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Rezensionen verfasst von
Kokusnussritter

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Oblomow: Roman
Oblomow: Roman
von Iwan A. Gontscharow
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr unterhaltsam, 5. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Oblomow: Roman (Taschenbuch)
Sehr unterhaltsam geschrieben ist dieser Klassiker. Man kann sich durchaus mit diesem Oblomow, so behäbig wie der Klang seines Namens, identifizieren. Auch wenn das Ende ein trauriges ist, hab ich das Buch sehr gerne noch ein zweites Mal gelesen.


Neustart im Kopf: Wie sich unser Gehirn selbst repariert
Neustart im Kopf: Wie sich unser Gehirn selbst repariert
von Norman Doidge
  Gebundene Ausgabe

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessant und informativ, 23. März 2012
Der Psychologe Norman Doidge erklärt neueste Ergebnisse der Hirnforschung und macht sie durch viele Beispiele verständlich, z.B. das einer Frau, die mit nur einer Hirnhälfte geboren wird. Diese Hirnhälfte organisierte sich jedoch so, dass sie wie ein ganzes Hirn funktioniert.. Klar ist: das Gehirn ist nichts Fertiges, und es muss auch nicht im Laufe des Lebens verschleissen. Es kann sich umorganisieren und sogar wachsen. Ein anpassungsfähiges Organ, das zu überraschenden Leistungen fähig ist, wenn man es nur richtig fordert und trainiert. Denn: "Zahlreiche Untersuchungen bestätigen, dass das Gehirn von Menschen, die geistig aktiver sind, besser funktioniert." Da Menschen zwischen 60 und 80 zwar langsamer, gleichwohl immer noch so produktiv sein können wie Mitte 20, wird die Forschung in den nächsten Jahren hier sicher noch einige Fortschritte (Stichwort Alzheimer und andere Krankheiten) bringen.


Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen
Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen
von Joachim Gauck
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lesenswerte Biographie, 2. März 2012
Nachdem nun endlich Joachim Gauck - nach dem leidigen Possenspiel des Schafs im Wulfspelz - zum Bundespräsident designiert ist, habe ich sehr interessiert das Buch dieses Mannes gelesen, der mich zwar immer schon durch seine Auftritte beeindruckt hat, über den ich aber sonst kaum etwas wusste. In diesem bemerkenswerten Buch erinnert sich Joachim Gauck an sein Leben in der DDR, das von Anfang an vom diktatorischen System geprägt war. Als Gauck gerade mal elf Jahre alt gewesen war, wurde sein Vater verhaftet, was ihn zwangsläufig zu einem kritischen Gegner des kommunistischen Regimes werden liess. Flüssig geschrieben erfährt man von seiner Kindheit an der Ostseeküste und wie ihn sein Weg über das Theologiestudium in Rostock bis zu seiner Tätigkeit als Pfarrer zum Opponenten des DDR-Regimes führte, und wie er dabei ein wirkungsvolles Rädchen für den Umbruch 1989 wurde. Wie er nach dem Mauerfall Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und dann erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen wurde. Sehr interessant - vielleicht vor allem auch für "Westler" - ist es zu lesen, wie Gauck das Innenleben eines Systems beschreibt, das von Stasispitzeleien zusammengehalten wurde. Zu Recht - wie ich finde - plädiert Gauck immer wieder gegen das Vergessen, Verdrängen oder Schönreden von Unrecht und erweckt auch beim Leser eine Art Begeisterung, demokratische Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit, Redefreiheit wertzuschätzen. Eine beeindruckende und sehr lesenswerte Biographie.


Petersburg: Roman in acht Kapiteln mit Prolog und Epilog (suhrkamp taschenbuch)
Petersburg: Roman in acht Kapiteln mit Prolog und Epilog (suhrkamp taschenbuch)
von Andrej Belyj
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,00

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieser Roman ist ein wahrer Kunstgenuss, 5. Februar 2012
Das Buch ist ein literarisches Ereigniss, zumal es erst vor einigen Jahren für russische und kürzlich endlich für deutsche Leser verfügbar wurde.
Der Roman schildert vierundzwanzig Stunden aus dem Leben des Studenten und Kant-Adepten Nikolaj Apollonowitsch Ableuchow. Verliebt in eine verheiratete Frau lebt er 1905 bei seinem Vater, einem hohen Beamten: die Mutter ist mit einem italienischen Künstler durchgebrannt. Grotesk geht es zu, weil Nikolaj von einem einst ggebenen Versprechen eingeholt wird, das er revolutionären Kreisen gab: von denen erhält er nun den Auftrag, den eigenen Vater umzubringen. Das Ungeheure nimmt seinen Lauf - oder ist es nur ein "Hirnspiel" wie der Schauplatz Petersburg selbst, diese allerphantastischste Stadt der Welt?
Geschrieben von 1911 bis 1913 durfte der Roman erst 1981 in Russland verlegt werden. 33 Jahre alt war Belyj als "Petersburg" veröffentlicht wurde, zuerst erschien es in Berlin, wo Belyj zwei Jahre verbrachte. 1940, sechs Jahre nach dem Tod des Schriftstellers, durften seine Werke in der Sowjetunion nicht mehr veröffentlicht werden.
Der Autor selbst war Moskauer, besuchte 1905 erstmals Petersburg, um die Aufführung von Wagners "Parzival" zu sehen. Die Stadt hat eine innere Spannung, die schnell zu spüren, doch schwer zu begreifen ist: zur selben Zeit brachen in der damaligen russischen Hauptstadt blutige revolutionäre Unruhen hervor. Herrlich an dem Buch sind die Dialoge, das Werk ein polyphones, von Groteske und Parodie durchzogenes Sprachkunstwerk, der Autor malt Landschaften, den "giftigen Oktober", dass man ihn tatsächlich bunt vor Augen hat.
Boris Nikolaevyj Bugaev alias Andrej Belyj (1882- 1934), den man nicht zu Unrecht mit James Joyce verglichen hat, ist bis zu diesem Buch in Deutschland weitgehend unbekannt, da sein ebenso umfangreiches Werk bislang nur punktuell und in sprachlich nicht überzeugenden Übersetzungen vermittelt worden ist. Apropos Joyce: "Petersburg" gefällt mir weitaus besser als "Ulysses", lässt sich dieses Buch doch weitaus einfacher lesen und hat meiner Meinung nach auch eine poetischere Sprache sowie überzeugendere Charakterschilderungen (auch eine interessantere Handlung). "Petersburg" - endlich in adäquater Übersetzung - ist ein wahrer Kunstgenuss für den Leser.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 26, 2014 4:16 PM MEST


Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise
Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise
von Richard David Precht
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine oberflächliche Wiedergabe der Philosophiegeschichte, 11. Januar 2012
Es ist ja heute modern, Zusammenfassungen zu veröffentlichen und mit Wiederkäuen Geld zu verdienen. In diese Kategorie gehört auch dieses Buch. Richard David Precht macht eine Reise durch die Geschichte der Philosophie (auch solche Bücher gibt es bereits hunderte, meist allerdings von renommierten Philosophen verfaßt). Die Auseinandersetzung mit dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Dinge - hin und wieder - mag zwar ganz interessant sein, ist am Ende aber doch nicht dazu geeignet, das Buch selbst auf einen höheren Podest zu heben. Im Vorwort stellt der Autor zwar den Anspruch, eine bessere Einführung in die Philosophie zu schreiben, als die vielen schlechten, die er kenne, doch diesem Anspruch wird er nicht gerecht, bleibt doch seine Wiedergabe der philosophischen Theorien stets an der Oberfläche und reichlich ungenügend. Die Welt der Philosophie lernt man hier genausogut (und genauso schlecht) kennen als würde man bei Wikipedia nachlesen.


Roman eines Schicksallosen
Roman eines Schicksallosen
von Imre Kertész
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn ich es nicht selbst vergesse..., 8. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Roman eines Schicksallosen (Taschenbuch)
Ein Roman, der einerseits beklemmend und verstörend wirkt, aber doch gleichzeitig ein literarisch hochstehendes Kunstwerk ist. Der Literaturnobelpreisträger Imre Kertész erzählt hier seine eigene Geschichte. Als 14jähriger Jude wird er in Budapest aus einem Autobus gezerrt und nach Auschwitz und Buchenwald verschleppt. Nach drei Tagen wird er über Buchenwald in das "Provinzlager" Zeitz verlegt, wo keine Gaskammer droht, "nur" der Tod durch Erschöpfung, durch Epidemien oder sadistische Bewacher. Schnell durchschaut der Junge die Hierarchie der Hölle. In der Krankenstation erlebt er seine Befreiung. Als er nach Budapest zurückkehrt, hört er vom Tod des Vaters in Mauthausen, in der Wohnung haben sich Unbekannte einquartiert.
Das Geschehen wird aus Sicht des Kindes geschildert, wobei von Kritikern die oft naive und "verharmlosende" Darstellung gerügt worden war - doch gerade diese Darstellung des Unfassbarsten, Grausamsten als etwas Banales, Normales ist ja das zutiefst Erschreckende.
Die Diskrepanz zwischen harmlosem Berichtston und dem Inhalt des Berichts macht uns zu Zeugen einer Massenmordapparatur, und damit beeindruckt die Erzählung zutiefst: "... dort, bei den Schornsteinen, gab es in den Pausen zwischen den Qualen etwas, das dem Glück ähnlich war... Ja, davon, vom Glück der Konzentrationslager, müßte ich ihnen erzählen, das nächste Mal, wenn sie mich fragen. Wenn sie überhaupt fragen. Und wenn ich es nicht selbst vergesse." !!!


Der Garten Eden
Der Garten Eden
von Ernest Hemingway
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Sehr langatmig und wenig Handlung, 5. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Garten Eden (Taschenbuch)
In Spanien und an der französischen Riviera verbringen der junge amerikanische Schriftsteller David Bourne und seine Frau die Flitterwochen. Doch bald beginnt Catherine David mit Provokationen in eine Krise zu stürzen, als sie sich bspw. einen Männerhaarschnitt zulegt und sich ihm im Bett als "Junge" nähert, was schließlich in einer Dreiecksbeziehung mit der schönen Französin Marita gipfelt. John Updike meinte zwar, das Buch enthalte Seiten Hemingways, die man bis dato nicht kannte, was angesichts der Macho-Gehabes Hemingways durchaus zutreffen mag; doch für mich ist dieser Roman, der lange nach Hemingways Selbstmord von seinen Erben herausgebracht wurde, zu handlungsarm. Ich frage mich, was in den etwa 1000 Seiten, um die der Roman gekürzt worden war, passiert ist. Auch so wenig? Ich finde, Hemingway hat viele gute Bücher geschrieben, dieses aber gehört nicht dazu und war von ihm auch zu recht nicht zur Veröffentlichung freigegeben worden.


Der Friedhof in Prag: Roman
Der Friedhof in Prag: Roman
von Umberto Eco
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend und lehrreich, 10. Dezember 2011
Eco gehört zu den ganz grossen zeitgenössischen Schriftstellern. Lange musste man nun auf einen neuen fesselnden Roman von ihm warten. Hier ist er! Eco erzählt die Geschichte des 19. Jahrhunderts neu: die Erorberung Siziliens durch Garibaldi, der Aufstand der Pariser Kommune, die Entstehung der "Protokolle der Weisen von Zion". Eine der wenigen erfundenen Figuren des Romans ist der intrigante Fälscher Simone Simonini, der in zahlreichen Affären mitmischt und dabei hilft, verschiedene Verschwörungstheorien in die Welt zu setzen, die das sensationslüsterne Publikum nur allzu bereitwillig aufnimmt; die Wahrheit ist ja oft zu einfach und banal. Wer genau liest, findet in diesem spannend geschriebenen und lehrreichen Buch auch Verweise auf zeitgenössische Phänomene. Leider ist die Fülle der Daten erdrückend, und das Buch wirkt manchmal etwas konstruiert, darum der eine Punktabzug.


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