, die "nur" auf Bestseller beruhen (statt auf Megasellern), es auch so schwer. Ich fürchte dasselbe Schicksal wird auch die Verfilmung von "Die Chroniken der Unterwelt" treffen. Dessen Bücher sind kein Megaseller (nicht so wie TWILIGHT, "Harry Potter" oder "Die Tribute von Panem"). Aber ich hoffe, ich irre mich diesmal.
Ein etwas langes Nachwort, doch ich musste mir mal von der Seele schreiben.

Hänsel & Gretel: Hexenjäger
Hänsel & Gretel: Hexenjäger
DVD ~ Jeremy Renner
Preis: EUR 17,99

7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hänsel und Gretel - die Fortsetzung!, 8. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Hänsel & Gretel: Hexenjäger (DVD)
*
Nach „Red Riding Hood“ und „Snow White and the Huntsman“ kommt eine weitere düstere Adaption der Grimm’schen Märchen.
Um es mal gleich zu sagen: Der Film wird niemals irgendwelche hochtrabenden Filmpreise gewinnen! Aber das macht nichts.

Der Prolog des Filmes erzählt das bekannte Grimm’sche Märchen flott nach.
Der eigentliche Film setzt allerdings mehr als ein Jahrzehnt später an. Hänsel und Gretel sind zu berühmt-berüchtigten Hexenjägern geworden, d.h. sie jagen und vernichten jene Hexen, welche unbescholtene Bürger heimsuchen. Der neueste Fall bringt sie deshalb nach Augsburg, wo eine auffallend große Zahl von Kindern entführt worden ist. Wie die Geschwister recht schnell herausfinden, plant eine Hexen-Gruppe offenbar ein großes Ritual in der Nacht des Blutmondes. Was sie aber nicht wissen ist, dass die Oberhexe Muriel auch die Geschwister mit einbeziehen will. Zudem hat sie wie es scheint, was mit der nebulösen Vergangenheit der Beiden zu tun.

Soweit zur Handlung.

Um was für eine Art von Film handelt es sich bei „Hänsel und Gretel – Hexenjäger“ eigentlich? Der Film weist Elemente auf aus den Genren Horror, Fantasy, Comedy und Action.
Es gibt viel Splatter und Gore. Dementsprechend werden viele Leute (darunter v.a. die bösen Hexen) erstochen, zerschnitten, zermalmt, verbrannt, etc. Eigentlich mag ich So was gar nicht. Doch in diesem Film funktioniert es, dank der Comedy-Elemente, welche hier mit einfließen. Makabrer Humor sozusagen.
Durch die vielen akrobatisch anmutenden Kämpfe, weist der Film auch eine gehörige Portion an Action auf. Dank der Geschlechtergleichberechtigung dürfen sowohl Hänsel als auch Gretel sich martialisch austoben.
Phantastik spielt natürlich durch die Existenz besagter Hexen eine Rolle, aber auch durch die Existenz von Anachronismen (dazu später noch was).

„Hänsel und Gretel – Hexenjäger“ spielt in einer Art Pseudo-Deutschland des frühen 19.Jahrhunderts … genauer gesagt in Augsburg und den Wäldern Drumherum. Die Kostüme weisen zumindest darauf hin (doch selbst wer sich damit nicht auskennt … die Existenz von Schusswaffen deutet ganz klar darauf hin, dass die Story nicht im Mittelalter spielt).
Kulissen gibt es nicht viele. Es sind eigentlich nur einige Stellen in der Stadt Augsburg (klischee-mäßig aus Fachwerkhäusern bestehend) und das Lebkuchenhaus der Hexe sowie die Hütte, in welcher die beiden Geschwister als Kinder gelebt haben. Ansonsten gibt es viel freie Natur zu bestaunen (v.a. Wald).
Ein besonderes Augenmerk verdient die visuelle Darstellung der Hexen. Mit Ausnahme der Oberhexe Muriel sehen die Hexen eigentlich aus wie weibliche Dämonen … und verhalten sich auch so. Das Klischee der bösen Märchenhexe wird hier ausgereizt und in neue Höhen getrieben.

Nun komme ich zu den o.g. Anachronismen.
Da die Story eindeutig in der Zeit der Industrialisierung angesiedelt ist, mutet es etwas merkwürdig an, wenn auf dem Richtplatz von Augsburg eine junge Frau der Hexerei beschuldigt wird und verbrannt werden soll. Eigentlich wurde dies bereits in der Zeit der Aufklärung (18.Jhd) abgeschafft. Andererseits herrschen in diesem Film andere historische Regeln (eine davon ist, dass es hier eben tatsächlich echte Hexen gibt und die Menschen auch von ihnen wissen).
Doch auch die Ausstattung ist z.T. ziemlich anachronistisch. Ganz besonders die Waffen der Geschwister. Es sind eigentlich moderne Waffen im Retro-Look. Ziemlich „steampunk“ artig.
Nicht zu vergessen der Sidekick-Fan der beiden Hexenjäger mit seiner altmodischen inoffiziellen Merchandising-Sammlung.
Die moderne musikalische Untermalung mit Heavy Metal Sound passt da wie die Faust aufs Auge.
Wie man sieht, ist das Vorhandensein diverser moderner Elemente absolut gewollt.
Und das Ergebnis sieht entsprechend aus.

Eigentlich hat der Film nur eine große Schwäche. Die Handlung ist ziemlich vorhersehbar. Ich konnte alle überraschenden Wendungen schon vorher erraten. Nun, eigentlich wird man durch die – nicht allzu subtilen – Andeutungen praktisch mit der Nase darauf gestoßen.
Aber, immerhin erfährt man hier die wirklichen Umstände der Aussetzung von Hänsel und Gretel als Kinder im Wald.
Eine kleinere Schwäche ist die Verwendung der Kindernamen der beiden Protagonisten auch im Erwachsenen-Alter. Bei Gretel kann man dies noch verschmerzen. Doch einen muskelbepackten Kerl Hänsel zu nennen, ist doch etwas komisch. Man hätte ruhig Hans zu ihm sagen können.
Doch es handelt sich hierbei um einen US-Film. Die Amis kennen sich mit deutschen Namen eben nicht besonders aus. Außerdem wollte man wohl nicht auf die Nähe zur Märchenvorlage verzichten und hat auf einen Wiedererkennungswert gesetzt.
Es wird auch im Film nicht geklärt, warum die Hexen überhaupt Kinder fressen wollen, doch das ist offenbar gar nicht von Belang (wer’s trotzdem wissen will, der kann sich ja mal ein Sachbuch zur historischen Hexenverfolgung besorgen ... da den vermeintlichen Hexen früher tatsächlich nachgesagt worden ist, sie würden Kinder fangen und verspeisen).

Die schauspielerischen Leistungen sind nicht wirklich nennenswert. Doch offenbar hatten die Darsteller viel Spaß beim Filmen.

Alles in Allem hat mir „Hänsel und Gretel – Hexenjäger“ jedoch gut gefallen.
Ich kann den Film erwachsenen Horror-Fantasy-Fans empfehlen. Ich sage bewusst „erwachsenen“, da mir die FSK 16 bei all den Splatter-Szenen etwas gering erscheint (und ich bin da nicht mal pingelig). Ich nehme an, dies ist dem Galgenhumor zu verdanken. Mit der Verbindung zur Comedy ist dies offenbar von ‚ner ganz anderen Seite zu betrachten als bloße Splatter-Filme.

Also, in dem Sinne: “Don’t eat the f***ing candy!”
Viel Spaß!

3.5

Rubinrot
Rubinrot
DVD ~ Maria Ehrich
Preis: EUR 14,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der erste Teil der Edelstein-Trilogie, 2. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Rubinrot (DVD)
*
Es st zwar schon etwas länger her, seit ich "Rubinrot" las, doch merk ich, daß der Film ziemlich von der Buchvorlage abweicht (besonders zum Ende hin). Man gestattet sich hier ein paar chronologische Freiheiten und auch zusätzliche Szenarien.
Doch eine Frage sei erlaubt: Ist anders gleichbedeutend mit schlecht? Meiner Meinung nach - keinesfalls!
Durch die Andersartigkeit wirkt der Film frischer und weniger wie ein müder Abklatsch des Romans.
Die Hauptsache für mich ist, daß der Film mir - unabhängig von der Vorlage - gefällt. Und das ist hier der Fall.

Der Film besitzt gute Zutaten. Er ist abwechslungsreich, spannend, abenteuerlich und sehr humorvoll (v.a. dank Gwens skurriler Tante ^^).
Die Darsteller von Gwendolyn und Gideon passen. Die langsam aufkeimende Zuneigung (nach anfänglicher Antipathie) zwischen den Beiden wirkt auf mich überzeugend. Sie lässt sich viel Entwicklungszeit und erscheint dadurch nicht aufgesetzt.

Die Kulissen (London von 1912, die Schule, das Geheimlogen-Institut, etc.) sind einfach prächtig anzuschauen.
Ebenso die Kostüme. Ich fand besonders die Mode des 18.Jahrhunderts (mit ihrem Hang zu Übertreibungen und allerlei Firlefanz) schon immer interessant.

Zu schade, daß es (bisher) nur wenige Zeitebenen gibt, auf welche "gesprungen" wird (hauptsächlich sind es die Jahre 1912 und 1782). Ich habe die Folgebände nicht gelesen, daher weiß ich nicht, ob sich dies ändert. Ich würde dies aber gerne in einer filmischen Fortsetzung visuell erleben.

FAZIT:
Ich kann den Film "Rubinrot" allen empfehlen, die auf phantastische Jugendfilme stehen.
Auch Buchfans könnten den Film geniessen (zumindest diejenigen, welche den Film als eigenständige Version betrachten).

The Woods
The Woods
DVD ~ Agnes Bruckner
Wird angeboten von FLASH
Preis: EUR 9,24

2.0 von 5 Sternen Wirr und krude, 24. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Woods (DVD)
*
Ich muss sagen, daß dieser Film ziemlich wirr und krude ist. Die Handlung macht irgendwie kaum Sinn. Die Charaktere agieren und reagieren teilweise ziemlich absurd ... manchmal sogar unfreiwillig komisch!
Ausserdem bietet der Film zu wenig Hintergrundwissen.
Es bleiben viele Fragen offen, wie z.B. Wer oder was sind diese ... Hexen(?). Wer ist schuld an deren Fluch? Was GENAU beinhaltet besagter Fluch und warum wurde er überhaupt verhängt? Wozu diese peniblen Gesangstunden und v.a. dieses absurde Steine-Aufeinanderstapeln? Wieso ist das Gestrüpp hier überhaupt beweglich? Stehen die Leute aus dem nahegelegenen Städtchen eigentlich unter dem Hexenbann oder sind sie einfach nur blöde?

Dazu kommt noch, daß diese Flüsterstimmen überall (Zitat: Wir lieeeben dich! Erlöööse uns! Töööte!) einfach nur albern sind und ganz und gar nicht unheimlich. Besonders in der deutschen Synchro.

Die Idee ist an sich nicht schlecht, nur überhaupt nicht (logisch) ausgearbeitet.
Visuell ist der Film hingegen solide.

FAZIT.
Sinnfreier Esoterik-Horror. Nicht empfehlenswert.
Seht euch stattdessen lieber Don't Be Afraid of the Dark an.

Die Chronik des Eisernen Druiden 1: Die Hetzjagd
Die Chronik des Eisernen Druiden 1: Die Hetzjagd
von Kevin Hearne
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen The Iron Druid Chronicles - Hounded, 21. März 2013
*
Ich war schon immer ein Fan der keltischen Mythologie. Leider gibt es irgendwie kaum Romane (oder Filme), die sich dieser Thematik bedienen. Griechische oder auch nordische Mythologie ... da gibt es haufenweise Geschichten von, auch im Jugendbuchbereich! Doch keltisch-mythische Geschichten drehen sich meist eher um die Artus-Sage. Oder (in den letzten Jahren gehäuft) um Elfen & Feen (welche aber nur einen kleinen Teil dieser Mythen ausmachen).
Ich hatte bisher nur eine einzige Buchreihe gelesen, die sich etwas intensiver mit dem Thema befasste. Das wäre die Zeitenwende-Trilogie von Mark Chadbourn. Diese ist allerdings manchmal etwas langwierig und zäh wie Kaugummi.
Nicht so dieses Buch. Passend zum Titel des ersten Bandes ist die Handlung eine regelrechte Hetzjagd. Ein Ereignis jagt das Nächste. Natürlich bleibt da manche Charakterdarstellung auf der Strecke, aber dies ist ja auch der erste - nicht sehr dicke - Band (von geplanten 9 Bänden, von denen bereits 6 auf englisch erschienen sind). Da kann ich schon mal drüber wegsehen. Es ist schliesslich erst der Anfang einer grossen Geschichte. Jedenfalls wird der Leser nicht eine Seite gelangweilt. Er wird von Anfang an ins kalte Wasser geworfen und von den Ereignissen regelrecht erschlagen.

Der Protagonist ist ein 2100 Jahre alter (wegen seiner Unsterblichkeit allerings jung aussehender) irischer Druide namens Atticus O'Sullivan, welcher sich (aktuell) in Arizona niedergelassen hat und einen Esoterikladen betreibt. Er kann sich telepathisch mit seinem irischen Wolfshund namens Oberon unterhalten und hat auch ansonsten so einige magische Tricks auf Lager. Ist ausserdem quasi "per du" mit der Totengöttin Morrigan (wahlweise als Krähe oder sexy Frau erscheinend) und wird von dem Gott Aenghus Óg gejagt, weil er diesem vor Urzeiten mal ein magisches Schwert abgeluchst hat.

Die keltische Mythologie stellt zwar den Schwerpunkt aller Phantastik-Elemente dieses Buches dar, wird aber um einige anderweitige Fantasy-Figuren erweitert wird. So darf man hier - neben einigen typisch keltisch-mythischen Gestalten - auch andere mystische Wesen erwarten, wie z.B. ein Werwolfrudel oder einen Vampir-Anwalt. Ebenso einen polnischen Hexenzirkel oder eine - von einem indischen Geist - besessene Kellnerin. Und das sind nur ein paar der skurrilen Charaktere. Da hat Atticus wirklich alle Hände voll zu tun.

Nun ist das Buch zwar zum grössten Teil auf Action ausgelegt, doch erfährt man in den ruhigeren Momenten viel über die Person des Druiden. Besonders amüsant finde ich seine inneren Monologe, welche er oft mit sarkastischem Humor betreibt. Ebenso witzig sind seine Zwiegespräche mit Oberon. Obwohl Atticus ihm die - geistige - Menschensprache beigebracht hat, besitzt Oberon immer noch das einfache Gemüt eines Tieres und kommentiert viele "Menschenangelegenheiten" dementsprechend. ^^

Im Anhang des Romans ist ein Register mit den - im Buch vorkommenden - irisch-gälischen Namen und Begriffen und deren Aussprache. Das ist sehr nützlich, da das Gälische doch ziemlich schwer auszusprechen ist.
Ich hatte mich zu Anfang gewundert, warum ein "alter" irischer Druide einen solch un-irischen Namen trägt. Man erfährt, daß sein eigentlicher Name Siodhachan í Suileabháin lautet *uffz* Doch zum Glück für den Leser hat er sich für einen griechisch-lateinischen Vornamen als Alias entschieden und für seinen Familiennamen die englische Schreib-Version gewählt (die Aussprache von "í Suileabháin" und "O`Sullivan" sind gleich).

Die deutsche Cover-Illustration finde ich - obwohl passend zum Inhalt - nicht so ansehnlich wie die amerikanische. Das liegt aber nur daran, daß ich echte Charakter-Abbilder besser finde als gezeichnete.

Der Autor Kevin Hearne hat jedenfalls mein Interesse geweckt (übrigens frage ich mich, ob das sein echter Nachname ist, denn dieser klingt nach "Herne dem Jäger" - einer ebenfalls keltischen Mythologie-Figur -Zufall?)
Der Kauf der Folgebände ist daher ziemlich sicher. Hoffentlich erscheinen diese baldmöglichst.

FAZIT:
Wer auf humorvolle, sowie Action- und abwechslungsreiche (Urban) Fantasy steht, für den dürfte dieser Roman genau das Richtige sein.

"Die Chronik des Eisernen Druiden" (OT: The Iron Druid Chronicles) wird in Amerika sogar schon als Nachfolger von "Harry Dresden" betrachtet.

PS:
Wer übrigens mehr über die keltische Mythologie erfahren will (damit dürften sich wohl die Wenigsten wirklich auskennen), dem würde ich das illustrationsreiche Sachbuch Der keltische Götterhimmel von Voenix empfehlen. Dieses Nachschlagewerk bietet einen wirklich guten Überblick über die Götter, Helden und Kreaturen der keltischen Mythologie (sowie Zusammenfassungen der dazugehörigen Sagen).

Die Original-Ausgabe des ersten Bandes -> Hounded

Eine Überraschung zum Fest (OmU)
Eine Überraschung zum Fest (OmU)
DVD ~ Keith Jordan
Preis: EUR 12,99

4.0 von 5 Sternen Make the Yuletide Gay, 21. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Überraschung zum Fest (OmU) (DVD)
*
Eine Überraschung zum Fest" ist ein amüsanter Schwulenfilm. Zwar klischeebeladen, aber dennoch nicht ohne Überraschungen (wie der Titel schon verspricht).
Der Humor beruht v.a. auf Wortwitz. Auf zweideutigen Äusserungen, welche zu - gedanklichen - Missverständissen (und damit zum Amüsement des Zuschauers) führen. Ich habe mehr als einmal lauthals lachen müssen.
Allerdings würde ich empfehlen sich nur auf das gesprochene Englisch zu konzentrieren (wer des Englischen mächtig ist), denn der deutsche Untertitel lässt den originellen Wortwitz etwas auf der Strecke bleiben. Da hat man mehr von.

Da der Film eine FSK 12 hat, erwarten den Zuschauer nix weiter als zärtliche Küsse. Und selbst die sind rar gesät, da man(n) vor den Eltern die Heteros spielen muss.

Wer harmlose und charmante Schwulenfilme mit Happy End mag, für den ist "Eine Überraschung zum Fest" das Richtige. Ich würde denen ebenfalls den Film Chance High School Abenteuer empfehlen.

Davids Geburtstag (OmU)
Davids Geburtstag (OmU)
DVD ~ Alessandro Gassman
Preis: EUR 12,99

3.0 von 5 Sternen Wenn der Mann mit dem Knaben ..., 19. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Davids Geburtstag (OmU) (DVD)
*
"Davids Geburtstag" erinnert vage an Viscontis "Tod in Venedig". Doch ich finde auch eine Spur von "Die Reifeprüfung" (allerdings die schwule Variante davon). Das Ganze spielt allerdings in der Gegenwart.
Der 18-jährige David sieht aus wie ein junger griechischer Gott. Oder wie die gleichnamige Statue von Michelangelo. Ehrlich, ich habe kaum einen schöneren Mann gesehen (ich steh allerdings auf Blondlöckchen, also daher wundert es mich nicht ...). Doch auch der ältere Matteo sieht zum Anbeissen aus mit seinem Dreitage-Bart und dem sinnlichen Schmollmund.
Sehenswert ist auch das italienische Küstengebiet, in welchem die Handlung spielt. Da kommen Einem gleich Urlaubsgefühle hoch.
Einzig die persönlichen Probleme unserer Urlaubsgruppe trüben etwas die lockere Stimmung. Allen voran die Tatsache, daß Matteo, ein gebildeter und verantwortungsbewusster Psychologe, Ehemann und Vater sich plötzlich in David, den Sohn seines besten Freundes (welcher in den USA studiert und nun gemeinsam mit seinen Eltern und deren befreundeten Ehepaar Urlaub macht) Hals über Kopf verliebt. Lange weigert sich der eher kühle Analytiker seine Gefühle vor sich selber anzuerkennen, obwohl er dem Charme des jungen Mannes innerlich immer mehr verfällt und stets dessen Nähe sucht. Doch auch der beste Freund Djego hat so seine Sorgen mit Sohnemann David, welchen er für zu verweichlicht und unmännlich hält, nur weil dieser etwas verschlossen ist und sich nicht besonders für Mädchen interessiert (auf die naheliegende Erklärung dafür kommt wohl keiner der Typen). Davids Mutter Shary ärgert sich über ihren kaum anwesenden Ehemann Djego, welcher sie betrügt, und ihr wegen der "laschen" Erziehung von David Vorwürfe macht. Matteos Ehefrau Francesca hingegen fühlt sich ihrem hochnäsigen Mann unterlegen und versteht auch die aktuellen agressiven Gemütsschwankungen von Matteo nicht (welche natürlich darauf beruhen, daß der Mann sich grade in David verliebt und deshalb völlig verwirrt ist). Einzig Davids depressiver Onkel Leonard, dessen Frau sich kürzlich umgebracht hat, scheint zu kapieren, was da für eine unausgesprochene Sache zwischen seinem Neffen und dem Freund der Familie abläuft.
So schreiten die Urlaubstage voran, bis die Situation an Davids Geburtstag eskaliert.

Ich muss leider sagen, daß mich das Ende etwas verwirrt hat. Es ist - gelinde gesagt - ein ziemliches Un-Happy-End (ich finde, daß sollten die Zuschauer von vornherein wissen). Doch was wollten die Filmemacher eigentlich damit zum Ausdruck bringen? Daß man(n) besser niemals seinen neuentdeckten homosexuellen Neigungen nachgeben sollte, weil man mit einer Tragödie höchsten Ausmaßes "bestraft" wird? Daß verbotene Leidenschaften ein böses Ende finden?
Offensichtlich stehen die Italiener auf Liebestragödien, denn es wird im Verlauf der Handlung des Öfteren ein Bezug zur Wagner-Oper "Tristan und Isolde" gemacht. Gleich am Anfang des Filmes sehen die Film-Charaktere ein paar Szenen aus besagtem Stück. In einer wird gezeigt, wie die beiden Opern-Charaktere den Liebestrank zu sich nehmen und daraufhin unwiderruflich einander verfallen. In einer weiteren Szene sieht man die beiden nunmehr halbnackten Opern-Charaktere singend ihrem tödlichen Schicksal entgegenschauen. Später sieht man Matteo zu den gleichen wagner'schen Opernklängen David sein Bierglas reichen, aus dem er bereits auch schon getrunken hat. Dabei berühren sich die Finger der Beiden ganz zärtlich. Eine direkte Anspielung auf den besagten Liebestrank von Tristan und Isolde. Am Höhepunkt des Filmes (in mehr als einer Hinsicht) erklingen dann wieder die dramatischen Klänge der Oper.

A'propos Klänge: Fans alter italienischer Songs kommen hier auf ihre Kosten. Ich z.B. werde nunmehr gaaanz bestimmte Bilder im Kopf haben, wenn ich wieder die alte Schnulze "Maledetta primavera" höre. Zu dem leidenschaftlichen Song sieht man nämlich im Film den hübschen und nackten (!) David heftig auf seinem Bett masturbieren, während der nicht weniger erhitzte Matteo ihn dabei - wieder mal - heimlich bespannt (ja, o.k. ich bin ein bisschen schweinisch veranlagt ^^).

Wo ich schon dabei bin. Ein bisschen freizügig ist der Film schon. Obwohl er sich bei den erotischen Szenen ein wenig bedeckt hält (sonst würde das Ganze doch glatt in die Porno-Sparte rutschen), darf man hier - neben schönen Oberkörpern - auch hübsche nackte Männerhintern bewundern und sogar kurz die Frontalansicht (natürlich unbedeckt *grins*).

Normalerweise würde ich vier Sterne geben, aber das seltsam geartete - offene - Ende gefällt mir nicht. Deshalb gibt's nur drei.

PS:
Wer übrigens auf verbotene Leidenschaften unter Männern mit Happy End steht, für den dürfte der brasilianische Film From Beginning To End gut geeignet sein.

Hotel Transsilvanien
Hotel Transsilvanien
DVD ~ Ramin Djawadi
Preis: EUR 8,97

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Monster-Komödie, 11. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Hotel Transsilvanien (DVD)
Ehrlich gesagt, erinnert mich "Hotel Transsilvanien" viel mehr an "Die Munsters" oder auch "Die Addams Family" als an "Die Monster-AG". Hier werden die klassischen Monster (z.B. Dracula, Frankenstein, Wolfman, Mumie, Zombie, etc) humorvoll dargestellt. Und das sogar, ohne ihre gruselige Herkunft völlig zu verleugnen. Dracula und seine Tochter sind besonders traditionelle Vampire, die sich in Fledermäuse verwandeln, bei Sonnenlicht kokeln und sogar Leute hypnotisieren können. Einzig die grausame Menschen-Abschlachterei fehlt hier. Ganz im Gegenteil. Die Monster fürchten sich vor den Menschen. Draculas Frau wurde von ihnen getötet, weshalb der Graf ganz erpicht darauf ist, seine Tochter gut beschützt zu wissen ... im Hotel Transsilvanien, einem Refugium für Monster-Touristen. Natürlich geht dies nur auf Kosten der persönlichen Freiheit, nach der sich Töchterchen Mavis sehnt. Bis eines Tages sich ein schräger Student namens Jonathan vor Draculas Schlosstüre verirrt ... und dieser ihn - um den Ruf seines menschenfreien Hotels besorgt - kurzerhand in ein Monster umstylt. Von da an geht es rund.

"Hotel Transsilvanien" ist harmlos und daher als Familienfilm gut geeignet - trotz seiner gruseligen Protagonisten.
Ein Gag jagt den Nächsten (ich musste ganz besonders bei jener Szene lachen, in welcher Jonathan sich TWILIGHT anschaut und Draculas Reaktion darauf).

Ich würde sagen, wer schon Nightmare Before Christmas, Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche oder ParaNorman mochte, mit "Hotel Transsilvanien" nicht viel falsch machen kann.

Weißer Schrecken: Roman
Weißer Schrecken: Roman
von Thomas Finn
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen A Krampusg'schicht!, 24. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Weißer Schrecken: Roman (Taschenbuch)
*
Eigentlich bin ich gar kein Fan von Mystery Thrillern, sondern stehe mehr auf Phantastik. Allerdings kenne und mag ich von Thomas Finn seine "Chroniken der Nebelkriege". Daher habe ich diesem Buch eine Chance gegeben. Zudem fand ich die Thematik sehr interessant.

So auf Anhieb könnte ich nur drei Romane aus dem Genre der Mystery nennen und die sind alle von Stephen King (Carrie, Friedhof der Kuscheltiere, ES).
Tatsächlich erinnert "Weisser Schrecken" vage an "ES". Aber nur in seinen Grundelementen, die da wären: Eine Gruppe von Kindern (hier Jugendliche) tritt gegen das uralte Böse an, welches ihren kleinen Wohnort seit Ewigkeiten heimsucht. Das wär's auch schon mit den Ähnlichkeiten. Die Ausarbeitung ist völlig verschieden. Ich muss gestehen, daß ich "Weisser Schrecken" sogar lieber mochte als "ES". Einfach weil dieser Roman hier nicht ganz so brutal ist und ausschweifend erzählt. Zudem interessiert mich die europäische Vergangenheit mehr als die amerikanische.

Wer hätte gedacht, daß deutsches ländliches Brauchtum so exotisch erscheinen kann?
Was haben der Krampus bzw. Knecht Ruprecht eigentlich mit dem hl. Nikolaus, einem deutschen Märchen, Kelten und Germanen, sowie Kinderbischöfen zu tun? Der Roman erklärt es und verwebt das Ganze zu einem spannenden übersinnlichen Krimi mit vielen Gruselelementen.
Mit jeder Seite erfahren die Protagonisten (und mit ihnen auch die Leser) immer mehr über das Mysterium ihres Dorfes.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr wollt ich wissen, wie es weitergeht. Die Auflösung ist dann auch ziemlich überraschend (vielleicht auch nur, weil ich sonst keine Mystery lese, aber als Laie kann ich dies eben behaupten ^^).
Den "Knecht Ruprecht" mal als echte Gefahr darzustellen, ist auch originell.

Wenn/falls Thomas Finn einen Fortsetzungsroman schreibt, werde ich den auch lesen. Vielleicht vermiest uns der Autor mal andere Feste? Allerheiligen bzw. Halloween würde sich da z.B. sehr empfehlen.

Ich wünschte nur es gäbe mehr solche Thriller, in denen alte Mythen in die Gegenwart transportiert werden.

PS:
Wer sich den Weihnachtsmann auch vermiesen lassen möchte, dem empfehle ich folgende schwarzhumorige Film-Satire aus Finnland: Rare Exports - Eine Weihnachtsgeschichte

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