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Rezensionen verfasst von
WillyR "Dingens" (Troisdorf)

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The Glorious Burden
The Glorious Burden
Preis: EUR 10,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Meisterwerk nur knapp verpasst, 11. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: The Glorious Burden (Audio CD)
Das siebte Studioalbum der U.S. Metaller Iced Earth ist gleichzeitig das Debüt von Tim Owens als Sänger: Er löste auf Veranlassung von Bandleader Jon Schaffer kurzfristig Matt Barlow ab und verließ für diesen Job Judas Priest. "The Glorious Burden" ist ein Konzeptalbum, das sich mit verschiedenen Momenten der Militärgeschichte befasst, angefangen mit dem Amerikanischen Unabhängigkeitstag über 9/11 und Napoleons Waterloo bis zum Sezessionskrieg. Abschluss und Höhepunkt bildet eine Suite, bestehend aus drei Liedern über die dreitägige Schlacht von Gettysburg, einem Wendepunkt des Amerikanischen Bürgerkrieges, wobei jeder Teil einem Tag des Gefechts bewidmet ist. Uns so ziert denn auch das Cover ein üppiges Schlachtengemälde.

Kompositorisch dürfte das Album mit zu dem Besten zählen, was Iced Earth jemals veröffentlicht haben, und setzt eine Marke, an der sich andere Bands messen müssen. Leider wird dieser Eindruck getrübt durch die textlichen Defizite, die stark durch einen unkritischen Hurra-Patriotismus geprägt sind, der gerade für Europäische Ohren oft nur schwer nachvollziehbar ist. Insbesondere die blutrünstige, auch kompositorisch schwächere Ballade "When The Eagles Cry" über die Terroranschläge vom 11. September 2001 hat eine höchst fragwürdige, ideologisch verblendete Botschaft. Zitat:

[...] When the eagle cries
Blood will flow
When the eagle cries
For freedom’s fight
When the eagle cries
We love her so
When the eagle cries
We will sacrifice
When the eagle cries

Out of the ashes came a tempting vengeance
But we are focused, we seek redemption
We are free
We’ll stay free
All they’ve done is make us stronger
The sleeping giant is asleep no longer
If need be
We’ll die free [...]

Das ist aber auch der ärgerlichste Moment des Albums. Ansonsten hat sich Schaffer, der nebenberuflich einen Militariahandel betreibt, für den sogar im Booklet geworben wird, noch vergleichsweise passabel aus der Affäre gezogen, obwohl die Lyrics meistens trivial, dabei nicht immer historisch korrekt und eher auf Drittklässler-Niveau sind. Das kann man auch im Heavy Metal besser lösen: siehe Iron Maidon!

Musikalisch ist dieses Album abgesehen von den beiden Balladen (die zweite ist "Hollow Man") ein Hochgenuss. Es beginnt mit dem bombastisch mit Chören inszenierten "Declaration Day" setzt sich mit dem feselnden "The Reckoning (Don't Tread On Me)" und dem dramatischen "Attila" fort, um mir dem großartigen halbstündigen Mega-Epos "Gettysburg (1863)" zu enden. Mit letzterem hat sich die Band selbst übertroffen und ein episches Power-Metal-Werk geschaffen, das problemlos gegen Iron-Maiden-Klassikern wie zum Beispiel "To Tame A Land" oder "Rime of The Ancient Mariner" bestehen kann. Das Spektrum dieser Suite reicht von ruhigeren, akustischen und balladenartigen Klängen über orchestrale Abschnitte, unterstützt durch das Prager Symphonieorchester, bis hin zu harten Riffs im Takt des Kanonendonners. Inhaltlich erschließt sich das Werk allerdings erst vollständig in der Zusammenschau mit dem umfangreichen Begleittext.

Wären die Texte nicht häufig so platt, Iced Earth hätte mit "The Glorious Burden" einen Heavy-Metal-Meilenstein erschaffen. So reicht es leider nur für vier Sterne.


Sunbather
Sunbather

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epischer Black Metal, 29. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sunbather (MP3-Download)
Wer sich die Mitglieder von Deafheaven ansieht (glattrasiert, kurze Haare, schwarze Hornbrille), würde nicht unbedingt erwarten, dass sie Black Metal spielen. Auch das Albumcover ist bewusst schlicht gehalten: Passend zum zentralen Motiv eines Mädchens, dass im Garten ein Sonnenbad nimmt, soll die Farbe wiederspiegeln, was man sieht, wenn man mit geschlossenen Augen in der Sonne liegt. Hier werden bewusst Heavy Metal Klischees aufgelöst. Tatsächlich ist die Musik auf dem zweiten Studioalbum der Amerikaner schwer zu kategorisieren: Doublebass-Gewitter, Blast Beats, schreiender gutturaler Gesang, knallharte Riffs gepaart mit etherisch schönen Klängen und akustischen Zwischenspielen, die einen beim Zuhören aufatmen lassen und das Black-Metal-Gerüst aufbrechen. Ist das Post Metal? Shoegazing? Post Rock? Odern eben doch Black Metal? Eine genreübergreifende Synthese aus allem? Letztlich egal, wenn dabei so ein geniales Album herauskommt.

"Sunbather" ist eine CD, aus der man keine einzelne Single herauslösen kann, sondern eher ein durchgehendes Meisterwerk aus sieben Kompositionen, das man von Anfang bis Ende durchhören sollte. Im Grunde sind es vier epische, überlange Stücke zwischen 09:14 und 14:37 Minuten, die durch drei kürzere instrumentale verbunden werden und aufeinander aufbauen. Und so sind Kontraste die wichtigste Konstante auf dieser Platte. Helles Sonnenlicht wirft dunkle Schatten, könnte man sagen. Die Instrumentalleistung ist großartig: Kerry McCoys Guitarrenspiel deckt ein breites Spektrum an Klängen ab, und Drummer Daniel Tracy weiß genau, wann er die Blast Beats zugunsten groovender Percussion zu unterbrechen hat, um den stetigen gezeitenhaften Wandel der Musik am Leben zu erhalten.

Der Eröffnungssong "Dream House" beginnt verhalten, als würde die Sonne über dem Black-Metal-Universum aufgehen, um den Zuhörer nur wenig später mit donnerndem Schlagzeug und George Clarks schrillem Schrei bei der Gurgel zu packen. McCoys fließendes Guitarrenspiel transportiert das Lied dann durch zahlreiche strahlende Höhen und brilliante Tiefen, bis sein Arpeggio am Ende nahtlos in das melancholische, allein von Guitarre und Piano getragene "Irresistible" übergeht. "Sunbather" lässt den Hörer jedoch nicht weiter ausruhen, sondern biete fast durchgehend rohe Kraft und Aggression. Das zweite Interludium "Please Remember" bietet eine Klanglandschaft, die sich über ein Sample einer Rezitation legt, in der Mitte durchbrochen von einer kreischen Rückkopplung wie eine Bohrmaschine. "Vertigo" beginnt fast poppig mit getragenen Guitarrensolos, bis dann doch der Black Metal explodiert. "Windows" ist ein weiteres Zwischensspiel mit Soundschnipseln von sich unterhaltenden Leuten und schläfrigen ambienten Klanggebilden. Das finale "The Pecan Tree" verschwendet keine Zeit, sondern greift die Ohren mit härtestem Black Metal an, der langsam abebbt bis nur noch eine Shoegaze-Guitarre übrig bleibt und der Post Metal übernimmt und Deafheaven all ihre Gefühle in das Lied packen.

Diese Musik berührt, bewegt und beeindruckt einen, im besten Falle alles zusammen, aber sie lässt einen bestimmt nicht kalt. Hinterlegt mit den Guitarrenklängen wird aus dem schreienden Gesang von George Clarke, der für sich allein genommen vielleicht nur Wut ausdrücken würde, ein Aufschrei der Verzweiflung. Das Album ist sehr emotional - es handelt von Enttäuschung und Zorn, aber auch Unsicherheit, Angst und Liebe - und bringt vielleicht Leute dazu, sich mit dieser Musikrichtung zu befassen, die ansonsten niemals Black Metal gehört hätten. Wenn das letzte Lied, das mit aggressiven Riffs und rasendem Schlagzeug beginnt, im Mittelteil mit einer zärtlichen Klaviermelodie ausklingt, die dann von den Guitarren aufgegriffen und schließlich ausgeblendet wird, weiß man, dass dieses mutige und kunstvolle Album bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Hoffentlich ein Hit!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2014 5:46 AM CET


Europa
Europa
Wird angeboten von RAPIDisc
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Electronic Blasmusik, 28. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Europa (Audio CD)
Gab es auf den ersten beiden Alben von LaBrassBanda einzelne, ironische Techno-Anspielungen, so ist "Europa" deutlich elektronischer geworden. Da kommt der Rhythmustrack immer wieder vom Drumcomputer, und der E-Bass wummert unüberhörbar im Hintergrund vieler Stücke, wo früher wahrscheinlich eine Tuba erklungen wäre, der Song "Frankreich" ist mit minimierten Bläsersätzen gänzlich vom French House inspiriert und huldigt "Around the World" von Daft Punk. Überhaupt ist das musikalische Erscheinungsbild stark geprägt von electronic Beats und zeitweiliger Basslastigkeit, aber auch von Stefan Dettls Gesang.

Computergenerierte Sounds sind aber bei weitem nicht so zünftig wie akustisch erzeugte Technobeats. Denn es machte einen Großteil des Charmes von LaBrassBanda aus, dass der Klang der Band aus Blechblasinstrumenten statt aus elektrischen Soundsystemen dröhnte. Synthesizer-Spielereien und 4-to-the-Floor-Bassdrums sind eben längst nicht so cool wie die frühere Barfuß-und-Lederhosen-Attitüde, die es freilich auf den Live-Konzerten immer noch in mitreißender Form gibt. Aber irgendwie fehlt mir auf "Europa" ein wenig die bajuwarische Leichtigkeit, obwohl es noch immer den vertrauten Sound gibt, der sich aus traditioneller Blasmusik, Gypsy-Klängen, Raggamuffin und Pop zusammensetzt.

Einige Songs auf dem neuen Album sind bereits bekannt: So der Eurovision-Song-Contest-Beitrag "Nackert", aber auch der schwermütige Instrumentaltrack "Russland" und das stimmungsvolle "Hymne" (welches musikalisch und textlich stark an das Abschlusslied "Sunliachtn" vom Debütalbum erinnert), die beide fester Bestandteil des Live-Programmes sind. Das fetzige "Z'spat dro" dürfte problemlos ein neues Konzerthighlight werden. Insgesamt überwiegt auf diesem Album ein atemloses Tempo wie ein musikalisches Interrail-Ticket. Es hält sich nicht an Erwartungen, folgt keinem vorgegebenen Muster. Die Lieder interpretieren neben Länder wie "Holland", das mit schnellen bayerischen Rap-Einlagen überracht, "Schweden" oder "Griechenland" auch Gemütszustände mit "Opa" und "Jacqueline". Trotz aller Kritikpunkte wieder eine gelungene CD.


13 (Limited Deluxe Edition)
13 (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 34,35

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rückbesinnung auf alte Qualitäten, 7. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: 13 (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach 35 Jahren haben Black Sabath mit "13" endlich wieder fast in der Urbesetzung (nur Drummer Bill Ward wird leider schmerzlich vermisst, da sein Ersatz, Brad Wilk von Rage Against The Machine, zu keinem Zeitpunkt seinen jazzigen Groove erreicht, obwohl er im Hintergrund grundsolide Arbeit leistet) ihr inzwischen neunzehntes Studioalbum herausgebracht. Es dürfte eine der - zumindest in der Metal-Szene - am gespanntesten erwarteten Neuveröffentlichungen sein und wurde reichlich mit Vorschusslorbeeren bedacht. Können die Altheroen mit ihren Zöglingen wie Orchid mithalten? Klare Antwort: ja! Genauso und nicht anders sollte Doom Metal klingen, wenn sich die Erfinder dieses Genres neu definieren und den Jungen zeigen, wo der Hammer hängt.

Welche Bedeutung der Titel hat (das Erscheinungsjahr?) bleibt jedoch ein kleines Mysterium, da es weder das dreizehnte Album mit Ozzy Ozbourne, noch, wie teilweise spekuliert wurde, dreizehn Songs enthalten sind: Vielmehr hat das Standardalbum acht Tracks mit einer Laufzeit von 53:36 Minuten, und auf der Bonus-CD der Deluxe Edition wurden drei weitere neue Lieder veröffentlicht. Man muss leider sagen, das hätte auch auf einer Scheibe Platz gefunden.

Insgesamt ist "13" genau das geworden, was man von offizieller Seite angekündigt und von den Fans erwartet wurde, nämlich eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der fast 45jährigen Bandgeschichte. Produzent Rick Rubin hat glücklicherweise der Versuchung widerstanden, sich erneut am Loudness War zu beteiligen und ein kerniges Doom-Album mit typischen erdigen, schleppenden Black-Sabbath-Riffs und effektvollen Akustikpassagen abgeliefert, die ohne weiteres auch auf den klassischen Alben der 70er Jahren einen würdigen Platz gefunden hätten. Wie damals wurde das Album ohne Overdubs aufgenommen, so dass es ursprünglich und rau klingt. Dazu Ozzys prägnanter nasaler, beschwörend klagender Gesang, der nichts von seinem Charme eingebüßt hat, und die pathetischen, weitgehend sinnfreien Texte. Das ist kein Retro im engeren Sinne, denn Black Sabbath haben diese Musik quasi entwickelt. Und warum sollen sie nicht das machen, was sie am besten können? Vielleicht haben die Songs nicht alle sofortigen Ohrwurmcharakter, aber spätestens beim zweiten oder dritten Hören fräsen sich viele Hooks tief in den Gehörgang.

Die Platte beginnt zunächst verhalten mit "The End Of The Beginning", das erst nach einem Tempowechsel an Fahrt aufnimmt und auch textlich klar macht, wie schwer sich die Band tut, an den Erfolg alter Zeiten anzuknüpfen. Die sich anschließende erste Single-Auskopplung "God Is Dead?" wirkt noch wie eine verblasste Kopie. Aber mit dem düsteren "Loner", dem noch besseren "Zeitgeist" und "Age Of Reason", das ein geniales Iommi-Solo und Butlers grollende Bassläufe enthält, sind drei potentielle Klassiker vertreten. "Live Forever" und "Damaged Soul", letzteres eine kraftvolle bluesige Nummer, die klingt als wäre sie nach einem Tag in der Gosse in einer Garage aufgenommen, schließen sich nahtlos an diese Qualität an. "Dear Father" schließt das Album würdevoll ab. Die Bonus-Tracks "Methademic", "Peace Of Mind" und "Pariah" lassen es noch einmal richtig krachen. Ein weiteres, auf einer anderen Edition enthaltenes Stück mit dem Titel "Naïveté In Black" ist hier nicht enthalten.

Keine Zweifel, Heavy Metal hat sich seit dem letzen gemeinsamen Album der Band "Never Say Die" gewandelt und weiter entwickelt. Doch mit dieser Platte haben Tony Iommi, Geezer Butler und Ozzy Ozbourne ihre Relevanz für dieses Genre eindrucksvoll belegt. Und während andere heutige Bands versuchen, zu klingen wie Black Sabbath, ist dies das Original. Mancher mag das Album mit über 70 Minuten in der Deluxe Edition zu lang empfinden, aber das Comeback von Black Sabbath ist in jedem Fall viel besser ausgefallen als man hätte befürchten können. Aus meiner Sicht wurden alle Erwartungen übertroffen.

Welcome back, guys!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2013 3:46 PM MEST


Random Access Memories
Random Access Memories
Preis: EUR 5,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Daft go Funk, 17. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Random Access Memories (Audio CD)
Acht Jahrte nach "Human After All" und mit einer geschickten Medienkampagne, die einen enormen Hype erzeugt hat, kommt eine der mit größter Spannung erwarteten Neuerscheinungen auf den Markt. Vier Jahre haben Daft Punk angeblich an ihrem vierten Studioalbum getüftelt.

Der Eröffnungssong "Give Life Back to Music", den den Hörer zunächst mit einer Fanfare begrüßt, bevor er in einen groovenden Disco-Funk übergeht, könnte gleichzeitig das Motto von "Random Access Memories" sein, denn die Meister des French House zelebrieren hier handgemachte Musik und haben zu diesem Zweck eine Reihe renomierter Gastmusiker in ihr Studio gebeten: Strokes-Sänger John Casablanca, Multitalent Pharell Williams, Chic-Frontmann und Guitarist Nile Rodgers, Sänger und Produzent Todd Edwards, Jazz-Pianist Chilly Gonzales, Jazz-Guitarist Paul Jackson Jr., Drummer J.R. Robinson, Animal Collective Sänger Panda Bear und Singer/Songwriter Paul Williams sind vertreten, deren herausragende Qualitäten Daft Punk mit ihren eigenen Stärken verknüpfen. Herausgekommen ist eine Art Konzeptalbum, das seine Wurzeln tief im Funk, R&B und Disco der 70er Jahre hat und trotzdem unverkennbar Daft Punk ist, allein schon durch den großzügigen Einsatz des Vocoders, wobei sich meistens Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo dahinter verbergen, erkennbar am Englisch mit Französischem Akzent.

Radikal anders ist hingegen der fast vollständige Verzicht auf Samples, und selbst auf einem der elektronischsten Songs - des im Übrigen analog aufgenommenen Albums - "Giorgio by Moroder", mit 9:04 Minuten der längste Track, werden Synthesizer-Loops geschickt mit Live-Instrumenten verwoben und der Drum-Computer im Verlauf durch echtes Schlagzeug ersetzt. Die Platte ist wie ein Ausflug durch die Geschichte des Pop, wobei Vergangenes auf eine moderne Ebene transportiert wurde. Inhaltlich wird in vielen Stücken die Magie der Musik beschworen. Die erste Single-Auskopplung "Get Lucky" gibt einen sehr guten Eindruck davon, was einen auf diesem Album erwartet. Und das ist einfach genial gut. Insbesondere Nile Rodgers' lässig vor Groove triefende Guitarrenriffs, immerhin an drei Stücken maßgeblich beteiligt, drücken der Platte ihren Stempel auf.

"Random Access Memories" enthält 13 tanzbare Songs und hat eine Spielzeit von über 74 Minuten, wobei keine einzige Sekunde davon langweilig ist. Es gibt up-tempo Songs und Balladen, wie das von einer verloren klingenden Roboterstimme gesungene "Within", sowie das reine Instrumentalstück "Motherboard" und zum Abschluss das rein elektronische "Contact", welches am ehesten einen Bezug zu den früheren Alben herstellt.

Daft Punk haben eine Platte geschaffen, die kein Rückschritt ist, sondern vielmehr eine Ehrenbezeugung an ihre musikalischen Idole (bereits im Booklet des Debutalbums "Homework" findet sich eine Danksagung an Paul Williams und Nile Rodgers!), die heute mehr als bereitwillig auf ihrem Album auftreten. Unter den Sichtschutzvisieren ihrer Roboterhelme strahlen die Augen von Bangalter und Homen-Cristo. Also zurücklehnen und genießen bis der Fuß im Takt wippt und es einen zum Tanzen mitreißt!

Der Hype um "R.A.M." ist berechtigt. Das Album ist perfekt produziert und extrem gut durchdacht. Nur wer von Daft Punk das Althergebrachte erwartet, wird enttäuscht sein. Ansonsten ist es bisher das Album des Jahres.


Pelagial
Pelagial
Preis: EUR 24,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefgründig, 12. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Pelagial (Audio CD)
Eine Reise von der Oberfläche des Meeres bis zum Grund der Tiefsee musikalisch zu vertonen ist ein ambitioniertes Vorhaben, das man vielleicht eher mit klassischer Musik als mit Heavy Metal in Verbindung bringen würde. Die Deutsch-Schweizer Formation The Ocean, bekannt für aufwendig produzierte Konzeptalben, hat sich mit "Pelagial" an dieses Großprojekt herangewagt. Das Doppelalbum bietet gleich zwei Versionen der Tauchfahrt: mit und ohne Gesang. Da der Sänger Loic Rosetti mit stimmlichen Problemen zu kämpfen hatte, wurde zunächst die Instrumentalfassung aufgenommen. Nachdem er sich jedoch rascher erholt hatte als befürchtet, wurden dann aber doch noch vielseitge Vocals zwischen Klargesang, Screams und Growls hinzugefügt, die sich trotz dieses ungewöhnlichen Vorgehens harmonisch in das Gesamtwerk einfügen.

Die Reise beginnt mit leichten, verspielten Klängen, jedoch wird die Musik umso heavier, je tiefer wir in den Meersschichten herabsinken und damit das Tageslicht schwindet und der Druck steigt. Die einzelnen Stücke gehen nahtlos in einander über und ergeben so eine Gesamtkomposition. Das ist progressiver Experimental Metal vom Feinsten, wobei mir die Instrumentalfassung fast besser gefällt. Für mich ein Anwärter auf das Album des Jahres!


Silent Machine
Silent Machine
Preis: EUR 12,83

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stilübergreifende Metal-Tour-de-Force, 30. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Silent Machine (Audio CD)
Mit ihrem Debütalbum haben die Australischen Rocker eines der interessantesten Djent-Alben des Jahres 2012 veröffentlicht. Ich bin angefixt, seit ich bei YouTube zufällig auf das Video zu dem Song "Mother Sky" gestoßen bin, und musste die Platte haben. Leider war sie in Deutschland lange nur als teurer Import erhältlich, aber die Investition lohnte sich. Jetzt wurde die Scheibe endlich auch in Europa veröffentlicht.

Scheinbar mühelos und mit unbändiger, virtuoser Spielfreude vermischen Twelve Foot Ninja (okay, der Bandname ist ziemlich dämlich) gegensätzliche Musikstile in ihren Liedern. Allein in "Coming For You" wechseln sich verzerrte Gitarrenriffs mit Bossa-Nova-Klängen und groovenden Funk-Passagen ab. Daneben gibt es aber auch noch Reggae- oder Dub-Elemente (in der Nummer "Shuriken"), und das alles wird mit einiger Ironie vorgetragen, ohne jemals albern zu wirken. Der Sänger Kin (Rohan Hayes) beweist dabei eine enorme stimmlich Bandbreite und erstaunliche Wandelbarkeit, so dass der Spagat zwischen den Musikstilen mühelos und überzeugend gelingt.

"Silent Machine" ist perfekt produziert und klingt fantastisch. Unbedingt reinhören!


Übersee
Übersee

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wann d' Musi spuit..., 23. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Übersee (Audio CD)
Mit ihrem zweiten, nach ihrem Heimatort "Übersee" genannten Studio-Longplayer präsentiert das Bayerische Blechbläser-Quintett wieder einen Mix aus Funk, Soul, Ragga, Jazz und Dub und zeigen dabei, dass Blasmusik poptauglich sein kann. Deutlich mehr Gesang als auf dem Debütalbum "Habediehre" wird geboten, wieder mit frechen Texten über Beziehungsstress und das Landleben, natürlich im heimischen Dialekt, der für Preußische Ohren manchmal nur schwer verständlich sein mag, was aber keine Rolle spielt, denn die Musik macht einfach Spaß. Dass die Musiker ihre Instrumente virtuos beherrschen, wird hier einmal mehr unter Beweis gestellt. Und dazwischen läutet schon einmal eine Kuhglocke.

Von unterhaltsamen Milieustudie "Bierzelt", die das Album eröffnet, über das popige "Rotes Hoserl", Dancefloornummer wie "Ringlbleame" oder "Deyda", Dub-Songe wie "VW Jetta" oder das geniale "Ragga", dem witzigen Alpenrap "Bauersbuam", dem swingenden Bigband-Song "Scetches", der Ballade "Deyda" bis zu dem hitverdächtigen "Des konnst glam" sprengen LaBlassBanda wieder alle Genregrenzen, ohne dass es langweilig wird. Dabei kommen die Lieder im Vergleich zu Erstlingswerk deutlich weniger ausschweifend auf den (tanzbaren) Punkt.

Schön ist, dass der CD diesmal ein Booklet beiliegt, auf dem man die Texte nachlesen kann. Noch schöner, dass auch die Lyrics von "Habediehre" als Bonus enthalten sind.

Wieder macht das Album Lust auf einen Konzertbesuch.


Habediehre
Habediehre

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Folksmusic, 18. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Habediehre (Audio CD)
Was passiert, wenn fünf junge Bayerische Musiker aus dem Chiemgau (drei erstklassige Blechbläser, ein Bassist und ein Schlagzeuger, um genau zu sein) hemmungslos Elemente aus Funk, Jazz, Soul, Mariachi, Dub, Ska und eben alpenländischer Volksmusik mit hemmungsloser Spielfreude mixen? Antwort: LaBrassBanda. Das erstaunliche ist, dass dieser ungewöhnliche Mix funktioniert. Es groovet, es swingt, wummernde Beats und fetter Bass reißen einen beim Zuhören mit. Die Live-Auftritte der gerne einmal in kurzen Lederhosen in Erscheinung tretenden Band sind fast schon legendär.

Auf ihrem selbstproduzierten Debüt-Studioalbum "Habediehre" wechseln sich witzige, in Bayerischer Mundart gesungene Lieder mit Instrumentaltiteln ab. Insbesondere letztere, wie mein persönlicher Lieblingstitel "Byindi", der mit einem modernen Jodler daher kommt, zeigen immer wieder die Virtuosität der Musiker. Von den Klezmer-Klängen des Eröffnungsstückes "Brassbanda" über das polkaeske "Autobahn", den genialen Ragga-Song "Da Dub" und das funkige "Natalie" bis zum eher rockigen "Zehnerfuxa" fliegt das Quintett durch die Musikstile, um das Album mit der Ballade "Paby" und dem besinnlichen "Sunliachtn" ausklingen zu lassen.

Das macht Lust auf mehr und auf einen Konzertbesuch.


Mit Freundlichen Grüßen
Mit Freundlichen Grüßen
Preis: EUR 6,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen German Recordings, 1. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Mit Freundlichen Grüßen (Audio CD)
Johnny Cash reduzierte auf seinen späten American Alben diverse Popsongs wie "Personal Jesus" von Depeche Mode auf seine einzigartige sonore Stimme und die akustische Gitarre. Grandios!

Nun hat also Heino Deutschrock, -pop und Hip Hop auf Schlager reduziert. Noch besser wäre natürlich gewesen, er wäre Johnny Cashs Beispiel gefolgt und nur bei der Gitarre geblieben. Vielleicht ein guter Vorschlag für ein Folgeprojekt. Heinos Bariton hat ja durchaus ähnliche Qualitäten.

Aber das Tolle und gleichzeitig Entlarvende ist, dass die Lieder eben auch so noch funktionieren. Ein guter Song wie "Junge" bleibt eben ein guter Song, auch wenn die herrliche Ironie des Textes in Heinos Interpretation leider verloren geht (aber seine Generation sieht "warum hast du nichts gelernt" eben durchaus ernst). Und bei Stücken wie "Leuchtturm" oder "Haus am See" wird einem der durchaus banale bis kitschige Text in der Heino-Version erst so richtig verdeutlicht, da er nicht durch Attitüde und moderneren Klang aufgewertet wird. Das textliche Niveau Deutscher Pop- und Rockmusik ist nämlich auch nicht immer höher als im Musikantenstadl, muss es aber auch nicht sein. Schließlich sollte man auch bei Anglo-amerikanischen Interpreten nicht immer so genau hinhören.

Das Album macht Spaß und dürfte auf Parties der Renner werden.

Ich habe den Kauf meines allerersten Heino-Albums nicht bereut.


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