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Rezensionen verfasst von
Fee et Magnhor

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Klingenfieber: Roman
Klingenfieber: Roman
von Tobias O. Meißner
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von unbändiger Frauenemanzipation und triebhaftem Wahnsinn, 23. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Klingenfieber: Roman (Broschiert)
Ich kann mir wieder einmal nicht erklären, was sich Lektoren und Verleger dabei denken, wenn sie Klappentexte zu Romanen verfassen. Für dieses Buch liest sich das so an, als würde eine Amazone auf einem blutigen Feldzug drei ihrer Feindinnen zum Kampfe stellen wollen und dann noch Größeres, Ungeahntes erwarte.
Im Grunde stimmt der Beginn: Ja, eine weibliche Schönheit, die mit dem Schwert umzugehen weiß, ist auf Reise und hinterlässt eine blutige Spur hinter sich, mit der einzigen Motivation, ihre Ablehnung – ihren Hass vielmehr – gegenüber Männern und deren HERRschaften auf resolute, konsequente Weise zum Ausdruck zu bringen. Ihr weiteres Vorgehen, nachdem sie davon erfährt, dass ihre drei „Rivalinnen“ doch noch am Leben zu sein scheinen, ist mitnichten von Kampfeslust oder dergleichen geprägt. Mehr hierzu wird aber aus Spoilergründen nicht erwähnt.
Und es wäre eben kein Meißner, wenn es denn keine verkleideten Realitätsbezüge oder anderweitige Besonderheiten gäbe. Und eine Besonderheit ist sicherlich auch eine Novität: Tobias O Meißner bringt dem Fantasyroman einen Hauch von subtiler Erotik ein, dieser Hauch legt sich während des Lesens in die Luft, ist immer wieder präsent wird dabei aber nie zu aufdringlich oder gar belästigend.
Dazu beitragen tut auch das – endlich einmal – gut gelungene Cover. Ganz im Gegensatz zum eher plump wirkenden Cover von Barbarendämmerung, dem Vorgängerroman, der (zeitgleich) in der gleichen Welt angesiedelt ist. Wie passend zu diesem Gegensatz sind weitere Gegensätze festzustellen, denn während Barbarendämmerung eine Ansammlung von chronologisch angeordneten Kurzgeschichten mit je unterschiedlichen Erzählstilen ist, hat Klingenfieber gar keine Kapitel, die gesamte Geschichte ist wie in einem Fluss geschrieben. Außerdem hat dieser Roman eine Frau als Hauptprotagonistin und keinen schweigenden Barbaren.
Neben dieser Amazone, mit dem Namen Erenis, stehen noch zwei weitere Charaktere im Rampenlicht. Zunächst ist da Stenrei, ein sechzehnjähriger, der damit von Glück sagen kann, noch kein Mann zu sein, da er sonst mit Erenis ganz und gar schlechte Karten gehabt hätte. Man taucht in den Roman ein und begleitet zunächst die Erlebnisse von diesem Knaben. Er beobachtet zufällig Erenis beim Baden an einem Fluss, worauf in ihm ein Feuer gezündet wird. Von nun an schwärmt er nur noch von dieser Frau, was dazu führt, dass er am liebsten ganz nahe bei ihr sein möchte. Und so wird er stets vor ein Dilemma gestellt: Auf der einen Seite möchte er bei ihr gut Wetter machen und auf der anderen Seite hat er ein Problem damit, was sie nahezu tagtäglich macht, nämlich Männer zum Kampf herausfordern um diese dann zu töten.
Später tritt dann noch eine weitere Figur in Erscheinung, deren Entwicklung meiner Meinung nach die interessanteste ist. Der Autor hat es in wunderbarer Weise geschafft, dem Leser Stückchen für Stückchen vor Augen zu führen wie ein Mann durch eine schier unnahbare Frau wahrlich in den Wahnsinn getrieben werden kann.
Hier sind die Rollen ganz hervorragend ausgearbeitet, von einer Frau, die sich von der Herrschaft entsagt und radikal handelt, sich von dieser befreien will und dabei zu töten bereit ist, von einem heranwachsenden Jugendlichen, der alsbald auch ein Mann wird, der schwärmt und wohl alles tut, um seiner Traumfrau möglichst nahe zu kommen; und von eben jenem schicksalhaftem zweiten Mann.
Dieser Fantasyroman, der im Übrigen zu 99% ohne Fantasyelemente auskommt, ist ein Lesevergnügen. Wieder einmal konnte ich mich kaum vom (Meißner-)Buch lossagen, zumal wurde dies dadurch erschwert, dass es keine Kapitel gibt. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne in die Tiefe gehen, welche sich für die Gegenüberstellung der Rollen von Frau und Mann interessieren, die auch mal einen Sinn für Details haben, wie in eben jenen zwar raren aber dafür sehr wertvollen und tiefgründigen Szenen in denen aufblitzt, wie die Dominanz und der Glanz des Mannes gegenüber der zu gehorchenden Frau häufig nur Schein ist, in denen zu erkennen ist, wie stark eine Frau in Wahrheit ist, wenn sie beschützt oder es versteht, soziale Bindungen zusammen zu halten.


Das Licht hinter den Wolken: Lied des Zwei-Ringe-Lands (Hobbit-Presse )
Das Licht hinter den Wolken: Lied des Zwei-Ringe-Lands (Hobbit-Presse )
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen High-Fantasy für aufmerksame Leser mit erfrischenden Ideen, 29. Mai 2013
„Das Licht hinter den Wolken“, ein Fantasyroman von Oliver Plaschka, der sich vor Jahren Tolkien als Vorlage nahm, um ein eigenes Rollenspielszenario zu kreieren und durchzuspielen . Nun präsentiert er uns das Ergebnis seiner Ideen und des Spielverlaufs, mit dem feinen Unterschied, dass das Buch statt mit Hobbits, Elfen oder Zwergen mit sogenannten Fealva, Eolyns oder Timei, humanoiden Katzenwesen, ausgeschmückt ist. Von diesen Völkern erinnerten mich aber nur die Eolyns stückweit an die aus den Sagen bekannten Elfen.
Zauberer gibt es hier natürlich auch, aber Fürsten werden Senatoren oder Dons bezeichnet und ja, auch in dieser mittelalterlich geprägten Welt scheint sich die Magie der Welt so gut wie entzogen zu haben.
Der große Gegenspieler hier nennt sich Nesaja. Er allerdings schart weder Orks- oder Troll-artige Gestalten, noch überhaupt eine Armee um sich, wie wir es von Sauron mit seinen Verbündeten kennen.
Als erfrischend und bereichernd empfand ich in diesen Roman das Phänomen um die sogenannten Wechselbälger, welche erst später eingeführt werden und eine Schlüsselrolle in dieser Geschichte einnehmen. Um keinerlei Spannung vorweg zu nehmen, soll von diesen aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden.
Nachhaltig blieb mir die Beschreibung um den Aufbau dieser Welt, wo sozusagen „unten“ die Menschen und ältere Völker leben, und „oben“ Wesenheiten existieren, die über das Schicksal der Unteren bestimmen können. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn da gibt es noch weitere Einzelheiten und Bedingungen, die hier zu nennen, ebenfalls zu weit gehen würde.

Insgesamt gesehen beschränkt sich diese Geschichte auf vier wichtige Personen:
April ist eine junge Frau, mit tragischem Hintergrund. Ihre Mutter ist mit ihrer Geburt gestorben und ihr Vater ist unglücklich und mit seiner einzigen Tochter stets unzufrieden. April bricht eines Tages aus ihrem Alltag aus und folgt endlich dem Licht einer Sonne, die nur sie und sonst niemand wahrzunehmen scheint.
Cassiopeia lernen wir als Mädchen kennen und begleiten sie bis über ihre Ausbildung hinaus. Sie erweist sich als sehr starke Persönlichkeit, die sich sehr zielstrebig, diszipliniert und konsequent überwiegend allein durchs Leben schlägt.
Der sehr misstrauische und zweifelnde Zauberer in diesem Buch heißt Sarik. Er kann sich an seine Vergangenheit nicht mehr erinnern. Er erhält einen Auftrag, den er mit Hilfe eines Irrlichts auf seine Weise verfolgt.
Schließlich haben wir noch den Fealven Janner, der lange auf der Suche nach seinem Vater war, einem legendären Befreier und Revolutionären, bevor er April kennenlernt und damit beginnen möchte, seine eigenen Geschichten zu schreiben.

Der Einstieg in diesen Roman fiel mir sehr schwer, da man relativ viele Personen kennenlernt und zunächst mit der Ordnung dieser Welt vertraut gemacht wird. Sehr erschwerend kamen dann noch häufige, zeitlich versetzte Szenenwechsel hinzu. Erst nach knappen einhundert Seiten hatte ich das Gefühl so langsam einen Überblick zu haben.
Doch auch danach gilt es, weiterhin sehr aufmerksam zu bleiben, denn weitere Personen werden vorgestellt, Legenden werden erzählt, nach denen der Blick für Konstruktion und Realität in diesem Buch leicht verwischt.
Die anfängliche Komplexität legt sich zum Glück und die Geschichte gewinnt an Fahrt. Es folgen temporeichere Szenen, Fäden werden zusammengeführt und oftmals wieder aufgefächert und Oliver Plaschka beweist Experimentierfreude, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist. Mir persönlich gefiel der Ausflug in die Kapitel, die Western-mäßig oder mit starken Tarantino-Einschlägen gestaltet sind. Auch den alchimistischen und technischen Fortschritt heißt der Autor willkommen, wenn es um Kommunikation geht, oder die Kulisse an klassische Piratenfilme erinnert.
Die Sprache ist sehr modern, wenn auch stellenweise etwas unpassend gehalten; wenn beispielsweise die Verwendung des Wortes „Liebling“ in bestimmten Dialogen noch häufiger aufgetaucht wäre, hätte ich vor lauter Kitsch-Klischee-Assoziation das Buch womöglich noch völlig aus den Händen verlieren können.
Dem gegenüber stehen jedoch auch einige bildgewaltige Szenen, die selbstverständlich auch auf den Schreibstil zurückzuführen sind. Der Autor schafft in diesen Passagen dichte Atmosphären, die von wunderschönen Mysterien, wahrlich zauberhaften Melodien zu düsteren Endzeitstimmungen bis hin zu abstrakten, gänsehauterzeugenden Ungeheuerlichkeiten reichen.

Keinesfalls liefert uns Oliver Plaschka hier eine Novität, doch hat er viele gute Ideen integriert, um für frischen Wind zu sorgen. Die Geschichte fordert aufmerksame Leser, bietet Tiefe und Spannung, ist vielschichtig, abwechslungsreich und überraschend bis hin zum großen Schluss, bei dem für jedermann was dabei sein könnte.


ESPRIT Jungen Jacke I07X46, Gr. 104/110, Blau (460 STAR BLUE)
ESPRIT Jungen Jacke I07X46, Gr. 104/110, Blau (460 STAR BLUE)

5.0 von 5 Sternen Sehr warme Jacke, 18. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: ESPRIT Jungen Jacke I07X46 (Textilien)
Ich hatte für unseren Sohn schon die Vorgängergröße bestellt und bin auch mit dieser hier sehr zufrieden.
Die Jacke fällt meines Erachtens eher groß und auch relativ lang aus.
Sie schließt dicht am Hals und hat Strickbündchen am Ärmel.
Farbe wie abgebildet, ein schönes leuchtendes Blau.


Nähen im japanischen Stil: 8 Grundschnitte für 25 Kleidungsstücke
Nähen im japanischen Stil: 8 Grundschnitte für 25 Kleidungsstücke
von Shufu To Seikatsu Sha
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alternative Kleidung, 25. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich besitze das Buch jetzt seit 5 Tagen und habe schon das 2. Stück fertiggestellt.
Und ich werde beide Teile wirklich sehr gerne tragen!
(Was bei meinen bisherigen Nähergebnissen nicht oft der Fall war)
Ich habe bislang das Hemd und die Raglan-Bluse genäht - beides fällt seeehr weit aus, daher ist es gut, dass die Maße des fertigen Kleidungsstücks angegeben sind. Ich habe das beim Hemd nicht beachtet und bin aus allen Wolken gefallen, wie breit es in Größe S ausfällt (Brustweite 120 cm, das weiteste Stück der ganzen Kollektion).

Es wird einem ganz nebenbei nähergebracht, wie durch minimale Änderungen ein völlig neues Kleidungsstück erstehen kann.
Das motivierte mich, gleich selbst einige Änderungen vorzunehmen, wenn etwas nicht ganz nach meinem Geschmack war.

Alles in allem meiner Meinung nach ein sehr alternativer Style, durch die Materialien ziemlich "öko", also genau, was ich gesucht hatte!


Living Kitzbühel Babyklettschuh uni GOTS 2266, Mädchen Hausschuhe, Blau (navy 573), EU 27
Living Kitzbühel Babyklettschuh uni GOTS 2266, Mädchen Hausschuhe, Blau (navy 573), EU 27
Wird angeboten von gestiefelte-kids

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Hausschuh!, 31. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Optimale Passform, sehr gute Haltbarkeit, schöne Farben.
Wir bestellen den Schuh schon zum 3. Mal.
Zwischendurch hatte ich Schuhe von Nanga und Gießwein bestellt, die aber in der Festigkeit des Schurwollmaterials nicht so beständig bleiben.
Vor allem der Nanga-Berg-Hausschuh ist fürs 2. Kind schon zu sehr geweitet.
Kaufe ab jetzt nur noch diesen Schuh.
Auch optisch sehr ausgewogen in der Form, nicht zu klobig.


Haflinger Smily 311013, Unisex - Erwachsene Pantoffeln, Braun (schoko 552), EU 38
Haflinger Smily 311013, Unisex - Erwachsene Pantoffeln, Braun (schoko 552), EU 38

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr gut, fällt klein aus, 31. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
wie von anderen bereits beschrieben, fällt der Schuh ziemlich klein aus. Ich habe Gr. 37, habe 38 bestellt und die passt mir gerade noch.
Ansonsten schöner gemütlicher Pantoffel, optisch ziemlich breit, was mich aber nicht stört.


Moses 9644 - Expedition Natur Kinder Profi Taschenlampe
Moses 9644 - Expedition Natur Kinder Profi Taschenlampe
Wird angeboten von Ihr Verlagsservice Deutschland - kostenloser Versand (deutschlandweit)
Preis: EUR 11,08

3.0 von 5 Sternen schade!, 27. Oktober 2012
= Haltbarkeit:5.0 von 5 Sternen  = Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen  = Pädagogisch wertvoll:5.0 von 5 Sternen 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als wir die Taschenlampe bekommen haben, war die Verpackung auf jeden Fall schon einmal geöffnet. Die Batterien waren originalverpackt.
Leider geht die Lampe aus unerfindlichen Gründen nicht.

Ich schicke sie zurück, leider.


Der Prinz der Schatten: Roman - Der Schattenprinz 1 (Schattenprinz-Trilogie, Band 1)
Der Prinz der Schatten: Roman - Der Schattenprinz 1 (Schattenprinz-Trilogie, Band 1)
von Torsten Fink
  Broschiert
Preis: EUR 15,00

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 200 Seiten weniger ... !, 25. August 2012
In einer fiktiven mittelalterlich geprägten Welt um „Das goldene Meer“ führt uns Torsten Fink für zwei Tage(!) nach Atgath, einer städtischen Burg, in der Geheimnisse verborgen liegen, von denen nur sehr wenige Menschen wissen sollten. Doch relativ schnell wird in der Geschichte klar, dass nicht alle Geheimnisse unter den ausgewählten Menschen behalten werden konnten. Starke und machthungrige Personen zieht es in die Stadt, um die Geheimnisse für sich zu lüften und zu nutzen. Nur das Herz aller Geheimnisse blieb tatsächlich verborgen, welches in einfachster Weise äußerst fatale Folgen für die Welt mit sich ziehen kann.
Zur Fantasy wird diese Geschichte dann noch durch die Existenz von Magie und einem Volk, das Torsten Fink Mahre nennt. Friedfertige, kleine, feingliedrige und blasse Wesen, die von den Menschen zurückgezogen leben und nur noch als Legenden oder gar als Märchengestalten gelten.
Es gibt mehrere Orden der Zauberkünste, welche neben den Mahren noch Magie zu nutzen wissen, zu der auch der Orden der "Schatten" gehört. Als "Schatten" wird ein Solcher bezeichnet, der durch Zauberkünste in Diensten eines Diebes oder Mörders tritt und sich dabei ungesehen zu bewegen vermag oder außergewöhnliche Kampfkünste zur Geltung bringt.

Erzählt wird immer im Wechsel aus der Sicht vieler unterschiedlicher Charaktere. Zu den wichtigsten gehört hierbei natürlich der im Klappentext erwähnte Assassine, der nach einem Unfall sein Gedächtnis verloren hat. Unter schwersten Bedingungen sucht er schließlich nach seinem verloren gegangenen Ich, weil er als Hauptverdächtiger eines Mordes erklärt wurde und so nicht nur von den Wachen, von einer Räuberorganisation oder gar der Bürgerwehr gesucht wird.
Dann ist da der schon seit Jahren verwitwete Köhler Heiram Grams und seine etwa 17-jährige Tochter Ela. Letztere ist in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten und kümmert sich um ihre zwei jüngeren Brüder und den Vater, der seinen Kummer schon seit Jahren im Alkohol ertränkt.
Heiram Grams ist es auch der den ersten Kontakt mit dem Assassinen bekommt. Auf seinem Heimweg von Atgath findet er ihn bewusstlos in einem Bach. Einem unergründeten Impuls folgend schleppt er den Bewusstlosen mit nach Hause, um den sich schließlich auch wieder seine Tochter kümmert.
Im geheimen Auftrag ist der Meistermagier Faran Ured unterwegs. Auch er hat schon sehr früh Kontakt mit dem Namenlosen und der Familie. Er gibt sich stets als einen harmlosen und hilfswilligen Pilger aus. Diese Rolle beherrscht er perfekt, jedoch steckt in ihm weit mehr, geprägt von einem vermutlich einzigartigen Werdegang.
Nestur Quent, stolz und eigenwillig, ist der zweite magische Hochmeister des Romans. Er steht in Diensten des Herzogs von Atgath, Hado III. Anstelle seines Verantwortungsbereichs als Kanzler gewissenhaft nachzukommen, widmet er sich derzeit am liebsten seinem persönlichen Interesse, der Sternenforschung. Stattdessen überträgt er die Aufgaben seinem Assistenten Bahut Hamoch. Erst als es fast schon zu spät ist, bemerkt er endlich was so alles in seiner Stadt vor sich geht.
Auch Hamoch ist Zauberer und schon viele Jahre in Lehre von Quent. Allerdings scheint er die Grenze im Ausbau seiner magischen Fähigkeiten erreicht zu haben. Um diesen Mangel und den einhergehenden Spott seines Meisters auszugleichen betreibt er Forschungen in der Alchemie und strikt verborgen in einem Gebiet, das unter allen Zauberern mehr als verpönt ist. Hass und Furcht gleichermaßen gegenüber seinem Meister treibt ihn zu ganz und gar unmoralische Taten an.
Dann wäre da noch Shahila, die Frau eines Barons, eines Bruders vom Herzog Hado III. Sie ist eines von vielen Kindern des mächtigen Padischahs, dem Herrscher des "nahen Ostens", dem wohl größten Herrscher weit und breit. Getrieben von Rachsucht spannt sie mit feinsten diplomatischen Fähigkeiten, ihrer hohen Intelligenz sowie kaltem Kalkül ein beeindruckendes Netz aus Intrigen.
Und zuletzt gewinnt Leutnant Aggi immer mehr an Bedeutung im Roman. Er gilt in weiten Kreisen als harmloses Muttersöhnchen. Anfangs nur Nebencharakter und Verehrer von Ela Grams entfaltet er mit zunehmender Verantwortung sein wahres Potential und scheint der einzige in Atgath zu sein, der den Mordtätern in Atgath auf die Spur kommen kann.

Das alles eben Beschriebene und einiges mehr, das (aus Spoiler-Gründen) nicht genannt werden soll, ist genügend Stoff für einen großartigen Roman. Das Intrigennetz ist komplex und meisterhaft fein gesponnen, dass es dem Leser greifbar nahe vor Augen geführt wird.
Keiner der genannten Charaktere wurde in irgendeinem Extrem überzeichnet, sodass allesamt sehr menschlich wirken. Keine Person ist konsequent Stark, sondern zeigt auch mal Schwäche, und jede Person offenbart jedwede Gesichter im Spektrum zwischen Gut und Böse. Das zeigt sich mehrfach in Szenen, in denen die scheinbar kaltherzigste Person plötzlich weich und warmherzig wird, oder wenn aus der diszipliniertesten Person ganz unerwartet Erlebnisse heraus platzen, die sie normalerweise für sich behalten würde.

Der Erzählstil macht es aber, dass ich persönlich häufig das Gefühl hatte, dass man in der Geschichte viel zu langsam voran kommt. Es kommen häufig Szenen vor, in denen fast nichts passiert, die man gut und gerne auch in einem Nebensatz hätte beschreiben können. Dadurch hätte man sich auch die vielen Szenenwechsel sparen können (mit denen, wie gesagt, auch jeweils ein Wechsel des personalen Erzählers erfolgt), die stellenweise alle zweieinhalb Seiten zur Regel werden.
So werden vor allem zu Beginn des Romans bestimmte Handlungen auch teilweise wiederholt, mal aus der Sicht der einen und dann aus der Sicht der anderen Person.
Wiederholungen gibt es auch ansonsten zuhauf, über die sich ein aufmerksamer Leser, irgendwann nur noch langweilt und wieder darauf zurückkommt: "Hey, komm doch mal zu Potte!“
Die häufigen Szenenwechsel milderten mir leider auch im großen Finale ein wenig die Spannung. Keine Frage, der Spannungsbogen, der sich zum Schluss hin aufbaut ist großartig, die eingebauten Szenenwechsel empfand ich jedoch an falscher Stelle eingearbeitet.

Die oben genannten Namen waren für mich auch noch sehr gewöhnungsbedürftig. Erst nach über 120 Seiten konnte ich die Namen mit den entsprechenden Charakteren auch sicher zuordnen. Es gibt einige Romane, die ich hier aufzählen könnte, die ähnlich komplex mit mehreren Persönlichkeiten geschrieben sind, bei denen die Namensgebung jedoch weit weniger Wiedererkennungsschwierigkeiten bereiten, weil etwa intuitive Querverbindungen zwischen Charakterzügen und Namensgebung vorhanden sind.

Wenn mir dies nicht schon etwa 100 Seiten vor Schluss gedämmert gewesen wäre und ich mich folglich nicht darauf hätte einstellen können, hätte ich mich ins bodenlose über den Cliffhanger ärgern können, dass es sich nicht um eine für sich abgeschlossene Geschichte handelt.
So muss ich also auch die beiden nächsten Bände dieser Trilogie lesen, wenn ich wissen möchte, wie die Geschichte um den Prinzen des Skorpions weiter bzw. zu Ende geht.
Inhaltlich bin ich sehr gespannt, doch vermutlich wird Torsten Fink seinen Stil beibehalten und mein Wunsch, die Handlungen mehr verdichtet vorgelegt zu bekommen, um wie in dieser Geschichte gute 200 Seiten einzusparen und die Geschichte dadurch insgesamt noch interessanter zu gestalten, bleibt wohl bedauerlicherweise unerfüllt.


Im Mond des Styx: Roman
Im Mond des Styx: Roman
von Alexander Lohmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Düstere, unberechenbare 'Sword & Sorcery, 16. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Im Mond des Styx: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ließ sich für mich schnell und unterhaltsam lesen. In manchen Fantasy-Büchern resultiert die Spannung aus einer herausragenden Sprache, oder aus einer in Bann ziehenden Kulissenbeschreibung, aus den fein ausgezeichneten Charakteren, oder auch nur aus den sehr ausgefallenen Ideen. In dieser Geschichte gibt es von allem etwas, wobei die Zeichnung der Charaktere für mich ein wenig heraussticht. Fast jeder Akteur kann eine stark ausgeprägte Zielstrebigkeit aufweisen, und kommt es dann zu einem Bündnis, sorgt diese in Kombination mit den großen Typenunterschieden dafür, dass von niemandem je vorauszusagen ist, was die Person als nächstes macht.

Zentral stehen fünf Protagonisten:

Gontas ist der größte Krieger unter den Stämmen der Buschläufer und er fühlt sich im Frieden als Gefangener. Eines Tages kommt ein verschwiegenes, in sich gekehrtes, weißes Mädchen in das Dorf, dessen Träume ihr deuten, dass sie in der weit entlegenen Zitadelle Tore versiegeln solle.
Gontas nimmt das Kind in seinem Zelt auf, doch es dauert nicht lange, da wird es ihm ''gestohlen'', worauf für Gontas die Suche nach ihr beginnt, die ihn auf eine Reise voller Abenteuer und Begegnungen bringt. Schnell zeigt sich, wie er es mit seinen zwei Äxten zum größten Krieger seines Volkes schaffte, da er nicht nur kämpferisch versiert ist, sondern auch zielstrebig, ausdauernd und willensstark. Um das Kind Halime wieder in seine Hände zu bekommen, sind ihm alle Mittel recht.

Das von langjähriger Erfahrung gezeichnete Söldnerpaar Mart und Tori stehen als weitere Hauptpersonen, dessen Beziehung äußerst kurios erscheint. Beide lassen kaum Gelegenheiten aus, einander Seitenhiebe auszuteilen. Sie frotzeln und halten sich immer ihre Schwächen gegenseitig vor. Mart ist der schwertführende und in die Jahre gekommene ''Einauge'', und die weit jüngere Tori muss sich immer wieder anhören dass auch sie mit nur noch einer Hand ein Krüppel und zudem noch zu unbeholfen ist, um auf eigenen Füßen stehen zu können. Dennoch sind sie ein eingespieltes, einander ergänzendes Paar. Während Marts - durch die Erfahrung geprägte - Voraussicht die Söldnerfrau vor Bedrohungen schützt, profitiert Mart davon, dass seine Partnerin Gefahren eher bemerkt und schneller darauf reagieren kann. Für sie zählt einzig und allein das Materielle; sehen sie entsprechende Münzen in Aussicht, setzen sie ohne Rücksicht auf Verluste alles darauf, das Ziel zu erreichen.

Swetja kommt aus dem Norden des Landes. Sie ist die bald erwachsene Tochter eines Fürsten. Sie ist eine sehr intelligente und talentierte Sternendeuterin, die schon in frühen Jahren im Stande dazu ist komplexe Theorien zu Himmelskörpern aufgrund eigener Beobachtungen, Berechnungen und Studien aufzustellen.
Des Weiteren hat sie eine weitere, womöglich einmalige Gabe: Sie sieht Dinge, die andere nicht sehen können, wie zum Beispiel ''Schatten, die ein Netz aus Dunst um Menschen spinnen'' oder ''feurige Funken, die zu einem glühende Wirbel in die Unendlichkeit versinken''.

Letzteres wäre da noch der Hauptmann Borija zu nennen. Er kommt ebenso wie Swetja aus dem nördlichen Modwinja. Er scheint ein großes Ziel zu haben, das er auch allen Verbündeten mitteilt. Nur in seinen Teilzielen, bzw. wie er zu seinem großen Ziel kommt, darin hüllt er sich in Schweigen und so bleibt dessen Treiben und Motivation bis zuletzt rätselhaft und spannend.
Der Hauptmann möchte im Wesentlichen das Unheil in seinem Land eindämmen und den bevorstehende Untergang verhindern. Die Menschen des Landes verändern sich auf seltsamste Weise zunehmend, sie haben leere Blicke, wirken teilnahmslos und kühl. Ein Zusammenhang sieht er - wie Swetja - mit der Veränderung des mysteriösen Mondes Styx, der selbst nie eine kalkulierbare Bewegung aufweist und der Legende nach verbannte Dämonen zurückkehren lässt, sobald sich dieser rundet.

Dieser Rundung scheint sich der Mond dieser Zeit anzunähern und Alexander Lohmann führt die Protagonisten auf unterschiedlichste Weisen mindestens einmal zusammen.
Die Handlungsweisen aller Charaktere waren für mich stets nachvollziehbar, auch wenn diese noch so plötzlich und unerwartet kamen. Man bekommt als Leser nie das Gefühl ein Geschehen vorhersehen zu können, da die individuellen Wünsche mit den Gruppenbestrebungen zu selten im Gleichgewicht zu stehen scheinen.
Über die Sprache versucht der Autor die Söldner spezifischer, glaubwürdiger an die Leser zu bringen, indem er ihnen einen Söldner-Jargon verpasst. In der Regel lässt sich aus dem Zusammenhang erschließen, was diese mit ''Abkrauten'', ''Finckel'' oder ''Musche' meinen.
Das Zusammenspiel des Jargons mit den Sticheleien lockerte die gleich zu Beginn des Romans düster gehaltene Atmosphäre ein wenig auf, später schafft es dieses sogar auch in ihrer Art humorvoll zu werden.
Selbstverständlich wird auch viel gekämpft. Die Kämpfe sind sehr abwechslungsreich, wie auch die Gegner niemals die Gleichen sind. Gekämpft wird gegen Riesenskorpione, Wurmghule, Steinwesen oder Hexer. Blut wird aber nicht nur in den in Städten, Grotten, Wüsten, oder abstrusen Wäldern geführten Kämpfen vergossen, sondern auch in ausgefallenen, für mich nachhaltig wirkenden Folterszenen.

Alexander Lohmann hat hier einen ideenreichen, in sich schlüssigen Fantasy-Roman geschaffen, der trotz einer gewissen Komplexität übersichtlich bleibt, in dem alle aufgekommenen Fragen spätestens am Ende beantwortet werden. Dennoch bleibt noch genügend Luft für die Weiterführung einer Geschichte um die eine oder andere Figur, die das Abenteuer überlebt hat, da aus meiner Sicht die entsprechenden Personen mit ihren charakterlichen Zügen und Eigenschaften noch lange, lange nicht ausgereizt sind!


Barbarendämmerung
Barbarendämmerung
von Tobias O. Meißner
  Broschiert

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oder: Conan der Unberechenbare, 5. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Barbarendämmerung (Broschiert)
Tobias O Meißner erzählt von einem Barbaren, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat. Inspiriert von Robert E Howards Conan-Erzählungen schrieb Meißner dieses Buch, das eine Vielzahl an zusammenhängenden Kurzgeschichten enthält, die aber allesamt unabhängig voneinander gelesen werden können.
Langeweile kann in diesem Fantasyroman kaum vorkommen, da die Erzählungen dafür sowohl inhaltlich als auch stilistisch viel zu vielseitig und abwechslungsreich sind.

Meist agiert der Barbar, der keinen Namen zu haben scheint, als Einzelkämpfer, doch dann ist er plötzlich Teil einer Horde,
mal steht er in einem Duell mit nichtmenschlichen Wesen, mal bekommt er es mit einer ganzen Schar an Gegnern zu tun,
er lässt sich einstellen als Türsteher und Rausschmeißer, als Dieb oder um Götter Demut zu lehren,
er folgt stets seiner Neugierde, sucht sich immer neuartige Herausforderungen,
er hält emotionale Regungen für Anzeichen von Schwäche und spricht niemals,
zu keiner Zeit ist auch nur im Geringsten zu erahnen, was er als nächstes tut,
und er ist der Überwinder,
kommt in seiner Wildheit einer Naturgewalt gleich.

Die Sprache im Buch ist durchweg erstklassig, da es Meißner immer wieder schafft, den Leser binnen weniger Sätze in die Geschichte eintauchen zu lassen. Er bedient sich an Analogien und Metaphern, sodass die Bilder im Kopf noch intensiver und lebendiger werden.
Hin und wieder gibt es zur Abwechslung einen Perspektivwechsel, dann schreibt Meißner in Versen und manches ist traumartig, symbolisch derart fließend ausgearbeitet, dass es den Leser mit der Frage zurück lässt, was denn nun real oder fiktiv war.
Alle Kapitel bieten sehr gute Unterhaltung, auch ohne darin einen tieferen Sinn sehen oder suchen zu wollen. Aber es wäre kein Werk von Tobias O Meißner, wenn da nicht noch mehr drin stecken würde, und so wird es an manchen Stellen im Buch auch sehr philosophisch (natürlich ohne dabei sprachlich abzuheben!).
Das Buch beginnt mit einem Zitat von keinem geringerem als Robert E Howard und bildet den Teppich des Romans.
Die vom Menschen künstlich erschaffene Zivilisation wird der Natürlichkeit entgegen gestellt. (Indirekt) hinterfragt wird zum Beispiel:
Was macht einen zivilisierten Menschen aus?
Was unterscheidet einen vermeintlich aufgeklärten Straftäter von einem Barbaren, der die von den Menschen erschaffen Gesetze nicht achtet?
Wie viel 'Krankheit' schlummert im kultivierten Menschen?
Gibt es von Zivilisierten ausgeübte Abnormitäten, die selbst für einen Barbaren jenseits der Erträglichkeit sind?

Apropos Erträglichkeit: Leser sollten einiges aushalten können, da dieses Buch selbstverständlich alles andere als gewaltfrei ist. Hier betreibt der Autor Katharsis, er bedient sich dem Schreiben, um ein Ventil zu haben für die Grausamkeit unserer Realität; und wenn ihm mal (morbide) Ideen ausgehen, erhält er sogar Anregung einer Kollegin mit dem Namen Jenny-Mai Nuyen!


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