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Chewie (Kashyyyk)

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Labyrinth of Evil: Star Wars (Star Wars - Legends)
Labyrinth of Evil: Star Wars (Star Wars - Legends)
von James Luceno
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,35

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reißerischer Aufgalopp, 12. September 2011
Was tun, wenn man in letzter Zeit sowohl mit dem Lesen im Allgemeinen als auch dem der EU-Literatur im speziellen etwas nachlässig war? Was, wenn man, nachdem man sich ein mal aufgerafft, einen 'nur?!- zufriedenstellenden dritten Bane und einen anstrengenden NJO-Band in sich hineinstopfte ' um es mal salopp auszudrücken. Nun, man nimmt selbstverständlich ein Buch zur Hand, von dem man weiß, dass es einem gefällt. Eines das einen mitreißt, mit auf den höchsten Gipfel und in die tiefste Schlucht führt.

Gesagt, getan ' und mein Gedächtnis täuschte mich nicht. 'Labyrinth des Bösen' ist auch Jahre nach seinem Erscheinen ein Roman mit außergewöhnlich starker Sog-Wirkung. Ein mal aufgeschlagen lässt einen die atemlose Hetzjagd durch eine noch ein mal Luft holende weit entfernte Galaxis nicht mehr los, reißt einen immer tiefer mit sich in die Wirren eines gigantischen Krieges, entführt einen durch die Strudel der Macht selbst zu einem dunkleren Ort und seziert nach und nach den Plan hinter dem Konflikt, der schon1977 unter dem Namen Klonkriege bekannt wurde. Die Galaxis holt noch einmal Luft. Drei Jahre nach Ausbruch der Klonkriege zeichnet sich eine entgültige Wende im Krieg der Republik gegen die Separatisten ab. Aus dem Kern vertrieben scheuchen die Jedi und Klone General Grievous und den Rest der Konföderation vor sich her, binden sich in immer mehr kämpfen. Mit jedem Streich ihrer Lichtschwerter kommen Anakin, Obi-Wan und die anderen dem Ende dieses epochalen Konflikts näher ' das denken sie zumindest. Doch im Hintergrund sind größere Mächte am Wirken und so beginnt in den unterirdischen Pilzfarmen Cato Neimoidias eine Jagd, die eine Parce ist und Odysee, die eine Tragödie werden wird. Die Galaxis holt noch ein mal Luft und viele spüren, dass etwas in der Luft liegt. Nur was, fragen sich Yoda und der Rest des Ordens - 'zwar ist das Ende des Zeitalters der Helden, doch es hat sich seine Besten bis zum Schluss aufgespart.
Und hier, auf Cato Neimoidia, schon in der Dämmerung einer langen Nacht, beginnt auch James Lucenos Buch. Ein Buch, das viel mehr Sinnbild ist, als es zumindest die ersten beiden Prequel-Episoden je werden konnten. Ein Abbild des Chaos, des monumentalen Konflikts und des 'Nebels', der alles umgibt. Mitten hineingeworfen in die Schlacht um eine der reichsten Kolonien der Neimoidianer zischen dem Leser sogleich Blasterstrahlen um die Ohren, Lichtschwerter surren, Nute Gunray wird verfolgt. Und dank Lucenos wundervollem Stil sind wir, die Star Wars-Fans, in der Tat keine externen Beobachter, sondern selbst rastlos, auf der Suche nach der Wahrheit. Wir leiden mit, auch unsere Augen weiten sich ein ums andere Mal vor Überraschung. Das Gefühl des Autors für winzige, unschätzbar wertvolle Details, für grandios abstrakte und doch so naheliegende Vergleiche und Metaphern und das nicht minder große Geschick der Übersetzerin Regina Winter, heben dieses Werk aus der Masse der (mehrheitlich guten (alten)) Klonkriegsromane heraus.

Fast unheimlich ist die Dichte dieses Buches, dass die Atmosphäre der Prequels im positivsten Sinne einfängt und ganz und gar verinnerlicht. Da sind diese wundervollen, wie aus einer alten Eiche geschnitzten Dialoge voller Witz und Aberwitz, simpel und doch enorm wirkungsvoll. So herrlich ironisch die Gespräche hier sind, so zu tiefst ernst, so unglaublich authentisch sind sie dort. Da sind diese lebendigen, so starwars-typischen Charaktere, die einen sympathisch, die anderen verabscheuungs ' und liebenswürdig genial. Die bekannten unter ihnen sind wie den Filmen entsprungen, in ihren markanten Eigenheiten, kleinen Gesten und großen Taten schon fast fotografiert und nicht mehr gezeichnet - und doch glaubwürdiger, echter als wir sie aus den Filmen kennen. Der grimmige Mace Windu, die sinistre Count Dooku, Obi-Wan, der in sich ruhende und doch im Dunkeln tappende, der vielleicht interessanteste, geschliffenste Charakter dieses Zeitalters ' und natürlich Anakin, der tragische Held. Seine Zerrissenheit und seine Zweifel werden angedeutet, sanft an die Oberfläche gebracht, aber nicht darüber hinaus. Genau im richtigen Maße erschafft Luceno Anhaltspunkte für seinen folgenden Fall, erklärt ihn nicht und macht ihn dennoch irgendwie unausweichlich. Wie Padme sieht er das gute in ihm und lässt ihm doch keine Pause, lässt ihn die Galaxis durchstreifen, ohne Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Und hier ist nun also der Plot - der elektrisiert, von der ersten zur 350. Seite. Ein Spannungsbogen der seines gleichen sucht, eine Fülle von Enthüllungen, die er auf seinem Weg durch stinkende und duftende, fremde Welten und gigantische Schlachten für den Leser zurücklässt und eine butterweiche Überleitung in die Anfangssequenz von Episode III machen 'Labyrinth des Bösen' zu einem Höhepunkt des EU ' einem kurzweiligen zwar, aber einem strahlenden, bis zur Schmerzhaftigkeit verdichteten.

Was bleibt? Das Fazit: die bessere Episode II!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2011 6:06 PM MEST


Das Beste kommt zum Schluss
Das Beste kommt zum Schluss
DVD ~ Jack Nicholson
Preis: EUR 4,99

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stimmige, letzte Selbstfindung ' bewegend und versöhnlich, 18. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Beste kommt zum Schluss (DVD)
Es ist der Krebs, der zwei gealterte Männer in einem Krankenhauszimmer zusammenbringt. Der eine, Krankenhausgroßbesitzer, Egozentriker, hat viel Geld, einen Privatjet und dennoch kein erfülltes Leben ' wenngleich er sich das natürlich nicht eingesteht. Der andere, Automechaniker, Familienmensch, weiß vieles - auch welche 5 Präsidenten mit 'H' beginnen ' und wird von den ihn umgebenden Menschen geliebt und führt dennoch kein erfülltes Leben ' mit den Jahren ist ihm etwas verloren gegangen. Sie lernen sich kennen und schätzen. Und mit dem Rücken zur Wand gelingt es ihnen schließlich doch aus dem Trott und der Trostlosigkeit auszubrechen. Es beginnt eine abenteuerliche letzte Reise auf der Suche nach sich selbst und dem Glück.

Das ist keine sonderlich neuartige Idee, aber natürlich eine mit Potential: Auf ihrem Weg stellen sich die beiden vielen der 'großen' Fragen des Lebens, finden manchmal antworten und manchmal nicht, lernen voneinander und wachsen miteinander. Und auch wenn sie dem Tod natürlich nicht entkommen können, kehren sie als erfülltere Menschen zurück.
Der erste ist Edward Cole, verkörpert von Jack Nicholson, der zweite ist Carter Chambers, von Morgan Freeman gespielt. Wie wohl inzwischen zur Genüge erwähnt machen die beiden Hauptdarsteller ihre Aufgabe mehr als gut, hauchen ihren Figuren so viel Leben ein, dass die Identifizierung mit ihnen leicht fällt. Gerade Nicholsons Rolle ist dabei erfrischend selbstironisch ' dass er das kann bewies er schon in 'About Schmidt' - und augenzwinckernd überstilisiert. Der Gang ihrer Reise ist dabei nicht übermäßig überraschend; 'Das Beste kommt zum Schluss' eckt kaum bis gar nicht an, bleibt immer im zügigen Takt, trifft meist genau den 'richtigen' Ton. Das Rad erfindet der Film nicht neu, muss er aber auch nicht. Der 'richtige' Ton ist nämlich der zwar nachdenkliche, letzten Endes aber doch versöhnliche, stets zwischen Tragik und Komik schwankende Wechsel von wehmütigem und traurigem Klavierspiel und durchaus authentischer 'On the Road Again'-Stimmung. Das ist selbstverständlich ' man möge mir das Wort verzeihen ' hollywoodtypisch inszeniert: in wunderschönen Bildern vom Nordpol bis zum Everest schwelgend, stets passend untermalt und jeder gerade gewollten Gefühlsregung des geneigten Zuschauers zuträglich. Doch daran kann ich katastrophal schlimmes finden ' es funktioniert! Sicher halte ich den Film nicht für der Weisheit letzten Schluss, doch er regt an, bewegt, lässt mich grinsen, lachen und lächeln. Ich muss nicht daran glauben, dass sich 40 versäumte Jahre in einem verwegenen Tripp zurückholen oder, wenn man so will, wieder gut machen lassen, um ob der einfachen Poesie der Dialoge und der Denkwürdigkeit der kleinen Anekdoten dieses Films ins Nachdenken oder ins Schwärmen zu geraten. Doch eines müsst ihr mir noch gestatten: bei aller Liebe, aber wer in diesem Film nichts kitschiges finden kann, der möge sich noch ein mal die ersten zwei Minuten zu Gemüte führen und danach trotzdem einen anrührenden Film sehen!

Ich glaube nicht, dass man das Leben eines Menschen in seiner 'Bedeutung' 'messen' kann. Es muss keine Bedeutung haben und das Wort 'messen' ist so steril und fassbar wie es ist, definitiv fehl am Platze ' ein wenig ist es auch mit diesem Film so. Da ich nun aber muss, 'bemesse' ich ihn mit 4,49 Sternen. 'Das Beste kommt zum Schluss': nicht das achte Weltwunder aber alle mal ein schöner, lohnender Film.


Mississippi Burning
Mississippi Burning
DVD ~ Gene Hackman
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "They want me to say...", 14. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Mississippi Burning (DVD)
'We're just try'in to find the three boys, Mr. Anderson' verkündet FBI-Agent Alan Ward, doch jeder weiß: es geht längst um viel mehr, als im Sommer 1964 zwei scheinbar grundverschiedene Agenten in den Süden der USA geschickt werden. Sie sollen das Verschwinden dreier Bürgerrechtsaktivisten untersuchen, waten aber schon bald knietief im rassistischen Kleinstadt-Sumpf Mississippis.
Es geht um Hass und Tradition, um Schweigen und Angst in einer von Vorurteilen und Gewalt verseuchten Zeit, in (nicht nur) einem Bundesstaat im Kampf mit der Liberalisierung des Landes. Der Traum eines Martin Luther King könnte dort kaum weiter entfernt liegen. Die gesetzlichen Beschlüsse des Civil Rights Acts von 1964 werden in der Praxis Lügen gestraft. Im 'Magnolienstaat' grassiert die Lynchjustiz des Ku Klux Klans ' Kirchen der schwarzen Gemeinde brennen und ein Mantel des Schweigens liegt über den Sümpfen und den lokalen Behörden:
'Simple fact is, Anderson, we got two cultures down here. White culture and a coloured culture. That's the way it always has been. That's the way it always will be' - diese fiebrige Atmosphäre fängt der Film genial ein, bannt sie in Bildern und Musik. Angst schwängert die Luft - lange sind die Agenten ohnmächtig gegenüber der unfassbaren Unmenschlichkeit der Angst der schwarzen Gemeinde und der wenigen(?) kritisch denkenden Weißen. Die Kamera ist ruhig und doch eindringlich, sieht nicht weg und steigert ihr Tempo im Takt des Films, im Takt des mal unendlich traurigen, mal fast hetzerischen, rastlosen Soundtracks. Einem panischen Herzschlag gleich, lässt dieser dem Zuschauer keine Ruhe, beschleunigt sich immer wieder, wenn Häuser brennen, wenn Schwarze gehängt werden und es den 'Bösen' letztlich an den Kragen geht. Dann dringen Bilder in diesem eher dialoglastigen Film bis ins Mark. Das ist Hollywood - und doch großartig inszeniert. Großen Anteil an der Wirkung von 'Mississippi Burning' haben unter des auch die beklemmend gut spielenden Darsteller, von Willem Dafoe und Gene Hackman in den Rollen von Ward und Anderson, bis in die kleinsten Nebenrollen.
Dabei erzeugt der Film immer mehr Fassungslosigkeit und, ja, Wut beim Zuschauer. Wut auf diesen ekelhaften Rassismus und seine Verfechter ' und so wollen wir, sein wir ehrlich, irgendwann sehen, wie es den Schweinen an den Kragen geht ' und zwar wortwörtlich. Dass ist bedenklich; der eigentlich interessante Konflikt des Films: der der Methoden des alten Hasen Anderson und des gestriegelten, korrekten Ward, der dem Prinzip 'Wir müssen besser sein' folgt und letztlich doch scheitern muss. Bedenklich und doch: kann man sich das nicht wünschen? Eine Antwort auf die Frage nach richtig und falsch fällt hier schwer, doch so muss es auch sein. In seiner Botschaft, seiner bedingungslosen Verurteilung des Rassismus, ist der Film sicher nicht der Differenzierteste. Die Hintergründe des tief verwurzelten Hasses werden nur teilweise angeschnitten, Zwischentöne wie die Geschichte Andersons über seinen Vater bleiben eher oberflächlich (sind aber vorhanden!), doch das schwächt den Film nicht ' wie anders sollte es sein, frage ich auch hier! Diese menschenverachtende Irrationalität gehört verurteilt, sie ist eine Schande, nichts weiter. Die Dialoge bleiben insofern auch quasi 127 Minuten lang recht plakativ, spruchreif, für den Zuschauer mundgerecht dargeboten ' weniger wahr macht sie das nicht, nur prägnanter ('Funny. Their kids are so cute.'). Dass die Schwarzen kaum mehr als Opfer sind und eigentlich nur ein mal auch als handelnde und sprechende Protagonisten auftreten (und zwar in Form des Pfarrers, der natürlich auch prompt ein zwar mehr als verständliches und doch kaum zielführendes Bild abgibt), mag indes manchem sauer aufstoßen, ist im Kontext des Films aber nur logisch, der sich nun mal mit dem Duell und dem Umgang der beiden Hauptdarsteller mit dem allgegenwärtigen Hass beschäftigt.
Die Wurzel des Hasses ' so der deutsche Untertitel ' sitzt tief. 'Mississippi Burning' ist keine Lösung, nur ein Eindruck ' aber ein beeindruckender, erschütternder, dicht fotografierter und einzigartig atmosphärischer, der einen Blick wert ist!


Star Wars. Das Erbe der Jedi-Ritter 2. Die schwarze Flut
Star Wars. Das Erbe der Jedi-Ritter 2. Die schwarze Flut
von Michael A. Stackpole
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Autor auf Abwegen, 9. August 2011
Das Erbe der Jedi-Ritter 2. Die Schwarze Flut. Ein (großartiges) Cover, ein (elektrisierender) Titel, ein (talentierter) Autor ' und eine Erwartung: ein spannendes, temporeiches, düsteres Buch. Ein Michael-Stackpole-Roman, der mich aus den Socken haut, der an die fantastischen Werke früherer Tage anschließt. Kluge, stimmige Dialoge, ein wendungsreicher Plot, interessante Charaktere, Sternjäger-Action in Mengen ' und im Hintergrund: eine dunkle Bedrohung, unbekannt, ein Schatten unbekannten Ausmaßes. Diesen Star Wars-Roman...hätte ich gerne gelesen.

Das Erbe der Jedi-Ritter 2. Die Schwarze Flut. Eine Enttäuschung. Zwar kein schlechtes Buch, kein völliges Desaster wie 'TFU' oder 'Palpatines Auge', aber auch nie wirklich fesselnd oder auch nur sonderlich überraschend. Der Funke springt nicht über.
Der Plot und die finale ' hier aber eher lieblos geratene ' Zusammenführung der einzelnen Handlungsstränge sind in weiten Teilen vorhersehbar, ohne große Finesse, ohne Fallen und Aha-Momente...da könnte man Prolog und Epilog schon fast zu den erzählerischen Höhepunkten der schwarzen Flut zählen. Auf den ersten Schock und den ersten Sieg im Kampf gegen die fremdartigen Yuuzhan Vong in 'Die Abtrünnigen' folgt die ' wie kaum anders zu erwarten ' ausbleibende Reaktion der politischen Führung der Neuen Republik. Die machtbesessene, den Ereignissen gegenüber offensichtlich blinde Volksvertretung rund um Staatschef Borsk Fey'lya weigert sich standhaft die offensichtliche Bedrohung als solche zu akzeptieren und so sind unsere Helden zum Handeln gezwungen... ' korrupte, verantwortungslose Politiker korrumpieren die heldenhaften Bemühungen unserer Freunde Luke, Leia und Co.. Ein Lieblings-Motiv des Star Wars-Universums (nicht erst) seit den Klonkriegen und bis weit über Jacen Solos Fall hinaus. So schickt Luke ' der sich nebenbei auch noch mit Ordens-internen Jedi-Indentitätsfindungsproblemen herumschlagen muss ' sich und seine Schäfchen auf verschiedenste Missionen zwischen Rettung, Aufklärung und Selbstfindung. Doch, oh Wunder, auf ihrem Weg durch die Galaxis finden die Heldengrüppchen nicht nur Flüchtlinge und gestrandete Wissenschaftler, nicht nur Eingeborene, sondern auch Yuuzhan Vong an allen Ecken und Enden. So weit, so gut. Keine narrative Neuerfindung des Rades, aber wann gab es die schon mal, im EU?! Schließlich kommt es zum Showdown bei Dantooine: warten auf die Schlacht, Verzweiflung und Hoffnung, verwegene Pläne, Laserschwerter, Protonentorpedos. Doch der Weg dorthin ist (zu) weit und der große Knall bleibt aus.
Die Vielfältigkeit der Figuren, der Stile und Techniken, der Schwerpunkte und ihrer Verlagerungen macht die 'Erbe der Jedi-Ritter'-Reihe aus, macht sie zu einer meiner Ansicht nach einzigartig-soghaften, monumentalen Erscheinung im EU. Zwölf Autoren erschufen ' trotz großer Qualitätsschwankungen ' ein unvorhersehbares und doch homogenes Werk in einer unverwechselbaren Atmosphäre. Sein größter Trumpf ist in diesem Band allerdings sein ärgster Feind. Stackpole scheint mir schlicht und ergreifend nicht fähig sich in diese neu erschaffene Ära und ihre Protagonisten richtig einzudenken. Gezwungenermaßen(?!) krallt er sich an den Skywalker-Solo-Klan. Doch der scheint nicht sein Metier zu sein. Seine Protagonisten bleiben hölzern, viel zu 'menschlich', alles wird greifbar gemacht und gewöhnlich. Ein ums andere mal werden absurde Konstellationen erschaffen, um den allzu wankelmütigen Jedi moralische Dilemmata zwischen die Füße zu werfen, um sie mit ihren Selbstzweifeln zu konfrontieren. Ausufernde Beschreibungen belangloser Randnotizen komplettieren vor allem im Mittelteil das Bild und sorgen für einige Längen. Seine Momente hat das Buch dann auch tatsächlich fast ausschließlich mit Gavin Darklighter und gelegentlichen Lichtblicken in den Auftritten Jacen Solos ' gemeint sind etwa das Gespräch mit Danni oder seine Vision, während ich seine ewige Reflektion über seinen Weg zum perfekten Jedi regelmäßig nur mit einem Gähnen quittieren konnte.
Warum hält sich Stackpole nicht an das was er kann und überlässt derartige Gedankenspiele Leuten wie Matthew Stover, der in 'Verräter' (Band 13) beweist, wie man die Macht und ihre Nutzer auf eine Metaebene hebt, die ihrer gebührt. Denn sie ist das charakteristischste und mysthischste, dass das Franchise zu bieten hat, wird aber von Stackpole (wie auch von vielen anderen Autoren!) mehrfach schmerzhaft banalisiert. Da scheint er Maras noch in diesem Buch ausgesprochene Warnung die Macht nicht als Krücke zu betrachten im nächsten Moment sogleich in den Wind zu schlagen, da der nächstbeste Jedi mal wieder nicht von seiner inneren Ruhe zehren kann, sondern als Reaktion auf Stress sofort eine Macht-Beruhigungstechnik anwendet. Großartig! - denn es gibt, so scheint es, Techniken und Anwendungsmöglichkeiten für einfach alles. Und siehe da, im nächsten Moment nutzt Luke seine Krücke um Dovin Basale zu verwirren ' toll. Nützliche Sache, diese Macht. Sie wird reduziert auf das was man mit ihr machen oder nicht machen, spüren oder nicht spüren kann ' kurzum: sie wird vom Autor in ihrem Kern einfach nicht verstanden.
Auch sein Alter-Ego Corran Horn bleibt weitgehend blass, hat nur (hauptsächlich im letzten Drittel) einige heroisch-konsequente und irgendwie etwas weniger gewöhnliche Momente, muss sich bis dahin aber mit seinem Begleiter Ganner und dem schon erwähnten, unglaubwürdigen Streit um die Richtungssetzung des Ordens rumschlagen ' langweilig. Die Krönung ist dann Leia, die ach so gerissene und erfahrene Politikerin, die sich von einem Haufen Proleten (gemeint sind freilich Senatoren) derart schulmädchenhaft den Schneid abkaufen lässt, dass ich nur den Kopf schütteln kann.
Und was ist eigentlich mit dem zentralen (emotionalen) Aufhänger des Vorgängers? Nein, an Chewie verschwendet 384 Seiten lang niemand auch nur einen einzigen Gedanken...außer Han, aber der stürzt dafür auch immerhin gleich völlig ab ' mögliche Erklärung: wir machen des Öfteren Sprünge von einigen Monaten, in denen die Ereignisse von Sernpidal wohl verarbeitet wurden ' sonst ist da aber auch nichts passiert. Warum auch? Ach ja, wegen der Yuuzhan Vong...naja, über die erfährt man eh nichts als haltlose Spekulationen und platte Einordnungen in Schubladen.
Hat man sich nun also erfolgreich durch die ersten beiden Drittel des Buches geschlagen entschädigt auch das Finale nur ein wenig.

Und nun? Eins noch übrig ist: eine unterdurchschnittliche Übersetzung. Exemplarisch sein die Anreden der Jedi untereinander erwähnt: wenn Corran und Luke sich schon nicht duzen können, dann mögen sie sich doch bitte wenigstens mit 'Habt Ihr, Meister Skywalker...' und nicht mit 'Haben Sie, Meister Skywalker...' und 'Sie, Corran..' ansprechen. Dass ein weiblicher Star Wars-Charakter Jens heißt tut sein übriges ' sorgt aber immerhin für einen kleinen Lacher.
Insgesamt eines der schwächsten Bücher der Reihe: gemächliches Erzähltempo, befremdliche Protagonisten, ein behäbiger Spannungsbogen. Die Übersetzung gibt den Ausschlag: mehr als 2 Sterne sind das nicht!


Das Baumkind
Das Baumkind
von Thomas A. Barron
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar unscheinbar, unscheinbar wunderbar..., 27. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Baumkind (Taschenbuch)
71665. Einundsiebzigtausendsechshundertfünfundsechzig ' das ist der hiesige 'Amazon-Bestseller-Rang' des magischen, 142 Seiten starken Baumkindes, von T.(homas) A.(rchibald) Barron.

Wer aufmerksam und ein klein wenig misstrauisch ließt ' und das fängt beim Titel des Buches an' - mag die Zeichen schon früh(er) erkennen, die sich am Ende der Geschichte zu jener Wahrheit verdichten, die die entscheidende Schlusspointe darstellt und sich am Ende wundern: 'das hätte ich mir auch eher denken können'.
Rowanna ' kurz Anna ' ist ein ausgesprochen naturverbundenes, aufgewecktes Mädchen. Eigentlich mehr sogar: Aufgeweckt und ob ihres zarten Alters doch erstaunlich selbstreflektiert und erwachsen, könnte der ein oder andere ältere Leser des Buches denken ' aber (auch) das hat wohl seine Gründe, es gilt also abzuwarten. Ihr Zuhause ist eine kleine Hütte, die auf einem schmalen Küstenstreifen steht, eingepfercht zwischen dem Meer auf der einen und dem Wald auf der anderen Seite. Dort lebt sie mit Vater Mellwyn. Dass dieser meist mürrische, kauzige ältere Fischer nicht ihr leiblicher Vater ist, ist von Anfang an klar, auch wenn Barron seine Ziehvater-Figur geschickt und liebevoll zeichnet, ihm neben seiner Strenge auch genügend gut gesetzte Momente der Freundlichkeit, der fast widerwillig gezeigten Wärme zugesteht. Nach einem langen Tag auf See und erst recht auf den Wald hinter der Hütte angesprochen wirkt der Fischer hart, doch wenig später erweicht ihn Annas Gesang doch ein wenig ' er will nur ihr Bestes, dessen kann sich der Leser sicher sein. Und so bleibt seine Figur sympathisch und glaubwürdig, selbst wenn sie erst auf den letzten Seiten wirklich an Kontur gewinnt und lange recht stereotyp bleibt. Die Chemie stimmt; die pflichtbewusste und doch unbändig lebendige Hauptfigur und ihr Ziehvater, das passt.

Das Meer sollte im Mittelpunkt stehen, es ernährt die beiden, die Wellen spülen an, was sie zum Leben brauchen, doch der Star ist dennoch der Wald, das merkt man schnell. Immer wieder warnt Vater Mellwyn Anna vor der Grässlichkeit und Unbarmherzigkeit und Tödlichkeit des Waldes. Wenn er morgens aufbricht um auf See zu fischen versäumt er es nicht, dem Mädchen strenge Blicke zuzuwerfen und ihr das Betreten des Waldes zu verbieten'und doch: Anna fühlt sich magisch angezogen von der ' wenn man so will ' andersartigen Vertrautheit des Waldes. Dem Autor scheint es hier nicht anders zu gehen ' und das kann ich verstehen, denn wenn ich aus der Haustür sehe, blicke ich direkt ins üppige grün und auch wenn es kein schöner Wald ist (eher eine Holzplantage, möchte man meinen), ist es doch wunderbar, wenn der Wald an einem schwülen Sommermorgen pulsiert und fast tropisch schwer duftet, wenn er im Winter ganz in weiß gehüllt und unsagbar still ist, wenn Sonnenlicht durch die Baumkronen bricht.
Eine tolle Umgebung großartig in Szene gesetzt von Barron, dessen Sprache nicht karg ist und nicht unnötig detailliert, dessen Stil fesselt, ohne verquastet zu sein. 'Hochpoetisch' wie es ein Zitat auf der Buchrückseite verspricht, ist er meinem Empfinden nach nicht, sondern schön schlicht und schlicht schön, mit einem fantastischen Auge fürs Detail: da fehlt es nie an einer passenden Methaper, einem passenden Vergleich ('Tangstränge hingen vom Schiffsrumpf wie ein zotteliger Bart.''). Es ist eine ganz eigene kleine Welt, ein Mikrokosmos mit eigenen Sprichwörtern ('Verflixter Fischlaich' ' 'Krabbenkram') und wundervollen kleinen Worten wie Momentsplitter. Barrons Stil ist ebenso naturverbunden wie seine Protagonistin, so richtig knorrig und knotig und herb und süß zugleich, es knarrt und rauscht. Alle passt zusammen, die Wellen des Meeres und die Wellen des Waldes, das sanfte Auf und Ab der sich im Wind wiegenden Äste.
[Anmerkung: die Übersetzung ist allerdings alles andere als frei von kleinen Fehlern und Ungereimtheiten. Da kommt es vor, dass wie und als vertauscht werden und der eine oder andere Artikel auch nicht so ganz stimmt ' aber das stört jawohl keinen großen Geist ;)]

Besonders angezogen wird Anna von der hohen Weide, die auf einem weit entfernten, hohen Bergkamm über dem Wald trohnt. Schließlich erkennt unsere Heldin: 'Etwas fehlte jetzt. Etwas, das sie brauchte', denn sie sehnt sich nach einem Freund, nach der Mutter, die sie nie kennengelernt hatte und nach Antworten auf ihre vielen offenen Fragen ' denn sie weiß, dass Vater Mellwyn sie vor vielen Jahren im Wald gefunden hatte. Trotz der eindringlichen Warnungen und der schaurigen Geschichten, die Vater Mellwyn ihr immer wieder erzählt, wird der Drang in Anna den Wald zu erkunden immer übermächtiger und es kommt wie es kommen muss. Im Wald findet sie einen ungewöhnlichen Freund, der nicht ganz der ist, der er zu sein scheint und schließlich machen sie sich auf den Weg zur hohen Weide. Doch diese Reise verläuft anders als man ' oder zumindest ich ' sie erwartet hätte, es ist kein nicht primär ein großes Abenteuer voller Gefahren, es kommt mal wieder anders. Wo der Stil des Autors sofort seine Wirkung entfaltet, kommt der Plot recht langsam in Schwung. Das erste Drittel des Buches plätschert ein wenig vor sich hin, wird getragen von der Magie des Baumkindes und des Waldes und nicht von der Spannung der Geschichte, doch dann gewinnt diese an Fahrt und erreicht ihren Höhepunkt erst auf den allerletzten Seiten. 'Das Baumkind' mag dabei etwas erzählen von Identität und Sehnsucht, von der Macht unserer Wahrnehmung und dem Gefühl der Verbundenheit mit dem eigentlich Fremden ' aber primär bleibt es eins: eine fantastische Geschichte. Das ist so einfach und doch so schön, dass die 142 Seiten quasi wie im Flug vergehen.

Zahlen sind also mal wieder Schall und Rauch. Eine wendungsreiche, kleine-große Geschichte voller Magie und Schönheit, abseits der Superlative, des großen Ruhms und eines größeren Rahmens. Sie ist sich selbst genug, nicht weltbewegend und doch einfach schön. Es lohnt sich! ;)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 21, 2011 11:53 AM MEST


Star Wars Sonderband 36, Legacy I: Skywalkers Erbe
Star Wars Sonderband 36, Legacy I: Skywalkers Erbe
von John Ostrander
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Die Zukunft hat begonnen" - auch im EU, 22. März 2010
Während die Chronik der Star Wars-Galaxie - ausgehend von der Schlacht um Yavin - viele Tausend Jahre in die Vergangenheit reicht, hat sie es in der Post-Endor-Ära bisher nur bis zum Jahre 137 NSY geschafft - da nämlich spielen John Ostranders und Jan Duursemas "Legacy"-Comics. In bisher 8 Sonderbänden wird die Geschichte der weit weit entfernten Heimat der Sith, der Jedi und so vieler anderer mit einigen ganz neuen und einer ganzen Menge sehr alter Ideen weitergeführt. Mit aller Macht wird versucht Star Wars irgendwie neu zu erfinden und dennoch den Wurzeln treu zu bleiben...was in diesem Fall heißt: wieder ein Skywalker, wieder ein Imperium, wieder die Sith, wieder ein achso epischer Krieg. Ob es gelingt? Nun ja, schwer zu sagen, einiges wirkt auf mich doch arg konstruiert, manches ist erfrischend einfach, anderes, vor allem die Mehrzahl der Hauptfiguren, aber auch ZU einfach. Das ganze geht so:

Fast 90 Jahre nach dem aktuell letzten Eintrag in die Chronik (Fate of the Jedi - Das Vermächtnis der Jedi) ist die galaxy far far away ein düsterer Ort; die Galaktische Allianz, die sich als Reaktion auf die Yuuzhan-Vong-Invasion gebildet hatte, ist zerbrochen, ein neues - und doch irgendwie altes - Imperium, geschützt von den "Imperialen Rittern", einem privaten Jedi-Orden, hat ihren Platz eingenommen. Doch nicht für lange: die Sith sind unter Darth Krayt ebenfalls zurückgekehrt, haben erst mit dem Imperialen konspiriert und sie dann eiskalt abserviert, den Jedi-Orden - den originalen wenn man so will - auf Ossus zerschlagen (mal wieder!) und die Macht übernommen. Ihr Ziel: Ordnung, natürlich - ganz in Caedus Tradition.

Beim Massaker von Ossus stirbt auch der Großmeister des Ordens, Kol Skywalker, ein - man kann es sich schon denken - Nachfahre des großen Luke, der, wie wohl auch die meisten anderen Helden jener lange zurückliegenden Zeit, inzwischen das zeitliche gesegnet hat. Der Sohn eben dieses Kol, mit Namen Cade, kann als einer der wenigen Jedi fliehen, stürzt sich aber, vor Trauer um seinen Vater zerfressen, selbstmörderisch in den Kampf...und...stirbt selbstverständlich nicht, wendet sich aber vom (nicht mehr existierenden) Orden ab und fristet in der Folge trotz seiner Stärke in der Macht ein "bescheidenes" Leben als knüppelharter, ganz und gar unjedihafter Kopfgeldjäger. Das kann aber nicht lange so bleiben, denn Darth Krayts Sith drehen natürlich keine Däumchen und was ein echter Skywalker ist, der hat ja schließlich ein Schicksal - die Galaxis retten, würde ich mal vermuten. Sein Weg aus der Gleichgültigkeit gegenüber der Galaxis die ihn so bitter enttäuschte ist der Weg dieses ersten Legacy-Sonderbandes: "Skywalkers Erbe".

Mit Legacy hatten die Autoren eine einmalige Chance: Sie konnten so ziemlich alles machen, wozu sie Lust hatten, konnten alles umwerfen was die Wächter und die Erben erreicht - oder auch nicht erreicht - hatten, denn wer weiß schon was in den 90 vorrangegangenen Jahren geschehen ist? Das ist einerseits nicht leicht, denn so musste man sich ein eigenes Fundament aufbauen und konnte sich nicht (oder nicht so sehr) auf den Errungenschaften früherer Werke ausruhen. Andererseits gab es so auch kaum kreative Grenzen und die Fehler früherer Projekte (ich denke vor allem an LotF) spielten für Legacy keine Rolle mehr. An diesem Potential muss sich "Skywalkers Erben" messen lassen.

Zunächst: der erste Legacy-Sonderband ist erstklassig inszeniert, düster, atmosphärisch dicht und durchaus spannend. Es wird ein hohes Erzähltempo vorgelegt und immer wieder eingestreute Wendungen im Plot stellen sicher, dass nie Langeweile aufkommt. Eine Actionsequenz folgt der nächsten, immer wieder werden Blaster und Lichtschwerter gezogen - allein: die große, epische Schlacht fehlt, alles spielt sich im Nahkampfbereich ab. Der gesamte Comic ist dunkel gehalten (die allermeisten Szenen spielen bei Nacht), von gelegentlichen Rückblicken durchsetzt und alles in allem zeichnerisch auf dem sehr hohen Niveau der "Republik"-Comics (ebenfalls von Duursema (eine Frau, nebenbei) und Ostrander). So sind diese Illustrationen für mich der größte Pluspunkt, neben der gelungenen Inszenierung (hier kommen den Autoren wohl sowohl ihr Talent als auch ihre Erfahrung entgegen).

Nun zu den weniger schönen Eindrücken: Da wäre zunächst die Idee, der "Überplot", wenn man so will. Klar ist: Die Erklärungen - Wie kam es zu der Situation? Wie konnten die Sith überleben? Oder: Wo kommt Darth Krayt her und was hat das alles mit den Yuuzhan Vong zu tun? usw. (zugegeben einige [überraschende] Antworten kenne ich - ich konnte mich nicht zurückhalten ;-) - sind noch dünn und die Zusammenhänge noch nicht wirklich klar, auch wenn der Leser mit einer kurzen Einleitung über die Geschehnisse informiert wird; doch dürfte dies kaum überraschen, geschweige denn verärgern - mich jedenfalls nicht. Was mich hingegen schon stört: das schon wieder ein Skywalker am Scheidepunkt der Geschichte die Zügel in der Hand hält - vermutlich halten wird. Die Sith sind quasi eine Star Wars-Naturkonstante, die Rückkehr des Imperiums ist, zumal es ja nicht DAS Imperium, sondern ein ganz anderes als Palpatines ist, ebenfalls noch glaubwürdig (selbst wen es schon komisch ist, dass die imperialen Truppen immer noch wie vor 140 Jahren aussehen), aber wieso musste man denn einen - so scheint es mir - viel zu leicht zu durchschauenden Hauptprotagonisten wie Cade Skywalker, dem man möglichst viele Ecken und Kanten andichten möchte, der aber gerade deshalb ein sehr glatter Charakter bleibt, in den Ring werfen? Überhaupt scheinen mir die Charaktere das einzige, aber doch entscheidende Manko dieses Sonderbands zu sein. Vor allem die Bösewichte" wirken doch (noch) sehr stereotypisch, schlicht böse und mit ihrem einheitlichen "Design" irgendwie seltsam.

Nicht zuletzt wegen dieser Mankos bleiben die Szenen in denen erkennbar Bezüge zu früheren Werken hergestellt werden - z.B. Krayts Besuch auf Korriban - für mich die Besten. Ein Wort noch zu dem kleinen Lexikon", das als Starthilfe am Anfang des Comics abgedruckt wurde: ich fand es zwar etwas befremdlich, die Charaktere nicht erst mit der eigentlichen Story einzuführen, aber letztlich ist eine kleine Orientierung wohl doch hilfreich (im Englischen war dies ja ein eigener, ausführlicherer Band ("Legacy 0" und die Ergänzung "Legacy 0 1/2")).

Alles in allem: 3,5 von 5 Sternen für einen gut inszenierten, aber ausbaufähigen Start in die nächste Ära des EU.


Star Wars(TM) Wächter der Macht 7: Zorn
Star Wars(TM) Wächter der Macht 7: Zorn
von Aaron Allston
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr war nicht drin, 7. März 2010
Schon komisch. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen an diesem Punkt der Wächter der Macht-Reihe mal eine Art Exempel zu statuieren, mal so richtig über die dem Grundkonstrukt innewohnenden Schwächen herzuziehen... freilich, ich werde es trotzdem tun, doch an Aaron Allstons "Zorn" sind die Bemühungen eigentlich verschwendet. "Zorn" ist nämlich ein gutes Buch, ein spannendes und temporeiches, eines das uns dem schon jetzt ersehnten Ende wieder einen Schritt näher bringt... aber was soll's:

Der Wächter der Macht-Plot ist, das wurde schnell deutlich, ein am Reißbrett entstandener, schon in seiner stumpfsinnig starren Einteilung unter den drei Autoren der Reihe, Allston, Traviss und Denning, missglückter Versuch, die Prequels und damit die Sith wieder auferstehen zu lassen, sie aber in den sehr von NJO (New Jedi Order = Erbe der Jedi-Ritter) geprägten Zeitgeist und die Nachwirkungen der Ereignisse rund ums Dunkle Nest mit einzuweben. Das Problem ist: Jacen, alias Caedus, ist weder Sidious noch Vader, bzw. Anakin, der zweite Galatische Bürgerkrieg ist qualitativ nicht das gleiche wie die Klonkriege, der neue Jedi-Orden hat nicht das Format des alten usw. usw. Der Krieg wird aus reiner Zweckmäßigkeit vom Zaun gebrochen, Jacen wendet sich der dunklen Seite zu, weil es eben so sein muss; aber glaubhafte Erklärungen sind rar. Die Next Generation der Jedi bleibt blass, Hauptprotagonisten des EU werden lieblos dahinge"Opfer"t, politische Zusammenhänge bleiben, wenn überhaupt, blass. Dem Konflikt fehlt jegliche Epik, sein Ende ist ohne Belang, denn wer gewinnt ist letztlich gehopst wie gesprungen: keine der beiden Kriegsparteien ist besser als die andere, denn die Konföderation (warum nicht gleich KUS nennen?) ist nicht wirklich "böse", eher gesichtslos und Senat der GA lässt sich aushebeln wie ein endorianisches Dorfparlament. Damit nicht genug, denn auch die Autoren bekleckern sich nicht mit Ruhm:
-bislang sind wenigstens 4 von 7 Büchern zu lang...
-...und dementsprechend zäh;
-jeder muss unbedingt seinen eigenen Nebenplot durchboxen, weil...
-..., ja warum eigentlich? Diese sind bestenfalls nebensächlich, schlimmstenfalls extrem nervig;
-sie gehen nicht aufeinander ein...
Das ganze ließe sich noch eine ganze Zeit fortsetzten, aber das spare ich mir für mein Abschlussfazit, wenn der "Sieg", von Troy Denning endlich in trockene Tücher gebracht wurde. Die Erinnerung mag nostalgisch verfärbt sein, aber mir scheint, man habe bei NJO so ziemlich alles besser gemacht.

Allston gelingt es hier mit seinem Buch allerdings erstaunlich gut diese Klippen zu umschiffen. Teil 7 setzt da an, wo Denning aufgehört hat, "Inferno" klingt ab, Kashyyyk leckt seine Wunden. Während die Solos bei den Löscharbeiten helfen, erscheint im Falke plötzlich Alema wie aus dem Nichts. Zu allem Überfluss scheint sie ihre Deformationen losgeworden zu sein und verschwindet nach einem kurzen Kampf spurlos. Nachdem sich die Jedi nun endlich von der GA abgewandt haben, beziehen sie auf Endor Quartier. Luke hängt seinem Kampf mit Jacen und Bens Beharren diesen töten zu wollen nach, während Jacen, noch vom beinahe tödlichen Kampf geschwächt, neue - heimtückische - Pläne ersinnt, um die aus der GA ausgetretenen Hapaner ins Boot zurückzuholen. Unterdessen wird der Krieg immer erbitterter und schließlich entsinnen die Jedi einen Plan um Jacen, jetzt Caedus, aufzuhalten.

Auch seinen Handlungsstrang um Wedge Antilles und die Corellianer setzt der Altmeister fort nachdem er ihn in "Exil" hatte ruhen lassen; er lässt Jaina auftauen, führt Troy Dennings Alema-Plot zu Ende... kurz: "Zorn" ist ein echter Allston.

Zwar wird der Gesamtplot qualitativ nicht wirklich weiterentwickelt - es geschieht nichts, oder nicht viel Entscheidendes - , aber intensiv und ereignisreich, stellenweise fast atemlos, ist der siebte Wächter der Macht dennoch. Das Erzähltempo ist hoch, die Sprünge zwischen den diversen, wie immer gut miteinander verknüpften, Handlungssträngen häufig, die sprachliche Gestaltung zwar nicht spektakulär, aber handwerklich solide. Mit seinen für ein LotF-Buch recht durchschnittlichen 440 Seiten kommt "Zorn" zudem der gähnenden Langeweile eines typischen Traviss zuvor und bietet Allston dennoch genug Raum um wenigstens vier echte Spannungshöhepunkte zu konstruieren. Das es ihm gelingt diese Spannung zu erzeugen liegt nicht zuletzt daran, dass er sich hier wieder etwas mehr auf seine Stärken - heißt: augenzwinkernder Humor, epische Schlachten, jede Menge Sternjäger-Action etc. - besinnt und etwas mehr Abstand von den Spielereien mit Machtphilosophien etc. nimmt, von denen er, die Erfahrung hat's gezeigt, ebenso wenig versteht wie seine beiden Mitstreiter. Erwähnenswert - und lobenswert - ist außerdem sein Versuch auf die teils harsche Kritik vieler Fans scheinbar beiläufig einzugehen - so geschehen auf Seite 15: "Er hatte konspiriert, gefoltert, betrogen, gemordet, und das alles mit einer Überzeugung von der Richtigkeit seiner Sache, die der eines Geisteskranken gleichkam."

Mein Reden! Eine bessere Beschreibung der Persönlichkeit Darth Caedus habe ich in dieser Reihe noch nicht gelesen. Auch sonst gelingt es Allston stellenweise ganz ordentlich die Blutleere vieler Protagonisten zumindest zu übertünchen oder diese sogar - wie im Fall der Jaina-Zekk-Jag-Konstellation geschehen - ein Stück weit zu beseitigen. "Stellenweise" und "ein Stück weit" wohl gemerkt, denn der Knackpunkt bleiben die Charakterisationen dennoch. Eben schon erwähnter Caedus kommt dabei in meinen Augen noch recht gut weg, lässt er doch die dämlichen Selbstzweifel und unglaubwürdigen Gewissenskonflikte endlich hinter sich und wird nunmehr zu einem zwar eindimensionalen aber immerhin nicht störenden Bösewicht wie es sie schon oft genug gab und immer wieder geben wird. Beliebiges Gequassel über das Wohl der Galaxis konnte man sich der Kontinuität innerhalb der Reihe zu liebe zwar wieder nicht vollends verkneifen, doch haben die meisten Charaktere jetzt scheinbar ihren Platz gefunden um nun endlich das Finale einläuten zu können: Die Jedi zeigen immerhin ein solides Grundmaß an Initiative, Luke und Ben knüpfen in etwa dort an wo wir sie in "Inferno" zurückgelassen hatten, Wedge und seine Tochter Syal werden wieder an Bord geholt und die Solos bleiben uns als nostalgische Dekoration erhalten. Nur die Alt-Rebellen fallen teilweise etwas aus der Rolle. Mir sprang da besonders Tycho ins Auge, der wie ein pflichtfanatischer Mitläufer seine besten Freunde ohne zu zögern und als hätte man ihm mit einer Gehirnwäsche die Erinnerung an seinen eigenen Kampf gegen den letzten Diktator ausgetrieben, dem Palpatine-Gedächtnis-Diktator ausliefert.

Schlussendlich bleibt aber auch - vielleicht sogar vor allem - die beruhigende Erkenntnis: zwei Bücher noch, dann ist es geschafft und wir können auf die nächsten Projekte hoffen... und wer weiß, vielleicht bescheren uns Karen und /oder Troy ja auch noch eine positive Überraschung.

Fazit:

Eines der besseren, weil tempo -und actionreichereren Bücher der Reihe.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2010 9:55 PM CET


501st: Star Wars: An Imperial Commando Novel (Star Wars: Imperial Commando - Legends)
501st: Star Wars: An Imperial Commando Novel (Star Wars: Imperial Commando - Legends)
von Karen Traviss
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,60

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Für alle Mando'ade ein Fest, 9. Februar 2010
Von Mand'alor Karen Traviss kommt hier das von vielen Mando'ade ersehnte erste Buch der Imperial Commando-Reihe, "Die 501.". Der 538-seitige Roman steht konsequent in der Tradition seiner Vorgänger, setzt vor allem auf Mando, Mando und nochmals Mando und ist dementsprechend nicht unbedingt ein Buch für aruetiise wie mich. Zuletzt hatte ich zu meiner großen Freude Traviss' für mich bestes Werk seit "Triple Zero", die Romanadaption des animierten Pilotfilms "The Clone Wars", gelesen und war so voller Hoffnung, dass dieses Buch die letzten Werke (die unter uns gesagt teils ziemliche osik waren) der Wächter der Macht-Reihe vergessen machen würden. Und anfangs dachte ich auch, shabla noch mal das knüpft ja an gute alte Tage an, damals als "Feindkontakt" frischen Wind verbreitete. Doch vode, was soll ich sagen, dieses Buch hat 538 Seiten deren Inhalt auf 200 hätte zusammengekürzt werden können.

Inhaltlich knüpft "Die 501." direkt an den Vorgänger "Order 66" an. Wenige Wochen nach der Erklärung einer Neuen Ordnung und dem Beginn der großen Jedisäuberung haben sich die meisten der Mitglieder des Skirata-Clans in Kyrimorut, dem Zufluchtsort für desertierte Klone, ihre Familien, altgediente Mando'ade (drei Cuy'val Dar) und alle möglichen anderen Flüchtlinge (eine Wissenschaftlerin, die eine Massenvernichtungswaffe geschaffen hat, eine lange verschollene Tochter...) eingefunden. Abgesehen davon dass sich immer noch alle im Aay'han befinden, einem abstrakten Gefühl der Trauer um jene, die im Vorgängerband starben, passiert hier nicht viel. Einzig die Diskussionen um das Schicksal einiger Flüchtlinge, die man lieber nicht aufgenommen hätte, sorgt für etwas Schwung in diesem Handlungsstrang, der um die 60 bis 70% des Buches ausmacht. Ansonsten baut man Schuppen, hütet man Robas und tut allerlei Dinge die keinen aruetii interessieren. Der andere Handlungsstrang behandelt Darman und Niner, die beiden Mitglieder der ehemaligen Omega-Squad, die nach den dramatischen Ereignissen auf der Shinarcan-Brücke im imperialen Dienst verbleiben mussten. Sie sind nun Mitglied der 501., auch Vaders Faust genannt, und führen im Auftrag des Imperiums Missionen gegen Jedi, Rebellen und sonstige Feinde des Imperators aus. Doch auf Darman, der ein psychisches Wrack ist, wartet ein Sohn, Kad, in Kyrimorut - das verspricht Konfliktpotential.

Um nicht alle vode sofort zu verscheuchen möchte ich zunächst mit dem Positiven beginnen, denn der Roman hat durchaus seine Stärken:

Trotz der später noch besprochenen Kritikpunkte muss ich sagen, dass die gute Karen hier stilistisch wirklich gut gearbeitet hat - "Die 501." liest sich äußerst flüssig, auch wenn mich einige ihrer Dogmen (bezüglich Jedi etc.) schier zur Verzweiflung trieben. Außerdem gelingt es ihr einen unmittelbar auf "Order 66" aufbauenden Plot zu konstruieren und dennoch Neueinsteigern in die Reihe die Chance zu geben alles nachvollziehen zu können - kandosii - gut gemacht Frau Traviss.

Was diesen Plot angeht so bin ich irgendwie zwiegespalten. Auf der einen Seite hat mich die Handlung eigentlich nie gelangweilt, auf der anderen Seite hat sie auch einfach keine Höhepunkte. 538 Seiten lang plätschert das Buch so vor sich hin, werden (erfreulicherweise) diverse Bezüge zu anderen Werken des EU hergestellt (zur "The Clone Wars"-Reihe, zu "Palpatines Auge"...), erfährt man noch mehr Dinge über die mandalorianische Kultur, die wie schon gesagt keinen aruetii interssieren, und plötzlich ist man auf Seite 500. Da fing ich dann langsam an mir Sorgen zu machen. Letzlich wirkte das ganze Buch auf mich wie ein einziger Aufhänger für das Sequel, das irgendwann Ende 2010 erscheinen soll. Das ist wohlgemerkt die Meinung eines Star Wars Fans, den schon die beiden Vorgänger nicht wirklich überzeugen konnten - einem Fan, der sich mehr Abenteuer und Action wünscht, und weniger mandaloriansche Familiensage.

Aber (!!!): Wer die Vorgängerbände mochte, wird dieses Buch lieben.

"Die 501." setzt konsequent das fort, was schon seit Mitte der Reihe als Trend abzusehen war. Noch mehr - um es einmal drastisch zu formulieren - Gelaber, noch weniger echte Commando-Arbeit und noch radikalere Philosophien. Und hier setzt dann auch schon mein neben dem höhepunktslosen Plot und der strikten Weigerung Action-Szenen einzubauen größter Kritikpunkt an:

Frau Traviss hat keinen blassen Schimmer von dem, was einen Jedi ausmacht. Das ist freilich nichts Neues und erst recht nichts Überraschendes, wusste sie doch schon in den vorigen Bänden von egozentrischen Jedi jedes Ranges zu berichten. Diese seltsame Darstellung der galaktischen Friedenshüter - die beileibe nicht fehlerlos sind (!) - ufert hier zu diversen Hassreden aus, die den typischen Jedi wie folgt zeigen: Die Jedi - wohlgemerkt DIE Jedi, sie werden alle über einen Kamm geschoren - sind selbstgefällige Kindesentführer, die unter Druck wahrlos Zivilisten als Schutzschilde benutzen und sinnlos unschuldige Klonsoldaten töten. Ihre Fähigkeit die Macht zu nutzen ist eher eine Krankheit, derer sich jeder Vernünftige [Jusik] schämen sollte, ihre Behauptung Frieden und Gerechtigkeit aufrechterhalten zu wollen nichts weiter als eine Verschleierung ihres wahren Ziels: Macht und außerdem sind sie naiv, verlieren Zweikämpfe gegen praktisch jeden mando'ade und haben kein Selbstbewusstsein. Welcher di'kut hat ihr das erzählt? Die Klone sind arm dran, keine Frage, die Jedi haben Fehler gemacht, auch keine Frage. Aber die Jedi, Frau Traviss (wie auch die ebenfalls verteufelte Republik) sind und waren immer selbstlos und voller Mitgefühl. Jeder ordentliche Jedi verteidigt die Demokratie und die Freiheit und hat darüber hinaus, nichts, wirklich nichts mit den Sith gemein, außer das beide Gruppen Machtnutzer sind. Schwieriger ist die Sache mit der Familie. Man kann sicher darüber streiten, ob eine strikte Abkehr von Bindungen wie sie den Menschen ausmachen sinnvoll ist, das zeigt aber auch dass sie den Charakter der dunklen Seite nicht wirklich erfasst hat. Erstaunlich finde ich auch, dass der Hass auf die Jedi wesentlich größer zu sein scheint als auf Palpatine, obwohl sie wissen, das der nicht nur die Klonarmee "in Auftrag gegeben hat", sondern auch den Krieg inszeniert hat. Ich würde dem zuerst in den shebs treten wollen.

Die meisten anderen Charaktere sind ganz ordentlich gezeichnet. Allerdings haben sie alle eine Neigung, die mich ebenfalls genervt hat. Jede zweite Seite lese ich "...er fühlte sich so schuldig.", was an sich noch nichts Schlechtes ist. Doch wofür fühlen sie sich schuldig? Die Antwort lautet: für alles! Bardan Jusik fühlt sich für einen Angriff auf Gibad verantwortlich, weil er die Wissenschaftlerin gerettet hatte, die den Virus entwickelt hatte, weil die seine vode von ihrer Lebensverkürzung befreien sollte? Hätte er es nicht getan hätte sich nichts verändert, außer dass seine Brüder lange vor ihm stürben.

Ein Zitat möchte ich noch erwähnen. Es stammt von Ordo und ich habe solche Anspielungen als sehr positiv empfunden: "Ich finde ihren Mangel an Vertrauen in die imperiale Ausstattung bedauernswert."

Fazit:

Mando'ade werden's genießen, aruetiise sollten aber einen gewissen Vorrat tihaar in der Hinterhalt haben. "Die 501." hat genau dieselben Stärken und Schwächen wie das letzte Buch auch: wenig Action, wenig Handlung, viel Dogmatismus, dafür viel Mando, nette Anspielungen und einen Stil der zumindest keine Langeweile aufkommen lässt. Das Sequel wird aber vermutlich nicht mehr von Karen Traviss kommen, ebenso wenig wie eine geplante Boba Fett-Biographie und der "Essential Guide to Star Wars Military".
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 26, 2013 10:12 AM CET


Palpatines Auge. Star Wars.
Palpatines Auge. Star Wars.
von Barbara Hambly
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Himmel, welch Murks!, 1. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Palpatines Auge. Star Wars. (Taschenbuch)
Barbara Hambly? Nie gehört? Kein Wunder. Ohne der guten Frau zu nahe zu treten glaube ich doch behaupten zu können, dass sie gut daran tat ihre Arbeit im Star Wars-Universum schon nach zwei Büchern wieder ruhen zu lassen. "Palpatines Auge", der Auftakt der Callista-Trilogie ist ihr erstes. Obwohl es schon einige Zeit her ist seit ich mir diesen kostruiert-langweiligen Roman angetan habe, erinnere ich mich doch mit Schrecken, so unheimlich belanglos und verwirrend ist die Geschichte von Palpatines Auge, einer gewaltigen Waffe aus imperialen Zeiten, die 12 NSY die Neue Republik und die Jedi unter Führung Luke Skywalkers bedroht.

Auf Ithor beginnt die Geschichte, die die meisten "unserer" alten Freunde - Han und Leia, die Solo-Zwillinge, Anakin und Chewie, Mara Jade... - auf ein neuerliches, diesmal ziemlich konstruiertes Abenteuer in die Weiten der weit, weit entfernten Galaxis schickt. Dort nämlich, wo die ganze Vielfalt des Lebens blüht, erfahren die altgedienten Helden von einer neuen Bedrohung für die Neue Republik... und einer neuen Chance für den Neuen Jedi-Orden. Hier lernen wir auch Cray Mingla, Wissenschaftlerin und Jedi, und ihren Freund Nichos Marr, dessen Bewusstsein aus seinem von einer Krankheit zerfressenen Körper in einen hauptsächlich mechanischen transferiert wurde, kennen. Sie brechen mit Luke auf um Palpatines Auge zu finden und Leia, Han und Chewie reisen nach Belsavis, wo sich angeblich Jedi aus den Zeiten der Großen Jedi-Säuberung versteckt halten sollen...

Es ist nicht so, dass ich nicht schon schlechte Star Wars Bücher gelesen hätte, "The Force Unleashed" war eine Katastrophe, "Blutlinien" der Tiefpunkt von Karen Traviss Werk, genügend Bücher - ob "Die Feuertaufe" oder "Imperial Commando" - belanglos und nicht wirklich unterhaltsam... aber dieses Buch ist schlicht und ergreifend grottenschlecht. G-R-O-T-T-E-N-S-C-H-L-E-C-H-T. Es ist absolut uninteressant - und doch 500 Seiten lang, voller seitenlanger, absolut kruder Beschreibungen, die jeden Sinns entbehren, die verwirren, die mich des öfteren den Überblick verlieren ließen und zu allem Überfluss verhältnismäßig actionarm. Da muss man von Gammoreanern lesen, die sich für Menschen halten, von Küchenschlachten zwischen verfeindeten Tusken-Räuber-Clans, die die ganze Armseligkeit dieses spannungslosen und von vollkommen unfähigen, offensichtlich geistig recht umnachteten Jedi, die ihren Titel wohl nur zum Schein tragen. Stilistisch mag das Ganze ja halbwegs gelungen sein, die Story aber ist banal, die Charaktere leer und platt wie Flundern, das alles viel zu lang. Weniger wäre wie so oft mehr gewesen.

Fazit:

Ein Buch von dessen "Genuss" man nur abraten kann.
Kommentar Kommentare (23) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2010 9:54 AM CET


Black Hawk Down
Black Hawk Down
DVD ~ Josh Hartnett
Wird angeboten von pb ReCommerce GmbH
Preis: EUR 4,47

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der asymmetrische Krieg in den Straßen Mogadischus, 29. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Black Hawk Down (DVD)
Somalia im Oktober 1993. Der erst 1960 unabhängig gewordene ostafrikanische Staat ist einer der sogenannten "Failed States"; es herrscht ein unübersichtlicher Bürgerkrieg, das Land ist zerrüttet, wird von Dürren heimgesucht. Die Periode der Herrschaft der "Demokratie" war kurz, seit dem Sturz des Diktators 1991 herrschen die Clans und Kriegsherren, Milizen diktieren bitterarme, hungernde Somali, viele von ihnen ungebildet, teilweise kontrolliert von skrupellosen, intelligenten Führern, die die UNO-Hilfsprogramme für die unternährte Bevölkerung ablehnen und bekämpfen. Deshalb versuchen zunächst UN-Soldaten, später auch US-amerikanische die Verteilung der Hilfsgüter zu sichern. Ihr Auftrag ist allerdings Nebensache und wird nur ganz zu Anfang des Films in einer Szene angeschnitten. Im Zentrum steht dagegen die sogenannte "Schlacht um Mogadischu", ein Einsatz der gemischten US-Spezialeinheiten, der zur Gefangennahme des Kriegsherren Aidid führen sollte, stattdessen aber in einem riesigen Desaster endet nachdem einer der "Black Hawks" [Transporthubschrauber] abgeschossen wurde.

Dennoch ist "Black Hawk Down" wie schon mehrfach von anderen erwähnt kein Film über den Bürgerkrieg im Somalia im Speziellen, sondern eine Studie des "modernen", des "asymmetrischen" Krieges, die drastisch und klar daherkommt. Soweit ich, der ich nie einen Krieg erlebt habe und auch nicht plane es je zu tun das beurteilen kann zeichnet sich der 142-minütige Kriegsfilm vor allem durch höchste Authentizität aus. Regisseur Ridley Scott ("Blade Runner", "Gladiator") lässt seinen Zuschauer geradezu körperlich die "Realität" des Krieges spüren, lässt ihn mit tauben Soldaten durch die verwinkelten Gassen des Bakara-Marktes taumeln, hält voll drauf wenn im geschundenen Körper eines jungen Mannes nach einer Arterie gesucht wird. Das Blut sprudelt hervor, die Soldaten werden vollkommen desillusioniert, verändern sich bis manch einer Zivilisten abknallt, alles ist dreckig und laut und unübersichtlich. Die Bilder entbehren durchaus nicht einer gewissen scheußlichen Ästhetik und die teils durchaus namenhaften Schauspieler wie Ewan McGregor, Orlando Bloom, Josh Hartnett oder Eric Bana sind im hektischen geschehen eh kaum zu erkennen, geschweige denn auseinander zuhalten, dienen dem Film offensichtlich hautsächlich als Aufmerksamkeit erregende Werbefiguren. Untermalt von zeitweise erwartet pathetischer Musik wird man Zeuge einer schier endlosen Aneinanderreihung oft vorhersehbarer und dennoch tief erschreckender Szenen: ein Junge erschießt versehentlich seinen Vater, Zivilisten (was auch immer das in einem solchen Konflikt ist, ein "Zivilist"), die als menschliche Schutzschilde missbraucht werden, abgetrennte Finger und Gliedmaßen... es ist jedenfalls nichts für zart Besaitete.

Aber mehr als eine Bestandsaufnahme ist Scotts Film dennoch nicht. Eine eindeutige Wertung über Sinn oder Unsinn des Somalia-Einsatzes und ähnlicher Aktionen der UN lässt sich dem Film - soweit ich das beobachten konnte - nicht entnehmen. Sicher, dem schonungslosen Realismus wohnt unmissverständlich eine gewisse Kritik inne; dass der Krieg "schlecht", grausam, menschenverachtend ist, ist aber nichts Neues und hat nicht zwangsläufig etwas mit möglichen Rechtfertigungen zu tun. Da der Film aber - wie bei der hochkarätigen Qualität der Kampfszenen nicht anders zu erwarten - auch vom US-Militär unterstützt wurde, ist letztlich auch dies nicht verwunderlich und für mich persönlich auch nicht unbedingt ein Ansatz für Kritik. Nur eine markante Aussparung macht der Film: die Szenen des durch die Straßen hinter einem Truck hergeschleiften toten US-Soldaten - ob dies so bedeutsam ist wie manche behaupten kann ich nicht beurteilen, da ich "damals" kaum ein Jahr alt war, verständlich ist es aus meiner Sicht aber schon, ist der Film doch mit schrecklichen Szenen schon voll genug - vielleicht sogar ein bisschen überfüllt. Fesselnd, spannend, schockierend und gelegentlich bewegend bleibt "Black Hawk Down" in jedem Fall.

Interessant fand ich auch, wie viele historische, und vor allem aktuelle Bezüge und Parallelen sich hier finden lassen. Lohnend ist das Werk schon allein deshalb. Sei es das zu Beginn angerissene Dilemma der beschränkten UN-Mandate, das man nicht zuletzt aus Ruanda oder Srebrenica kennt, die in dieser Region immer wieder anzutreffende Dominanz der Clans und Stämme, die man auch in Afghanistan oder im Jemen antrifft oder die Tatsache, dass sich die Amerikaner auch hier ein Stück weit selbst geschadet haben, indem sie in den 70ern und 80ern massive Waffenlieferungen zur Unterstützung einer Diktatur ins Land schleusten. Wie auch immer man das ganze sieht, Somalia ist nach zwischenzeitlicher Beruhigung zur Zeit wieder im Bürgerkrieg.

Fazit:

Was es bedeutet sich im Krieg zu befinden, mit blutverklebten Augen von allen Seiten beschossen zu werden, kann sich wohl kein Außenstehender vorstellen, auch mit diesem Film nicht; eine Ahnung vermittelt "Black Hawk Down" aber, die ausreicht um schon bei dem Gedanken zu schaudern - der Krieg des 21. Jahrhunderts in beeindruckender Bildgewalt und bedrückender Klarheit.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 21, 2010 11:13 PM MEST


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