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Rezensionen verfasst von
Chewie (Kashyyyk)

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Star Wars(TM) - Luke Skywalker und die Schatten von Mindor
Star Wars(TM) - Luke Skywalker und die Schatten von Mindor
von Matthew Stover
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alle Autoren sind unzuverlässig - die ehrlichen geben das zu, 26. Juni 2012
Matthew Stover ist in vielerlei Hinsicht anders. Anders als andere Star Wars-Autoren. Um das zu erkennen, muss man keines seiner vier EU-Werke gelesen haben. Schon die mit ihm geführten Interviews machen deutlich, dass er vieles durchdenkt, das anderen keine Überlegung wert zu sein scheint ' Philosophie, Erzählperspektive. Dass er kein Blatt vor den Mund nimmt - wenn er ein Buch schreibt, weil er das Geld braucht, nicht weil es ihn reizt, sagt er das. Und: dass er nicht wie andere sein möchte. Nun, er ist es nicht. Matthew Stover ist ein Virtuose. Kein anderer mir bekannter Geschichtenerzähler, der je einen Fuß'Verzeihung, einen Gedanken in die weit, weit entfernte Galaxis gesetzt hat, kommt dem virtuellen Titel eines "wahren Künstlers" näher. Keiner denkt so gerne quer, keine spielt mit derart diebischer Freude mit den Erwartungen seiner Leser. Seine Romane lösten mittelschwere Erdbeben aus. Einige seiner Dialoge gehören zu den rasiermesserschärfsten des EU, seine Figuren und ihre Schicksale zum Epischsten was dieses Franchise zu bieten hat ' man denke nur an Ganners letzten Widerstand.
Matthew Stover ist, müßig das zu erwähnen, dennoch keine literarisches Jahrhunderttalent. Er hat seine Macken, seine Bücher ihre Längen ' "Traitor" ein paar, ROTS ein paar mehr und "Shatterpoint" schon einige, soweit es mich betrifft. Ab und an ist er sperrig, wie das Werk eines Expressionisten und manchmal so verspielt wie ein anstrengendes Kleinkind. Nimmt man es genau, so ist er noch nicht ein mal sonderlich erfolgreich ' zumindest nicht außerhalb des EU. Aber bedeutet das etwas, hier? Beim Sprung in den Hyperraum, langsam Richtung Mindor? Es lässt sich gegen jede literarische Leistung etwas ins Feld führen. Hier im EU ist Stover eben doch ein Schwergewicht. Nicht zwanglsläufig besser als etwa ein Luceno oder meinetwegen ein Zahn, aber anders. Einzigartig.

Warum die lange Vorrede?
Weil sie vieles erklärt und manches vorwegnimmt, das sich in meinen Augen auch über seinen bisher letzten Roman, "Luke Skywalker und die Schatten von Mindor" (2008), sagen lässt.
Auch Schatten von Mindor, wie ich ihn der Faulheit wegen nennen werde, ist wieder anders als Werke anderer Autoren. Aber auch anders, als die andern Stover-Bücher des EU. Um dies zu erkennen bedarf es wiederum keiner außergewöhnlichen Beobachtungsgabe. Es genügen ein Blick ins Fandom, dass in der Wertung der Schatten von Mindor extrem gespalten ist und Reaktionen beider Extreme hervorbrachte (in etwa: "Was für ein Schrott" vs. "Das beste SW-Buch aller Zeiten"), und ein Blick auf Cover und Titel: Luke Skywalker und die Schatten von Mindor, oder, um die Sache anschaulicher zu machen: Luke Skywalker and the Shadows of Mindor. Der Albtraum eines jeden Rezensenten ' bis der Leser diesen Titel heruntergerattert hat, hat er den Anfang des Satzes bereits wieder vergessen - , oder eine Steilvorlage für findige Wortspieler ' Luke Skywalker und [das dunkle Nichts/o.ä'] ' je nachdem. Länger jedenfalls als Traitor oder Shatterpoint. Viel länger. Fast zu lang mag man meinen, klingt ja fast schon trashig. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, denn trashig ist nun tatsächlich auch das ganze Buch, dass die Geschichte der Schlacht um Mindor erzählt, in der die Neue Republik nicht lange nach Endor unter "General Luke Skywalker" in eine gewaltige Falle der ehemaligen Hand des Imperators Cronal tappt. Im Anschluss an die Ereignisse quittiert Luke den militärischen Dienst und leiert eine Untersuchung der Ereignisse an, quasi als Anklage seiner selbst. Das ist es, was die Meisten bereits seit Jahren über dieses Kapitel galaktischer Historie wussten und an dieser Stelle steigt auch der Leser in die Handlung ein.
Wir begleiten Lorz Geptun, einen in jeder Hinsicht kleinen Mann, aber fabelhaften Ermittler zu seiner Einsatzbesprechung mit Luke, bei der dieser ihn mit der genannten Untersuchung beauftragt. Dies ist der Prolog und bis zur Abschlussbesprechung im Epilog unterhielt mich Schatten von Mindor über weite Strecken prächtig. Das ist das vorweggenommene Fazit. Das Werk kann weder Traitor noch ROTS das Wasser reichen, denn es legt nicht nur Stovers Stärken, sondern auch seine Schwächen offen, aber es hat sich für mich definitiv gelohnt.

Die Langfassung:
Gerade im deutschen Fandom herrschen die enttäuschten, kritischen Stimmen zu Stovers Buch vor (es sei zäh ist wohl der häufigste, aber nicht der einzige Vorwurf). Viele Kritiken sind nachvollziehbar und so möchte ich ihnen gerne zugestehen:
- die Begründung weshalb Luke letztlich das Militär verließ wirkt nicht wirklich rund, eher ein bisschen aufgesetzt (die typische "Ich-bin-zwar-nicht-Schuld-aber'"-Konstruktion)
- Stover verliert sich vor allem im Mittelteil mehrfach in endlosen Beschreibungen recht abgedrehter Wesen und Philosophien, die man besser auf den Punkt hätte bringen können (oder ganz weglassen'?!)
- Kar Vastors Auftritt hatte weder viel Sinn noch Esprit, ein paar andere erschienen zumindest fragwürdig
- die Übersetzung ist wie eigentlich immer ein Schatten des Originals
- der verschachtelte, monumentale Plot und der blumige Stil machen Schatten von Mindor enorm trashig, das ist gewöhnungsbedürftig

Als das kann einem den Roman madig machen und eine Wertung von 1 oder 2 Sternen zur Folge haben. Warum bin ich trotzdem zufrieden und vergebe derer 4? Zum einen fand ich den Trash auch als Fan jüngeren Datums herrlich, zumal die Vorstellung, dass es sich bei der gesamten Binnenhandlung um das Skript zu einem Holothriller handeln könnte, mir großes Vergnügen bereitete. Ein unzuverlässiger Erzähler in der Rahmenhandlung ist eine hinterhältige, innovative Sache und macht das Ganze interessanter. Darüber hinaus finde ich es, ich schrieb es eingangs, großartig, mit welch feinem Händchen Stover fast jeder seiner Figuren Leben einhaucht, sie lebensecht erscheinen lässt und gleichzeitig zu Helden aufbaut ' und manchmal Scheitern lässt. Indem er gewisse Marotten geschickt herausarbeitet und immer wieder klassische Problemsituationen erzeugt gelingt es ihm, die Helden der OT (sie sind alle dabei) in altem Glanz erstrahlen zu lassen. Sie diskutieren und necken sich; ihr Verhältnis ist von tiefem Respekt geprägt und trotz der brillant düsteren Grundatmosphäre des Buches sorgten sie bei mir für viel Schmunzeln und Lachen. Das Erzähltempo ist zügig, manchmal fast gehetzt, die Dialoge sind stellenweise wie in Stein gemeißelt ' kurzum: Stover ist mein Kehlmann des EU: ich lese seine Bücher schon des Stils wegen, denn der macht einfach Spaß.

Matthew Stover: ein (un)zuverlässiger Autor, der genau dies zugibt und uns hier konsequenterweise einen unzuverlässigen Erzähler und ein ungewöhnliches Buch vorsetzt. Nicht sein bestes Werk, nicht ohne Längen, aber einen Versuch wert. 4 von 5 sterbenden Sternen.


Star Wars, Schatten des Imperiums
Star Wars, Schatten des Imperiums
von Steve Perry
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gutes Buch, das kein sehr guter Film ist, aber einer hätte werden sollen, 5. Juni 2012
Steve Perry war mir, aus seinem Zusammenwirken mit Michael Reaves -' "Medstar", "Die Macht des Todessterns" - , bisher vor allem durch seine (meist) sympathischen Charaktere, ein zügiges, episodenhaftes Erzählen und einen recht schmucklosen Stil in Erinnerung geblieben. All das darf man auch von seinem EU-Erstling, "Schatten des Imperiums", aus dem Jahre 1996, erwarten. Der Roman, als wesentlicher Teil des groß angelegten Multimedia-Projekts und Bindeglied zwischen Episode V und VI, hält über seine 381 Seiten fast ununterbrochen eine erhöhte bis hohe Spannung, ohne wirklich in sich nachhaltige Szenen zu enthalten. Gefallen hat mir grob vereinfacht Folgendes: "Schatten des Imperiums" unterhält und füttert den Leser immer wieder mit Querverweisen und Erklärungen zu "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (ein äußerst gelungener Brückenschlag von Filmzitaten im Prolog (Episode V) und im letzten Kapitel (Episode VI) uvm.), führt eine Reihe relevanter Inhalte ein (v.a. die Schwarze Sonne als Königin der Verbrecherorganisationen) und kreiert eine einigermaßen dichte, filmnahe Atmosphäre, weil die entsprechenden Charaktere gut getroffen werden und sich die Art der Geschichte spürbar an die der OT anlehnt. Ein Effekt, der durch den schlagenden Takt des szenischen Erzählens, der zum Finale hin in einem regelrechten Stampfen ausartet, noch verstärkt wird. Auch die 'neuen' Charaktere haben in der Mehrzahl einen gewissen Reiz -' v.a. der Falleen Prinz Xizor, der Kopf der Schwarzen Sonne, dessen überhebliche Verschlagenheit einfach Spaß macht. Nicht ganz so viel Spaß machte mir persönlich Dash Rendar, der doch sehr stereotyp wirkte. Überhaupt gleiten wir damit ein wenig in den nörgeligen Teil über: sowohl die handelnden Figuren, als auch der Plot selbst bleiben doch sehr stark in ihrem schwarz-weiß-Schema verhaftet -' etwas, das den Filmen nicht widerspricht -' aber hier handelt es sich auch nicht um einen Film. Darüber hinaus kann das Buch aber nur wenige echte (erzählerische) Höhepunkte verzeichnen und krankt zudem leider an einer mehr als gewöhnungsbedürftigen Übersetzung und teilweise auch am selten gewitzten Stil Perrys. Mein Fazit: Schatten des Imperiums ist ein spannendes, temporeiches Buch'...doch um den Wunsch nach einer Verfilmung noch mal aufzugreifen: als solcher hätte der Stoff meiner Überzeugung nach (noch) mehr Wirkung erzielt.


Star Wars(TM) Knight Errant: Jägerin der Sith
Star Wars(TM) Knight Errant: Jägerin der Sith
von John Jackson Miller
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,00

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine zahnlose Jägerin?!, 25. April 2012
Die Frage was ich, 19, eigentlich im Jahre 2012 von einem Star Wars-Roman erwarte verdient mehr Beachtung als ich ihr an dieser Stelle einräumen kann, lässt sich aber verkürzt so beantworten: ich erwarte unterhalten zu werden. Das ist eine gerne bemühte Floskel, viel steckt aber nicht dahinter. Nicht die Neuerfindung des Rades, nur die weitgehende Abwesenheit von Längen und Ödnis, nicht der stilistische Höhenflug, nur ein Mindestmaß an Kreativität und Präzision, kein Feuerwerk, sondern ein oder zwei Schmunzler, oder vielleicht ein spannendes Finale oder eine tolle Hauptfigur. Wie ein Autor oder eine Autorin dies bewerkstelligt, sei ihm oder ihr selbst überlassen' - es führen viele, oft sehr gegensätzliche Wege nach Rom.
Auch auf die Frage was ich von diesem Werk, mit Namen 'Knight Errant', erwartet habe gibt es eine bis zur Bedeutungslosigkeit simple Antwort: mehr. Vom besten Roman der letzten Jahre und der Rückkehr zum Essenz des Kriegs der Sterne war die Rede. Leider konnte John Jackson Millers Roman-Erstling weder das eine noch das andere für mich werden ' wenngleich ich wirklich versucht habe, ihn zu mögen. Wie viel mehr ich zu hoffen wagte ist indes schwer zu sagen'

Die Geschichte der fahrenden Ritterin Kerra Holt ist schnell erzählt: 1032 VSY, im dunklen Zeitalter der Republik, strandet die junge Jedi im Daimanat, einem von vielen kleinen Reichen im Sith-Raum - auf sich allein gestellt, aber entschlossen den Sith die Stirn zu bieten. Eben das tut sie nun auch, während die Ereignisse sie von einem durchgeknallten Sith-Reich ins nächste spülen. Dieser Spülgang hat eine Dauer von nicht weniger als 505 Seiten, ist aber zerhackstückelt in drei weitgehend autonome Abschnitte und ohne echten Spannungsbogen. Der Plot ist zudem, so viel sei verraten, ohne Pointe, eher ein Aufhänger denn tragendes Element. Tragende Elemente sind vielmehr die handelnden Figuren selbst und die mit viel Hingabe entworfene düstere Welt der narzisstischen Sith-Lords. Zunächst geht dieses Konzept auch auf: sowohl die Ära und das Setting als solche, als auch die zunächst eingeführten Protagonisten ' der bothanische Spion Narsk und unsere Heldin Kerra ' punkten mit ihrer Unverbrauchtheit, profitieren vom Reiz des Unbekannten, zumal der Bothaner auch im weiteren Verlauf ein undurchschaubarer Aktivposten bleibt. Doch auch die unkonventionelle, stoische Kerra erfrischt anfangs mit ihrer etwas unterkühlten, wortkargen, aber entschlossenen Art ' und eine ordentliche Speeder-Verfolgungsjagd hat schließlich auch noch nie geschadet. Doch von hier an ' wir sind gerade erst auf Seite 50 - verpufft die Wirkung mehr und mehr, bis aus Höhepunkten sanfte Hügel werden, während sich die Helden ' zu ihnen gesellte sich zwischenzeitlich der sensationell vorhersehbare, freischaffende Brigadier Rusher ' in sich endlos im Kreis drehenden quasi-Monologen verbrauchen und die verrückten, aber wenigstens nachvollziehbar-verabscheuungswürdigen Sith durch sabbernde Kinder ersetzt werden, deren Funktion für die Geschichte rätselhaft bleibt. Die Dilemmata der holden Kerra und ihrer Mitstreiter(?) werden erkannt, aber Miller kommt einfach nicht auf den Punkt ' und das ist sein Dilemma. Den Dialogen, den inneren Monologen, dem ganzen Erzählen fehlen ' leider auch stilistisch ' die Schärfe und der Witz eines Matthew Stover oder Sean Stewart (zugegeben hohe Maßstäbe) und so werden die Seiten länger und länger und die Zahl 505 fällt plötzlich ins Gewicht. Nur zum Ende hin beschleunigt sich noch einmal der Herzschlag der Ereignisse.

Die Moral von der Geschicht': ich bin eigentlich ein sehr langsamer Leser, habe diesen Schinken aber in gut 4 Tagen weggelesen, weil ich wirklich auf der Suche nach etwas war, das viele andere in 'Knight Errant' gesehen haben ' allein der Erfolg blieb aus. Spätestens nach dem ansehnlichen ersten Abschnitt flacht das Buch mit seinen austauschbaren Abenteuern und seiner Gruppe recht ähnlicher (pragmatischer) Figuren mehr und mehr ab. Es fehlen Höhepunkte, es fehlt ein roter Faden und so sprang der Funke leider nicht auf mich über (welchen Anteil hieran die Übersetzung hatte kann ich derweil nicht beurteilen ;).
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 18, 2012 4:33 PM MEST


The Essential Guide to Warfare: Star Wars (Star Wars: Essential Guides)
The Essential Guide to Warfare: Star Wars (Star Wars: Essential Guides)
von Jason Fry
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,80

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was lange währt, wird endlich ' fast (ziemlich) ' gut, 12. April 2012
Im Raum über der blauen Hemisphäre eines unbekannten Planeten hängt eine gewaltige Raumstation, umschwirrt von imperialen Jägern und Shuttle(s), und betankt mindestens ein Dutzend nicht weniger beeindruckender Schlachtschiffe ' Sternzerstörer, 'Dreadnoughts'. Perfekt konstruiert und gestochen scharf ist dies eine Szene, die wohl die Fantasie eines jeden Star Wars-Fan beflügelt. Das Bild verselbstständigt sich, gerät in Bewegung: Sturmtruppen marschieren über die Decks der Schiffe, eifrige imperiale Offiziere bedienen Kontrollen.
Das beschriebene Bild ist eines von vielen im neuen 'Essential Guide to Warfare' von Jason Fry ('The Essential Atlas' uvm.) und Paul Urquhart. Nachdem das Projekt erstmals 2008 unter dem Namen 'The Essential Guide to the Star Wars Military' von Karen Traviss ('Republic Commando') angekündigt worden war, erlebte der dritte Essential Guide der dritten Generation unzählige Aufschübe, einen Autoren- und Titelwechsel und noch einen und noch einen Aufschub. Doch was lange währte wurde nun doch endlich gut ' hat sich das lange Warten gelohnt? Meine Antwort: Ja, aber'

Was man erwarten konnte'
'oder sollte ' und was ich erwartet habe: verfolgt man Äußerungen vor allem jüngerer Mitglieder des Fandoms stößt man nicht selten auf ein gewisses ' selten befriedigtes ' Bedürfnis nach Messbarkeit und harten Fakten. Flottengrößen, Hyperantriebsklassen, Kommandostrukturen, technische Spezifikationen' Genau das hätte man sicher von Karen Traviss erwarten dürfen. Von Jason Fry konnte man hingegen, ist man ehrlich, kaum ein solches Buch erwarten, das bestätigten sowohl die Änderung des Titels als auch Interviews im Vorfeld der Veröffentlichung. Trotzdem haben es wohl viele getan ' mich bis zu einem gewissen Punkt eingeschlossen.

Was man dann bekommt'
'ist ein Buch, schwankend zwischen verspielten Anekdoten, weniger verspielten Geschichtsstunden und 'Armory and Sensory Profile'(n), der Chronologie der weit, weit entfernten Galaxis folgend und gespickt mit Illustrationen von gleich 9 Künstlern.
Das Optische: der Warfare-Guide bringt zunächst die Rückkehr zum im Vergleich zum Atlas etwas kleineren Format, weist aber ansonsten keine Abweichungen zur ansprechenden Hochglanz-Optik des selben auf. Das relativ schlichte Cover verrät bereits einiges über das innere Erscheinungsbild, das von ganz- und halbseitigen Bildern dominiert wird und dessen Grundlayout auf mich etwas einfallslos wirkte. Die Illustrationen konnten mich hingegen fast ausnahmslos überzeugen und begeistern. Sie schwanken ' anders als beim Atlas ' stark zwischen doch recht weich und abstrakt und fotorealistisch (computeranimiert?!) und bilden die unterschiedlichen Stile der Künstler ab ' ein Mix, der funktioniert. Die Motive sind selten sehr innovativ oder (hoch)spannend (manchmal aber doch, siehe z.B. erwähnte Raumstation oder eine Verhaftungsszene mit Caedus' Schergen), setzten sich aber zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Komplettiert wird das Bild durch Karten im Stile des Atlases.
Das Inhaltliche: Auf dem Weg vom Imperium der Rakata zu Darth Krayts Einen Sith ackert sich das Buch zunächst an der galaktischen (Militär)Historie ab ' Schwerpunkt: Aufstieg und Fall des Imperiums. Dabei wirken die Autoren stets bemüht, aber nicht immer inspiriert. Im Wesentlichen halten sie sich an bekannte Tatsachen, fassen zusammen und glätten gelegentlich logische Wellen. Das allerdings gekonnt: wie z.B. Kuat Drive Yards mit Hilfe seiner Tochter Rothana Heavy Engineering vollkommen unentdeckt eine ganze Flotte für die Klonarmee der Republik produzieren konnte, legt der Warfare-Guide mit unbestreitbarer Kausalität dar. Überhaupt ist überall dort, wo die Kreativität der Autoren gefragt ist, zu spüren, das sie nicht nur Kenner der Materie sind, sondern auch Wissen wie man eine Geschichte zu erzählen hat und mit welchen (logischen) Einwänden die Leser aufwarten könnten. Es ergibt sich eine abgerundete ' wenn auch phasenweise etwas mühsame ' Reise durch ca. 30 Jahrtausende Schlachtengetümmel und Lichtschwertduelle (kanonische Klippen werden allerdings in der Mehrzahl stillheimlich umschifft, so werden vor allem die Klonkriege bewusst klein gehalten). Veredelt wird diese Reise, die über den Daumen gepeilt drei Viertel des Buches ausmacht, durch immer wieder eingestreute, grün unterlegte Anekdoten. Hier äußern sich fiktive Historiker, ein Klonsoldat berichtet von 'seiner' Schlacht um Geonosis und eine weibliche Sturmtrupplerin kommt ebenfalls zu Wort' - und man merkt den Autoren ihren Spaß an diesen kleinen Episoden an. Außerdem werden 'bedeutende' Persönlichkeiten der Militärgeschichte und Waffen- und Schiffsklassen und 'generationen vorgestellt. Letzterer Teil ist für mich einer der größten Schwachpunkte des Buches, da auch an dieser Stelle Fließtext verwendet wird, Datenblätter und größere Bilder aber wesentlich reizvoller gewesen wären.
Die Struktur: das Werk ist in 21 Abschnitte unterteilt, von denen sich 9 mit den Jahren 18 VSY bis 18 NSY befassen ' die Gewichtung ist Geschmackssache, aber diese Grobstruktur gewährleistet in jedem Fall einen schnellen Überblick. Innerhalb der Kapitel, das soll als letzter Kritikpunkt noch gestattet sein, wird es dann aber etwas unübersichtlich. Eine Vielzahl von Einschüben und Einschüben in Einschüben, sowie eine gewisse Willkür bei der Themenwahl erschweren das vorankommen, laden aber auch zum immer wieder stöbern auf.

Resumée:
Wundervoll illustriert und voller interessanter Details ist der 'Essential Guide to Warfare' auf jeden Fall einen Blick wert, auch wenn er kaum harte Fakten liefert ' sondern Geschichten. Im Vergleich zum überragenden Atlas fällt er meiner Ansicht nach dennoch etwas ab ' aber das ist Meckern auf hohem Niveau. 2mal2 versinkende Zwillingssonnen für die Krieger des Kriegs der Sterne.


Star Wars(TM) Der Geist von Tatooine
Star Wars(TM) Der Geist von Tatooine
von Troy Denning
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Brückenbauer und sein Geist, 27. Oktober 2011
Im Februar nächsten Jahres kommt 'Die dunkle Bedrohung', Episode I, wieder in die Kinos. Mit dem 3D-Start des Films, 12 Jahre nach seiner Premiere hat man bei Lucasfilm sicher viel vor. Ist es da Zufall, dass Troy Dennings 'Tatooine Ghost' aus dem Jahre 2003 ' ein Buch das zwar 8 Jahre nach der Zerstörung des ersten Todessterns spielt, aber viele Querverweise und Erklärungen zu Episode I liefert ' nun doch noch ins Deutsche übersetzt wurde. Oder ist es Kalkül ' hat ein aufmerksamer Mitarbeiter bei Blanvalet eine Chance erkannt? Wie werden es wohl nie erfahren, auch wenn die ' durchaus erfreuliche ' Tatsache, dass mit James Lucenos 'Schleier der Täuschung' ('Cloak of Deception') noch im Januar ein weiteres für den deutschen Buchmarkt verloren geglaubtes Buch aus dem Kontext 'Episode I' erscheinen wird, hellhörig macht.
Aber zurück zum 'Geist von Tatooine': das Buch macht in meinen Augen viel richtig. Einerseits ist der Plot angenehm bodenständig, andererseits wohnt dem Roman mit seinen klug gestreuten, immer offensichtlicher werdenden Andeutungen und Bezügen zur Vergangenheit ' die Prequels, aber auch Episode IV ' und der Zukunft ' die Thrawn-Trilogie und vieles im Zusammenhang mit den Solo-Kindern - aber auch eine gewisse Hintergründigkeit inne. So hat das Werk in diesen in das monotone Erzähltempo einfallenden Rückblicken dann auch seine spannensten Momente.
Dabei nimmt 'Der Geist von Tatooine' zunächst schnell Fahrt auf: ohne viel Vorgeplänkel wird der Leser in die Handlung und damit ins Cockpit des 'Falken' hineingeworfen. Die Ausgangslage ist klar: Han, Leia, Chewie und C-3PO reisen nach Tatooine um ein in vielerlei Hinsicht wertvolles alderaanisches Kunstwerk zu ersteigern. Dass es bei einem Feilschen mit den ebenfalls anwesenden Imperialen während der Auktion nicht bleiben wird nicht bleiben wird, überrascht auch nicht. Dies ist die erste Ebene. Doch schon im ersten Kapitel wird auch die zweite Ebene des Buches augenscheinlich ' in Form einer Machtvision Leias'. Im weiteren Verlauf der Handlung führt es unsere Protagonisten auf der Jagd nach dem inzwischen von einem unbekannten Bekannten gestohlenen Bild hinaus aus den schummrigen Bars Mos Espas in die flimmernde Wüste Tatooines. Auch hier deutet Denning viel Potential an, bietet die fiebrige Atmosphäre doch jede Menge Gelegenheiten der leicht nebulösen Grundstimmung zuzuarbeiten. Doch das Potential bleibt eben angedeutet. Es versiegt im Sande Tatooines und Dennings langatmigem Erzählstil. Daran krankt das Buch aus meiner Sicht ' es hätte gut und gerne 150 Seiten kürzer sein können. Obwohl die Handlungsführung zügig ist ' wir müssen uns nicht lange mit Nebensächlichkeiten aufhalten -, dümpelt das Buch allzu oft dahin ohne auf den Punkt zu kommen. Mir sind Absatz 'und Seitenlange Überlegungen zur Überlebensdauer eines Menschen in der Wüste jedenfalls recht gleichgültig. Das Erzähltempo pendelt sich schnell ein und variiert dann auch selbst im Finale kaum noch. Die Kapitel haben 20 Seiten ' Punkt. Das macht den 'Geist von Tatooine' vor allem im Mittelteil etwas zäh, zumal die Leias Rückschlüsse aus ihrer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit dann auch eher dünn wirken. Über diese Flaute helfen jedoch glücklicherweise zwei Dinge ein wenig hinweg: zum einen die schon erwähnten Rückblicke im Tagebuch-Stil (nicht sehr originell, aber effektiv), zum anderen die äußerst gelungenen Charakterzeichnungen. Denning kennt seine Figuren. Er gesteht Han und Leia ein wenig mehr Intimität als gewöhnlich zu, was die Chemie zwischen ihnen eher noch stimmiger macht und lässt auch 3PO und Chewie ihre Rollen als 'Fels in der Brandung' und Humorbeauftragter. Ausgesprochen glaubwürdig sind auch die aus der Prequel-Zeit in die Rebellen-Zeit projizierten Figuren.
Mit diesem Charme stellen die Figuren und liebevoll gesponnenen Verbindungen das Rückrat des Buches da und heben den 'Geist von Tatooine' über die Mittelmäßigkeit hinaus. Mehr aber auch nicht, denn die reichlich vorhandenen Längen machen sie nicht völlig wet.
Da war doch noch was? Richtig, zwei nette, harmlose Kurzgeschichten ' sie ergänzen das Bild, erklären aber vermutlich auch den Preis von 14 Euro. 3,5 von 5 quiekende Jawas dieses Restaurations-Projekt.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 22, 2011 11:41 PM CET


Robot Chicken Star Wars Episode 3 [UK Import]
Robot Chicken Star Wars Episode 3 [UK Import]
Wird angeboten von dealhouse de
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You're welcome, galaxy!, 21. Oktober 2011
Im Vorfeld zum dritten Robot-Chicken-Star-Wars-Special kann sich im Grunde nur eine Frage stellen: welche fantastischen Fragen, welche unglaublichen Antworten warten dieses mal noch auf uns. Wer ist Tony ' und wenn nicht, wer ist dann Ray; wie viel PS hat ein AT-AT; ist Max Reebo ein Elefant? ' essentielle Fragen wie diese behandelten die beiden Vorgänger. Doch diese Galaxie ist groß und birgt noch viele Geheimnisse: What were the first 65 Orders? Was ist ein defekter 'Motivator'? Wird Lukes Dad den Imperator küssen? Keine dieser Fragen soll unbeantwortet bleiben.
Und alle sind sie wieder mit dabei: Mr. Bob A. Feet alias Boba Fett ' 'the most interesting bounty hunter in the galaxy' - , Darth Sithless und seine alter Egos Anakin 'Are you an elephant?' Skywalker und der Special-Edition-Motherf*****, Obi-Wan ' 'an attractive man, for his age', wenn ich das sagen darf -, Si 3PO und der Typ im Jedi-Erat, der keinen interessiert. Und NATÜRLICH (cast you're eyes on that handsome guy): Gary und Darth 'Put me down' Sidious.

Robot Chicken Star Wars Episode III ist seine Geschichte - Looks like his whole life has been a series of 'What th f***'-moments. Den Schacht des Todessterns seinem Tod entgegen fliegend rekapituliert er seine Lebensgeschichte und baut sie aus zu einer umfassenden Reflektion über Schicksal und Omelet-Bars. Und das ist 'pretty wizzard', wenn ich mir diesen Kommentar erlauben darf. Dabei verliert der charismatische Kapuzenträger nie die kleinen Schicksale aus den Augen. Maurice das Taun-Taun, Prune Face, der einarmige Wampa und natürlich Gary erhalten endlich den Platz, der ihnen zusteht.

Fazit: Mir kam alles wieder zur Nase raus! Luke an der Tanke oder Boba in Jabbas Palast ' es sind Szenen unendlicher Poesie. Kurzum: Teil drei ist absurd. Absurd gute Synchronisation (für die man zumeist auch kein besonders gutes Englisch braucht ' mit dabei u.a. Ahmed Best, Anthony Daniels und Carrie Fisher!), absurd gute Geschichten. Nur eines passte für mich nicht ganz ins Bild: dass die Serie derb ist und in jedem zweiten Satz ein 'f***' ist gehört zum Kalkül und ist auch wirklich gut so, aber die Brutalität die zumindest an zwei Stellen zu Tage tritt (Ewok-Unfall und Bobas Traum) schießt für mich doch etwas übers Ziel hinaus. Ansonsten macht es im Nachhinein alles Sinn: Dream big, live big, fall down to you're death in a f****** giant hole. Ist man mit Star Wars vertraut ' das sollte man aber auch sein ' ist es zum sich unter dem Tisch lachen.


Black Like Me: Textbook
Black Like Me: Textbook
von Thomas Rau
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Stück Zeitgeschichte, 5. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Black Like Me: Textbook (Taschenbuch)
Die Geschichte des John Howard Griffin. Die Geschichte eines Mannes, der seine Haut schwarz färben lässt, um erfahren zu können 'what it is like to be a Negro in a land where we keep the Negro down'. Eine Idee zwischen naiver Unerschrockenheit und gefährlichem (moralischen) Leichtsinn. Eine Geschichte über Vorurteile und eine Geschichte voller Vorurteile. Über Rassentrennung und Diskriminierung und die angeblich 'universelle' Geschichte der Unterdrückung von Menschen durch andere.
Eine Geschichte die es, so beschlossen wohl eines Tages Mitarbeiter des niedersächsischen Kultusministeriums beschlossen, wert ist gehört und gelesen zu werden. Ungeachtet der, mit einigem Abstand betrachtet geradezu schmerzlich willkürlichen und oberflächen Behandlung des wie immer viel zu großen Themas 'The African-American Experience', bleibt das Buch selbst als Zeuge und Gefangener seiner Zeit zurück. Seine Zeit, das sind die späten 50er und frühen 60er Jahre in den Südstaaten. Sein Autor und Protagonist ist ein Journalist, der die Ruhelosigkeit eines Pioniers und die Unbekümmertheit, ja Naivität eines Kindes in sich vereint. Ein Mann, der ' das fällt mir auf, gerade weil ich derzeit Barack Obamas 'Ein Amerikanischer Traum' lese ' sehr stark der Gegenwart verhaftet ist, selten weiter in die Zukunft blickt oder der Vergangenheit nachjagt. Gerade der Vergleich mit Obama lässt ihn in meinen Augen im Nachhinein seinem Vorhaben kaum entsprechend blauäugig erscheinen. Griffin reflektiert nur wenig über die Grenzen seines Horizonts hinaus, ist mehr ein Macher als ein Denker. Darin liegen die Stärke und die Schwäche seines Erfahrungsberichts.
Denn genau das ist 'Black Like Me' - ein im Tagebuch-Stil verfasster Blick in die Erfahrungen eines zum Scheitern Verurteilten. Die Einblicke in sein Innenleben, die Angst und die Verrohung, die Suche nach einer Identität, die nicht die seine ist und seine Anekdoten von heruntergekommenen Unterschlüpfen, von 'schwarzer' Solidarität und Selbsttäuschung, von 'weißer' Gleichgültigkeit und Grausamkeit haben ihren Wert ' als subjektive Eindrücke. Sie sind nicht sonderlich intellektuell, bieten keine Lösungen an und können, das muss wohl auch Griffin letztlich erkennen, zu keinem Zeitpunkt wirklich die eines Schwarzen sein. Aber sie lassen es erahnen, verdeutlichen immerhin aus sich selbst heraus die Kluft der Rassentrennung (die nicht im Gesetz steht). So sind sie greifbar und lassen erfreulich viel Interpretationsspielraum.
Inwieweit sich die Situation in welchen geografischen und sozialen Bereichen seit dem verändert hat vermag ich nicht zu sagen ' eines aber kann ich sagen: es ist recht selten, dass eine Lehrerin ein Buch für langweilig und beliebig erklärt. Ich aber empfand die rund 300 Seiten des Buches nicht als 'langweilig', höchstens als sprachlich etwas anstrengend (die Erklärungen des Verlags sind hier nur teilweise hilfreich). Das Fazit: keine differenzierte Problembetrachtung, keine hohe Literatur, sondern einfach ein Tagesbuchausschnitt mit eingeschränkter Aussagekraft und uneingeschränkter Kraft als solcher.


Mit dir an meiner Seite
Mit dir an meiner Seite
DVD ~ Miley Cyrus
Preis: EUR 5,55

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlsecht, 5. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Mit dir an meiner Seite (DVD)
Wenn ich meiner Schwester einen Film schenke erwarte ich nicht unbedingt, dass er mir auch gefällt, auch wenn ich selbstverständlich ein gewissenhaft schenkender Bruder bin. ;) Nun habe ich diesen Film nicht (hauptsächlich) seiner populären Hauptdarstellerin wegen ausgewählt, auch wenn meine Schwester mit 'Hannah Montana' sicher nicht auf dem Kriegsfuß stand. Dennoch wurde ich, als ich mir den Film dann ansah, von seiner emotionalen Wucht und Unbekümmertheit überrascht. Sicher sind Nicholas Sparks Bücher (ich habe keins gelesen) Wasser auf die Mühlen der sich selbst für enorm tiefsinnig haltenden Literatur-Verfilmungs-Sektion Hollywoods. Ein kritischer Blick hinter die Kulissen auch dieses Films offenbart genügend Weichzeichnungen, reichlich offensichtlich-plakative Moral-Lektionen und auch, wie könnte es anders sein, Klischees. Doch all das ist nebensächlich, kann man sich auf den Film einlassen. Wie seine Hauptfigur hat der Film ein gutes Herz, darf auch ruhig mal ein bisschen über die Stränge schlagen, ist ne ehrliche Haut, authentisch. Gefühlsecht. Die große Liebe einer, die sich nicht verlieben wollte, die zerrüttete Vater-Tochter-Beziehung eines Trennungskindes, ein Hauch Verbundenheit mit der Natur und letztlich auch ein Stück weit (natürlich nur zu erahnen) die Zwänge und Ungerechtigkeiten des Lebens ' das sind die Themen von 'Mit dir an meiner Seite'. Sie vertritt der Film mit gesundem Pathos und weitestgehend ohne künstlichen Kitsch. Zum Glück. Hätte er die ein oder andere Frage auch besser offen gelassen überzeugt der Film doch durch gut aufgelegte, das Drehbuch wirklich lebende Schauspieler, ein stimmiges Setting samt passender Musik und eine ganze Palette an echten, ungestümen Emotionen und Motivationen. Berührend!


Star Wars: The Clone Wars - Die komplette zweite Staffel [4 DVDs]
Star Wars: The Clone Wars - Die komplette zweite Staffel [4 DVDs]
DVD ~ Dee Bradley Baker
Preis: EUR 10,99

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der anhaltende Stillstand in diesem Krieg ist nicht länger akzeptabel..., 5. Oktober 2011
Ganz ganz langsam, immer wieder zwei Schritte vor und anderthalb zurück machend ernährt sich das Murmeltier namens 'The Clone Wars' auch in Staffel 2.
Während Animationen und Soundtrack Fortschritte machen (wenn auch geringere als unlängst von Staffel 2 zu Stafffel 3 oder weiter zur vierten) treten die ' man merkt es ' zahlreichen mehr oder minder begabten Drehbuchautoren rund um Regisseur Dave Filoni story-technisch ingesamt auf der Stelle. Viele Köche verderben zumindest diesen Brei eben doch. Abstruse Ideen verwirren und vertreiben Star-Wars-Atmosphäre. Weiß der Dreiteiler zu Beginn sich noch stetig auf gutem Niveau zu steigern und mit viel Tempo und einem Cad Bane als erfrischend authentisch-stilvollem Bösewicht durchaus zu begeistern ' ein gestohlenes Holocron, Felucia und viele dunkle Machenschaften! - fällt man mit der nächsten belanglosen 'Padmes-Politik'-Episode schon wieder beinahe ins Bodenlose. Zur Mitte der Staffel hin wird dann abermals jede Menge verschenkt, indem großartige Episoden voller Action und Atmosphäre ('Landing at Point Rain' und 'Grievous Intrigue' im Regen ihrer stellenweise lächerlichen Begleit-Episoden (so etwa der geonosianische Zombie-Zweiteiler) stehen gelassen werden. Den Tiefpunkt stellt dann der sterbenslangweilige ' nicht in erster Linie unkanonische, sondern vor allem zu tiefst provinzielle, leblose ' Mandalore-Plot da. Das letzte Drittel mit seinen durchaus überraschenden, deshalb aber noch nicht überzeugenden Protagonisten (ein urtümliches Biest und der 'größte Kopfgeldjäger aller Zeiten') ist dann über weite Strecken wieder halbwegs unterhaltsam, macht aber eines noch ein mal sehr augenscheinlich: die offensichtlich immer noch große Lücke zwischen audio-visuellem Anspruch und erzählerischer Realität der Serie. Staffel 3 verspricht Besserung auf geringem Erwartungsniveau.


Star Wars Clone Wars Incredible Vehicles (Star Wars: Clone Wars (DK Hardcover))
Star Wars Clone Wars Incredible Vehicles (Star Wars: Clone Wars (DK Hardcover))
von Jason Fry
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,50

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Incredible? Well..., 26. September 2011
Nein, auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut ' oder war, wenn man so will, nicht von Anfang an 'incredible'. Technologischen Fortschritt gibt es immer, ob in Singapur oder auf Kuat. Und so mausert sich auch die Animationsserie 'The Clone Wars' - ungeachtet aller grundsätzlichen [großen?] Probleme ' langsam aber sicher zu einem tatsächlich unterhaltsamen Zeitvertreib. Raumschiffe und Fahrzeuge sind darüber hinaus ohnehin seit Anbeginn der Star-Wars-Zeitrechnung, tatsächlich wohl seit der aller ersten Einstellung 1977, ein Aushängeschild der Saga. Vom Falken bis zum Naboo-Design faszinieren sie mit ihrem Detailreichtum, ihrer Vielfältigkeit und manchmal rauen Ästhetik Fans rund um die Welt. Natürlich lassen sich dramaturgische Risse nicht durch derlei banales Erfindertum kitten, aber ein fester Bestandteil aller Filme, Serien, Bücher usw. sind sie dennoch.
Trotzdem blieb, das liegt in der Natur der Sache, kaum Zeit auch ein mal ins Innere eines X-Wing zu sehen. Ein Zustand den Hans Jenssen und Richard Chasemore spätestens 2007 mit der Veröffentlichung der kompletten Risszeichnungen auf beeindruckende Weise behoben. Endlich ein mal dem Falken 'unter die Haube gucken'!

Nun endete der Pioniergeist aber selbstverständlich nicht 2005, nach Episode III, und auch nicht 2007. Im EU kursieren inzwischen (geistige) Schöpfungen jeder Größe und Form. Doch erst mit der Einführung von der Serie regte sich auch an (hoch)offizieller Stelle wieder etwas und schon der Kino(Pilot)Film führte 2008 diverse neue 'Icredible[?] Vehicles' ein. Da ist es nach 3 Staffeln und 3 Jahren TCW nur logisch und konsequent (philosophisch und marktwirtschaftlich...naja..wohl vor allem letzteres ;)) ein 'entsprechendes' Buch auf den hungrigen Markt zu werfen.

Sofort nach dem Rückfall in den Realraum (meine Hände) ergibt ein kurzer Sensorencheck meinerseits wenig überraschendes: das 30x35cm-Hardcover ist hochwertig verarbeitet wie bei quasi allen derartigen Star Wars-Veröffentlichungen. Das Design ist naiver, kinderfreundlicher und irgendwie auch spartanischer, als etwa bei den angesprochenen Risszeichnungen. Die namenhaften Namen des Autors (Jason Fry) und des Zeichners (Richard Chasemore) versprechen hohe Qualität (werden aber auf dem Buchdeckel vergeblich gesucht...). Soweit war ich aber auch schon beim Kauf. Der Titel verrät ist unterdes bereits: das Buch 'enthält' Risszeichnungen (8 Stück), die durchaus auch das Aushängeschild des Werkes darstellen (und für mich Grund zum Kauf waren), sie sind aber nicht sein Hauptbestandteil. Ein mal aufgeschlagen bestätigen schon die ersten Seiten, den anfänglichen Eindruck: das ganze ist ein wenig einfacher, wenn man so will: billiger und fast voll und ganz auf die inzwischen etablierte TCW-Fan -und Zielgruppe zugeschnitten. Behandelt werden auf 128 Seiten die allermeisten der in der Serie oder dem Kinofilm erschienenen Fahrzeuge und Raumschiffe, mal zu viert auf einer Doppelseite, mal alleine auf 2 ganzen Doppelseiten. Die Verteilung ist hierbei, so scheint es, eher der Willkür der Autoren und Zeichner überlassen und weniger einem messbaren Parameter, wie der Häufigkeit der Auftritte in TCW. Grob lassen sich nun drei verschiedene Darstellungsarten unterscheiden:
- Die Risszeichnungen, Querschnitte, wie man sie auch bezeichnen mag. An die Stelle von von Hand gefertigten Zeichnungen (inklusive schwarzer Trennstriche usw.) treten nun computergestützte 3D-Zeichnungen, die dem Ganzen ein wenig Originalität rauben, aber auch noch mehr Details und noch mehr 'Realitätsnähe' verleihen. Davon mag man halten was man will, positiv anzumerken ist in jedem Fall, dass nur bisher Modelle zerlegt werden (also keine aus den Risszeichnungen bekannten). So wird es dem Leser erlaubt die Technik im Lasergeschütz des V-19 Torrent zu verstehen und in den Lagerraum der Twilight zu blicken. Naturgemäß ist einiges mehr, einges weniger interessant ' der Gesamteindruck ist aber durchaus sehr positiv.
- Dabei darf nur leider nicht vergessen werden, das 112 Seiten keine Risszeichnungen enthalten, sondern: zum Teil 3D-Außenansichten, Modelle, wie sie für die Produktion der Serie erstellt wurden (die sind nett anzuschauen, verlieren aber schnell ihren Reiz) und zum anderen Bilderseiten oder Ausschnitte, die kaum mehr als - leider nicht sehr scharfe! - Szenenbilder hergeben (da frage ich mich schon, wie das möglich ist). Sie dienen als Aufhänger zu wenig erhellenden kurzen Texten und wirken, wenn ich ehrlich bin, wie pure Seitenfüller, die einen gewissen Preis rechtfertigen sollen (der liegt allerdings bei einem Drittel von dem der Risszeichnungen, das muss man zugestehen).
Gemischte Gefühle also, was die Illustrationen angeht: mal verharrte ich 10 Minuten oder mehr, wandelte durch die langen und prächtigen Gänge der 'Coronet' und war ganz und gar Teil dieses Mythos Star Wars und mal überblätterte ich ganze Doppelseiten einfach, ihrer Lieb -und Belanglosigkeit wegen. Dasselbe gilt aber auch für die begleitenden (erklärenden?) Texte. Verglichen mit seiner Arbeit etwa am 'Essential Atlas' wirkt Jason Frys Schaffen doch reichlich uninspiriert, doch möglicherweise vermochte er aus dem vorhandenen Stoff auch einfach nicht mehr herauszuholen. [Interessante] Überraschungen und Details sollte man jedenfalls nicht erwarten, eher Nacherzählungen eindimensionaler Handlungen.

Fazit: Ein 'unglaubliches' Buch also? Nun, ich war schon ungläubiger ' über weite Strecken wirkt es eher lieblos dahin gepfuscht ' doch in Anbetracht einiger leuchtstarker Lichtblicke in Form gelungener Risszeichnungen geht 'The Clone Wars Incredible Vehicles' bei mir noch als annehmbar durch. Insbesondere jugendlichere Fans der Serie werden ohnehin ihren Spaß haben.


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