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Rezensionen verfasst von
WillyR "Dingens" (Troisdorf)

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Pfeifenfeuerzeug COLIBRI "Pacific" Wurzelholz braun/chrom mit Pfeifenstopfer
Pfeifenfeuerzeug COLIBRI "Pacific" Wurzelholz braun/chrom mit Pfeifenstopfer
Wird angeboten von FireAndPlay
Preis: EUR 62,90

4.0 von 5 Sternen Schönes, wertiges Pfeifenfeuerzeug, 19. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie man von der Londoner Traditionsfirma Colibri erwarten kann, macht das Pacific einen hochwertigen Eindruck: Es ist schwer, tadellos verarbeitet und wirkt mit der dezent gemaserten Wurzelholzhülle sehr edel. Durch die flache Form kann man es bequem in der Jacken- oder Hosentasche transportieren.

Die weiche, zuverlässig auf Knopfdruck piezo-elektrisch zündende Flamme lässt sich mit einem leicht zugängigen, großen Rad problemlos regeln und brennt, solange der Knopf gedrückt gehalten wird. Der in den Boden eingelassene Stopfer ist eher für den Notfall geeignet, gehört aber zur Standardausrüstung von Pfeifenfeuerzeugen. Der Gastank hat eine zufriedenstellende Größe, wobei der Füllungszustand über ein kleines seitliches Sichtfenster kontrolliert werden kann. Das Befüllen mit Butangas (ich empfehle das Originalgas von Colibri zu verwenden, da es hochrein ist und die Flasche exakt auf das Ventil passt) ist denkbar einfach.

Bei soviel Positivem, warum dann keine 5-Sterne-Wertung? Nun, es ist halt einfach kein Corona Oldboy, welches in Punkto Optik, Wertigkeit, Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Funktionalität einfach ungeschlagen ist. Viereinhalb Sterne wären daher für das Colibri Pacific angemessen.


Otta
Otta
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Sólstafir durch den Tag, 10. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Otta (Audio CD)
Nach der traditionellen Isländischen Zeiteinteilung wird der Tag in Abschnitte zu je drei Stunden unterteilt. Diesen Intervallen folgend haben Sólstafir auf ihrem aktuellen Album "Ótta" den Ablauf eines Tages musikalisch in Szene gesetzt, so dass dem Hörer acht Songs mit einer Länge zwischen 4:24 und 11:15 Minuten präsentiert werden, die – um Mitternacht beginnend – als Titel den Namen der jeweiligen Tageszeit tragen: Lágnætti, Ótta, Rismál, Dagmál, Miðdegi, Nón, Miðaftann und Náttmál. Dabei kommen neben Rock-Elementen auch Streicher, ein Piano und sogar ein Banjo zum Einsatz. Mit Metal hat dieses Konzeptalbum nur noch marginal zu tun, sondern es bewegt sich tief in den Gefilden des Artrock. Psychedelisch, folkig, düster und emotional.

Eingeleitet wird das Album vom stimmungsvoll besinnlich startendem "Lágnætti", welches im Verlauf dann durch metallische Härte und ein treibendes Schlagzeugspiel gebrochen wird, wobei die Piano-Passagen und tiefer gestimmten, verzerrten Guitarren dem Song zusätzliche Atmosphäre verleihen. Der sich anschließende, düstere Titeltrack "Ótta" mit seinen hypnotisch wirkenden Guitarren, sanften Streichern und prägnantem Banjo offenbart in einem Song mit seinem faszinierendem, sich langsam aufbauendem Spannungsbogen das gesamte Spektrum und die beeindruckenden Stärken von Sólstafir. Nach dieser einen atemlos zurücklassenden Nacht ist es dann mit dem melancholischen "Rismál" Morgen und Zeit zum Aufstehen, während der Vormittag mir dem merkwürdig eingängigem, entfernt an eine schwarzmetallische New-Wave-Nummer erinnerndem "Dagmál" verstreicht. Um die Mittagszeit und den Nachmittag ziehen Sólstafir bei "Miðdegi" und "Nón" mit aggressiver klingenden, rockigen Guitarren das Tempo etwas an (das Riffing von "Nón" klingt im Schlussteil irgendwie nach Motörhead), ohne dabei die wehmütige Grundstimmung zu verlieren, bevor "Miðaftann" mit sentimetalen Streichen und tiefen Pianoklängen den Abend zauberhaft einleitet. Den furiosen Abschluss bildet dann der mit über elf Minuten längste Song des Albums "Náttmál", in dem die Band noch einmal mit treibendem Schlagzeug und klagender Orgel alle ihre Stärken präsentieren.

Das Artwork von "Ótta" spiegelt in seinen Fotos auf wundersame Weise die kühle, melanchoische, tief in der einsam kargen und dennoch schönen Isländischen Natur verwurzelte Musik wieder. Es ist dieser raue Charme, der die besondere Faszination ausmacht, die dieses anspruchsvolle Album ausstrahlt. Sicherlich keine Musik, die man nebenbei im Auto hört, sondern eher am Abend, vielleicht mit Kopfhörern auf dem heimischen Sofa genießt und dabei seinen Gedanken und seiner Fantasie freien Lauf lässt.

Dies ist ein musikalischer Diamant, der wohl einen bleibenden Stellenwert haben wird.


Pale Communion
Pale Communion
Preis: EUR 16,99

35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angekommen im Progressive Metal, 22. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pale Communion (Audio CD)
Spätestens nach dem letzten Album, dem wunderbar verschrobenen "Heritage" hätte allen Opeth-Fans klar sein sollen, dass sich die Band um Mikael Åkerfeldt von ihren Death-Metal-Wurzeln gelöst hat: Vollgepackt mit instrumentellen Zwischenspielen, komplizierten Akkord-, Rhythmus- und Tonartwechseln, dem extensiven Einsatz von Keyboards (einschließlich Mellotron, Fender Rhodes und Hammondorgel) und Fusion-Jazz-Einflüssen kam das Album herrlich organisch im 70er-Jahre-Stil daher. Es wundert daher nicht, dass Opeth mit "Pale Comminion" genau diesen Weg hin zum Progressive Rock/Metal mit erneutem Klargesang fortgesetzt haben, auch dieses mal unterstützt vom musikalischen Wunderkind Steven Wilson, der das Album zusammen mit Åkerfeldt wieder abgemischt hat. Und so ist die Nähe zu Wilsons aktuellem Soloalbum "The Raven That Refused to Sing" größer als zu Opeths hartem Death-Metal-Klassiker "Deliverance" von 2002.

Eröffnet wird das Album durch das jazzige Art-Rock-Intro des Songs "Eternal Rains Will Come", welches direkt an die Musik des Vorgängeralbums anknüpft und im Verlauf neben Klavier- und Flötenklängen verspielte Melodien zu Åkerfeldts mehrstimmigen Klargesang liefert. Hier stand wiederum der 70er-Jahre-Prog-Rock in der Tradition von King Crimson Pate. Die anschließende erste Single-Auskopplung "Cusps of Eternity" ist mit seinen orientalisch angehauchten Klängen bedeutend poppiger und bietet das wahrscheinlich härteste Riffing des gesamten Albums, wohingegen "Moon Above, Sun Below" ein fast elfminütiger, vertrackter, progressiver, teils düsterer Geniestreich mit wiederum mehrstimmigen Gesangspassagen ist. Das perlende, von seiner Grundstimmung eher traurige "Elysian Woes" hätte auch auf das Album "Damnation" aus dem Jahr 2003 gepasst, welches das erste Opeth-Album mit ausschließlichen Clear Vocals war. Danach bündelt das groovende Instrumentalstück "Goblin" in frickeliger Progweise scheinbar alle beeindruckenden Riffs vergangener Alben, während das folgende "River" mit einem akkustisch getriebenem, fröhlichem Southern-Rock-Feeling startet, bevor sich der Song in der zweiten Hälfte zu eher Opeth-typischer nordischer Melancholie wandelt. Abgeschlossen wird das Album von den beiden epischen Liedern "Voice of Treason" und "Faith In Others", wobei letzteres symphonisch daher kommt.

Die klanglichen Qualitäten des Albums sind so einwandfrei, wie man es erwarten darf, wenn Steven Wilson seine genialen Hände am Mischpult im Spiel hatte. Die Musik hat einen enormen Dynamikumfang und klingt warm und organisch, frei von jeglicher Übersteuerung und dabei noch verspielter als der Vorgänger. Im Zusammenspiel mit der Musik muss man die Growls nicht wirklich vermissen, da sie hier nicht passen würden, und Åkerfeldts Klargesangsstimme ist einfach gut, er kann eben beides. Das mystisch anmutende Albumcover stammt einmal mehr von Travis Smith, der unter anderem auch schon das Cover von "Heritage" gestaltet hat, und rundet das Gesamtkunstwerk ab.

Mit dem Genregrenzen sprengenden "Pale Communion" haben Opeth ihrer ohnehin an Höhepunkten reichen Diskographie bisher die Krone aufgesetzt. Mit Death Metal hat dies zwar so gar nichts mehr zu tun, legt aber beeindruckendes Zeugnis ihrer Prog-Rock-Meisterschaft ab und ist eine gelungene Hommage an ihre musikalischen Vorväter, ohne dabei den Sinn für ihren ureigenen Stil zu verlieren. Die engstirnigen Metalheads unter ihren Fans werden wohl endgültig beleidigt das Weite suchen, da metallische Härte allenfalls hintergründig mitschwingt. Wer offener ist, den erwartet ein bewegendes Meisterwerk.


iPipe II / vPipe 2 Exklusive Set von iSmoka / Vapeonly e-Zigarette e-Pfeife
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Wird angeboten von eDampf-Shop
Preis: EUR 79,95

5.0 von 5 Sternen Die beste elektronische Pfeife auf dem Markt, 16. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit dem Echtholz-Pfeifenkopf und dem im Holm und Mundstück versteckten Verdampftersystem ist die vPipe 2 erst auf den zweiten Blick als elektronische Pfteife zu erkennen, zumal sie durch einen Unterdruckschalter bei Zug aktiviert wird und somit auf einen Taster verzichtet werden konnte. Zwei rote LEDs unter dem Akku-Deckel simmulieren dabei sehr stimmig das Aufleuchten einer Glut. Der Metalltank fast 1,8 ml Liquid, wobei man beim Befüllen etwas aufpassen muss, damit dieser nicht überläuft. Ich nehme hierfür gern eine Spritze. Einziges Verschleißteil ist die mit wenigen Handgriffen austauschbare BCC-Verdampfereinheit, welche mit 1,8 bis 2,5 Ohm Widerstand erhältlich ist. Das System arbeitet aber auch mit baugleichen Dual-Coil-Verdampfern. Zum Starterset gehörem neben der vPipe zwei Akkus mit 900 mAh, welche konstante 3,3 Volt liefern, samt Ladegerät (Ladezeit: etwa zwei Stunden) sowie zwei Verdampfer mit 1,8 (vorinstalliert), respektive 2,2 Ohm. Alle Elemente sind auch einzeln als Ersatzteile erhältlich. In Punkto Sicherheit bietet das System eine 10-Sekunden-Zugabschaltung (LED blinkt 10mal), Kurzschlusschutz (LED blinkt 3mal), Abschaltung bei erschöpftem Akku (LED blinkt 10mal) sowie einen Verpolungsschutz. Mit einem Gesamtgewicht von rund 160 g ist die vPipe allerdings bald dreimal so schwer wie eine durchschnittliche Tabakspfeife aus Bruyère, so dass man sie nicht so problemlos zwischen die Zähne klemmen kann. Das Mundstück hat Normalbiss.

Das ganze kommt ansprechend und sicher verpackt in einer optisch einem Buch nachempfundenen, stabilen Pappschachtel und mit einer großzügig bebilderten, leicht verständlichen Bedienungsanleitung in Englisch. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hochwertig.

Die Dampfleistung und der Geschmack sind gut, und speziell mit dem 1,8-Ohm-Verdampfer gibt es auch den von vielen Dampfern gewünschten Flash. Insgesamt kann man mit der vPipe sehr stilvoll und gemütlich dampfen. Mein bevorzugtes Liquid ist dabei der Maxx-Blend, welcher ein schönes Pfeifentabaksaroma liefert, wobei mir die Variante mit 6 mg/ml Nikotin ausreicht.

Gesamturteil: sehr empfehlenwert.

Die vPipe 2 von Eleaf/Vapeonly ist im Übrigen baugleich mit der Steamo ePipe 2.


The World We Left Behind
The World We Left Behind
Preis: EUR 17,98

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwanengesang, 1. August 2014
Rezension bezieht sich auf: The World We Left Behind (Audio CD)
Da ist es also, das nach (vorläufigen) Angaben der Band leider letzte Studioalbum von Nachtmystium, passender Weise "The World We Left Behind" betitelt; formal erscheint es nach der offiziellen Auflösung der Gruppe. Nach einer turbulenten Zeit und Drogenproblemen möchte sich Frontmann und Guitarist Blake Judd in Zukunft vermehrt seinem bisherigen Nebenprojekt Hate Meditation widmen. In seinen 14 Jahren Bandgeschichte hat sich das Quintett aus Illinois vom reinen Black Metal alter Schule durch Adaption psychedelischer, progressiver und industrial Elemente stetig weiterentwickelt. Eine spannende Entwicklung, die in den beiden visionären Black-Meddle-Alben "Assassins" und "Addicts" gipfelte.

Das erste, was auffällt, ist die von Ashley Sumner stammende Coverart: War man bisher von Nachtmystium eher düstere, teils verstörende Bilder gewohnt – man denke in diesem Zusammenhang nur an "Instinct: Decay" oder "Silencing Machine" –, so besticht dieses Album eher durch eine an Baroness erinnernde, farbenfrohe Ästhetik, welche im Kontrast zum Extreme Metal der Musik steht.

Musikalisch klingt "The World We Left Behind" sehr intensiv, dabei jedoch melodisch verspielt, atmosphärisch dicht und verführerisch. An Kreativität und Progressivität kann der Longplayer durchaus mir seinen Vorgängern konkurrieren. Geschickt werden Versatzstücke unterschiedlichster Stilrichtungen mit Black Metal verwoben. Das mit einem klassischen Riff startende, instrumentelle "Intrusion", welches jedoch abrupt von einem Black Metal untypischen Rhythmus begleitet wird, leitet das Album stimmungsvoll ein. Das sich anschließende "Fireheart" setzt diesen Weg konsequent mit discoartiger Rhythmik fort, ist dabei aber nicht ganz so stimmig. Das doomige "Voyager" ist dagegen eher traditionell getragen und düster und erinnert klanglich an "Assassins: Black Meddle Pt. 1", während das treibende, von elektronischen Keyboards und Blastbeats geprägte "Into The Endless Abyss" bombastischen Black Metal liefert. "In The Absence Of Existance" und der Titeltrack "The World We Left Behind" schlagen effektvoll in dieselben Kerben. "Tear You Down" steigert sich dann von einem eher atmosphärischen Song zu brutaler Raserei, wohingegen "On The Other Side" eher ein klassicher Punk-Rock-Song ist. Würdig abgeschlossen wird das Album von dem melodischen, von vielschichtigem Background-Gesang unterlegten, von einer traurigen Grundstimmung geprägten "Epitaph For A Dying Star", das eine gelungene Grabinschrift für den Abgesang dieser dunkelvisionären Band und ein emotionaler Höhepunkt ist.

Das Booklet enthält sämtliche Liedtexte und macht auch sprachlich klar, dass dies Nachtmystiums letztes Werk ist, denn die Credits sind in der Vergangenheitsform verfasst: "Nachtmystium was ...".

Zusammenfassend haben Nachtmystium mit diesem sehr guten Album den Abschied für ihre Fans ausgesprochen schwer gemacht. Ein wenig Hoffnung darf bleiben, hat sich Blake Judd kürzlich doch noch ein Hintertürchen für ein Comeback offen gelassen. Trotz einer kleinen Schwachstelle gibt es kein wirklich schlechtes Stück auf dieser Scheibe, sondern insgesamt ein Meisterwerk des psychedelischen Black Metal.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2014 9:01 PM MEST


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Wird angeboten von Ape Collection
Preis: EUR 50,90

4.0 von 5 Sternen Für Sammler, 29. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mit einem Schlag hat man alle Lego-Simpsons-Minifiguren komplett, ohne Gefahr zu laufen, doppelte zu haben. Schade ist nur, dass es klassische Figuren wie Waylan Smithers, Barney Gumble, Patty und Selma Bouvier, Reverend Lovejoy, Lenny und Carl, Seymour Skinner oder Sideshow Bob (noch?) nicht gibt.


Once More 'Round The
Once More 'Round The
Wird angeboten von Crawley Music
Preis: EUR 15,45

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf zu neuen Ufern, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Once More 'Round The (Audio CD)
Den Musikern von Mastodon scheint es schnell langweilig zu werden, denn sie haben sich bisher, getreu dem Motto "been there, done that", von Album zu Album stetig weiter entwickelt und verändert. Stilistisch irgendwo zwischen Sludge und Progressive Metal geht die Band ihren eigenen Weg. Dabei setzt sie mit "Once More 'Round The Sun" die Entwicklung von "The Hunter" fort: Die Songs sind kürzer, eingängiger, man ist fast geneigt zu sagen poppiger als auf früheren Alben, die Härte wurde reduziert; melodischer Klargesang und klassische Songstrukturen überwiegen. Doch das Songwriting ist so auf den Punkt, die Musik nicht zuletzt durch das jazzige Drumming so groovy, die oft zweistimmigen, teils tonnenschwerem Riffs bei aller Mastodon-typischen Vertracktheit und Wucht so prägnant, dass auch Fans der ersten Stunde auf ihre Kosten kommen werden.

Auch dieses Mal haben sich Mastodon gegen ein Konzeptalbum entschieden. Elf Songs werden geboten, von denen keiner die 8-Minuten-Marke überschreitet und einer sogar knapp unter drei Minuten bleibt. Der treibende Eröffnungstrack "Tread Lightly" beginnt kurz verhalten und akustisch, um dann in eine krachende Heavy-Metal-Hymne samt reißerischem Guitarrensolo zu münden, während "Motherload" mit seinem überirdischem Refrain und das anschließende, vorab als Single ausgekoppelte "High Road", dessen Chorus auch von Iron Maiden stammen könnte, typisches, neben eingängigen Melodien auch kompliziertes Mastodon-Riffing bieten. Der Titeltrack ist eine knackige Punk-Rock-Nummer, welcher jedoch von dem Brecher "Chimes At Midnight" noch überboten wird, während das zentrale, doomige "Asleep In The Deep" das Tempo deutlich zurücknimmt. "Feast Your Eyes" ist eines der härteren Stücke auf dem Album, wohingegen "Aunt Lisa" mit permanenten Stimmungswechseln, dem Gastgesang der Mädels von Punkband Coathangers in einer genialen Coda trotz der relativen Kürze zu den progressiveren Songs gehört. "Ember City" ist für Mastodon-Verhältnisse fast schon eine anheimelnd Kuschelrock-Hymne, ohne eine Ballade zu sein, während "Halloween" noch einmal mit Punk-Rock-Einflüssen aufwartet. Mit ihrem widerspenstigen Rausschmeißer "Diamonds In The Witch House", mit 7:49 Minuten der längste Track des Albums, beweisen Mastosdon dann noch einmal, dass sie auch noch wie früher können.

Das alptraumhafte, spacig-psychedlische Coverart des aus Oakland stammenden Künstlers Skinner runden das Gesamtbild ab, wobei es auf der Rückseite des Booklets das Bild noch einmal in einer größeren Breitwand-Fassung gibt. Als störend empfinde ich den Parental-Advisory-Eindruck (Explicit Lyrics), der heutzutage nun wirklich niemanden mehr abschreckt. Sämtliche Liedtexte sind abgedruckt.

Insgesamt bewegen sich Mastoson bei aller Brutalität auf ihrem sechsten Studioalbum streckenweise tief im Hard Rock, ohne jedoch ihre Sludge Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Geblieben sind die vielschichtigen Guitarrenläufe, unter denen sich eingängige Melodien verbergen, die teilweise ausgefallene Metrik (z.B. ein 7/8-Takt) und die raschen Rhythmuswechsel. Ihre musikalische Virtuosität und Kreativität sowie Songschreiberqualitäten machen daher aus "Once More 'Round The Sun" ein faszinierendes Album ohne echte Schwächen. Und eines ist gewiss: Das nächste Mal geht es bestimmt nicht wieder um die Sonne herum, sondern auf jeden Fall anders.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 30, 2014 2:40 PM MEST


Heroes
Heroes
Preis: EUR 16,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwache Helden!, 8. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heroes (Audio CD)
Dass man zum Thema Krieg und Militärgeschichte ein herausragendes Heavy-Metal-Album produzieren kann, haben Iced Earth bereits 2004 mit "The Glorious Burden" trotz allem darin enthaltenem Patriotismus eindrucksvoll bewiesen, wobei aus dem Konzeptalbum insgesondere der monumentale dreiteilige Song "Gettysberg (1863)" positiv hervorsticht. Leider gelingt es Sabaton mit "Heroes" weder musikalisch, noch texlich oder konzeptionell auch nur annähernd ein vergleichbares Niveau zu erreichen, was nicht zuletzt daran liegt, dass viele der darin erzählten Heldengeschichten durch Zeilen wie "sometimes war is killing, sometimes it’s saving lives, it's the judgement of fate, it's nothing that men can dictate" den schalen Beigeschmack der Kriegsverherrlichung haben. Solche verharmlosenden texlichen Entgleisungen irritieren. Dazu kommt dann noch Sabatons süßlich zäher, melodischer Power Metal, der vielleicht einfach nicht das geeignete Stilmittel ist, sich mit so einer heiklen Thematik wie beispielsweise Auschwitz im Song "Inmate 4859" auseinanderzusetzen. Konnte man bisher den Eindruck haben, Sabaton beschäftigte sich mit ihrem Lieblingsthema Krieg mit einer gewissen kritischen Distanz, so ist diese auf ihrem neusten Album irgendwie verloren gegangen.

Musikalisch erinnert das Album streckenweise stark an Powerwolf, ohne jedoch deren ironischen Texte, welche dort den Bombast brechen. Die Melodien sind simpel gestrickt, die Songstrukturen leicht nachvollziehbar und frei von Ecken und Kanten. So plätschert das Album dahin, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Etwas Neues wird nicht geboten. Positiv hervorzuheben ist lediglich, dass die Keyboards diesmal ein wenig in den Hintergrund gerückt sind.

Der Opener "Night Witches", "Resist And Bite" oder das anschließende "Soldier Of 3 Armies" sind die stärksten Tracks des Albums, während die Band mit der schnulzigen Pianoballade "The Ballad Of Bull" getrost auch im Musikantenstadl auftreten könnte, ohne das Publikum zu verschrecken. Üble Songs wie "To Hell And Back" oder "Hearts Of Iron" verdienen allenfalls das Prädikat Schlagermetal.

Als Fazit bleibt ein allenfalls solides Album, das man zwar problemlos beim Autofahren hören kann, das aber auch bei mehrfachen Durchgängen nicht dazu gewinnt, weil es einfach nichts zu entdecken gibt. Mit rund 37 Minuten ist "Heroes" sehr kurz und vermittelt den Eindruck, mit der heißen Nadel gestrickt zu sein.

Zweieinhalb Punkte wären angemessen. Für mich persönlich der erste Fehlkauf des Jahres.


Heritage
Heritage
Preis: EUR 5,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Erbe von Opeth sollte man nicht ausschlagen, 23. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Heritage (Audio CD)
In kaum einem Musikgenre ist Schubladendenken so verbreitet und die Zahl der Subgenres so zahlreich wie im Heavy Metal, und ein Fan, der sich dem Symphonic Metal verschrieben hat wird wahrscheinlich auf Doom herabblicken, und bei einem Power-Metal-Fan wird kaum ein bluttriefendes Black-Metal-Album den Weg in den CD-Player finden. Dabei sind es oft gerade diejenigen Bands und CDs, die sich nicht eindeutig kategorisieren lassen, die am interessantesten sind.

Obwohl die frühen Werke ("Orchid", "Morningrise" und "My Arms, My Hearse") von Opeth sich trotz akkustischer Breaks, dynamischer Lautstärkesprünge und eingestreutem Klargesang noch relativ leicht dem Death Metal zuordnen ließen und Frontmann Mikael Åkerfeld brilliante Growls mit hohem Wiedererkennungswert grunzte, war schon damals klar, dass die Band auch Einflüsse aus dem Progressive Rock und Metal, aber auch Folk, Blues und Jazz in ihrer Musik zuließ. Diese Facetten von Opeths Musik wurden von Album zu Album stärker, nicht zuletzt durch die Kollaboration mit Porcupine-Tree-Frontmann Steven Wilson ab "Blackwater Park". Mit "Damnation" folgte dann mit ausschließlichem Klargesang der leuchtende, überwiegend akustische Zwilling zu dem tiefschwarzen "Deliverance", dem bisher wahrscheinlich härtesten Album der Band. Spätestens hier war ersichtlich, dass die Schublade Death Metal für Opeth zu eng war, so dass es nicht mehr wirklich überraschte, dass fünf Jahre und zwei Alben später "Watershed" die Grenzen zwischen doomigem Death und Prog Metal endgültig auf geniale Weise verwischte (dazwischen lag das hervorragende "Ghost Reveries").

Nun also signalisiert das zehnte Studioalbum "Heritage", wiederum überragend von Steven Wilson mit dynamischem Klang abgemischt, die fast vollständige Abkehr vom Musikstil früherer Tage und bringt abermals den vollständigen Verzicht auf Growling. Vollgepackt mit instrumentellen Zwischenspielen, komplizierten Akkord-, Rhythmus- und Tonartwechseln, dem extensiven Einsatz von Keyboards (einschließlich Mellotron, Fender Rhodes und Hammondorgel) und Fusion-Jazz-Einflüssen kommt das Album wunderbar organisch in 70er-Jahre-Manier daher. Eingefleischte Meatalheads und Fans der ersten Stunde dürfte es daher eher abschrecken, aber Opeth wollen sich offensichtlich nicht wiederholen, sondern weiterentwickeln, jedoch ohne die eigene Vergangenheit völlig aus den Augen zu verlieren.

Der klassische, vom Piano getragene, instrumentelle Eröffnungs- und Titeltrack "Heritage" erinnert noch an den Titel "Silhouette" vom Debutalbum, bevor "The Devil's Orchard" kompromislos ein progessives, bluesig angehauchtes Guitarrenriff, komplizierte Rhythmen und vibrierende Hammond-Sounds liefert. Das sich anschließende "I Feel The Dark" weckt mit gezupften akustischen Guitaren, sanft groovender Schlagzeugbegleitung und atmosphärischem Klang zunächst Erinnerungen an das zweite Album, um dann nach etwa drei Minuten endlich in eine düstere Passage zu münden. Danach kommen mit "Slither" leidenschaftliche Siebzigerjahrerock-Einflüsse zum Tragen, während "Nepenthe" eine eigentümliche Fusion aus verschrobenem Freejazz, Ambient und Progressive Metal ist. "Häxprocess" hat dann mit Metal kaum noch etwas zu tun, wären da nicht die typischen, entfernt an das Album "Ghost Reveries" erinnernden Harmonieläufe, an denen man Opeth noch erkennen kann, und bietet vor allem gegen Ende des Songs verspielte und teils bluesige Momente. "Famine" fährt dann doch wieder ein schwermetallisches Guitarrenriff auf, ergänzt durch Hammond-Orgel und eine flirrende Querflöte, vielleicht als Hommage an Ian Anderson und Jethro Tull zu sehen. "The Lines In My Hand" mit seinem groovenden, dichtem Rhythmus und das abschließende Instrumentalstück "Marrow Of The Earth" setzen den einmal eingeschlagenen Weg konsequent fort, unterbrochen vom überwiegend langsamen, streckenweise an Led Zeppelin erinnernden "Folklore".

Insgesamt kann man die Schweden nur zu diesem mutigen Album beglückwünschen, denn die Art und Weise wie Mikael Åkerfeld und seine Mitmusiker hier Opeth neu erfinden und sich dabei trotz Experimetierfreude durchaus auf ihre Wurzeln besinnen, ist große Kunst und glaubwürdig. Zwischen einem Geflecht aus Tempowechseln und eigenwilligen Rhythmen findet sich überwiegend eine düstere Grundstimmung, aber auch fast Heiteres und Optimistisches. "Heritage" ist ein melodisches Album, auf dem es jede Menge Neues und dabei eine Reihe überzeigender Songs zu entdecken gibt, solange man offen ist, über die Grenregrenzen hinauszuschauen. Hervorzuheben ist der von sehr leise bis laut dröhnend reichende dynamische Sound, der frei von Übersteuerung oder Clipping ist.

Man darf gespannt auf das für den 22.08.2014 angekündigte Nachfolgeralbum "Pale Communion".


The Raven That Refused to Sing
The Raven That Refused to Sing
Preis: EUR 9,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Referenzwerk für Progressive Rock, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: The Raven That Refused to Sing (Audio CD)
Mit "The Raven That Refused to Sing (And Other Stories)" hat Porcupine-Tree-Mastermind Steven Wilson sein nunmehr drittes Soloalbum veröffentlicht und endlich auch einen Teil des verdienten kommerziellen Erfolgs geschafft, den dieser umtriebige Ausnahmekünstler verdient: Immerhin auf Platz 3 der deutschen Albumcharts hat es das Werk 2013 geschafft. Die darauf enthaltenen sechs Stücke mit einer Gesamtlaufzeit von knapp unter einer Stunde sind ein ergreifender Parforce-Ritt durch Jazz, Experimental und Progressive Rock sowie Ambient, produziert von keinem Geringeren als Alan Parsons, der als Toningenieur schon hinter so bahnbrechenden Werken wie "Dark Side Of The Moon" von Pink Floyd steckt. Geholfen haben Steven Wilson so herausragende Musiker wie Ex-Kajagoogoo Nick Beggs am Bass und Chapman Stick, Adam Holzman, der schon mit Jazz-Größen wie Miles Davis und Marcus Miller gearbeitet hat, an den Keyboards, Guthrie Govan, der unter anderem bei Asia gespielt hat, an der Leadguitarre oder der enorm vielseitige Marco Minnemann an Schlagzeug und Percussion, dessen Spektrum von Jazz bis Heavy Metal reicht.

Der Eröffnungstrack "Luminol" ist gleichzeitig der längste der CD. In einem wilden Gewitter verbinden sich hier jazzige Passagen und ein treibendes Rhythmussegment mit verspielten Flötenklängen und fragilen, loungeartigen Ambient-Breaks, während der Gesang zunächst im Hintergrund steht. Das sich anschließende "Drive Home" ist eine ruhigere, stimmungsvolle Rockballade, während es bei "The Holy Drinker" wieder schneller und verspielter zu Werke geht, wobei nicht zuletzt durch die Guitarrenklänge am Ende des Songs eine eher düstere Stimmung erzeugt wird. Sowohl hier als auch im folgenden "The Pin Drop" sind es aber die fragilen Zwischenspiele, die aus den Liedern faszinierende Meisterwerke machen. Das mit über elf Minuten zweitlängste Stück "The Watchmaker" mit seinem atmosphärischen Klavierbreak und dem entfernt an Opeth erinnernden, härterem Ende gehört zu den Höhepunkten des Albums. Den krönenden Abschluss bildet dass der melancholische Titeltrack "The Raven That Refused To Sing", der verhalten beginnt, sich zur progressiven Rockballade steigert und mit zarten Pianoklängen ausklingt.

Überhaupt ist die unglaubliche klangliche Dynamik des Albums, die sich jeglichem Loudness War entzieht, ein hervorstechendes Merkmal dieser Platte: Von kaum hörbar bis dröhend reicht das Spektrum. Steven Wilson ist schon lange ein Sound-Fetischist und Gegner der bedauernwerten Tendenz der Musikindustrie den Lautheitspegel von CDs bis zur Kompression und Verzerrung zu erhöhen. Dies kommt dem Sound zugute und sollte anderen Künstlern als Vorbild dienen.

Inhaltlich erzählen die Songs mehr oder weniger übersinnliche Geschichten, teils in der Tradition eines Edgar Allan Poe, und basieren auf Kurzgeschichten, die Steven Wilson geschrieben hat und die man auf der Deluxe Edition des Albums auch nachlesen kann. Das Cover und Booklet, welches auch sämtliche Lyrics enthält, wurden von dem deutschen Künstler Hajo Müller gestaltet und runden das künstlerische Gesamtbild mit teils stimmungsvollen, teils verstörenden Illustrationen gelungen ab.

"The Raven That Refused To Sing (And Other Stories)" ist Wilsons bisher abwechslungsreichstes Album und dürfte ein Klassiker des Progessive Rock werden, denn seine Qualitäten haben Bestand.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2014 9:00 PM MEST


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