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Rezensionen verfasst von
WillyR "Dingens" (Troisdorf)

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Addicts Black Meddle Pt.II
Addicts Black Meddle Pt.II
Preis: EUR 14,23

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Komplizierter, progressiver Black Metal, 17. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Addicts Black Meddle Pt.II (Audio CD)
Wer erwartet hatte, dass Nachtmystium mit ihrem fünften Studioalbum "Addicts - Black Meddle Pt. 2" genau da weiter machen, wo sie auf "Assassins" aufgehört haben, wird enttäuscht sein. Schon lange kümmern sich die amerikanischen Schwarzmetaller nicht um Genrekonventionen, und so enthält das Album deutlich mehr elektronische Musik als sein Vorgänger, was dazu führt, dass klassischer Black Metal zugunsten von progessiven, psychedelischen, post-punk und industrial Elementen zurücktritt. Dies geschieht jedoch so wohldosiert, dass es nicht aufgesetzt oder zwanghaft wirkt, sondern originell.

Zwischen schwelgerisch pulsierenden Riffs und ausdrucksstarkem Schreigesang, der das am stärksten im Black Metal verwurzelte Stilmittel ist, gibt es zahlreiche verspielte Details zu entdecken.

Nach dem kurzen, aber stimmungsvollen, industrialartigen Intro "Cry For Help", in dem eine düsteren Stimme den Satz "nothing hurts more than being born" hervorpresst, startet die Band in die recht traditionelle Black-Metal-Hymne "High On Hate", die noch am ehesten an "Assassins" anknüpft. Das sich anschließende "Nightfall" klingt hingegen deutlich mehr nach eingängigem Hardrock, während der folgende Industrial-Song "No Funeral" von einem hypnotisch wirkenden, kreisenden Keyboardriff und pulsierendem Rhytmus vorangetrieben wird und auch auf dem Dancefloor seine Wirkung entfalten könnte. "Then Fires" ist dann wieder weniger verspielt und bietet dann doch wieder atmosphärischen Black Metal, nur um vom fast schon poppigen Titeltrack "Addicts" abgelöst zu werden, das seinen Reiz aus dem Kontrast zwischen den guttural gesungenen Strophen und dem verfremdeten Klargesang im Refrain bezieht. "The End Is Eternal" klingt dann wieder deutlich nach klassischem Black Metal, nur um für das von elektronischen Effekten durchsetzte "Blood Trance Fusion" Platz zu machen. Mit dem melancholischen, aber merkwürdig tanzbaren "Ruined Life Continuum" drosseln Nachtmystium dann langsam das Tempo und bereiten den Hörer auf das abschließende, epische "Every Last Drop" vor, das mit akustischen Klängen einsetzt und sich zu einer langsamen, doomigen Nummer entwickelt, die einen echten Höhepunkt im Schaffen der Band darstellt.

Insgesamt handelt es sich um ein atmosphärisch dichtes, kompliziertes Album, das sich nicht unbedingt beim ersten Hören vollständig erschließt. Bei aller Frische, Andersartigkeit und stilistischen Unbekümmertheit hat es seine Wurzeln klar im Schwarzmetall. Ein großes Album, wobei mir persönlich "Assassins" besser gefällt.


Witching Hour (Ltd.Digipak)
Witching Hour (Ltd.Digipak)
Wird angeboten von ProMedia GmbH
Preis: EUR 14,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Musik zur Geisterstunde, 14. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Witching Hour (Ltd.Digipak) (Audio CD)
Auf ihrem fünften Studioalbum "Witching Hour" befassen sich The Vision Bleak mit dem Mythos der Hexen.

Das den Albumtitel tragende, instrumentale Intro könnte auch Soundtrack zu einem John-Carpenter-Film sein, weckt es doch mir düsteren, schnarrenden Guitarrenklängen eine gruselige Stimmung, bevor es nahtlos in das hardrockige "A Witch Is Born" übergeht, das den ersten Höhepunkt des Albums liefert. Das sich anschließende "The Blocksberg Rite" beginnt mir einer klassisch anmutenden Querflöte, deren Motiv sich danach in den harten Guitarrenriffs fortsetzt, während "Canibal Witch", passend zum Thema des Songs Baba Yaga, leicht russisch-folkoristische Melodien, verpackt in schwermetallische Klänge bietet. Es folgt mit "The Wood Hag" ein weiterer stimmungsvoller Höhepunkt, vorangetrieben von einem markanten Keyboardriff und einem eingängigen Refrain. Auf "Hexenmeister" dreht die Band dann in Sachen Härte und Geschwindigkeit richtig auf, einschließlich Blastbeats, während "Pesta Approaches" seine Spannung eher langsam aufbaut, um in einem schleppend-doomigen Riff zu münden. Der Bonustrack "Call Of The Banshee" punktet mit einer sphärischen, von unverzerrtem Guitarrenarpeggio getragenen Bridge, während das abwechslungsreiche Viking-Metal-Stück "The Valkyrie" das Album mit erhöhtem Tempo melodisch ausklingen lässt und in den ruhigeren, choralen Passagen an Týr erinnert.

Zusammenfassend haben The Vision Bleak hier sowohl ihre rockigen als auch metallischen Seiten genial verpackt und dürften mit diesem eingängigen Album neue Fans gewinnen.


Assassins
Assassins
Wird angeboten von Amazing Musicshop
Preis: EUR 18,98

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Pink Floyd Black Metal spielen würden, ..., 10. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Assassins (Audio CD)
... klängen sie wahrscheinlich wie Nachtmystium auf dem Album "Assassins", welches nicht von ungefähr den Untertitel "Black Meddle, Pt. 1" trägt.

Mit viel Liebe zum Detail und einer hochwertigen Produktion verbinden sich hier nakenbrechende Riffs mit progressiven und rockigen Elementen, spacigen elektronischen Loops, Samples, jeder Menge Blues und einer abgründigen Melancholie. Und trotzdem hat man es immer noch mit Black Metal zu tun.

Nach dem stimmungsvollen Intro "One Of These Nights", das entfernt wie eine Heavy-Metal-Variation auf "Lucifer" von Alan Parsons Project klingt und eine Hommage an "One Of These Days" vom Punk-Floyd-Album "Meddle" ist, eröffnet der Titeltrack das Album mit - vor allem in der ersten Hälfte des Songs - aggressiver Energie und einem eingängigen Chorus. Das sich anschließende melodische "Ghosts Of Grace" hat mit seinem stürmischen Refrain einen fast schon hymnischen Charakter. Das ruhige Zwischenspiel "Away From The Light" lässt einen dann aufatmen, bevor "Your True Enemy" wieder mit einem Donnerknall Agressionen freien Lauf lässt. Das schleppende, doomig angehauchte "Code Negative" erinnert dann konkret an Pink-Floyd-artige Klänge, die dann von "Omnivore" wie mit einer gewaltige Abrissbirne niederwalzt werden. Das abschließende, dreiteilige "Seasick" ist zweifellos das progressivste Stück auf dem Album. Hier ist die Nähe zu Pink Floyd am größten, speziell in dem instrumentellen "Part 1: Drowned At Dusk". Wie in einem musikalischen Puzzle werden die einzelnen Versatzstücke der CD wieder zu einem grandiosen Ganzen zusammengesetzt: In beeindruckender Atmosphäre finden sich hier Elemente aus Blues und Jazz, einschließlich eines Saxophons und eines an Santana erinnerndes Guitarensolos im ebenfalls instrumentellen "Part 2: Oceanborne", ein wogendes Piano sowie die bereits erwähnten Synthesizer-Loops, bevor die Band am Ende in "Part 3: Silent Sunrise" vor allem gesanglich wieder zu (gemäßigt) härteren Klängen zurück findet.

Wer offen ist für Neues in diesem Genre, der neigt nach dem Hören von "Assassins" zu Superlativen, denn Nachtmystium geben Schwarzmetall hier unendlich viele neue Impulse. Die Scheibe ist ein Muss für alle Metalheads, die auch progressive und avantgardistische Elemente in ihrer Musik zu schätzen wissen. Eines meiner absoluten Lieblingsalben.


Satyricon (Special Edition im Digipack inkl. 3 Bonustracks)
Satyricon (Special Edition im Digipack inkl. 3 Bonustracks)
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 17,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarze Liebe auf den zweiten Blick, 10. September 2013
Der Vergleich drängt sich irgendwie auf: Nachdem Watain bereits Mitte August mit "The Wild Hunt" ein schwarzmetallisches Meisterwerk veröffentlich haben, kommt jetzt mit mit dem schlicht "Satyricon" betitelten achten Studioalbum der gleichnamigen Band ein weiteres Norwegisches Black-Metal-Opus in direkter Konkurrenz auf den Markt. Und tatsächlich gibt es Parallelen.

Fünf Jahre, in denen Mastermind Satyr sich unter anderem dem Weinbau widmete, haben sich Satyricon seit dem eher enttäuschend mittelmäßigen "The Age Of Nero" dafür Zeit gelassen und das Album vollmundig mit den Worten "Wir haben bisher noch keine Platte gemacht, die den Geist der Band derart einfängt. Sie verlangt dem Hörer viel ab, aber er wird es lieben. Die Platte wird mit jedem Mal Hören besser und deshalb wird sie alle Zeiten überdauern" angekündigt.

Kann die CD diesem hohen Anspruch gerecht werden? Jedenfalls nicht beim ersten Durchhören, da wirkt "Satyricon" eher unspektakulär, doch dann wächst und wuchert das Album, Songs saugen sich im Gehörgang fest.

Vier Schläge der Basstrommel leiten das Album ein. Insgesamt fallen das vor allem in der ersten Hälfte reduzierte Tempo und doomige Riffs auf, so dass das Album weniger aggressiv als seine Vorgänger wirkt. Der Spannungsbogen ist ähnlich aufgebaut wie bei Watain (dort als erster Track das dramatische "Night Vision"): Das getragene, instrumentale Intro "Voice Of Shadows", in dem Frost am Schlagzeug die gesamte Palette seines spielerischen Könnens von Doppelbass bis jazzigen Beats präsentiert, geht über in das düstere, in Norwegischer Sprache gehaltene "Tro Og Kraft" (Glaube und Macht), in dem Satyr mit nihilistischem Groll seine satanische Stimme erhebt. Auch das sich anschließende "Our World, It Rumbles Tonight" gewinnt seine Bösartigkeit trotz Doublebass-Gewitter eher durch Atmosphäre als durch Härte. Das groovende "Nocturnal Flare" besticht durch ein dominates Guitarrenriff sowie eine fast verträumte Songstruktur. Erst nach der - wie bei Watain - in der Mitte stehenden, durch den Klargesang von Gastsänger Sivert Høyem gekennzeichneten poppigen Ballade "Phoenix", welche sich am weitesten von typischen Black-Metal-Klängen entfernt, wäre da nicht das immer wieder erklingende düstere Grollen des Doppelbass im Hintergrund, kommt mit "Walker Upon The Wind" Hektik samt Blastbeats auf, welche durch den klassichen Nackenbrecher "Nekrohaven" noch getoppt wird. Auch "Ageless Northern Spirit", das eine schräge Ode an die Nordische Heimat ist, besticht durch Härte und Tempo. Mit "The Infinity Of Time And Space" wird die Schlagzahl wieder reduziert, um in das folkige "Natt" überzuleiten, welches das Album abschließt. (Die Bonustracks sind eher verzichtbare Remixes.)

Das Album brilliert durch doomige, atmosphärische Guitarrensounds und nicht zuletzt das durchgängig überzeugende, facettenreiche Spiel des Drummers Frost, der zahlreiche, verspielte Akzente setzt. Vor allem der bei der Produktion auf jegliche Kompression und elektronische Effekte verzichende, lebendige und dynamische Klang ist hervorzuheben.

Als Fazit bleibt für mich, dass Satyricon ihre Schaffenspause kreativ genutzt haben, um ein beeindruckendes Album zu produziert, das den Hörer überrascht und fordert und - ähnlich wie bei Watains "The Wild Hunt" - mit mehrmaligem Hören gewinnt. Satyricon sind auf ihrem aktuellen Longplayer sicherlich weniger hart und aggressiv als Watain, aber nicht weniger progressiv. Ein auf seine Essenz reduzierter, trotz Mainstream-Tauglichkeit zutiefst böser Black Metal klingt so. Wer immer nur einen Aufguss von "Nemesis Divina" erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein, aber eine Band sollte sich auch künstlerisch weiterentwickeln dürfen.


The Wild Hunt
The Wild Hunt
Preis: EUR 6,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Black Metal, der Genregrenzen erweitert, 29. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Wild Hunt (Audio CD)
Heavy Metal ist insbesondere in einigen Sub-Genres höchst konservativ, und Verstöße gegen die Konventionen werden von den Fans und Mitmusikern selten goûtiert. Welche musikalischen Elemente fallen einem also spontan zu Black Metal ein: etwa Flamenco-Guitarren, Fiedel, Akkordeon und Klargesang? Nicht? Nun, die abgedrehten Schwedischen Schwarzmetaller von Watain haben genau diese Elemente in ihr fünftes Studioalbum "The Wild Hunt" integriert und sprengen damit Genregrenzen. Doch es bedarf solcher progressiver, visionärer Vorgehensweisen, um eine Musikrichtung weiterzuentwickeln.

Das Album beginnt mit dem dramatischen Instrumentaltstück "Night Vision", das langsam seine Spannung aufbaut, so dass man auf den Angriff wartet, der aber nicht kommt. Erst mit dem folgenden "De Profundis" werden die Aggressionen losgelassen und Watain drehen voll auf, das folgende "Black Flames March" nimmt dann das Tempo wieder etwas zurück, um dann mit "All That May Bleed" und "The Child Must Die" wieder typische härteste Watain Kost zu bieten, wobei sich die Nuancen der Lieder häufig erst beim zweiten oder dritten Hören erschließen.

Die erste große Überraschung kommt dann mit "They Rode On" in der Mitte des Albums: Mit einer epischen Laufzeit von fast neun Minuten nimmt es eine zentrale Stellung ein und ist eine von akkustischen Guitarren getriebene, düstere Ballade mit warmem angenehmem Klargesang, welche sich aber aufgrund der fröstelnden, melancholischen Atmosphäre und finsteren Thematik nahtlos in den Albumkontext einfügt. Hier scheint klar Metallicas "Nothing Else Matters" Inspiration gewesen zu sein. Ein echter Höhepunkt.

Danach zieht das thrashige "Sleepless Evil" das Tempo mit wilden Riffs und gutturalem Gesang wieder brachial an, kurz unterbrochen von einer Bridge mit schaurig-stimmungsvollen Piano und einem Trommelsolo, um dann wieder unvermindert weiter zu preschen. Zusammen mit "De Profundis" einer der aggressivsten Songs der CD. Der sich anschließende, an Bathory erinnernde, doomige Titelsong "The Wild Hunt" leitet mit spanischen Akkustikguitarren garniert sowie Klargesangs- und düsteren Chorpassagen über in das brutale "Outlaw" und das zweite Instrumentalstück "Ignem Veni Vittere", welches ein wenig nach Pink Floyd klingt. Den krönenden Abschluss bildet das pulsierende "Holocaust Dawn" mit Blast-Beats und schleppendem Doublebass, aber auch erneut akkustischen Elementen samt Waltzer-Part mit Akkordeon, so dass es noch einmal musikalisch alle Facetten vereint.

Positiv zu bewerten ist auch die stimmmige Produktion, die sich glücklicherweise teiweise dem Loundness War entzieht und daher der Musik und den einzelnen Instrumenten erlaubt, ihre volle Dynamik zu entfalten, ohne an Druck einzubüßen. Bei den durchdachten Arrangements macht sich die vergleichsweise lange Arbeit im Studio bezahlt.

Insgesamt haben Watain hier sicherlich eines der besten Black Metal Alben des Jahres veröffentlich, welches zeigt, wie vielfältig dieses Genre sein kann, aber aufgrund seiner untypischen Elemente, die Geister der Fans spalten wird. Aber genau so sollte eine Band klingen, die nicht immer nur dieselben Riffs wiederholt, sondern sich und ihre Musik konsequent und mutig entwickeln.


Revell Control 24049 - Motion Control Heli "RotoBot" - 3 Kanal
Revell Control 24049 - Motion Control Heli "RotoBot" - 3 Kanal
Wird angeboten von jouets 51
Preis: EUR 48,50

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Robustes Einsteigermodell, 20. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Revell Micro Helicopter Rotobot ist mein erstes R/C Flugmodell, doch sobald man sich nach kurzer Übungsphase an die sensible Fernsteuerung gewöhnt hat, lässt er sich relativ sicher durch den Raum steuern. Die Funkfernsteuerung ist gegenüber einer Infrarotbedienung im Vorteil, da sie auch ohne "Sichtkontakt" funktioniert.

Das Modell scheint entgegen anders lautender Beurteilungen durchaus robust zu sein, da es in der Anfangsphase einige teils heftige Abstürze schadlos überstanden hat. Es macht enorm Spaß mit dem Rotobot durch das Zimmer zu fliegen und weckt die Neugierde auf ein größeres, realistischeres Outdoor-Modell.

Die Möglichkeit den Akku per UBS-Port aufzuladen betrachte ich als großen Vorteil, da es die Batterien der Fernbedienung schont, welche übrigens nicht mitgeliefert werden. Die Flugzeit pro Ladung ist wie bei vergleichbaren Modellen mit sechs bis acht Minuten recht kurz, die Ladezeit mit ca. 40 Minuten dafür recht lang. Also nichts für Ungeduldige. Die Altersempfehlung "ab 15" ist sicherlich nicht ganz ernst zu nehmen, da auch etwas jüngere Kinder mit dem Rotobot zurecht kommen werden, aber er ist, wie auf der Packung angegben kein wirkliches Spielzeug im engeren Sinne.

Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Klare Empfehlung!


The Glorious Burden
The Glorious Burden
Preis: EUR 13,67

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Meisterwerk nur knapp verpasst, 11. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: The Glorious Burden (Audio CD)
Das siebte Studioalbum der U.S. Metaller Iced Earth ist gleichzeitig das Debüt von Tim Owens als Sänger: Er löste auf Veranlassung von Bandleader Jon Schaffer kurzfristig Matt Barlow ab und verließ für diesen Job Judas Priest. "The Glorious Burden" ist ein Konzeptalbum, das sich mit verschiedenen Momenten der Militärgeschichte befasst, angefangen mit dem Amerikanischen Unabhängigkeitstag über 9/11 und Napoleons Waterloo bis zum Sezessionskrieg. Abschluss und Höhepunkt bildet eine Suite, bestehend aus drei Liedern über die dreitägige Schlacht von Gettysburg, einem Wendepunkt des Amerikanischen Bürgerkrieges, wobei jeder Teil einem Tag des Gefechts bewidmet ist. Uns so ziert denn auch das Cover ein üppiges Schlachtengemälde.

Kompositorisch dürfte das Album mit zu dem Besten zählen, was Iced Earth jemals veröffentlicht haben, und setzt eine Marke, an der sich andere Bands messen müssen. Leider wird dieser Eindruck getrübt durch die textlichen Defizite, die stark durch einen unkritischen Hurra-Patriotismus geprägt sind, der gerade für Europäische Ohren oft nur schwer nachvollziehbar ist. Insbesondere die blutrünstige, auch kompositorisch schwächere Ballade "When The Eagles Cry" über die Terroranschläge vom 11. September 2001 hat eine höchst fragwürdige, ideologisch verblendete Botschaft. Zitat:

[...] When the eagle cries
Blood will flow
When the eagle cries
For freedom’s fight
When the eagle cries
We love her so
When the eagle cries
We will sacrifice
When the eagle cries

Out of the ashes came a tempting vengeance
But we are focused, we seek redemption
We are free
We’ll stay free
All they’ve done is make us stronger
The sleeping giant is asleep no longer
If need be
We’ll die free [...]

Das ist aber auch der ärgerlichste Moment des Albums. Ansonsten hat sich Schaffer, der nebenberuflich einen Militariahandel betreibt, für den sogar im Booklet geworben wird, noch vergleichsweise passabel aus der Affäre gezogen, obwohl die Lyrics meistens trivial, dabei nicht immer historisch korrekt und eher auf Drittklässler-Niveau sind. Das kann man auch im Heavy Metal besser lösen: siehe Iron Maidon!

Musikalisch ist dieses Album abgesehen von den beiden Balladen (die zweite ist "Hollow Man") ein Hochgenuss. Es beginnt mit dem bombastisch mit Chören inszenierten "Declaration Day" setzt sich mit dem feselnden "The Reckoning (Don't Tread On Me)" und dem dramatischen "Attila" fort, um mir dem großartigen halbstündigen Mega-Epos "Gettysburg (1863)" zu enden. Mit letzterem hat sich die Band selbst übertroffen und ein episches Power-Metal-Werk geschaffen, das problemlos gegen Iron-Maiden-Klassikern wie zum Beispiel "To Tame A Land" oder "Rime of The Ancient Mariner" bestehen kann. Das Spektrum dieser Suite reicht von ruhigeren, akustischen und balladenartigen Klängen über orchestrale Abschnitte, unterstützt durch das Prager Symphonieorchester, bis hin zu harten Riffs im Takt des Kanonendonners. Inhaltlich erschließt sich das Werk allerdings erst vollständig in der Zusammenschau mit dem umfangreichen Begleittext.

Wären die Texte nicht häufig so platt, Iced Earth hätte mit "The Glorious Burden" einen Heavy-Metal-Meilenstein erschaffen. So reicht es leider nur für vier Sterne.


Sunbather
Sunbather
Preis: EUR 8,99

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Epischer Black Metal, 29. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sunbather (MP3-Download)
Wer sich die Mitglieder von Deafheaven ansieht (glattrasiert, kurze Haare, schwarze Hornbrille), würde nicht unbedingt erwarten, dass sie Black Metal spielen. Auch das Albumcover ist bewusst schlicht gehalten: Passend zum zentralen Motiv eines Mädchens, dass im Garten ein Sonnenbad nimmt, soll die Farbe wiederspiegeln, was man sieht, wenn man mit geschlossenen Augen in der Sonne liegt. Hier werden bewusst Heavy Metal Klischees aufgelöst. Tatsächlich ist die Musik auf dem zweiten Studioalbum der Amerikaner schwer zu kategorisieren: Doublebass-Gewitter, Blast Beats, schreiender gutturaler Gesang, knallharte Riffs gepaart mit etherisch schönen Klängen und akustischen Zwischenspielen, die einen beim Zuhören aufatmen lassen und das Black-Metal-Gerüst aufbrechen. Ist das Post Metal? Shoegazing? Post Rock? Odern eben doch Black Metal? Eine genreübergreifende Synthese aus allem? Letztlich egal, wenn dabei so ein geniales Album herauskommt.

"Sunbather" ist eine CD, aus der man keine einzelne Single herauslösen kann, sondern eher ein durchgehendes Meisterwerk aus sieben Kompositionen, das man von Anfang bis Ende durchhören sollte. Im Grunde sind es vier epische, überlange Stücke zwischen 09:14 und 14:37 Minuten, die durch drei kürzere instrumentale verbunden werden und aufeinander aufbauen. Und so sind Kontraste die wichtigste Konstante auf dieser Platte. Helles Sonnenlicht wirft dunkle Schatten, könnte man sagen. Die Instrumentalleistung ist großartig: Kerry McCoys Guitarrenspiel deckt ein breites Spektrum an Klängen ab, und Drummer Daniel Tracy weiß genau, wann er die Blast Beats zugunsten groovender Percussion zu unterbrechen hat, um den stetigen gezeitenhaften Wandel der Musik am Leben zu erhalten.

Der Eröffnungssong "Dream House" beginnt verhalten, als würde die Sonne über dem Black-Metal-Universum aufgehen, um den Zuhörer nur wenig später mit donnerndem Schlagzeug und George Clarks schrillem Schrei bei der Gurgel zu packen. McCoys fließendes Guitarrenspiel transportiert das Lied dann durch zahlreiche strahlende Höhen und brilliante Tiefen, bis sein Arpeggio am Ende nahtlos in das melancholische, allein von Guitarre und Piano getragene "Irresistible" übergeht. "Sunbather" lässt den Hörer jedoch nicht weiter ausruhen, sondern biete fast durchgehend rohe Kraft und Aggression. Das zweite Interludium "Please Remember" bietet eine Klanglandschaft, die sich über ein Sample einer Rezitation legt, in der Mitte durchbrochen von einer kreischen Rückkopplung wie eine Bohrmaschine. "Vertigo" beginnt fast poppig mit getragenen Guitarrensolos, bis dann doch der Black Metal explodiert. "Windows" ist ein weiteres Zwischensspiel mit Soundschnipseln von sich unterhaltenden Leuten und schläfrigen ambienten Klanggebilden. Das finale "The Pecan Tree" verschwendet keine Zeit, sondern greift die Ohren mit härtestem Black Metal an, der langsam abebbt bis nur noch eine Shoegaze-Guitarre übrig bleibt und der Post Metal übernimmt und Deafheaven all ihre Gefühle in das Lied packen.

Diese Musik berührt, bewegt und beeindruckt einen, im besten Falle alles zusammen, aber sie lässt einen bestimmt nicht kalt. Hinterlegt mit den Guitarrenklängen wird aus dem schreienden Gesang von George Clarke, der für sich allein genommen vielleicht nur Wut ausdrücken würde, ein Aufschrei der Verzweiflung. Das Album ist sehr emotional - es handelt von Enttäuschung und Zorn, aber auch Unsicherheit, Angst und Liebe - und bringt vielleicht Leute dazu, sich mit dieser Musikrichtung zu befassen, die ansonsten niemals Black Metal gehört hätten. Wenn das letzte Lied, das mit aggressiven Riffs und rasendem Schlagzeug beginnt, im Mittelteil mit einer zärtlichen Klaviermelodie ausklingt, die dann von den Guitarren aufgegriffen und schließlich ausgeblendet wird, weiß man, dass dieses mutige und kunstvolle Album bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Hoffentlich ein Hit!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2014 5:46 AM CET


Europa
Europa
Preis: EUR 5,55

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Electronic Blasmusik, 28. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Europa (Audio CD)
Gab es auf den ersten beiden Alben von LaBrassBanda einzelne, ironische Techno-Anspielungen, so ist "Europa" deutlich elektronischer geworden. Da kommt der Rhythmustrack immer wieder vom Drumcomputer, und der E-Bass wummert unüberhörbar im Hintergrund vieler Stücke, wo früher wahrscheinlich eine Tuba erklungen wäre, der Song "Frankreich" ist mit minimierten Bläsersätzen gänzlich vom French House inspiriert und huldigt "Around the World" von Daft Punk. Überhaupt ist das musikalische Erscheinungsbild stark geprägt von electronic Beats und zeitweiliger Basslastigkeit, aber auch von Stefan Dettls Gesang.

Computergenerierte Sounds sind aber bei weitem nicht so zünftig wie akustisch erzeugte Technobeats. Denn es machte einen Großteil des Charmes von LaBrassBanda aus, dass der Klang der Band aus Blechblasinstrumenten statt aus elektrischen Soundsystemen dröhnte. Synthesizer-Spielereien und 4-to-the-Floor-Bassdrums sind eben längst nicht so cool wie die frühere Barfuß-und-Lederhosen-Attitüde, die es freilich auf den Live-Konzerten immer noch in mitreißender Form gibt. Aber irgendwie fehlt mir auf "Europa" ein wenig die bajuwarische Leichtigkeit, obwohl es noch immer den vertrauten Sound gibt, der sich aus traditioneller Blasmusik, Gypsy-Klängen, Raggamuffin und Pop zusammensetzt.

Einige Songs auf dem neuen Album sind bereits bekannt: So der Eurovision-Song-Contest-Beitrag "Nackert", aber auch der schwermütige Instrumentaltrack "Russland" und das stimmungsvolle "Hymne" (welches musikalisch und textlich stark an das Abschlusslied "Sunliachtn" vom Debütalbum erinnert), die beide fester Bestandteil des Live-Programmes sind. Das fetzige "Z'spat dro" dürfte problemlos ein neues Konzerthighlight werden. Insgesamt überwiegt auf diesem Album ein atemloses Tempo wie ein musikalisches Interrail-Ticket. Es hält sich nicht an Erwartungen, folgt keinem vorgegebenen Muster. Die Lieder interpretieren neben Länder wie "Holland", das mit schnellen bayerischen Rap-Einlagen überracht, "Schweden" oder "Griechenland" auch Gemütszustände mit "Opa" und "Jacqueline". Trotz aller Kritikpunkte wieder eine gelungene CD.


13 (Limited Deluxe Edition)
13 (Limited Deluxe Edition)
Preis: EUR 22,99

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rückbesinnung auf alte Qualitäten, 7. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: 13 (Limited Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach 35 Jahren haben Black Sabath mit "13" endlich wieder fast in der Urbesetzung (nur Drummer Bill Ward wird leider schmerzlich vermisst, da sein Ersatz, Brad Wilk von Rage Against The Machine, zu keinem Zeitpunkt seinen jazzigen Groove erreicht, obwohl er im Hintergrund grundsolide Arbeit leistet) ihr inzwischen neunzehntes Studioalbum herausgebracht. Es dürfte eine der - zumindest in der Metal-Szene - am gespanntesten erwarteten Neuveröffentlichungen sein und wurde reichlich mit Vorschusslorbeeren bedacht. Können die Altheroen mit ihren Zöglingen wie Orchid mithalten? Klare Antwort: ja! Genauso und nicht anders sollte Doom Metal klingen, wenn sich die Erfinder dieses Genres neu definieren und den Jungen zeigen, wo der Hammer hängt.

Welche Bedeutung der Titel hat (das Erscheinungsjahr?) bleibt jedoch ein kleines Mysterium, da es weder das dreizehnte Album mit Ozzy Ozbourne, noch, wie teilweise spekuliert wurde, dreizehn Songs enthalten sind: Vielmehr hat das Standardalbum acht Tracks mit einer Laufzeit von 53:36 Minuten, und auf der Bonus-CD der Deluxe Edition wurden drei weitere neue Lieder veröffentlicht. Man muss leider sagen, das hätte auch auf einer Scheibe Platz gefunden.

Insgesamt ist "13" genau das geworden, was man von offizieller Seite angekündigt und von den Fans erwartet wurde, nämlich eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der fast 45jährigen Bandgeschichte. Produzent Rick Rubin hat glücklicherweise der Versuchung widerstanden, sich erneut am Loudness War zu beteiligen und ein kerniges Doom-Album mit typischen erdigen, schleppenden Black-Sabbath-Riffs und effektvollen Akustikpassagen abgeliefert, die ohne weiteres auch auf den klassischen Alben der 70er Jahren einen würdigen Platz gefunden hätten. Wie damals wurde das Album ohne Overdubs aufgenommen, so dass es ursprünglich und rau klingt. Dazu Ozzys prägnanter nasaler, beschwörend klagender Gesang, der nichts von seinem Charme eingebüßt hat, und die pathetischen, weitgehend sinnfreien Texte. Das ist kein Retro im engeren Sinne, denn Black Sabbath haben diese Musik quasi entwickelt. Und warum sollen sie nicht das machen, was sie am besten können? Vielleicht haben die Songs nicht alle sofortigen Ohrwurmcharakter, aber spätestens beim zweiten oder dritten Hören fräsen sich viele Hooks tief in den Gehörgang.

Die Platte beginnt zunächst verhalten mit "The End Of The Beginning", das erst nach einem Tempowechsel an Fahrt aufnimmt und auch textlich klar macht, wie schwer sich die Band tut, an den Erfolg alter Zeiten anzuknüpfen. Die sich anschließende erste Single-Auskopplung "God Is Dead?" wirkt noch wie eine verblasste Kopie. Aber mit dem düsteren "Loner", dem noch besseren "Zeitgeist" und "Age Of Reason", das ein geniales Iommi-Solo und Butlers grollende Bassläufe enthält, sind drei potentielle Klassiker vertreten. "Live Forever" und "Damaged Soul", letzteres eine kraftvolle bluesige Nummer, die klingt als wäre sie nach einem Tag in der Gosse in einer Garage aufgenommen, schließen sich nahtlos an diese Qualität an. "Dear Father" schließt das Album würdevoll ab. Die Bonus-Tracks "Methademic", "Peace Of Mind" und "Pariah" lassen es noch einmal richtig krachen. Ein weiteres, auf einer anderen Edition enthaltenes Stück mit dem Titel "Naïveté In Black" ist hier nicht enthalten.

Keine Zweifel, Heavy Metal hat sich seit dem letzen gemeinsamen Album der Band "Never Say Die" gewandelt und weiter entwickelt. Doch mit dieser Platte haben Tony Iommi, Geezer Butler und Ozzy Ozbourne ihre Relevanz für dieses Genre eindrucksvoll belegt. Und während andere heutige Bands versuchen, zu klingen wie Black Sabbath, ist dies das Original. Mancher mag das Album mit über 70 Minuten in der Deluxe Edition zu lang empfinden, aber das Comeback von Black Sabbath ist in jedem Fall viel besser ausgefallen als man hätte befürchten können. Aus meiner Sicht wurden alle Erwartungen übertroffen.

Welcome back, guys!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2013 3:46 PM MEST


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